Was geschah im Juni 1911

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Wetterstationen Juni 1911

1.6.1911, Donnerstag

Zwischen den deutschen und den britischen Kolonien tritt der am 30. Januar unterzeichnete Vertrag über die gegenseitige Auslieferung flüchtiger Verbrecher in Kraft.

2.6.1911, Freitag

Die britische Regierung unter Premierminister Herbert Henry Asquith (liberal) zieht die Einladung des marokkanischen Sultans Abd Al Hafis zu den Krönungsfeierlichkeiten in London am 22. Juni zurück wegen der Massaker, die Abd Al Hafis während der Bekämpfung der aufständischen Berberstämme in seinem Land hat verüben lassen.

Während des Bürgerkriegs in Mexiko setzt der Interimspräsident Francisco León de la Barra den Termin für die Präsidentenwahl auf den 1. Oktober fest.

3.6.1911, Samstag

Der Senat der Universität Straßburg beschließt eine Untersuchung gegen den profranzösischen Studentenbund “Cercle des étudiants alsaciens lorrains” wegen Deutschfeindlichkeit. Am 16. Juni wird der Bund aufgelöst.

4.6.1911, Sonntag

Der Radsportler Fritz Theile verunglückt tödlich auf der Berliner Radrennbahn.

Viktoria 89 Berlin wird in Dresden vor 12 000 Zuschauern Deutscher Fußballmeister durch einen 3:1-Sieg über den VfB Leipzig.

In Rouen findet die 1000-Jahr-Feier der Normandie statt. Im Jahr 911 hatte der westfränkische König Karl vertraglich die Landnahme der Wikinger an der Seinemündung anerkannt und dem Normannen Rollo das Gebiet als Lehen überlassen. Nach den Normannen (“Nordmännern”) trägt dieses Gebiet seither den Namen Normandie.

In Rom wird das Nationaldenkmal für den früheren italienischen König Viktor Emanuel II. enthüllt.

5.6.1911, Montag

Der osmanische Sultan Muhammad V. reist von Konstantinopel (Istanbul) über Saloniki in das albanische Aufstandsgebiet.

6.6.1911, Dienstag

In Straßburg erscheint ein Beitrittsaufruf zur 1910 von Emil Wetterle gegründeten Elsässischen Nationalpartei. Danach ist das Ziel dieser Partei die “Schaffung eines gleichberechtigten, selbständigen Staates Elsass-Lothringen im Deutschen Reich”.

In Koblenz tagt der Verein für das Deutschtum im Auslande.

Durch die Knox-Castrillo-Konvention übernehmen die Vereinigten Staaten von Amerika die Kontrolle über den nicaraguanischen Zoll.

Die griechische Nationalversammlung in Athen verabschiedet die neue Verfassung.

7.6.1911, Mittwoch

Beim Ausbruch des Volcán de Colima eines der aktivsten Vulkane Mexikos, und durch ein gleichzeitiges Erdbeben kommen 1450 Menschen ums Leben.

Hauptthema auf der Tagung des Evangelisch-sozialen Kongresses in Danzig (Gdansk) ist die Landflucht in den deutschen Ostgebieten. Jährlich würden, so Ministerialdirektor Hugo Thiel, rund 160 000 Menschen aus den Landkreisen in die Städte drängen. Dem könne nur durch Kleinansiedlungen entgegengesteuert werden.

8.6.1911, Donnerstag

Die griechische Regierung unter Eleftherios Weniselos lässt vor dem Parlament in Athen Anschuldigungen als haltlos zurückweisen, nach denen Wilhelm Dörpfeld, der Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts in Athen, während seiner langjährigen Amtszeit griechische Altertümer unterschlagen und illegal ins Deutsche Reich habe überführen lassen.

Die britische Birbeck-Bank stellt den Zahlungsverkehr ein. Kleinsparer verlieren umgerechnet rund 170 Mio. Mark.

