Was geschah im Juli 1984

  • < 1983
  • 7.1984
  • 1985 >

1.7.1984, Sonntag

Mit knapper Mehrheit entscheiden sich die männlichen Wahlberechtigten im Fürstentum Liechtenstein für die Einführung des Frauenwahlrechts.

Vor den Abgeordneten von Bundesrat und Bundestag wird in Bonn der CDU-Politiker Richard von Weizsäcker als sechster deutscher Bundespräsident vereidigt.

Für umgerechnet fast 22 Millionen DM, die höchste Ablösesumme in der Geschichte des Fußballs, wechselt der argentinische Nationalspieler Diego Armando Maradona vom FC Barcelona zum AC Neapel.

2.7.1984, Montag

Das Bundeskabinett in Bonn beschließt den Haushaltsentwurf des folgenden Jahres. Das Gesamtvolumen für 1985 beträgt 260 Milliarden DM, die Neuverschuldung 23,9 Milliarden DM.

In einer Wohnung in Frankfurt am Main werden sechs mutmaßliche Mitglieder der Roten-Armee-Fraktion (RAF) festgenommen, unter ihnen Helmut Pohl, der von den bundesdeutschen Sicherheitsbehörden zu den führenden Köpfen der Terroristenvereinigung gezählt wird.

3.7.1984, Dienstag

Ein Warschauer Gericht erhebt Anklage gegen den polnischen Pater Jerzy Popieluszko wegen “Missbrauchs des geistlichen Amtes”. Dem in der polnischen Hauptstadt amtierenden Priester wird vorgeworfen, während seiner sonntäglichen Predigten für die verbotene Gewerkschaft “Solidarität” eingetreten zu sein.

Trotz massiver Proteste von Tierschützern beginnt auf St. Paul und weiteren kleinen Inseln der Aleuten (US-Bundesstaat Alaska) die diesjährige Robbenjagd.

4.7.1984, Mittwoch

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) beginnt eine Reise nach Argentinien und Mexiko (bis 12. 7.); es ist der erste offizielle Besuch eines deutschen Regierungschefs in den lateinamerikanischen Staaten. Um die offenbar an den Kanzlerbesuch geknüpften hohen Erwartungen zu dämpfen, heben Regierungssprecher in Bonn hervor, dass Kohl nicht die Absicht habe, als Vermittler oder Unterhändler in der Frage der Auslandsschulden aufzutreten.

Gemäß dem UN-Sicherheitsplan übernimmt die libanesische Armee nach dem Abzug der UN-Truppen für Groß-Beirut die Kontrolle über die wichtigsten Zentren der Stadt.

Wie aus Düsseldorf bekannt wird, verkauft die Friedrich Flick Industrieverwaltung KGaA die Edelstahlwerke “Buderus”. Ihre Hauptanteile am 32,5 Millionen-DM-Grundkapital der Werke gibt sie ab an die Berliner Handels- und Frankfurter Bank, Frankfurt.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe spricht einen Krefelder Arzt vom Vorwurf der versuchten Tötung durch unterlassene Hilfeleistung frei. Der Arzt hatte auf Wunsch einer todkranken Patientin lebenserhaltende Maßnahmen unterlassen.

5.7.1984, Donnerstag

In London scheitert die Entführung des nigerianischen Exilpolitikers Umaro Dikko, der in einer als Diplomatengepäck deklarierten Kiste nach Lagos geflogen werden sollte. Auf Vorwürfe der britischen Regierung beteuert die Regierung in Lagos, nichts mit der Aktion zu tun zu haben, fordert aber die Auslieferung Dikkos wegen Korruption.

Nach Einigung der Tarifparteien im Bauhauptgewerbe wird ein seit Mitte Juni andauernder Streik von Akkordarbeitern in West-Berlin beendet. Bei der Hauptforderung nach einer Veränderung im Lohnsystem wurde ein Kompromiss erzielt.

