Was geschah im Juli 1945

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Wetterstationen Juli 1945

1.7.1945, Sonntag

In der britischen Besatzungszone Deutschlands wird der Brief- und Postkartenverkehr in beschränktem Umfang wieder aufgenommen.

Die US-amerikanischen Besatzungsbehörden heben die teilweise Sperrung aller deutschen Bankguthaben in ihrer Zone auf.

US-Präsident Harry Spencer Truman ernennt James Francis Byrnes zum Nachfolger des zurückgetretenen Außenministers Edward Reilly Stettinius.

In der Schweiz erscheint mit dem Buch “Die deutsche Frage” von Wilhelm Röpke die erste Veröffentlichung zu diesem Thema seit Kriegsende.

Die französische Besatzungsmacht in Deutschland gründet unter dem Namen “Rhenia” in Baden-Baden eine Nachrichtenagentur.

In der österreichischen Hauptstadt Wien finden erstmals seit 1938 wieder nationale Leichtathletik-Wettkämpfe statt.

Sowjetisches Militär marschiert nach dem Abzug britischer und US-amerikanischer Truppen in die mitteldeutschen Städte Erfurt, Leipzig, Plauen, Schwerin, Halle und Weimar ein.

2.7.1945, Montag

Der Berliner Flughafen Tempelhof wird von der Roten Armee US-amerikanischen Truppen übergeben.

In Anbetracht der US-amerikanischen Luftoffensive gegen Japan fordert der japanische Rundfunk die Einwohner Tokios zum Verlassen der Stadt auf. Von rund sechs Millionen Menschen sollen nur 200 000 in der Hauptstadt verbleiben.

Bei einem US-amerikanischen Angriff auf japanische Schiffe an der Ostküste von Karafuto (Kurilen) werden erstmals Raketen von U-Booten aus abgeschossen.

Das Orchester des Weimarer Nationaltheaters gibt sein erstes Konzert seit Kriegsende.

3.7.1945, Dienstag

Die US-amerikanischen Militärbehörden gestatten in Bayern allen Städten mit mehr als 5000 Einwohnern die Aufstellung einer kommunalen Polizei.

In den neugebildeten Landes- bzw. Provinzialverwaltungen der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands werden bis zum 16. Juli auf Anordnung der Besatzungsmacht die Präsidenten eingesetzt.

Einheiten der US-amerikanischen und britischen Armee beginnen mit der Besetzung der ihnen zugewiesenen Sektoren von Berlin.

4.7.1945, Mittwoch

Der Abzug britischer und US-amerikanischer Truppen aus Mitteldeutschland ist abgeschlossen; gleichzeitig haben Truppen der USA und Großbritanniens ihre Sektoren in Berlin bezogen.

Seit dem 2. Mai 1945 sind auf Veranlassung der sowjetischen Besatzungsmacht in den späteren Westsektoren Berlins rund 85% der Industrieanlagen demontiert worden.

Die provisorische Regierung Österreichs unter Karl Renner wird von den Besatzungsmächten anerkannt; gleichzeitig verfügen sie die Wiederherstellung des Landes als Republik in den Grenzen von 1937 und seine Aufteilung in vier Besatzungszonen.

Im Berliner Haus des Rundfunks konstituiert sich der “Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands”, der zuvor von der sowjetischen Besatzungsmacht genehmigt wurde.

Im Rahmen ihres Programms zur Umerziehung (Re-education) richtet die US-amerikanische Besatzungsmacht in Bad Homburg v.d.H. eine Bibliothek ein, in der mehrere tausend Bücher sowie Zeitschriften vornehmlich aus den Vereinigten Staaten zur Benutzung durch die deutsche Bevölkerung ausliegen.

5.7.1945, Donnerstag

In Berlin konstituiert sich als vierte politische Partei in der sowjetischen Besatzungszone die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD). Den Parteivorsitz übernimmt Waldemar Koch.

