Was geschah im Juli 1961

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1.7.1961, Samstag

Einen Krieg ohne Ende kündigt die algerische Befreiungsbewegung FLN (Front de Libération National) für den Fall an, dass der französische Staatspräsident Charles de Gaulle die Drohung einer Teilung Algeriens wahrmacht.

Großbritannien und Saudi-Arabien beginnen mit der Entsendung von Truppen nach Kuwait, um die Annexionsforderungen des Irak abzuwehren.

Im Bankengewerbe der Bundesrepublik wird die Fünf-Tage-Woche eingeführt. Von jetzt an werden jeden Samstag die Banken geschlossen bleiben.

Zur ersten Hauptversammlung der Volkswagen-AG kommen rund 7000 Kleinaktionäre in die VW-Stadt Wolfsburg.

2.7.1961, Sonntag

Von 5,5 Millionen Menschen im Alter von über 65 Jahren leben 64% allein, 20% als Ehepaare ohne Anhang und 16% im Haushalt der Kinder, wie auf dem Ersten Bundes-Altenkongress der Katholiken Deutschlands in Gelsenkirchen bekannt wird.

Kurz vor der Landung in Buenos Aires stürzt ein argentinisches Flugzeug ab und geht in Flammen auf. Aus den brennenden Trümmern können 13 Menschen lebend, wenn auch zum Teil schwer verletzt, gerettet werden. 22 Personen werden getötet.

3.7.1961, Montag

In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul wird der Führer des Militärputsches vom 16. Mai, General Chang Do Yung, entmachtet. Der bisherige “zweite” Mann, General Park Chung Hee, wird Alleinherrscher.

Die finnische Regierung reicht ihren Rücktritt ein, nachdem Ministerpräsident Väinö Johannes Sukselainen auf eigenen Wunsch von seinem Amt entbunden worden ist.

Sprengstoffanschläge in Südtirol und die Gegenmaßnahmen der italienischen Behörden haben den Fremdenverkehr in diesem Gebiet nach Schätzungen des staatlichen Reisebüros in Bozen um 75% absinken lassen. Der Einnahmeverlust wird für dieses Jahr auf rund 30 Milliarden Lire (192 Millionen DM) geschätzt.

Die wöchentliche Arbeitszeit einer Hausfrau beträgt mehr als 130 Stunden, hat das Statistische Bundesamt im Auftrag des Hausfrauenbundes ermittelt. Im Bericht des Amtes heißt es, dass eine Durchschnitts-Hausfrau in einem städtischen Vier-Personen-Arbeitnehmer-Haushalt im Monat 522,7 Stunden arbeitet.

4.7.1961, Dienstag

Der Goldene Berliner Bär, der große Preis der Berliner Filmfestspiele, wird an den Film “Die Nacht” des italienischen Regisseurs Michelangelo Antonioni verliehen. Bernhard Wicki erhält den Silbernen Bären für “Das Wunder des Malachias”. Die Darstellerpreise gehen an die Schauspieler Peter Finch (“Und morgen alles” Großbritannien) und Anna Karina (“Eine Frau ist eine Frau”, Frankreich).

5.7.1961, Mittwoch

Zu einem dreitägigen Staatsbesuch trifft Bundespräsident Heinrich Lübke in der Schweiz ein. Es ist seit dem Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. 1912 der erste Besuch eines deutschen Staatsoberhauptes in der Schweiz.

Ihre Bedenken gegen “automatische Fremdenführer” in den römischen Kirchen hat die päpstliche Kongregation für Fragen des Kultus jetzt zurückgestellt. Es ist den Bischöfen nun selbst überlassen, ob sie solche Geräte in ihren Kirchen aufstellen lassen wollen oder nicht. Touristen können mit Hilfe dieser Geräte, wenn sie eine Münze einwerfen und einen Hörer abnehmen, in mehreren Sprachen Auskünfte über die Sehenswürdigkeiten der Kirche erfahren.

Zusammenstöße zwischen französischem Militär und Moslems in Algerien fordern eine große Zahl von Toten: Etwa 100 Menschen kommen ums Leben.

