Was geschah im Juli 1986

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1.7.1986, Dienstag

Eine Koalitionsrunde unter Bundeskanzler Helmut Kohl beschließt, auch die vor 1921 geborenen Mütter stufenweise in die “Babyjahr”-Regelung einzubeziehen. Der Ausschluss der sog. Trümmerfrauen war vor allem von der SPD-Opposition kritisiert worden.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker stattet Großbritannien einen Staatsbesuch ab (bis 6. 7.). Politischer Höhepunkt des Aufenthalts ist eine Rede am 2. Juli vor beiden Häusern des Parlaments.

In Südafrika werden entsprechend den Ende Januar beschlossenen Reformen die Paßgesetze, die bisher Bewohner der “Homelands” in Südafrika zu Ausländern erklärt hatten, außer Kraft gesetzt. Am 7. Juli erhält Winnie Mandela ihre volle Bewegungsfreiheit wieder.

Papst Johannes Paul II. fliegt auf seiner 30. Auslandsreise – es ist zugleich seine siebte Reise nach Lateinamerika – zu einem Besuch nach Kolumbien. Er bleibt dort sieben Tage und stattet auf dem Rückflug dem karibischen Inselstaat Saint Lucia einen Besuch ab.

Radio Schleswig-Holstein nimmt als erster landesweiter privater Hörfunksender den Sendebetrieb auf. Verantwortlich für das Programm sind 16 Zeitungsverlage.

Autoinsassen auf den Rücksitzen werden künftig mit einem Bußgeld von 40 DM belegt, sofern sie keinen Sicherheitsgurt angelegt haben.

In Hamburg werden fünf junge Männer, die am 21. Dezember 1985 an der Tötung des Türken Ramazan Avci beteiligt waren, vom Landgericht zu Haftstrafen zwischen einem und zehn Jahren verurteilt.

Das Bundeskabinett beschließt den Haushaltsentwurf 1987 mit einem Volumen von 271 Mrd. DM (+2,9%).

2.7.1986, Mittwoch

Der bayerische Innenminister Karl Hillermeier bestätigt, dass Bayern die Polizei mit Gummischrot-Distanzwaffen ausrüstet. Am 26. Juli wird die Genehmigung für den Einsatz der umstrittenen Gummigeschosse erteilt.

Bei Massendemonstrationen gegen die Militärdiktatur in Chile, die einen Generalstreik begleiten, kommen an diesem und am folgenden Tag in Santiago zehn Menschen ums Leben. Zu den Protesten aufgerufen hatte die Asamblea de la Civilidad, ein Zusammenschluss von sozialistischen, christlichen und liberalen Gruppierungen.

3.7.1986, Donnerstag

Der Europäische Gerichtshof erklärt den EG-Haushalt 1986 für ungültig. Einen entsprechenden Antrag hatten der EG-Ministerrat sowie sieben Mitgliedsstaaten gestellt, weil das Europäische Parlament den ursprünglichen Haushaltsansatz erhöht hatte, ohne sich darüber mit dem Ministerrat zu verständigen. In den neuen Entwurf gehen – entsprechend den Wünschen des Parlaments – auch die vollen Kosten für die sog. Süderweiterung ein. Der Haushalt für 1986 hat ein Volumen von rd. 75 Mrd. DM.

Am österreichisch-italienischen Grenzübergang Thörl-Maglern wird in Anwesenheit der Ministerpräsidenten Franz Vranitzky und Bettino Craxi sowie der Regierungschefs von Kroatien und Slowenien die durchgehende Autobahnverbindung Alpen-Adria eröffnet.

4.7.1986, Freitag

Der 100. Geburtstag der Freiheitsstatue wird in New York mit einem Riesenvolksfest gefeiert. Die auch als “Miss Liberty” bekannte Riesenstatue war ein Geschenk des französischen Volkes an die USA und soll die freiheitlichen Traditionen der Neuen Welt symbolisieren.

Zu den sog. Goodwill-Games in Moskau (bis 20. 7.) kommen 1600 Athleten aus 71 Ländern in 18 Sportarten in die sowjetische Hauptstadt. Hauptfinanzier der Spiele, die einen späten Ersatz für die 1980 und 1984 ausgefallenen Duelle der besten Sportler Ost gegen West sein sollen, ist der US-amerikanische Medienmogul Robert Edward (Ted) Turner. Mit hohem Startgeld wurden u.a. die US-Olympiasieger Carl Lewis, Edwin Moses und Evelyn Ashford nach Moskau gelockt.