Jüngste Untersuchungen ergeben, dass sich die Wasserqualität des Lago Maggiore bei Locarno (Schweiz) so weit verbessert hat, dass für Badende keine gesundheitlichen Gefahren mehr bestehen. Auch der Luganer See (Schweiz und Italien) wird nach dem Anschluss zahlreicher Gemeinden an Kläranlagen für Badende wieder freigegeben. Beide Gewässer waren vor 13 Jahren gesperrt worden.

6.7.1984, Freitag

Nach einem 13 Wochen dauernden Streik einigen sich die Tarifpartner der bundesdeutschen Druckindustrie auf einen Kompromiss: Ab April 1985 gilt die 38,5-Stunden-Woche, innerbetrieblich können flexible Arbeitszeiten vereinbart werden.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Joseph Höffner, kritisiert auf dem Münchener Katholikentag die Oppositionsbewegung “Kirche von unten”. Dabei weist er darauf hin, dass das Christentum keine Anleitung zur Befreiung der Menschen aus gesellschaftlichen Zwängen sei.

7.7.1984, Samstag

Vor dem Berliner Reichstagsgebäude im Tiergarten von Berlin (West) verfolgen Hunderttausende André Hellers “Feuertheater”, das der Wiener Künstler im Rahmen des ersten Berliner “Sommernachtstraums” inszeniert.

Die Humboldt-Universität Berlin (Ost) eröffnet in Japan eine Ausstellung anlässlich des 175-Jährigen Bestehens der Universität. Gezeigt werden hauptsächlich Exponate aus dem Naturkundemuseum.

Ex-Fußballstar Franz Beckenbauer übernimmt als Teamchef die Leitung der bundesdeutschen Fußball-Nationalmannschaft.

8.7.1984, Sonntag

Die Parteitagsdelegierten der niedersächsischen SPD wählen Gerhard Schröder zum neuen Spitzenkandidaten ihrer Partei für die nächste Landtagswahl im Jahr 1986.

Bei den All-England-Tennismeisterschaften in Wimbledon gewinnen Martina Navratilova (USA) zum fünften und John McEnroe (USA) zum dritten Mal die Titel in den Einzelwettbewerben.

9.7.1984, Montag

In Madrid kommen der spanische Ministerpräsident Felipe Gonzalez und sein portugiesischer Amtskollege Mario Soares zu Gesprächen zusammen. Vorrangiges Thema dieses Treffens ist der von beiden Ländern gewünschte Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft.

Die EG-Kommission in Brüssel verklagt die Bundesrepublik wegen des Festhaltens am deutschen Reinheitsgebot für Bier vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg.

Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rats der Kirche beginnt seine zehntägige Jahreskonferenz in Genf. Zum neuen Generalsekretär des Weltkirchenrats wird der Methodist Emilio Castro aus Uruguay gewählt.

In der iranischen Hauptstadt Teheran werden 25 Menschen hingerichtet. Ein Revolutionsgericht hatte sie des Rauschgifthandels für schuldig befunden.

10.7.1984, Dienstag

Ein Düsenjäger der deutschen Bundeswehr vom Typ F 104 “Starfighter” stürzt auf ein Wohnhaus in Stade. Aus dem in Brand geratenen Haus werden eine Frau tot und vier weitere Personen schwer verletzt geborgen. Der Pilot konnte sich retten.

Der Manager der Alten Oper in Frankfurt am Main, Ulrich Schwab, wird vom Aufsichtsrat fristlos entlassen. Grund ist die Auseinandersetzung um eine Aufführung des Stücks “Der Müll, die Stadt und der Tod” von Reiner Werner Fassbinder. Schwab wollte es trotz gegensätzlicher Ansicht des Aufsichtsrats im Rahmen der “Frankfurter Feste” herausbringen.

11.7.1984, Mittwoch

Die 70. Ministerkonferenz Erdöl exportierender Länder (OPEC) beschließt in Wien, für Rohöl den Richtpreis von 29 US-Dollar je Barrel (158,987 dm und die Fördermenge von 17,5 Millionen Barrel pro Tag einzuhalten.

Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) unterzeichnet in Washington ein Abkommen über den Kauf von Flugabwehrsystemen des Typs “Patriot” für die Bundeswehr.