6.7.1961, Donnerstag

Die französische Nationalversammlung in Paris fordert ein größeres Mitspracherecht in der Politik.

Einen militärischen Freundschafts- und Beistandspakt “für den Fall eines fremden Angriffs” schließen die Sowjetunion und Nordkorea in der sowjetischen Hauptstadt Moskau.

Der 47-Jährige Julius Kardinal Döpfner, Bischof von Berlin, wird zum Erzbischof von München-Freising und damit zum Nachfolger des verstorbenen Kardinals Joseph Wendel ernannt.

7.7.1961, Freitag

Die Sowjetunion legt ihr 95. Veto im Weltsicherheitsrat ein und bringt damit einen britischen Entschließungsentwurf zur Kuwait-Krise zu Fall, mit dem sich der Sicherheitsrat für die territoriale Unabhängigkeit und Integrität Kuwaits aussprechen sollte. Zurückgewiesen wird auch ein Resolutionsentwurf der Vereinigten Arabischen Republik, der den sofortigen Abzug der britischen Truppen aus Kuwait fordert. Für diese Entschließung sprechen sich außer der VAR nur die Sowjetunion und Sri Lanka aus.

Rod Laver (Australien) gewinnt das Tennisfinale in Wimbledon gegen Charles McKinley (USA) 6:3, 6:1, 6:4.

8.7.1961, Samstag

Nach 30-Jähriger Einparteienherrschaft führt das erste öffentliche Auftreten von Oppositionsparteien in der Dominikanischen Republik zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen politischen Gegnern, bei denen 21 Menschen verletzt werden.

Angela Mortimer aus Großbritannien gewinnt das Wimbledon-Damenfinale gegen ihre Landsmännin Christine Truman in drei Sätzen 4:6, 6:4, 7:5.

108 Personen sterben bei einer Grubenexplosion auf der Dukla-Zeche bei Mährisch-Ostrau (CSSR).

Bei einem Großbrand auf dem portugiesischen Truppentransporter “Save” kommen vor der portugiesischen Kolonie Moçambique in Afrika 259 Menschen ums Leben.

9.7.1961, Sonntag

In der Türkei wird eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung durchgeführt. Die mit 62% der Stimmen angenommene Verfassung der Republik Türkei sieht einen “nationalen, demokratischen Rechtsstaat” vor mit parlamentarisch-demokratischer Regierungsform. Neuer Staatspräsident wird am 26. Oktober General Cemal Gürsel, der im Vorjahr nach einem Putsch die Macht übernommen hatte.

Zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Griechenland wird ein Assoziierungsvertrag unterzeichnet.

10.7.1961, Montag

In Norditalien und Südtirol finden Sprengstoffanschläge auf Eisenbahnlinien statt.

11.7.1961, Dienstag

Im Prozess gegen die Offiziere des Algerienputsches werden in Paris die Urteile verkündet. Die Generale Raoul Salan und Edmond Jouhaud werden in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Das niederländische Verteidigungsministerium ordnet eine sofortige Untersuchung der Funkertruppe auf radioaktive Vergiftungserscheinungen an. Wie in Den Haag mitgeteilt wird, ist entdeckt worden, dass der Anstrich der Wählerscheiben der kürzlich an die Armee gelieferten Funkgeräte hochgradig radioaktiv ist. Bei einer Routineuntersuchung sind kurz zuvor in Delft erste Vergiftungserscheinungen entdeckt worden.

12.7.1961, Mittwoch

Der deutsche Bundestag verabschiedet einstimmig den Gesetzentwurf zur Förderung der Vermögensbildung von Arbeitnehmern (312-Mark-Gesetz).

Etwa 40 000 bis 50 000 Arbeitskräfte fehlen zur Zeit in den acht Verwaltungsbezirken von Berlin (Ost).

Die französische Fremdenlegion öffnet ihre Werbebüros wieder und nimmt die nach dem Algerienputsch vorübergehend unterbrochene Rekrutierung wieder auf.

