Was geschah im Juni 1929

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Wetterstationen Juni 1929

1.6.1929, Samstag

Die Leiche des 1925 verstorbenen ersten Präsidenten der Republik China, Sun Yat-sen, wird in einem Mausoleum bei Nanking feierlich beigesetzt.

In Dortmund wird eine Pädagogische Akademie gegründet. Ziel ist eine bessere Ausbildung der Volksschullehrer durch eine zweijährige Fachausbildung.

Eine Begegnung zwischen der deutschen und der schottischen Fußball-Nationalmannschaft vor knapp 40 000 Zuschauern in Berlin endet 1:1.

2.6.1929, Sonntag

In München endet der zweitägige 10. Reichsfrontsoldatentag des Stahlhelm. Die Führung der rechtsradikalen Organisation bekennt sich zur christlichen Weltanschauung und richtet Angriffe gegen den die “Volksseele zerstörenden Kulturbolschewismus”.

Ein Ausbruch des Vesuv am Golf von Neapel zerstört Teile eines Dorfes an der Ostseite des Vulkans.

In Wien beginnen die Festwochen (bis 16.6.). Besonderen Erfolg hat die Inszenierung von Georg Büchners Schauspiel “Dantons Tod” durch Max Reinhardt im Arkadenhof des Rathauses.

3.6.1929, Montag

Anlässlich seines 64. Geburtstags ernennt der britische König Georg V. fünf neue Peers. Der Schriftsteller John Galsworthy erhält für Verdienste um Drama und Literatur den Verdienstorden.

Im Vertrag von Lima gibt Chile auf Vermittlung der USA das Grenzgebiet von Tacna an Peru zurück. Ferner erhält Peru Freihafenrechte in Arica.

Im Gloria-Palast in Berlin läuft der Tonfilm “Der singende Narr” (The singing Fool) mit Al Jolson an.

4.6.1929, Dienstag

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in München erklärt Landwirtschaftsminister Hermann Robert Dietrich (DDP), die Bauern könnten angesichts des Überangebots auf dem Weltgetreidemarkt nur sorgenvoll in die Zukunft schauen.

Nach der Wahlniederlage seiner Konservativen Partei erklärt der britische Premierminister Stanley Baldwin, 1. Earl Baldwin of Bewdley, seinen Rücktritt.

Im Zuge der Kämpfe gegen den im Januar offiziell abgedankten afghanischen König Aman Ullah und dessen General Nadir Khan besetzt Habib Ullah Ghasi die Stadt Kandahar.

5.6.1929, Mittwoch

Vor dem Deutschen Reichstag stellt Reichswirtschaftsminister Julius Curtius (DVP) im Zusammenhang mit dem Youngplan eine Reform der Arbeitslosenversicherung und eine Erhöhung der Beiträge zur Entlastung der Reichsfinanzen in Aussicht.

In Bern billigen National- und Ständerat den Beitritt der Schweiz zum Briand-Kellogg-Pakt.

6.6.1929, Donnerstag

Arbeitsminister Rudolf Wissell (SPD) erklärt den im Lohnkonflikt bei der Reichsbahn gefällten Schiedsspruch für verbindlich. Die Lohnerhöhungen bedeuten für die Bahn jährliche Mehrausgaben von 43,2 Millionen Reichsmark.

Die evangelischen Landeskirchen verlangen vom Preußischen Staatsministerium noch vor Unterzeichnung des Kirchenvertrages den Abschluss “gleichzeitiger und gleichwertiger, dem Wesen der evangelischen Kirche entsprechender Verträge”.

In Bern wird eine von 248 297 Personen unterschriebene Petition für die Einführung des Frauenstimmerechts in der Schweiz an National- und Bundesrat übergeben.

Der Schweizer Nationalrat weist eine Eingabe des sozialdemokratischen Abgeordneten Johannes Huber mit 103 gegen 50 Stimmen zurück. Huber hatte den Bundesrat verpflichten wollen, einen Bericht über die vorgesehenen Abrüstungsmaßnahmen vorzulegen.

Papst Pius XI. nimmt nach Austausch der Ratifikationsurkunden der Lateranverträge vom 11. Februar offiziell die Vatikanstadt in Besitz.