Die französische Abgeordnetenkammer in Paris verabschiedet das neue Champagnergesetz und erteilt gleichzeitig der Regierung des Radikalsozialisten Ernest Monis ein Vertrauensvotum.

Die belgische Regierung unter dem Klerikalen Frans Schollaert tritt wegen der Opposition gegen das Gesetz über die Einführung des obligatorischen Schulbesuchs zurück.

Spanische Truppen marschieren nach der Landung in der nordwestmarokkanischen Küstenstadt Larache (El-Araich) in das Landesinnere vor.

9.6.1911, Freitag

Beim Versuch auf dem Flugplatz Johannisthal bei Berlin einen Höhenrekord aufzustellen, stürzt der Aviatiker Georg Schendel aus 1600 m Höhe ab. Er und sein Begleiter, der Mechaniker August Voß, sind auf der Stelle tot.

Das norwegische statistische Zentralbüro in Kristiania (Oslo) veröffentlicht Zahlen über die Teilnahme der Frauen an den Wahlen. Daraus geht hervor, dass seit 1901 nicht nur die Frauen verstärkt von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, sondern das Frauenstimmrecht auch fördernd auf die männliche Wahlbeteiligung gewirkt habe. Die Zahl der gewählten Frauen sei jedoch sehr gering.

Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg eröffnet in Stuttgart die Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft, deren Vorsitzender er ist. Die Deutsche Kolonialgesellschaft ist die größte koloniale Propagandaorganisation.

Auf der Reichskonferenz des British Empire in London beklagt der britische Lokalverwaltungsminister John Burns die starke Zunahme der Auswanderung aus Großbritannien in die Kolonien. 60% der natürlichen Bevölkerungsvermehrung würden schon jetzt durch die Auswanderung in Beschlag genommen.

Der montenegrinische Geschäftsträger in Konstantinopel (Istanbul) versichert der osmanischen Regierung, dass Gerüchte über eine Mobilmachung und Aufrüstung des Königreichs der Schwarzen Berge “vollständig erfunden” seien (1912 erklärt Montenegro als erster Balkanstaat dem Osmanischen Reich den Krieg).

Bei einer Grundsatzrede über die italienische Außenpolitik unterstreicht Außenminister Antonino Paternò-Castello Marchese di San Giuliano vor dem Abgeordnetenhaus in Rom das Interesse seines Landes am Gebiet von Tripolis und der Cyrenaika. Diese nordafrikanischen Gebiete gehören zum Osmanischen Reich.

10.6.1911, Samstag

Die Kohlenlader in Southampton weigern sich, den Dampfer “Olympic” zu versorgen, falls für die schwere Arbeit nicht 33% mehr Lohn gezahlt wird. Damit beginnt ein Streik der Seeleute, der sich auch auf andere Städte ausweitet und bis zum 3. Juli andauert. Am 19. Juni liegen in britischen Häfen bereits 180 Schiffe fest.

Die USA beordern ihre während des Bürgerkriegs in Mexiko in mexikanische Gewässer entsandten Kriegsschiffe zurück.

Japan errichtet auf den Bonininseln im westlichen Pazifik eine neue Basis für seine Pazifikflotte.

Der italienische Ministerpräsident Giovanni Giolitti veröffentlicht eine Wahlreformvorlage. Danach sollen alle Männer ab 30, die lesen und schreiben können, wählen dürfen. Auch Analphabeten, die Militärdienst geleistet haben, sollen in Zukunft das Wahlrecht erhalten.

Auf der Vulkanwerft in Hamburg läuft das Linienschiff “Ersatz Heimdall” vom Stapel. Prinzessin Alexandra Viktoria von Preußen, die Schwiegertochter des Kaisers, tauft das neue Kriegsschiff auf den Namen “Friedrich der Große”.

Prinzregent Luitpold von Bayern feiert sein 25. Regierungsjubiläum. Der 90-Jährige Monarch hatte am 10. Juni 1886 die Regentschaft für Ludwig II. übernommen, drei Tage vor dem Tod des “Märchenkönigs”.

