Was geschah im Juni 1918

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Wetterstationen Juni 1918

1.6.1918, Samstag

In Russland erscheint ein Dekret über die Abschaffung der Dienstränge im diplomatischen Dienst.

Die Regierungen Großbritanniens und des Deutschen Reichs einigen sich über Verhandlungen bezüglich der Kriegsgefangenenfrage. Im niederländischen Den Haag werden Gespräche über den Austausch von Gefangenen stattfinden.

2.6.1918, Sonntag

Bei einem Brand in Konstantinopel (Istanbul), der Hauptstadt des Osmanischen Reiches, wird ein ganzes Stadtviertel in Asche gelegt. Das Sultan-Selim-Viertel war vorwiegend mit Holzhäusern bebaut, die bei dem heftigen Westwind rasch Feuer fingen.

3.6.1918, Montag

Der finnische Landtag stimmt dem deutsch-finnischen Friedensvertrag zu.

Eine dänische Schifffahrtskommission und das Kriegshandelsamt der USA schließen in Washington ein Abkommen. Es betrifft die Überlassung von Schiffsraum dänischer Eigner für die Entente.

Das US-amerikanische Rote Kreuz teilt mit, dass der Briefverkehr zwischen Deutschen, die in den USA leben, und dem Deutschen Reich verboten sei. Eine Ausnahme bildet nur die Korrespondenz zwischen Kriegsgefangenen und deren Angehörigen.

4.6.1918, Dienstag

Im Vertrag zu Batum zwischen dem Osmanischen Reich (heute Türkei) und der Republik Georgien wird dieses zu umfangreichen Gebietsabtretungen gezwungen. Außerdem muss Georgien den türkischen Truppen alle strategisch wichtigen Punkte überlassen.

Die neugegründete Republik Armenien wird von Russland gezwungen, ihr Territorium auf die Bezirke Eriwan und Etschmiadzin einzuschränken.

Der I. Allrussische Kongress der Volkswirtschaftsräte endet nach zehntägiger Dauer in Moskau. Das Leistungslohnsystem wird gebilligt.

Im Königreich Preußen kommt es immer häufiger zu gefährlichen Trichinose-Erkrankungen. Der Verzehr von Schwarzmarkt-Fleisch, das nicht amtlich untersucht wurde, fördert die Infektionen.

5.6.1918, Mittwoch

Der deutsche Botschafter in Moskau, Wilhelm Graf von Mirbach-Harff, zahlt rund 3 Millionen Mark an russische Bolschewisten in der Regierung, damit sie sich gegen ein Überlaufen der Bolschewiki auf die Seite der Alliierten einsetzen. Die Bestechungssummen werden im Laufe des Monats durch das Reichsschatzamt noch auf 40 Millionen Mark erhöht.

Die bayerische Regierung in München plant die Errichtung einer Ruhmeshalle auf dem Flugplatz Schleißheim bei München. In der Halle, für die erste Entwürfe schon ausgearbeitet sind, sollen die Büsten gefallener bayerischer Flieger aufgestellt werden.

6.6.1918, Donnerstag

Im niederländischen Den Haag beginnt eine internationale Konferenz über Kriegsgefangenenangelegenheiten. Britische und deutsche Delegationen diskutieren sechs Punkte über die Behandlung von Kriegsgefangenen.

Wegen des Tabakmangels im Deutschen Reich wird Jugendlichen unter 16 Jahren das Rauchen verboten. Zuwiderhandlungen können mit einer Geldstrafe bis zu 60 Mark belegt werden.

Die katholischen Frauenorganisationen des Deutschen Reiches schließen sich zusammen, um die Geldmittel für den Bau einer katholischen Frauen-Friedenskirche aufzubringen. Die Kirche, die man in der Frankfurter Vorstadt-West errichten will, soll den Charakter eines deutschen Nationalheiligtums tragen.

Der erste Güterzug mit Lebensmittel aus der Ukraine trifft in Dresden ein. 15 Waggons sind mit Speck, Getreide und Zucker beladen. Die Lebensmittellieferungen waren im Brotfrieden mit der Ukraine beschlossen wurden.

