Was geschah im Juli 1964

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1.7.1964, Mittwoch

Goldmäulchen”, ein Schauspiel von Günter Grass, wird in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt.

In Berlin (West) wählt die Bundesversammlung mit 710 von 1042 Stimmen Heinrich Lübke für weitere fünf Jahre zum Bundespräsidenten.

2.7.1964, Donnerstag

Richard Freiherr von Weizsäcker tritt in Berlin (West) die Nachfolge von Reinhold von Thadden-Trieglaff als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages an.

US-Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnet das Bürgerrechtsgesetz zur Aufhebung der Rassendiskriminierung in den Vereinigten Staaten von Amerika.

3.7.1964, Freitag

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle trifft zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in Bonn ein. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Europapolitik und die deutsch-französischen Beziehungen.

Der deutsche Spielfilm “Die Zeit der Schuldlosen” von Thomas Fantel mit Erik Schumann, Peter Pasetti und Wolfgang Kieling in den Hauptrollen wird erstmals in den Kinos gezeigt.

Im Finalspiel der internationalen englischen Tennismeisterschaften in Wimbledon siegt der Australier Roy Emerson mit 6:4, 12:10, 4:6, 6:2 über seinen Landsmann Fred Stolle.

4.7.1964, Samstag

Der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow beendet seinen am 16. Juni angetretenen Staatsbesuch in Dänemark, Schweden und Norwegen. Chruschtschow der in Skandinavien seinen Wunsch nach besseren gegenseitigen Beziehungen zum Ausdruck brachte, wurde von der Bevölkerung und den Staatsführern eher mit Zurückhaltung empfangen.

Die Hafenarbeiter in der kubanischen Hauptstadt Havanna weigern sich, Fleisch für den Export nach Italien zu verladen, da Kuba unter akuter Fleischknappheit leidet. Zweihundert Personen werden verhaftet, später jedoch mit einem strengen Verweis wieder freigelassen, da man eine Ausweitung der Unruhen befürchtet.

Maria Esther Bueno (Brasilien) wird durch ein 6:4, 7:9, 6:3 gegen Margaret Smith (Australien) Wimbledonsiegerin.

5.7.1964, Sonntag

Algerien begeht, begleitet von revolutionären Umtrieben gegen die Regierung von Staatspräsident Mohammed Ahmed Ben Bella, den zweiten Jahrestag der Unabhängigkeit.

Bande à Part” (Die Außenseiterbande) ein Spielfilm von Jean-Luc Godard, wird in Berlin (West) uraufgeführt.

Der “Würger von Paris”, Mörder eines elfjährigen Jungen, der seit vielen Wochen die Polizei und die Bevölkerung in Paris mit Morddrohungen in Atem hält, wird verhaftet.

6.7.1964, Montag

Das britische Schutzgebiet Njassaland erhält als Malawi die Unabhängigkeit, bleibt aber im Commonwealth und anerkennt Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt.

Die New York Times veröffentlicht das Interview eines Sonderreporters mit dem kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro, in dem dieser die Möglichkeit einer Verbesserung der Beziehungen Kuba-USA in Aussicht stellt.

A Hard Day’s Night”, der erste Spielfilm der britischen Popgruppe “The Beatles”, wird in London uraufgeführt.

7.7.1964, Dienstag

Mit dem “Goldenen Bären” für den besten Spielfilm wird zum Ende der XIV. Internationalen Filmfestspiele Berlin (26. Juni-7. Juli) der türkische Beitrag “Trockener Sommer” (Regie: Ismail Metin) ausgezeichnet.

Bei einem schweren Lawinenunglück in der Nähe von Chamonix (Frankreich) werden 14 Bergsteiger getötet. Unter ihnen befindet sich Charles Bozon, der französische Slalom-Weltmeister des Jahres 1962.

Nachdem in der Bundesrepublik Deutschland zunächst die Preise für Markenschokolade ins Rutschen gekommen waren, bricht nun auch die Preisbindung für Spirituosen zusammen.

In Richmond bei San Francisco wird zum ersten Mal in der Geschichte des US-amerikanischen Bundesstaates Kalifornien ein Farbiger zum Bürgermeister gewählt.