11.6.1911, Sonntag

Auf dem Flugplatz Johannisthal bei Berlin beginnt der Deutsche Rundflug, das bisher größte deutsche Etappenluftrennen.

12.6.1911, Montag

Der französische General Charles Moinier besetzt die den Moslems heilige Stadt Moulay-Idriss nördlich von Meknés in Marokko und legt den Dörfern in der Umgebung eine Kriegskontribution auf.

Der 1909 als politische Interessenvertretung von Handel, Industrie und Gewerbe gegründete Hansabund hält in Berlin erstmals den “Hansatag” ab. Hansabundpräsident Jakob Riesser fordert die Mitglieder auf, bei den Wahlen solche bürgerlichen Kandidaten zu unterstützen, die die Bevorzugung des Agrariertums (Junker) bekämpfen. Diese Empfehlung führt an den Rand einer Spaltung des Bunds, da sie von vielen Mitgliedern als Aufforderung zur Wahl sozialdemokratischer Kandidaten verstanden wird.

13.6.1911, Dienstag

Die Deutschnationalen sind die Gewinner bei den vorgezogenen Wahlen zum österreichischen Reichsrat.

Die Burleske “Petruschka” von Igor Strawinsky (Musik) und Michail M. Fokin (Choreographie) wird durch Sergei Diaghilews “Ballets Russes” im Théâtre du Chatelet in Paris uraufgeführt.

Der britische König Georg V. und Königin Mary wohnen erstmals in ihrer Funktion als höchste Repräsentanten der britischen Monarchie den Rennen in Ascot bei.

14.6.1911, Mittwoch

Der französische Außenminister Jean Cruppi betont vor den Abgeordneten des Senats in Paris, dass Frankreich in Marokko keine neuen Gebiete erwerben wolle.

Der bisherige belgische Verkehrsminister Charles Freiherr Broqueville bildet ein neues Ministerium. Er ist der Nachfolger seines klerikalen Parteikollegen Frans Schollaert, der wegen des Gesetzes zur Einführung der obligatorischen Schulpflicht am 8. Juni zurückgetreten war. In seiner Regierungserklärung bezeichnet Broqueville am 20. Juni als Kernpunkte seiner Politik den Kinderschutz, die Arbeiterpensionen, die Förderung des Mittelstands und die Vermehrung des Kleinbesitzes.

Das ungarische Abgeordnetenhaus in Budapest beschließt, die Immunität eines Abgeordneten aufzuheben, der 1910 im Parlament Ministerpräsident Karl Graf Khuen-Héderváry von Hédervár und Ackerbauminister Adalbert Serényi von Kisserényi zusammengeschlagen und ihnen Verletzungen beigebracht hat, die “in mehr als acht, aber weniger als 20 Tagen” geheilt sind.

15.6.1911, Donnerstag

Der persische Ministerpräsident Mohammed Weli Khan flieht aus Teheran in den russisch besetzten Norden des von Bürgerkriegswirren erschütterten Landes.

16.6.1911, Freitag

Der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen (Außenminister), Alfred von Kiderlen-Waechter, bezeichnet in einem Brief an Arthur Zimmermann, den Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amts, die drei Wochen bis zum Antritt der Reise von Kaiser Wilhelm II. nach Norwegen als Termin für “selbständiges Handeln” gegenüber Frankreich in der Marokkofrage.

Die Reichskonferenz des British Empire in London nimmt den Antrag des kanadischen Premierministers Wilfried Laurier an, Großbritannien solle seine Handelsverträge so abändern, dass den Kolonien volle Handelsfreiheit gewährt wird.

Die konservative französische Presse polemisiert gegen das Direktorium der Paris-Lyon-Mittelmeer-Eisenbahn, als bekannt wird, dass die Gesellschaft 20 Güterzug- und vier Schnellzuglokomotiven nicht bei französischen, sondern bei deutschen Fabriken bestellt hat.

17.6.1911, Samstag

Die Hafenbehörden von Villa García in Portugal beschlagnahmen den deutschen Dampfer “Pluto”, weil er Waffen für die monarchistischen Gegenrevolutionäre gelandet haben soll.