7.6.1918, Freitag

Die chinesische Zentralregierung in Peking weist alle im Lande lebenden Deutschen aus. Die etwa 10 000 Betroffenen sollen in Australien interniert werden.

Mit einem großangelegten Minenfeld sperren britische Marineeinheiten das Kattegat. Die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden bildet die Verbindung von Nord- und Ostsee.

In der Provinz Ostpreußen fällt die Temperatur bis auf 0 Stellenweise herrscht dichtes Schneetreiben. In den südlichen Landesteilen wird die Roggenernte schwer geschädigt.

8.6.1918, Samstag

Konstantin Fehrenbach, Abgeordneter des Zentrums, wird zum neuen Präsidenten des Deutschen Reichstags gewählt. Fehrenbach war bereits Vorsitzender im Hauptausschuss.

In Samara, das kurz zuvor von Weißgardisten gemeinsam mit Mitgliedern der antibolschewistischen tschechischen Legion erobert worden war, wird als Regierungsorgan ein “Komitee der Mitglieder” der Konstitiuierenden Versammlung gegründet, das Menschewiken und Sozialrevolutionäre gemeinsam bilden.

Die Reichsbekleidungsstelle in Berlin verbietet den Gebrauch von Tischwäsche im Gaststätten- und Hotelgewerbe. Bislang konnten Tischdecken noch benutzt werden, wenn die Tischplatten unansehnlich waren. Das jetzt erlassene Verbot soll den “unnötigen” Verbrauch von Textilien im zivilen Bereich weiter einzudämmen.

9.6.1918, Sonntag

Der Verein deutscher Zeitungsverleger trifft sich im Berliner Hotel “Prinz Albrecht” zur diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung. Der Jahresbericht bemängelt Papierknappheit und missbräuchliche staatliche Handhabung der Zensur.

Europameister Arthur Stellbrink gewinnt den Großen Preis von Düsseldorf, ein Radrennen mit Motorschrittmacher über 75 km.

Die Zentrale für Heeresbedarf in Berlin verbietet den Gebrauch von Buchenlaub zur Streckung von Rohtabakvorräten. Bislang machte Buchenlaub einen Anteil von bis zu 80% bei Tabakerzeugnissen aus.

Die sowjetische Regierung in Moskau beauftragt das Kriegskommissariat zur zwangsweisen Mobilisierung von Bauern und Arbeitern. Angesichts der Werbetätigkeit der konterrevolutionären Armeen versuchen die Sowjets selbst, ihr Heer auszubauen.

10.6.1918, Montag

In ganz Irland unterzeichnen Frauen ein Gelöbnis, in dem sie sich verpflichten, keine Arbeiten von Männern zu verrichten, die gewaltsam rekrutiert wurden. Das Gelöbnis soll den Protest gegen die Dienstpflicht unterstützen.

Der deutsche Guttemplerorden bedauert bei seiner diesjährigen Hauptversammlung in Bochum die Abgabe von ohnehin knappem Brotgetreide an Brauereien. Der Guttemplerorden wurde im Jahr 1852 zur Bekämpfung des Alkoholismus gegründet.

Nach Ablauf der Feldzeichnungsfrist, einer Verlängerung der Frist für die achte Kriegsanleihe, beläuft sich deren Endergebnis auf nahezu 15 Milliarden Mark.

11.6.1918, Dienstag

Eine 150 Mann starke Gruppe US-amerikanischer Marinesoldaten wird in Murmansk an Land gesetzt. Erstmals seit Kriegsbeginn befinden sich damit US-Soldaten auf russischem Staatsgebiet.

Der Rat der Volkskommissare in Moskau verabschiedet das Dekret über die Organisation der “Dorfarmut”-Komitees. Zur Beseitigung der katastrophalen Versorgungslage sollen die Komitees die Lieferung von Getreide, landwirtschaftlichen Geräten und anderen lebensnotwendigen Dingen in die Dörfer überwachen.

In Düsseldorf beginnt die diesjährige große Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler. Die Berliner Ausstellungshallen werden zur Zeit als Lazarett benutzt.

