Was geschah im Juli 1928

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Wetterstationen Juli 1928

1.7.1928, Sonntag

In Madrid geht der am 29. Juni eröffnete erste öffentliche Kongress der Sozialistischen Partei seit der Errichtung der Rechtsdiktatur unter Miguel Primo de Rivera y Orbaneja zu Ende. Die Delegierten sprechen sich dafür aus, dass der Sozialist Francisco Largo Caballero im Staatsrat verbleibt. Er hat die Position trotz heftigen Widerstandes in der eigenen Partei übernommen.

Die Diskussion auf dem Deutschen Seeschifffahrtstag in Hamburg dreht sich um die Beteiligung der Seefahrt an den Transozeanflügen.

Im Berliner Lustspielhaus findet die Uraufführung der Revue “Reise durch Berlin in 40 Stunden” statt. In der Szenenfolge von Paul Nikolaus und Willi Schäffers geht es um eine Wette, in 40 Stunden alle Sehenswürdigkeiten von Berlin zu besichtigen und außerdem ein amouröses Abenteuer zu erleben.

Joseph Goebbels, Gauleiter der NSDAP in Berlin-Brandenburg, ernennt Reinhold Muchow zum Organisationsleiter der Partei im Gau Groß-Berlin. Muchow entwickelt einen neuen Organisationsplan, der von der Zelle über die Straßenzelle und Sektion zum Gau reicht.

2.7.1928, Montag

Polnische Sozialisten weisen die Angriffe zurück, die Kriegsminister Jósef Klemens Pilsudski, der im Juni von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten ist, gegen das Parlament erhoben hat. In den Augen der Sozialisten stellen Pilsudskis Äußerungen eine Bedrohung der Verfassung dar.

In Brüssel gründen religiös und parteipolitisch neutrale Gewerkschaften mehrerer europäischer Länder einen internationalen Bund mit Sitz in Utrecht. In den Vorstand werden auch deutsche Gewerkschafter gewählt.

3.7.1928, Dienstag

Reichskanzler Hermann Müller (SPD) nennt in seiner Regierungserklärung folgende Ziele: Fortsetzung der Politik der friedlichen Verständigung mit den anderen Staaten, Bemühungen um eine vorzeitige Räumung des Rheinlands und eine Lösung der Reparationsfrage, Förderung der Wirtschaft, Strafrechtsreform.

Die britische Zeitung “Manchester Guardian” kritisiert, dass die Positionen im Sekretariat des Völkerbundes zunehmend mit Berufsdiplomaten besetzt werden. Berufsdiplomaten verstehen sich – so die Befürchtung – nicht in erster Linie als Beamte des Völkerbundes, sondern als Vertreter ihrer Länder.

Dem Schotten John Logie Baird gelingt in London die erste Fernsehübertragung in Farbe.

4.7.1928, Mittwoch

Die langwierige griechische Regierungskrise findet mit der Vorstellung eines neuen Kabinetts unter Ministerpräsident Eleftherios Weniselos (Liberale Partei) ein Ende.

Es wird bekannt, dass der Dirigent Otto Klemperer die Geschäftsführung der Oper am Platz der Republik (Krolloper) in Berlin aufgibt; er bleibt jedoch Musikdirektor des Hauses.

Ein orkanartiger Sturm richtet in Berlin und Oberschlesien schwere Verwüstungen an.

Der belgische Bankier Alfred Löwenstein kommt während eines Flugs über dem Ärmelkanal auf mysteriöse Weise ums Leben.

Britische Unternehmer- und Gewerkschaftsvertreter verabschieden ein Konzept zur Sozialpartnerschaft.

Das französische Parlament nimmt ein neues Wohnungsbaugesetz an. Es stellt elf Milliarden Francs (rund 1,8 Milliarden Reichsmark) für den Bau von 200 000 Kleinwohnungen innerhalb der nächsten fünf Jahre zur Verfügung.

Die Regierung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (heute Jugoslawien) tritt zurück. Die parteipolitische Krise hat sich seit dem Attentat im Parlament verschärft.

