Was geschah im Juni 1905

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Wetterstationen Juni 1905

1.6.1905, Donnerstag

Der britische Außenminister Henry Charles Keith Petty-Fitzmaurice Marquess of Lansdowne bezeichnet die Bündnisse mit Japan und Frankreich als feste Stützen der britischen Politik. Sie seien “für keinen selbstsüchtigen aggressiven Zweck ausgedacht” und beinhalteten nicht “den Wunsch, andere aus dem Besitz des ihnen Gehörigen zu verdrängen”.

Erdstöße im westlichen Balkan, die bis zum 20. Juni andauern, zerstören die albanische Stadt Skutari (Shkodër) fast völlig.

Der Hengst Dr. Franz gewinnt das Deutsche Traberderby.

Im Münchner Glaspalast wird die 9. Internationale Kunstausstellung eröffnet. Sie ist verbunden mit einer Gedächtnisausstellung der Werke des vor einem Jahr verstorbenen Franz von Lenbach. Auf Verlangen der Regierung wird das Bild “Bacchanale” von Leo Putz aus dem Glaspalast entfernt; es stellt wilde Tiere im Kampf mit nackten Bacchantinnen dar und war von konservativen Kreisen als “anstößig” empfunden worden.

Die seit 1900 erscheinende Tageszeitung “Österreichische Kronenzeitung” erscheint in ihrer neuesten Ausgabe unter dem Titel “Illustrierte Kronenzeitung”, um so auf ihre im Vergleich zu anderen Blättern reichhaltigen Illustrationen hinzuweisen.

2.6.1905, Freitag

Das ungarische Abgeordnetenhaus in Budapest genehmigt mit der Mehrheit des nationalistischen Oppositionskartells einen Antrag von Oppositionsführer Ferenc Kossuth, einen autonomen ungarischen Zolltarif einzuführen.

3.6.1905, Samstag

Das preußische Herrenhaus in Berlin fordert die Reichsregierung auf, die Einführung einer Reichserbschaftssteuer zu verhindern und die Einziehung der Erbschaftssteuer weiter den Einzelstaaten zu überlassen.

4.6.1905, Sonntag

Eine antizaristische Demonstration von rund 15 000 Arbeitern in Petersburg führt zu blutigen Zusammenstößen mit dem Militär.

Anlässlich der Feiern zum 1150. Todestag des heiligen Bonifatius im Fuldaer Dom kommt es in den Domtürmen zu einem Brand. Dabei wird das Fuldaer Domgeläut zerstört. Während eines Feuerwerks waren durch Funkenflug die Verschalbretter des Nordturms in Brand geraten.

5.6.1905, Montag

Die Hamburger Bürgerschaft verabschiedet eine neue Wahlrechtsvorlage, die die Chancen der Sozialdemokraten in hohem Maße verschlechtert.

Zar Nikolaus II. ernennt den Generalgouverneur von Petersburg, Dmitri F. Trepow, unter Beibehaltung seines Amts zum Gehilfen des Ministers des Innern und erteilt ihm umfassende Vollmachten bezüglich der Einsetzung der Polizei.

König Alfons XIII., der in Paris nur knapp einem Bombenattentat entkommen ist, trifft zu einem viertägigen Besuch bei König Eduard VII. in London ein.

6.6.1905, Dienstag

In Berlin heiraten der deutsche Kronprinz Wilhelm und Herzogin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin.

Kaiser Wilhelm II. erhebt Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow in den Fürstenstand. Die Auszeichnung wird ihm für die Leistungen während seiner bisherigen Amtszeit verliehen, vor allem für die neuen Handelsverträge.

Der französische Außenminister Théophile Delcassé tritt zurück.

7.6.1905, Mittwoch

Das norwegische Parlament in Kristiania (Oslo) erklärt die Union mit Schweden für aufgelöst und König Oscar II. von Schweden als König von Norwegen für abgesetzt.

Eine neue Wahlkreiseinteilung erhöht die Zahl der bayerischen Wahlkreise von 63 auf 77. Die Zahl der Abgeordneten bleibt jedoch auf 159 beschränkt.

