Was geschah im Juli 1959

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1.7.1959, Mittwoch

Die Mehrheit des israelischen Parlaments billigt einen Vertrag über Waffenlieferungen an die Bundesrepublik und stellt sich damit hinter die in Israel heftig umstrittene Politik von Ministerpräsident David Ben Gurion.

In der Vereinigten Arabischen Republik wird ein Gesetz wirksam, nach dem im Schriftverkehr von Behörden und Firmen ausschließlich arabische Schriftzeichen verwendet werden müssen.

Für eine Reihe von Konsumgütern des Massenbedarfs wie Fahrräder und Uhren treten in der Sowjetunion Preissenkungen zwischen 16 und 21% in Kraft.

In der bayerischen Kleinstadt Wörth treten der Bürgermeister sowie die Stadträte zurück, um gegen die Auflösung der dortigen Amtsgerichtszweigstelle zu protestieren. Aus dem gleichen Grund treten die öffentlichen Bediensteten in einen Streik.

In Berlin (West) wählt die Bundesversammlung den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Heinrich Lübke (CDU), zum neuen Bundespräsidenten.

2.7.1959, Donnerstag

Durch ein Großfeuer im Pentagon, dem Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums, werden wichtige Geheimdokumente vernichtet. Es entsteht ein Sachschaden von umgerechnet 125 Millionen DM.

Die Sowjetunion schießt eine Rakete mit zwei Hunden und einem Kaninchen an Bord in den Weltraum, die nach der Landung am 6. Juli unversehrt geborgen werden.

In Brüssel findet die Hochzeit des belgischen Kronprinzen Albert mit der italienischen Prinzessin Paola Ruffo di Calabria statt.

3.7.1959, Freitag

Der französische Verteidigungsminister Pierre Guillaumat kündigt in einem Rundfunkinterview an, dass Frankreich demnächst über Atomwaffen verfügen werde.

Die Verhandlungen des UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld mit der Regierung der Vereinigten Arabischen Republik in Kairo über die Öffnung des Suezkanals für israelische Schiffe enden ohne Ergebnis.

Auf einer internationalen Konferenz in Kopenhagen gegen Verschmutzung der Meere durch Öl wird ein totales Verbot für die Ölentleerung durch Schiffe auf See gefordert.

4.7.1959, Samstag

Beim Tennisturnier in Wimbledon siegen der Peruaner Alejandro Olmedo und die Brasilianerin Maria Esther Bueno im Einzel.

In Dänemark und Indonesien werden deutsche Vermögenswerte, die während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt worden waren, wieder freigegeben.

5.7.1959, Sonntag

Der israelische Ministerpräsident David Ben Gurion tritt nach Differenzen im Kabinett über das Waffengeschäft mit der Bundesrepublik von seinem Amt zurück.

Der indonesische Staatspräsident Achmed Sukarno löst die Verfassunggebende Versammlung des Landes auf und setzt die Verfassung außer Kraft. Er selbst erhält dadurch nahezu diktatorische Vollmachten.

In der Berliner Deutschlandhalle verteidigt Gustav “Bubi” Scholz mit einem Punktsieg über Hanswerner Wohlers seinen Titel als Box-Europameister im Mittelgewicht.

6.7.1959, Montag

Das Saarland, das bisher zum französischen Währungsgebiet gehörte, wird in das bundesdeutsche Wirtschaftsgebiet eingegliedert.

7.7.1959, Dienstag

Der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer verzichtet darauf, 1961 erneut als Kanzlerkandidat seiner Partei bei den Bundestagswahlen anzutreten.

Vor dem Landgericht München beginnt der sog. Spielbankenprozess, in dem u.a. drei Politiker der Bayernpartei wegen Meineids unter Anklage stehen. Sie sollen bestochen worden sein, um für die Einrichtung von Spielbanken in Bayern zu stimmen.

Die Jury der IX. Internationalen Filmfestspiele in Berlin (West) verleiht den Goldenen Bären dem französischen Film “Les Cousins” von Claude Chabrol (deutscher Titel: “Schrei, wenn du kannst”).