5.7.1986, Samstag

Die 30 Jahre alte Norwegerin Ingrid Kristiansen stellt mit 30:13,74 min in Oslo einen neuen Weltrekord über 10 000 m auf. Beim traditionellen großen internationalen Leichtathletiksportfest im Bislet-Stadion verbessert sie ihren eigenen, erst 1985 aufgestellten Weltrekord um fast 46 sec.

6.7.1986, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Japan kann die Liberaldemokratische Partei von Ministerpräsident Jasuhiro Nakasone 304 der insgesamt 512 Unterhaussitze erobern. Nakasone kann mit absoluter Mehrheit regieren.

Boris Becker (Leimen) besiegt im Wimbledon-Finale Ivan Lendl mit 6:4, 6:3, 7:5. Das Turnier der Damen gewann am Tag zuvor zum fünften Mal in Folge die in den USA lebende Martina Navratilova durch ein 7:6, 6:3 über Hana Mandlikova (CSSR).

7.7.1986, Montag

Das Frankfurter Landgericht verurteilt den früheren Hauptgesellschafter Ferdinand Graf von Galen wegen Untreue im Zusammenhang mit dem Beinahe-Zusammenbruch der SMH-Bank 1983 zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Die Privatbank Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co. hatte im November 1983 nur durch eine großangelegte Stützungsaktion anderer Kreditinstitute vor dem Konkurs bewahrt werden können.

In Malaysia werden die wegen Rauschgiftschmuggels zum Tode verurteilten australischen Staatsbürger Brian Geoffrey Chambers und Kevin John Barlow hingerichtet.

An der Bayerischen Staatsoper München wird die Oper “Troades” von dem Komponisten Aribert Reimann uraufgeführt.

8.7.1986, Dienstag

Sergej Bubka (UdSSR) stellt bei den sog. Goodwill-Games in Moskau mit 6,01 m einen Stabhochsprung-Weltrekord auf, Jackie Joyner (USA) stellt im Siebenkampf mit 7148 Punkten gleichfalls einen Weltrekord auf.

Kurt Waldheim wird als österreichischer Bundespräsident vor der Bundesversammlung in Wien vereidigt.

Wegen der schlechten Wirtschaftslage des Landes wird der tunesische Regierungschef Mohammed Mzali von Staatschef Habib Burgiba entlassen. Sein Nachfolger wird der bisherige Wirtschaftsminister Raschid Sfar.

Auf den Philippinen ist eine Revolte von Anhängern des gestürzten Präsidenten Ferdinando E. Marcos, an der sich u.a. 400 Soldaten beteiligen, erfolglos. Am 6. Juli hatten sich die Soldaten zusammen mit etwa 2000 Zivilisten in einem Luxushotel in Manila verschanzt, wurden jedoch nach zwei Tagen zur Aufgabe genötigt.

9.7.1986, Mittwoch

Bei einem von der Roten-Armee-Fraktion verübten Bombenanschlag in Straßlach bei München kommen der Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts und sein Fahrer Eckhard Groppler ums Leben.

10.7.1986, Donnerstag

Mit den Stimmen der SPD-Mehrheit billigt der Landtag von Nordrhein-Westfalen den Ausstieg aus der Technologie des Schnellen Brüters. Am 21. Juli erklärt Wirtschaftsminister Reimut Jochimsen, dass der Schnelle Brüter in Kalkar aufgrund technischer Mängel in absehbarer Zeit keine atomrechtlichen Genehmigungen erhalten werde. Das Großprojekt am Niederrhein hat bisher 6,5 Mio. DM verschlungen. Beim Brutreaktor fällt Plutonium ab.

Ein Schwurgericht im italienischen Genua verurteilt elf Beteiligte an der Entführung des Kreuzfahrtschiffes “Achille Lauro” und der Ermordung eines Passagiers zu lebenslanger Haft bzw. Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und 30 Jahren. Am 7. Oktober 1985 hatten palästinensische Gewalttäter das Schiff vor der ägyptischen Küste gekapert, um die Freilassung von 51 palästinensischen Häftlingen aus israelischen Gefängnissen zu erzwingen.

