Was geschah im Juli 1951

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1.7.1951, Sonntag

In der Frankfurter Paulskirche findet der erste Bundeskongress der Vereinigten Ostdeutschen Landsmannschaften statt.

Die nordkoreanisch-chinesische Truppenführung erklärt sich zu Waffenstillstandsverhandlungen bereit, die der Oberkommandierende der UN-Streitkräfte in Korea, General Matthew B. Ridgway, 48 Stunden zuvor vorgeschlagen hat.

Auf der Berliner Avus wird zum ersten Mal nach dem Krieg wieder ein Autorennen ausgetragen. Nach 25 Runden fährt Paul Greifzu auf BMW-Eigenbau als Erster durchs Ziel.

Das “Gesetz zur Änderung des Umsatzsteuer- und Beförderungssteuergesetzes” bringt die allgemeine Erhöhung der Umsatzsteuer von 3 auf 4%.

2.7.1951, Montag

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard fliegt zu mehrtägigen Wirtschaftsgesprächen in die Vereinigten Staaten. Er informiert dort über die wirtschaftlichen Sonderbedingungen der Bundesrepublik.

Christian Fette tritt als Nachfolger des verstorbenen Hans Böckler offiziell sein Amt als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes an.

3.7.1951, Dienstag

Nach einem dreiwöchigen USA-Aufenthalt erklärt der amerikanische Hochkommissar John J. McCloy in Frankfurt am Main, eine künftige deutsche Armee sei, wenn überhaupt, dann “nur im Sinne der atlantischen Verteidigung” denkbar.

Das Bundeskabinett beschließt per Gesetzentwurf eine zehnprozentige Besteuerung hochwertiger Waren. Davon betroffen sind Rundfunk- und Fotoapparate, Personenwagen, Pelze, Kosmetika, Gegenstände aus Edelmetall und Süßwaren.

Eine außerordentliche Generalversammlung der IG Bergbau akzeptiert in Essen einen in Bonn ausgehandelten Kompromiss, der eine zwölfprozentige Lohnerhöhung vorsieht. Mit knapper Mehrheit wird dadurch ein Streik abgewendet.

In Hannover wird die erste große deutsche Bauausstellung nach dem Krieg, die “Constructa”, eröffnet. Wohnungsbauminister Eberhard Wildermuth (FDP) erklärt bei der Eröffnung, es gelte nun, was in 100 Jahren gewachsen sei, innerhalb einer Generation wiederherzustellen.

4.7.1951, Mittwoch

Vertreter aus 53 Staaten, darunter der neue DGB-Vorsitzende Christian Fette, nehmen an der Eröffnung des zweiten Weltkongresses des Internationalen Bundes der freien Gewerkschaften in Mailand teil. Die Gewerkschaften der demokratischen Länder bekräftigen, dass Verteidigungsanstrengungen kein Vorwand für unsoziale Maßnahmen sein dürften.

Auf der Zeche Radbod in Bockum-Hövel (bei Hamm) wird der modernste Schacht des Ruhrgebietes in Betrieb genommen. Der Schacht ist 1100 m tief und erlaubt eine tägliche Förderung von 4000 t Kohle.

5.7.1951, Donnerstag

Die britische Leitung des iranischen Erdölzentrums Abadan drosselt wegen der Auseinandersetzung um die Nationalisierung der iranischen Erdölindustrie die Produktion von 665 000 auf 30 000 Barrel.

Die Vorkonferenz zur deutschen Auslandsschuldenregelung beginnt in London. Leiter der deutschen Delegation ist der Direktor der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Hermann Josef Abs.

Bei einer Explosion auf dem Vergnügungsdampfer “Heimatland” kommen 45 Kinder aus dem Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg ums Leben. Das Unglück auf der Spree passiert während einer Klassenfahrt.

6.7.1951, Freitag

Unter dem Eindruck der zunehmenden internationalen Spannungen kündigen die Vereinigten Staaten ihre Handelsabkommen mit der Sowjetunion, Rumänien und Bulgarien.

