Was geschah im Juni 1931

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Wetterstationen Juni 1931

1.6.1931, Montag

Bei den Kammerwahlen in Rumänien erringt das Wahlbündnis der Nationalen Union, das den seit dem 18. April 1931 amtierenden Ministerpräsidenten Nicolae Iorga unterstützt, mit 287 der 379 Mandate die absolute Mehrheit der Sitze.

In Kairo wird das Ergebnis der im Mai abgehaltenen, von der Opposition boykottierten Parlamentswahlen bekanntgegeben. 119 der 144 Sitze entfallen auf regierungsfreundliche Abgeordnete, von den übrigen Mandaten hat die nationalistische Wafd-Partei acht erhalten.

Durch ein 8:6, 6:1 über die Britin Betty Nuthall siegt Cilly Aussem im Dameneinzel bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Frankreich in Paris.

Im ersten Spiel nach der Begnadigung durch den Westdeutschen Spiel-Verband besiegt Schalke 04 die Fußballmannschaft von Fortuna Düsseldorf 1:0 (1:0).

Als letztes Teilstück des Lippe-Seiten-Kanals wird der Wesel-Datteln-Kanal fertiggestellt.

2.6.1931, Dienstag

In der vom Architekten Heinrich Tessenow umgebauten früheren Neuen Wache Unter den Linden in Berlin wird eine Gedenkstätte für die Toten des Weltkriegs 1914 bis 1918 eingeweiht.

Das britische Unterhaus billigt einstimmig ein Gesetz, das die Todesstrafe für schwangere Frauen abschafft und durch lebenslange Zuchthausstrafe ersetzt.

3.6.1931, Mittwoch

Der SPD-Parteitag in Leipzig billigt mit 324 gegen 62 Stimmen einen Antrag des Parteivorstandes, in dem das Verhalten der neun Reichstagsabgeordneten missbilligt wird, die am 20. März mit der KPD gegen den Panzerkreuzerbau gestimmt hatten.

4.6.1931, Donnerstag

Das Berliner NSDAP-Organ “Der Angriff” wird vom Berliner Polizeipräsidenten Albert Grzesinski (SPD) wegen Verstoßes gegen die Notverordnung vom 28. März bis zum 4. Juli verboten.

5.6.1931, Freitag

In Leipzig endet der am 31. Mai eröffnete SPD-Parteitag. Die 394 ordentlichen Delegierten befassten sich u.a. mit der Überwindung der Wirtschaftskrise, dem Vorgehen gegen den drohenden Faschismus und dem Verhältnis zur Reichsregierung.

Die Notverordnung “Zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen” sieht neue Sparmaßnahmen vor, um das Haushaltsdefizit des Reiches (574 Mio. Reichsmark), der Länder und Gemeinden (302 Mio. RM) und die Fehlbeträge bei Arbeitsbeschaffungsprogramm und Krisenhilfe (385 Mio. RM) zu decken. In einem Aufruf fordert die Reichsregierung ein Ende der Reparationen.

6.6.1931, Samstag

Der Glaspalast am Alten Botanischen Garten in München fällt einem Brand zum Opfer. Dabei werden rund 3000 Bilder und Skulpturen vernichtet.

7.6.1931, Sonntag

Bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer des Großherzogtums Luxemburg behauptet die Rechtskoalition von Staatsminister Joseph Bech (christlichsozial) trotz des Verlustes von vier Mandaten mit 31 gegen 23 Sitze ihre Parlamentsmehrheit.

Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) gewinnt auf der 7,8 km langen Südschleife des Nürburgrings das über 40 Runden führende ADAC-Eifelrennen in 2:50:47 h vor Hans Joachim von Morgen (Bugatti) und Manfred von Brauchitsch (Mercedes-Benz).

8.6.1931, Montag

Das Reichsfinanzministerium gibt die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 1930 bekannt. Der offene Finanzbedarf des Reiches für 1931, der noch durch Anleihen gedeckt werden muss, beträgt 334,9 Millionen Reichsmark.

Die Spruchkammer der Filmoberprüfstelle in Berlin gibt den Ende 1930 verbotenen US-Antikriegsfilm “lm Westen nichts Neues” zur beschränkten Vorführung vor geschlossenen Gesellschaften und Vereinen frei.