12.6.1918, Mittwoch

Die diesjährige Kaffee-Ernte in Brasilien umfasst 18 Millionen Sack. Wegen mangelndem Schiffsraum kann die Ernte nur unzureichend verschifft werden und stapelt sich in den Ausfuhrhäfen. Der brasilianische Kaffeepflanzerverband hofft, das Gros der Ernte in den USA absetzen zu können, weil der deutsche Markt versperrt ist.

Eine Explosion in einem Mainzer Rüstungsbetrieb fordert vier Tote und 70 Verletzte.

Die im November 1910 in Neuengamme bei Hamburg gebohrte Erdgasquelle ist versiegt. Schneller als erwartet ist die Versorgung Hamburgs jetzt nur noch durch Gaswerke möglich.

Haiti erklärt dem Deutschen Reich den Krieg. Der von den USA seit 1915 besetzte Inselstaat vollzieht diesen eher symbolischen Schritt nach Aufforderung aus Washington.

Unter General Charles Mangin unternimmt die französische Armee erstmals seit 1917 wieder eine Offensive.

Generalfeldmarschall Erich Ludendorff gibt den Befehl zur Einstellung der Westoffensive. Der Angriff der deutschen Armee hatte am 27. Mai begonnen.

13.6.1918, Donnerstag

Die antibolschewistische Regierung der Ukraine schließt einen Waffenstillstand mit Russland.

Wegen der U-Boot-Gefahr im Mittelmeer werden alle ägyptischen Häfen geschlossen.

Deutsche Kriegsgefangene, die aus russischer Gefangenschaft zurückkehren, werden auf Beschluss der deutschen Reichsregierung ohne Einschränkung wieder an der Front eingesetzt.

Die Gute Hoffnungshütte AG für Bergbau und Hüttenbetrieb in Oberhausen, die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft in Berlin und die Hamburg-Amerika-Linie schließen sich zum Bau einer großen Schiffswerft in Hamburg-Finkenwaerder zusammen. Das neue Unternehmen unter dem Namen Deutsche Werft AG soll die dezimierte Handelsflotte wieder aufbauen. 10 Millionen Mark Aktienkapital stehen zunächst zur Verfügung.

14.6.1918, Freitag

Am Tonalepassin Italien beginnt die letzte erfolglose Offensive der österreichisch-ungarischen Armee gegen Venetien.

Das Zentralexekutivkomitee der Sowjets beschließt die Ausgliederung aller Menschewisten und Sozialrevolutionäre aus den Sowjetorganen. Als Begründung wird ihre konterrevolutionäre Tätigkeit angegeben.

15.6.1918, Samstag

Wegen der zunehmenden Bruchteilrechnung des Pfennigs beschließt die deutsche Reichsfinanzverwaltung die Ausgabe von Zweieinhalb-Pfennig-Stücken, die wegen der Metallknappheit jedoch nicht geprägt werden können.

In Moskau wird die “Akademie zum Studium der Gesellschaftswissenschaften”, die sich das Studium der marxistischen Theorie und die Ausbildung leitender kommunistischer Kader zum Ziel gesetzt hat, gegründet.

Trotz Hochwassers gelingt den österreichisch-ungarischen Truppen im Abschnitt von Asiago im Grappagebiet und an der unteren Piave die Überschreitung des Flusses von Montello bis zur Adria.

16.6.1918, Sonntag

Anlässlich des 30-Jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Wilhelm II. finden im Deutschen Reich Feierlichkeiten statt.

Die Kriegstragödie “Ein Geschlecht” von Fritz von Unruh wird im Schauspielhaus in Frankfurt am Main uraufgeführt.

Der Vulkan Ätna auf der italienischen Insel Sizilien ist aktiv. Die Ortschaften am Fuß des Berges werden von den Behörden evakuiert.

Die Frauen des Deutschen Reichs werden von der Regierung aufgerufen, Schmuck und Gold abzugeben. Mit dem Erlös sollen die Getreidelieferungen der Ukraine bezahlt werden.

Der Handel an der New Yorker Börse ist äußerst belebt. Rege Kauflust besteht bei Kriegswerten, weil wegen umfangreicher Bestellung von Rüstungsgütern verschiedene Gesellschaften die Erhöhung der Dividende in Aussicht gestellt haben.

