Was geschah im Juli 1941

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1.7.1941, Dienstag

Das Deutsche Reich, Italien, Spanien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Kroatien und die Slowakei anerkennen die chinesische Nationalregierung unter Präsident Wang Ching-wei und kündigen die baldige Aufnahme diplomatischer Beziehungen an.

Der Marineminister der Vereinigten Staaten, Frank Knox, sagt bei einer Gouverneurskonferenz in Boston, dass es an der Zeit sei, eine Säuberung des Atlantiks von deutschen Schiffen vorzunehmen; Isolationisten werten diese Stellungnahme als eindeutigen Beweis für die Bereitschaft zum Kriegseintritt der Regierung von Präsident Franklin D. Roosevelt.

Mit Beginn des Sommersemesters melden die Universitäten im Deutschen Reich, dass der Anteil von Frauen an der Zahl der Studenten zunimmt; an der philosophischen Fakultät der Universität Göttingen z. B. sind viermal soviel Studentinnen eingeschrieben wie Studenten.

Die Angestelltengehälter im Deutschen Reich sind in den letzten zehn Jahren um rund 12% gesunken, verdiente ein Einzelhandelskaufmann 1931 noch 250 RM im Monat, so verdient er im Jahr 1941 nur 218 RM.

In Mittelfinnland beginnen finnische und deutsche Truppen mit einer großangelegten Offensive gegen sowjetische Stellungen.

2.7.1941, Mittwoch

Der japanische Kronrat beschließt, den Vormarsch in Indochina fortzusetzen und nicht in den Krieg gegen die Sowjetunion einzugreifen.

Die deutschen Einsatzgruppen, deren Aufgabe die Ermordung von Juden und politisch Andersdenkenden in den eroberten Teilen der UdSSR ist, ermorden bei einem Massaker im Lemberg (Lwow) rund 7000 Menschen.

Das Reichspropagandaministerium untersagt ab sofort die Besprechung sowjetischer Kunstwerke in der deutschen Presse.

In München wird ein 39-Jähriger Mann von einem Sondergericht zum Tode verurteilt, da er unter Ausnutzung der allabendlichen Verdunkelung Kofferdiebstähle im Münchner Hauptbahnhof verübt hatte.

3.7.1941, Donnerstag

Der sowjetische Parteichef Josef W. Stalin ruft in seiner Rundfunkrede nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion die Bevölkerung zum Partisanenkrieg auf.

4.7.1941, Freitag

Die Kommunistische Partei Jugoslawiens unter ihrem Generalsekretär Josip Broz Tito beschließt, mit einem bewaffneten Aufstand die faschistische Besetzung des Landes rückgängig zu machen.

5.7.1941, Samstag

Truppeneinheiten der Heeresgruppe Süd setzen zum Angriff auf die Verteidigungsanlagen der sog. Stalin-Linie an, die sich vom Ost-Ufer des Flusses Dnjestr bis nach Opotschka erstreckt.

Nach Grenzstreitigkeiten kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den südamerikanischen Staaten Ecuador und Peru, die erst nach argentinisch-brasilianisch-US-amerikanischen Vermittlungen beigelegt werden.

6.7.1941, Sonntag

Deutsche Luftwaffeneinheiten greifen die Mittelmeerinsel Malta an, die ein wichtiger Versorgungs- und Nachschubstützpunkt für die britischen Truppen in Nordafrika ist; zugleich dient Malta der britischen Armee als Basis für Angriffe auf deutsche und italienische Versorgungstransporte im Mittelmeer.

In Erfurt wird der Hamburger Fritz Müller Deutscher Meister im Fünf- und Zehnkampf der Leichtathleten; bei den Wettkämpfen um die Fünfkampf-Meisterschaften der Frauen siegt die Dresdnerin Luise Krüger.

Der Franzose Alfred Nakache stellt in Marseille einen Weltrekord im 200 m Brustschwimmen mit 2:36,8 min auf.

7.7.1941, Montag

US-amerikanische Truppen treffen mit Einverständnis der isländischen Regierung auf Island ein, um die dort stationierten britischen Einheiten zu verstärken; US-Präsident Franklin D. Roosevelt bezeichnet die Truppenentsendung als Maßnahme zur Vorbeugung einer deutschen Besetzung Islands.