Die italienische Regierung in Rom verfügt einen Visumzwang für Österreicher.

13.7.1961, Donnerstag

Einheiten der sowjetischen Seestreitkräfte halten seit zwei Wochen große Manöver im Nordatlantik ab. Wie die Osloer Zeitung “Aftenposten” meldet, finden die Manöver in den Gewässern zwischen der Insel Jan Mayen, Island und der Nordspitze von Großbritannien statt.

Die Zahl der Studenten an Ingenieurschulen und Technischen Hochschulen in der Bundesrepublik hat sich in den letzten sechs Jahren nahezu verdoppelt. Wie der Deutsche Akademische Austauschdienst mitteilt, stieg die Zahl der Studenten technischer Fachrichtungen in der Zeit von 1954/55 bis 1960/61 von 58 683 auf 101 598. Während sich die Zahl der Ingenieurschulstudenten in dieser Zeit von 29 015 auf 45 168 erhöhte, nahm die Zahl der Studenten an Technischen Hochschulen von 29 668 auf 56 430 zu. Z. Zt. studieren 8646 ausländische Studenten technische Fächer in der Bundesrepublik.

14.7.1961, Freitag

Die Sozialenzyklika “Mater et Magistra” von Papst Johannes XXIII. wird in Rom veröffentlicht.

Nach dem Rücktritt der finnischen Regierung am 3. Juli wird Martin Johannes Miettunen mit einer Minderheitsregierung der Bauernpartei neuer Regierungschef in Helsinki.

Die Schweizer Regierung spricht sich gegen einen Antrag der Kommunistischen Partei aus, in die Verfassung einen Artikel aufzunehmen, der die Herstellung, den Erwerb oder die Lagerung von Atomwaffen in der Schweiz verbietet. Über die kommunistische Forderung wird, nachdem sie durch 73 000 Stimmberechtigte unterstützt worden ist, im Frühjahr 1962 durch eine Volksabstimmung entschieden werden.

15.7.1961, Samstag

Gegenwärtig haben nach Angaben des Deutschen Industrie-Instituts von den 21 Millionen Beschäftigten in der Bundesrepublik rund zehn bis elf Millionen die Fünf-Tage-Woche (etwa 50%). Im Oktober 1959 war nur für 8,7 Millionen (43,5%) der damals etwa 20 Millionen Beschäftigten die Fünf-Tage-Woche verwirklicht.

16.7.1961, Sonntag

Der französische Radsportler Jacques Anquetil gewinnt zum zweiten Mal (nach 1957) die Tour de France die am 25. Juni begonnen hat.

In Moskau geht der zweitägige Leichtathletik-Länderkampf zwischen der UdSSR und den Vereinigten Staaten zu Ende.

17.7.1961, Montag

In ihren Antwortnoten auf das sowjetische Deutschland-Memorandum vom 4. Juni weisen die Westmächte die Behauptung zurück, dass Berlin auf dem Territorium der DDR liege. Frankreich, Großbritannien und die USA betonen erneut ihr Recht auf ihren Aufenthalt in Berlin aufgrund der Vereinbarungen der Siegermächte von 1945 und 1946.

18.7.1961, Dienstag

Die Staats- und Regierungschefs der sechs Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beraten in Bad Godesberg.

Österreich meldet das Südtirolproblem für die nächste Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York an.

19.7.1961, Mittwoch

Das Prinzip “gleicher Lohn für gleiche Arbeit” wird nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in vielen Betrieben zuungunsten der Frauen umgangen. Formalrechtlich sei das Problem gleicher Entlohnung für gleiche Arbeit in den meisten Arbeitsverträgen gelöst. Mit Hilfe von “vorgeschalteten” oder “nachgeschalteten” Lohngruppen sei jedoch auch weiterhin eine ungleiche Bezahlung möglich.

Um eine Räumung des französischen Flottenstützpunktes Biserta durchzusetzen, wird die Militärbasis von tunesischen Truppen blockiert.