Martin Lauer stellt in Zürich innerhalb einer Stunde zwei Weltrekorde auf. Er läuft die 110 m Hürden in 13,2 sec und die 200 m Hürden in 22,5 sec.

8.7.1959, Mittwoch

Der bisherige Berliner Senatsdirektor für Volksbildung, Heinrich Albertz (SPD), wird Chef der Senatskanzlei.

Bei der Explosion eines dänischen Motorschiffes in Nordschleswig kommen 53 Menschen ums Leben.

9.7.1959, Donnerstag

Die Münchner SPD nominiert den 33-Jährigen Rechtsreferenten Hans-Jochen Vogel zum Kandidaten für die Wahl des Oberbürgermeisters im Frühjahr 1960.

Von Bremen läuft das mit 32 360 BRT größte bundesdeutsche Passagierschiff “Bremen” zu seiner Jungfernfahrt aus.

Mit einem einstündigen Streik protestieren über 200 000 Saarländer in mehreren Städten des Bundeslandes gegen die nach ihrer Meinung überhöhten Preise nach der wirtschaftlichen Eingliederung in die Bundesrepublik.

10.7.1959, Freitag

Die CDU bringt einen Gesetzesentwurf in den Bundestag ein, der die Übernahme des Volkswagenwerkes in den Besitz des Bundes und eine spätere Privatisierung des Unternehmens vorsieht.

In Italien treten eine Million Arbeiter in der Metallindustrie in einen auf fünf Tage befristeten Streik, um Lohnerhöhungen zwischen 13 und 18% durchzusetzen.

11.7.1959, Samstag

In Luxemburg wird ein Ausgleichsvertrag zwischen der Bundesrepublik und Luxemburg unterzeichnet. Darin verpflichtet sich die Bundesrepublik zu Wiedergutmachungsleistungen für im Zweiten Weltkrieg erlittenes Unrecht in Höhe von 90 Millionen DM. Luxemburg gibt die beschlagnahmten deutschen Vermögen frei.

Zum Abschluss des Staatsbesuchs des äthiopischen Kaisers Haile Selassie I. in Moskau wird ein Handels- und Kulturabkommen zwischen der Sowjetunion und Äthiopien abgeschlossen.

In Kassel wird die documenta II eröffnet, auf der bis zum 11. Oktober 700 Bilder, 250 Plastiken und 300 druckgrafische Blätter ausgestellt sind.

Mit 37,8 im Schatten wird in Berlin der heißeste Tag seit 1830 registriert.

12.7.1959, Sonntag

Beim Deutschen Springderby in Hamburg siegt Fritz Thiedemann aus Elmshorn auf Retina vor Alwin Schockemöhle auf Ramona. Den dritten Platz belegt Thiedemann auf Godewind.

13.7.1959, Montag

Als Demonstration für Frieden und Freiheit zum Wiederbeginn der Genfer Außenministerkonferenz ruht im Bundesgebiet und in Berlin (West) für zwei Minuten die Arbeit. Nach dreiwöchiger Verhandlungspause treten in Genf die Außenminister erneut zu Beratungen über einen Friedensvertrag mit Deutschland zusammen.

Der frühere US-Botschafter in der Sowjetunion und Gouverneur von New York, Averell Harriman, plädiert für die De-facto-Anerkennung der DDR und löst damit heftige Proteste in der Bundesrepublik aus.

14.7.1959, Dienstag

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist die Begrenzung der Redezeit im Bundestag und ihre Aufteilung nach der Stärke der Fraktionen nicht grundgesetzwidrig. Mehrere SPD-Abgeordnete hatten gegen diese Geschäftsordnungspraxis Klage eingereicht, da die Redezeiten der Regierungsmitglieder nicht gerechnet werden.

Der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow trifft zu einem zehntägigen Besuch der Volksrepublik Polen in Warschau ein.

