Was geschah im Juli 1968

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1.7.1968, Montag

Die Europäische Gemeinschaft (EG) verwirklicht die Zollunion. Die Zölle für gewerbliche Erzeugnisse und einen Teil der Agrarprodukte innerhalb der EG entfallen. Zugleich wird ein gemeinsamer Außenzoll eingeführt.

Über 100 Staaten unterzeichnen in Washington, Moskau und London den Atomwaffensperrvertrag, ein Abkommen über die Nichtverbreitung von Kernwaffen.

Die ARD sendet eine Reportage über das britische Fotomodell Twiggy, das mit seiner spindeldürren Figur das Schönheitsideal vieler Frauen darstellt.

In der Bundesrepublik müssen alle Taxis und Mietwagen mit einer kugelsicheren Trennscheibe zwischen Vorder- und Rücksitzen ausgerüstet werden.

Zur Eröffnung der 18. Internationalen Tagung der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee kündigt Kardinal Franz König an, dass die katholische Kirche den italienischen Physiker Galileo Galilei rehabilitieren will.

2.7.1968, Dienstag

Mit der Verleihung des “Goldenen Bären” für den schwedischen Wettbewerbsbeitrag “Raus mit dir” enden die XVIII. Berliner Filmfestspiele. Der Film behandelt die persönliche und berufliche Tragödie eines schwedischen Lehrers.

Das Bundesarbeitsministerium veröffentlicht Zahlen, die ein Defizit in der gesetzlichen Rentenversicherung erwarten lassen. Danach ergibt sich bis 1972 ein Fehlbetrag von 5,1 Milliarden DM.

3.7.1968, Mittwoch

Anlässlich eines sowjetisch-ungarischen Freundschaftstreffens im Kreml warnt der sowjetische Parteichef Leonid I. Breschnew die Ostblockstaaten vor Liberalisierungstendenzen.

In Uruguay werden durch einen Generalstreik das öffentliche Leben und die Industrie lahmgelegt. Die Gewerkschaften protestieren damit gegen die diktatorischen Vollmachten der Regierung.

Das größte Teleskop der Welt mit einem Spiegeldurchmesser von sechs Metern ist auf dem Weg von seinem Herstellungsort Leningrad zu einer Sternwarte im Kaukasus. Das 850 t schwere Teleskop kann theoretisch das Licht einer Kerze in 25 000 km Entfernung wahrnehmen.

4.7.1968, Donnerstag

In der schwedischen Stadt Uppsala wird die IV. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (bis 20.7.) eröffnet. An dieser bisher größten Weltkirchenkonferenz nehmen rund 750 Delegierte der 232 Mitgliedskirchen teil, denen weltweit etwa 350 Millionen Protestanten angehören.

Der kubanische Ministerpräsident Fidel Castro bekräftigt die Echtheit des Kriegstagebuchs von Ernesto “Che” Guevara, dessen ersten Teil das kubanische Parteiorgan “Granma” am 30. Juni abgedruckt hatte.

Der Stadtrat von Passau lockert die Badeordnung von 1952 und gestattet offiziell das Tragen von Bikinis in den öffentlichen Badeanstalten der bayerischen Bischofsstadt.

5.7.1968, Freitag

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer beschließen in Bonn, dass die Ingenieurschulen und andere gleichrangige Bildungseinrichtungen künftig als sog. Fachhochschulen in den Hochschulbereich integriert werden. Der Beschluss trägt den monatelangen öffentlichen Protesten der Ingenieurstudenten Rechnung.

Der Tennisprofi Rod Laver (Australien) gewinnt das Wimbledonfinale gegen seinen Landsmann Tony Roche mit 6:3, 6:4, 6:2.

Siegerin beim Deutschen Schlagerwettbewerb 1968 wird die Schwedin Siw Malmkvist mit dem Lied “Harlekin”. Auf den zweiten Platz kommt die Dänin Dorthe Larsen mit “Wärst du doch in Düsseldorf geblieben” vor der Französin France Gall mit dem Titel “Computer Nr. 3”.