7.6.1929, Freitag

In Paris wird der Youngplan unterzeichnet. Er sieht eine Neuregelung der durch das Deutsche Reich zu zahlenden Reparationen vor.

In der bürgerlich-liberalen und sozialdemokratischen Presse wird der in Paris unterzeichnete Youngplan positiv aufgenommen.

In Münster beginnt eine zweitägige Zusammenkunft des Bundes der Saarvereine. In einer öffentlichen Kundgebung vor dem Dom wird der Wunsch der Mehrheit der Saarländer nach einer Rückkehr ins Deutsche Reich bekräftigt.

In Bukarest beginnt der bis zum 10. Juni dauernde 14. Internationale Landwirtschaftskongress.

In Stuttgart wird eine Ausstellung des Deutschen Werkbundes zum Thema “Film und Foto” eröffnet.

8.6.1929, Samstag

In einer Antwort auf den Brief der evangelischen Landeskirchen vom 6. Juni erklärt das Preußische Staatsministerium, dass der preußische Kirchenvertrag die Grundsätze der Gleichbehandlung beider Konfessionen nicht verletze.

Nach dem Wahlsieg der Labour Party bei den britischen Unterhauswahlen wird der Sozialist James Ramsey MacDonald Premierminister.

Am Sitz des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag wird ein Freundschafts- und Schiedsvertrag zwischen der Tschechoslowakei und Griechenland unterzeichnet.

In der Berliner Krolloper wird die Oper “Neues vom Tage” von dem Komponisten Paul Hindemith uraufgeführt (Libretto: Marcellus Schiffer)

9.6.1929, Sonntag

In Berlin-Wedding beginnt der 12. Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands (bis 16.6.)

Bei Zusatzwahlen in Waldeck-Pyrmont (Preußen) erhält die Mittelstandspartei bei einer Wahlbeteiligung von 25% 4363 von 8515 abgegebenen Stimmen.

Bei den belgischen Provinzialwahlen verzeichnen die Katholische Partei und die Belgische Arbeiterpartei Verluste; Wahlgewinner sind die Liberale Partei und die Flämische Front.

Der Vertrag von Leopold Jessner als Generalintendant des Berliner Staatstheaters wird um fünf Jahre verlängert.

Im deutschen Rundfunk wird in den Morgenstunden erstmals ein Hamburger Hafenkonzert ausgestrahlt.

Alfredo Binda (Italien) siegt in einer Gesamtzeit von 107:18:24 h beim Giro d’Italia. Von 166 am 19. Mai gestarteten Fahrern erreichen nach 14 Etappen über 3318 km 99 das Ziel.

10.6.1929, Montag

Vor den Delegierten des KPD-Parteitags in Berlin-Wedding brandmarkt der Vorsitzende Ernst Thälmann die “sozialfaschistische” Haltung der deutschen Sozialdemokratie.

König Fuad I. von Ägypten beginnt seine Deutschlandreise mit einem Besuch bei Reichspräsident Paul von Hindenburg in Berlin.

In Madrid unterzeichnen der ungarische Ministerpräsident István Graf Bethlen von Bethlen und der spanische Ministerpräsident und Diktator Miguel Primo de Rivera y Orbaneja, Marqués de Estella, einen Freundschaftspakt.

In Madrid beginnt die 55. Tagung des Völkerbundrates. Sie dauert bis zum 15. Juni und behandelt vor allem Probleme europäischer Minderheiten.

Im Berliner Deutschen Theater hat Erich Wolfgang Korngolds Neuinszenierung der Operette “Die Fledermaus” von Johann Strauß Premiere. In der Rolle des Prinzen Orlofsky wird der Schauspieler Oskar Karlweis umjubelt.

11.6.1929, Dienstag

Der Lagting, die zweite Kammer des norwegischen Parlaments in Oslo, setzt sich über Proteste der Bevölkerung hinweg und bestätigt den Beschluss zur Umbenennung der Hafenstadt Drontheim in Nidaros.

Die Außenminister der sog. Kleinen Entente (Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien) protestieren in Budapest offiziell gegen die verstärkte ungarische Propaganda für eine Revision des Friedensvertrags von 1919.

