Was geschah im Juli 1929

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Wetterstationen Juli 1929

1.7.1929, Montag

Der Liberale Juko Hamaguchi wird anstelle von Gi-ichi Baron Tanaka japanischer Regierungschef. Tanaka hatte wegen der japanischen Politik in der Mandschurei, die zu Konflikten mit der eigenen Armeespitze führte, seinen Rücktritt einreichen müssen.

Bei der Wahl zum 200 Sitze umfassenden finnischen Reichstag (Eduskunta) wird der Landvolkbund bei einem Zugewinn von sieben Sitzen mit 59 Mandaten ebenso stark wie die Sozialdemokratische Partei, die einen Sitz verliert.

Der Senat der Freien Stadt Danzig weist eine polnische Protestnote gegen eine am 27. Juni abgehaltene Trauerkundgebung anlässlich der zehnjährigen Wiederkehr des Versailler Vertrags als Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Stadt zurück.

In den Vereinigten Staaten gibt es 5251 Tonfilmkinos, dies sind 25,5% aller US-amerikanischen Lichtspieltheater.

Für die Einwanderung in die Vereinigten Staaten gelten neue restriktive Bestimmungen.

2.7.1929, Dienstag

In London wird das britische Unterhaus mit der königlichen Thronrede eröffnet. Darin wird u.a. eine Räumung der Rheinlande durch die Besatzungsmächte in Aussicht gestellt und eine Reform der Sozialgesetzgebung angekündigt.

3.7.1929, Mittwoch

Die kommunistische-Presse Sachsens veröffentlicht ein “vertrauliches” Bündnisangebot des Nationalsozialisten Helmuth von Mücke vom 29. Juni an KPD und SPD zur Unterstützung einer Linkskoalition im sächsischen Landtag. Die NSDAP hat seit der letzten Landtagswahl fünf Sitze im Landesparlament.

Das Landgericht von Lippe verurteilt Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz zu einer Strafe von 500 Reichsmark. Der Prinz hatte in einem Zeitungsartikel u.a. erklärt, um “Minister zu werden, muss man heute im Zuchthaus gesessen haben”.

Bei der Wahl zur 100 Sitze umfassenden niederländischen Kammer werden die Römisch-katholische Staatspartei mit 30 und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei mit 24 Sitzen stärkste Fraktionen.

Die griechische Regierung protestiert bei Frankreich, Großbritannien und den USA gegen die im Youngplan vorgesehene Herabsetzung des griechischen Anteils an den deutschen Reparationen.

Im Berliner Marmorhaus stellt der sowjetische Filmregisseur Dsiga Wertow seinen Dokumentarfilm “Der Mann mit der Kamera” (Tschelowek s kinoapparatom) vor.

4.7.1929, Donnerstag

Bei den Feiern am US-amerikanischen Unabhängigkeitstag kommen 159 Menschen ums Leben, davon 70 als Folge von Autounfällen.

In Berlin demonstrieren auf dem Opernplatz völkische Studenten unter Rufen wie “Deutschland erwache” für “akademische Freiheit, gegen die Freiheitsberaubung der Hochschulen”.

5.7.1929, Freitag

In Berlin beginnen die zweitägigen Beratungen der Unterausschüsse der Länderkonferenz über die Reichsreform.

Der Hauptausschuss des preußischen Landtags billigt eine Resolution, in der das Staatsministerium zu Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen aufgefordert wird, um eine Gleichbehandlung mit der katholischen Kirche sicherzustellen. Anlass ist der preußische Kirchenvertrag.

6.7.1929, Samstag

Der Reichsausschuss der deutschen Landwirtschaft lehnt den Youngplan ab. Die damit verbundenen Zahlungsverpflichtungen überstiegen, so heißt es, weit “die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft”.

Der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) verabschiedet “Richtlinien für die Wirtschaftspolitik” und verlangt u.a. die Kontrolle der internationalen Trusts und Schutz vor Rationalisierung.

Im spanischen Parlament wird ein Entwurf über eine Verfassungsreform vorgelegt. Künftig soll nur die Hälfte der 412 Abgeordneten vom Volk gewählt werden, an die Stelle des Senats soll ein Reichsrat aus hohen Beamten und Angehörigen des Königshauses treten.