Die sowjetische Regierung richtet an alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) ein Memorandum, das Vorschläge zur Erhöhung der Effektivität der UN bei der Schlichtung von Konflikten, die den Weltfrieden bedrohen, enthält.

Der ehemalige stellvertretende Pressechef der NATO (Nordatlantikpakt), der Franzose Georges Pâque, der 1963 wegen Spionage zugunsten der UdSSR verhaftet wurde, wird wegen Staatsverrat an Frankreich zu lebenslanger Gefängnishaft verurteilt.

8.7.1964, Mittwoch

Die 21-Jährige Antonia Ross aus Redgrave (Norfolk) erhält als bislang jüngste Ärztin ihre Approbation. Sie hatte unter Angabe eines falschen Alters mit 15 Jahren in Dublin ihr Studium aufgenommen. Als der Schwindel aufgedeckt wurde, durfte sie wegen ihrer “brillanten” Leistungen weiterstudieren.

Der Brasilianer Nelson Pessoa gewinnt auf Gran Geste beim Aachener Reitturnier den Großen Preis von Europa.

9.7.1964, Donnerstag

Bundeskanzler Ludwig Erhard reist zu einem Staatsbesuch nach Kopenhagen. Es ist die erste offizielle Reise eines Bundeskanzlers nach Dänemark. Auf dem Programm stehen vor allem Fragen der künftigen Europapolitik.

Der Vatikan und Tunesien ratifizieren ein am 17. Juni unterzeichnetes Abkommen, demzufolge von rund 90 Kirchen in Tunesien lediglich sieben als katholische Gotteshäuser bestehen bleiben. Die übrigen werden in öffentliche Einrichtungen umgewandelt. Zu dieser Entscheidung war es gekommen, da sich die Zahl der Katholiken in Tunesien nach dem Abzug der Franzosen und Italiener erheblich verringert hatte.

Der begehrte italienische Literaturpreis “Strega” wird für 1964 an Giovanni Arpino für seinen Roman “L’ombra delle colline” (Der Schatten der Hügel) verliehen. Arpino verfasste neben Romanen (u.a. “Ein ungleiches Paar”, “Aus gekränkter Ehre”) viele Gedichte, Märchen und Fabeln für Kinder.

10.7.1964, Freitag

Der frühere Ministerpräsident von Katanga (Provinz von Kongo-Léopoldville), Moïse Kapenda Tschombé, der erst kürzlich aus dem spanischen Exil in seine Heimat zurückgekehrt war, wird als neuer Ministerpräsident des Kongo vereidigt.

Der bayerische Kultusminister Theodor Maunz (CSU) gibt seinen Rücktritt bekannt. Maunz war wegen einiger seiner Veröffentlichungen in der NS-Zeit scharf angegriffen worden.

Der Architekt Hans Scharoun erhält den ersten Preis für seinen Entwurf einer neu zu bauenden Berliner Staatsbibliothek. Das Preisgericht nennt seine Konzeption “meisterhaft”. Mit dem Bau soll im Herbst 1965 begonnen werden.

11.7.1964, Samstag

Die sowjetische Regierung übermittelt inhaltlich ähnliche Noten an die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland, der USA, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande, der Türkei und Griechenlands, in denen sie sich gegen die Beteiligung der BRD an einer multilateralen Kernstreitmacht der NATO (Nordatlantikpakt) ausspricht.

Auf der 19. Etappe der Tour de France von Bordeaux nach Brive ereignet sich ein schweres Unglück. Ein Begleitfahrzeug rast in die Zuschauermenge. Acht Menschen kommen ums Leben, zwölf werden schwer verletzt.

Der Titel “It’s all over now” von der Popgruppe “The Rolling Stones” kommt zwei Wochen nach der Veröffentlichung in die britischen Hitparaden. Bald darauf erreicht die Single als erste Stones-Platte den 1. Platz.

Der Parteipräsident und ehemalige Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs, Maurice Thorez, erliegt an Bord eines sowjetischen Passagierdampfers auf der Reise zu einem Erholungsurlaub am Schwarzen Meer einer schweren Herzattacke.

12.7.1964, Sonntag

Bundeskanzler Ludwig Erhard äußert sich auf dem CSU-Landesparteitag in München zu den jüngsten innenpolitischen Auseinandersetzungen um die Europapolitik der Bundesrepublik Deutschland. Er lehnt die von Altbundeskanzler Konrad Adenauer ins Gespräch gebrachte Zweierunion Deutschland-Frankreich ab und fordert ein enges Verhältnis zu den USA.