9.6.1931, Dienstag

Reichskanzler Heinrich Brüning und Außenminister Julius Curtius beenden den am 5. Juni begonnenen Großbritannienbesuch. Ihre Gespräche mit der britischen Regierung haben ein gewisses Verständnis für die deutsche Forderung nach Senkung der Reparationslasten geweckt.

Auf dem 28. Genossenschaftstag des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine in Magdeburg wird bekanntgegeben, dass die Zahl der Mitglieder die Drei-Millionen-Grenze überschritten hat. Der Umsatz belief sich 1930 auf 1,212 Milliarden Reichsmark, ist allerdings im ersten Halbjahr 1931 rückläufig.

Vor der französischen Deputiertenkammer lehnt Außenminister Aristide Briand jede “Zerreißung” oder anders geartete Änderung des Youngplans von 1929 über die deutschen Reparationen ab.

Die italienische Regierung überreicht dem Vatikan eine Antwortnote auf den Protest wegen des Verbots der Laienbewegung Katholische Aktion.

10.6.1931, Mittwoch

Der Ältestenrat des Reichstages lehnt Anträge der NSDAP, DNVP und KPD auf Einberufung des Reichstages wegen der Notverordnung vom 5. Juni ab. Allerdings gibt es auch in den die Regierungspolitik stützenden Parteien, vor allem in der Deutschen Staatspartei (bis 1930: Deutsche Demokratische Partei) und im Christlich-Sozialen Volksdienst, Widerspruch.

Der aus politischen Gründen längere Zeit unter Hausarrest gestellte 64-Jährige italienische Dirigent Arturo Toscanini verlässt mit seiner Familie Italien, um sich zunächst in die Schweiz und dann nach Bayreuth zu begeben.

11.6.1931, Donnerstag

Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilt die beiden Stahlhelm-Führer Franz Seldte und Theodor Duesterberg wegen Beschimpfung der Republik zu je 800 Reichsmark Geldstrafe.

Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann spricht in Erlangen auf Einladung des Republikanischen Studentenbundes über “Europa als Kulturgemeinschaft”.

Die österreichische Regierung verleiht dem deutschen Komponisten Richard Strauss zum Abschluss seiner Dirigententätigkeit an der Wiener Staatsoper das Große goldene Ehrenzeichen mit Stern.

Die KPD veranstaltet in mehreren deutschen Städten “Hungermärsche” zur Mobilisierung von Arbeitslosen.

12.6.1931, Freitag

Das Präsidium des Zentralexekutivkomitees der UdSSR ernennt Michail N. Tuchatschewski zum stellvertretenden Volkskommissar für Heer und Marine und zum stellvertretenden Vorsitzenden des revolutionären Kriegsrates.

Im Kölner Stadtteil Niehl wird ein Zweigwerk des Detroiter Automobilkonzerns Ford eingeweiht.

Reichskanzler Heinrich Brüning informiert auf dessen Sommersitz Gut Neudeck Reichspräsident Paul von Hindenburg über die politische Lage seit Erlass der Notverordnung vom 5. Juni. Beide stimmen darin überein, dass ein Zusammentritt des Reichstages derzeit unerwünscht sei.

13.6.1931, Samstag

Der preußische Landtag billigt in dritter Lesung mit 202 gegen 54 Stimmen bei 105 Enthaltungen den Vertrag mit den evangelischen Kirchen.

Die deutsche Reichsregierung weist die in der polnischen Note vom 10. Juni enthaltenen Vorwürfe wegen einer Begünstigung der Stahlhelm-Kundgebung in Breslau zurück.

Die Deutsche Reichsbank erhöht die Leitzinsen um 2%. Der Diskontsatz wird auf 7% erhöht.

In Prag schlägt vor 30 000 Zuschauern die Fußball-Nationalelf der Tschechoslowakei die Auswahl der Schweiz 7:3 (1:3).

14.6.1931, Sonntag

Durch ein 3:2 (1:2) über den TSV 1860 München vor 60 000 Zuschauern in Köln wird Hertha BSC Berlin wie im Vorjahr Deutscher Fußballmeister.

Die britischen Automobilrennfahrer Earl Howe und Sir Henry Birkin gewinnen auf Alfa Romeo das 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit 3017,655 km (125,735 km/h) vor dem 7-Liter-Mercedes mit Boris Ivanowski und Henri Stoffel (2905,139 km).