Nach Schätzungen des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) machen allein in den Sommerferien etwa 12 von 18 Millionen bundesdeutschen Arbeitnehmern Urlaub. Bei rund sieben Millionen Arbeitnehmern wird der Urlaubstermin von vorneherein durch Betriebsferien festgelegt.

6.7.1968, Samstag

Das Schwurgericht Osnabrück verurteilt die drei Hauptangeklagten im sog. Leibstandarten-Prozess zu lebenslangen Zuchthausstrafen. Sie werden des gemeinsamen Mordes an 22 Juden im Herbst 1943 am Lago Maggiore (Italien) für schuldig befunden.

Billie Jean King (USA) wird in Wimbledon Siegerin durch ein 9:7, 7:5 über Judy Tegart aus Australien.

7.7.1968, Sonntag

Frankreich beginnt auf dem Mururoa-Atoll im Pazifik eine neue Atomwaffentestserie, gegen die es heftige Proteste der japanischen Regierung gibt.

Zum vierten Mal gewinnt der Brasilianer Nelson Pessoa auf Gran Geste das Deutsche Spring-Derby in Hamburg.

8.7.1968, Montag

Zwölf Länder gewähren Großbritannien zur Stützung des britischen Pfundes einen Kredit in Höhe von umgerechnet acht Milliarden DM.

Obwohl die tödlichen Schüsse auf Senator Robert Kennedy erst vier Wochen zurückliegen, wächst in den USA der Widerstand gegen die geplante Verschärfung der Waffengesetze.

9.7.1968, Dienstag

Auf einer Tagung des Ministerrats der Westeuropäischen Union (WEU) in Bonn lehnt Frankreich einen Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Gemeinschaft (EG) erneut ab.

Ein Athener Militärgericht verurteilt acht Angeklagte, die beschuldigt werden, den Sturz des griechischen Militärregimes geplant zu haben, zu Gefängnisstrafen zwischen zwei und zehn Jahren. Die Verurteilten stehen der Widerstandsorganisation Demokratische Verteidigung nahe.

Zu tumultartigen Szenen im Gerichtssaal kommt es in Berlin (West) beim Prozess gegen fünf Mitglieder der Kommune I unter ihnen Fritz Teufel, Rainer Langhans und Dieter Kunzelmann. Das Gericht verhängt gegen sechs Angeklagte, die des gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs beschuldigt werden, Ordnungsstrafen wegen “ungebührlichen Verhaltens vor Gericht”.

10.7.1968, Mittwoch

Staatspräsident Charles de Gaulle ernennt den bisherigen Wirtschafts- und Finanzminister Maurice Couve de Murville zum neuen Ministerpräsidenten Frankreichs. Couve de Murville löst Georges Pompidou ab.

Mit 182 gegen 44 Stimmen nimmt das britische Unterhaus ein von der Regierung vorgelegtes Gesetz gegen die Rassendiskriminierung an. Gegen dieses Gesetz hatte es zum Teil heftige Proteste in der Bevölkerung Großbritanniens gegeben.

11.7.1968, Donnerstag

Die portugiesische Regierung gibt einem Konsortium aus deutschen, französischen, portugiesischen, schwedischen und südafrikanischen Firmen den Zuschlag für das Cabora-Bassa-Projekt in der südostafrikanischen Kolonie Moçambique. Neben dem pakistanischen Tarbela-Projekt ist der geplante Sambesi-Staudamm für die nächsten Jahre das größte Bauvorhaben der Welt.

Ein Orkan sucht die Stadt Pforzheim und die Kreise Calw und Vaihingen heim. Zwei Menschen kommen ums Leben, über 400 werden verletzt, Gebäude schwer beschädigt und Hunderte von Autos zerstört.

12.7.1968, Freitag

Bundesaußenminister Willy Brandt (SPD) veröffentlicht Dokumente der fast zweijährigen deutsch-sowjetischen Geheimverhandlungen über Fragen eines Gewaltverzichts. Damit reagiert die Bundesregierung auf den Abdruck der Texte in der Moskauer Regierungszeitung “Iswestija” am 11. Juli.

13.7.1968, Samstag

Der Anteil von Filterzigaretten an allen verkauften Zigaretten liegt bei 84%. Damit hält die Bundesrepublik weltweit die Spitze. Auch der Trend zur nikotinarmen Zigarette hält an (Marktanteil: 15%). Neu auf dem Markt ist die superlange 100-mm-Zigarette.