8.7.1941, Dienstag

Im Wirtschaftsgebiet Brandenburg werden Lohnhöchstgrenzen für Haushaltsgehilfinnen festgesetzt, da deren Löhne aufgrund des Mangels an Arbeitskräften enorm angestiegen sind.

Die deutsche Schauspielerin Agnes Straub stirbt im Alter von 51 Jahren in Berlin; seit 1936 leitete sie ein Berliner Theater.

Der französische Marschall Philippe Pétain, Präsident der Vichy-Regierung im unbesetzten Teil Frankreichs, eröffnet den Nationalratsausschuss zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verkündet in einer Lagebesprechung, dass Moskau und Leningrad dem Erdboden gleichgemacht werden müssen, um zu verhindern, “dass Menschen darin bleiben, die wir dann im Winter ernähren müssten”.

Die katholischen Kirchenbehörden wehren sich gegen einen Erlass des Reichsinnenministeriums, dass Geistliche in Krankenhäusern nur noch auf ausdrücklichen Wunsch der Kranken tätig werden dürfen.

9.7.1941, Mittwoch

328 000 sowjetische Soldaten geraten nach Abschluss der Doppelschlacht von Bialystok und Minsk in deutsche Kriegsgefangenschaft; ein Großteil der sowjetischen Westfront wird durch den Erfolg der Deutschen zerschlagen.

Die deutsche und die italienische Regierung erklären das staatsrechtliche Ende Jugoslawiens, das im April des Jahres besetzt wurde.

10.7.1941, Donnerstag

In Moskau wird der Stab der zentralen Partisanenbewegung gegründet, dem die Führung im Kampf sowjetischer Partisanen gegen die deutschen Truppen obliegt.

Die finnische Armee beginnt unter der Führung von Marschall Carl Gustaf Emil Freiherr von Mannerheim mit einer Offensive gegen die UdSSR nördlich des Ladogasees.

Der Komponist Werner Egk wird als Nachfolger des zurückgetretenen Paul Graener Leiter der Fachschaft Komponisten in der Reichsmusikkammer.

11.7.1941, Freitag

Der Reichskommissar in den besetzten Niederlanden, Arthur Seyß-Inquart, fordert die Bevölkerung zur Bildung einer Freiwilligen-Legion für den Krieg gegen die Sowjetunion auf.

In München wird die 1939 produzierte und erst nach scharfen Zensurmaßnahmen zugelassene Filmkomödie “Pedro soll hängen” von Regisseur Veit Harlan uraufgeführt; die Hauptrollen spielen Heinrich George, Gustav Knuth, Maria Landrock und Ursula Deinert.

12.7.1941, Samstag

In Centinje proklamiert die konstituierende Nationalversammlung den unabhängigen Staat Montenegro.

Bei den zweiten Großdeutschen Kriegsmeisterschaften im Schwimmen, Springen und Wasserball in Wien erringt der Berliner Werner Plath alle vier Kraul-Titel; die Turmspringerin Olga Eckstein aus Oer-Erkenschwick kann ihren Titel verteidigen.

In Bayreuth werden die zweiten Kriegsfestspiele eröffnet, die mit ihren Aufführungen von Werken des Komponisten Richard Wagner bis zum 3. August dauern.

Britische und sowjetische Regierungsvertreter unterzeichnen in Moskau ein Beistandsabkommen, das separate Friedens- und Waffenstillstandsverhandlungen eines Vertragspartners mit dem Deutschen Reich ausschließt.

13.7.1941, Sonntag

Einheiten der sowjetischen Roten Armee erobern bei einem Vorstoß gegen deutsche Wehrmachtseinheiten die Städte Rogatschow und Schlobin zurück.

14.7.1941, Montag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler befiehlt für die Rüstungsgüterherstellung eine Verlegung des Schwerpunktes auf den Bau von Unterseebooten und die Produktion von Flugzeugen. Er sieht den Krieg gegen die Sowjetunion bereits als gewonnen an.

