Was geschah im Juli 1935

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1.7.1935, Montag

Die italienisch-abessinische Schiedskommission des Völkerbundes nimmt im niederländischen Scheveningen ihre Arbeit auf. Die Vermittlungsbemühungen werden am 8. Juli ergebnislos abgebrochen.

Der Präsident des Danziger Landtages, Wilhelm von Wnuck legt sein Amt nieder. Wnuck, Mitglied der NSDAP, begründet seinen Schritt mit dem “Mangel an Vertrauen in die Politik der Nationalsozialisten”. Die Stadt Danzig steht unter der Verwaltung des Völkerbundes.

Erstmals wird der “Fliegende Kölner” ein Schnelltriebwagen der Reichsbahn, auf der Strecke Köln- Berlin eingesetzt. Der Zug bewältigt die Strecke in fünfeinhalb Stunden.

Der Reichsbund Vereinigung deutscher Druiden löst sich auf Druck der NS-Behörden auf.

In Meridian (US-Bundesstaat Mississippi) überbieten die US-Amerikaner Fred und Al Kays den bisherigen Rekord im Dauerfliegen aus dem Jahr 1930 um sieben Stunden. Insgesamt waren sie über 653 Stunden ununterbrochen in der Luft. Ihr Flugzeug wurde in der Luft aufgetankt.

In Italien wird der Bezug von verbilligten Benzingutscheinen für Touristen eingeführt. Bei einem Aufenthalt von 16 bis 90 Tagen beträgt die Benzinpreisermäßigung 80%.

Vor dem Unterhaus in London erklärt der britische Außenminister Anthony Eden das Scheitern seiner Vermittlungsbemühungen im italienisch-abessinischen Konflikt.

2.7.1935, Dienstag

Der schweizerische Bundesrat verbietet in Bern die in der Schweiz erscheinenden deutschen Zeitungen “Der Stürmer”, “Der Alemanne” und “Der Reichsdeutsche”. Damit reagiert die Schweiz auf ein voraufgegangenes umgekehrtes Verbot der “Baseler Nachrichten” im Deutschen Reich.

Das “Frankfurter Volksblatt” veröffentlicht ein Urteil des Amtsgerichts Wetzlar, demzufolge einem Standesbeamten, der einer Jüdin und einem Arier das Aufgebot für die geplante Hochzeit verweigert hatte, Recht gegeben wurde.

3.7.1935, Mittwoch

In Berlin trifft der polnische Außenminister Józef Beck zu einem zweitägigen Besuch ein. Bei den Gesprächen mit Adolf Hitler geht es um Fragen der europäischen Sicherheit.

In der Freien Stadt Danzig werden 26 Beamte verhaftet, die als Mitglieder der NSDAP öffentlich Kritik an der Partei geäußert haben.

4.7.1935, Donnerstag

In einem Rundschreiben wendet sich das Kuratorium der “Adolf-Hitler-Spende” an deutsche Industriefirmen mit der Aufforderung, drei Promille der 1934 verausgabten Lohnsumme als Rüstungsabgabe zu spenden.

5.7.1935, Freitag

Per Gesetz wird das Strafgesetzbuch im Deutschen Reich geändert. Nach den neuen Bestimmungen kann auch ein Angeklagter, auf den kein Paragraph des Strafgesetzbuches anwendbar ist, verurteilt werden.

In Washington unterzeichnet US-Präsident Franklin D. Roosevelt das sog. Wagner-Connery Gesetz, das den amerikanischen Unternehmern verbietet, Arbeiter am Eintritt in eine Gewerkschaft zu hindern.

Die abessinische Regierung wendet sich mit der Bitte an die USA, im italienisch-abessinischen Konflikt zu vermitteln. Die Vereinigten Staaten lehnen eine Intervention unter Hinweis auf die Arbeit des Völkerbundes ab.

6.7.1935, Samstag

Alfred Rosenberg “Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP”, richtet auf dem Gautag Westfalen-Nord scharfe Angriffe gegen den Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen.

Das polnische Parlament verabschiedet in Warschau eine neue Wahlordnung, nach der der Staatspräsident nach Ablauf der Amtsperiode seinen Nachfolger selbst bestimmen kann.