7.7.1951, Samstag

In den Vereinigten Staaten beginnt die Ära des Farbfernsehens. Die Premiere erfolgt unter ansehnlichem Staraufgebot im Rahmen einer CBS-Show, wobei die Farbqualität allerdings noch zu wünschen übrig läßt.

Weltrekord auch in Honolulu im 800 m Freistil-Schwimmen: Ford Konno (USA) bewältigt die Strecke in 9:30,7 min.

Sheila Lerwill springt mit 1,72 m bei den britischen Meisterschaften in London Weltrekord im Hochsprung.

Doris Hart (USA) setzt sich im Wimbledon-Endspiel der Damen gegen Shirley Fry (USA) 6:1, 6:0 klar durch.

In Bayern wird der erste Spezialomnibus für Kriegsversehrte seiner Bestimmung übergeben. Die Konstrukteure haben das Fahrzeug nach ärztlichem Ratschlag eingerichtet.

8.7.1951, Sonntag

Bei Wein, Musik und Tanz feiert die französische Hauptstadt den 2000. Jahrestag ihrer Gründung. 34 Großstädte haben ihre Oberhäupter nach Paris entsandt.

Beim Donauringrennen in Ingolstadt kommt es vor 50 000 Zuschauern in der Viertelliterklasse zu einem Eklat. Aus Protest darüber, dass sie zusammen mit den drei Werksfahrern gewertet werden, treten alle Privatfahrer in den Streik.

9.7.1951, Montag

Die drei Westmächte geben die Beendigung des Kriegszustands mit Deutschland bekannt.

Der Iran löst seine Beziehungen zum Haager Schiedsgerichtshof. Gleichzeitig bietet US-Präsident Harry S. Truman die Vermittlung seines Beraters William Averell Harriman im iranisch-britischen Konflikt an.

Der Flughafen Tempelhof wird in Berlin von Bürgermeister Ernst Reuter eröffnet. Einmalig in der Welt ist es laut Reuter, dass ein Flughafen vom Rathaus aus in fünf Minuten zu erreichen ist.

10.7.1951, Dienstag

Der Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen am 38. Breitengrad in Korea leitet eine militärische Verschnaufpause ein. Das Verhandlungsangebot geht auf eine Initiative des sowjetischen Delegierten bei den UN, Jakow A. Malik, zurück.

In London verliert “Sugar” Ray Robinson seinen Box-Weltmeistertitel im Mittelgewicht knapp nach Punkten an den Briten Randy Turpin.

Wegen “Schädigung des Ansehens der Besatzungsmächte” verbieten die Alliierten die “Norddeutsche Volksstimme”, das Organ der kommunistischen Bürgerschaftsfraktionen in Hamburg und Bremen.

Der Deutsche Bundestag in Bonn verabschiedet ein Gesetz, mit dem der bereits nach dem Ersten Weltkrieg erreichte Kündigungsschutz wieder voll hergestellt wird.

Unter starker Anteilnahme der Berliner Bevölkerung wird vor dem Berliner Flughafen Tempelhof das “Denkmal für die Opfer der Berliner Luftbrücke” enthüllt.

11.7.1951, Mittwoch

Mehr als 300 000 Deutsche aus Ost und West nehmen bis zum 15. Juli an den Veranstaltungen des Dritten Deutschen Evangelischen Kirchentages in Berlin teil.

Die Bundesrepublik tritt der UNESCO bei, der UN-Sonderorganisation für Zusammenarbeit auf den Gebieten der Erziehung, Wissenschaft und Kultur.

Der Bundestag in Bonn verabschiedet nach eineinhalbjähriger Beratung das Gesetz zum Schutz der Jugend. Zusätzlich verabschiedet er das Strafrechtsänderungsgesetz, das Hochverrat, Landesverrat, Friedensverrat und Staatsgefährdung definiert und unter Strafe stellt.

In ganz Ägypten wird der Ausnahmezustand ausgerufen, um antibritischen Ausschreitungen vorzubeugen, die von nationalistischen Kreisen angekündigt wurden.

12.7.1951, Donnerstag

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause legt Bundeskanzler Konrad Adenauer dem Bundestag erstmals das Gesetz über den Beitritt der Bundesrepublik zur europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vor.