In den USA beginnt ein unbefristeter Streik von 500 000 Stahlarbeitern. Die Stahlarbeitergewerkschaft fordert die Erhöhung des Stundenlohnes um 15 Cents (etwa 63 Pfennig) und bessere Sozialleistungen. Durch den Streik werden über 90% der Stahlproduktion stillgelegt.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt das vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Errichtung der Stiftung “Preußischer Kulturbesitz” für verfassungsgemäß. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen hatten eine Normenkontrollklage eingereicht.

15.7.1959, Mittwoch

Vor dem Kongress der Sozialistischen Internationale in Hamburg fordert der Vorsitzende der britischen Labour Party und Oppositionsführer im Unterhaus, Hugh Gaitskell, die Neutralisierung eines in Zukunft wiedervereinigten Deutschlands.

Als Übergang von der alten Währung zum neuen “harten” Franc werden in Frankreich Banknoten ausgegeben, auf die beide Werte aufgedruckt sind. Die endgültige Umstellung auf den neuen Franc soll am 1. Januar 1960 wirksam werden.

16.7.1959, Donnerstag

Der japanische Ministerpräsident Nobosuke Kischi trifft zu einem offiziellen Besuch in der Bundesrepublik ein.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verurteilt sechs Mitglieder der seit 1956 verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wegen illegaler Betätigung für eine verfassungswidrige Organisation zu Freiheitsstrafen zwischen 12 und 30 Monaten.

Auf der Genfer Außenministerkonferenz schlägt der US-amerikanische Außenminister Christian A. Herter vor, die Vereinten Nationen (UNO) mit der Überwachung subversiver Aktionen in beiden Teilen Berlins zu beauftragen.

Nach schwierigen Koalitionsverhandlungen mit der Sozialistischen Partei (SPÖ) stellt der österreichische Bundeskanzler Julius Raab (ÖVP) sein drittes Kabinett vor. Neuer Außenminister ist der bisherige Staatssekretär Bruno Kreisky (SPÖ).

In den niedersächsischen Küstengebieten beginnt die Jagdsaison auf Robben. 400 Robben sind im diesem Jahr zum Abschuss freigegeben.

17.7.1959, Freitag

Der saarländische Landtag in Saarbrücken verabschiedet ein Wiedergutmachungsgesetz, das allen Bewohnern Entschädigungen zubilligt, die in der Zeit der französischen Verwaltung des Landes gegen die Lostrennung der Saar von Deutschland protestiert und deswegen Nachteile erlitten hatten.

Der kubanische Staatspräsident Manuel Urrutía Lleo wird durch scharfe Angriffe von Ministerpräsident Fidel Castro zum Rücktritt gezwungen. Sein Nachfolger wird der bisherige Minister für revolutionäre Gesetzgebung, Osvaldo Dorticós Torrado. Castro hatte zuvor seinen Rücktritt erklärt, der jedoch von Dorticós nicht angenommen wird.

Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach hat Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) wegen seiner Entscheidung, auf das Amt des Bundespräsidenten zu verzichten und Kanzler zu bleiben, an Popularität eingebüßt. Während im Mai 48% der Befragten mit seiner Politik einverstanden waren, geht die Zustimmung im Juli auf 43% zurück.

18.7.1959, Samstag

Als erster Schritt einer Wirtschaftsreform in Spanien wird der Kurs der Peseta um 40% abgewertet. Für 100 Peseten müssen nun 7 DM gezahlt werden.

Der Spanier Federico Bahamontes gewinnt die 46. Tour de France vor den Franzosen Henri Anglade und Jacques Anquetil.

19.7.1959, Sonntag

Neun Mitglieder eines südafrikanischen Jazzorchesters bitten während einer Konzerttournee in Schweden um politisches Asyl.

Im Dom zu Trier wird der “Heilige Rock” Christi zum zweiten Mal in diesem Jahrhundert ausgestellt.

20.7.1959, Montag

Da wegen der anhaltenden Trockenheit die Milch in der DDR rationiert ist, bietet die Bundesregierung Milchlieferungen an. Die DDR-Behörden weisen dieses Angebot zurück.