Beim Untergang des Ausflugsdampfers “Saint-Philibert” in der Loire-Mündung kommen mehrere hundert Menschen ums Leben.

In Anwesenheit von Reichspräsident Paul von Hindenburg findet auf der Marienburg in Westpreußen eine Feier zur 700-Jährigen Besiedlung durch den Deutschen Ritterorden statt.

15.6.1931, Montag

In Berlin empfängt Reichskanzler Heinrich Brüning die Führer der meisten im Reichstag vertretenen Parteien. Die DNVP erklärt, an der Forderung nach Reichstagseinberufung festzuhalten, und fordert den Rücktritt der Reichsregierung.

Die am 8. Juni begonnenen, von der KPD organisierten “Hungerunruhen” von Arbeitslosen in Hamburg gehen zu Ende. Sie haben neben zahlreichen Verletzten auch ein Todesopfer in der Hansestadt gefordert.

In einer Mitteilung an den Völkerbund geben die USA die Stärke ihrer Rüstung bekannt. Die Personalstärke von Heer, Marine und Luftwaffe beläuft sich auf 300 776 Mann. Die USA haben 10 752 Kriegsflugzeuge und eine Flotte mit einer Gesamttonnage von 1,25 Millionen t.

Das Zentralkomitee der KPdSU beendet die am 11. Juni eröffnete Plenartagung. Das ZK beschließt u.a., in der Hauptstadt Moskau innerhalb von drei Jahren Wohnungen für 500 000 Menschen zu errichten und dort 1932 mit dem Bau einer Metro zu beginnen.

Der Kardinal von Toledo, Pedro Segura y Sáenz, wird von der spanischen Regierung ausgewiesen und reist nach Rom ab.

16.6.1931, Dienstag

Die SPD-Fraktion stimmt mit der Regierungskoalition im Ältestenrat gegen die Einberufung des Reichstages und verzichtet auf Einberufung des Haushaltsausschusses, da die Reichsregierung dann zurücktreten will.

Im Freistaat Oldenburg tritt die Regierung Friedrich Cassebohm zurück, nachdem der Landtag den Misstrauensantrag der NSDAP-Fraktion gebilligt hat. Cassebohm bleibt geschäftsführend bis zum 16. Juni 1932 im Amt.

17.6.1931, Mittwoch

In Stockholm trennen sich vor 18 000 Zuschauern die Fußballnationalteams von Schweden und Deutschland 0:0.

Das britische Oberhaus billigt nach vorheriger Zustimmung des Unterhauses die Wahlrechtsreform mit der Einführung der Alternativstimme.

In der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin wird eine Ausstellung über das Werk des US-Architekten Frank Lloyd Wright eröffnet.

18.6.1931, Donnerstag

Im Berliner Rundfunk spricht der SPD-Vorsitzende Hans Vogel zum Thema “Unser Kampf gegen das Chaos” und begründet die Tolerierung der Brüning-Regierung durch die SPD mit der Gefahr einer Rechtskoalition, die unter Ausschaltung des Reichstages diktatorisch regieren würde.

In Genf billigt die 15. Internationale Arbeitskonferenz mit 81 gegen zwei Stimmen eine Konvention über die Begrenzung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau auf sieben Stunden.

US-Schatzkanzler Andrew M. Mellon beendet seine Gespräche mit der britischen Regierung in London, in deren Verlauf er Einigung über einen Aufschub der Reparationen und Kriegsschulden erzielt hat. Mellon reist anschließend nach Paris weiter.

19.6.1931, Freitag

Der Hauptausschuss des Reichsverbandes der Industrie spricht in Berlin der Politik von Reichskanzler Heinrich Brüning das Vertrauen aus.

Die 50. Tagung des Deutschen Ärztevereinsbundes in Köln fordert unter Hinweis auf Folgen wie Hunger und Krankheit ein Ende der Reparationen.

20.6.1931, Samstag

In Washington trifft eine Botschaft von Reichspräsident Paul von Hindenburg ein, in der dieser um Hilfe für Deutschland bittet.

US-Präsident Herbert Hoover gibt seinen Vorschlag bekannt, alle Zahlungen von Reparationen und Kriegsschulden für ein Jahr einzustellen.