Die Studenten Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff gründen in Dresden die Künstlergemeinschaft “Die Brücke”.

8.6.1905, Donnerstag

Die schwedischen Garnisonen an der Grenze zu Norwegen werden auf Kriegsstärke gebracht.

Fürst Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen stirbt in Berlin im Alter von 74 Jahren. Seine Kandidatur für die spanische Krone gab 1870 den Anlass zum Deutsch-Französischen Krieg.

Der französische Flugzeugkonstrukteur Gabriel Voisin konstruiert ein Wasserflugzeug, das von einem Motorboot gezogen wird.

9.6.1905, Freitag

Das norwegische Verteidigungsministerium ordnet nach der von Schweden nicht anerkannten Unabhängigkeitserklärung die Hissung einer eigenen norwegischen Kriegsflagge an.

US-Präsident Theodore Roosevelt bittet in Noten die japanische und die russische Regierung, Friedensverhandlungen im Russisch-Japanischen Krieg aufzunehmen.

10.6.1905, Samstag

Der Wirtschaftsrat des russischen Gouvernements Charkow erklärt die Regierung für “vollständig bankrott”; es fehle ihr das moralische Recht, die innere oder die äußere Politik zu leiten. Umgehend müsse eine Volksvertretung einberufen werden.

In Wilna werden während einer Sitzung des jüdischen “Bundes” (Allgemeiner Jüdischer Arbeiterbund in Litauen, Polen und Russland) elf Mitglieder wegen Beratungen über den Umsturz der bestehenden Staatsordnung verhaftet. Ziel der Vereinigung ist die Emanzipation des jüdischen Proletariats in Russland.

Der Vulkan Mont Pelé im Nordwesten der französischen Antilleninsel Martinique bricht aus. Mehrere Dörfer werden verschüttet, 37 Menschen kommen ums Leben.

Mit der Anzeige “Auf ins Fruchtler-Paradies!” werben “Fruchtler” in mehreren Zeitungen für die Besiedlung einer “Naturmenschenkolonie” in Deutsch-Neuguinea. “Fruchtler” nennen sich radikale Vegetarier, die von rohen Früchten und Kräutern leben.

11.6.1905, Sonntag

Der französische Handelsminister Ferdinand Dubief betont bei einem Bankett in Paris, Frankreich dürfe trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten seinen Verbündeten Russland nicht im Stich lassen. Frankreich sei keine “aggressive Macht”, müsse jedoch “seinen Platz unter den Mächten behaupten” und “das Licht der Freiheit durch die Welt tragen”.

Rund 30 000 organisierte Maurer in Rheinland und Westfalen beschließen, in den Streik zu treten. Sie verlangen eine Erhöhung des Stundenlohns von 50 auf 55 Pfennig.

Die Polizei verbietet den von der “Anarchistischen Föderation Deutschlands” über die Pfingstfeiertage nach Wenigenjena bei Jena in Thüringen einberufenen Anarchistenkongress, auf der Für und Wider des politischen Generalstreiks behandelt werden sollte.

12.6.1905, Montag

In der Festung Brest-Litowsk werden bei antisemitischen Ausschreitungen 28 Juden getötet und 34 verletzt.

Hochwasser des Mississippi verursacht an den Strecken der Chicago-Burlington-Quincy-Bahn sowie der Chicago-Rock-Island- und der Pacific-Bahn erhebliche Schäden.

Die Universität des US-Bundesstaates Mississippi in New Orleans lehnt die angebotene Schenkung des Stahlindustriellen und Milliardärs Andrew Carnegie in Höhe von 25 Mio. US-Dollar (105,2 Mio. Mark) ab. Der Gouverneur und ein Mitglied der Universitätsleitung erklären, die Universität verzichte auf Geld, an dem “das Blut und der Schweiß der Arbeiter” hafte.

In Jena beginnt die drei Tage dauernde 90-Jahr-Feier der Gründung der Jenaer Burschenschaft. Auf den Tag genau vor 90 Jahren hatten die in den Landsmannschaften zersplitterten Burschenschaften ihre Selbständigkeit aufgegeben und die Jenaer Ur-Burschenschaft gegründet.

