Was geschah im Juli 1933

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Wetterstationen Juli 1933

1.7.1933, Samstag

Das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa) für Preußen untersagt die Arbeit der zentrumsnahen Verbände wegen “staatsfeindlicher Betätigung”.

Ihre Selbstauflösung erklären der 1929 gegründete Christlich-Soziale Volksdienst, eine bürgerliche Partei protestantischer Prägung, und die 1869 gegründete konservativ-föderalistische Deutsch-Hannoversche Partei.

Der österreichische Nationaltorwart Rudi Hiden (20 Länderspiele) wechselt vom Wiener AC zum Racing Club Paris.

Die lyrische Komödie “Arabella” von Richard Strauss mit dem Text von Hugo von Hofmannsthal wird in Dresden uraufgeführt.

Die Pressekonferenz der Reichsregierung für inländische Journalisten in Berlin wird zu einem Instrument des Reichspropagandaministeriums umfunktioniert. Am 5. Juli findet die erste Pressekonferenz für Fachjournalisten statt.

Der aus dem Deutschen Reich emigrierte linksrepublikanische Journalist Leopold Schwarzschild gründet die Wochenzeitschrift “Das neue Tage-Buch” (Paris und Amsterdam).

2.7.1933, Sonntag

Die nach Prag emigrierten Mitglieder des SPD-Vorstands erklären sich zur legitimen Parteiführung.

3.7.1933, Montag

In Bad Reichenhall endet eine am 1. Juli begonnene Tagung der höheren SA- und SS-Führer, auf der sich Reichskanzler Adolf Hitler zur Rolle von Reichswehr und SA äußert.

Der von Arthur Mahraun geführte Jungdeutsche Orden beschließt in Berlin seine Selbstauflösung.

In Berlin wird eine Nationalsozialistische Rundfunkkammer gegründet. Ihr gehören die Rundfunkindustrie, der Radiohandel, die Funkpresse, die Hörerverbände, die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft sowie das Reichspropagandaministerium an, das für die Überwachung des Rundfunks zuständig ist.

In London unterzeichnen die UdSSR sowie Afghanistan, Estland, Lettland, Persien (Iran), Polen, Rumänien und die Türkei eine Konvention über die Begriffsbestimmung des Angreifers. Als Angriff gilt fortan auch die “Unterstützung bewaffneter Banden” auf dem “Territorium des anderen Staates”.

Auf der 74. außerordentlichen Tagung des Völkerbundrates wird Joseph Avenol als Nachfolger des seit 15 Jahren amtierenden Sir James Eric Drummond als Generalsekretär des Völkerbundes in Genf eingeführt.

4.7.1933, Dienstag

Die rechtsliberale Deutsche Volkspartei löst sich auf. Für die 1918 gegründete Bayerische Volkspartei erklärt der frühere Staatsminister Eugen Graf von Quadt zu Wykradt und Isny ebenfalls die Auflösung.

Wegen angeblicher Mitschuld am Tod eines SS-Manns im Braunschweiger Eichtalviertel ermordet die SS zehn in Schutzhaft genommene Arbeiter und einen Studenten im Ferienheim Rieseberg bei Königslutter.

Fritz Thyssen führt den Langnam-Verein, die Interessenvertretung der Schwerindustrie, nach dem Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Fritz Springorum und des Geschäftsführers Max Schlenker. Neuer Führer des Hansabundes für Gewerbe, Handel und Industrie ist Hans Peter Danielcik (NSDAP).

5.7.1933, Mittwoch

Die Reichsleitung der Deutschen Zentrumspartei gibt die Selbstauflösung bekannt.

Im Münchner Rundfunk hält der Landesinspektor der verbotenen NSDAP Österreichs, Theo Habicht, eine Propagandarede gegen die Regierung in Wien und kündigt die Fortsetzung solcher Sendungen dreimal pro Woche an; gestaltet werden sie von dem österreichischen Staatsbürger Alfons Freiherr von Czibulka.

In München wird Franz Schweyer, von 1921 bis 1924 bayerischer Innenminister (BVP), verhaftet. Er hatte in einem Brief an den früheren BVP-Ministerpräsidenten Heinrich Held die Reichsregierung als “entartete Menschen” bezeichnet, die “wie Raubtiere ihre egoistischen Instinkte befriedigen”.