5.7.1928, Donnerstag

In Kopenhagen geht der zweite Internationale Kongress für Sexualreform zu Ende (seit 1.7.). Der Kongress, zu dessen Präsidenten der deutsche Sexualforscher Magnus Hirschfeld gehört, setzt sich für eine Reform des Sexualstrafrechts ein. Die Sexualreformer wenden sich insbesondere gegen die strafrechtliche Verfolgung der Homosexualität.

6.7.1928, Freitag

Der chilenische Marinetransportdampfer “Angamos” läuft in unmittelbarer Nähe der chilenischen Küste auf ein Riff auf und sinkt sofort. Dem Unglück fallen 295 Menschen zum Opfer. Das Schiff war durch Sturmschäden bereits manövrierunfähig.

Im National Liberal Club in London beginnt der Kongress der Demokratischen Parteien Europas (bis 8.7.). Die Teilnehmer beklagen den schleppenden Gang der Genfer Abrüstungsverhandlungen und diskutieren über verschiedene Formen des Wahlrechts.

Elf Angeklagte im Moskauer Schachty-Prozess um Sabotage und konterrevolutionäre Verschwörung werden zum Tod verurteilt.

Franz Slama (Großdeutsch) löst seinen Parteikollegen Franz Dinghofer im Amt des österreichischen Justizministers ab.

Frankreich und Portugal unterzeichnen in Paris einen Schiedsvertrag, mit dem sich beide Länder verpflichten, alle Streitfragen einer Schlichtungskommission oder dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu unterbreiten.

7.7.1928, Samstag

Im Rechtsstreit zwischen der Hansestadt Lübeck und dem Land Mecklenburg um die Hoheits- und Fischereirechte im südöstlichen Teil der Lübecker Bucht entscheidet der Staatsgerichtshof zugunsten Lübecks.

In Griechenland wird das Wahlrecht geändert. An die Stelle des bislang geltenden Verhältniswahlrechts tritt das Mehrheitswahlrecht. Die Änderung geht auf den Wunsch des neuen Ministerpräsidenten Eleftherios Weniselos zurück.

Der Ruhrbergbau verzeichnet eine Entspannung der Wirtschaftslage. Die arbeitstägliche Kohleförderung steigt auf 360 330 t, die Zahl der täglichen Feierschichten sinkt auf 6126.

In der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin wird die russische Historikerwoche eröffnet, auf der sowjetische Forscher Vorträge über ihre Spezialgebiete halten. Veranstalter ist die Deutsche Gesellschaft zum Studium Osteuropas.

Bei den All England Tennismeisterschaften in Wimbledon (seit 25.6.) bestätigen die französischen Sportler ihre führende Position.

8.7.1928, Sonntag

Der Westfälische Rundfunk sendet erstmals in einer Konferenzschaltung Sportreportagen aus verschiedenen Städten (Köln, Hamburg, Aachen).

Hans Risticz und Hans Zimmermann verbessern den Weltrekord im Dauerfliegen auf 66,5 h.

9.7.1928, Montag

Der Staatsgerichtshof erklärt die preußische Flaggennotverordnung von 1927 für unvereinbar mit der preußischen Verfassung. Der Landtag hatte anlässlich des Verfassungstags angeordnet, dass in allen Gemeinden alle öffentlichen Gebäude stets mit der – in rechten Kreisen unbeliebten – Reichsflagge zu beflaggen seien. Das Gericht geht davon aus, dass eine Sonderverfügung für den Verfassungstag ausgereicht hätte.

In Friedrichshafen am Bodensee wird das neue Luftschiff auf den Namen “Graf Zeppelin” getauft.

10.7.1928, Dienstag

Von den elf Todesurteilen, die im Moskauer Schachty-Prozess um Sabotage und konterrevolutionäre Verschwörung gefällt worden sind, werden fünf vollstreckt. Die anderen sechs Verurteilten werden zu jeweils zehn Jahren Gefängnis begnadigt.