Gegen die Vorherrschaft der Europäer kämpfende Marokkaner ermorden in Mazagan (Jadida) den Briten Daniel Madden sowie den österreichisch-ungarischen und dänischen Vizekonsul. In Tanger wird der Vertreter des von Sultan Abd Al Asis zum Gouverneur einiger Atlas-Stämme ernannte Mulai Ahmed Ibn Muhammed Raisuli erschossen.

Die japanische Regierung erklärt sich mit dem Vorschlag von US-Präsident Theodore Roosevelt einverstanden und benennt Bevollmächtigte, die mit Russland über die Friedensbedingungen im Russisch-Japanischen Krieg verhandeln sollen.

13.6.1905, Dienstag

General Géza Baron Fejérváry bildet in Budapest ein parteiloses Übergangskabinett. Sein Vorgänger, der Liberale István Graf Tisza, war am 1. Februar nach dem Wahlsieg der Opposition zurückgetreten und hatte seither die Amtsgeschäfte interimistisch weitergeführt.

Während des Hottentottenkriegs schlagen deutsche Schutztruppen eine Abteilung des Hottentotten-Führers Jakob Morenga am Karib Rivier 80 km östlich der Großen Karrasberge. Ein deutscher Soldat kommt ums Leben. Die Hottentotten verlieren 30 Mann, 250 Stück Großvieh und 40 Pferde und Esel.

Während der Kreta-Krise wird in Athen der griechische Ministerpräsident Theodoros Delijannis, Hauptvertreter einer aggressiven panhellenistischen Politik gegenüber dem Osmanischen Reich, ermordet.

Die dem Arbeitgeberbund für die Baugewerbe in den rheinisch-westfälischen Industriegebieten angehörenden Geschäfte und Unternehmen entlassen alle rund 30 000 streikenden Arbeiter.

In Hannover wird die Tagung des Evangelisch-sozialen Kongresses eröffnet, der sich um die Beseitigung sozialer Missstände bemüht. Die Hauptreferate halten Heinrich Sieveking über “Die Bedeutung der Arbeiterorganisationen für Wirtschaft und Kultur” und Otto Baumgarten über “Kirchliche Einrichtungen, die antisozial wirken”.

14.6.1905, Mittwoch

Die Strafkammer Beuthen verurteilt den Amtsdiener Konstantin Mooß aus Königshütte zu drei Jahren Gefängnis und vier Jahren Ehrverlust. Er hatte der Königshütter Berginspektion einen Beutel mit Lohngeldern in Höhe von 10 000 Mark gestohlen.

Das russische Außenministerium gibt in einer Mitteilung über die Friedensverhandlungen mit Japan bekannt dass US-Präsident Theodore Roosevelt die Vermittlerrolle im Russisch-Japanischen Krieg übernommen habe.

15.6.1905, Donnerstag

Großbritannien lehnt die Einladung des marokkanischen Sultans Abd Al Asis zu einer internationalen Marokkokonferenz ab. Die USA hingegen nehmen die Einladung am Tag darauf an.

Der deutsche Afrikaforscher Hermann von Wissmann tötet sich bei einer Jagd in Weißenbach in der Steiermark versehentlich durch einen Schuss in den Kopf. Der 51-Jährige Wissmann hatte als erster Äquatorialafrika durchquert.

Die Deutsche Kolonialgesellschaft tritt unter dem Vorsitz von Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg in Essen zu ihrer Generalversammlung zusammen. Sie ist die bedeutendste Organisation zur Propagierung des kolonialen Gedankens im Deutschen Reich.

Die Deutsch-Ostafrikanische Bank in Daressalam gibt die erste deutsche Kolonialbanknote heraus.

Der württembergische Ministerpräsident Wilhelm August von Breitling legt der Abgeordnetenkammer in Stuttgart den Entwurf zur Verfassungsänderung des Königreichs vor. Der Entwurf sieht vor, dass die Abgeordnetenkammer künftig eine “ausschließlich aus Erwählten des allgemeinen Stimmrechts zusammengesetzte Volkskammer” sein soll.