Das von der NSDAP geplante Sportfest im Deutschen Stadion in Berlin ist durch den Polizeipräsidenten Albert Grzesinski (SPD) verboten worden. Das gleiche gilt auch für die vom 4. bis 12. Juli von der KPD geplante Spartakiade. Das Spartakiade-Verbot wird am 25. Juni zunächst aufgehoben.

Der christlichsoziale Landeshauptmann von Niederösterreich, Karl Buresch, bildet als Bundeskanzler ein bürgerliches Koalitionskabinett. Weder der am 16. Juni demissionierte Otto Ender noch Altbundeskanzler Ignaz Seipel hatten eine Regierung bilden können; die Sozialdemokraten hatten eine Beteiligung abgelehnt.

Der österreichische Segelflieger Robert Kronfeld überquert zweimal den Ärmelkanal zwischen Dover und Calais und gewinnt damit den von der Londoner Tageszeitung “Daily Mail” ausgesetzten Preis in Höhe von 1000 Pfund (20 369 Reichsmark).

21.6.1931, Sonntag

Eine britische Expedition bezwingt den Gipfel des 7756 m hohen Mount Kamet im Grenzgebiet zwischen Britisch-Indien und Tibet.

Die französisch-italienische Kombination Louis Chiron/Achille Varzi gewinnt auf dem 12,5 km langen Rundkurs in Monthéry auf Bugatti das Zehnstundenautorennen um den Großen Preis von Frankreich mit 1258,825 km vor Giuseppe Campari (1215,122 km) aus Italien auf Alfa Romeo.

Im deutschen Vereinsfußball beginnt die 1930 vom Deutschen Fußball-Bund beschlossene sechswöchige Sommerpause.

Das Fußball-Länderspiel zwischen Norwegen und dem Deutschen Reich in Oslo endet vor 20 000 Zuschauern 2:2 (1:1).

Auf der Reichsbahnstrecke Hamburg- Berlin stellt ein von Franz Kruckenberg, Kurt Stedefeld und Willi Black gebauter propellergetriebener Eisenbahntriebwagen mit 230 km/h einen Geschwindigkeitsweltrekord auf.

22.6.1931, Montag

Die SPD-Zeitung “Münchener Post” berichtet über angebliche homosexuelle Neigungen von SA-Stabschef Ernst Röhm.

In Bremen legt die Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei ihre Bilanz für 1930 vor. Die Schulden werden mit 163,65 Millionen Reichsmark angegeben, mehr als das Doppelte des Stammaktienkapitals.

23.6.1931, Dienstag

In New York wird der Gangster Arthur “Dutch Schultz” Flegenheimer wegen verbotener Alkoholgeschäfte festgenommen, allerdings gegen eine hohe Kaution wieder freigelassen.

Der russische Bassist Fjodor Schaljapin tritt auf einer Galaveranstaltung im Londoner Lyceum Theatre auf und singt die Titelpartie des fünften Aktes von Jules Massenets Oper “Don Quichotte”.

Der Vatikan protestiert in einer Note an Litauen gegen die am 6. Juni erfolgte Ausweisung des päpstlichen Nuntius aus Kowno und droht mit dem Abbruch der Beziehungen.

Die Deutsche Reichsbank gibt bekannt, dass die Abgänge an Gold und Devisen seit Ende Mai auf 1,25 Milliarden Reichsmark gestiegen sind. Die Notendeckung beträgt 40,4% statt 48,1% wie noch am 16. Juni.

Reichskanzler Heinrich Brüning würdigt in einer abendlichen Ansprache über den Deutschlandsender das Hoover-Moratorium und regt eine deutsch-französische Aussprache über noch offene Fragen an.

Vor Wirtschaftsführern in Moskau kündigt Josef W. Stalin, der Generalsekretär der KPdSU, neue Methoden der Wirtschaftsführung an. Dazu gehören die Vereinfachung der Verwaltung, die Milderung des Kampfes gegen die bürgerliche Intelligenz und die höhere Bezahlung der Facharbeiter.

24.6.1931, Mittwoch

Das Deutsche Reich und die UdSSR verlängern in Moskau den Berliner Vertrag von 1926 über die Neutralität im Falle eines Angriffs durch eine dritte Macht. Der Vertrag ist erstmals 1933 kündbar.

Die französische Regierung erklärt ihre Bereitschaft, dem Parlament die Billigung des Hoover-Moratoriums zu empfehlen, fordert aber, die laut Youngplan “ungeschützten Annuitäten” vom Zahlungsaufschub auszunehmen.

