Was geschah im Juli 1985

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1.7.1985, Montag

Die Regierung von Israel verkündet ein Notstandsprogramm zur Sanierung der heimischen Wirtschaft. Die Gewerkschaften rufen ihre Mitglieder daraufhin zum Generalstreik am 2. Juli auf.

Die deutsche Bundesregierung verabschiedet den Haushaltsentwurf für 1986. Das Budget sieht bei einem Gesamtvolumen von 263,9 Mrd. DM eine Neuverschuldung in Höhe von 24,9 Mrd. DM vor.

Eine Hausfrau in Niedersachsen gewinnt laut Mitteilung der Lottozentrale in Hannover 6,97 Mio. DM im Zahlenlotto, der höchste Betrag, der bislang in Europa einer Einzelperson zufiel.

Die niedersächsische Landesrundfunkanstalt vergibt die erste private Hörfunklizenz der Bundesrepublik an die Funk und Fernsehen Nordwestdeutschland GmbH & Co KG (FFN).

2.7.1985, Dienstag

Der bisherige sowjetische Außenminister Andrei A. Gromyko wird zum Staatspräsidenten der UdSSR ernannt. Gromyko war seit 1939 im diplomatischen Dienst tätig und seit 1957 Außenminister. Seine Nachfolge übernimmt Eduard Schewardnadse, ein Vertrauter von Parteichef Michail S. Gorbatschow. Schewardnadse war erst am 1. Juli anstelle des Gorbatschow-Gegners Grigori Romanow als Vollmitglied in das Politbüro aufgerückt.

3.7.1985, Mittwoch

Das umstrittene Hanauer Nuklearunternehmen Reaktor-Brennelemente Union (RBU) nimmt die Arbeit wieder auf. Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU) hat die Stilllegungsverfügung des Landes Hessen aufgehoben.

In einem offenen Brief an Bundeskanzler Helmut Kohl lehnen 350 deutsche Wissenschaftler eine Mitarbeit an der Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) ab.

Der Landtag von Schleswig-Holstein beschließt mit der absoluten Mehrheit der CDU die Gründung eines Nationalparks Wattenmeer, der drei Schutzzonen umfassen soll. Es ist der dritte Nationalpark in der Bundesrepublik nach dem Berchtesgadener Land und dem Bayerischen Wald und umfasst rd. 265 000 ha. Die Nordfriesischen Inseln sind ausgenommen. Die SPD lehnt das Projekt ab, weil dadurch u.a. die Erdölsuche nicht unterbunden wird.

Der Schweizer Bundesrat beschließt, dass ab 1. Juli 1986 in der Eidgenossenschaft nur noch phosphatfreie Waschmittel zugelassen sind. Die Schweiz ist damit das erste Land Europas, das ein Verbot phosphathaltiger Waschmittel erläßt, die wesentlich zur Gewässerverschmutzung beitragen.

4.7.1985, Donnerstag

Bei Parlamentswahlen in Simbabwe gewinnt die ZANU-Partei des Ministerpräsidenten Robert Mugabe 63 der 80 Parlamentssitze, die für Schwarze vorgesehen sind. 15 der 20 für die weiße Bevölkerung reservierten Mandate gewann am 27. Juni die Partei des früheren Ministerpräsidenten Ian Smith.

Mitglieder des US-Repräsentantenhauses fordern in Tokio eine stärkere Öffnung des japanischen Marktes für US-Produkte, um das Ungleichgewicht im Handel abzubauen.

In Guinea scheitert ein Putschversuch gegen den auf einer Auslandsreise befindlichen Staatschef Oberst Lansana Conte. Die Unruhen fordern 18 Todesopfer.

5.7.1985, Freitag

Die Bundesrepublik Deutschland und die DDR unterzeichnen eine Vereinbarung über den innerdeutschen Handel, wodurch der zinslose Überziehungskredit (“Swing”) auf 850 Mio. Verrechnungseinheiten erhöht wird. Am 15. Juli kommt die DDR den Wünschen der Bundesrepublik entgegen und unterbindet den Zustrom von Asylbewerbern aus Sri Lanka über Berlin (Ost).