In Athen wird ein griechisch-rumänischer Freundschafts- und Schiedsgerichtsvertrag unterzeichnet.

In den Einzelfinals bei den Offenen Tennismeisterschaften von England in Wimbledon siegen Henri Cochet (Frankreich) und Helen Wills (USA).

7.7.1929, Sonntag

Bei einem Sportfest in Berlin stößt Emil Hirschfeld (Allenstein) die Kugel auf die bis dahin weltweit unerreichte Weite von 16,11 m.

Die französische Kombination Benoist/Marinoni (Alfa Romeo) gewinnt das 24-Stunden-Rennen auf dem belgischen Kurs von Spa-Francorchamps.

8.7.1929, Montag

General Arturo Ivens Ferraz wird als Nachfolger des am 5. Juli zurückgetretenen José Vicente Freitas Ministerpräsident von Portugal.

In Simmering heiraten die Schriftstellerin Alma Maria Mahler-Gropius und der Dichter Franz Werfel.

In Großbritannien finden Dankgottesdienste für die Genesung des britischen Königs Georg VI. statt.

Bei einem Kuraufenthalt in Bühler Höhe erklärt Reichsaußenminister Gustav Stresemann dem Journalisten Jules Sauerwein vom Pariser “Le Matin”, das Deutsche Reich habe ein berechtigtes Interesse an einer baldigen Räumung der Rheinlande und der Rückgabe des Saargebiets.

In Düsseldorf lehnt der Verein zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen rheinischer und westfälischer Unternehmer (Langnam-Verein) den Youngplan ab, da er keine wirtschaftliche Lösung des Reparationsproblems darstelle.

9.7.1929, Dienstag

Die rechtsgerichteten Politiker Alfred Hugenberg (DNVP), Theodor Duesterberg und Franz Seldte (beide Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten), Heinrich Clas (Alldeutscher Verband) und Adolf Hitler (NSDAP) konstituieren sich als Reichsausschuss für das deutsche Volksbegehren gegen den Youngplan.

Mit 243 gegen 172 Stimmen billigt der preußische Landtag den Kirchenvertrag mit dem Heiligen Stuhl.

Im sächsischen Landtag wird ein Misstrauensantrag der KPD-Fraktion gegen die Regierung Wilhelm Bünger (DVP) mit 44 gegen 41 Stimmen bei sieben Enthaltungen und vier nicht abgegebenen Stimmen abgelehnt, da die verfassungsmäßige Mindestzahl von 49 Stimmen nicht erreicht wurde.

Der bisherige Ministerpräsident von Mecklenburg-Schwerin, Paul Schröder (SPD), erklärt nach der Wahlniederlage vom 23. Juni seinen Rücktritt.

Ein Bombenanschlag auf das Haus des Landrats in Niebüll richtet schweren Sachschaden an. Es ist bereits der siebte Anschlag dieser Art innerhalb weniger Monate; die Täter kommen aus dem rechtsgerichteten Schleswig-Holsteinischen Landvolk.

10.7.1929, Mittwoch

In dritter Lesung billigt der preußische Landtag ein Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets.

Der am 9. Juli neukonstituierte Landtag von Mecklenburg-Schwerin wählt den Gutsbesitzer Karl Eschenburg (DNVP) zum Ministerpräsidenten. Er stützt sich auf eine Koalition der nationalen Mecklenburger aus DNVP, DVP und Wirtschaftspartei.

Die chinesische Regierung setzt den sowjetischen Generaldirektor der chinesischen Ostbahn ab.

Der Führer der Estnischen Arbeitspartei, Otto Strandman, bildet in Riga als Regierungschef (Staatsältester) ein Kabinett unter Einschluss der Christlichen Volkspartei und der Partei der Kleinen Landwirte.

11.7.1929, Donnerstag

Der preußische Landtag lehnt die Misstrauensanträge der Rechtsparteien (DNVP, Wirtschaftspartei und NSDAP) sowie der KPD-Fraktion gegen die sozialdemokratische Regierung in namentlicher Abstimmung mit 214 gegen 187 Stimmen ab.

