Was geschah im Juli 1952

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1.7.1952, Dienstag

In einem vorläufigen Bericht zur Untersuchung der Morde an polnischen Soldaten in Katyn beschuldigt eine Sonderkommission des US-Kongresses die Sowjetunion, 14 600 gefangene Offiziere in drei Lagern umgebracht zu haben.

Der US-amerikanische Senat stimmt der Ratifizierung des Deutschlandvertrags durch Präsident Harry S. Truman zu. Darüber hinaus billigt der Senat ein Zusatzabkommen zum NATO-Pakt, mit dem die Hilfe der Mitgliedsstaaten im Verteidigungsfall auf die Bundesrepublik Deutschland ausgedehnt wird.

Frankreichs Außenminister Robert Schuman erläutert Pläne seiner Regierung, ein europäisches Gremium zu bilden, um eine gemeinsame Vertretung Europas zu schaffen. Sie soll die wirtschaftliche und militärische Einigung Europas ergänzen.

2.7.1952, Mittwoch

Hussein Sirri Pascha bildet in Ägypten ein Kabinett aus parteilosen Fachleuten, nachdem die Regierung Ahmad Nagib Hilali Pascha wegen innenpolitischer Spannungen am 28. Juni zurückgetreten war.

Nach Schätzungen des Nordatlantikrates sind seit Mai 1945 zwischen 1,3 und 1,6 Mio. deutsche Soldaten in sowjetischer Gefangenschaft gestorben. Insgesamt gelten 3,5 Mio. Wehrmachtsangehörige, die in sowjetische Gefangenschaft gerieten, als tot oder vermisst.

Die USA stellen den Starfighter F 94 C vor. Es ist das erste Jagdflugzeug, das mit Raketen ausgerüstet ist. Vom Augenblick der Zielaufnahme wird die 1000 km/h schnelle Maschine vollautomatisch gesteuert.

Bei einem S-Bahnunglück in Berlin (West) werden 190 Personen zum Teil schwer verletzt, als ein Zug kurz vor dem Bahnhof Papestraße auf eine haltende Bahn auffährt. Unfallursache ist nach Angaben der Polizei Übermüdung des auffahrenden Zugführers.

3.7.1952, Donnerstag

Eine Studie der Rationalisierungsgemeinschaft des deutschen Handels prognostiziert den Selbstbedienungsläden große Zukunftschancen. In der Bundesrepublik gibt es derzeit 98 Selbstbedienungsläden.

Die Shell AG führt in der Bundesrepublik Deutschland einen neuen Kundenservice mit Hilfe von sog. Tankstellen-Mädchen ein.

In Tulare im US-Bundesstaat Kalifornien stellt der US-Amerikaner Bob Mathias mit 7825 Punkten einen Weltrekord im Zehnkampf auf.

4.7.1952, Freitag

Im Endspiel des internationalen Tennisturniers von Wimbledon setzt sich der Australier Frank Sedgman gegen den Tschechoslowaken Jaroslav Drobny durch. Bei den Damen gewinnt die 17-Jährige Maureen Connolly (USA) gegen die US-Amerikanerin Louise Brough.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) eröffnet in München die 4. Deutsche Handwerksmesse, auf der bis zum 20. Juli mehr als 1000 in- und ausländische Aussteller vertreten sind.

Auf Anweisung der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg werden Beamte in den Abendstunden und an Wochenenden eingesetzt, um “Schwarzarbeit” aufzudecken.

5.7.1952, Samstag

Mit der Begründung politisch unzuverlässig zu sein, setzt das Präsidium der rumänischen Nationalversammlung Außenministerin Ana Pauker ab. Nach Ansicht westlicher Diplomaten führt der Umstand, dass die frühere enge Vertraute Josef W. Stalins Jüdin ist, zu ihrer Entmachtung. In ganz Osteuropa werden, aufgrund Stalins antisemitischer Politik, jüdische Kommunisten ihrer Ämter enthoben.

In Halle an der Saale, dem Geburtsort des Komponisten Georg Friedrich Händel, beginnen die ersten Händel-Festspiele der DDR. Diese von der DDR-Regierung geförderte Kulturveranstaltung wird in Konkurrenz zu den Göttinger Händel-Festspielen in der Bundesrepublik inszeniert.