In Berlin unterbreitet Adolf Hitler der japanischen Regierung, vertreten durch ihren Botschafter Hiroshi Oshima, ein Bündnisangebot zur “Vernichtung” der UdSSR und der USA.

Mitglieder der französischen und der britischen Armeeführung im Nahen Osten unterzeichnen ein Waffenstillstandsabkommen, das u.a. die Besetzung Syriens durch britische Truppen regelt.

15.7.1941, Dienstag

Oberstleutnant Werner Mölders wird anlässlich seines 101. Luftsieges als erster Wehrmachtsoffizier mit dem neu gestifteten Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet; Mölders wird von der nationalsozialistischen Propaganda als Inbegriff soldatischer Tugenden dargestellt.

In Berlin stirbt der 1854 in Posen geborene Schriftsteller Max Kretzer; er schrieb soziale Romane wie “Meister Timpe” (1888) und “Die beiden Genossen” (1880).

16.7.1941, Mittwoch

Bei Saarburg treffen die ersten Freiwilligeneinheiten der spanischen Blauen Division auf dem Gebiet des Deutschen Reiches ein; ihre Mitglieder haben sich zum Einsatz im Krieg gegen die UdSSR gemeldet, obwohl Spanien nicht zu den kriegführenden Staaten zählt.

Das japanische Kabinett unter Fumimaro Fürst Konoe tritt wegen interner Differenzen über den politischen Kurs Japans zurück; Konoe stellt am 19. Juli in Tokio seine neue Regierungsmannschaft vor, in der der bisherige Außenminister Josuke Matsuoka fehlt.

Deutsche Wehrmachtseinheiten können die sowjetische Stadt Smolensk erobern.

Adolf Hitler legt bei einer Besprechung mit nationalsozialistischen Spitzenfunktionären die “deutschen Ziele im Osten” fest; vorgesehen ist eine Aufteilung der UdSSR in vier Reichskommissariate und die Eingliederung einiger Gebiete wie der Halbinsel Krim ins “Großdeutsche Reich”.

Bei einem Gefecht im sowjetischen Liosno gerät der Sohn des sowjetischen Parteichefs Josef W. Stalin, Jakow J. Dschugaschwili, in deutsche Kriegsgefangenschaft.

17.7.1941, Donnerstag

Alfred Rosenberg, einer der wichtigsten Partei-Ideologen der NSDAP, wird von Adolf Hitler zum Reichsminister für die besetzten Ostgebiete ernannt.

Die deutsche Luftwaffe fliegt einen Angriff auf die britische Stadt Hull, bei dem 113 Zivilisten getötet werden.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt kündigt die Veröffentlichung einer Liste mit den Namen südamerikanischer Firmen an, die Geschäftsbeziehungen zu den sog. Achsenmächten unterhalten; gleichzeitig werden die Guthaben dieser Unternehmen in den Vereinigten Staaten gesperrt.

Um das ungestörte Anhören von Wehrmachtsberichten, die im reichsdeutschen Rundfunk ausgestrahlt werden, in Gaststätten zu ermöglichen, verfügt die Leitung der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, dass während der Sendungen keine Gäste bedient werden dürfen.

18.7.1941, Freitag

Der sowjetische Parteichef Josef W. Stalin fordert den britischen Premierminister Winston Churchill in einem Telegramm zur Bildung einer zweiten Front in Europa auf, um die stark unter Druck stehenden Truppen und Verteidigungslinien der UdSSR zu entlasten.

Britische Zeitungen berichten über deutsche Tarnungsaktionen; so wurden z. B. in Hamburg das 600 m lange Becken der Binnenalster, ein Teil der Außenalster und der Hauptbahnhof mit Attrappen aus Holz, Pappe und Tuch in Wohnblocks verwandelt, um drohende Luftangriffe von diesen Zielen abzuwenden.

Verwaltungsstellen im Deutschen Reich beklagen die nicht zu bewältigende Flut von Verordnungen.

19.7.1941, Samstag

In Brüssel wird ein flämisches Freiwilligenkorps für den Krieg gegen die Sowjetunion aufgestellt.

Im Berliner Olympiastadion werden die zweiten Deutschen Kriegsmeisterschaften der Leichtathleten eröffnet; zu den zweitägigen Wettkämpfen kommen insgesamt 67 000 Zuschauer.