14.7.1968, Sonntag

Der am 13. Juli begonnene Abzug sowjetischer Manövertruppen aus der CSSR wird ohne Angabe von Gründen eingestellt. Die sowjetische Regierung hatte am 11. Juli den Abzug innerhalb von drei Tagen zugesichert.

In Miami Beach (Florida) wird die 20-Jährige “Miss Brasilien”, Marthy Vasconcellos, zur “Miss Universum” gekürt. Die deutsche Kandidatin war bereits in der Vorentscheidung ausgeschieden.

15.7.1968, Montag

Mit der Fusion der bundesdeutschen Forschungsanstalten für Luft- und Raumfahrt zu einer Einheitsgesellschaft unternimmt die Bundesregierung den Versuch, die Stellung der Bundesrepublik auf diesem Gebiet zu stärken.

In den USA tritt ein neues Einwanderungsgesetz in Kraft, das Quoten für die Herkunftsländer der Bewerber nicht mehr vorsieht. Einwandern kann nur noch, wer einen Mangelberuf ausübt oder Verwandte ersten Grades in den USA hat.

Zwischen Moskau und New York wird nach langen Verhandlungen der Direktflugverkehr aufgenommen.

16.7.1968, Dienstag

Die Kommunistische Partei Jugoslawiens löst ihr Zentralkomitee auf. Als neues Gremium tritt die Parteikonferenz an seine Stelle, deren Delegierte jährlich gewählt werden.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AGV) in der Bundesrepublik fordert die Kommission der Europäischen Gemeinschaft (EG) auf, die Vernichtung von Obst und Gemüse einzustellen.

17.7.1968, Mittwoch

Der Zeichentrickfilm “Yellow Submarine” von den “Beatles” hat in London Premiere.

In Bangkok (Thailand) brechen die Philippinen und Malaysia Verhandlungen über Nordborneo ergebnislos ab. Das Gebiet von der Größe Österreichs wird von den Philippinen beansprucht, gehört aber seit 1963, dem Ende der britischen Kolonialherrschaft, zu Malaysia. Die Philippinen frieren ihre diplomatischen Beziehungen zu Malaysia ein.

Durch einen unblutigen Militärputsch wird der irakische Staatspräsident General Abd Ar Rahman Arif von einer Gruppe junger Luftwaffenoffiziere um General Ahmad Hasan Al Bakr entmachtet.

18.7.1968, Donnerstag

Im Züricher Kunsthaus ist die erste Gesamtausstellung des graphischen Werkes von Pablo Picasso zu sehen. Die Ausstellung umfasst über 4000 Blätter, die von dem Künstler zwischen 1904 und 1967 geschaffen wurden.

Mitten im Hochsommer führen starke Schneefälle in den bayerisch-österreichischen Alpen zu winterlichen Verhältnissen. An der Zugspitze wird der Skibetrieb wieder aufgenommen.

19.7.1968, Freitag

Der anhaltende Konjunkturaufschwung führt bei Bund und Ländern zu erhöhten Steuereinnahmen. Im Vergleich zum Juli 1967 sind sie um 9,6% gestiegen.

James Earl Ray, der Mörder des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King, wird von Großbritannien an die USA ausgeliefert.

20.7.1968, Samstag

Zum 24. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler wird in Berlin (West) die Gedenk- und Bildungsstätte Stauffenbergstraße eröffnet. Sie dokumentiert den Widerstand im Dritten Reich.

Der bolivianische Innenminister Antonio Arguedas bittet in Chile um politisches Asyl. Er gibt an, aus Bolivien geflohen zu sein, weil man ihn verdächtige, eine Fotokopie des geheimgehaltenen Tagebuches von Ernesto “Che” Guevara an Kuba weiterverkauft zu haben.

21.7.1968, Sonntag

Der Niederländer Jan Janssen gewinnt die Tour de France, ohne zuvor das gelbe Trikot getragen zu haben. Es ist der erste Sieg eines Niederländers in dem längsten Radrennen der Welt.