16.6.1905, Freitag

Bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden verliert die konservativ-klerikale Koalition unter Ministerpräsident Abraham Kuyper mit 48 Mandaten die Mehrheit, während die Opposition aus Liberalen, Demokraten und Sozialdemokraten 52 Abgeordnete stellen kann.

17.6.1905, Samstag

Am Sabbat veranstalten die Juden in den Warschauer Synagogen Protestkundgebungen, weil der Verfassungsentwurf des Innenministeriums kein Wahlrecht für sie vorsieht.

18.6.1905, Sonntag

Im Schacht Iwan der Russo-Dunes-Gesellschaft Jusowka in Jekaterinoslaw kommen bei einer Schlagwetterexplosion rund 500 Bergleute ums Leben.

Mit einer Aufführung von Ludwig van Beethovens “Fidelio” werden in Köln die Opernfestspiele eröffnet.

19.6.1905, Montag

Beim Empfang einer Delegation des Moskauer Semstwo-Kongresses und der Stadt Petersburg teilt Zar Nikolaus II. in Peterhof mit, er wolle gewählte Volksvertreter an der Regierung beteiligen.

In einer Enzyklika erlaubt Papst Pius X. den italienischen Katholiken die Beteiligung am öffentlichen Leben.

lm städtischen Freibad Würzburg tritt eine Verordnung in Kraft, wonach protestantische Mädchen Montag, Mittwoch und Freitag baden dürfen. An den anderen Tagen dürfen katholische Mädchen baden. Der Vorgang ist Indiz für konfessionelle Spannungen im Deutschen Reich.

20.6.1905, Dienstag

Das konservative spanische Kabinett unter Raimundo Fernández Villaverde tritt zurück, da das Abgeordnetenhaus Villaverde wegen finanzieller Streitigkeiten mit 204 zu 45 Stimmen das Misstrauen ausspricht. Am 23. Juni beauftragt König Alfons XIII. den Liberalen Eugenio Montero Rios mit der Bildung einer neuen Regierung.

21.6.1905, Mittwoch

Das ungarische Abgeordnetenhaus in Budapest spricht dem Kabinett Geza Baron Fejérváry das Misstrauen aus.

Die russische Oberpressebehörde untersagt den Zeitungen, weiter die Erklärung des Zaren Nikolaus II. über gewählte Volksvertreter zu zitieren. Viele Blätter hatten aus der Ansprache des Zaren die Einführung einer Verfassung nach westeuropäischem Muster abgeleitet.

Im Wiener Rathauspark wird für die Komponisten Johann Strauß (Vater) und Joseph Lanner ein Denkmal errichtet. Den Gesamtplan entwarf Robert Oerley. Der ungünstige Standort hatte in der Öffentlichkeit Proteste ausgelöst.

22.6.1905, Donnerstag

In Lodz in Russisch-Polen beginnt ein bewaffneter Arbeiteraufstand gegen die zaristische Herrschaft. Die dreitägigen Unruhen, bei denen 561 Arbeiter getötet und Tausende verletzt werden, werden begleitet von einem Generalstreik. Am 25. Juni wird über die Industriestadt das Kriegsrecht verhängt.

Die offiziöse “Norddeutsche Allgemeine Zeitung” dementiert einen Bericht des britischen “Daily Express”, wonach der deutsche Kaiser Wilhelm II. zur Deckung seiner Ausgaben bei der Hochfinanz Schulden gemacht habe.

Die k. u. k. Hofzensur verbietet dem Intendanten die Wiener Hofoper, Gustav Mahler, die Aufführung von Richard Strauss’ Oper “Salome”. Das Werk verstoße gegen Anstand und Moral.

23.6.1905, Freitag

Die US-amerikanischen Flugpioniere Orville und Wilbur Wright starten in Stimms Station die ersten Flüge mit ihrem neuen Flugzeug “Flyer III”.

In den Textilfabriken der belgischen Stadt Gent brechen Streiks für eine Verringerung der Arbeitszeit aus.

Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. lehnt als König von Ungarn ein Rücktrittsgesuch des ungarischen Übergangskabinetts unter Géza Baron Féjerváry trotz des Misstrauensvotums vom 21. Juni ab.

24.6.1905, Samstag

Der französische Sozialistenführer Jean Jaurès beschuldigt die französische Regierung, in der Marokkofrage dem Deutschen Reich gegenüber eine Unversöhnlichkeit zu zeigen, die den Frieden ernsthaft bedrohe.

In Amsterdam geht die am Vortag eröffnete vierte internationale Konferenz der Sekretäre freigewerkschaftlicher Landeszentralen zu Ende. Die Zahl der angeschlossenen Gewerkschaftsmitglieder wird europaweit mit 2,84 Mio. angegeben.

25.6.1905, Sonntag

Während eines Kavalleriemanövers bei Lyon stoßen zwei Eskadrons zusammen. Ein Unteroffizier kommt ums Leben, 20 Soldaten erleiden Verletzungen, 20 Pferde werden getötet.

Die österreichische Stute Patience gewinnt das deutsche Galoppderby.

26.6.1905, Montag

Die offiziöse russische Telegraphenagentur veröffentlicht die Grundzüge der von Innenminister Alexandr G. Bulygin entworfenen Verfassung. Diese sieht die Duma, ein gewähltes Parlament, vor.

In Athen bildet Demetrios Rallis als Nachfolger des am 13. Juni ermordeten Theodoros Delijannis eine neue Regierung.

Max Hirsch, der Begründer der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine, stirbt im Alter von 72 Jahren in Homburg vor der Höhe.

27.6.1905, Dienstag

Die französische Abgeordnetenkammer in Paris verabschiedet das Gesetz, das den Maximalarbeitstag für Bergleute auf acht Stunden festlegt.

Als neues Wahrzeichen für Niederösterreich wird bei Dürnstein im Donautal das von Friedrich Schachner entworfene Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Schlacht vom 11. November 1805 geweiht. Damals hatten Österreicher und Russen den Franzosen eine Niederlage beigebracht.

Der Nationalrat in Bern verabschiedet das Gesetz über die Errichtung der Schweizerischen Nationalbank.

In Chicago wird die US-Arbeiterorganisation Industrial Workers of the World (IWW, Industriearbeiter der Welt) gegründet. Die 203 anwesenden Delegierten, die in ihrer Mehrheit ein sozialistisches Programm vertreten, stehen für fast 150 000 Mitglieder.

Deutsche Kolonialtruppen reiben die Verbände des Hottentotten-Führers Jakob Morenga in Deutsch-Südwestafrika völlig auf. Auf deutscher Seite fallen 15 Soldaten.

Auf dem russischen Panzerkreuzer “Knjäs Potemkin” beginnt ein Matrosenaufstand.

28.6.1905, Mittwoch

Friedrich von Holstein, der Vortragende Rat im Auswärtigen Amt, rät Hugo Fürst von Radolin, dem deutschen Botschafter in Paris, die französische Regierung für eine internationale Marokkokonferenz zu gewinnen.

Bei Zusammenstößen zwischen Arbeitern und Militär in Odessa kommen mehrere 100 Menschen ums Leben. Im Hafen werden mehrere Packhäuser und zahlreiche Schiffe durch Feuer zerstört.

In Stadt und Kreis von Petersburg beginnt die Einberufung von 80 000 Reservisten.

29.6.1905, Donnerstag

Während der Kieler Woche ernennt Kaiser Wilhelm II. den Chef der aktiven Schlachtflotte und Generalinspekteur der Marine, Hans von Koester, zum Großadmiral. Es ist das erste Mal, dass diese Würde verliehen wird.

30.6.1905, Freitag

In Odessa versuchen mehrere Kriegsschiffe aus Sewastopol vergeblich, die meuternden Matrosen des Panzerkreuzers “Knjäs Potemkin” zur Aufgabe zu bewegen.

Schwere Stürme und Gewitter führen in Europa und Nordamerika zu Todesopfern und Verwüstungen.