Was geschah im Juli 1957

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1.7.1957, Montag

Bei einer Umfrage des sozialwissenschaftlichen Instituts Emnid in Bielefeld sprechen sich 55% der Befragten für die Neutralität der Bundesrepublik Deutschland aus. Im Jahr zuvor waren es noch 62%.

Das Honnefer Modell zur Unterstützung bedürftiger Studenten, das bereits vor anderthalb Jahren erarbeitet wurde, wird erstmals angewendet.

Das Internationale Geophysikalische Jahr beginnt, das bis zum 31. Dezember 1958 andauern soll und in dessen Verlauf aufgrund internationaler Absprachen weltweit geophysikalische Daten gesammelt werden.

Mit 34,3 erlebt Berlin den heißesten Tag seit 54 Jahren.

Die Pekinger Volkszeitung meldet, dass die Regierung der Volksrepublik China gegen ungerechtfertigte Kritiken vorgehen werde, wie sie vor einem Monat in dem Organ veröffentlicht wurden.

2.7.1957, Dienstag

Bei den Londoner Abrüstungsgesprächen legen die Westmächte neue gemeinsame Vorschläge über die vorübergehende zehnmonatige Einstellung von Atomwaffenversuchen vor.

Der demokratische US-Senator John F. Kennedy fordert die amerikanische Regierung auf, ihren Einfluss zur Lösung des Algerienkonflikts geltend zu machen und sich nicht auf “lauwarme Moralpredigten für beide Seiten” zu beschränken. Präsident Dwight D. Eisenhower lehnt eine aktive Intervention der USA zugunsten eines unabhängigen Algerien ab und bezeichnet den Konflikt als innerfranzösisches Problem.

Der Bundestag in Bonn billigt eine Änderung des Kindergeldgesetzes wonach das Kindergeld vom dritten Kind an von 25 DM auf 30 DM monatlich erhöht wird.

Im Iran fordert ein schweres Erdbeben mindestens 3000 Todesopfer.

Zum Abschluss der Berliner Filmfestspiele wird der US-amerikanische Spielfilm “Die zwölf Geschworenen” unter der Regie des US-Amerikaners Sidney Lumet mit dem “Goldenen Bären” ausgezeichnet.

3.7.1957, Mittwoch

Durch das Gesetz zur Alterssicherung der Landwirte, das vom Bundestag gebilligt wird, wird erstmals eine Selbständigengruppe zwangsversichert.

Der Bundestag verabschiedet das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellgesetz).

4.7.1957, Donnerstag

Der luxemburgische Ministerpräsident Joseph Bech beendet seinen zweitägigen Besuch in Bonn.

Der Bundestag verabschiedet das Gesetz über die Errichtung einer Deutschen Bundesbank als Währungs- und Notenbank.

Nach ihrem Ausschluss aus dem ZK der KPdSU am 29. Juni werden Wjatscheslaw M. Molotow, Georgi M. Malenkow und Lasar M. Kaganowitsch nun auch ihrer Regierungs- bzw. Parteiämter enthoben. In der Öffentlichkeit werden sie der “Fraktionstätigkeit” und weiterer Vergehen beschuldigt.

Die Sopranistin Maria Callas gibt in der neuen Kölner Oper ein Gastspiel. Sie singt die Titelrolle in der Oper “La Somnambula” von Vincenzo Bellini.

5.7.1957, Freitag

Gegen die Stimmen der FDP und des Gesamtdeutschen Blocks/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE) billigt der Bundestag in Bonn die Verträge über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM).

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Adolf Heusinger, unterstellt die ersten drei Bundeswehrdivisionen dem Kommando des westlichen Militärbündnisses NATO.

In Aachen beginnt das Internationale Reit- und Springturnier, das bis zum 14. Juli dauert.