In Großbritannien werden Wahlen zum Unterhaus abgehalten. Die Auszählung der Stimmen kann erst Ende Juli abgeschlossen werden, weil der Eingang der Stimmzettel britischer Staatsbürger aus den Kolonien und dem Ausland abgewartet werden muss.

Die US-amerikanischen Truppen schließen ihre Operationen zur Besetzung der Philippinen ab. Der japanische Widerstand auf den Inseln konnte bis auf wenige Guerilla-Aktionen vollständig gebrochen werden.

6.7.1945, Freitag

Der US-amerikanische Finanzminister Henry Morgenthau jr. tritt von seinem Amt zurück.

7.7.1945, Samstag

In Berlin vereinbaren die Generäle Lucius DuBignon Clay (USA) und Ronald M. Weeks (Großbritannien) mit Marschall Georgi K. Schukow (UdSSR) die Einrichtung einer interalliierten Militärkommandantur für Groß-Berlin.

In Berlin erscheint die erste Ausgabe des sozialdemokratischen Parteiorgans “Das Volk”.

Gemäß einer Direktive der US-amerikanischen Militärverwaltung in Deutschland müssen alle vor dem 1. Mai 1937 in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) eingetretenen Personen aus ihren Berufen entlassen werden.

Die US-amerikanischen Militärbehörden übergeben Frankreich die Verwaltung des Saargebiets.

Die Provinzen West- und Ostpreußen werden vom polnischen Ministerrat “provisorisch” der Woiwodschaft (Regierungsbezirk) Danzig bzw. Bialystok angegliedert.

8.7.1945, Sonntag

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) richtet in der sowjetischen Besatzungszone fünf Länder ein: Mecklenburg, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

9.7.1945, Montag

In einem Abkommen der vier Besatzungsmächte Österreichs werden in London die Besatzungszonen des Landes festgelegt.

10.7.1945, Dienstag

Die Pfalz wird von den US-amerikanischen Besatzungstruppen französischer Besatzungsverwaltung übergeben.

Auf Veranlassung der US-amerikanischen Militärregierung in Bayern werden in München rund vier Millionen Schulbücher neu gedruckt. Schulbücher aus der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland dürfen nicht mehr benutzt werden.

US-amerikanische und britische Bomberverbände unternehmen eine Luftoffensive gegen Ziele auf dem japanischen Mutterland.

Polens Ministerpräsident Edward Osóbka-Morawski erklärt in Warschau, dass alle Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße ausgewiesen würden.

11.7.1945, Mittwoch

Die Sektorenkommandanten der Vereinigten Staaten, der UdSSR und Großbritanniens kommen in der interalliierten Militärkommandantur in Berlin zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

12.7.1945, Donnerstag

Als erstes deutsches Gericht nach dem Ende des NS-Regimes setzt die US-amerikanische Militärregierung in München ein Amtsgericht mit zehn Richtern ein.

An die fünf Landes- bzw. Provinzialregierungen der britischen Besatzungszone Deutschlands ergeht die Aufforderung der Militärregierung, deutsche Sachverständige für Ernährung und für ein zu gründendes Zentralinstitut für Ernährungswirtschaft in der britischen Zone zu benennen.

Die süddeutschen Länder Württemberg und Baden werden zwischen der französischen und der US-amerikanischen Besatzungszone aufgeteilt; Nordwürttemberg und Nordbaden fallen an die US-amerikanische, die südlichen Landesteile an die französische Zone.

13.7.1945, Freitag

Das 1943 gegründete gemeinsame britisch-US-amerikanische Oberkommando der alliierten Expeditionsstreitkräfte in Europa (Supreme Headquarters Allied Expeditionary Forces; SHAEF) wird aufgelöst. In Deutschland gehen seine Funktionen an die Besatzungsverwaltungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens über.

Die japanische Regierung bittet die Regierung der Sowjetunion um Vermittlung eines Friedensschlusses mit den Alliierten.