12.6.1929, Mittwoch

Gegen die Stimmen von SPD und KPD billigt der Deutsche Reichstag Entschließungen gegen “Entartungen und Verwilderungen auf dem Gebiete der Literaturerzeugnisse und des Theaters” und für die Sicherung der politischen und religiösen Neutralität des Rundfunks.

Bei den Parlamentswahlen in Südafrika erringt die Nationalistische Partei von Premierminister James Barry Munnick Hertzog 78 der 148 Mandate.

13.6.1929, Donnerstag

Die bürgerlichen Parteien im Rheinland (Zentrum, DVP, DNVP, DDP und Wirtschaftspartei) lehnen gemeinsam den Versuch Frankreichs ab, im Rheinland ständige Kontrollkommissionen einzurichten.

Auf einer Zusammenkunft der liberalen Unterhausabgeordneten in London warnt Fraktionschef David Lloyd George die Labour-Regierung unter James Ramsey MacDonald vor einer Politik sozialistischer Veränderungen.

14.6.1929, Freitag

Der preußische Ministerpräsident Otto Braun (SPD) und der in Berlin residierende päpstliche Nuntius Eugenio Pacelli unterzeichnen in der Reichshauptstadt den Kirchenvertrag zwischen Preußen und dem Heiligen Stuhl.

Im Reichsverkehrsministerium werden Büsten von Hermann Köhl und Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld feierlich entgegengenommen, die mit dem Iren James C. Fitzmaurice im April 1928 als erste den Atlantik in Ost-West-Richtung überflogen hatten.

Der Kaiser von Amerika”, eine politische Komödie in drei Akten von George Bernard Shaw, wird im Warschauer Teatr Polski uraufgeführt.

15.6.1929, Samstag

Vorstand und Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) beschließen, im Parlament den Antrag einzubringen, die Verkündung des beabsichtigten Genehmigungsgesetzes für den Youngplan auf August zu verschieben, um ein Volksbegehren einbringen zu können.

US-Präsident Herbert Clark Hoover unterzeichnet die Farmer-Relief-Bill zur finanziellen Unterstützung aufgrund von Verschuldung und Absatzproblemen in Not geratener Landwirte.

16.6.1929, Sonntag

Reichsernährungsminister Hermann Robert Dietrich (DDP) eröffnet in Kiel eine Nordisch-Deutsche Woche. Im Mittelpunkt stehen die kulturellen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und den skandinavischen Staaten.

Auf der Jahrestagung der litauischen Staatspartei “Bund der Litauischen Nationalisten” (Tautininkei) in Kowno bekräftigt Ministerpräsident Augustin Voldemaras die Forderung nach Rückgabe des polnischen Wilna an Litauen.

Die Briten Woolf Barnato und Henry Birkin gewinnen auf einem Bentley die 24 Stunden von Le Mans.

17.6.1929, Montag

Die deutsche Reichsregierung beschließt eine Verschiebung der Reform der Arbeitslosenversicherung, nachdem die interfraktionellen Verhandlungen tiefgreifende Differenzen zwischen den Koalitionsparteien ergeben haben.

Der Völkerbund in Genf veröffentlicht einen Bericht über angebliche geheime Aufrüstung in Österreich.

In Berlin beginnt der bis zum 23. Juni dauernde 11. Kongress des Weltbundes für Frauenstimmrecht.

18.6.1929, Dienstag

Der Antrag der KPD-Fraktion auf Streichung der zweiten Rate für den Bau des Panzerkreuzers A wird vom Deutschen Reichstag in zweiter Lesung mit 224 gegen 153 Stimmen bei fünf Enthaltungen verworfen. Die SPD-Fraktion stimmt mit Ausnahme der SPD-Minister für den Antrag.

Der französische Ministerrat billigt einstimmig den Youngplan und beschließt, im Einvernehmen mit den anderen beteiligten Regierungen die Ratifizierung voranzutreiben.

Das auf der Hamburger Werft Blohm & Voss für die Hamburg-Amerika-Linie gebaute Motorschiff “Milwaukee” (16 699 Bruttoregistertonnen) geht in Hamburg zur Jungfernfahrt nach New York in See.