6.7.1957, Samstag

Nach fünftägiger Dauer geht in Wien der 5. Kongress der Sozialistischen Internationale zu Ende, an dem über 160 Delegierte aus 40 Ländern teilgenommen haben. Der Kongress beschäftigte sich mit der Abrüstung, der Wiedervereinigung Deutschlands, den Problemen der Entwicklungsländer, der Algerienfrage und dem Zypernproblem.

Die farbige US-Amerikanerin Althea Gibson gewinnt erwartungsgemäß mit einem Zwei-Satz-Sieg über ihre Landsmännin Darlene Hard das Dameneinzel bei den Tennismeisterschaften in Wimbledon.

Das Kamptalkraftwerk Ottenstein in Niederösterreich wird in Betrieb genommen.

In Berlin (West) wird die Internationale Bauausstellung (Interbau) eröffnet, in deren Mittelpunkt das neuerrichtete Hansaviertel steht.

Der Bundestag billigt das Fernstraßen-Ausbaugesetz, das einen Zehn-Jahres-Plan für Neu- und Umbauten von Autobahnen, Bundesstraßen und besonderen Fremdenverkehrsstraßen festlegt.

Zum dritten Mal scheitert der Versuch, im Bundestag mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit eine Grundgesetzänderung durchzusetzen, die als Voraussetzung für das geplante Atomgesetz notwendig ist.

7.7.1957, Sonntag

Überraschend beruft der britische Premierminister Harold Macmillan eine Kabinettssitzung über die Zypernfrage ein, nachdem es die Regierung in London in letzter Zeit abgelehnt hatte, sich weiter mit diesem Problem zu befassen.

8.7.1957, Montag

Aufgrund eines neuen Regierungserlasses werden in der Republik Irland über 60 Angehörige der illegalen Irisch Republikanischen Armee (IRA) verhaftet und in einem Militärlager interniert. Der Erlass ermächtigt zur Verhaftung jeder Person, die nach Auffassung eines Ministers Tätigkeiten ausübt, die den Frieden stören könnten.

Die ersten 125 Kinder aus Berlin (West) werden von der US-amerikanischen Luftwaffe zu ihren Ferieneltern in der Bundesrepublik geflogen. Insgesamt sollen 2000 Berliner Kinder über die “Ferienluftbrücke” transportiert werden.

9.7.1957, Dienstag

Als erstes Bundesland erhält Bayern ein Atomgesetz, das den Bau und den Betrieb von Kernreaktoren und die Anwendung radioaktiver Isotopen regelt.

Der französische Staatspräsident René Coty spricht sich gegen die Unabhängigkeit Algeriens aus.

10.7.1957, Mittwoch

Das Bundeskabinett in Bonn beschließt die Senkung der Zölle für gewerbliche Güter um 25% für die Zeit vom 15. August bis zum Jahresende. Damit sollen Preisauftriebstendenzen gedämpft und die Gläubigerstellung der Bundesrepublik in der Europäischen Zahlungsunion abgebaut werden.

Erst nach mehrfachem Eingreifen des UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld wird ein zehnstündiges Feuergefecht an der israelisch-syrischen Waffenstillstandslinie beendet. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe verletzt zu haben.

11.7.1957, Donnerstag

Das Schwurgericht Nürnberg verurteilt den “Badewannenmörder” Georg Alt aus Fürth zu lebenslanger Haft. Er wurde für schuldig befunden, am 9. Juli 1956 seine Frau Pauline mit einem Stromschlag in der Badewanne getötet zu haben.

Sultan Mohammed Shah, der dritte Träger des Titels Aga Khan, der seinem Großvater von der britischen Königin Victoria verliehen wurde, stirbt in Versoix am Genfer See. Sein Nachfolger als Oberhaupt der Ismailiten und vierter Aga Khan wird sein Enkel, Prinz Karim.