Der Präsident des “Zionistischen Weltkongresses”, Nahum Goldmann, beschuldigt die Sowjetunion, den 2,5 Mio. Juden des Landes die Minderheitsrechte zu versagen und damit ihr Gemeinschaftsleben zu zerstören.

90 Tage vor Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Tokio breitet sich unter den bundesdeutschen Sportlern Unruhe aus. Von der gesamtdeutschen Mannschaft, die 424 Sportler zählen wird, stehen schon 89 fest – 65 aus der DDR und nur 24 aus der Bundesrepublik Deutschland.

13.7.1964, Montag

Die Vereinigte Arabische Republik (VAR/Ägypten) und Jemen vereinbaren die Konstituierung eines Koordinationsrates als Vorstufe zu einer künftigen Vereinigung beider Staaten.

Auf der Tagung des Obersten Sowjet wird das Gesetz “Über Renten und Beihilfen für Mitglieder der Kollektivwirtschaften” beschlossen, das Renten für Kolchosemitglieder sowie einen bezahlten Schwangerschafts- und Entbindungsurlaub für Kolchosebäuerinnen (112 Tage) einführt.

Vor dem Münchner Schwurgericht beginnt der Prozess gegen den ehemaligen SS-Obergruppenführer Karl Wolff. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Beteiligung an mindestens 300 000 Morden während des Zweiten Weltkrieges vor.

14.7.1964, Dienstag

Der Franzose Jacques Anquetil gewinnt zum insgesamt fünftenmal die Tour de France.

Im Prozess gegen 13 Aufsichtspersonen der Grube Luisenthal bei Völklingen, in der am 7. Februar 1962 bei einer Schlagwetterexplosion 299 Bergleute ums Leben kamen, fallen die Urteile. Die Erste Große Strafkammer des Landgerichts Saarbrücken spricht alle Angeklagten frei, da entweder ihre Unschuld erwiesen oder die Fahrlässigkeit “hauchdünn” gewesen sei.

15.7.1964, Mittwoch

Der bisherige stellvertretende Ministerpräsident Anastas I. Mikojan wird vom Obersten Sowjet als Nachfolger von Leonid I. Breschnew zum Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjet und damit zum Staatsoberhaupt der UdSSR gewählt. Breschnew soll für die Parteiarbeit freigestellt werden.

Eine Hitzewelle mit Spitzentemperaturen von 33 bis 35 lastet über dem gesamten Bundesgebiet. Vor allem in den Badeorten an den Küsten freuen sich Tausende von Urlaubern über das schöne Wetter.

Der Irak erklärt sich zur “Sozialistischen Republik” mit der “Sozialistischen Arabischen Union” als Einheitspartei. Versicherungsgesellschaften, Banken und industrielle Großunternehmen werden allesamt verstaatlicht.

16.7.1964, Donnerstag

In London endet die Konferenz der Präsidenten und Premierminister des Commonwealth (8. Juli.-16. Juli.).

Der republikanische Parteikonvent in San Francisco wählt den rechtskonservativen Senator von Arizona, Barry Morris Goldwater, mit großer Mehrheit zum Präsidentschaftskandidaten.

Im New Yorker Stadtteil Manhattan wird der 15-Jährige schwarze James Powell im Verlauf einer Streiterei von dem weißen Polizisten Thomas Gilligan erschossen. Überall in den schwarzen Bezirken New Yorks kommt es daraufhin zu gewalttätigen Protestaktionen gegen das Vorgehen der “Killercops”.

Ein Mailänder Schwurgericht fällt die Urteile in dem Prozess gegen 91 deutschsprachige Südtiroler und Österreicher, die des Anschlags auf die Einheit des italienischen Staates und der politischen Verschwörung angeklagt wurden.

Der 20 Jahre alte Bundeswehrrekrut Anton Deigel erleidet während eines Marsches bei Eßlingen, der bei größter Hitze durch eine Laufschritteinlage verschärft wurde, einen Hitzschlag, an dessen Folgen er Stunden später stirbt.