19.6.1929, Mittwoch

Das ungarische Abgeordnetenhaus billigt einstimmig den Beitritt Ungarns zum Briand-Kellogg-Pakt.

In Paris beginnt der 4. Internationale Kongress für wissenschaftliche Organisation der Arbeit (bis 25.6.)

Ein Anwalt aus Milwaukee fordert das Parlament des US-Bundesstaates Wisconsin auf, ein Gesetz zur Herstellung und Verbreitung von Spirituosen und Bier durch den Staat Wisconsin zu erlassen.

20.6.1929, Donnerstag

Der Reichsverband der Deutschen Industrie erklärt, dass die im Youngplan vereinbarten Reparationszahlungen “über die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft hinausgehen”.

Vor dem ungarischen Abgeordnetenhaus bekräftigt Ministerpräsident István Graf Bethlen von Bethlen den Wunsch Ungarns nach einer friedlichen Revision des Friedensvertrags von 1919.

21.6.1929, Freitag

Die deutsche Reichsregierung akzeptiert den Youngplan als Grundlage für eine Konferenz der beteiligten Regierungen und spricht sich für eine Gesamtliquidation aller noch aus dem Weltkrieg herrührenden Fragen aus.

In der Schweiz werden durch Bundesbeschluss die Abteilung für Industrie und Gewerbe und das eidgenössische Arbeitsamt zum Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA) vereint.

Der Präsident von Mexiko, Emilio Portes Gil, gibt das Ende des Streits mit der katholischen Kirche bekannt. Anlass war die 1926 von der Regierung verfügte staatliche Registrierung von Geistlichen.

Die chinesische Regierung in Nanking kündigt den japanisch-chinesischen Handelsvertrag von 1860.

Das neue Karstadt-Gebäude am Hermannplatz in Berlin, das größte Warenhaus im Deutschen Reich, wird eröffnet.

22.6.1929, Samstag

Bei der Hauptversammlung der I.G. Farbenindustrie in Frankfurt am Main kündigt der Vorstandsvorsitzende Carl Bosch den Abschluss eines Vertrages mit der Standard Oil Company of New Jersey über technische und finanzielle Kooperation an.

23.6.1929, Sonntag

Verlierer der Landtagswahlen in Mecklenburg-Schwerin sind die Einheitsliste nationaler Mecklenburger (23 statt 24 Mandate), SPD (20 statt 21) und DDP (1 statt 2)Mit 2 Sitzen ist die NSDAP erstmals im Landtag vertreten.

Bei der Stadtratswahl in Coburg bekommt die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei 5146 Stimmen. Durch eine Listenverbindung mit den bürgerlichen Parteien erhält sie mit 13 von 25 Sitzen die absolute Mehrheit.

In Verdun wird ein Denkmal für die erfolgreiche Verteidigung der Stadt im Weltkrieg eingeweiht.

In der türkischen Hauptstadt Ankara wird ein türkisch-französisches Abkommen über Syrien unterzeichnet. Es sichert die türkische Grenze gegenüber dem unter französischem Völkerbundsmandat stehenden Syrien.

Die deutsche Fußball-Nationalelf besiegt in Köln Schweden 3:0 (1:0)

24.6.1929, Montag

Im Deutschen Reichstag verteidigt Reichsaußenminister Gustav Stresemann das deutsche Ja zum Youngplan unter Hinweis auf die gegenüber früheren Plänen erreichten Verbesserungen und die Aufhebung der internationalen Kontrolle.

Der Zentralverband des deutschen Bank- und Kreditgewerbes begrüßt in einer Erklärung zum Youngplan den Fortfall der ausländischen Kontrolle über die Deutsche Reichsbank und regt an, bei der Zahlung der Tilgungsbeträge stets auf die begrenzte Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft hinzuweisen.

Der Prozess gegen den Elsässer Autonomisten Karl Roos in Besançon endet mit einem Freispruch.

In Durban (Südafrika) richtet ein Hagelschauer schwere Schäden an.

25.6.1929, Dienstag

Der sächsische Landtag wählt Wilhelm Bünger (DVP) mit 44 von 84 abgegebenen Stimmen als Nachfolger von Max Heldt (SPD) zum Ministerpräsidenten. SPD und KPD – ihre zwölf Abgeordneten hatten weiße Stimmzettel abgegeben – fechten die Wahl an, die der Landtag mit 49 gegen 47 Stimmen bestätigt.