12.7.1957, Freitag

Der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer bezeichnet die Wahlreden des Bundeskanzlers Konrad Adenauer (CDU) als eine Verwilderung der politischen Sitten und ein Abgleiten des Wahlkampfes auf das Niveau der Unanständigkeit. Adenauer hatte auf einer Wahlveranstaltung behauptet, ein Wahlsieg der Sozialdemokraten bedeute den Untergang Deutschlands.

Die US-amerikanische Regierung bringt zur Information der Öffentlichkeit ein 579 Seiten umfassendes “Handbuch der Atomgefahren” heraus. Gleichzeitig läuft in den USA die bislang größte Atomluftschutzübung an.

13.7.1957, Samstag

In Tunis endet die fünfte Tagung des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften, die am 5. Juli begonnen hatte.

Die polnische Regierung in Warschau gestattet den privaten Landerwerb bis zu 15 ha.

Im Beisein von Bundespräsident Theodor Heuss wird in Göttingen das Max-Planck-Institut für Geschichte eröffnet.

14.7.1957, Sonntag

Bei den ersten Wahlen zur ägyptischen Nationalversammlung in Kairo haben die Stimmberechtigten die Wahl zwischen verschiedenen Kandidaten, die jedoch alle vor den Wahlen der Billigung der Regierung bedurften. Im neugewählten ägyptischen Parlament mit 345 Sitzen sind auch zwei weibliche Abgeordnete vertreten.

Olympiasieger Hans Günter Winkler gewinnt zum Abschluss des Internationalen Reit- und Springturniers in Aachen auf Halla den Großen Preis von Aachen vor Alwin Schockemöhle auf Bacchus.

15.7.1957, Montag

Zwischen der Bundesrepublik und Moskau wird der Telexdienst aufgenommen. Eine dreiminütige Verbindung kostet 7,80 DM.

Der spanische Ministerpräsident Luis Carrero Blanco kündigt die Einführung der Monarchie in Spanien nach dem Tod des diktatorisch regierenden Staatschefs General Francisco Franco Bahamonde an.

Zwischen der staatlichen Österreichischen Mineralölverwaltung AG und der Mineralölgesellschaft BP wird ein Konsortialvertrag über gemeinsame Erdölforschung und -förderung in Österreich abgeschlossen.

16.7.1957, Dienstag

US-Verteidigungsminister Charles E. Wilson ordnet die Verringerung der amerikanischen Streitkräfte um 100 000 Mann innerhalb der nächsten sechs Monate an.

Der österreichische Ministerrat in Wien lehnt die Forderung des Aachener Domkapitels ab, die Reichskleinodien auszuliefern.

Beim Absturz einer Linienmaschine der niederländischen Luftverkehrsgesellschaft KLM in der Nähe von Niederländisch-Neuguinea kommen 57 der 68 Insassen ums Leben.

17.7.1957, Mittwoch

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Adolf Heusinger, begrüßt den 100 000. Bundeswehrsoldaten.

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl und seine Frau helfen Genossenschaftsbauern in Waltersdorf (Kreis Königswusterhausen) bei der Maispflege und jäten Unkraut. Etwa 100 Mitarbeiter verschiedener Regierungsstellen haben sich ebenfalls für den Arbeitseinsatz gemeldet.

18.7.1957, Donnerstag

Die französische Wochenschrift “France Observateur” berichtet über Kontaktversuche der französischen Regierung mit algerischen Rebellenführern.

Die Bundesrepublik und Frankreich unterzeichnen ein Abkommen mit der “American Telephone and Telegraph Company” über das Verlegen und den Betrieb eines zweiten Telefonkabels zwischen Europa und Nordamerika. Das Kabel, das im Sommer 1959 mit einem Kostenaufwand von 40 Millionen US-Dollar (164 Millionen DM) verlegt werden soll, kann gleichzeitig 36 Gespräche übertragen. Bisher werden Telefonverbindungen über Funk hergestellt, nur Großbritannien ist seit 1956 durch ein Überseekabel telefonisch mit Nordamerika verbunden.