11.7.1928, Mittwoch

Der österreichische Nationalrat nimmt den Bericht von Bundeskanzler Ignaz Seipel über seine Bemühungen zur Beilegung der Spannungen mit Italien, die durch Südtirol-Kundgebungen in Österreich hervorgerufen worden sind, zustimmend zur Kenntnis. Seipel hat der italienischen Regierung erklärt, dass Österreich die Probleme Südtirols als innere Angelegenheit Italiens betrachtet.

Die sowjetischen Oppositionspolitiker Nikolai I. Bucharin und Lew B. Kamenew erkunden in einer geheimen Unterredung die Möglichkeit zur Stärkung der Opposition.

Die spanische Polizei hat eine Verschwörung aufgedeckt, die ein Attentat auf König Alfons XIII. plante.

Friedrich Hollaenders Revue “Es kommt jeder dran” wird im Deutschen Künstlerhaus in Berlin uraufgeführt.

12.7.1928, Donnerstag

Der Reichstag in Berlin beschließt mit 210 gegen 188 Stimmen, die Lohnsteuer bis zu drei Reichsmark monatlich bei einem jährlichen Einkommen bis zu 15 000 RM zu senken.

In Anwesenheit des italienischen Königs Viktor Emanuel III. wird in Bozen/Südtirol ein Siegerdenkmal eingeweiht. Deutschsprachige Südtiroler protestieren auf einer Gegenkundgebung auf dem Berg Isel gegen das italienische Denkmal.

Der sowjetische Eisbrecher “Krassin” rettet die restliche Mannschaft des Luftschiffes “Italia”, das über dem Nordpol abgestürzt ist.

13.7.1928, Freitag

Der deutsche Reichstag nimmt in dritter Lesung ein Amnestiegesetz für politische Straftaten an. Auch der Reichsrat erteilt seine Zustimmung.

In Baden-Baden wird das Musikfest der Deutschen Kammermusik eröffnet (bis 15.7.). Auf dem Programm steht u.a. eine Experimentalvorführung zum Thema Film und Musik.

14.7.1928, Samstag

In Düsseldorf beginnen die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Männer (bis 16.7.). Julius Müller aus Cannstatt stellt mit 3,82 m einen deutschen Rekord im Stabhochsprung auf.

Aus London wird berichtet, dass islamische Fundamentalisten in Afghanistan daran Anstoß genommen haben, dass die Königin und ihre Hofdamen auf öffentlichen Veranstaltungen unverschleiert erschienen sind.

Anlässlich des Nationalfeiertags (Sturm auf die Bastille 1789) erlässt die französische Regierung eine Amnestie für politische Straftaten. Der Straf-Erlass gilt nicht für Kommunisten und ruft deshalb heftige Kritik hervor.

Ein Explosionsunglück in der Pulverfabrik von Hasloch fordert drei Todesopfer. Es ist bereits die fünfte Explosion, die sich seit 1903 in der Fabrik ereignet hat.

15.7.1928, Sonntag

Rudolf Caracciola und Christian Werner gewinnen auf Mercedes Benz den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring.

Am zweiten Tag der Deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Frauen in Berlin stellt Grete Heublein mit 11,96 m einen Weltrekord im Kugelstoßen auf.

Am letzten Tag der Deutschen Schwimmeisterschaften in Berlin (seit 13.7.) schwimmt Lotte Mühe über 200-m-Brust mit 3:11,2 min Weltrekord.

Sieger der Tour de France (seit 17.6.) wird der Luxemburger Radsportler Nicolas Frantz in einer Zeit von 192:48:58 h. Er hat fünf von 22 Etappen gewonnen.

Ein schweres Zugunglück auf dem Münchner Hauptbahnhof fordert zehn Todesopfer.

16.7.1928, Montag

Während eines Besuchs des belgischen Kronprinzen Leopold und seiner Frau, Kronprinzessin Astrid, in Brügge finden Kundgebungen der Flamen zugunsten einer Amnestie für alle von belgischen Kriegsgerichten verurteilten altflämischen Aktivisten statt.

17.7.1928, Dienstag

Alvaro Obregón, der Wahlsieger der mexikanischen Präsidentschaftswahlen vom 1. Juli, wird in St. Angel von einem religiösen Fanatiker ermordet.