Der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow sagt seinen geplanten Besuch der skandinavischen Länder ab. Zur Begründung führt er die angeblich unfreundliche Haltung der Öffentlichkeit dieser Länder gegenüber der Sowjetunion an.

In Stockholm einigen sich die Vertreter der skandinavischen Staaten, Österreichs, Portugals, der Schweiz und Großbritanniens über die Bildung einer Freihandelszone (EFTA).

Spanien wird als 18. Mitglied in die Europäische Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) aufgenommen. Das Land erhält von der OEEC einen Kredit in Höhe von umgerechnet 420 Millionen DM.

In Anwesenheit von Schriftstellern und Dichtern aus 38 Ländern wird in der Frankfurter Paulskirche der XXX. Kongress des PEN-Club eröffnet, der bis zum 25. Juli dauert.

21.7.1959, Dienstag

Der US-amerikanischen Luftwaffe gelingt es, eine Interkontinentalrakete vom Typ “Atlas” 9000 km weit zu schießen und den Raketenkopf im Südatlantik zu bergen. Damit gelingt erstmals die Bergung einer Raketenspitze.

In der Hafenstadt Camden (US-Bundesstaat New Jersey) Läuft das erste atomgetriebene Handelsschiff, die “Savannah”, vom Stapel.

Nach einem Bericht des Deutschen Industrieinstituts in Köln sind in der DDR 43,5% aller Frauen berufstätig. In der Bundesrepublik beträgt der Anteil weiblicher Beschäftigter etwa 34%.

22.7.1959, Mittwoch

Bei den Feiern zum 15. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik Polen bekräftigt der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow die Forderung nach einem Friedensvertrag mit Deutschland und nach Festschreibung der bestehenden Grenzen.

Zum ersten Mal wird in einem bundesdeutschen Wirtschaftszweig die 42,5-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich tarifvertraglich festgelegt. Darauf einigen sich in Frankfurt am Main der Arbeitgeberverband der Süßwarenindustrie und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die Regelung tritt am 1. Januar 1960 in Kraft.

Der bundesdeutsche Spielfilm “Der Rest ist Schweigen” läuft in den Kinos an. Darin adaptiert Helmut Käutner die Handlung aus William Shakespeares “Hamlet” und überträgt sie auf die Finanzwelt des Ruhrgebiets.

23.7.1959, Donnerstag

Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Richard M. Nixon, trifft zu einem offiziellen Besuch in der Sowjetunion ein, wo er sich bis zum 2. August aufhalten will.

In Algerien beginnen die französischen Truppen die bisher größte Offensive gegen die algerischen Widerstandskämpfer in den Kabylischen Bergen.

Die Regionalregierung in Trient (Italien) verabschiedet ein Sprachengesetz für Südtirol.

Mit Wieland Wagners Neuinszenierung des “Fliegenden Holländer” beginnen in Bayreuth die Richard-Wagner-Festspiele 1959.

24.7.1959, Freitag

Das Deutsche Industrieinstitut in Köln teilt mit, dass der Anteil der Volksschüler an den Schulentlassenen von 85% im Jahre 1950 auf 74% gesunken ist. Derzeit beträgt der Anteil der Mittelschüler 16,4%, und 9,7% aller Schüler legen die Abiturprüfung ab.

Der Internationale Juristenkongress in Genf beschuldigt die Volksrepublik China, durch Massenhinrichtungen von Tibetern und systematische Verschleppung von Kindern die tibetische Nation ausrotten zu wollen.

Wissenschaftler der japanischen Regierung finden erstmals Spuren von Cäsium 137 im menschlichen Knochenmark. Cäsium 137 ist ein gesundheitsschädigendes radioaktives Element, das nur durch Kernexplosionen erzeugt werden kann.

25.7.1959, Samstag

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge protestiert gegen die von den chinesischen Behörden vorgesehene Auflösung der deutschen Friedhöfe in China. Dort ruhen 800 Tote aus dem Ersten Welt krieg und aus der Zeit vor 1914.