Zum Abschluss einer dreitägigen Generalsynode fordert die Evangelische Kirche der altpreußischen Union das Preußische Staatsministerium zum Abschluss eines Staatsvertrages auf, der u.a. eine paritätische Religionsausübung und die Selbständigkeit der Kirche garantiert.

Der Italiener Manfredi Conte di Gavina tritt als Nachfolger des Niederländers Joos Adrian van Hamel sein Amt als Hoher Kommissar des Völkerbunds in der Freien Stadt Danzig an.

Auf einer Veranstaltung der Großdeutschen Volkspartei in Linz erklärt der österreichische Innenminister Franz Slama, die Heimwehrbewegung sei heute eine Volksbewegung. Die Auffassung wird insbesonders in der Linkspresse scharf kritisiert.

Die französische Regierung beschließt ein Amnestiegesetz für die aufgrund politischer Betätigung verfolgten Autonomisten aus Elsass-Lothringen.

Die Berliner “Vossische Zeitung” veröffentlicht einen Bericht über die Fünftagewoche bei den Ford Automobilwerken in Detroit.

26.6.1929, Mittwoch

Die deutsche Reichsregierung kündigt unter Hinweis auf die nicht mehr der wirtschaftlichen Situation entsprechenden Zollsätze zum 15. Februar 1930 den Handelsvertrag mit Schweden.

In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen wird der Zweite Lutherische Weltkonvent eröffnet (bis 3.7.)

27.6.1929, Donnerstag

Mit 240 gegen 171 Stimmen bei neun Enthaltungen lehnt der Deutsche Reichstag in dritter Lesung den Antrag der KPD auf Streichung der zweiten Rate für den Bau des Panzerkreuzers A ab.

In einer Nachtsitzung des Deutschen Reichstags in Berlin findet die Verlängerung des Republikschutzgesetzes keine Mehrheit.

Die französische Kammer in Paris beschließt mit 417 gegen 118 Stimmen, erneut mit der Regierung der Vereinigten Staaten über die Liquidierung der Kriegsschulden zu verhandeln.

Im Danziger Volkstag demonstrieren Vertreter aller deutschen Parteien gegen die Abtrennung der Freien Stadt Danzig vom Deutschen Reich.

In New York besiegt der Schwergewichts-Boxer Max Schmeling den Spanier Paolino Uzcudun über 15 Runden nach Punkten.

28.6.1929, Freitag

Mit 243 gegen 152 Stimmen bei einer Enthaltung billigt der Deutsche Reichstag den Haushalt für das Jahr 1929.

Anlässlich des zehnten Jahrestages der Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrags erklären Reichspräsident Paul von Hindenburg und die Reichsregierung: “Der heutige Tag ist ein Tag der Trauer … Zehn Jahre lastet der Vertrag auf allen Schichten des deutschen Volkes.”

Die Parteien des unter Verwaltung des Völkerbunds stehenden Saargebiets führen in Saarbrücken eine Kundgebung unter der Losung: “Zurück zum Reich!” durch.

In dem ungarisch-tschechoslowakischen Grenzbahnhof Hidasnemeti verhaften die ungarischen Behörden den tschechoslowakischen Bahnbeamten Vinzenz Pecha und den ungarischen Staatsbürger Johann Toth unter Spionageverdacht.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft vergibt in Berlin die ersten Max-Planck-Medaillen. Die Auszeichnungen gehen an Max Planck persönlich und Albert Einstein.

29.6.1929, Samstag

Der polnische Staatsgerichtshof spricht den früheren Finanzminister Gabriel Czechowicz von der Anklage frei, 1926 Staatsgelder ohne parlamentarische Billigung ausgegeben zu haben.

In Essen wird die Große Ruhrländische Gartenausstellung (Gruga) eröffnet. Sie dauert bis zum 13. Oktober.

30.6.1929, Sonntag

In der Reichshauptstadt Berlin demonstrieren mehrere Studenten gegen die Anerkennung der “Lüge von der deutschen Kriegsschuld” 1914.