In Moskau wird der VI. Kongress der Kommunistischen Internationale eröffnet.

18.7.1928, Mittwoch

Der Kommunist Max Hölz, der wegen seiner Beteiligung an Revolten in Mitteldeutschland und wegen eines Totschlags, der ihm jedoch nicht nachgewiesen werden konnte, zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden ist, kommt aufgrund des Amnestiegesetzes aus dem Zuchthaus Sonnenburg frei.

Die Eisenbahnverbindung von Pau (Frankreich) nach Zaragoza (Spanien) wird eingeweiht. Es handelt sich um die erste direkte Verbindung von Spanien nach Frankreich durch die Pyrenäen.

19.7.1928, Donnerstag

Der ägyptische König Fuad I. löst das Parlament für die Dauer von drei Jahren auf. Den Hintergrund für den Staatsstreich bildet die Mehrheit der Wafd-Partei in der Kammer, die sich gegen die immer noch bestehenden Hoheitsrechte Großbritanniens in Ägypten, das seit 1922 formal unabhängige Monarchie ist, und gegen den probritischen König wendet.

Die diesjährigen Bayreuther Festspiele, die bis zum 19. August dauern, werden mit einer Aufführung der Oper “Tristan” von Richard Wagner eröffnet.

In Wien beginnt das 10. Deutsche Sängerbundfest (bis 22.7.). Zahlreiche Kundgebungen fordern den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Ein französisches Fischerboot entdeckt die Leiche des auf mysteriöse Weise beim Flug über den Ärmelkanal aus dem Flugzeug gestürzten belgischen Bankiers Alfred Löwenstein.

20.7.1928, Freitag

Die Nankingregierung in China erklärt in einem Zirkulartelegramm alle ungleichen Verträge mit dem Ausland für nichtig. Diese Verträge, die zur Zeit der Intervention des Westens in China im 19. Jahrhundert abgeschlossen worden sind, enthalten Sonderrechte für die in China lebenden Ausländer. Die Regierung strebt neue Verträge auf der Basis der Gleichheit und der Achtung der territorialen Souveränität an.

In London beginnt eine Weltkonferenz für Geisteswissenschaftler (bis 1.8.), die sich mit der von Rudolf Steiner begründeten Anthroposophie befasst.

Die “Vossische Zeitung” berichtet, dass “Hitch hiking”, Reisen per Anhalter, in den USA immer beliebter wird.

21.7.1928, Samstag

In Lissabon bricht eine Militärrevolte gegen das diktatorische Regime von Präsident António Oscar Fragoso Carmona aus. Der Aufstand wird innerhalb weniger Tage niedergeschlagen.

22.7.1928, Sonntag

Auf der Kölner Jahnwiese wird ein Denkmal für “Turnvater” Friedrich Ludwig Jahn eingeweiht.

23.7.1928, Montag

Ein sowjetisches Regierungsdekret gibt die neuen Feiertage bekannt.

Der britische Ministerpräsident Stanley Baldwin lehnt die Einführung eines Schutzzolls für Eisen und Stahl ab, die von konservativen Parlamentsabgeordneten gefordert worden ist.

Das rumänische Parlament beschließt, mit Hilfe einer Auslandsanleihe die Währung zu stabilisieren.

24.7.1928, Dienstag

Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) schließt den Reichstagsabgeordneten Walther Lambach wegen parteischädigenden Verhaltens aus der Partei aus. Lambach hat öffentlich gefordert, die DNVP, die sich zu monarchischen Grundsätzen bekennt, solle angesichts des Schwindens monarchischer Einstellungen ihr Programm überdenken.

Das britische Unterhaus in London lehnt einen von der Labour-Partei eingebrachten Misstrauensantrag gegen die Regierung wegen Versagens in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ab. Die Regierung hatte versucht, die Auswanderung von Arbeitslosen in die Dominions zu fördern, aber Kanada und Australien hatten ablehnend geantwortet.

Die Regierung von Litauen beschwert sich in einer Note an den Völkerbund über die für August geplanten Manöver der polnischen Armee im Wilnagebiet an der Demarkationslinie.