17.7.1964, Freitag

Bundespräsident Heinrich Lübke fordert in einer Rede auf der Jahresversammlung der deutschen Forschungsgemeinschaft in Berlin (West) das deutsche Volk zu größeren Leistungen und mehr Opferbereitschaft im Bereich der wissenschaftlichen Forschung auf.

Mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners “Lohengrin” eröffnet die Bayerische Staatsoper die Münchner Festspiele 1964. Bis zum 16. August stehen 40 Opernaufführungen, sieben Liederabende und außerdem zwei Serenaden auf dem Programm.

Der 212 m hohe, auf dem Schäferberg in Berlin (West) erbaute Postfernmeldeturm wird seiner Bestimmung übergeben. Damit ist West-Berlin vollständig an den Selbstwählferndienst des Bundesgebietes angeschlossen.

Die USA und die UdSSR vereinbaren zum Abschluss einer dreitägigen Delegiertenkonferenz in Washington einen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Meerwasserentsalzung.

In Addis Abeba (Äthiopien) wird die 2. Konferenz der OAU (Organisation für die afrikanische Einheit) eröffnet. Zwischen den Staatschefs der in der OAU zusammengeschlossenen 33 Nationen kommt es zu scharfen Auseinandersetzungen über Grenzfragen und politische Zielsetzungen.

18.7.1964, Samstag

In Harlem, einem überwiegend von Schwarzen bewohnten Stadtviertel von New York, kommt es zu blutigen Rassenkrawallen zwischen schwarzen Demonstranten und der Polizei.

Die Ruhrland-Halle in Bochum, ein Mehrzweckgebäude für sportliche und kulturelle Veranstaltungen, wird ihrer Bestimmung übergeben.

In Bayreuth werden die Wagner-Festspiele (18. 7.-21. 8.) eröffnet.

19.7.1964, Sonntag

In Karlsbad (CSSR) geht das 14. Internationale Filmfestival zu Ende. Es wurden 28 Spielfilme, alle gedreht nach dem 1. Januar 1963, aus 22 Ländern gezeigt.

Das Blaue Band der Springreiter erringt in Hamburg Hermann Schridde auf seinem neunjährigen Fuchswallach Dozent. Schridde bleibt im Finale des Deutschen Derbys vor 25 000 Zuschauern als einziger Reiter fehlerfrei.

20.7.1964, Montag

Dem Verlag Kurt Desch wird vom Amtsgericht München ein Schreiben zugeleitet, in dem die Beschlagnahme des Romans “Die Memoiren der Fanny Hill” von John Cleland wegen seines “grob-unzüchtigen” Charakters angeordnet wird.

In Südvietnam erobern die Vietcong die Provinzhauptstadt Cai Be, 80 km südwestlich von Saigon gelegen. 60 Personen kommen bei den Gefechten ums Leben, die Stadt wird zum großen Teil zerstört.

Mehr als die Hälfte der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden jungen Menschen weiß nicht, was der Gedenktag “20. Juli” bedeutet. Wie das Institut für angewandte Sozialwissenschaften in Bad Godesberg bei einer repräsentativen Umfrage feststellt, denken beim Stichwort “20. Juli” in der Altersgruppe bis 20 Jahre nur 46,7% an den Widerstand gegen das Hitler-Regime.

21.7.1964, Dienstag

In der Zeit vom 21. bis 28. Juli kommt es in der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon wiederholt zu anti-französischen Demonstrationen, bei denen u.a. die französische Botschaft angegriffen wird. Die Proteste richten sich gegen die Pläne der französischen Regierung zur Neutralisierung Vietnams.

US-Präsident Lyndon B. Johnson weist die Bundeskriminalbehörde (FBI) an, die seit mehreren Tagen anhaltenden Rassenunruhen im New Yorker Stadtteil Harlem zu untersuchen.

22.7.1964, Mittwoch

Die Bundesregierung billigt grundsätzlich den vom Ministerrat der EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) ausgearbeiteten Paketvorschlag über neue Marktverordnungen für Milcherzeugnisse, Rindfleisch und Reis. Lediglich für die Einfuhr von Tilsiter Käse aus Dänemark wird noch eine Ausnahmeregelung gefordert.