Reichskanzler Adolf Hitler ernennt den Ingenieur Fritz Todt (München) zum Generalinspekteur für das Straßenwesen.

6.7.1933, Donnerstag

Vor den Reichsstatthaltern erklärt Reichskanzler Adolf Hitler in Berlin die Überleitung der “nationalsozialistischen Revolution” in “das sichere Bett der Evolution”. Pfeiler der Macht seien dabei die “innere Erziehung der Menschen” und der ruhige Aufbau der Wirtschaft.

In Berlin-Charlottenburg geben sich der Berufsboxer Max Schmeling und die tschechoslowakische Filmschauspielerin Anny Ondra das Ja-Wort.

7.7.1933, Freitag

Reichsinnenminister Wilhelm Frick hebt die 120 Mandate der SPD und die aufgrund einer Listenverbindung errungenen fünf Mandate der Deutschen Staatspartei im Deutschen Reichstag ersatzlos auf. Das gleiche gilt für SPD-Sitze in Landtagen und Gemeindeparlamenten.

Wehrkreispfarrer Ludwig Müller wird oberster Leiter der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, der Vereinigung der reformierten und lutherischen Kirchen in Preußen.

8.7.1933, Samstag

In Wimbledon enden die am 26. Juni eröffneten 53. internationalen Tennismeisterschaften von England. Die Einzelfinale gewinnen Jack Crawford (Australien) und Helen Wills-Moody (USA), die bei ihrem sechsten Wimbledon-Finalsieg erstmals einen Satz abgibt. Als erste Deutsche gewinnen Hilde Krahwinkel/ Gottfried von Cramm den Titel im Mixed.

Für die angehenden Juristen in Preußen wird ein Arbeitslager zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung obligatorisch.

Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers der NSDAP, untersagt allen NSDAP-Gliederungen Aktionen gegen Warenhäuser und ähnliche Betriebe.

Eugen Hadamovsky (NSDAP) ersetzt Gustav Krukenberg als Geschäftsführer der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft.

9.7.1933, Sonntag

Der außerordentliche Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes billigt in einer halbstündigen Sitzung die Auflösung der bisherigen Landesverbände. Sie werden durch 16 Gaue ersetzt, deren höchste Spielklasse eine Gau-Oberliga aus zehn Vereinen ist. Deren Sieger spielen um die Deutsche Meisterschaft.

Den Großen Automobil-Preis von Belgien in Spa-Franchorchamps gewinnt der Italiener Tazio Nuvolari auf einem Maserati.

10.7.1933, Montag

Die Reichsleitung der NSDAP erlaubt die Tätigkeit des Rotary-Clubs im Deutschen Reich und erklärt, diese Vereinigung sei weder ein Geheimbund noch der Freimaurerei verdächtig.

In Dresden werden 65 Personen verhaftet, die der KPD angehören oder ihr nahestehen. Sie hatten Flugblätter gegen die Reichsregierung gedruckt und verteilt.

11.7.1933, Dienstag

In einem Rundschreiben an alle Reichsstatthalter und Landesregierungen erklärt Reichsinnenminister Wilhelm Frick die “deutsche Revolution” für “abgeschlossen”. Die “gesetzmäßige Aufbauarbeit” werde gefährdet, wenn “weiterhin noch von einer Fortsetzung der Revolution oder von einer zweiten Revolution geredet wird”.

Die im Deutschen Evangelischen Kirchenbund zusammengefassten Landeskirchen billigen in Berlin die Kirchenverfassung für eine Deutsche Evangelische Kirche. Sie wird am 13. Juli durch ein Reichsgesetz zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erklärt und ist Rechtsnachfolger des Kirchenbundes. An ihrer Spitze steht ein lutherischer Reichsbischof, dem ein Geistliches Ministerium zur Seite steht.

Die Generalversammlung der Leonhard Tietz AG billigt die Änderung des Firmennamens in Westdeutsche Kaufhof-AG vorm. Leonhard Tietz AG.

Der außerordentliche Volksbühnentag beschließt in Berlin die Überführung des Bühnenvolksbundes in den NSDAP-geleiteten Reichsverband Deutsche Bühne.

