Was geschah im Juli 1969

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1.7.1969, Dienstag

Die ehemals spanische Überseeprovinz Ifni geht in marokkanische Verwaltung über. Nach einem entsprechenden Abkommen vom 4. Januar werden Spanien allerdings besondere Fischereirechte vor der Küste von Ifni eingeräumt.

In Argentinien findet ein eintägiger Generalstreik statt. Der von der Druckergewerkschaft ausgerufene Streik richtet sich gegen den Besuch des US-Gouverneurs Nelson A. Rockefeller in der Hauptstadt Buenos Aires. Aufgrund des Streiks veranlasst die Regierung zahlreiche Verhaftungen. Bereits in der Nacht zum 1. Juli hatte Innenminister Francisco Imaz den Ausnahmezustand verhängt.

In Lübeck wird das Unterwasserlaboratorium “Helgoland” fertiggestellt. Es dient der Tiefenforschung in der Nordsee und wurde mit Beteiligung u.a. der Biologischen Anstalt Helgoland gebaut.

Der britische Thronfolger Charles wird in Caernarvon zum Prince of Wales gekrönt.

Im schweizerischen Luzern findet die Einweihung des modernsten Planetariums Europas statt.

2.7.1969, Mittwoch

Die Bundesregierung bricht die diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik Südjemen (Demokratische Volksrepublik Jemen) ab. Grund ist die am 30. Juni vollzogene Anerkennung der DDR durch die jemenitische Regierung.

Die DDR gewährt dem Irak einen Finanzierungskredit für 13 Industrieprojekte in Höhe von rund 335 Millionen DM. Mit dem Kredit sollen u.a. die Fabrikation von Hochspannungskabeln sowie der Bau von Lager- und Schlachthäusern finanziert werden. Es handelt sich um den ersten Kredit nach Anerkennung der DDR durch den Irak am 30. April.

3.7.1969, Donnerstag

Die USA und die Türkei unterzeichnen ein neues Abkommen über militärische Zusammenarbeit. Es regelt die Präsenz US-amerikanischen Militärs in der Türkei.

In der Straße von Formosa greifen taiwanesische Schiffe eine Flottenbasis der Volksrepublik China an, die an der Mündung des Min-Flusses liegt. Die Einheiten Chiang Kai-sheks versenken drei chinesische Schiffe. Politische Beobachter vermuten, dass der taiwanesische Staatschef mit seinem Angriff die sich andeutende Normalisierung der Beziehung zwischen den USA und China stören will.

Die seit 1968 eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Peru können vorläufig bereinigt werden.

Der frühere Gitarrist der Rockgruppe “Rolling Stones”, Brian Jones, wird tot in seinem Swimmingpool aufgefunden.

4.7.1969, Freitag

Nach dem Scheitern eines Kompromissvorschlages von Parteichef Pietro Nenni spaltet sich die erst 1966 gebildete italienische Sozialistische Partei wieder in einen sozialdemokratischen und einen sozialistischen Flügel. Vorausgegangen war ein Streit über die Öffnung gegenüber Kommunisten. Die Sozialdemokraten konstituieren sich am 5. Juli als Sozialistische Einheitspartei unter Mauro Ferri neu. Zugleich erklärt die Mitte-Links-Regierung unter dem Christdemokraten Mariano Rumor ihren Rücktritt.

Bei den Offenen Tennismeisterschaften von England in Wimbledon sorgt der Titelgewinn der Engländerin Ann Jones im Dameneinzel für große Begeisterung unter den einheimischen Zuschauern.

5.7.1969, Samstag

Der deutsch-amerikanische Architekt Walter Gropius stirbt im Alter von 86 Jahren in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts). Er gehörte zu den führenden Architekten der Moderne.

6.7.1969, Sonntag

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi wird Kenias Minister für wirtschaftliche Planung und Entwicklung, Tom Mboya, erschossen. Der 38-Jährige zählte zu den einflussreichsten Politikern seines Landes und galt als möglicher Nachfolger von Staatschef Jomo Kenyatta. Das Attentat löst heftige Stammesfehden aus.