In einer polemisch geführten Debatte berät der Bundestag das Investitionshilfegesetz.

In Guatemala-City kommt es nach Bodenenteignungen zu schweren antikommunistischen Unruhen, in deren Verlauf Regierungstruppen das Feuer auf die Menge eröffnen.

Zwischen Kehl und Straßburg wird die neu erbaute Rheinbrücke in Betrieb genommen.

13.7.1951, Freitag

Aus aller Welt laufen Meldungen ein, die eine ungewöhnliche Häufung von Unglücksfällen und Katastrophen anzeigen. Im US-Bundesstaat Kansas bedroht eine riesige Überschwemmung 400 000 Menschen.

450 Polizisten und Nationalgardisten sind im Einsatz, um den Einzug einer farbigen Familie in ein “weißes” Wohngebiet Chicagos durchzusetzen. Während rassistischer Ausschreitungen steckt die Menge das betreffende Haus in Brand.

Die kritisch-oppositionelle argentinische Tageszeitung “La Prensa” wird von der Regierung aufgekauft, nachdem sie bereits im Januar ihr Erscheinen einstellen musste.

14.7.1951, Samstag

In der “Großen Münchner Kunstausstellung 1951” werden 900 Werke von 398 Künstlern aus ganz Deutschland gezeigt.

Der Eisenbahnfährverkehr Großenbrode-Kai- Gedser zwischen der Bundesrepublik und Dänemark wird aufgenommen.

15.7.1951, Sonntag

Der von US-Präsident Harry S. Truman entsandte Sonderbotschafter William Averell Harriman trifft in Teheran ein, um im Ölkonflikt zwischen Großbritannien und Iran zu vermitteln.

Im Streit um Kaschmir verschärft sich die Situation zwischen Indien und Pakistan. Der pakistanische Premierminister Liaquat Ali Khan wirft Indien in einer scharfen diplomatischen Note vor, mit massiven Truppenkonzentrationen an der gemeinsamen Grenze eine gewaltsame Lösung zu suchen.

Aus jugoslawischen Quellen verlautet, dass Bulgarien, Rumänien und Ungarn ihre in Friedensverträgen festgelegte Armeestärke um das Dreifache überschritten und damit insgesamt 830 000 Mann unter Waffen hätten.

16.7.1951, Montag

Im Zuge der Neuordnung der Stahlindustrie werden in Mülheim/Ruhr als erste von insgesamt 24 Stahl-Kerngesellschaften die Rheinischen Röhrenwerke gegründet.

Das vorwiegend aus Christdemokraten bestehende Kabinett von Alcide De Gasperi tritt in Rom wegen einer bis in die eigene Partei reichenden Vertrauenskrise zurück. Grund dafür ist die Unzufriedenheit mit dem italienischen Friedensvertrag und die noch immer ungelöste Triest-Frage.

Wegen der Behinderung des Suezkanal-Verkehrs durch Ägypten entsendet London nach scharfem Notenwechsel Kriegsschiffe ins Rote Meer.

Während des Frankfurter Universitätsfestes findet eine Studentenkundgebung für ein vereintes Europa statt. Vizekanzler und ERP-Minister Franz Blücher (FDP) spricht sich in seiner Rede für eine einheitliche europäische Währung aus.

17.7.1951, Dienstag

Die Hohe Kommission der West-Alliierten veröffentlicht vier Denkschriften zur Neuordnung der Kohle- und Stahlindustrie.

Im walisischen Port Talbot nimmt die größte Hütte Europas mit einem jährlichen Ausstoß von 200 000 t Stahl die Produktion auf.

Aus Mitteln der Ford-Stiftung erhält die Freie Universität Berlin eine Spende von 1,309 Mio. Dollar (5,5 Mio. DM).

Der neue König der Belgier besteigt als Baudouin I. den Thron. Sein Vater, König Leopold III., musste am Vortag wegen seiner umstrittenen Haltung im Zweiten Weltkrieg abdanken.