Der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft billigt den Beitritt Griechenlands als assoziiertes Mitglied.

Wegen Versorgungsengpässen übernimmt die DDR von der Bundesrepublik 2000 Rinder im Gegenwert von 2 Millionen Verrechnungseinheiten.

26.7.1959, Sonntag

Der kubanische Ministerpräsident Fidel Castro, der am 17. Juli seinen Rücktritt erklärt hatte, nimmt die Amtsgeschäfte wieder auf.

In Wien werden die “7. Weltfestspiele der Jugend und Studenten” eröffnet, an denen fast ausschließlich Verbände aus dem Ostblock teilnehmen.

Drei Briten überqueren mit einer “fliegenden Untertasse” den Ärmelkanal zwischen Calais und Dover. Das “Hovercraft”, das unter sich ein komprimiertes Luftkissen erzeugt, auf dem es über das Wasser gleitet, benötigt für die 35 km lange Strecke 123 Minuten.

In Abwesenheit ihres Leiters Herbert von Karajan, der sich in Italien zur Kur aufhält, beginnen die Salzburger Festspiele. Sie dauern bis zum 31. August.

Mit der 22-Jährigen Japanerin Akiko Kojima wird in Long Beach (USA) zum ersten Mal eine Asiatin zur “Miss Universum” gekürt.

27.7.1959, Montag

Mit mäßigen Umsätzen beginnt in den Großstädten der Bundesrepublik der Sommerschlussverkauf. Nur im Saarland, das erst am 6. Juli wirtschaftlich eingegliedert wurde, stößt der erste Schlussverkauf auf starkes Interesse.

Im Kölner Wallraf-Richartz-Museum öffnet bis zum 16. August die Ausstellung “100 Jahre Photographie” ihre Tore.

Im Notaufnahmelager Marienfelde in Berlin (West) wird der 50 000. Flüchtling aus der DDR in diesem Jahr registriert.

28.7.1959, Dienstag

Der SPD-Parteivorstand ermahnt den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), zur Linie der Partei zurückzukehren. Der SDS hatte auf seinem Frankfurter Kongress im Mai Verständnis für die Politik der DDR in der Frage der Wiedervereinigung Deutschlands gezeigt.

Bei einem Grubenunglück in Herne werden sieben Bergleute getötet.

29.7.1959, Mittwoch

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hebt das Vorrecht des Vaters bei der Erziehung der Kinder auf.

Die in Genf versammelten Außenminister der vier Großmächte beschließen die Konferenz am 5. August zu beenden, auch wenn bis dahin keine Einigung in der Berlin-Frage erzielt worden ist.

Über 5000 algerische Strafgefangene in den französischen Gefängnissen treten in einen Hungerstreik, weil ihnen die Anerkennung als politische Gefangene verweigert wird.

Ein Sprecher des britischen Medizinischen Forschungsrates gibt in London bekannt, dass mehrere britische Wissenschaftler eine unbekannte Menge Strontium zu sich genommen haben, um die Wirkung dieses schädlichen Abfallprodukts der Wasserstoffbombe auf den menschlichen Körper zu testen.

30.7.1959, Donnerstag

Die Sowjetunion gewährt Indien einen Kredit in Höhe von umgerechnet 1,6 Milliarden DM. Von den USA wird ein Kredit in fünffacher Höhe erwartet.

Die Grenze zu Syrien, die Jordanien im Juni nach Grenzzwischenfällen geschlossen hatte, wird wieder geöffnet.

Auf dem dreitägigen Kongress des Guttempler-Ordens in Frankfurt am Main wird auf eine erhebliche Steigerung des Alkoholkonsums innerhalb der Familie hingewiesen.

31.7.1959, Freitag

Der Schriftstellerverband PEN-Club lehnt die Aufnahme des ungarischen PEN- Zentrums in die internationale Vereinigung ab. Er wirft ihm kommunistische Tendenzen vor.

Wegen der angespannten Fleischversorgung bestimmt die polnische Regierung jeden zukünftigen Montag zum fleischlosen Tag.