Der Brite Fred Perry gewinnt das Wimbledon-Finale gegen Gottfried von Cramm 6:2, 6:4, 6:4. Cramm ist der erste Deutsche, der das Endspiel in diesem Tennisturnier erreicht hat.

7.7.1935, Sonntag

Vor 40 000 Zuschauern besiegt Max Schmeling im Berliner Poststadion in einem Schwergewichtskampf über 12 Runden den Spanier Paolino Uzcudun nach Punkten.

Bei den US-amerikanischen Schwimmmeisterschaften in Detroit stellt Ralph Kreser mit 1:07 8 min einen Weltrekord über 100 m Rücken auf.

8.7.1935, Montag

Durch einen Erlass des Reichserziehungsministeriums werden alle Studenten vor dem Eintritt in deutsche Universitäten zum Nachweis ihrer “arischen Abstammung” verpflichtet. Damit wird erstmals die Arierklausel aus dem Parteiprogramm der NSDAP auf eine staatlich geleitete Organisation übertragen.

In Berlin wird der Bau von mehreren Kriegsschiffen amtlich bekanntgegeben. Für 1936 sehen die Pläne den Bau eines Flugzeugträgers vor.

Der US-Bundesstaat New York wird durch eine Hochwasserkatastrophe infolge starker Regenfälle heimgesucht. Nach amtlichen Angaben kommen dabei über 60 Menschen ums Leben.

9.7.1935, Dienstag

In Berlin gibt das Reichsinnenministerium einen Erlass gegen die “Sterilisationshetze” heraus. Danach wird jede Kritik an dem Gesetz zur “Verhütung erbkranken Nachwuchses” unter Strafe gestellt.

Heinz Rühmann spielt die Hauptrolle in dem deutschen Film “Wer wagt – gewinnt” (Regie Walter Janssen), der in Berlin uraufgeführt wird.

In Moskau beschließt das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei einen Zehnjahresplan zum Ausbau der sowjetischen Hauptstadt. Der Plan sieht die Vergrößerung des Stadtgebietes um 32 000 ha auf 60 000 ha vor. Grund ist die rapide Bevölkerungszunahme Moskaus.

10.7.1935, Mittwoch

Der österreichische Nationalrat verabschiedet das sog. Habsburgergesetz. Damit wird u.a. Mitgliedern der ehemaligen Königsfamilie, die 1919 aus Österreich ausgewiesen wurden, die Möglichkeit zur Rückkehr zugebilligt.

Die Regierung in Addis Abeba fordert in diplomatischen Noten an die Regierungen von Großbritannien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Schweden und die Tschechoslowakei die Aufhebung des Waffenembargos gegen Abessinien. Das Land sei aufgrund der Bedrohung durch Italien zur Einfuhr von Waffen gezwungen.

Der Exekutivausschuss der britischen Quäker fordert Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in London brieflich auf, “die Konzentrationslager aufzulösen und die getroffenen außerordentlichen Gewaltmaßnahmen aufzugeben”.

Staatspräsident Ignacy Móscicki löst in Polen beide Häuser des Parlaments auf. Dieser Schritt war durch die Annahme eines neuen Wahlgesetzes notwendig geworden.

11.7.1935, Donnerstag

Rumänien und die Türkei schließen ein Rückwanderungsabkommen, das ca. 10 000 in Rumänien lebenden Moslems innerhalb der nächsten zehn Jahre die Rückkehr in die Türkei ermöglicht. In Rumänien leben 234 000 Türken oder 1,3% der Gesamtbevölkerung von knapp 18 Mio. (1934).

12.7.1935, Freitag

Die Sowjetunion und Belgien vereinbaren in Paris die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen, die 1917 nach der Oktoberrevolution abgebrochen worden waren.

Bei Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der protestantischen Orangepartei und irischen Nationalisten anlässlich eines Straßenumzugs kommen in Belfast sieben Menschen ums Leben.

Jugoslawiens Regierung schließt ein Konkordat mit dem Vatikan. Danach erhält die katholische Kirche des Landes den gleichen Status wie die orthodoxe serbische Kirche und der Islam.

13.7.1935, Samstag

Richard Strauss tritt als Präsident der Reichsmusikkammer und als Vorsitzender des Berufsstandes der Deutschen Komponisten zurück. Hintergrund des Rücktritts ist die Affäre um Strauss’ Oper “Die schweigsame Frau”, für die der jüdische Dichter Stefan Zweig das Libretto geschrieben hat.