Eine radioaktive Wolke, die von den französischen Kernwaffenversuchen im polynesischen Mururoa-Atoll stammt, überquert das nördliche Chile.

In Algier kündigt das Befreiungskomitee der Organisation für afrikanische Einheit (OAU) zum Abschluss einer Tagung die Intensivierung der Untergrundtätigkeit in den noch verbliebenen Kolonien Angola Guinea-Bissau, Moçambique, Rhodesien und Südwestafrika an.

In Wien wird Anklage gegen den früheren Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes und Innenminister Franz Olah erhoben.

22.7.1968, Montag

Die “New York Times” veröffentlicht ein in den Westen gelangtes Manifest des sowjetischen Kernphysikers Andrei D. Sacharow.

Nach einer Entscheidung des italienischen Rechnungshofes steht der Witwe Benito Mussolinis eine Pension von monatlich umgerechnet etwa 2250 DM zu. Rund 200 000 DM müssen nachgezahlt werden. Wäre der ehemalige Diktator noch am Leben, stünde ihm eine monatliche Pension von 4500 DM zu.

23.7.1968, Dienstag

Die schwedische Staatsministerin und Friedensforscherin Alva Myrdal legt auf der Genfer Abrüstungskonferenz den bisher umfangreichsten Abrüstungsvorschlag vor.

In den Nordprovinzen Südvietnams brechen heftige Kämpfe aus, in deren Verlauf der US-Generalmajor Robert Worley durch den Abschuss seines Kampfflugzeuges 104 km nordwestlich von Da Nang ums Leben kommt. Er ist der dritte US-General, der im Vietnamkrieg fällt.

Radioastronomen an der Universität Cambridge (Großbritannien) gelingt der zweifelsfreie Nachweis von Neutronensternen, den sog. Pulsaren.

24.7.1968, Mittwoch

In Cleveland im US-Bundesstaat Ohio kommt es zu schweren Rassenunruhen mit Plünderungen von Geschäften und Wohnungen. Bei Schießereien zwischen Schwarzen und der Polizei werden mindestens zehn Menschen getötet und zwölf Polizisten schwer verletzt.

Die französische Nationalversammlung in Paris beschließt eine Amnestie für alle politischen Morde und Verbrechen während des algerischen Unabhängigkeitskampfes zwischen 1954 und 1962. Die Amnestie betrifft 172 Personen, vor allem französische Offiziere.

Liesel Westermann (TuS 04 Leverkusen) holt sich mit einer Weite von 62,54 m in Werdohl (Westfalen) den Diskusweltrekord von Christine Spielberg (Karl-Marx-Stadt) zurück.

25.7.1968, Donnerstag

Papst Paul VI. erlässt die Enzyklika “Humanae vitae” zum Thema Geburtenregelung. Das Verbot der Antibabypille ruft weltweiten Protest hervor.

Die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth (25.7.- 28.8.) werden mit einer Aufführung von Wagners Oper “Die Meistersinger von Nürnberg” eröffnet.

Die finnische Regierung in Helsinki beschließt den Verzicht auf den Bau eines geplanten Atomkraftwerks. Statt dessen soll das Netz konventioneller Kraftwerke ausgebaut werden.

Angesichts der steigenden Zahl verheirateter Studenten plant der Allgemeine Studentenausschuss der Universität Münster Wohnheime für Studentenehepaare. Der Bund und auch das Land Nordrhein-Westfalen sagen ihre finanzielle Unterstützung zu.

26.7.1968, Freitag

Ein Militärgericht in Saigon (Südvietnam) verurteilt den Oppositionskandidaten bei den letzten Präsidentschaftswahlen, Truong Dinh Dzu, zu fünf Jahren Zwangsarbeit, weil dieser Verhandlungen zwischen der Regierung und der Nationalen Befreiungsfront gefordert hatte.

Die britische Regierung erwägt ein Verbot der “Scientology”-Bewegung, deren Hauptquartier sich seit 1959 in London befindet. An den Methoden der Sekte war seit längerem Kritik geübt worden. In den USA und Australien ist die Sekte bereits verboten.