In einer Kollektivnote warnen das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Russland, Großbritannien und Frankreich Montenegro vor einer Unterstützung der aus dem albanischen Aufstandsgebiet in das Königreich der Schwarzen Berge geflohenen Malissoren.

In London demonstrieren 50 000 Suffragetten für die Einführung des Frauenwahlrechts.

18.6.1911, Sonntag

Der marokkanische Sultan Abd Al Hafis protestiert bei der spanischen Regierung in Madrid gegen die Landung spanischer Truppen in Larache.

Die preußische Regierung veranstaltet in Berlin die 100-Jahr-Feier der Eröffnung des ersten deutschen Turnplatzes durch Friedrich Ludwig Jahn.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewinnt in Stockholm 4:2 gegen Schweden. Dabei erzielt der Berliner Debütant Otto Dumke drei Tore.

19.6.1911, Montag

Während der österreichischen Reichsratswahlen werden in Drohobycz in Galizien bei Zusammenstößen zwischen Zionisten und Militär 24 Menschen getötet und 32 schwer verletzt.

Bei den Wahlen zur bulgarischen Nationalversammlung erringt die konservative Nationalpartei von Ministerpräsident Iwan E. Geschow 363 der 426 Mandate. Die größten Verluste erleiden die Demokraten, die statt mit 176 nur noch mit zwei Abgeordneten vertreten sind.

In Lissabon wird die konstituierende Nationalversammlung eröffnet. Sie proklamiert die Abschaffung der Monarchie “für immer”. Das Land soll künftig eine “demokratische Republik” sein.

20.6.1911, Dienstag

An Bord des Dampfers “Amerika” hält Kaiser Wilhelm II. in Brunsbüttel eine Rede über die deutsche Kriegsmarine, in der er “eine gut respektierte deutsche Kriegsflotte” als Voraussetzung für das Blühen von Handel und Verkehr, Seefahrt, Schifffahrt und Sport bezeichnet.

Die portugiesische Revolutionsregierung unter Joaquim Teófilo Fernandes Braga bezeichnet in einer öffentlichen Botschaft die Revolution von 1910 als “Volksurteil”. Es sei notwendig gewesen, die nach dem Umsturz errichtete Diktatur zu verlängern, um die Monarchisten und den hochverräterischen Klerikalismus zu bekämpfen.

Der gestürzte mexikanische Diktator Porfirio Díaz trifft im Exil in Paris ein.

Der deutsche Journalistentag in Eisenach protestiert gegen den “Reklameunfug”. Die Pressevertreter wenden sich dagegen, dass selbst namhafte Autoren und Künstler unter dem falschen Anschein der Wissenschaftlichkeit Produktwerbung betreiben.

Das US-Repräsentantenhaus in Washington nimmt eine von den oppositionellen Demokraten eingebrachte Vorlage zur Herabsetzung der Zölle auf Wolle und Wollwaren mit 221 zu 100 Stimmen an. Auch 24 Republikaner stimmten für dieses Gesetz, das der Schutzzollpolitik von Präsident William Howard Taft zuwiderläuft.

Während einer Prozession in der spanischen Stadt Albiraz wechseln Karlisten und Republikaner Schüsse, wobei zahlreiche Personen verletzt werden. Die Karlisten treten für ein absolutistisches Regime in enger Verbindung mit der Kirche ein.

Die portugiesische Nationalversammlung in Lissabon wählt einen siebenköpfigen Ausschuss, der bis zum 3. Juli den Gesetzentwurf für eine republikanische Landesverfassung erarbeiten soll.

In Bad Kissingen enden zweitägige Marokkokonsultationen zwischen dem deutschen Staatssekretär des Auswärtigen, Alfred von Kiderlen-Waechter, und dem französischen Botschafter Jules Cambon.

22.6.1911, Donnerstag

Das neue britische Königspaar, Georg V. und Mary, wird in der Westminster Abbey in London gekrönt.