In Karlsruhe werden fünf Mitglieder des Studentenkorps “Saxo Borussia”, die während einer Rundfunkrede Hitlers “auf einer Sektflasche blasend” ein Lokal betreten hatten, in ein Konzentrationslager überführt.

Im Deutschen Reich wird für landwirtschaftliche Betriebe mit einem Umsatz von mehr als 200 000 RM im Jahr oder einem Vermögen von 100 000 RM eine Buchführungspflicht eingeführt.

Das badische Innenministerium löst in 45 Gemeinden den “Nationalsozialistischen Frontkämpferbund” (vor 1934: “Stahlhelm”) auf. Die Maßnahme gegen die Organisation, in der ehemalige Soldaten des Ersten Weltkrieges organisiert sind, wird mit der vermehrten Aufnahme von Personen begründet, die “früher offen Gegner der nationalsozialistischen Bewegung” gewesen seien.

14.7.1935, Sonntag

Eine gemeinsame Massendemonstration von Kommunisten, Liberalen und Sozialisten in Paris anlässlich des französischen Nationalfeiertags ist der Auftakt zur Bildung einer antifaschistischen Volksfront in Frankreich.

Die USA und die Sowjetunion schließen ein gegenseitiges Handelsabkommen ab. Darin verpflichtet sich die UdSSR, in den nächsten zwölf Monaten Waren im Wert von 30 Mio. US-Dollar (74,1 Mio. RM) von den Vereinigten Staaten zu kaufen.

In Berlin wird eine Abordnung ehemaliger britischer Frontkämpfer, die sich zu einem fünftägigen offiziellen Besuch im Deutschen Reich aufhalten, begeistert empfangen.

Beim großen Automobilpreis von Belgien in Spa-Francorchamps feiern die beiden Mercedes-Fahrer Rudolf Caracciola (Erster) und Manfred von Brauchitsch einen deutschen Doppelsieg.

15.7.1935, Montag

Im Anschluss an die Vorführung des schwedischen Spielfilms “Petterson und Bendel” kommt es auf dem Berliner Kurfürstendamm zu pogromartigen Ausschreitungen verkleideter SA-Angehöriger gegen Juden.

Auf der Zeche “Adolf von Hansemann” in Lengede fordert ein Grubenunglück 10 Tote und über 30 Verletzte.

16.7.1935, Dienstag

Der preußische Ministerpräsident und Chef der Geheimen Staatspolizei, Hermann Göring, weist die preußischen Behörden an, strenger gegen oppositionelle Priester und ehemalige Zentrumspolitiker vorzugehen.

Der Vatikan protestiert in einer Note gegen die “Verletzung des Konkordats” im Deutschen Reich. Der Protest richtet sich gegen den zunehmenden Druck, den staatliche Stellen auf praktizierende Katholiken ausüben.

Der Berliner Polizeipräsident Magnus von Levetzkow ordnet in der Reichshauptstadt ein Demonstrationsverbot für die SA an. Damit reagieren die Behörden auf die Beteiligung der SA an den gewalttätigen Ausschreitungen gegen Juden auf dem Berliner Kurfürstendamm einen Tag zuvor.

Hitler ernennt den Vizepräsidenten des Reichstages Hanns Kerrl, zum Reichsminister für Kirchenfragen.

17.7.1935, Mittwoch

Frankreichs Ministerpräsident Pierre Laval legt in Paris ein Notprogramm vor, durch das 11 Mrd. Franc (1,8 Mrd. RM) im Staatshaushalt eingespart werden sollen.

In Stralsund werden zwei Juden in “Schutzhaft” genommen, die wenige Tage zuvor “arische” Mädchen geheiratet haben.

Die britischen Auto-Rennfahrer John Cobb, Rose Richards und Charles Dodson stellen in Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah) einen Weltrekord im 24-Stunden-Fahren auf. Sie überbieten mit 5201,575 km die alte Bestmarke um fast 300 km.

18.7.1935, Donnerstag

Die Rücktritte der griechischen Kriegs- und Landwirtschaftminister Georg Kondylis und Spyrios Theotokis führen zu einer Regierungskrise, in deren Folge das gesamte Kabinett von Ministerpräsident Panajotis Tsaldáris zurücktritt. Hintergrund der Krise sind unterschiedliche Auffassungen im Kabinett über eine Staatsreform.