12.7.1933, Mittwoch

Reichsinnenminister Wilhelm Frick (NSDAP) veröffentlicht Richtlinien über die Einbeziehung des Rassegedankens und des Führertums im Geschichtsunterricht an deutschen Schulen.

Auf Anweisung des Reichspropagandaministeriums müssen alle Filmschaffenden über ihre Staatsangehörigkeit und ihre arische Abstammung zwecks Vermittlung beim Bühnennachweis Auskunft erstatten.

In Potsdam wird die Reichsjugendführerschule zur Ausbildung von 18 bis 30 Jahre alten Jugendführern eröffnet.

13.7.1933, Donnerstag

In einem Akt von Sippenhaft werden fünf im Reichsgebiet lebende Verwandte des früheren Reichskanzlers Philipp Scheidemann (SPD) verhaftet. Scheidemann soll einen Artikel für die “New York Times” verfasst haben, in dem es u.a. heißt, das kaiserliche Deutschland sei ein Idyll gewesen im Vergleich zum “heutigen Irrenhaus”.

Im “Zeitungsdienst” der NSDAP erklärt Roland Freisler, Staatssekretär im preußischen Justizministerium: “Die gefühlsduselige Rücksichtnahme darauf, den Rechtsbrecher ja nicht scharf anzufassen, bedeutet eine Versündigung an der Pflicht der Strafrechtspflege, das Volk als Ganzes rein und gesund zu halten”.

14.7.1933, Freitag

Die deutsche Reichsregierung erlässt 30 neue Gesetze, darunter die Gesetze “gegen die Neubildung von Parteien” und “zur Verhütung erbkranken Nachwuchses”.

Reichsinnenminister Wilhelm Frick ersucht die Reichsbehörden und Landesregierungen, die Beamten zum “Hitler-Gruß” anzuhalten. Auf jeden Fall aber sei beim Singen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes stets der “Hitler-Gruß” zu leisten.

Per Reichsgesetz wird eine vorläufige Filmkammer geschaffen, dessen Vorstand vom Propagandaministerium ernannt wird.

Reichssportkommissar Hans von Tschammer und Osten übernimmt die Führung der Deutschen Turnerschaft.

15.7.1933, Samstag

Mit 24 Wasserflugzeugen landet der italienische Luftfahrtminister Italo Balbo nach Überquerung des Atlantiks in Chicago.

In Wien verhaftet die Polizei rund 600 Nationalsozialisten, die Farbtöpfe zum Aufmalen von Hakenkreuzen an Wänden mit sich führen. In Tirol verbietet der Sicherheitsdirektor Richard Steidle am selben Tag das Tragen des Hakenkreuzes und den “Hitler-Gruß”.

In Rom unterzeichnen das Deutsche Reich, Italien, Frankreich und Großbritannien den Viermächtepakt.

Reichskanzler Adolf Hitler beruft einen Generalrat der Wirtschaft, der die Reichsregierung in wirtschaftlichen Fragen beraten soll.

16.7.1933, Sonntag

Unter Führung von Sir Oswald Emald Mosley marschieren erstmals rund 1000 britische Faschisten durch London.

Auf dem Parteitag des NSDAP-Gaues Sachsen in Leipzig fordert Reichskanzler Adolf Hitler die Überwindung der Klassenschranken im Dritten Reich.

17.7.1933, Montag

Bei Frankfurt am Main wird die Leiche des früheren NSDAP-Landtagsabgeordneten Wilhelm Schäfer (Offenbach) gefunden, der im November 1931 Umsturzpläne der hessischen NSDAP (“Boxheimer Dokumente”) aufgedeckt hatte.

18.7.1933, Dienstag

Der Unternehmer und preußische Staatsrat Fritz Thyssen wird von den NSDAP-Gauleitern in Essen, Düsseldorf sowie Süd- und Nord-Westfalen als oberste staatliche Autorität im Bereich der Wirtschaftspolitik im Ruhrgebiet anerkannt.

Ein Feuer zerstört das 1912 eingeweihte, 1200 Personen fassende Theatergebäude der Passionsspiele in Erl in Tirol.