In London werden die letzten Straßenbahnen durch rote Doppeldeckerbusse ersetzt.

6.7.1952, Sonntag

Adolfo Ruiz Cortines wird mit 75% aller abgegebenen Stimmen zum neuen Präsidenten Mexikos gewählt.

7.7.1952, Montag

Radio Peking gibt den erfolgreichen Abschluss der 1950 begonnenen Bodenreform in China bekannt. In dieser Zeit seien 47 Mio. ha Land umverteilt worden.

Die “United States” erhält für die schnellste Atlantiküberquerung das “Blaue Band”. Das neue Flaggschiff der US-amerikanischen Passagierflotte bewältigte die Strecke in drei Tagen, zehn Stunden und 40 Minuten.

8.7.1952, Dienstag

Der 49-Jährige Rechtsanwalt Walter Linse, Mitglied im “Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen”, wird in Berlin (West) auf offener Straße niedergeschlagen und in die DDR entführt.

Neustadt an der Weinstraße meldet mit 39,6 im Schatten absoluten Hitzerekord. Eine anhaltende Hitzewelle über ganz Europa forderte allein in der Bundesrepublik bislang weit mehr als 200 Menschenleben.

9.7.1952, Mittwoch

Auf Verfügung der Bonner Staatsanwaltschaft wird das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” bundesweit beschlagnahmt. Gegenstand der gerichtlichen Verfügung ist die in einem Artikel des Magazins veröffentlichte Behauptung, Bundeskanzler Konrad Adenauer und der Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amts, Herbert Blankenhorn, sollten im Fall eines sowjetischen Einmarsches ins Ausland gebracht werden, um dort eine Exilregierung zu bilden.

Anlässlich des Thronwechsels in Großbritannien ändert das Unterhaus die sog. Zivilliste, in der die Unterhaltskosten für das Königshaus festgelegt sind. Königin Elisabeth II. erhält jährlich 475 000 Pfund (5,71 Mio. DM). Dies sind 65 200 Pfund (781 000 DM) mehr als ihrem Vater, König Georg VI., zugebilligt wurden.

Der Deutsche Bundestag stimmt der Erhöhung des Bundesanteils an den Steuereinnahmen der Länder von derzeit 27% auf 37% zu.

10.7.1952, Donnerstag

In ihrem Antwortschreiben auf eine Note der UdSSR vom 13. Mai mit dem Angebot einer Wiedervereinigung Deutschlands unter bestimmten Voraussetzungen, bekräftigen die drei Westmächte ihren bisherigen Standpunkt: Freien Wahlen in ganz Deutschland und der Bildung einer gesamtdeutschen Regierung müssten Verhandlungen über einen Friedensvertrag vorausgehen.

Mit 208 gegen 139 Stimmen spricht sich der Deutsche Bundestag für die Annahme des Lastenausgleichsgesetzes aus. Hierdurch sollen mit Hilfe privater Gelder und Steuermittel die durch Krieg, Vertreibung und Währungsreform entstandenen Ersatzansprüche Geschädigter abgegolten werden.

11.7.1952, Freitag

Dwight D. Eisenhower wird vom republikanischen Parteikonvent in Chicago als Kandidat für die US-Präsidentschaftswahlen nominiert. Gemeinsam mit Senator Richard M. Nixon, Kandidat für die Vizepräsidentschaft, setzt sich Eisenhower deutlich gegen den konservativen Senator Robert A. Taft durch, der sich damit nach 1940 und 1948 zum drittenmal vergeblich um die Nominierung bemühte.

900 US-Flugzeuge der UN-Truppen bombardieren Eisenbahnlinien und Fabriken in Nordkorea. Der Angriff soll die Kompromissbereitschaft Nordkoreas in den Waffenstillstandsverhandlungen erzwingen.

12.7.1952, Samstag

Tiefgreifende Reformen in der Wirtschaft, Verwaltung und im Justizwesen der DDR zum Aufbau eines sozialistischen Gesellschaftssystems beschließt die SED auf ihrer II. Parteikonferenz in Berlin (Ost).