Die deutsche NS-Presse weist auf das zehnjährige Jubiläum des Buches “Mein Kampf” von Adolf Hitler hin.

Auf Veranlassung der städtischen Behörden wird in Breslau für die Benutzung von Badeanstalten eine Sonderregelung erlassen: Vier der zwölf Bäder sind Juden verboten, in den restlichen werden gesonderte Eingänge und Badeplätze geschaffen.

In der Ufa-Filmkomödie “Amphitryon” von Reinhold Schünzel, der in Berlin uraufgeführt wird, sind Willy Fritsch, Käthe Gold und Paul Kemp in den Hauptrollen zu sehen.

19.7.1935, Freitag

Auf Anweisung von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird der Polizeipräsident von Berlin, Magnus von Levetzkow, der im Zusammenhang mit den antisemitischen Ausschreitungen in Berlin heftig angegriffen worden ist, durch Wolf Heinrich Graf von Helldorf ersetzt.

In Fort Lauderdale (US-Bundesstaat Florida) lynchen über 100 Angehörige des rassistischen Ku-Klux-Klan einen Schwarzen, der eine Weiße angegriffen haben soll.

Das thüringische Innenministerium veranlasst die Auflösung des nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (“Stahlhelm”) in den Regierungsbezirken Breslau, Liegnitz und Oppeln.

Mit der “Integralistischen Aktion Brasiliens” (AJB) bildet sich in dem südamerikanischen Land die erste nationale Partei. Das Programm dieser rechtsradikalen Organisation sieht u.a. die Schaffung eines brasilianischen Einheitsstaates vor.

Bei einer Großdemonstration gegen die am 17. Juli erlassenen Notverordnungen werden in Paris über tausend Teilnehmer verhaftet.

20.7.1935, Samstag

Im Einvernehmen mit der Reichskulturkammer löst die Gestapo in Berlin die drei Artistenverbände “Die Internationale Artistenloge”, “Der Internationale Zirkusdirektorenverband” und den “Berufsverband deutscher Artistik” wegen der “in ihnen tätigen staatsfeindlichen Elemente” auf.

21.7.1935, Sonntag

Die US-amerikanische Schwimmerin Laura Kight stellt in Manhattan Beach mit 11:34,4 min einen Weltrekord über 800 m Freistil auf.

Beim Großen Preis von Belgien für Motorräder in Spa-Francorchamps siegt der deutsche Fahrer Arthur Geiß auf DKW in der Klasse bis 250 ccm.

22.7.1935, Montag

Auf Veranlassung von Reichsinnenminister Wilhelm Frick werden den katholischen Jugendverbänden alle sportlichen Aktivitäten, öffentliches Auftreten sowie das Tragen uniformähnlicher Kleidung verboten. Durch ihre Aktivitäten im Freizeitbereich waren die konfessionellen Verbände in Konkurrenz zur Hitlerjugend getreten.

Im Deutschen Reich wird kurzzeitig eine Nummer des nationalsozialistischen Hetzblattes “Der Stürmer” beschlagnahmt. In einem Artikel war der Leiter der Reichskanzlei, Hans Heinrich Lammers, im Zusammenhang mit Angriffen auf Studentenkorps kritisiert worden.

In Gelsenkirchen wird das Hydrierwerk Scholven AG gegründet. Hier soll in Zukunft Kohle zu Benzin verflüssigt werden.

23.7.1935, Dienstag

Der Leiter des NSDAP-Gaus Franken, Julius Streicher, nennt während einer Rede in der Reichsführerschule in Nürnberg als Gründe für die fortschreitende Ausgrenzung von Juden aus dem öffentlichen Leben: “All das wird bei uns im Interesse der Juden gemacht, weil wir eben anständige Menschen sind.”

24.7.1935, Mittwoch

Zwischen den USA und dem Deutschen Reich führt die Weigerung des New Yorker Bürgermeisters Fiorello Henry La Guardia, einem Deutschen die Lizenz für einen Massagesalon zu erteilen, zu erheblichen diplomatischen Spannungen. La Guardia hat die Ablehnung mit der Behandlung US-amerikanischer Juden im Deutschen Reich begründet.