Nach dem Tod von Le Duan – er ist im Alter von 79 Jahren an den Folgen einer Nierenerkrankung gestorben – wird der bisherige Staatsratsvorsitzende Truong Chinh neuer Generalsekretär der Kommunistischen Partei von Vietnam.

11.7.1986, Freitag

In den USA wird erstmals ein Mädchen zum Tode verurteilt. Die 16-Jährige Paula Cooper wird im Bundesstaat Indiana der Ermordung ihrer Religionslehrerin für schuldig befunden. Die Vollstreckung des Urteils wird zunächst ausgesetzt, das Mädchen kommt in die Todeszelle des Frauengefängnisses in Indianapolis.

Ein US-amerikanisches Kampfflugzeug stürzt rd. 20 km nordöstlich von Bakersfield (US-Bundesstaat Kalifornien) im Sequoia-Naturschutzgebiet ab. Der Pilot kommt dabei ums Leben. Bei der Unglücksmaschine handelt es sich vermutlich um einen Prototyp des sog. Tarnkappen-Bombers Stealth, der dank seiner besonderen Bauweise für das gegnerische Radar unsichtbar sein soll.

12.7.1986, Samstag

100 Naturschützer besetzen die Tiroler Brenner-Bundesstraße: Mit dieser Aktion machen sie auf die Umweltbelastung durch den Autoverkehr in dieser Region aufmerksam.

13.7.1986, Sonntag

Die katholische Bischofskonferenz fordert die Rückkehr zur Demokratie in Chile und erklärt sich mit den Oppositionellen solidarisch, die Anfang Juli einen Generalstreik gegen die Militärregierung organisiert haben.

In der Aachener Soers gewinnt mit der Kanadierin Gail Greenough erstmals eine Frau die Weltmeisterschaft der Springreiter. Als einzige bleibt die 26-Jährige Reiterin im Finale der vier Besten trotz des obligatorischen Pferdewechsels fehlerfrei. Erstmals nach 16 Jahren hat kein bundesdeutscher Reiter das Finale erreicht.

14.7.1986, Montag

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verkündet, dass Parteispenden nur noch bis zu einer Obergrenze von 100 000 DM steuerlich absetzbar sind. Eine Verfassungsbeschwerde der Grünen gegen die Parteienfinanzierung nach dem Gesetz von 1983 wird abgewiesen.

Der französische Staatspräsident François Mitterrand gibt in einer Fernsehansprache bekannt, dass er die von der Regierung Chirac gebilligte Verordnung über die Privatisierung von 65 staatlichen Unternehmen nicht unterzeichnen werde.

15.7.1986, Dienstag

Indien protestiert energisch gegen einen indisch-chinesischen Grenzzwischenfall, bei dem im Juni etwa 40 Chinesen bis zu 7 km über die international anerkannte Grenzlinie im ostindischen Gebiet von Arunachal Pradesh vorgedrungen waren.

Hinter den USA und der UdSSR belegt das bundesdeutsche Team bei der Mathematikolympiade, an der sich über 200 Gymnasiasten aus 37 Ländern beteiligen, den dritten Platz.

16.7.1986, Mittwoch

In Düsseldorf rollt der Verkehr über die weltweit erste Spannbetonbrücke, die von Glasfasern statt von Stahl getragen wird. Am 14. Juli wurde die 16 m breite und 47 m lange Brücke offiziell eingeweiht.

Nach dem von Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth (CDU) vorgelegten Drogenbericht steht der Alkoholismus mit rd. 1,5 Mio. Behandlungsbedürftigen in der Bundesrepublik an erster Stelle der Suchtprobleme. Die Abhängigkeit von illegalen Rauschdrogen hat sich auf eine Zahl von knapp 50 000 Süchtigen stabilisiert. Lediglich bei der “Modedroge” Kokain ist ein Anstieg zu verzeichnen.

17.7.1986, Donnerstag

Das polnische Parlament verabschiedet ein Gesetz über eine Amnestie für politische Häftlinge. Die Freilassung wird allerdings von der Unterzeichnung einer Wohlverhaltenserklärung abhängig gemacht. Bis Ende Juli werden 36 politische Gefangene freigelassen.