Der Deutsche Bundesrat, die Vertretung der Länder, billigt die Neuregelung der Hinterbliebenenrente (ab 1986 erhalten auch Witwer 60% der Rente der verstorbenen Ehefrau), die Anrechnung von Erziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung und die Erhöhung des Wohngeldes um 900 Mio. DM auf jährlich 3,2 Mrd. DM.

6.7.1985, Samstag

In Nottingham spaltet sich die britische Bergarbeitergewerkschaft NUM. Als Reaktion auf den erfolglosen Verlauf des Arbeitskampfes verlassen die Streikgegner die Arbeiterorganisation.

In Avignon (Frankreich) beginnt das bis zum 31. Juli dauernde Festival. Höhepunkt der Festspiele ist eine Aufführung des indischen Epos “Mahabharata”, eingerichtet von Peter Brooks.

Bei den Offenen Tennismeisterschaften von England gewinnt Martina Navratilova (USA) das Damen-Finale gegen Chris Evert-Lloyd 4:6, 6:3 und 6:2 und feiert damit nach 1978/79, 1982/83 und 1984 ihren sechsten Erfolg in Wimbledon.

Ein Untersuchungsausschuss des belgischen Parlaments stellt fest, dass die britischen Fußballfans, die Organisatoren sowie die Ordnungskräfte des Europacup-Endspiels für die blutigen Krawalle im Brüsseler Heysel-Stadion verantwortlich sind.

7.7.1985, Sonntag

Das 116. Deutsche Galoppderby in Hamburg-Horn gewinnt der Favorit “Acatenango” aus dem Gestüt Fährhof mit dem Jockei Andrzej Tylicki.

Der 17-Jährige Tennisspieler Boris Becker aus Leimen wird durch ein 6:3, 6:7, 7:6 und 6:4 über Kevin Curren (USA) Sieger bei den All-England-Tennismeisterschaften in Wimbledon.

Aus den Parlamentswahlen in Mexiko geht die regierende Partei der institutionalisierten Revolution von Regierungschef Miguel de la Madrid Hurtado mit 292 der 400 Parlamentssitze als Sieger hervor.

Mit der Rolle des “Wallenstein” in dem gleichnamigen Schiller-Drama beendet der Schauspieler Boy Gobert seine fünfjährige Tätigkeit als Intendant am Schiller- und Schlossparktheater in Berlin (West). Gobert geht an das Theater in der Josefstadt in Wien, sein Nachfolger in Berlin wird Heribert Sasse.

8.7.1985, Montag

Im Prozess um die gefälschten “Hitler-Tagebücher” verurteilt das Hamburger Landgericht den ehemaligen “stern”-Reporter Gerd Heidemann zu vier Jahren und acht Monaten und den Fälscher Konrad Kujau zu vier Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe.

In einer Rede vor der Amerikanischen Anwaltskammer in Washington äußert sich US-Präsident Ronald Reagan zum Problem des Terrorismus. Er nennt fünf Staaten – Iran, Libyen, Nordkorea, Kuba und Nicaragua -, die einen “Feldzug des internationalen Terrorismus” gegen die USA unterstützen würden. Die genannten Staaten protestieren aufs schärfste gegen diesen Vorwurf.

9.7.1985, Dienstag

Die niedersächsische Landesregierung verweigert die geplante Stilllegung der Georgsmarienhütte und bringt damit die im November 1984 vereinbarte Fusion der deutschen Stahlunternehmen Krupp und Klöckner mit der australischen Firma Conzing Rio Tinto (CRA) zu Fall.

In einer Kiesgrube bei Schwarzenbek in Schleswig-Holstein wird ein 13 Mio. Jahre altes Walskelett freigelegt.

Angesichts des ständig steigenden Defizits im Staatshaushalt der USA erklärt Budgetdirektor David Stockman zum 1. August seinen Rücktritt. Seine Nachfolge übernimmt James C. Miller, bisher Leiter des Amtes für den Binnenhandel.

Das Bundesgesundheitsministerium in Bonn spricht erstmals eine Warnung vor dem Genuss österreichischer Weine aus, nachdem in verschiedenen Proben aus dem Burgenland und der Region am Neusiedler See die giftige Chemikalie Diäthylenglykol gefunden wurde.

20 europäische Staaten und Kanada unterzeichnen in Helsinki ein europäisches Protokoll zur Reduzierung grenzüberschreitender Luftverschmutzung durch schwefelhaltige Niederschläge.

Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl trifft zu einem dreitägigen Staatsbesuch in der türkischen Hauptstadt Ankara ein. Kohl ist der erste westeuropäische Regierungschef, der seit dem Militärputsch des Jahres 1980 in der Türkei zu Gast ist.

10.7.1985, Mittwoch

Das Schiff “Rainbow Warrior” der Umweltschutzorganisation Greenpeace wird im neuseeländischen Hafen Auckland versenkt. Wegen der Verwicklung des französischen Geheimdienstes löst der Fall in Paris eine Regierungskrise aus.

Die französische Regierung billigt einen Gesetzentwurf, der die Lohnfortzahlung in Höhe von 65% für sechs bis zehn Monate nach der Entlassung vorsieht, wenn der Arbeitnehmer aus wirtschaftlichen Gründen freigesetzt worden ist. Erst danach soll der betreffende Arbeitnehmer als Arbeitsloser behandelt werden.

11.7.1985, Donnerstag

In Kuwait werden bei zwei Bombenanschlägen, zu denen sich eine arabische Extremistenorganisation bekennt, elf Menschen getötet und 89 verletzt.

Der Internationale Fußballverband FIFA hebt die weltweit verfügte Sperre für britische Fußballklubs im Zusammenhang mit den Krawallen von Brüssel auf. Für Europa bleibt die Sperre jedoch bestehen.

12.7.1985, Freitag

In Südchina kommen bei einem Grubenunglück mindestens 53 Menschen ums Leben.

Nach siebenjähriger Bauzeit wird das Stuttgarter Linden-Museum für Völkerkunde eröffnet.

13.7.1985, Samstag

Mit 6,00 m stellt der Sowjetrusse Sergei Bubka in Paris einen Weltrekord im Stabhochsprung auf.

US-Präsident Ronald Reagan muss sich im Bethesda-Marinekrankenhaus bei Washington einer Darmkrebs-Operation unterziehen. Am 20. Juli nimmt er seine Amtsgeschäfte wieder auf.

Rockfans in 50 Staaten verfolgen das “Live-Aid-Concert” an den Bildschirmen, eine Veranstaltung zugunsten der Hungerhilfe für Afrika.

14.7.1985, Sonntag

Bei den Wahlen in Bolivien gewinnt der ehemalige Diktator Hugo Banzer mit 28,11% zwar die meisten Stimmen, nicht jedoch die Mehrheit der Mandate. Am 5. August wird nicht Banzer, sondern Victor Paz Estenssoro (26,66%) zum Präsidenten Boliviens gewählt.

15.7.1985, Montag

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi findet zum Abschluss des Frauenjahrzehnts der Vereinten Nationen die Weltfrauenkonferenz statt.

Mit dem Ende der Spielzeit 1984/85 legt Peter Stein die künstlerische Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz nieder, die er seit 1970 innehatte. Sein Nachfolger an dem Theater wird Luc Bondy.

16.7.1985, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt das Krankenversicherungs-Kostendämpfungsgesetz von 1977 für verfassungsgemäß. Demnach können Rentner unter bestimmten Voraussetzungen zur Beitragszahlung für ihre Krankenversicherung herangezogen werden.

Der belgische König Baudouin lehnt ein Rücktrittsangebot der Regierung von Wilfried Martens ab und verlegt den Termin für Neuwahlen vom 8. Dezember auf den 13. Oktober vor. Das Rücktrittsangebot des Premierministers war eine Folge der blutigen Ausschreitungen im Brüsseler Heysel-Stadion.

67jährig stirbt in Langenbroich-Kreuzau der deutsche Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll.

Als erster Leichtathlet läuft in Nizza der Brite Steve Cram die 1500 m unter dreieinhalb Minuten. Cram benötigt 3:29,67 min.

17.7.1985, Mittwoch

Die deutsche Bundesregierung billigt den von Familienminister Heiner Geißler (CDU) ausgearbeiteten Gesetzentwurf über die Gewährung eines Erziehungsgeldes und Erziehungsurlaubs vom Januar 1986 an. Demnach haben Männer oder Frauen in den ersten zehn Monaten nach der Geburt eines Kindes Anspruch auf bezahlten Erziehungsurlaub (600 DM pro Monat), wenn sie sich der Erziehung des Kindes widmen.

in Paris unterzeichnen die Außen- und Wissenschaftsminister von 17 europäischen Ländern die Verträge über die Zusammenarbeit in der Spitzentechnologie (EUREKA).