25.6.1931, Donnerstag

Das Deutsche Reich erhält bis zum 16. Juli von den Nationalbanken Großbritanniens und Frankreichs, der Federal Reserve Bank New York und von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel einen Kredit in Höhe von umgerechnet 419,55 Millionen Reichsmark.

In Berlin wird der 1930 vom Staatsbürgerinnenverband gestiftete Preis für Autorinnen im Alter von bis zu 35 Jahren vergeben. Die mit 1000 Reichsmark dotierte Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an Elisabeth Langgässer und Käthe Biehl.

26.6.1931, Freitag

An der Opposition von DNVP und KPD im Landtag von Mecklenburg-Strelitz scheitert eine mit finanziellen Erwägungen begründete Regierungsvorlage zum Anschluss des Landes an Preußen.

Die deutschen Rundfunksender übertragen einen Aufruf des Schriftstellers Gerhart Hauptmann an das deutsche Volk, trotz der bedrückenden Zeitumstände mit Mut an die Arbeit für eine bessere Zukunft zu gehen.

27.6.1931, Samstag

Im spanischen Fliegerkorps bricht eine Revolte aus, als sich ein Teil der bei Sevilla stationierten Fliegeroffiziere mit dem wegen seiner linksradikalen Umtriebe vom Amt des Chefs des Flugwesens abgelösten Ramon Franco solidarisiert.

Staatssekretär Otto Meißner berichtet Reichspräsident Paul von Hindenburg über Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung der Osthilfegelder.

28.6.1931, Sonntag

Bei den Wahlen zu den spanischen Cortes siegen die Parteien der republikanisch-sozialistischen Koalition in 49 der 50 Provinzen. Stärkste Partei im Parlament, dessen Hauptaufgabe die Erarbeitung einer neuen demokratischen Verfassung ist, sind die Sozialisten mit 105 der 470 Mandate.

In einem Freundschaftsspiel schlägt der 1. FC Nürnberg die Spvgg. Fürth 2:1 (1:0).Von den damit ausgetragenen 100 Spielen zwischen den beiden Altmeistern gewann Nürnberg 60, Fürth nur 24. 16 Partien endeten remis. Das Torverhältnis lautet 291:139 für Nürnberg.

Zum Abschluss der am 21. Juni eröffneten Derby-Woche in Hamburg siegt im Deutschen Galoppderby auf der Rennbahn in Horn Gestüt Graditz’ Dionys.

29.6.1931, Montag

Der einflussreiche Liberale Sir John Simon und ein weiterer Abgeordneter des britischen Unterhauses erklären wegen der allzu kompromissbereiten Haltung der Liberalen gegenüber der Labour-Regierung ihren Austritt aus der Fraktion.

In Bulgarien bildet Alexander Malinow der Führer des aus den Parlamentswahlen vom 21. Juni mit 150 von 273 Sitzen und damit absoluter Mehrheit hervorgegangenen Nationalen Blocks, die neue Regierung.

30.6.1931, Dienstag

Nachdem am 29. Juni nach nationalsozialistischen Krawallen die Berliner Universität bis auf weiteres geschlossen worden ist, kommt es in München und Hamburg – wegen Verbots einer Anti-Versailles-Kundgebung – zu Ausschreitungen von Studenten.

Bei den Parlamentswahlen in Ungarn, die in 199 der 245 Wahlkreise nach dem Prinzip der offenen Kandidatenempfehlung durchgeführt worden waren, erhält die Regierungskoalition von István Graf Bethlen von Bethlen 212 der zu vergebenden 245 Sitze.

In Essen wird der Kartellvertrag für das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat bis zum Jahr 1942 verlängert.

Nach amtlichen deutschen Angaben hat das Deutsche Reich bisher 67,6 Milliarden Goldmark bzw. Reichsmark an Reparationsleistungen aller Art aufgebracht. Die Westalliierten bewerten die deutschen Sach- und Geldleistungen mit lediglich 20,8 Milliarden Reichsmark.

Die sowjetische Parteizeitung “Prawda” startet eine Kampagne gegen Fehler bei der Kollektivierung der Landwirtschaft. Anlass ist ein Kurswechsel der KPdSU in der Wirtschaftspolitik.