19.7.1933, Mittwoch

Das Amt für den Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft gibt die Einführung eines dreimonatigen Erntehilfsdienstes von rund 1000 Studenten im Herbst 1933 bekannt.

Die Regierungskommission des Saarlandes verbietet für das Saarland die Durchführung der von der Deutschen Evangelischen Kirche für den 23. Juli angesetzten Kirchenwahlen.

Die niederländische Regierung verbietet alle Einrichtungen der deutschen NSDAP in den Niederlanden.

Reichsinnenminister Wilhelm Frick ernennt den bisherigen Reichssportkommissar Hans von Tschammer und Osten zum Reichssportführer.

20.7.1933, Donnerstag

Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in München den Leiter der Genfer Abrüstungskonferenz, den Briten Arthur Henderson, der in Gesprächen mit den europäischen Regierungen die Möglichkeiten einer Fortführung der Konferenz sondiert.

In München beginnen die Wagner- und Mozartfestspiele. Sie dauern bis zum 28. August. Im Verlauf der Festspiele wird das gesamte musikdramatische Werk Richard Wagners vorgeführt. Als Gastdirigent ist u.a. Richard Strauss verpflichtet worden.

Im Vatikan wird das Konkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl unterzeichnet.

21.7.1933, Freitag

Der Begründer und frühere Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, Arthur Mahraun, wird unter dem Vorwurf hochverräterischer Beziehungen in Berlin in Schutzhaft genommen.

In Chicago und Kansas City werden die Getreidebörsen geschlossen. Anlass sind die heftigen Kursstürze an den US-amerikanischen Waren- und Aktienbörsen am Vortag. In Chicago fiel der Weizenpreis um 22%.

22.7.1933, Samstag

Der preußische Ministerrat in Berlin beschließt die Einführung der Todesstrafe für Mord oder Mordversuch an einem Beamten, SA- und SS-Mann und bekräftigt das Ende der “Revolution” und die Pflicht zur Achtung der Staatsgewalt.

Nach fünftägiger Verhandlung werden in Köln sechs von 17 Angeklagten zum Tode verurteilt, die angeblich am 24. Februar am Tod zweier SA-Leute im Kölner Eigelsteinviertel beteiligt waren.

Der österreichische Ministerrat erlässt eine Verordnung gegen Missbräuche im Pressewesen. Verboten werden u.a. übergroße Balkenüberschriften.

Nach einem Rekordflug um die Erde in sieben Tagen, 18 Stunden und 49 Minuten landet der US-amerikanische Flieger Wiley Post in New York.

23.7.1933, Sonntag

In Hamburg stellt Hans-Heinrich Sievert (Eimsbütteler TV) mit 8467,62 Punkten einen Zehnkampf-Weltrekord auf.

Erstmals findet eine “Deutschlandfahrt” für Kraftfahrzeuge über 2000 km mit Start und Ziel Baden-Baden statt.

Mit einem Pontifikalamt wird in Trier der Heilige Rock enthüllt.

Bei den Wahlen zu den Kirchenvertretungen der evangelischen Landeskirchen entfallen auf die Liste der Glaubensbewegung Deutsche Christen über zwei Drittel der Stimmen, die übrigen gehen an die Liste Evangelium und Kirche.

Mit einem Vorsprung von 4:01 min vor Learco Guerra aus Italien gewinnt der Franzose Georges Speicher in einer Gesamtzeit von 147:51:37 h die Tour de France.

24.7.1933, Montag

In Übereinstimmung mit der Leitung der NSDAP weist das Reichswirtschaftsministerium darauf hin, dass Mitglieder der Partei Aufsichtsratsmandate nur in Ausnahmefällen annehmen sollen. Fachlich unqualifizierte Neulinge werden aus dem Amt entfernt.

In einer Rundfunkansprache wirbt US-Präsident Franklin D. Roosevelt für sein Wirtschaftsprogramm des New Deal, das u.a. die Einführung von Codes über Mindestlöhne und Höchstarbeitszeit für einzelne Branchen vorsieht.

Der Revolutionär Leo Trotzki trifft in Marseille ein. Die französische Regierung gewährt dem 1929 aus der UdSSR ausgewiesenen Trotzki Asyl.