17.6.1918, Montag

In Wien muss wegen fast völliger Erschöpfung der Vorräte die Brotration auf die Hälfte reduziert werden. Das entspricht 90 g pro Tag.

Der ungarische Ministerpräsident und Minister des Innern, Alexander Wekerle, legt ein Gesetz zur Neuregelung des Kinogewerbes vor. Die Konzessionen sämtlicher Kinotheater verfallen. Das Kino soll nur noch von Gemeinden und Städten betrieben werden.

18.6.1918, Dienstag

In einem Rundschreiben an die Standesbeamten betont die deutsche Reichsregierung die vaterländische Pflicht, dass Eltern ihren Kindern deutsche Taufnamen geben. Als Information sei das Verzeichnis des allgemeinen deutschen Sprachvereins von 1910 geeignet.

Die Forstverwaltungen im Deutschen Reich sperren ihre Wälder bis zum Ende des Monats. Wegen des Mangels an Gartenbeeren werden überall von der Bevölkerung Waldbeeren gesammelt, die zur Zeit jedoch noch unreif sind.

19.6.1918, Mittwoch

Der Dampfer, mit dem der australische Premierminister William Morris Hughes in die USA reist, wird im Pazifik von einem deutschen Hilfskriegsschiff angegriffen und schwer beschädigt. Es handelt sich vermutlich um einen ehemaligen französischen Schoner, der mit Leuten des “Seeadler” bemannt ist. Der “Seeadler” unter Felix Graf Luckner war im August 1917 zerstört worden.

Die Universität Erlangen erhält von einer privaten Firma eine Stiftung in Höhe von 400 000 Mark. Die Summe wird zur Errichtung eines Instituts für Röntgenforschung eingesetzt.

20.6.1918, Donnerstag

Die russische Erdölindustrie wird auf Anordnung der Regierung in Moskau in Staatsbesitz überführt.

Wegen des steigenden Hochwassers an der Piave sowie der starken Artillerie- und Fliegertätigkeit der Italiener wird an der österreichisch-ungarischen Offensivfront der Befehl zum Rückzug gegeben.

21.6.1918, Freitag

Der US-amerikanische Senat in Washington fordert zur Unterstützung der Unabhängigkeitsbemühungen österreichischer Randvölker auf. Österreich-Ungarn selbst habe keine Daseinsberechtigung mehr.

Lehrerinnen im Deutschen Reich können sich an den Universitäten Königsberg, Greifswald, Göttingen und Münster auf die Oberlehrerinnenprüfung vorbereiten. Die Kurse führen zur Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen.

Eine Explosion zerstört die Räumlichkeiten der nationalen Filmgesellschaft in der deutschen Reichshauptstadt Berlin. Dem anschließenden Brand fallen 15 Menschen zum Opfer.

22.6.1918, Samstag

In allen spanischen Städten finden Versammlungen statt, auf denen die Rückgabe von Gibraltar gefordert wird. Der Felsen an der Südspitze der Iberischen Halbinsel ist zur Zeit unter britischer Verwaltung.

Die Temperatur auf dem Feldberg im Taunus fällt auf minus 6 Die Schneegrenze sinkt auf 600 m.

23.6.1918, Sonntag

Erstmals seit Menschengedenken fällt im argentinischen Buenos Aires und anderen Orten des Landes Schnee.

In Omsk bildet sich eine antibolschewistische sibirische Regierung.

In Eisenach findet der außerordentliche deutsche Ärztetag statt. Die Standesvertreter sprechen sich gegen Bemühungen der Regierung aus, den Kreis der Pflichtversicherten zu erweitern. Wegen zu niedriger Honorare aus der Krankenversicherung sei der ärztliche Stand bei einer Verringerung der Zahl der Privatversicherten nicht mehr lebensfähig.

Das Kabinett des österreichischen Ministerpräsidenten Ernst Ritter Seidler von Feuchtenegg reicht seinen Rücktritt ein. Hintergrund sind Streitigkeiten über die Frage der Annexion Polens.