18.7.1985, Donnerstag

Bundeskanzler Helmut Kohl bestreitet vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages von Rheinland-Pfalz den Vorwurf, als früherer Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender von unzulässigen Praktiken bei Parteispenden gewusst zu haben. An konkrete Fälle habe er keine Erinnerung. Eine bestimmte Art von “Kloakenjournalismus” habe legitime Bemühungen der Parteien um Spenden kriminalisiert.

Jugoslawien verkündet wegen der Inflationsrate von 76% drastische Preiserhöhungen für Grundnahrungsmittel wie Brot, Mehl und Speiseöl.

19.7.1985, Freitag

Durch einen Dammbruch an einem Stausee in den Dolomiten bei Trient (Italien) wird eine Überschwemmungskatastrophe ausgelöst, die über 200 Todesopfer fordert.

In Meersburg am Bodensee wird eine dramatisierte Fassung der Novelle “Ein fliehendes Pferd” von Martin Walser uraufgeführt.

20.7.1985, Samstag

Über einige Bezirke der Republik Südafrika wird der Ausnahmezustand verhängt. Seit September sind fast 500 Menschen bei blutigen Unruhen ums Leben gekommen.

Im Europäischen Währungssystem (EWS) wird eine Wechselkursanpassung vorgenommen: Die italienische Lira wird um 6% abgewertet, während die übrigen Währungen um 2% aufgewertet werden. Zugleich beschließt die italienische Regierung Sparmaßnahmen zur Stützung der Währung und des Staatshaushalts. – Die Kursanpassung wurde nötig, nachdem die Lira am 19. Juli nach Kursverfall aus dem EWS herausgenommen worden war.

In den Küstengewässern vor Florida entdeckt der US-amerikanische Schatzsucher Mel Fisher die Wracks von zwei Schiffen der spanischen Silberflotte, die dort 1622 in einen Taifun geraten und gesunken waren. Der Wert der noch an Bord befindlichen Ladung wird auf bis zu 400 Mio. US-Dollar geschätzt (1,2 Mrd. DM).

21.7.1985, Sonntag

Der französische Radrennfahrer Bernard Hinault gewinnt die 72. Tour de France mit 1:42 min Vorsprung auf den US-Amerikaner Greg Lemond. Der Franzose siegt damit zum fünften Mal bei der Frankreich-Rundfahrt.

Bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Barcelona gewinnt das bundesdeutsche Team dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Die herausragende Athletin ist die bereits 33 Jahre alte Cornelia Hanisch.

22.7.1985, Montag

In Kopenhagen werden eine Synagoge und das Büro einer US-Luftfahrtgesellschaft durch Bomben zum Teil zerstört. 23 Menschen werden dabei verletzt.

Am Münchener Cuvilliés-Theater wird Heinrich Sutermeisters “König Bérenger I.” – nach Eugène Ionescos Schauspiel “Le roi se meurt” (Der König stirbt) – uraufgeführt.

Das Bezirksgericht von Jerusalem verurteilt nach einem 15monatigen Verfahren wegen terroristischer Anschläge auf Araber und arabische Einrichtungen die meisten der 15 Angeklagten lediglich zu Haftstrafen. Nur die drei Täter, die im Juli 1983 in Hebron drei Araber getötet und 33 verletzt haben, werden zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt.

23.7.1985, Dienstag

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe haben friedliche Teilnehmer an einer Demonstration auch dann Anspruch auf den verfassungsrechtlich garantierten Schutz der Versammlungsfreiheit, wenn mit Ausschreitungen durch einzelne oder eine Minderheit der Demonstranten zu rechnen ist. Bei dem Verfahren ging es um das Verbot einer Demonstration gegen das Kernkraftwerk Brokdorf im Jahr 1981.

40 Jahre nach Kriegsende treffen Parlamentarier aus Nord- und Südkorea zu Gesprächen über Möglichkeiten einer Wiedervereinigung in Panmunjon zusammen.

24.7.1985, Mittwoch

Das deutsche Bundeskabinett beschließt eine neue Technische Anleitung (TA) Luft 1985, die erstmals eine umfassende Sanierung der besonders problematischen Altanlagen vorschreibt.