Die bolivianische Regierung schließt die deutsche Botschaft und verlangt die Ausreise des deutschen Geschäftsträgers. Die nationalsozialistische Führung macht für diesen Akt den US-amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt und seine Politik gegenüber Südamerika verantwortlich.

Adolf Hitler ordnet in seiner Weisung Nr. 33 den weiteren Vormarsch der Infanterie auf Moskau an.

20.7.1941, Sonntag

Britische Luftwaffeneinheiten greifen Köln und Neapel an. Immer häufiger werden auch italienische Städte Ziel britischer Luftangriffe.

Deutsche Zeitungen berichten über eine neue Propaganda-Aktion des NS-Regimes.

Die Hitlerjugend (HJ) veranstaltet in Bayern insgesamt 16 Ferienlager für ihre Mitglieder; gleichzeitig finden noch mehrere Schulungs- und Ausbildungslager für den sog. Führer- und Führerinnen-Nachwuchs statt.

21.7.1941, Montag

195 deutsche Bomber fliegen den ersten Luftangriff auf die sowjetische Hauptstadt Moskau.

Japanische Armee-Einheiten beginnen mit dem Einmarsch in Indochina, am 29. Juli kommt es zu einem Abkommen mit der französischen Vichy-Regierung über die Einräumung von Militärstützpunkten für Japan.

22.7.1941, Dienstag

Der britische Schatzkanzler Sir Kingsley Wood gibt im britischen Unterhaus bekannt, dass Großbritannien von den USA eine Anleihe in Höhe von 425 Millionen US-Dollar erhalten habe. Damit sollen Materiallieferungen bezahlt werden, die Großbritannien vor der Verabschiedung des Pacht- und Leihgesetzes am 11. März 1941 erhalten hatte.

Der Operettenfilm “Frau Luna” mit der Musik von Paul Lincke wird uraufgeführt; unter der Regie von Theo Lingen spielen u.a. Lizzi Waldmüller, Fita Benkhoff und Irene von Meyendorff die Hauptrollen.

Nach fast zweiwöchigen ununterbrochenen schweren Regenfällen sind in Tokio über 12 000 Häuser überschwemmt.

23.7.1941, Mittwoch

Auf dem Wiener Südbahnhof treffen die letzten Deutschen ein, die nach dem deutschen Angriff auf die UdSSR aus Moskau abgereist sind.

24.7.1941, Donnerstag

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, unterbreitet der japanischen Regierung den Vorschlag, Indochina zu neutralisieren, falls Japan seine Truppen aus dem ostasiatischen Land zurückzieht.

In Honolulu auf Hawaii stellt der US-amerikanische Schwimmer William Smith einen Weltrekord über 800 m Freistil mit 9:50,9 min auf.

Britische Bomber greifen beim bisher größten Tagesangriff die deutschen Schlachtschiffe “Gneisenau” und “Scharnhorst” in La Pallice an. Die “Scharnhorst” erhält dabei fünf Bombentreffer.

25.7.1941, Freitag

Der Oberbefehlshaber der Marine, Generaladmiral Erich Raeder, weist Adolf Hitler in einem Gespräch vergeblich auf die Bedeutung einer Stärkung der deutschen Kriegsmarine für die weitere Kriegführung hin.

26.7.1941, Samstag

Die Regierungen der USA und Großbritanniens verkünden das Einfrieren aller japanischen Guthaben in ihren Ländern wegen der-aggressiven Politik Japans im Pazifik; der Handel mit Japan, das besonders auf Treibstofflieferungen angewiesen ist, kommt dadurch fast zum Erliegen.

Die 2. deutsche Armee kann bei Mogiljow die 13. Sowjet-Armee vernichtend schlagen, über 23 000 sowjetische Soldaten geraten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet im Münchner Haus der Deutschen Kunst die “5. Große Deutsche Kunstausstellung”, auf der 1347 Werke von 647 nationalsozialistischen Künstlern gezeigt werden.