23.6.1911, Freitag

Der Berliner Polizeipräsident Traugott von Jagow erweitert die Bestimmungen über den Gebrauch von Schusswaffen durch Polizisten.

Ein kaiserlicher Erlass hebt in China das Ministerium für die Ernennung von Amtspersonen sowie die Kommission zur Vorbereitung einer Verfassungsreform auf und überträgt diese Angelegenheiten dem neugeschaffenen Kabinett.

Der französische Ministerpräsident Ernest Monis tritt mit seinem Kabinett zurück.

24.6.1911, Samstag

Anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten in London findet in Spithead eine große Flottenparade statt.

In Triest läuft der erste österreichisch-ungarische Dreadnought vom Stapel.

In Berlin wird der deutsch-japanische Handels- und Schifffahrtsvertrag unterzeichnet.

Das Spruchkollegium des Evangelischen Oberkirchenrats in Berlin enthebt den Theologen Karl Jatho seines Amts als Pfarrer.

25.6.1911, Sonntag

Das Deutsche Galopp-Derby in Hamburg-Horn endet mit dem Sieg eines österreichischen Pferds, Baron Springers Fuchshengst “Chilperic”.

Den Grand Prix von Paris, das höchstdotierte Pferderennen der Welt, gewinnt “As d’Atout” aus dem Stall des Marquis de Ganay.

26.6.1911, Montag

Bei der Beratung der neuen Verfassung kommt es in der Großen Sobranje, dem bulgarischen Parlament in Tarnowo (Weliko Tarnowo), zu Tumulten, als der radikaldemokratische Parteiführer Naitscho-Tzanow König Ferdinand I. beschuldigt, seit seinem ersten Regierungsjahr ununterbrochen die Verfassung zu verletzen, die Parteien zu erpressen und die Parteiführer zu beleidigen und zu erniedrigen.

27.6.1911, Dienstag

Der bisherige französische Finanzminister Joseph Caillaux wird neuer Ministerpräsident als Nachfolger seines am 23. Juni zurückgetretenen radikalsozialistischen Parteikollegen Ernest Monis.

Das preußische Abgeordnetenhaus in Berlin verabschiedet das Gesetz über die Bildung des Zweckverbands Groß-Berlin. Danach werden ab 1. April 1912 die Städte Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Neukölln u.a. – insgesamt 374 Einzelgemeinden mit 4,1 Mio. Einwohnern – zu einem Verband zusammengeschlossen, in dem das Verkehrswesen, die Bebauung und Erhaltung von Grünflächen u.a. Aufgaben koordiniert werden.

Der Oberste Gerichtshof in Washington erhebt wegen Wettbewerbsverzerrung Anklage gegen den Tapetentrust sowie gegen das “Periodical Clearing House”, eine Gemeinschaft von 22 Verlagen, die Preisabsprachen getroffen haben, um eine Verbilligung von Zeitungen zu verhindern.

28.6.1911, Mittwoch

Die griechische Abgeordnetenkammer in Athen beschließt die Wiedereinführung des Amts eines Armeegeneralinspekteurs. Dieses Amt wird Kronprinz Konstantin übertragen, der es schon vor dem Militärputsch von 1909 ausgeübt hat.

Paul Freiherr Gautsch von Frankenthurn wird österreichischer Ministerpräsident als Nachfolger des am 26. Juni zurückgetretenen Richard Freiherr von Bienerth-Schmerling.

29.6.1911, Donnerstag

Vorjahressieger Carlo Galetti gewinnt den dritten Giro d’ltalia, das größte italienische Rad-Etappenrennen für Berufsfahrer.

30.6.1911, Freitag

Der französische Chirurg und Physiologe Alexis Carrel (Nobelpreisträger 1912) demonstriert in Berlin seine Methode, Blutgefäße und Organe außerhalb des Körpers in geeigneter Flüssigkeit lebensfähig zu erhalten.

In Wien wird der Österreichische Wandervogel gegründet.