Die 20-Jährige Schweizerin Meta Antenen verbessert in Liestal den von Heide Rosendahl (Leverkusen) gehaltenen Weltrekord im Fünfkampf um 23 Punkte auf 5046 Punkte.

Der britische Formel-I-Rennfahrer Jackie Stewart gewinnt auf Matra den Großen Preis von Frankreich in Clermont-Ferrand. Er erzielt auf der insgesamt 306,1 km langen Strecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,251 km/h.

7.7.1969, Montag

Bei orkanartigen Stürmen in Westeuropa kommen mindestens 36 Menschen ums Leben. Besonders die französische Atlantikküste ist schwer betroffen. Hier herrschen Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h. Zahlreiche Boote werden auf See von dem Sturm überrascht. In den Häfen und auf dem Festland entstehen massive Schäden. Auch Großbritannien ist von dem Unwetter betroffen.

8.7.1969, Dienstag

In Karlsruhe wird der Fotogroßhändler Hannsheinz Porst wegen landesverräterischer Beziehungen zu einer 33monatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Als erster portugiesischer Regierungschef stattet Marcelo Caetano Brasilien einen offiziellen Besuch ab (bis 12.7.). Brasilien war bis 1822 portugiesische Kolonie.

Die CDU veranstaltet in Essen ihren Kongress zur bevorstehenden Bundestagswahl. Im Mittelpunkt der Reden stehen u.a. deutschland- und ostpolitische Themen. Der Kongress nimmt ein Wahlprogramm an, in dem die Deutschland- und Europapolitik an erster Stelle steht.

Bei einem halbstündigen Luftgefecht zwischen Israel und Syrien über den Golan-Höhen werden nach israelischer Darstellung zwölf syrische Maschinen abgeschossen. Syrien gibt den Abschuss vier gegnerischer Kampfflugzeuge bekannt. Die Golan-Höhen sind von Israel besetzt.

9.7.1969, Mittwoch

Der US-amerikanische Präsident Richard M. Nixon ordnet eine Reduzierung des im Ausland beschäftigten Militär- und Zivilpersonals um rund 20 000 Personen an.

Vier Kinder ertrinken beim Baden vor Sylt in der Nähe von List. Sie gehörten zu einer Kinderheim-Gruppe, die unter Aufsicht im flachen Wasser badete. 13 der Kinder wurden plötzlich von einer Welle erfasst und in tieferes Wasser gezogen. Obwohl sie zum Teil bereits in der Strömung trieben, konnten neun von ihnen durch Rettungsschwimmer an Land gebracht werden.

10.7.1969, Donnerstag

Ägypten erkennt die DDR diplomatisch an. Damit erlangt die DDR erstmals die Anerkennung eines nichtkommunistischen Staates. Nach Angaben ihres Sprechers Conrad Ahlers (SPD) bedauert die Bundesregierung “die weitere Belastung der deutsch-arabischen Beziehungen”.

In der Nacht zum 10. Juli scheitert in Berlin (West) auch die dritte in der Bundesrepublik vorgenommene Herztransplantation. Ein unter Leitung des Chirurgen Emil Bücherl operierter 46-Jähriger Mann stirbt neun Stunden nach der Transplantation.

11.7.1969, Freitag

In der Münchner Neuen Pinakothek (Haus der Kunst) beginnt die Ausstellung “Fresken aus Florenz” (bis 24.8.). In 70 Exponaten demonstriert sie Ergebnisse Florentiner Restaurierungskunst am Beispiel von Fresken, die zum größten Teil aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammen. Zuvor wurde die Ausstellung mit großem Erfolg in New York, Amsterdam und London gezeigt.

12.7.1969, Samstag

Der Generalrat des Pyrenäenstaates Andorra billigt die Einführung des Frauenwahlrechts. Die Zulassung von Frauen zu Regierungsämtern wird jedoch abgelehnt.

13.7.1969, Sonntag

In der Nacht vom 13. zum 14. Juli kommt es in der nordirischen Stadt Londonderry erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken.