12.7.1984, Donnerstag

Der französische Staatspräsident François Mitterrand plädiert für einen Kompromiss in den strittigen Fragen des neuen Schulgesetzes mit den bürgerlichen Parteien. Er spricht sich dafür aus, solche Probleme der “öffentlichen Freiheiten” per Volksentscheid zu lösen und kündigt eine entsprechende Verfassungsänderung an.

Die in Hamburg erscheinende Illustrierte “stern” veröffentlicht in der Nr. 29 die erste, in ihrem Auftrag von “media control” ermittelte Medienliste, die von nun an wöchentlich darüber Auskunft gibt, was “die Deutschen am liebsten sahen, hörten, lasen”.

Im Theater der Freien Volksbühne in Berlin (West) findet die Premiere des von Peter Zadek inszenierten Stückes “Ghetto” von Joshua Sobol statt. Die Darstellung des jüdischen Massenmords in Form eines Musicals ist bei Kritik und Publikum umstritten.

Ein Unwetter mit verheerendem Hagelschlag richtet in München und Umgebung schwere Schäden an; mehr als 300 Menschen werden verletzt.

13.7.1984, Freitag

In Warschau beginnt unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gegen vier Anführer des Komitees zur Gesellschaftlichen Selbstverteidigung (KOR). Das Komitee spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der oppositionellen Gewerkschaft “Solidarität”.

In Mainz einigen sich das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), der Österreichische Rundfunk (ORF) und die Schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft (SRG) über ein Versuchsprojekt eines gemeinsamen Satellitenprogramms. Es wird den Namen “3 SAT Satellitenfernsehen des deutschen Sprachraumes ZDF – ORF – SRG” tragen.

14.7.1984, Samstag

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Neuseeland erringt die bisher oppositionelle Labour Party die Mehrheit über die bisher regierende konservative Nationalpartei.

15.7.1984, Sonntag

In einem im “Gießener Anzeiger” veröffentlichten Interview mit dem Grünen-Politiker Otto Schily rät dieser seinen Parteifreunden, auf eine Koalition mit den Sozialdemokraten hinzuarbeiten.

Wie in London offiziell bekannt wird, hat der Großverleger Robert Ian Maxwell die “Mirror”-Zeitungsgruppe erworben.

16.7.1984, Montag

Im Rahmen seiner Reise in die USA und nach Europa besucht der im Juni gewählte Präsident von El Salvador, José Napoleón Duarte, drei Tage die Bundesrepublik Deutschland. Er trifft u.a. mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zusammen, der ihm die Wiederaufnahme der Entwicklungshilfe zusichert.

Auf den Autobahnen im Bereich der Stadt Bremen wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h eingeführt. Man erhofft sich eine Senkung der Unfallzahlen und der Lärmbelästigung. Nach zwei Jahren soll der Bremer Innensenator darüber entscheiden, ob der Versuch weiter fortgesetzt wird.

Der thailändische Rat der Wirtschaftsminister beschließt einen Handelskrieg gegen Japan als Vergeltung für die Nichterfüllung eingegangener Verpflichtungen Japans. Japan hatte Absprachen über den Umfang von Importen aus Thailand ignoriert und Beschränkungen durchgesetzt.

17.7.1984, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gibt seine Entscheidung bekannt, nach welcher die Bundesregierung verpflichtet ist, dem Untersuchungsausschuss der Parteispendenaffäre alle gewünschten Flick-Akten zur Verfügung zu stellen.

Nach dem überraschenden Rücktritt des französischen Ministerpräsidenten Pierre Mauroy ernennt Staatspräsident François Mitterrand den bisherigen Industrieminister Laurent Fabius zu dessen Nachfolger. Unter den von ihm ernannten neuen Kabinettsmitgliedern gehört niemand mehr der Kommunistischen Partei an. Mauroys Regierung war eine Koalition aus Sozialisten und Kommunisten.