14.7.1945, Samstag

In der sowjetischen Besatzungszone wird auf Initiative der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) eine “Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien” gegründet. Ihr gehören neben der KPD die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), die Christlich Demokratische Union (CDU) und die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) der sowjetischen Zone an.

Die Oberkommandos der britischen und US-amerikanischen Truppen in Deutschland und Österreich verkünden eine Lockerung des Fraternisierungsverbots für ihre Soldaten. Fortan sind ihnen Gespräche mit Deutschen auf der Straße und in öffentlichen Lokalen erlaubt.

US-amerikanische Schlachtschiffe beschießen Hafenanlagen auf dem japanischen Mutterland.

In Paris wird der Prozess gegen Marschall Philippe Pétain eröffnet, dem Kollaboration mit der deutschen Besatzungsmacht während des Zweiten Weltkriegs vorgeworfen wird. Pétain hatte im Juni 1940 mit dem Deutschen Reich einen Waffenstillstand geschlossen.

15.7.1945, Sonntag

In Frankfurt am Main öffnet der Zoologische Garten wieder seine Tore.

In der britischen Besatzungszone wird die Nachrichtenagentur “The German News Service BAOR-British Army of the Rhine” (Deutscher Nachrichtendienst der britischen Rheinarmee) gegründet.

Die italienische Regierung erklärt dem japanischen Kaiserreich den Krieg.

Die US-amerikanische Militärregierung gibt in Frankfurt am Main bekannt, dass in ihrer Besatzungszone bislang rund 70 000 ehemalige Funktionsträger des nationalsozialistischen Regimes verhaftet worden seien.

General Douglas MacArthur wird vom US-amerikanischen Präsidenten Harry Spencer Truman zum Oberbefehlshaber aller im Südpazifikraum operierenden US-amerikanischen Streitkräfte ernannt.

Das südliche Rheinland wird von der US-amerikanischen Militärregierung in Deutschland der französischen Besatzungszone zugeschlagen.

16.7.1945, Montag

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) verfügt in Thüringen die Absetzung der Landesregierung unter dem Sozialdemokraten Hermann Louis Brill; neuer Ministerpräsident wird der Parteilose Rudolf Paul.

Auf einem Versuchsgelände in der Nähe von Los Alamos im US-Bundesstaat New Mexico gelingt Wissenschaftlern erstmals die Zündung eines nuklearen Sprengsatzes.

17.7.1945, Dienstag

Im Schloss Cecilienhof in Potsdam bei Berlin treffen US-Präsident Harry Spencer Truman, der sowjetische Staats- und Parteichef Josef W. Stalin und der britische Premierminister Winston Churchill zu einer Konferenz, die bis zum 2. August dauert, zusammen.

18.7.1945, Mittwoch

Auf ihrem zweiten Treffen während der Potsdamer Konferenz erzielen die Regierungschefs der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und der Sowjetunion, Harry Spencer Truman, Winston Churchill und Josef W. Stalin, eine prinzipielle Einigung über die künftige Behandlung Deutschlands.

Auf der Potsdamer Konferenz fordern Vertreter der Alliierten das japanische Kaiserreich zur Kapitulation auf.

Einheiten der US-amerikanischen Luftwaffe fliegen einen schweren Angriff auf Tokio, an dem mehr als 2000 Flugzeuge beteiligt sind.

In München wird der Bayerische Landessportbund gegründet.

Im Ruhrgebiet sind wieder 126 Steinkohlenzechen in Betrieb; bei Kriegsende waren es nur 26.

19.7.1945, Donnerstag

Das belgische Parlament verabschiedet in Brüssel ein Gesetz, wonach König Leopold III. erst nach Zustimmung der Volksvertretung wieder in seine Herrschaftsrechte eingesetzt werden kann. Regent bleibt Prinz Karl von Flandern.