25.7.1985, Donnerstag

In Paris wird bekannt, dass der US-amerikanische Filmschauspieler Rock Hudson an der Immunschwächekrankheit Aids erkrankt ist.

In Genf endet nach dreitägiger Dauer die 74. Konferenz der Erdölminister der OPEC. Sie beschließen eine Senkung der Preise für die beiden Sorten Arab Medium und Heavy. Allerdings bleibt der Richtpreis der OPEC immer noch über den derzeit geltenden Marktpreisen.

In Bayreuth werden die 74. Richard-Wagner-Festspiele mit einer Neuinszenierung des “Tannhäuser”, die Wolfgang Wagner eingerichtet hat, eröffnet (bis 28. 8.). Erstmals wird in Bayreuth die frühe Dresdner Fassung der Oper aus dem Jahr 1847 gezeigt.

26.7.1985, Freitag

In der Felsenreitschule in Salzburg werden die Festspiele eröffnet. Sie dauern bis zum 1. September. Auf dem Programm stehen u.a. eine – von der Kritik zurückhaltend aufgenommene – “Carmen”-Bearbeitung Herbert von Karajans und die Uraufführung des Thomas-Bernhard-Stücks “Die Theatermacher” in einer Inszenierung von Claus Peymann.

In der Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln beginnt die Ausstellung “Geliebt – verkauft – getauscht – geraubt. Zur Rolle der Frau im Kulturvergleich” (bis 13.10.).

27.7.1985, Samstag

Durch einen Militärputsch in Uganda wird Staatspräsident Milton Obote nach viereinhalbjähriger Herrschaft gestürzt. Neuer Staatschef des ostafrikanischen Landes wird Armeechef Tito Okello.

Bei einem Leichtathletik-Sportfest in Oslo werden drei Weltrekorde aufgestellt: Said Aouita (Marokko) läuft die 5000 m in 13:00,40 min, der Brite Steve Cram die englische Meile in 3:46,30 min und Ingrid Kristiansen (Norwegen) die 10 000 m in 30:59,42 min.

Bei der Eröffnung der XII. Weltfestspiele der Jugend in Moskau kommt es zu einem Eklat zwischen den bundesdeutschen Teilnehmern und dem sowjetischen Vorbereitungskomitee, weil die – vorwiegend aus der Jugendorganisation der kommunistischen SEW bestehende – Delegation aus Berlin (West) unter eigener Fahne ins Stadion einmarschiert.

28.7.1985, Sonntag

In seiner Antrittsrede erklärt der neue Präsident von Peru, Alan Garcia, sein Land werde im kommenden Jahr für die Rückzahlung der Auslandsschulden höchstens 10% der Ausfuhrerlöse ausgeben, um Druck auf die Gläubigerländer auszuüben.

29.7.1985, Montag

Bei einem “Wein-Gipfeltreffen” im Wiener Bundeskanzleramt kündigt Österreichs Bundeskanzler Fred Sinowatz ein neues Gesetz an, das u.a. verschärfte Qualitätskontrollen für österreichischen Wein vorsieht.

30.7.1985, Dienstag

Aus Anlass des 10. Jahrestages der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte in Helsinki kommen die Außenminister der 35 Unterzeichnerstaaten in der finnischen Hauptstadt zusammen. Die Konferenz endet ohne Unterzeichnung eines Schlusskommuniqués.

Auf Initiative von Perus Präsidenten Alan Garcia unterzeichnen Vertreter von 20 Staaten Süd- und Mittelamerikas die sog. Erklärung von Lima. Darin werden die Industrieländer als mitschuldig an der Entstehung der hohen Auslandsverschuldung bezeichnet.

Die Regierung Japans beschließt ein auf drei Jahre angelegtes Aktionsprogramm zur Verbesserung des Marktzugangs für ausländische Produkte. Man will damit dem Vorwurf der Abschottung entgegenwirken.

31.7.1985, Mittwoch

Die südafrikanische Regierung erlässt für die 36 Bezirke, die unter Ausnahmezustand stehen, Beschränkungen bei Beisetzungsfeierlichkeiten. Damit soll verhindert werden, dass wie bisher Trauerzüge zu politischen Veranstaltungen gemacht werden.

Chroniknet