24.6.1918, Montag

Der deutsche Außenminister Richard von Kühlmann hält vor dem Reichstag in Berlin eine Rede zur Lage an der Westfront, in der er u.a. feststellt, dass die deutsche Westoffensive die alliierten Gegner nicht friedensbereit gemacht habe.

Bei Haussuchungen in Wiener Hotels werden illegale Mehllager in einer Gesamtmenge von 10 000 kg aufgefunden.

25.6.1918, Dienstag

Die österreichisch-ungarische Armee zieht sich in ihre Ausgangsstellungen nördlich der Piave zurück. Damit endet die letzte Großoffensive gegen Italien.

In Moskau legt der Rat der Volkskommissare die Bestimmungen über die Betriebskollektivverträge vor. Die Verträge stellen Tarifvereinbarungen dar, nach denen die Arbeitsbedingungen und die unterschiedlichen Lohnsätze in den Betrieben geregelt werden.

Der Vorsitzende des Sowjetischen Rates der Volksbeauftragten, Wladimir I. Lenin, überweist der Familie von Karl Marx in London eine Million Rubel zur Errichtung eines Monuments auf dem Grab des sozialistischen Philosophen auf dem Friedhof Highgate.

26.6.1918, Mittwoch

Deutsche Verbände fliegen zum wiederholten Mal einen Luftangriff auf Frankreichs Hauptstadt Paris.

Als Folge des “Friedens von Bukarest” begnadigt der rumänische König Ferdinand I. alle deutschen Staatsbürger, die infolge des Kriegszustands zwischen Rumänien und dem Deutschen Reich verurteilt worden waren.

Die deutsche Reichsregierung stellt eine mangelnde Rücksichtnahme gegenüber Kriegsverletzten fest.

27.6.1918, Donnerstag

Die älteste deutschsprachige Zeitung in den USA, die New Yorker “Staatszeitung”, wird wegen finanzieller Schwierigkeiten eingestellt. Die Zeitung war 1833 von Jakob Uhl, einem Wiener Auswanderer, gegründet worden.

Über der niederländischen Insel Terschelling findet ein Luftkampf zwischen neun deutschen und fünf britischen Wasserflugzeugen statt. Dabei werden drei deutsche Flugzeuge abgeschossen, eine britische Maschine muss notlanden.

28.6.1918, Freitag

Die sowjetische Rote Armee eröffnet die Kämpfe gegen alliierte Truppen nahe Murmansk.

Die US-amerikanische Regierung veröffentlicht eine Erklärung, welche die Befreiung aller slawischen Völker von deutscher und österreichischer Herrschaft fordert.

In Russland erscheint ein Dekret zur Verstaatlichung des Eisenbahnverkehrs, der städtischen Betriebe und der Dampfmühlen, was praktisch einer Verstaatlichung der Großindustrie gleichkommt.

Die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft führen Haussuchungen im Warenhaus Wertheim durch.

29.6.1918, Samstag

Die französische Regierung erklärt in Paris den tschechoslowakischen Nationalrat (Vorsitzender: Eduard Bene als erste Stufe zur tschechoslowakischen Selbständigkeit.

Der Rat der Kommissare des Petrograder Sowjet beschließt, das Gebäude des Winterpalastes, den ehemaligen Zarensitz, künftig zur Veranstaltung von Maifeiern und ähnlichen Festen zu nutzen.

30.6.1918, Sonntag

Der Gründer des tschechischen Nationalrats (November 1915) und Organisator der tschechischen Legion in Russland, Tomá Garrigue Masaryk, schließt mit den US-amerikanischen Slowakenführern ein Abkommen darüber, dass die Slowaken im Rahmen des zukünftigen tschechoslowakischen Staates volle Autonomie erhalten sollen.

Die aufständischen Kosaken im Süden Russlands werden unter entscheidender Mitwirkung der Sowjetkommissare Josef W. Stalin und Kliment J. Woroschilow geschlagen. Dadurch gerät die Eisenbahnverbindung Zaryzin (Wolgograd)- Moskau wieder in bolschewistische Hand.

In Düsseldorf finden die vierten “Vaterländischen Kampfspiele” des deutschen “Verbandes der Vereine für Leibesübungen” statt.