12.7.1929, Freitag

Der Landtag von Sachsen verabschiedet gegen die Stimmen der Linken den Landesetat, der bei Ausgaben von 434,93 Millionen Reichsmark (RM) einen Fehlbetrag von 27,96 Millionen RM aufweist.

Die literarische Welt” veröffentlicht die Ergebnisse einer “Rundfrage über proletarische Dichtung”.

Der Grazer Gynäkologe Hermann Knaus veröffentlicht seine Erkenntnisse über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau.

In Altenrhein am Bodensee absolviert das von dem Ingenieur Claude Dornier entwickelte Flugboot Dornier Do X seinen ersten Probeflug, der erfolgreich verläuft.

Im Deutschen Reich wird die Invalidenrente zum 1. Oktober um 15%, mindestens jedoch um zwölf Reichsmark (RM) angehoben. Die Waisenrenten steigen um mindestens sechs RM pro Jahr.

13.7.1929, Samstag

Ein in Brüssel unterzeichnetes deutsch-belgisches Liquidationsabkommen regelt den Ausgleich der während der Besetzung Belgiens zwischen 1914 und 1918 entstandenen Kriegsschäden. Es ist das erste Liquidationsabkommen, das vom Deutschen Reich nach Unterzeichnung des Youngplans mit einem ehemaligen Kriegsgegner abgeschlossen wird.

14.7.1929, Sonntag

Die “Frankfurter Zeitung” veröffentlicht ein Interview von Wolf von Dewall mit Reichsaußenminister Gustav Stresemann, der alle Versuche, durch eine Feststellungs- und Versöhnungskommission den Rheinlanden ein internationales Sonder-Statut aufzuerlegen, entschieden ablehnt.

In Magdeburg wird der erste Abschnitt der Jugend- und Bundesschule des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold eingeweiht.

Ein Fünfsatz-Erfolg von Daniel Prenn über Henry Wilfred Austin entscheidet in Berlin die Davis-Pokal-Runde gegen England (3:2). Das deutsche Tennisteam ist damit Sieger der Europazone.

Beim Großen Preis für Automobile auf dem Nürburgring siegt der Franzose Louis Chiron (Bugatti) mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106,693 km/h. Vor 120 000 Zuschauern führt das Rennen in drei Wertungsklassen (bis 1500 cm bis 3000 cm und darüber) über 508,8 km.

15.7.1929, Montag

Der Dichter Hugo von Hofmannsthal erliegt 54jährig in Rodaun bei Wien vor Aufregung über den Freitod seines Sohnes Franz einem Herzanfall.

16.7.1929, Dienstag

Der Turbinendampfer “Bremen” des Norddeutschen Lloyd verlässt Bremerhaven zu seiner Jungfernreise nach New York.

17.7.1929, Mittwoch

In Nürnberg beginnt das zweite Bundesfest des Arbeiter-Turn- und Sportbundes. An der bis zum 21. Juli dauernden Veranstaltung nehmen über 100 000 Menschen teil.

Die Regierung der Sowjetunion bricht die diplomatischen Beziehungen zu China ab.

Großbritannien schlägt der UdSSR auf Vermittlung Norwegens die Wiederaufnahme der 1927 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen vor.

Franz Schalk nimmt seinen Abschied als Direktor der Wiener Staatsoper. Sein Nachfolger wird Clemens Krauss.

18.7.1929, Donnerstag

Vor dem Bundeskanzleramt in Wien bedroht der 29-Jährige arbeitslose Schmiedegeselle Anton Leitner einen Wachtposten mit einer Pistole. Er gibt an, Bundespräsident Wilhelm Miklas erschlagen zu wollen, wird festgenommen und in eine psychiatrische Anstalt gebracht.

Die Komische Oper in Berlin wird versteigert.

19.7.1929, Freitag

Frankreich und die USA versuchen unter Hinweis auf die Mitgliedschaft im Briand-Kellogg-Pakt, China und die UdSSR zu einer Verständigung im Streit um die chinesische Ostbahn zu bewegen.

20.7.1929, Samstag

In Frankfurt am Main findet als Auftaktveranstaltung zum zweiten Weltkongress gegen den Imperialismus (bis 27. 7.) eine Großkundgebung statt.