In einem Brief an den österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim weist der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß die von Waldheim noch vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten geäußerten Befürchtungen gegen den Bau der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf scharf zurück. Angesichts der Anti-Atom-Stimmung in Österreich hatte Waldheim Strauß gebeten, das Problem Wackersdorf noch einmal zu “überdenken”.

18.7.1986, Freitag

Die LTV Corporation, der zweitgrößte Stahlproduzent der USA, muss mit 4 Mrd. US-Dollar (rd. 9,4 Mrd. DM) Schulden Vergleich anmelden. Dabei handelt es sich um den größten Firmenzusammenbruch in der US-amerikanischen Unternehmensgeschichte.

19.7.1986, Samstag

Über 400 Asylanten kommen aus Berlin (Ost) in den Westteil der Stadt. Nach Einschätzung der Behörden beschwört das Asylantenproblem “dramatische Zustände” herauf.

Im Betrieb der Brennelementeherstellerfirma RBU in Hanau (Hessen) entweicht bei einem Störfall Uranhexafluorid.

Verantwortungsloses Verhalten und Schlamperei”, so der Bericht der sowjetischen Regierungskommission, lösten das Reaktorunglück von Tschernobyl aus, bei dem bisher 28 Menschen ums Leben gekommen seien. Ein Gebiet von rund 1000 km² sei “radioaktiv verschmutzt”.

20.7.1986, Sonntag

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher hält sich zu einem dreitägigen Besuch in Moskau auf. Nach jahrelangem Streit um die Einbeziehung von Westberlin wird ein Wissenschaftsabkommen zwischen der Bundesrepublik und der UdSSR unterzeichnet.

Bei der achten Wechselkursanpassung im Europäischen Währungssystem wird die italienische Lira um 7,8% abgewertet.

21.7.1986, Montag

Herbert Meißner, Vizegeneralsekretär der DDR-Akademie der Wissenschaften, kehrt in die DDR zurück. Er hatte sich nach einem Kaufhausdiebstahl in Berlin (West) am 9. Juli als übergelaufener Spion zu erkennen gegeben, sich jedoch bald darauf in die Ständige DDR-Vertretung in Bonn abgesetzt.

22.7.1986, Dienstag

Als letztes europäisches Land schafft Großbritannien die Prügelstrafe in den Schulen ab. Die Entscheidung im Unterhaus fällt mit knapper Mehrheit.

Der israelische Ministerpräsident Schimon Peres trifft überraschend zu einem Besuch in Marokko ein. Hauptthema seiner Gespräche mit König Hassan II. ist der Friedensplan von Fès, den die Arabische Liga bereits 1982 ausgearbeitet hat.

23.7.1986, Mittwoch

In einem Bericht zur Asylproblematik teilt Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU) mit, dass die Zahl der Asylsuchenden mit 42 000 im ersten Halbjahr 1986 um 45% höher liegt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Prinz Andrew, der zweitälteste Sohn der britischen Königin Elisabeth II., heiratet Sarah Ferguson.

24.7.1986, Donnerstag

In Edinburgh beginnen die 13. Commonwealth-Spiele, die traditionsgemäß alle vier Jahre stattfinden. Aus Protest gegen die britische Südafrikapolitik haben 32 Mannschaften ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt, so dass nur 26 Teams vertreten sind.

25.7.1986, Freitag

In einer Antwort auf die neue Abrüstungsinitiative des sowjetischen Parteichefs Michail Gorbatschow erklärt sich US-Präsident Ronald Reagan bereit, die Stationierung von Weltraumwaffen (SDI) um fünf bis sieben Jahre aufzuschieben.

Vorzugsaktien der Sportartikelfirma “Puma” werden erstmals an der Börse notiert. 280 000 Wertpapiere werden zu einem Emissionskurs von 310 DM angeboten.

Die 75. Richard-Wagner-Festspiele (bis 28. 8.) werden mit einer Wiederaufnahme von “Tristan und Isolde” in der Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle (musikalische Leitung: Daniel Barenboim) eröffnet.

26.7.1986, Samstag

Nach dem Auseinanderbrechen der Linkskoalition in San Marino wird dort eine christdemokratisch-kommunistische Koalitionsregierung vereinbart.

Der österreichische Bundespräsident Kurt Waldheim eröffnet die Salzburger Festspiele (bis 31. 8.).