27.7.1941, Sonntag

Britische Seestreitkräfte verstärken mit Hilfe von Geleitzügen die Mittelmeerinsel Malta so, dass die von dort aus operierenden Flugzeuge und U-Boote vor deutschen Angriffen geschützt sind und ihrerseits deutsche Nachschubkonvois für das Afrika-Korps im Mittelmeerraum angreifen können.

Der portugiesische Staatspräsident António Oscar de Fragoso Carmona bricht von Lissabon aus zu einer 14-tägigen Reise auf die Azoren auf, deren Zugehörigkeit zu Portugal er besonders unterstreicht, nachdem es Gerüchte über eine geplante Besetzung der Atlantikinseln durch US-amerikanische Streitkräfte gegeben hat.

28.7.1941, Montag

Im Deutschen Reich wird die bis zum 23. August dauernde Reichsspinnstoffsammlung eröffnet, bei der Textilien gesammelt werden, um sie als Reißwolle oder Reißbaumwolle wiederzuverwenden.

Finnland bricht die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien ab. Als Gründe für den Bruch gibt die finnische Regierung den britisch-sowjetischen Beistandspakt vom 12. Juli 1941 und die Blockade des finnischen Handels durch die Briten an.

Im Konzentrationslager Auschwitz werden 575 Häftlinge ausgewählt, die in der sächsischen Euthanasie-Anstalt Sonnenstein vergast werden.

Der Münsteraner Bischof Clemens Graf von Galen erhebt beim örtlichen Polizeipräsidenten Anklage wegen Mordes an den “unproduktiven Volksgenossen” in den Heilanstalten des Deutschen Reiches.

29.7.1941, Dienstag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichnet ein Gesetz, das eine Aufhebung der im Juni 1932 vorgenommenen Rentenkürzungen vorsieht; Invaliden- und Altersrenten werden um sechs Reichsmark, Witwen- und Waisenrenten um vier Reichsmark monatlich erhöht.

Japan und die Regierung des unbesetzten Frankreichs unterzeichnen in Vichy eine Vereinbarung zur gemeinsamen Verteidigung Indochinas. Der politisch schwachen Vichy-Regierung blieb nichts anderes übrig, als Japans Bedingungen zuzustimmen.

Der Bundesrat der Schweiz führt eine zweiprozentige Warenumsatzsteuer auf alle Produkte ein, die an Endverbraucher verkauft werden; mit den Steuererlösen sollen Kreditrückzahlungen finanziert werden, die bis Ende 1940 zur Verstärkung der Landesverteidigung aufgenommen wurden.

Der Schweizerische Bundesrat erlässt Strafbestimmungen gegen die Störung der Beziehungen zum Ausland; Beleidigungen anderer Staaten werden ab sofort mit Gefängnis oder Geldbußen bestraft.

30.7.1941, Mittwoch

Der sowjetische Parteichef Josef W. Stalin empfängt den Sonderbeauftragten von US-Präsident Franklin D. Roosevelt, Harry Lloyd Hopkins, in Moskau zu Verhandlungen über US-amerikanische Lieferungen von Kriegsmaterial.

Die polnische Exilregierung in London und die Regierung der UdSSR schließen ein Abkommen, in dem die Wiederaufnahme der diplomatischen-Beziehungen vereinbart wird.

Auf der sog. Ordensburg Sonthofen im Allgäu geht eine Leistungswoche der Adolf-Hitler-Schulen zu Ende. Auf diesen von der Parteiführung der NSDAP eingerichteten Schulen wird der sog. Führernachwuchs ausgebildet.

31.7.1941, Donnerstag

SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich wird von Reichsmarschall Hermann Göring beauftragt, “alle erforderlichen Vorbereitungen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflussgebiet” zu treffen; damit wird die Vernichtung der Juden in West- und Mitteleuropa eingeleitet.

Bei einer großangelegten Mordaktion der Einsatzgruppe D des Sicherheitsdienstes der SS in der Sowjetunion werden in der Stadt Kischinjow innerhalb von 14 Tagen über 12 000 Juden ermordet.

Zahlreiche Fremdenverkehrsregionen des Deutschen Reiches melden erhebliche Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Die hohe Zahl der dort untergebrachten Deutschen aus Gebieten, die durch Luftangriffe gefährdet sind, verursacht die Engpässe.

Chroniknet