Die Salzburger Festspiele (26.7.- 30.8.) werden mit der Oper “Don Giovanni” (1787) von Wolfgang Amadeus Mozart in der Inszenierung von Herbert von Karajan eröffnet.

27.7.1968, Samstag

Zum ersten Mal wird Thailand vom Vietnamkrieg berührt. Kommunistische Partisanen verüben einen Anschlag auf den US-Stützpunkt Udorn im Nordosten des Landes und zerstören zwei Kampfflugzeuge. In Thailand sind 43 000 US-Soldaten stationiert. Fast alle Aufklärungsflüge über Nordvietnam beginnen auf den acht US-Luftbasen in Thailand.

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus verabschiedet ein Wohnungsbauprogramm für sozial Schwache mit einem Etat von 5,3 Milliarden US-Dollar (rund 21 Milliarden DM) für drei Jahre. Der Senat hatte die Regierungsvorlage, die auf das Konzept der “Great Society” von US-Präsident Lyndon B. Johnson zurückgeht, bereits gebilligt.

28.7.1968, Sonntag

Nachdem alle zivilen Minister aus Protest gegen die Verhängung des Ausnahmezustands in Bolivien zurückgetreten sind, bildet Staatspräsident René Barrientos Ortuño eine reine Militärregierung, um die “Gefahr einer bewaffneten castristischen Aktion” abzuwehren. Die Staatskrise in Bolivien war durch die Flucht von Innenminister Antonio Arguedas nach Chile ausgelöst worden.

Die spanische Regierung verbietet endgültig die Abendzeitung “Madrid” aufgrund eines Leitartikels vom 30. Mai, der auf einen Rücktritt von Staats- und Regierungschef General Francisco Franco Bahamonde anspielte.

29.7.1968, Montag

In der ostslowakischen Stadt Cierna nad Tisou treffen die Präsidien der KPC und der KPdSU zu Verhandlungen (29.7.- 1.8.) über den Reformkurs der CSSR zusammen.

Erstmals kommt in der Bundesrepublik “Kunstfleisch” auf den Markt. Das eiweißhaltige Sojabohnenprodukt wird unter dem Namen TVP (Textured Vegetable Protein) angeboten.

Obwohl Friedensgespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba bevorstehen, beginnt die nigerianische Zentralregierung eine neue Offensive gegen die abgefallene Ostregion Biafra. Sie erzielt Geländegewinne und drängt nun rund zehn Millionen Biafraner auf 25 000 km², der Größe Hessens, zusammen. Täglich verhungern in Biafra schätzungsweise 3000 Menschen.

30.7.1968, Dienstag

Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen streikenden Schülern und der Polizei in Mexiko-Stadt geht die Polizei mit Panzern gegen die Demonstranten vor und verletzt über 300 Menschen. Die Schülerdemonstrationen hatten am 26. Juli, dem Jahrestag der kubanischen Revolution, begonnen.

Der Oberste Gerichtshof in Seoul (Südkorea) hebt die 15-Jährige Zuchthausstrafe gegen den Komponisten Isang Yun auf, der im Sommer 1967 zusammen mit 16 weiteren Koreanern aus Berlin (West) nach Südkorea verschleppt worden war.

Beim Ausbruch des Vulkans Arenal in Costa Rica kommen über 60 Menschen ums Leben, Hunderte werden verletzt. Das Dorf Pueblo Nuevo am Fuße des 1600 m hohen Vulkans wird dem Erdboden gleichgemacht.

31.7.1968, Mittwoch

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle entlässt 102 Redakteure des französischen Rundfunks und Fernsehens (ORTF), die während der Unruhen im Mai für unabhängige Information gestreikt hatten. Damit sind fast 40% aller Redakteure gekündigt.

In der Bundesrepublik sind seit Ende 1966 etwa 3000 Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren Mütter geworden. Im gleichen Zeitraum haben nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden 11 000 17-Jährige und 27 000 18-Jährige ein Kind zur Welt gebracht.

Das bislang größte Luftkissenboot der Welt nimmt den Fährbetrieb über den Ärmelkanal zwischen Boulogne und Dover auf. Es trägt 250 Passagiere und 30 Autos in 45 Minuten über den Kanal und legt bis zu 80 km in der Stunde zurück.