Kernkraftgegner veranstalten in Burglengenfeld nahe Wackersdorf ein friedlich verlaufendes “Anti WAAhnsinnsfestival” (bis 27. 7.), bei dem zahlreiche prominente Rocksänger und -sängerinnen unentgeltlich vor 100 000 Zuschauern auftreten. Auf der Bühne stehen u.a. BAP, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer.

27.7.1986, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Thailand wird die an der bisherigen Regierungskoalition beteiligte Demokratische Partei mit 100 von insgesamt 347 Sitzen stärkste Partei. Die im Parlament vertretenen größeren politischen Gruppen einigen sich darauf, den seit 1980 amtierenden Premierminister Prem Tinsulanond im Amt zu belassen.

Greg Lemond gewinnt als erster US-Amerikaner die Tour de France. In der Gesamtwertung liegt er mit einem Abstand von 3:10 min vor dem Vorjahressieger Bernard Hinault, der nach dieser Niederlage seinen Rücktritt vom Radrennsport ankündigt.

Bei den Fechtweltmeisterschaften in Sofia wird Anja Fichtel (Tauberbischofsheim) Weltmeisterin im Florettfechten durch ein 8:3 über ihre gleichfalls 17-Jährige Klubkameradin Sabine Bau. In der Florett-Mannschaft belegt das Damen-Team des Deutschen Fechterbundes den dritten Platz.

Die US-amerikanische Damen-Tennismannschaft gewinnt durch ein 3:0 über die CSSR in Prag den Federation-Cup.

Der Brasilianer Nelson Piquet auf Williams-Honda wird Sieger in der Formel 1 beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring.

28.7.1986, Montag

Drei europäische Aufbauhelfer sowie zwei nicaraguanische Regierungsbeamte werden bei einem Überfall der regierungsfeindlichen “Contras” im Norden Nicaraguas getötet.

Durch die Explosion zweier Autobomben in Beirut werden insgesamt 57 Menschen getötet.

Der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow kündigt in einer Grundsatzrede zur Innen- und Außenpolitik in Wladiwostok einen Teilabzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan an. Bis Ende 1986 sollen sechs Regimenter das Land verlassen haben.

29.7.1986, Dienstag

Im Eilverfahren verabschiedet das französische Parlament das von der Regierung Chirac ausgearbeitete Gesetz über Privatisierungen staatlicher Unternehmen und umgeht damit das Veto von Staatspräsident François Mitterrand.

Das saarländische Umweltministerium teilt mit, dass die Saar durch die Einleitung von mehreren Tonnen Blausäuresalzen schwer belastet wurde, so dass es zu einem Fischsterben gekommen ist. Der Verursacher der Umweltkatastrophe, der bis Monatsende Fische im Gesamtgewicht von mindestens 80 t zum Opfer fallen, bleibt unbekannt.

Die italienische Regierungskrise wird beigelegt. Die Fünf-Parteien-Koalition bleibt bestehen, Bettino Craxi bleibt bis zum März 1987 Ministerpräsident.

Werner Pinzner, der sich wegen fünffachen Mordes seit April 1986 in Haft befindet, verletzt während einer Vernehmung im Hamburger Polizeipräsidium den Staatsanwalt Wolfgang Bistry durch Schüsse tödlich, erschießt seine Ehefrau Jutta und schließlich sich selbst.

30.7.1986, Mittwoch

Eine Kooperation beim Kampf gegen die baskischen Separatisten bilden den Schwerpunkt der Gespräche des französischen Außenministers Jean-Bernard Raimond mit der spanischen Regierung in Madrid. In den Tagen zuvor waren erstmals fünf baskische Terroristen an die spanischen Behörden übergeben worden.

31.7.1986, Donnerstag

Nach einjährigen Verhandlungen unterzeichnen die Regierungen der USA und Japans ein Abkommen über den Handel mit Mikrochips. Ziel des Vertragswerkes ist es, dass die US-Halbleiter-Industrie besser als bisher vor der billigeren japanischen Konkurrenz geschützt wird und die Japaner vermehrt Chips aus den USA beziehen.

In Paris wird der deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld mit dem “Goldenen Fingerhut” der Haute Couture ausgezeichnet.

Chroniknet