18.7.1984, Mittwoch

Auf ihrem Parteikonvent in San Francisco wählen die Demokraten Walter Mondale zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen der USA im November. Mit der New Yorker Kongressabgeordneten Geraldine Ferraro wird erstmals in den USA eine Frau für das Amt des Vizepräsidenten nominiert.

In Bern finden die ersten offiziellen Konsultationen zwischen Vertretern der argentinischen und britischen Regierungen seit dem Falkland-Krieg im Jahr 1982 statt. Wie ein Beamter des Schweizer Außenministeriums mitteilt – es vertritt seit Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen London und Buenos Aires die Interessen beider Staaten -, handelt es sich um informelle Gespräche.

19.7.1984, Donnerstag

Ein Vertreter des DDR-Justizministeriums verteidigt vor dem Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen in Genf den an die Grenztruppen ausgegebenen Schießbefehl. Grundsätzlich sei aber in dem Grenzgesetz von 1982 festgelegt, dass das Leben der Verdächtigen “falls möglich, geschont” werden solle.

Als Nachfolger von Gaston Thorn aus Luxemburg wird der bisherige Wirtschafts- und Finanzminister Frankreichs, Jacques Delors, zum neuen Präsidenten der EG-Kommission in Brüssel ernannt.

20.7.1984, Freitag

Bundespräsident Richard von Weizsäcker nimmt an der feierlichen Veranstaltung zum Gedenken an das missglückte Attentat auf Adolf Hitler vor 40 Jahren in Berlin (West) teil.

Nach zähen Verhandlungen mit den Arbeitgebern erzielen die Gewerkschaften der britischen Hafenarbeiter eine Kompromisslösung mit den Arbeitgebern und empfehlen den streikenden Dockarbeitern die Beendigung des Arbeitskampfes. Am 9. Juli waren sie aus Solidarität mit den seit 19 Wochen streikenden Bergarbeitern Großbritanniens in den Ausstand getreten. Betroffen davon war vor allem der internationale LKW-Verkehr.

Großherzog Johannes von Luxemburg vereidigt die neue Luxemburger Regierung, eine große Koalition aus der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV) und der Luxemburgischen Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP). Neuer Ministerpräsident ist der CSV-Vorsitzende und bisherige Finanzminister, Jacques Santer.

21.7.1984, Samstag

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) trifft zu einem zweitägigen Besuch in der iranischen Hauptstadt Teheran ein. Genschers Besuch, der erste eines westeuropäischen Außenministers seit der islamischen Revolution von 1979, stößt vielfach auf Kritik.

Anlässlich des polnischen Nationalfeiertags befürwortet das Parlament in Warschau eine Amnestie; sie gilt auch für 632 politische Häftlinge.

22.7.1984, Sonntag

Vor seinem Landsmann Bernard Hinault gewinnt in Paris der Franzose Laurent Fignon die diesjährige Tour de France.

Seit Wochen andauernde heftige Monsun-Regenfälle führen in Nordostindien zu riesigen Überschwemmungen. Allein im Bezirk Mala, im Unionsstaat Westbengalen, werden 300 km² überflutet, nachdem die Uferbefestigung des Mahananda-Flusses zerbarst. Etwa 200 000 Menschen werden obdachlos.

23.7.1984, Montag

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Israel kann die oppositionelle Arbeiterpartei unter Shimon Peres die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Ihre 44 Mandate reichen jedoch nicht für eine alleinige Regierungsbildung aus. Der bisher von Itzhak Schahmir regierte Likud-Block verfügt über 41 Abgeordnetensitze. Am 5. August beauftragt Staatspräsident Chaim Herzog Oppositionsführer Peres mit der Regierungsbildung.

Unter dem Verdacht, seine Frau erschossen zu haben, wird in Berlin (West) der frühere Box-Europameister Gustav “Bubi” Scholz verhaftet.

24.7.1984, Dienstag

Die Polizei von Berlin (West) räumt das “Kunst- und Kulturzentrum Kreuzberg”. Das unter dem Namen “KuKuCK” bekannte Haus wurde 1981 besetzt und seitdem als alternatives Kulturhaus betrieben. Das Gebäude, in dem einst der Besetzerrat tagte, war zum Symbol der Berliner Hausbesetzer geworden.