Die französische Kammer billigt die umstrittenen Verträge zur Liquidierung der Kriegsschulden bei den USA (Mellon-Béranger-Abkommen) und Großbritannien (Churchill-Caillaux-Abkommen).

In Heidelberg beginnen unter Leitung von Gustav Hartung die vierten Festspiele. Sie dauern bis zum 15. August.

21.7.1929, Sonntag

Am Schlusstag der zweitägigen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Frauen in Frankfurt am Main stößt Grete Heublein (Elberfeld) die Kugel 12,85 m weit und verbessert den Weltrekord von Gustl Hermann vom Vorjahr um 59 cm.

In Berlin gewinnt das Team der USA das Interzonenfinale im Davis-Pokal gegen Deutschland 5:0.

In einem Manifest an alle Regierungen der Welt rechtfertigt die chinesische Regierung ihr Vorgehen gegen die UdSSR mit der Aufdeckung eines sowjetischen Komplotts.

Die griechisch-türkischen Verhandlungen über einen Austausch von Flüchtlingen werden abgebrochen. Die Türkei verweigert strikt eine Rückkehr der aus Istanbul geflohenen Griechen.

22.7.1929, Montag

Um 15.02 US-amerikanischer Sommerzeit erreicht der Turbinendampfer “Bremen” des Norddeutschen Lloyd New York und holt sich das “Blaue Band” für die schnellste Atlantiküberquerung.

Das Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (Komintern) enthebt in Moskau Nikolai I. Bucharin wegen “Rechtsabweichungen” seines Postens im Präsidium.

Die Sowjetregierung lehnt das Angebot einer französischen Vermittlung im Konflikt mit China ab.

Am Schlusstag der am 20. Juli eröffneten Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Breslau stellt die Sprintstaffel des SC Charlottenburg mit 40,8 sec den Weltrekord der deutschen Nationalstaffel vom 3. Juni 1928 über 4 x 100 m ein.

Der Landtag von Thüringen billigt den Landeshaushalt, der bei Ausgaben von 167,82 Millionen Reichsmark (RM) einen Fehlbetrag von 8,19 Millionen RM aufweist.

Nach viertägiger Dauer endet in Hannover der zwölfte Deutsche Studententag. Auf der fast nur von rechtsgerichteten Delegierten besuchten Veranstaltung wird u.a. ein Aufruf zum Boykott der Verfassungsfeier (11. 8.) angenommen.

Vor dem britischen Unterhaus in London gibt Premierminister James Ramsey MacDonald bekannt, dass die Bauarbeiten an den Kreuzern “Surrey” und “Northumberland” eingestellt und auch andere Flottenbaupläne reduziert werden sollen.

US-Präsident Herbert Clark Hoover gibt seinen Plan zur Einsetzung einer Kommission bekannt, die über einen Zeitraum von vier Jahren für eine Beschränkung der US-amerikanischen Rüstungsausgaben zu Land und zu Wasser sorgen soll.

24.7.1929, Mittwoch

Die Mongolische Volksrepublik verlängert ihr Militärabkommen mit der Sowjetunion von 1926 um drei Jahre.

Der belgische Ministerrat billigt den Youngplan.

Mit der Hinterlegung der japanischen Ratifizierungsurkunde in Washington tritt der im August 1928 abgeschlossene Briand-Kellogg-Pakt zur Ächtung des Angriffskrieges in Kraft.

Nach Differenzen mit der britischen Labour-Regierung tritt der britische Oberkommissar für Ägypten, George Ambrose Lord Lloyd of Dolobran, zurück.

In Genf beginnt der dritte Weltkongress der pädagogischen Vereinigungen. Unter den 600 Teilnehmern der bis zum 4. August dauernden Tagung sind erstmals Vertreter aus dem Deutschen Reich.

Im britischen Unterhaus lehnt der liberale Fraktionsführer David Lloyd George den Youngplan ab, weil die Herabsetzung der deutschen Reparationsleistungen Großbritannien unverhältnismäßig stark belasten würde.

In Baden-Baden beginnen die Tage der Deutschen Kammermusik. Sie dauern bis zum 28. Juli.