Die erste direkte Fernsprechverbindung in der Bundesrepublik Deutschland wird zwischen den Städten Düsseldorf und Frankfurt am Main geschaltet. Ohne Amtsvermittlung kann der Teilnehmer jetzt seinen Gesprächspartner anrufen.

Auf der Helgoländer Düne beginnt die erste Badesaison nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Nordseeinsel war seit Kriegsende Übungsziel der britischen Luftwaffe.

13.7.1952, Sonntag

Ludwig Hörmann aus München verteidigt in Speyer den Titel als Deutscher Meister der Radprofis. Mit 3 min Rückstand belegt Karl Weimer Platz zwei.

Auf ihrem Parteitag in Essen sagt die FDP dem von SPD und Gewerkschaften vertretenen Marxismus verschärft den Kampf an. Die Sozialdemokratie und der Deutsche Gewerkschaftsbund seien “in einen hemmungslosen Kampf um die Macht und gegen die verfassungsmäßige Ordnung eingetreten”.

14.7.1952, Montag

Der Untersuchungsausschuss des Bundestags stellt nach achtmonatiger Ermittlung das Ergebnis seiner Überprüfung von 21 Beschäftigten des Auswärtigen Dienstes vor: Vier Diplomaten gefährdeten aufgrund ihres politischen Engagements während des Dritten Reichs das Vertrauen des Auslands in die demokratische Entwicklung der Bundesrepublik.

Mit 1238 Meilen (2260 km/h) und 79 494 Fuß (23700 m) stellt das US-amerikanische Turbo-Düsen-Flugzeug “Skyrocket” Geschwindigkeits- und Höhenrekorde auf.

15.7.1952, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht untersagt der als neofaschistisch eingestuften Sozialistischen Reichspartei (SRP) in einer einstweiligen Verfügung jede Propaganda.

Das Bundeskabinett verabschiedet einen Gesetzentwurf des Justizministeriums über die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Danach dürfen Frauen bei der Heirat ihren Geburtsnamen neben dem Namen des Mannes führen.

Im Vorrundenspiel des olympischen Fußballturniers zwischen Indien und Jugoslawien treten einige indische Spieler barfuß an. Indien verliert 1:10.

16.7.1952, Mittwoch

Bundespräsident Theodor Heuss ernennt Fritz Neumayer (FDP) zum Nachfolger des am 9. März verstorbenen Eberhard Wildermuth (FDP) im Amt des Bundesministers für den Wohnungsbau.

Im Rahmen der US-amerikanischen Auslandshilfe (Mutual Security Act) erhält die Bundesrepublik Deutschland 1952/53 113 Mio. US-Dollar (543,5 Mio. DM) Wirtschaftshilfe. Die Zahlen der ebenfalls gebilligten Militärhilfe bleiben geheim.

17.7.1952, Donnerstag

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) gibt das Sofortprogramm der Bundesregierung für Berlin (West) bekannt. Zur wirtschaftlichen Stützung der von den Blockademaßnahmen durch die DDR besonders betroffenen Stadt sollen möglichst viele Aufträge nach Berlin (West) vergeben werden. Der Bund hilft mit steuerlichen Vergünstigungen und finanziellen Ausgleichszahlungen.

Zur Einsparung von Haushaltsgeldern beschließt der Landtag in München gegen den Widerstand der Bayernpartei und Teilen der CSU, das bayerische Verkehrsministerium aufzulösen. Für das Verkehrswesen ist nun das Wirtschaftsministerium zuständig.

18.7.1952, Freitag

Walter J. Donnelly wird von US-Präsident Harry S. Truman als Nachfolger von John McCloy zum US-amerikanischen Hochkommissar für Deutschland ernannt.

In München gründet sich der Verein “Das farbige Kind”, der sich für die Belange der Kinder von Besatzungssoldaten einsetzt. Allein in der bayerischen Landeshauptstadt gibt es 311 farbige Besatzungskinder, von denen die ersten zu Ostern 1952 eingeschult worden sind.