In Frankfurt am Main wird als Zentralbehörde für die Reichsbahn in der US-amerikanischen Zone die Oberbetriebsleitung “United States Zone” gebildet.

In einer offiziellen Erklärung tritt die dänische Regierung für die Internationalisierung des Gebietes von Südschleswig und des Nord-Ostsee-Kanals ein.

20.7.1945, Freitag

Das im US-amerikanischen Sektor Berlins gelegene Reichspatentamt wird von der US-Kontrollkommission aufgelöst. Eine Liste mit den deutschen Patenten wird allen vier Militärregierungen zugeleitet.

Die Berliner Reichsbahndirektion gibt den ersten amtlichen Fahrplan nach dem Krieg heraus, in dem 25 Zugverbindungen verzeichnet sind.

In Berlin erscheint die erste Ausgabe der Parteizeitung “Neue Zeit” der Christlich Demokratischen Union (CDU) in der sowjetischen Zone.

Zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten und Chinas wird in Washington ein Abkommen über die Hilfe der USA beim Wiederaufbau der chinesischen Wirtschaft geschlossen.

In Paris stirbt der französische Schriftsteller Paul Ambroise Valéry (* 30.10. 1871, Sète).

21.7.1945, Samstag

Vertreter der vier alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs unterzeichnen in Berlin die endgültige Fassung des Abkommens über die Festlegung der Besatzungszonen in Deutschland und die gemeinsame Verwaltung von Groß-Berlin.

Auf der Potsdamer Konferenz kommt es zwischen US-Präsident Harry Spencer Truman und dem britischen Premierminister Winston Churchill einerseits und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Josef W. Stalin andererseits zu heftigen Auseinandersetzungen über die Frage des künftigen Verlaufs der Westgrenze Polens.

Das ursprünglich von US-amerikanischen Truppen eroberte und besetzte Köln wird an die britische Militärregierung übergeben.

Ein rund 17 000 Mann starker japanischer Truppenverband versucht in Birma, vor den heranrückenden britischen Truppen nach Thailand zu entkommen. Dabei werden durch britische Luftangriffe mit Phosphorbomben mehr als 10 000 japanische Soldaten getötet.

22.7.1945, Sonntag

Die Regierung der Schweiz übernimmt die diplomatische Interessenvertretung des japanischen Kaiserreichs in Europa, nachdem die japanische Regierung Vertretern der Eidgenossenschaft freien Zugang zu allen Internierungslagern im Land zugesichert hat.

Auf der Potsdamer Konferenz kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem britischen Premierminister Winston Churchill und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Josef W. Stalin über das Schicksal der östlich von Oder und Neiße verbliebenen Deutschen.

23.7.1945, Montag

In der US-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands endet eine großangelegte Waffen-Razzia, an der mehr als 80 000 US-Soldaten beteiligt waren. Im Verlauf der Aktion wurden ganze Dörfer und einzelne Stadtbezirke durchsucht und 80 000 Personen festgenommen.

Die US-amerikanische Militärregierung in Deutschland ordnet an, dass die Angehörigen der bayerischen Schutzpolizei ab sofort dunkelblaue Uniformen erhalten, die nicht mehr an die früheren Uniformen des Dritten Reiches erinnern sollen.

In der sowjetischen Besatzungszone werden auf Anordnung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) die Banken geschlossen und das Vermögen der Versicherungen eingefroren.

24.7.1945, Dienstag

Am Rande der Potsdamer Konferenz setzt der US-amerikanische Präsident Harry Spencer Truman den sowjetischen Staats- und Parteichef Josef W. Stalin über die erste erfolgreiche Zündung eines nuklearen Sprengsatzes in Kenntnis.

Die US-amerikanische Luftwaffe fliegt mit rund 570 Bombern vom Typ Boeing B 29 “Superfortress” einen Angriff auf die beiden japanischen Städte Nagoja und Osaka.