Zum neuen Präsidenten des Europaparlaments in Brüssel wird der von den Christdemokraten nominierte Franzose Pierre Pflimlin ernannt. Er löst den Niederländer Piet Dankert ab.

25.7.1984, Mittwoch

Die Bonner Regierung gewährt eine Bürgschaftsgarantie für einen Bankkredit in Höhe von 950 Millionen DM an die DDR. Gleichzeitig werden Erleichterungen im innerdeutschen Reiseverkehr bekanntgegeben.

Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtet von der Europatournee des amerikanischen Rocksängers Stevie Wonder und zieht eine Bilanz der zeitgenössischen Popkultur.

Aus den Käfigen einer Geflügelfarm im unterfränkischen Sommerkahl (Kreis Aschaffenburg) lassen “autonome Tierschützer” etwa 2000 Hühner frei. Die Tierschützer protestieren damit gegen die tierquälerische Hühnerhaltung in dem Massenbetrieb.

26.7.1984, Donnerstag

Die sowjetische Presse verstärkt ihre ideologischen Angriffe gegen die Bundesrepublik Deutschland. Sie bestreitet die Existenz einer “deutschen Frage”, wendet sich gegen die sichtbare Annäherung der beiden deutschen Staaten in den vergangenen Monaten und wirft Bonn die “Unterhöhlung” der sozialistischen Ordnung vor.

27.7.1984, Freitag

Mit der Premiere der Oper “Macbeth” von Giuseppe Verdi werden die diesjährigen Salzburger Festspiele eröffnet. In der Inszenierung von Piero Faggioni singen u.a. Ghena Dimitrova und Piero Cappuccilli.

28.7.1984, Samstag

In Ost-Berlin werden drei Gasbehälter gesprengt, die von Denkmalschützern als erhaltenswerte Industriebauten eingeschätzt wurden. Die DDR plant auf diesem Gelände jedoch ein neues Wohngebiet.

Mit großem Aufwand findet in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) die Eröffnung der XXIII. Olympischen Sommerspiele statt.

29.7.1984, Sonntag

Der Südwesten Englands, Wales’ und der Nordwesten des Landes erleben eine seit mehreren Wochen anhaltende Dürreperiode. Während im übrigen Europa die Menschen über den nassen und kalten Sommer klagen, ist man des Sonnenscheins hier bereits überdrüssig. In Cornwall und Devon muss das Trinkwasser rationiert werden.

30.7.1984, Montag

Nach der fünf Wochen dauernden Schließung wird die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Berlin (Ost) für den Publikumsverkehr wieder geöffnet.

In einer Rede vor dem Zentralkomitee der kommunistischen Partei Montenegros nimmt der jugoslawische Ministerpräsident Veselin Djuranovic ausführlich zur Menschenrechtsfrage Stellung. Er verteidigt die Bekämpfung oppositioneller Kräfte mit den Mitteln staatlicher Gewalt, da diese die Verfassungsordnung des sozialistischen Staates untergraben wollten.

Am ersten Wettkampftag der Olympischen Spiele in Los Angeles erkämpft Schwimmer Michael Groß aus Offenbach die erste Goldmedaille für die Bundesrepublik.

31.7.1984, Dienstag

In einer Sondersitzung des Bundestages billigt die Mehrheit von CDU/CSU und FDP die Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Buschhaus in Niedersachsen ohne die von Umweltschützern und Opposition geforderte Entschwefelungsanlage.

In Peking bekräftigt der britische Außenminister Geoffrey Howe gegenüber der chinesischen Führung die Absicht Großbritanniens, die Verwaltung der Kronkolonie Hongkong bis zum Ablauf des Pachtvertrages 1997 beizubehalten.

Die sowjetische Parteizeitung “Prawda” schreibt, dass die UdSSR keineswegs bereit sei, bei den Marschflugkörpern ein Übergewicht des Westens zuzulassen. Derartige Lenkwaffen seien auch in der sowjetischen Armee bereits in der Erprobung.