Der österreichische Nationalrat beschließt eine Amnestie für belastete Nationalsozialisten. Ein gleichzeitig verabschiedetes Entschädigungsgesetz sieht außerdem einen finanziellen Ausgleich für Personen vor, die zwischen 1933 und 1945 in einem Konzentrationslager oder Gefängnis einsaßen.

Der Münchener Stadtrat fordert die Bevölkerung zur Benutzung der neu eingeführten Zebrastreifen auf.

19.7.1952, Samstag

Der Deutsche Bundestag in Bonn verabschiedet gegen die Stimmen von SPD und KPD das Betriebsverfassungsgesetz.

Bei den Wiedergutmachungsverhandlungen mit Israel in Den Haag erklärt sich die bundesdeutsche Delegation bereit, 500 Mio. DM an im Ausland lebende, vom Nationalsozialismus verfolgte und geschädigte Juden zu zahlen.

Die deutsche Sozial- und Kulturpolitikerin Elly Heuss-Knapp stirbt im Alter von 71 Jahren in Bonn. Die Ehefrau des Bundespräsidenten Theodor Heuss gründete im Jahr 1950 das Müttergenesungswerk.

In Helsinki beginnen die Sommerspiele der XV. Olympiade, an denen Sportler aus 69 Nationen teilnehmen.

20.7.1952, Sonntag

Heinz Neuhaus verteidigt in Dortmund durch einen K. o.-Sieg in der ersten Runde über Hein ten Hoff den Box-Europameistertitel im Schwergewicht. Vor 47 000 Zuschauern im Stadion “Rote Erde” erringt er damit gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft.

Zum zweiten Mal nach 1949 gewinnt der italienische Radrennfahrer Fausto Coppi die Tour de France.

In Frankfurt am Main endet das erste Bundestreffen der deutschen Gewerkschaftsjugend. Hauptthemen waren die Forderung nach einem geeinten Europa und die Kritik an dem am 19. Juli vom Bundestag in Bonn verabschiedeten Betriebsverfassungsgesetz.

21.7.1952, Montag

In Chicago beginnt der Nationalkonvent der Demokratischen Partei zur Nominierung des US-Präsidentschaftskandidaten.

Mit bislang zwölf Millionen Besuchern hält der rührselige Heimatfilm “Grün ist die Heide” den Rekord unter den bundesdeutschen Nachkriegsfilmen. Die Hauptrollen spielen Sonja Ziemann und Rudolf Prack.

67% der Bundesbürger bekunden nach einer Umfrage im Sendegebiet des Süddeutschen Rundfunks ihr prinzipielles Interesse am Fernsehen. Angesichts des hohen Anschaffungspreises von 1200 DM ist aber nur 1% der Befragten entschlossen, ein Fernsehgerät zu erwerben.

23.7.1952, Mittwoch

Die ägyptische Armee unter General Ali Muhammad Nagib reißt durch einen Militärputsch die Regierung an sich und zwingt König Faruk I. drei Tage später zur Abdankung.

In Anlehnung an die Beschlüsse der II. SED-Parteikonferenz vom 12. Juli werden die fünf Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg aufgelöst. An ihre Stelle treten 14 Bezirke und 217 (vorher 132) Kreise. Ziel dieser Neuordnung ist eine Zentralisierung der Verwaltung.

Die Bayreuther Festspiele werden mit “Tristan und Isolde” in der Inszenierung von Wieland Wagner eröffnet. Dirigent ist Herbert von Karajan.

24.7.1952, Donnerstag

Der DDR-Ministerrat beschließt Vergünstigungen für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG). Dazu gehören die bevorzugte Versorgung mit Maschinen sowie Steuererleichterungen.

Die vor 53 Tagen einsetzenden Streikaktionen US-amerikanischer Stahlarbeiter werden durch eine Einigung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf Lohnerhöhungen beigelegt.

25.7.1952, Freitag

Mit dem Inkrafttreten einer neuen Verfassung erhält Puerto Rico, das 1898 von Spanien an die Vereinigten Staaten abgetreten wurde, die volle innere Autonomie, behält aber den Status eines mit den USA verbündeten Territoriums.