Der Franzose Louis Chiron (Bugatti) gewinnt auf dem Kurs Lasarte- San Sebastián den Großen Preis von Spanien für Automobile.

26.7.1929, Freitag

In Kattowitz wird Otto Ulitz, der Geschäftsführer des Deutschen Volksbundes, wegen Beihilfe zur Desertion aus der polnischen Armee zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

Frankreichs Ministerpräsident Raymond Poincaré tritt zurück.

In der UdSSR wird der Stummfilm “Arsenal” von Alexandr P. Dowschenko über die Kämpfe in der Ukraine während und nach der Oktoberrevolution uraufgeführt.

27.7.1929, Samstag

Das Reichsfinanzministerium gibt die Herausgabe von silbernen Drei- und Fünfmarkstücken bekannt. Sie zeigen auf der Vorderseite Reichspräsident Paul von Hindenburg und auf der Rückseite eine Schwurhand sowie die Aufschriften “1919.1929 11. August” und “Treu der Verfassung” (zehn Jahre Weimarer Verfassung).

In Baden-Baden wird das Radiolehrstück “Der Lindbergh-Flug” von Bertolt Brecht (Musik von Kurt Weill und Paul Hindemith) uraufgeführt.

In Genf unterzeichnen nach vierwöchigen Beratungen von Vertretern aus 36 Staaten 32 Länder das Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken im Felde und das Genfer Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen.

Der Industrielle Hugo Stinnes jun. wird in Berlin vom Vorwurf des Betrugs mit Kriegsanleihen freigesprochen.

28.7.1929, Sonntag

In Genf tritt der 16. Zionistenkongress zusammen. An der Tagung, die bis zum 11. August dauert, nehmen 300 Delegierte aus 40 Ländern teil.

In Baden-Baden wird Bertolt Brechts “Badener Lehrstück vom Einverständnis” mit der Musik von Paul Hindemith uraufgeführt.

Vor 50 000 Zuschauern wird in Nürnberg die SpVgg. Fürth durch ein 3:2 (1:1) über Hertha BSC Berlin zum dritten Mal Deutscher Fußballmeister.

In Paris verteidigt das französische Tennisteam mit 3:2 Punkten gegen die USA den Davis-Pokal.

Die Tour de France endet mit dem Sieg des Belgiers Maurice Dewaele. Mehrere Fahrer wurden disqualifiziert.

29.7.1929, Montag

Nach dem Rücktritt von Raymond Poincaré am 26. Juli wird Aristide Briand (Republikanische Sozialistische Partei) französischer Ministerpräsident. Alle Minister des Kabinetts Poincaré bleiben im Amt, da der Versuch gescheitert ist, die Radikalsozialisten zur Mitarbeit in der Regierung zu bewegen.

Im tschechoslowakischen Preßburg beginnt der Hochverratsprozess gegen Vojtech Tuka, ein führendes Mitglied der Slowakischen Volkspartei. Ihm wird vorgeworfen, durch einen im Jahr 1921 vorgelegten Autonomieentwurf für die Slowakei den Anschluss dieses Landesteils an Ungarn betrieben zu haben. Am 5. Oktober wird Tuka zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.

Eine Gefängnisrevolte in Auburn im US-Bundesstaat New York fordert sechs Tote und zahlreiche Verletzte.

30.7.1929, Dienstag

In Waldenburg in Schlesien werden 23 Bergleute bei einer Schlagwetterexplosion getötet. Weitere sieben können verletzt geborgen werden, zwei von ihnen sterben im Krankenhaus.

31.7.1929, Mittwoch

Zum Abschlus einer zweitägigen Zusammenkunft lehnt der Bundesausschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) eine Staffelung der Unterstützungshöhe in der Arbeitslosenversicherung nach der Dauer der ununterbrochenen Beitragsleistung ab.

Vor der französischen Kammer gibt Ministerpräsident Aristide Briand (Republikanische Sozialistische Partei) seine Regierungserklärung ab. Bei der Abstimmung über die Vertrauensfrage erhält sein Kabinett 324 Ja- und 136 Nein-Stimmen bei 150 Enthaltungen.