20.7.1961, Donnerstag

Die Friedensverhandlungen zwischen Frankreich und der algerischen Exilregierung über die Zukunft Algeriens werden nach rund fünfwöchiger Pause im Château d’Allaman bei Lugrin am Genfer See wieder aufgenommen. Verhandlungsleiter sind der algerische Außenminister Krim Belkassem und der französische Algerienminister Louis Joxe.

Nach langen Beratungen wird das Ölscheichtum Kuwait als vollberechtigtes Mitglied in die Arabische Liga aufgenommen. Daraufhin verlässt Irak die Versammlung.

Die 15. Ruhrfestspiele in Recklinghausen, die am 31. Mai begonnen haben, gehen zu Ende. Mehr als 55 000 Besucher sahen die insgesamt 51 Aufführungen.

21.7.1961, Freitag

Dem US-Fliegerhauptmann Virgil I. Grissom gelingt an Bord des Raumschiffes “Liberty Bell” die Wiederholung des Fluges von Alan Shepard vom 5. Mai.

In Bregenz am Bodensee beginnen die Bregenzer Festspiele. Zur Eröffnung werden auf der schwimmenden Bühne im See “Der Zigeunerbaron” von Johann Strauß (Sohn) und das Ballett “Romeo und Julia” von Sergei Prokofjew aufgeführt. Die Veranstaltungen dauern bis zum 20. August.

22.7.1961, Samstag

Wegen der starken Verschmutzung des Rheinwassers muss der Stadtrat von Ludwigshafen das einzige Rhein-Strandbad der Stadt schließen. Bei Wasserproben im September 1959 waren in 100 cm Wasser 60 000 Colikeime (Kot-Bakterien) festgestellt worden. Im Juni 1960 waren es 1,5 Millionen Bakterien.

23.7.1961, Sonntag

Rund 50 000 Zuschauer bei insgesamt 28 Aufführungen werden zu den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen erwartet, die heute mit Wieland Wagners Neuinszenierung des “Tannhäuser” unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Sawallisch eröffnet werden. Die Festspiele dauern bis zum 25. August.

Auf Burg Hechingen in Süddeutschland feiert die Familie Hohenzollern ihr 900-Jähriges Bestehen.

In Berlin geht der 10. Deutsche Evangelische Kirchentag mit einer Schlusskundgebung vor 90 000 Besuchern im Olympiastadion zu Ende. Der Kirchentag hatte am 19. Juli begonnen.

Aufgrund eines Appells des UNO-Sicherheitsrates vom 22. Juli herrscht in Biserta Waffenruhe zwischen den französischen und tunesischen Truppen.

24.7.1961, Montag

Die australische Behörde für Einwanderungsfragen verkündet eine Visabeschränkung für mittellose Einwanderer.

Wegen “Rassenschande” verurteilt ein Gericht in der südafrikanischen Stadt Johannesburg einen ehemaligen britischen Offizier und eine farbige Tänzerin zu je sechs Monaten Gefängnis. Die Rassengesetze in Südafrika stellen Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen unter Strafe.

Der sowjetische Industriearbeiter muss nach Angaben des Deutschen Industrie-Instituts fast dreimal so lange arbeiten wie sein bundesdeutscher Kollege, um von seinem Lohn ein Kilogramm Butter kaufen zu können. Das zeigt ein Vergleich der Kaufkraft der Löhne in der Bundesrepublik und der Sowjetunion.

25.7.1961, Dienstag

Im US-amerikanischen Fernsehen betont US-Präsident John F. Kennedy die Entschlossenheit, drei grundlegende Forderungen für Berlin durchzusetzen. Zu diesen drei “Essentials” gehören die Anwesenheit westlicher Truppen in Berlin (West), der freie Zugang von und nach Berlin und die Freiheit und Lebensfähigkeit der Stadt.

Die Werften der Bundesrepublik stehen hinter Großbritannien und Japan an dritter Stelle in der Weltrangliste der Schiffbauländer. Am 30. Juni lagen auf den Helgen und an den Ausrüstungspiers der deutschen Werften 188 Schiffe mit 864 262 Bruttoregistertonnen. In Großbritannien waren es 241 Schiffe mit 1,61 Millionen BRT und in Japan 170 Schiffe mit 1,02 Millionen BRT.