19.7.1957, Freitag

Der Vorstand der Deutschen Bundesbahn gibt seine Pläne zur wirtschaftlichen Besserstellung des Unternehmens bekannt. u.a. werden Tariferhöhungen im Personen- und im Güterverkehr angestrebt, um die defizitäre Periode zu beenden.

In Südfrankreich kommen beim Entgleisen des Riviera-Paris-Express 24 Menschen ums Leben, 75 werden verletzt.

Auf dem Atomversuchsgelände in Nevada wird zum ersten Mal eine US-amerikanische atomare Luft-Luft-Rakete abgefeuert.

Bei einem Geheimtreffen der Parteiführer von Jugoslawien, Bulgarien und Albanien mit dem sowjetischen Parteichef Nikita S. Chruschtschow werden Möglichkeiten erörtert, wie die Beziehungen zu Albanien verbessert werden können.

Der Bundesrat wählt den Regierenden Bürgermeister von Berlin (West), Otto Suhr, für das am 1. September beginnende Geschäftsjahr zum Präsidenten.

20.7.1957, Samstag

Der Ministerrat der Sowjetunion sperrt die Gewässer von Wladiwostok, dem bedeutendsten Kriegshafen der UdSSR am Pazifik, für ausländische Schiffe und weitet zugleich seine Territorialgewässer in diesem Gebiet aus. Die Maßnahme führt zu heftigem Protest Japans.

21.7.1957, Sonntag

Britische Truppen greifen zugunsten des Sultans von Oman Said Ibn Taimur, in einen Aufstand im Innern des Landes ein.

Die 17-Jährige Peruanerin Gladys Zender wird in Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien zur neuen “Miss Universum” gekürt. “Miss Germany” Gerti Daub, der hohe Chancen auf den Titelgewinn eingeräumt worden waren, landet nur auf dem fünften Platz.

Mit 15:16 min Vorsprung gewinnt der französische Radrennfahrer Jacques Anquetil die Tour de France vor dem Belgier Marcel Janssens und Adolf Christian aus Österreich.

Die Bundesmeisterschaften im Seifenkistenrennen tragen 108 Jungen zwischen elf und 15 Jahren auf einer 340 m langen Rennstrecke in Duisburg aus. Das Ereignis lockt fast 25 000 Zuschauer an.

22.7.1957, Montag

Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (DP) kündigt an, dass künftig der Ausbau des Autobahnnetzes Vorrang vor anderen Straßenbaumaßnahmen haben soll. Künftig sollen jährlich mindestens 200 km Autobahnstrecke neu gebaut werden.

In Bielefeld werden auswärtige Kraftfahrer, die bei falschem Parken, zu schnellem Fahren u. ä. erwischt werden, nicht mehr bestraft, sondern beschenkt. Sie erhalten eine Kunstpostkarte mit einer Bielefelder Sehenswürdigkeit und den Hinweis, dass ihr Vergehen nicht geahndet wird.

23.7.1957, Dienstag

In Moskau werden die deutsch-sowjetischen Regierungsverhandlungen über gegenseitige Wirtschaftsbeziehungen und die Repatriierung der in der Sowjetunion lebenden Deutschen aufgenommen.

Schon zu Beginn der Bayreuther Festspiele sind alle 27 Vorstellungen ausverkauft.

Erstmals in Originalgröße ist in Köln die Alwegbahn zu sehen, ein Einschienenzug, der als billiges Nahverkehrsmittel der Zukunft gilt.

24.7.1957, Mittwoch

Der von Israel gecharterte dänische Frachter “Brigitte Toft” passiert den Suezkanal. Ein israelisches Besatzungsmitglied wird von den ägyptischen Behörden in Suez unter Spionageverdacht verhaftet.

25.7.1957, Donnerstag

In Tunesien wird die seit 250 Jahren bestehende Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. Die verfassunggebende Versammlung wählt den bisherigen Ministerpräsidenten Habib Burgiba zum ersten Präsidenten der Republik.