18.7.1951, Mittwoch

Im Gegensatz zu Frankreich und Großbritannien sind die Vereinigten Staaten laut Außenminister Dean Acheson an einem Militärbündnis mit Francos Spanien grundsätzlich interessiert und haben in diesem Sinne Verhandlungen aufgenommen.

Bundespräsident Theodor Heuss bekräftigt die Gesprächsbereitschaft der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Israel in allen schwebenden Fragen.

Als Ausgleich für Kriegsschäden wird in den Niederlanden die Enteignung der deutschen Vermögen verfügt. Allerdings fürchtet man deutsche Gegenmaßnahmen, etwa den Stopp landwirtschaftlicher Importe aus Holland.

Durch einen K. o.-Sieg in der siebten Runde über Ezzard Charles wird Joe Walcott in Pittsburgh Box-Weltmeister im Schwergewicht.

19.7.1951, Donnerstag

Die Idee eines New Yorker Schneiders, zweifarbige Herrenhosen zu produzieren, führt zu einer Nachfragelawine. Andersfarbige Aufschläge, bevorzugt in graugrün und beige, machen es möglich, ausgefranste Hosenbeine unauffällig zu erneuern.

Die Westberliner Polizei kann in letzter Minute einen “Demontageversuch” vereiteln. Bautrupps aus dem Ostteil der Stadt haben versucht, im US-Sektor Eisenbahngleise zu entwenden.

Um die Beziehungen zu den Westmächten zu verbessern, bildet General Francisco Franco Bahamonde in Spanien sein Kabinett um. Ziel der neuen Regierung sei es, so Franco, die Monarchie wiederherzustellen.

20.7.1951, Freitag

König Abd Allah Ibn Al Hussein von Jordanien wird beim Betreten der Jerusalemer Al-Aksa-Moschee von einem arabischen Nationalisten niedergeschossen und tödlich verletzt.

21.7.1951, Samstag

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard warnt in Kiel vor einer neuen Lohnwelle, die einen Exportrückgang und damit neues Unheil für den deutschen Arbeiter nach sich ziehen würde.

Die Deutschland-Radrundfahrt beginnt in Hannover. Sie endet nach zwei Wochen und 3096 km mit dem Sieg des Italieners Guido De Santi.

22.7.1951, Sonntag

Der 57-Jährige General Francisco Higino Craveiro Lopes wird in Portugal zum Präsidenten gewählt. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Der Offizier genießt das besondere Vertrauen von Diktator António de Oliveira Salazar.

Bundestagspräsident Hermann Ehlers eröffnet das erste europäische Jugendlager auf der Loreley, an dem etwa 7500 Jugendliche teilnehmen.

Der Gründer der Bayernpartei, Ludwig Lallinger, bezeichnet es auf einer Kundgebung im Hofbräuhaus als bisher größten Erfolg der Politik der Bayernpartei, dass die Verwaltung der Landeshauptstadt nunmehr endgültig frei von allen Preußen sei.

23.7.1951, Montag

Philippe Pétain, französischer Kriegsheld als Verteidiger Verduns und verbannter Vichy-Präsident, stirbt mit 95 Jahren auf der Insel Yeu.

Das Land Niedersachsen erlässt ein Sing- und Spielverbot für Lieder und Musikstücke, welche die Erinnerung an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft wachrufen oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung verstoßen.

24.7.1951, Dienstag

Ein neues Handelsabkommen zwischen Frankreich und der Bundesrepublik sieht bilaterale Export-Import-Erleichterungen vor.

Aus Protest gegen die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik empfiehlt der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes den Austritt aus allen Wirtschaftsgremien des Bundes.

In einem Interview mit dem Sender Hilversum tritt Bundeskanzler Konrad Adenauer für eine enge Zusammenarbeit der Bundesrepublik mit den Benelux-Ländern ein. Diese seien besonders geeignet, in strittigen Fragen Vermittlerrollen zu übernehmen.

25.7.1951, Mittwoch

Mit Blick auf den Plan der Gewerkschaften, aus allen Wirtschaftsgremien des Bundes auszutreten, ruft die Bundesregierung in einer Regierungserklärung zu einer Zusammenarbeit aller verantwortungsbewussten Kräfte auf.