Alwin Schockemöhle (Mühlen) gewinnt in Hamburg-Klein Flottbek das 41. Deutsche Springderby. Vor 15 000 Zuschauern bewältigt er den schwierigen Parcours als einziger ohne Fehler.

Als erste Frau der Welt überbietet die sowjetische Kugelstoßerin Nadeshda Tschishowa die 20-m-Marke. Beim Leichtathletik-Dreiländerkampf Polen – Sowjetunion – DDR in Chorzow erzielt die 23-Jährige Europameisterin und Olympiadritte von 1968 die Weltrekordmarke von 20,09 m.

14.7.1969, Montag

Ein Konflikt zwischen den mittelamerikanischen Staaten El Salvador und Honduras, der nach einem Fußballspiel ausgebrochen war, führt zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

Die Botschafter Spaniens und Polens in Paris unterzeichnen ein Abkommen über die Einrichtung konsularischer und wirtschaftlicher Beziehungen.

In München wird der Grundstein für die Bauten der Olympischen Sommerspiele 1972 gelegt.

15.7.1969, Dienstag

Als zweites arabisches Land nach Jordanien vereinbart die Regierung der Arabischen Republik Jemen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Bundesrepublik. Als Vertreter der Bundesregierung hatte Ministerialdirigent Walter Gehlhoff vom 29. Juni bis 2. Juli entsprechende Verhandlungen in der Hauptstadt Sana geführt und die Bereitschaft zur Wiederaufnahme von Entwicklungshilfeprojekten erklärt. Diese Projekte waren 1965 nach Abbruch der Beziehungen eingestellt worden.

Lauritz Lauritzen (SPD), Bundesminister für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, legt den ersten deutschen Städtebaubericht vor. Die knapp 200 Seiten umfassende Dokumentation richtet sich an die “politisch und fachlich an städtebaulichen Zusammenhängen interessierte Öffentlichkeit”. Lauritzen zufolge steht vor allem die rasante Steigerung der Baulandpreise einer Beseitigung menschenunwürdiger Wohnverhältnisse im Wege.

16.7.1969, Mittwoch

Das US-amerikanische Raumschiff “Apollo 11” startet zum Mondlandeunternehmen.

17.7.1969, Donnerstag

Der Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank beschließt in Frankfurt am Main eine Erhöhung der Mindestreservensätze um linear 10% ab 1. August. Die Maßnahme engt die Liquidität der Banken um rund 1,8 Milliarden DM ein und verringert damit den Kreditspielraum. Nach den Worten von Bundesbankpräsident Karl Blessing soll die Konjunktur damit gedrosselt werden.

Der EWG-Ministerrat einigt sich in Brüssel auf eine engere Zusammenarbeit der sechs Regierungen auf dem Gebiet der Konjunktur- und Währungspolitik. Erstmals verpflichten sich die EWG-Mitglieder, einander vor allen wirtschaftlichen Entscheidungen zu konsultieren.

Aufgrund schwerer Beschädigungen des Bootes muss der norwegische Forscher Thor Heyerdahl sein Vorhaben aufgeben, mit einem Papyrusboot von Afrika nach Amerika zu segeln.

Der Bayerische Landtag verfügt die sofortige Schließung der Münchener Akademie der Bildenden Künste bis zum Wintersemester. Das Bayerische Kultusministerium hatte der Akademieleitung vorgeworfen, trotz entsprechender Anordnungen nicht gegen Graffiti am Institutsgebäude vorgegangen zu sein.

18.7.1969, Freitag

Die Sowjetunion unterbreitet den Vereinigten Staaten einen Vorschlag zur Eröffnung weiterer Konsulate (in Leningrad bzw. San Francisco). Am 23. Juli stimmt die US-Regierung dem Vorschlag prinzipiell zu.

In Essen unterzeichnen Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) und Vertreter der Steinkohleindustrie den Gründungsvertrag der Ruhrkohle AG.

19.7.1969, Samstag

Bei einem Autounfall des US-amerikanischen Senators Edward M. Kennedy kommt dessen Sekretärin Mary Jo Kopechne ums Leben. Die Umstände des Unfalls führen zu öffentlicher Kritik am Bruder der ermordeten US-Politiker John F. und Robert F. Kennedy.