25.7.1945, Mittwoch

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) befiehlt allen Betrieben, Organisationen und Privatpersonen die Ablieferung sämtlicher in ihrem Besitz befindlichen Devisen, Wertpapiere sowie Gold- und Silbermünzen bzw. -barren an die Staatsbank der Sowjetunion.

Nach einer Auskunft der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) benutzen bereits wieder 600 000 Personen täglich Untergrundbahn und Busse in der Stadt.

In den Räumen der Kammer der Kunstschaffenden in Berlin wird die erste deutsche Kunstausstellung seit Kriegsende eröffnet. Es werden Werke der von den Nationalsozialisten als “entartet” verfemten Maler Karl Hofer, Max Beckmann und Max Pechstein gezeigt.

26.7.1945, Donnerstag

In London wird das amtliche Endergebnis der britischen Unterhauswahlen vom 5. Juli bekanntgegeben. Wahlsieger ist die bislang oppositionelle Labour-Party. Ihr Vorsitzender Clement Richard Attlee löst den Konservativen Winston Churchill als Premierminister ab.

27.7.1945, Freitag

Der Regisseur Erich Engel wird zum neuen Intendant des Münchner Schauspielhauses ernannt.

Der japanische Ministerpräsident Kanataro Suzuki erklärt in Tokio, seine Regierung “ignoriere” die Forderung der Alliierten nach einer bedingungslosen Kapitulation Japans.

Durch den Befehl Nr. 17 der sowjetischen Militärverwaltung werden in der sowjetischen Besatzungszone elf deutsche Zentralverwaltungen eingerichtet, die ihre Arbeit bis zum 10. August dieses Jahres aufnehmen sollen.

28.7.1945, Samstag

Der neugewählte britische Premierminister Clement Richard Attlee trifft in Potsdam ein und übernimmt anstelle des zurückgetretenen Winston Churchill die Leitung der britischen Delegation auf der Potsdamer Konferenz.

Die französische Militärregierung erlaubt in ihrer Besatzungszone die Neugründung von Gewerkschaften.

In Brüssel bekräftigt die belgische Regierung einen Parlamentsbeschluss vom 20. Juli 1944, der die Abdankung von König Leopold III. zugunsten seines Bruders, Prinz Karl von Flandern, fordert.

Ein Verkehrsflugzeug prallt über dem New Yorker Stadtteil Manhattan gegen das Empire State Building und stürzt ab; die 28 Insassen der Maschine kommen ums Leben.

29.7.1945, Sonntag

Dem US-amerikanischen Außenminister James Francis Byrnes gelingt es, auf der Potsdamer Konferenz mit seinem sowjetischen Amtskollegen Wjatscheslaw M. Molotow in der Frage der deutschen Reparationsleistungen einen Kompromiss zu erzielen.

In München treffen erstmals seit Kriegsende wieder die Fußballmannschaften der beiden Lokalrivalen TSV 1860 München und FC Bayern München aufeinander. Das Spiel endet 2:2.

30.7.1945, Montag

In der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin tritt der Alliierte Kontrollrat zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Die französische Regierung verfügt die Ausweisung aller Deutschen aus Elsass-Lothringen, die sich dort nach dem Einmarsch deutscher Truppen im Jahr 1940 niedergelassen haben.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm bildet der sozialdemokratische schwedische Ministerpräsident Per Albin Hansson ein neues Kabinett.

31.7.1945, Dienstag

In der nordböhmischen Stadt Aussig an der Elbe verüben tschechische Nationalisten unter mehreren tausend Deutschen ein Massaker.

Auf einer Synode in Berlin sprechen Vertreter der evangelischen Kirchen erstmals von einer Mitverantwortung der deutschen Christen für die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes.

Die sowjetische Besatzungsmacht in Deutschland verfügt in ihrer Zone die Bildung antifaschistischer Jugendkomitees und verbietet gleichzeitig alle anderen Jugendorganisationen.