Die Lebenshaltungskosten in Großbritannien werden sich durch die Erhöhung der Verbrauchssteuern, die Schatzkanzler Selwyn Lloyd bekanntgibt, um 1,5% erhöhen. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Regierung stoßen in Großbritannien auf Kritik aus allen Lagern.

26.7.1961, Mittwoch

In Salzburg beginnen die diesjährigen Festspiele, die bis zum 31. August dauern. Während der Festspiele erlebt die Oper “Das Bergwerk zu Falun” von Rudolf Wagner-Regeny ihre Uraufführung.

27.7.1961, Donnerstag

Die Bremer Borgward Werke AG kündigen rund 16 000 Beschäftigten und beantragen ein Vergleichsverfahren.

28.7.1961, Freitag

Der Weltsicherheitsrat berät über den Konflikt in Tunesien. Die französische Delegation bleibt der Sitzung fern. Die Regierung in Paris hatte schon vor Beginn der Sitzung bekanntgegeben, dass sie sich durch keine Beschlüsse des UNO-Sicherheitsrates gebunden fühle. Sie halte es vielmehr für richtiger, den Fall direkt mit Tunesien zu verhandeln.

Die Bemühungen des bisherigen britischen Labour-Abgeordneten für den Bezirk Bristol-Südost, Wedgwood Benn, durch ausdrücklichen Verzicht auf den ihm zugefallenen Titel eines Lords seinen Platz im Unterhaus zu behalten, sind endgültig an der britischen Rechtsprechung gescheitert. Wedgwood Benn ist Lord und damit Mitglied des politisch bedeutungslosen Oberhauses. Er muss sein Mandat im Unterhaus niederlegen.

Das größte Schiff der deutschen Handelsflotte, der 50 000 Tonnen große Turbinentanker “Egmont”, läuft bei der Bremer Vulkanwerft vom Stapel. Der 214 m lange und 31 m breite Riesentanker soll mit einer Getriebeturbine von 17 600 PS 16,3 Knoten (etwa 30,2 km/h) laufen.

Das portugiesische Außenministerium teilt in einem Kommunique mit, dass Portugal der UNO keine weiteren oder zusätzlichen Untersuchungen auf portugiesischem Gebiet über die Zustände in Angola erlauben werde.

Die französisch-algerischen Friedensverhandlungen in Lugrin werden wegen der Sahara-Frage abgebrochen. Ein Termin für die Wiederaufnahme der Konferenz wird nicht vereinbart.

29.7.1961, Samstag

Nach dem Abbruch der französisch-algerischen Verhandlungen und angesichts der Biserta-Krise mehren sich die Terrorakte in Frankreich und Algerien.

30.7.1961, Sonntag

In Südtirol werden durch Sprengstoffanschläge bei Mühlwald zwei Hochspannungsmasten zerstört. Nach Mitteilung der Polizei verwandten die Attentäter Zeitzünderbomben.

31.7.1961, Montag

Der britische Premierminister Harold Macmillan gibt bekannt, dass Großbritannien entschlossen sei, die Aufnahme in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) zu beantragen. Der Antrag sei allerdings nicht mit einer endgültigen Entscheidung für die EWG gleichzusetzen.

Wie die Pressestelle des Volkswagenwerks mitteilt, hat der Volkswagen eine Reihe wesentlicher und wertvoller Verbesserungen erhalten. So gibt es jetzt serienmäßig Kraftstoffanzeiger, Lenkradschloss und Vorrichtungen für Sicherheitsgurte. Der Preis des VW liegt bei 4720 DM.

Der frühere Chefarzt der Ringberg-Krebsklinik in Rottach-Egern, Josef Issels, wird von der Zweiten Strafkammer des Münchner Landgerichts wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte 16 Monate Gefängnis gefordert, die Verteidigung hatte Freispruch beantragt.