Bei einem Raffineriebrand in Wood River in Illinois stehen 1,5 Millionen Faß Petroleum in Flammen.

25.7.1928, Mittwoch

Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien unterzeichnen in Paris ein neues Statut über die unter internationaler Verwaltung stehende Tanger-Zone in Nordafrika.

Die USA schließen mit der Nankingregierung einen Vertrag ab, der China ab 1. Januar 1929 die Zollautonomie gewährt. Damit wird der Prozess der Anerkennung der Nankingregierung als Zentralgewalt in China eingeleitet.

In Krakau werden Handschriften des französischen Kaisers Napoleon I. entdeckt, darunter Skizzen für den Feldzug nach Italien.

In Köln beginnt das 14. Deutsche Turnfest, an dem bis zum 30. Juli mehr als 200 000 Sportler – unter ihnen viele Auslandsdeutsche – teilnehmen.

26.7.1928, Donnerstag

Die 18-Jährige Lili Cappellini, die Tochter des österreichischen Schriftstellers Arthur Schnitzler und Frau eines italienischen Offiziers in der faschistischen Miliz, nimmt sich in Venedig das Leben.

Boxschwergewichtsweltmeister Gene Tunney (USA) besiegt Tom Heeney (Neuseeland) in einem Titelkampf in New York durch technischen K. o. in der elften Runde.

27.7.1928, Freitag

Im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (heute Jugoslawien) findet die Bildung des neuen Kabinetts unter Ministerpräsident Anton Korosec (Slowakische Volkspartei) die Billigung von König Alexander II. Das alte Kabinett ist nach dem Revolverattentat im Parlament am 4. Juli zurückgetreten. Die innenpolitische Krise hält an.

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion ruft dazu auf, gegen das Anwachsen religiöser Strömungen aufzutreten.

28.7.1928, Samstag

Großbritannien und Frankreich einigen sich auf eine Kompromissformel für die Flottenabrüstung. Sie sieht u.a. vor, dass Schiffe, die mit Kanonen von mehr als sechs Zoll Kaliber bestückt sind, und Unterseeboote von mehr als 600 t einer Einschränkung unterliegen sollen. Ein Vertrag kommt jedoch nicht zustande.

Etwa 200 Abgeordnete und Senatoren des aufgelösten ägyptischen Parlaments treffen trotz eines Verbots in einem Privathaus in Kairo zu einer Sitzung zusammen. Sie erklären das Auflösungsdekret für verfassungswidrig und fordern das Kabinett zum Rücktritt auf.

Das deutsche und das österreichische Verkehrsrecht werden in entscheidenden Punkten einander angeglichen.

Im Amsterdamer Olympiastadion werden die IX. Olympischen Sommerspiele eröffnet (bis 12.8.). Erstmals seit 1912 nehmen wieder deutsche Sportler an den Wettkämpfen teil.

29.7.1928, Sonntag

Der Hamburger SV wird mit einem 5:2-Sieg über Hertha BSC Berlin im Altonaer Stadion bei Hamburg Deutscher Fußballmeister.

Den Großen Preis von Spanien gewinnt der französische Automobilrennfahrer Louis Chiron auf Bugatti mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 127,735 km/h.

30.7.1928, Montag

Während eines Ferienaufenthalts in Karlsbad trifft der deutsche Außenminister Gustav Stresemann zu einer längeren Unterredung mit dem tschechoslowakischen Präsidenten Tomá Garrigue Masaryk zusammen.

Im Berliner Ufa-Theater am Kurfürstendamm findet die Uraufführung des Films “Tanzstudent” mit Willy Fritsch statt (Regie: Johannes Guter).

31.7.1928, Dienstag

Ein schweres Zugunglück in Dinkelsscherben bei Augsburg fordert 16 Todesopfer.

Die Stadt Zürich hat am Haus Spiegelgasse 14, in dem der sowjetrussische Revolutionär Wladimir I. Lenin während seines Züricher Exils wohnte, eine Gedenktafel zur Erinnerung an Lenins Aufenthalt anbringen lassen.