23.7.1964, Donnerstag

Die britische Postgewerkschaft ruft zu einem neuerlichen Streik auf, um ihre Lohnforderungen durchzusetzen. Die Postzustellung in Großbritannien steht mittlerweile vor dem Zusammenbruch. Allein in den Londoner Ämtern stapeln sich derzeit 35 Mio. Briefe.

Der ägyptische Frachter “Star of Alexandria” explodiert im Hafen der algerischen Stadt Bône (heute: Annaba). Die nachfolgende Feuersbrunst zerstört die gesamte Umgebung. Über 100 Menschen finden den Tod.

24.7.1964, Freitag

US-Präsident Lyndon B. Johnson lehnt den Vorschlag des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle ab, eine internationale Konferenz zur Lösung des Vietnamkonfliktes einzuberufen.

Die Oper “Don Rodrigo” des argentinischen Komponisten Alberto Ginastera wird im Teatro Colón in Buenos Aires uraufgeführt.

25.7.1964, Samstag

Der Führer der radikalen weißen rassistischen Organisation Ku-Klux-Klan im US-Bundesstaat Georgia, Calvin Craig (“Großer Drache”), kündigt an, dass er bei den kommenden Präsidentschaftswahlen den republikanischen Kandidaten Barry Morris Goldwater wegen dessen Haltung in der Rassenfrage unterstützen werde.

Die “Sommerlichen Musiktage” (25. 7.-2. 8.) in Hitzacker werden eröffnet. Als Schwerpunkt der Veranstaltung wurden selten zu hörende Werke aus der Barockzeit, der europäischen Klassik und des modernen Musikschaffens ausgewählt. Musikalischer Stargast ist der Komponist Ernst Krenek.

26.7.1964, Sonntag

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) beschließt auf ihrer Außenministerkonferenz in Washington, wirtschaftliche und diplomatische Sanktionen über Kuba zu verhängen.

In Salzburg werden die diesjährigen Festspiele (26. 6.-31. 8.) mit der Aufführung des Schauspiels “Jedermann” von Hugo von Hofmannsthal und der Oper “Ariadne auf Naxos” von Richard Strauss eröffnet.

27.7.1964, Montag

Sir Winston Churchill, ehemaliger britischer Premierminister (1940-45, 1951-55), nimmt zum letztenmal an einer Sitzung des britischen Unterhauses teil.

In Rochester (US-Bundesstaat New York) reißen die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen schwarzen Einwohnern einerseits und Polizei und weißen Einwohnern andererseits nicht ab. Drei Bataillone der Nationalgarde werden eingesetzt, um weiteren Aufruhr zu verhindern.

Die Bundesbank beginnt mit der Ausgabe von 1000-DM-Scheinen.

28.7.1964, Dienstag

Alexej Adschubej, der Schwiegersohn des sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita S. Chruschtschow und Chefredakteur der “Iswestija”, trifft in Bonn mit Bundeskanzler Ludwig Erhard zusammen und überbringt ihm eine Einladung des sowjetischen Regierungschefs.

Bei Kämpfen in Nordrhodesien zwischen der Polizei und Mitgliedern der religiösen Lumpa-Sekte, die von der “Prophetin” Alice Lenshina geführt wird, kommen über 40 Menschen ums Leben.

29.7.1964, Mittwoch

Bei einer Abstimmung im Bundestag über den Antrag der FDP (Freie Demokratische Partei) zur vorläufigen Aussetzung der beschlossenen Erhöhung der Telefongebühren, gerät die Bundesregierung an den Rand einer Abstimmungsniederlage. Der Antrag wird mit 201 gegen 194 Stimmen abgelehnt, weil die fünf FDP-Bundesminister mit der CDU/CSU stimmen.

30.7.1964, Donnerstag

Die nordvietnamesischen Inseln Hon Ngu und Hon Mo werden von Kriegsschiffen der US-amerikanischen und der südvietnamesischen Flotte beschossen.

31.7.1964, Freitag

Die US-amerikanische Mondsonde “Ranger 7”, die mit sechs Fernsehkameras ausgerüstet ist, sendet erstmals Bilder von der Oberfläche des Erdtrabanten zur Erde.

Kölner Bürger, die sich zur “Aktion Bürgerschutz” zusammengeschlossen haben, um die Bevölkerung vor Verbrechen zu schützen, gehen mit Funkgeräten und Gummiknüppeln ausgerüstet zum ersten Mal auf die Straße.