Nach Auskunft des Bundesernährungsministeriums bleibt Obst in diesem Jahr teuer und knapp, weil die schlechte Inlandsernte durch Importe nicht ausgeglichen werden kann.

Der Kölner Bahnhofsbuchhändler Gerhard Ludwig eröffnet den ersten Taschenbuchladen in der Bundesrepublik, der zugleich auch der erste Selbstbedienungsladen im deutschen Buchhandel ist.

26.7.1957, Freitag

52% der Bundesbürger glauben nicht, dass eine Wiedervereinigung Deutschlands in absehbarer Zeit auf friedlichem Weg möglich ist – dies ist das Ergebnis einer Repräsentativumfrage des Emnid-Instituts.

27.7.1957, Samstag

Als ersten Schritt zur Wiedervereinigung schlägt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl die Bildung einer gesamtdeutschen Föderation vor. Dadurch werde jedes Herrschaftsverhältnis des einen über den anderen deutschen Staat ausgeschlossen.

Im britischen Fernsehen wird eine Geburt direkt übertragen.

Trotz regnerischen Wetters werden die Salzburger Festspiele in der Felsenreitschule eröffnet. Herbert von Karajan dirigiert die von ihm inszenierte Oper “Fidelio” von Ludwig van Beethoven.

28.7.1957, Sonntag

Der französische Verteidigungsminister André Morice gibt bekannt, dass Frankreich in Ostalgerien eine mit Stacheldraht und Wachttürmen befestigte Grenzlinie aufbaut, die eine Unterstützung der Algerier von tunesischem Gebiet aus verhindern soll.

Auf den New Yorker Polo Grounds verteidigt der Schwergewichts-Weltmeister im Profiboxen, Floyd Patterson, seinen Titel gegen Herausforderer Tommy Jackson.

In Argentinien werden die 205 Abordneten einer verfassunggebenden Versammlung gewählt. Dabei erhalten die eine Verfassungsreform befürwortenden Parteien 115 Sitze, deren Gegner 90 Mandate. Etwa ein Drittel der abgegebenen Stimmen sind weiße Zettel, die von den Anhängern des 1955 gestürzten Präsidenten Juan Domingo Perón stammen.

29.7.1957, Montag

Die Botschafter der drei Westmächte und Bundesaußenminister Heinrich von Brentano (CDU) unterzeichnen in Berlin (West) ein Zwölf-Punkte-Programm über die gemeinsame Politik zur Wiedervereinigung Deutschlands.

US-Außenminister John Foster Dulles legt bei den Abrüstungsgesprächen in London einen gemeinsamen Luft- und Bodeninspektionsplan der Westmächte vor.

Fußball-Nationalspieler Helmut Rahn wird vom Deutschen Fußball-Bund vorläufig aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen.

30.7.1957, Dienstag

Nach einer Untersuchung des Deutschen Medizinischen Informationsdienstes sind Jugendliche zwischen zwölf und 14 Jahren gegenüber der vorangegangenen Generation um 10 bis 12 cm größer geworden. Der Informationsdienst warnt vor möglichen Haltungsschäden, die entstehen können, weil die Schulbänke den neuen Körpermaßen nicht angepaßt und die modernen Nierentische, an denen viele Jugendliche ihre Hausaufgaben erledigen, zu niedrig sind.

31.7.1957, Mittwoch

In der Bundesrepublik erreicht die Arbeitslosenzahl im Juli den tiefsten Stand seit Kriegsende. Die Zahl hat sich gegenüber dem Vormonat um 63 422 auf 390 250 verringert, davon 204 381 Männer und 185 869 Frauen.

In Österreich liegt die Zahl der Arbeitslosen Ende Juli bei knapp 65 000 und erreicht damit den niedrigsten Stand seit 1918.

Chroniknet