Im Tennis-Davispokal besiegt die USA die deutsche Mannschaft um Gottfried von Cramm in Wimbledon 4:1.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ernennt Hans Hinkel zum Leiter der Abteilung “Kulturpersonalien”, die für die Überwachung aller “Kulturschaffenden” zuständig ist. Hinkel war bislang im Propagandaministerium als Sonderbeauftragter für die Überwachung der “geistig und kulturell tätigen Nichtarier” eingesetzt.

25.7.1935, Donnerstag

In zahlreichen Veranstaltungen gedenkt Österreich des am 25. Juli 1934 ermordeten Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß.

Der siebte Kongress der Kommunistischen Internationale (Komintern) beginnt in Moskau. 510 Delegierte aus aller Welt beraten bis zum 20. August über eine Volksfrontpolitik angesichts der sich verstärkenden faschistischen Bedrohung in Europa.

Der niederländische Ministerpräsident Hendrikus Colijn reicht in Den Haag seinen Rücktritt ein, nachdem Bemühungen der Regierung, die Abwertung des Gulden zu stoppen, gescheitert sind.

Die britische Regierung beschließt in London, “bis auf weiteres” weder Italien noch Abessinien mit Waffen zu beliefern.

Nach starken Regenfällen wird die chinesische Provinz Hupeh zu 70% (175 000 km²) überschwemmt. Nach amtlichen chinesischen Angaben kommen bei der schwersten Hochwasserkatastrophe seit 1931 über 200 000 Menschen ums Leben.

In Berlin wird der Operetten-Film “Eva” mit Magda Schneider, Hans Söhnker und Hans Moser in den Hauptrollen uraufgeführt. Regie führt Johannes Riemann.

26.7.1935, Freitag

Bei der Abfahrt des deutschen Schiffes “Bremen” kommt es in New York zu antideutschen Demonstrationen. Im Verlauf dieser Aktionen, an denen mehrere tausend Menschen teilnehmen, wird die Hakenkreuzfahne auf der “Bremen” heruntergerissen.

Aufgrund des neuen Fremdengesetzes muss in der Tschechoslowakei jeder Ausländer zur Bewilligung einer Aufenthaltsgenehmigung eine Gebühr bezahlen. Die Höhe richtet sich nach den Vermögensverhältnissen, dem Aufenthaltszweck und der Aufenthaltsdauer.

27.7.1935, Samstag

Über 50 Arbeiter kommen durch die Explosion einer Munitionsfabrik in Taino (Italien) ums Leben.

Bei einer Demonstration im US-amerikanischen Detroit wenden sich mehr als tausend Hausfrauen gegen die 20%ige Erhöhung der Fleischpreise.

28.7.1935, Sonntag

Der Belgier Romain Maes gewinnt die Tour de France vor Ambrogio Morelli aus Italien und dem Belgier Felicien Verwaecke.

Der Italiener Tazio Nuvolari gewinnt auf dem Nürburgring den Großen Preis von Deutschland vor Hans Stuck und Rudolf Caracciola (beide Deutschland).

29.7.1935, Montag

Zur Bekämpfung der Unruhen in der italienischen Kolonie Eritrea, die sich auf Grund der zugespitzten Lage im Abessinienkonflikt in den letzten Tagen gehäuft haben, führt die Regierung das Standrecht ein.

Anlässlich der Beisetzung des in der Vorwoche verstorbenen Sozialdemokraten Otto Glöckel kommt es in Weidling bei Wien zu Auseinandersetzungen zwischen Trauergästen und der Polizei. Mehr als 70 der rund 8000 Teilnehmer werden verhaftet.

30.7.1935, Dienstag

Großbritannien gewinnt durch einen 5:0-Sieg gegen die USA zum achten Mal den Daviscup.

Die belgische Regierung erlässt ein Ausbürgerungsgesetz. Hintergrund dieser Maßnahme sind die vom Deutschen Reich unterstützten Aktionen von Nationalsozialisten im deutsch-belgischen Grenzgebiet Eupen-Malmedy.

31.7.1935, Mittwoch

Der Völkerbund tritt in Genf zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Die Abgeordneten verhandeln über Lösungsmöglichkeiten im italienisch-abessinischen Konflikt.

Bei einer Hitzewelle im US-amerikanischen Mittelwesten sterben über 150 Menschen.

Chroniknet