25.7.1933, Dienstag

Im Reichsgebiet wird zwischen 12.00 Uhr und 12.40 Uhr unter Einsatz aller verfügbaren Polizeikräfte, Hilfspolizei, SA und SS eine Razzia in Zügen und auf Fernstraßen durchgeführt. Gefahndet wird nach Oppositionellen, vor allem nach Anhängern der KPD.

26.7.1933, Mittwoch

In München empfängt Reichskanzler Adolf Hitler 470 italienische Jungfaschisten (Avantguardisti), die eine Fahrt durch das Reichsgebiet beginnen.

In Oberschlesien werden die Jugendgruppe des Deutschen Volksdienstes und dessen Jugendstellen durch die polnische Polizei aufgelöst. Der Deutsche Volksdienst ist eine Organisation der deutschen Minderheit in Oberschlesien.

Reichsinnenminister Wilhelm Frick regelt per Erlass die Aufgaben von Reichsjugendführer Baldur von Schirach.Er soll die Kooperation zwischen Staat und Jugendorganisationen gewährleisten. An die Stelle des aufgelösten Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände tritt ein Führerrat.

Die Generalversammlung der Hamburg-Amerika-Linie AG (Hapag) wählt Karl Helfferich (NSDAP) in den Aufsichtsrat.

27.7.1933, Donnerstag

Als erste deutsche Stadt führt Mainz den obligatorischen “Hitler-Gruß” ein.

Die indische Kongresspartei gibt ein Programm zur Fortführung des passiven Widerstands gegen die britische Besatzungsmacht bekannt. Aufgrund der Gewaltmaßnahmen der Briten wird die Strategie des massenhaften Ungehorsams zugunsten der individuellen Verweigerung aufgegeben.

Die Deutsche Liga für freie Wohlfahrtspflege geht in der Reichsgemeinschaft für freie Wohlfahrtspflege unter Führung der NS-Volkswohlfahrt auf.

Durch Verordnung von Reichsarbeitsminister Franz Seldte wird die Kassenzahnärztliche Vereinigung gegründet. Auf je 15 000 Kassenmitglieder werden sechs Zahnärzte und vier Zahntechniker zugelassen.

In der Nacht fällen Unbekannte die am 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld gepflanzte “Hindenburg-Eiche”. Als Vergeltung wird ab dem folgenden Tag den kommunistischen Häftlingen in den preußischen Konzentrationslagern für drei Tage das Mittagessen entzogen.

Aufgrund des Gesetzes über das Berufsbeamtentum wird der bereits am 13. März beurlaubte Konrad Adenauer als Oberbürgermeister von Köln entlassen.

28.7.1933, Freitag

Die Leitung der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) zieht wegen der sich häufenden Klagen der Wirtschaft über unzulässige Eingriffe in den Geschäftsablauf alle mit Kontrollaufgaben betrauten Beauftragten wieder zurück.

29.7.1933, Samstag

Die Hamburger Polizei gibt die Festnahme von 93 Führern der illegal arbeitenden KPD im Bezirk Wasserkante bekannt.

30.7.1933, Sonntag

In Bayreuth enden die am 21. Juli eröffneten Richard-Wagner-Festspiele. Auf dem Programm stand unter der Regie von Siegfried Wagner die Neuinszenierung der “Meistersinger von Nürnberg” (musikalische Leitung Karl Elmendorff und Heinz Tietjen) und zwei Wiederaufnahmen: “Parsifal” (Richard Strauss) und “Der Ring des Nibelungen” (Karl Elmendorff), wobei vor allem die Besetzung Beifall findet.

In Stuttgart endet das am 21. Juli eröffnete 15. Deutsche Turnfest.

Das britische Tennisteam schlägt Frankreich in Paris 3:2. Damit geht erstmals seit 1912 der Daviscup, die inoffizielle Tennis-Mannschaftsweltmeisterschaft,wieder nach Großbritannien.

31.7.1933, Montag

Nach einer Aufstellung des Reichsministeriums des Innern gibt es im Deutschen Reich 26 789 Schutzhäftlinge.

Stahlhelm-Führer Franz Seldte wird zum SA-Obergruppenführer ernannt und dem Stab des Obersten SA-Führers Adolf Hitler zugeordnet.