Sieger der 56. Tour de France wird der belgische Radrennfahrer Eddy Merckx.

Im britischen Hickstead wird der englische Titelverteidiger David Broome auf Mister Softee erneut Europameister der Springreiter. Zweiter wird Alwin Schockemöhle (Mühlen) auf Donald Rex vor Hans Günter Winkler (Warendorf) auf Enigk.

In Silverstone gewinnt der Brite Jackie Stewart auf Matra den Großen Preis von England für Formel-I-Rennwagen. Er erreicht dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 204,794 km/h.

20.7.1969, Sonntag

Erstmals in der Geschichte landen Menschen auf dem Mond. Um 21.18 Uhr MEZ setzen die beiden Astronauten Edwin Aldrin und Neil Armstrong mit der Mondlandefähre “Eagle” auf dem Mond auf.

Israelische Bombenangriffe gegen Ägypten am Suezkanal verschärfen die Auseinandersetzung im Nahost-Konflikt.

In Jaunde – Hauptstadt von Kamerun – unterzeichnen die Außenminister der EWG und 17 afrikanischer Länder sowie Madagaskar einen neuen Assoziierungsvertrag. Dieser läuft spätestens am 31. Januar 1975 aus.

In Stuttgart endet der 14. Deutsche Evangelische Kirchentag, auf dem es zu erregten Auseinandersetzungen um den innerkirchlichen Führungsstil gekommen war.

Überraschend siegt die US-Frauen-Mannschaft beim Leichtathletik-Länderkampf gegen die Sowjetunion mit 70:67 Punkten. Die US-amerikanischen Männer gewinnen erwartungsgemäß mit 125:118.

21.7.1969, Montag

Der Sprecher des US-amerikanischen Außenministeriums, Robert McCloskey, gibt Maßnahmen zur Erleichterung des Reiseverkehrs mit China bekannt. Danach werden u.a. für bestimmte Personengruppen automatisch Reisegenehmigungen erteilt. McCloskey zufolge dienen die Maßnahmen dem Abbau bestehender Spannungen.

Die auf dem Mond gelandeten Astronauten Edwin Aldrin und Neil Armstrong beginnen mit der Rückkehr zum “Apollo”-Mutterschiff “Columbia”. “Apollo 11” kehrt am 24. Juli zur Erde zurück.

In der algerischen Hauptstadt Algier wird das erste Panafrikanische Festival eröffnet.

22.7.1969, Dienstag

Nach einem Beschluss der CDU/SPD-Bundesregierung wird künftig in der Bundesrepublik das Hissen der DDR-Nationalflagge und das Abspielen der DDR-Staatshymne bei Sportveranstaltungen gemäß den “ordnungsgemäß zustande gekommenen internationalen Regeln” nicht behindert. Zugleich erklärt die Bundesregierung, dass dies für ihre Politik der Nichtanerkennung der DDR ohne Bedeutung bleibe.

23.7.1969, Mittwoch

Der bundesdeutsche Botschafter in der Sowjetunion, Helmut Allardt, wird erstmals von Regierungschef Alexei N. Kossygin empfangen. Am 24. und 25. Juli treffen FDP-Spitzenpolitiker zu einem Besuch in Moskau ein.

Der französische Ministerrat ernennt den Korpsgeneral Jean du Temple de Rougemont zum Oberkommandierenden der in der Bundesrepublik stationierten französischen Streitkräfte. Er wird damit Nachfolger von General Jacques Massu, der am 31. Juli in den Ruhestand tritt.

Prinz Juan Carlos wird als künftiger spanischer König und damit als Nachfolger des Diktators Francisco Franco Bahamonde vereidigt.

24.7.1969, Donnerstag

Das US-amerikanische Raumschiff “Apollo 11” wassert nach seinem erfolgreichen Mondlandeunternehmen wohlbehalten im Pazifik.

Nach Abschluss zehntägiger Verhandlungen unterzeichnen Syrien und die DDR (vertreten durch Außenwirtschaftsminister Horst Sölle) in Damaskus ein Abkommen über wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit.