Adlai E. Stevenson wird vom Konvent der Demokratischen Partei in Chicago zum Kandidaten für die US-Präsidentschaft nominiert.

Der Vertrag über die Montanunion tritt in Kraft. Damit erlischt das 1949 festgelegte Ruhrstatut, alle Beschränkungen der bundesdeutschen Stahlproduktion entfallen und die Internationale Ruhrbehörde wird aufgelöst. Der Franzose Jean Monnet wird erster Präsident der Hohen Behörde, die ihren vorläufigen Sitz in Luxemburg hat.

Die Kultusministerkonferenz der Länder einigt sich auf eine neunjährige Schulpflicht. DDR-Reifezeugnisse, die nach dem 31. Dezember 1951 ausgestellt worden sind, werden wegen der “zunehmenden Politisierung der Schulen in der Sowjetzone” nicht mehr anerkannt.

26.7.1952, Samstag

Die argentinische Politikerin Eva (“Evita”) Duarte de Perón, Ehefrau des Präsidenten Juan Perón, stirbt 33jährig an Leukämie.

Die Salzburger Festspiele werden mit Mozarts Oper “Die Hochzeit des Figaro” eröffnet.

Wegen der starken Ausbreitung von Kinderlähmung, allein in Nordrhein-Westfalen sind über 1000 Erkrankungen zu verzeichnen, werden die Strandbäder am Essener Baldeneysee geschlossen.

Im Kampf um die Box-Europameisterschaft im Halbschwergewicht besiegt der bundesdeutsche Conny Rux im Berliner Sportpalast den Holländer Willi Schagen durch K. o. in der 12. Runde.

27.7.1952, Sonntag

Das Oberste Gericht der DDR verurteilt in Berlin (Ost) zwei Angeklagte wegen angeblicher Agententätigkeit für den in Berlin (West) ansässigen “Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen” zu lebenslänglicher Haft.

In der Sowjetunion wird der Wolga-Don-Kanal unter dem Namen W.-I.-Lenin-Wolga-Don-Kanal offiziell eröffnet.

28.7.1952, Montag

In einem Memorandum an alle Staaten, mit denen diplomatische Beziehungen bestehen, drängt Österreich auf die Aufhebung der Besatzung durch die vier Siegermächte und auf die volle Wiederherstellung seiner staatlichen Souveränität.

Der britische Versorgungsminister Duncan Sandys gibt in Südwales die Entwicklung einer “Wunderrakete” bekannt, die bei 3000 km/h fünfmal wendiger ist als jedes Flugzeug. Der Neukonstruktion kommt entscheidende Bedeutung für die Luftverteidigung Großbritanniens zu.

29.7.1952, Dienstag

Zur Überwindung der Finanzkrise in Großbritannien kündigt Schatzkanzler Richard Austen Butler vor dem britischen Unterhaus Einfuhrkürzungen um 40% bei nichtkriegswichtigen Gütern an.

In Berlin (West) wird an der Ecke Kurfürstendamm/Fasanenstraße das Hotel Kempinski eröffnet. Mit 320 Betten ist es der größte Berliner Hotelneubau der Nachkriegszeit.

30.7.1952, Mittwoch

Das Bundesverfassungsgericht weist den Antrag von 144 Bundestagsabgeordneten ab, einen bundesdeutschen Wehrbeitrag für Europa als mit dem Grundgesetz unvereinbar zu bezeichnen. Begründet wird die Entscheidung mit den noch laufenden Beratungen des Parlaments.

Nach der DDR-Verordnung “zur Sicherung von Vermögenswerten” fällt der Besitz aller DDR-Flüchtlinge automatisch an den Staat.

31.7.1952, Donnerstag

Der Bundesrat wählt den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Reinhold Maier (FDP) für ein Jahr zu seinem Präsidenten. Maier ist damit auch Stellvertreter von Bundespräsident Theodor Heuss.

Ein Aktionsprogramm der SPD setzt sich für einen demokratischen Sozialismus in einer gesamtdeutschen Republik ein. Die Verstaatlichung der Grundstoffindustrien soll den Lebensstandard erhöhen.