Der Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, Walter Hallstein, nennt als erstes Ziel der deutschen Außenpolitik die Bereinigung des Verhältnisses zu Frankreich.

Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU) droht Steuersündern mit ganzem oder teilweisem Berufsverbot.

Um dem “Schieberunwesen” und westlichen “Menschenfallen” vorzubeugen, errichtet der Ost-Berliner Magistrat erste Grenzsperren an den großen Durchgangsstraßen der Stadt.

In seiner ersten großen Unterhausrede spricht sich der britische Außenminister Herbert Morrison für einen deutschen Verteidigungsbeitrag aus.

Beim Kongress der Ethnologischen Textforscher stellte Heide-Marie Forstwart ihren epochemachenden Ansatz der BEE-lokativen Bibel-Exegese vor, der besonders in Kreisen des Klärus Anklang fand. Bereits kurz nach Ende des Kongresses wurde das Gerücht in Umlauf gebracht, dass eine Seligsprechung der Forscherin unmittelbar bevorstünde. Wir gratulieren!

26.7.1951, Donnerstag

Eine weitere Lockerung alliierter Beschränkungen beendet u.a. das Verbot der Herstellung von Hüttenaluminium.

Die Bundesregierung verbietet den Rat der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) mit der Begründung, diese Organisation betätige sich verfassungswidrig.

Der italienische Ministerpräsident Alcide De Gasperi übernimmt in seinem neuen, siebenten Kabinett selbst das Amt des Außenministers.

Über die 800-m-Distanz läuft die Sowjetrussin Valentina Pomogajewa in Moskau mit 2:12,2 min Weltrekord.

27.7.1951, Freitag

Der österreichische Bundespräsident Theodor Körner eröffnet die Salzburger Festspiele 1951. Georg Solti dirigiert Mozarts “Idomeneo”.

Das bayerische Hauptmünzamt in München fertigt den Urstempel des neuen Fünfmarkstückes an, der als Muster für die anderen Münzämter der Bundesrepublik gilt.

28.7.1951, Samstag

Der griechische Ministerpräsident und Führer der liberalen Partei, Sofoklis Weniselos, tritt zurück, wird jedoch vom König unverzüglich mit der Neubildung einer Regierung beauftragt.

Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften beginnen im Düsseldorfer Rheinstadion. Auf der Veranstaltung werden drei neue deutsche Rekorde aufgestellt.

29.7.1951, Sonntag

In Braunschweig treffen sich 140 Delegierte aus 22 Staaten zum Internationalen Kongress der Kriegsdienstverweigerer. Sie erklären, dass sie auch im Falle eines sowjetischen Angriffs ihrer pazifistischen Überzeugung treu bleiben werden.

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg finden in Bayreuth wieder Wagner-Festspiele statt.

Die Tour de France wird erneut von einem Radprofi aus der Schweiz gewonnen: Ein Jahr nach Ferdi Kübler siegt diesmal Hugo Koblet.

Den 14. Großen Preis von Deutschland gewinnt der Italiener Alberto Ascari auf Ferrari vor Juan Manuel Fangio (Argentinien) auf Alfa Romeo. Der Südamerikaner steht damit bereits als Weltmeister fest.

Im Europafinale des Daviscups besiegt Schweden die deutschen Tennisspieler klar mit 5:0.

30.7.1951, Montag

Bei Parlamentswahlen in Israel kann die Arbeiterpartei von Ministerpräsident David Ben Gurion ihren Stimmenanteil von 34,7% auf 42% erhöhen.

Der aus Juristen, Politikern und Beamten gebildete “Königssteiner Kreis” legt einen Wahlgesetz-Entwurf für eine gesamtdeutsche verfassunggebende Nationalversammlung vor.

31.7.1951, Dienstag

Auf Veranlassung der britischen Werksleitung wird die Raffinerie Abadan, das Zentrum der iranischen Erdölindustrie, stillgelegt.

Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungs- und Bausparwesen wird mit Sitz in West-Berlin errichtet.