25.7.1969, Freitag

Vor einer Wahlveranstaltung der rechtsextremen NPD in Frankfurt am Main kommt es zu schweren Auseinandersetzungen. Mit Stahlruten und anderen Schlaginstrumenten bewaffnete “Greifkommandos” der NPD gehen brutal gegen Teilnehmer einer Protestkundgebung vor. Mindestens vier Personen werden verletzt.

Bei einem Zusammenstoß zweier kanadischer Starfighter bei Vaihingen/Enz (Baden-Württemberg) kommt einer der beiden Piloten ums Leben, der andere kann sich mit dem Schleudersitz retten. Die Maschinen sind in einer Tiefflugschneise zusammengestoßen. Der Treibstofftank einer Maschine durchschlägt das Dach eines Wohnhauses. Bei Rettungsversuchen werden zwei Helfer durch eine Detonation schwer verletzt.

26.7.1969, Samstag

Hubert Riesner vom SC Charlottenburg (West-Berlin) wird in Wilhelmshaven Deutscher Meister im Marathonlauf (Zeit: 2:24:26,8 h). Zugleich gewinnt seine Mannschaft den Titel im Vereinswettbewerb (7:48:19,4 h).

US-Präsident Richard M. Nixon beginnt eine achttägige Südostasien-Reise. Sie führt ihn auf die Philippinen, nach Indonesien, Thailand, Südvietnam, Indien und Pakistan. u.a. in Indien kommt es zu Protestdemonstrationen gegen den Nixon-Besuch.

27.7.1969, Sonntag

Die 31-Jährige DDR-Leichtathletin Karin Balzer stellt bei einem Sportfest in Berlin (Ost) mit 13,0 sec einen Weltrekord über 100 m Hürden auf. Sie verbessert damit die von ihr gemeinsam mit drei anderen Läuferinnen gehaltene alte Bestmarke um 0,3 sec.

28.7.1969, Montag

In der Nacht vom 27. zum 28. Juli kommt es in Berlin (West) auf dem Kurfürstendamm zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Anhängern der studentischen Aktionsgemeinschaft APO. Anlass ist die am 27. Juli erfolgte Überführung von acht Kriegsdienstverweigerern in die Bundesrepublik. Nach Ansicht der Bundeswehr handelt es sich um Deserteure.

29.7.1969, Dienstag

Während eines Erholungsurlaubes in der Sowjetunion (bis 3. 8.) trifft der finnische Staatspräsident Urho Kekkonen zu Gesprächen mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Alexei N. Kossygin zusammen. Dabei betonen beide Staaten ihren Wunsch nach Einberufung einer europäischen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit.

Der bundesdeutsche Rudertrainer Karl Adam gibt die Betreuung des sog. Deutschland-Achters ab.

30.7.1969, Mittwoch

Der 39-Jährige sowjetische Schriftsteller Anatoli W. Kusnezow erhält in Großbritannien politisches Asyl. Der wegen seiner Werke in der Sowjetunion heftig kritisierte Kusnezow war in der vorangegangenen Woche zu einem Kurzbesuch in London eingetroffen. Bekannt ist u.a. sein 1968 in deutscher Sprache erschienener dokumentarischer Roman “Babi Jar”.

31.7.1969, Donnerstag

Papst Paul VI. reist als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche nach Afrika. Bei seiner Ankunft in der ugandischen Hauptstadt Kampala wird Paul VI. von rund 100 000 Menschen begrüßt.

Im schleswig-holsteinischen Tellingstedt verunglückt die 27-Jährige deutsche Schlager- und Chansonsängerin Alexandra tödlich. Seit 1967 war sie mit Titeln wie “Zigeunerjunge” und “Lied der Taiga” bekanntgeworden und hatte sich einen Namen als eigenwillige Interpretin gemacht.

Beim zweiten sog. Erdteilkampf der Leichtathleten zwischen Europa und Amerika in Stuttgart (seit 30. 7.) siegen die europäischen Sportler und Sportlerinnen.