Was geschah im Juni 1949

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1.6.1949, Mittwoch

Der Fürstenstaat Bhopal wird der Indischen Union als Provinz angeschlossen.

Der britische Militärgouverneur in Deutschland, Sir Brian Robertson, wird zum Vertreter Großbritanniens in der Hohen Kommission für Deutschland ernannt.

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium teilt mit, dass es in den Monaten Juni bis August Sonderzuteilungen von Strom – je nach Haushaltsgröße 20 bis 100 kWh – geben wird, um genügend Energie zum Einmachen von Obst und Gemüse zur Verfügung zu stellen.

Beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) tritt ein stark verändertes Sommerprogramm in Kraft.

2.6.1949, Donnerstag

Transjordanien ändert seinen Namen in Haschimidisches Königreich Jordanien. Die Maßnahme wird damit begründet, dass der Staat durch die Einbeziehung des arabischen Teils von Palästina sich nun beiderseits des Jordan erstrecke.

Das Oberhaupt der Senussi, Emir Mohammad Idris El Senussi, proklamiert die Unabhängigkeit der Cyrenaika.

Der frühere Generalgouverneur der Provinz Schansi, Yen Hsi-schan, wird zum neuen Ministerpräsidenten der chinesischen Nationalregierung ernannt.

Die südkoreanische Nationalversammlung fordert in einer Resolution den Rücktritt des Kabinetts. Vier Tage darauf werden zwei Minister ausgetauscht.

3.6.1949, Freitag

Laut Beschluss der französischen Nationalversammlung wird Kotschinchina in Südvietnam umbenannt.

Der am 15. April beurlaubte bulgarische Ministerpräsident Georgi Dimitrow wird aus Gesundheitsgründen aus dem Staatsdienst entlassen.

4.6.1949, Samstag

Die drei westlichen Militärgouverneure erlassen ein Gesetz, nach dem Beamte, Angestellte und Richter aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden müssen, wenn sie ein Bundestagsmandat wahrnehmen.

Österreichs Innenminister Oskar Helmer verweigert die Ausführung eines sowjetischen Befehls auf Auslieferung aller politischen Flüchtlinge aus den Ostblockländern.

5.6.1949, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Kolumbien erhalten die Liberalen 55%, die Konservativen 44,5% und die Kommunisten 0,5% der abgegebenen Stimmen.

Das Parlament der chinesischen Nationalregierung übersiedelt von Kanton auf die Insel Formosa.

Das seit 1940 stillgelegte Flussschwimmbad in der Ruhr bei Kettwig wird wiedereröffnet.

6.6.1949, Montag

59 Menschen kommen beim Absturz eines US-Verkehrsflugzeugs bei der Insel Puerto Rico ums Leben. Die Maschine muss auf dem Meer notlanden und versinkt innerhalb weniger Minuten. 22 Überlebende können sich retten.

7.6.1949, Dienstag

Der französische Militärgouverneur Pierre Koenig überträgt die Kontrollbefugnisse der Militärregierung über die deutsche Wirtschaft in der französischen Zone den deutschen Behörden.

Israelische und jordanische Truppen besetzen die von der UNO überwachte entmilitarisierte Zone bei Jerusalem, rücken jedoch eine Woche später auf Geheis des israelisch-jordanischen Sonderausschusses wieder ab.

Die indische Regierung erklärt, sie übernehme auf Verlangen des Maharadschas von Sikkim im Interesse der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung die Verwaltung dieses im Norden Indiens gelegenen Staates.

In der Bizone wird erstmals eine Arbeitslosenstatistik veröffentlicht. Danach sind 1,2 Millionen Menschen arbeitslos, Bayern ist mit fast 350 000 Erwerbslosen am stärksten betroffen.

Das iranische Parlament legt die tägliche Arbeitszeit auf acht Stunden fest.

8.6.1949, Mittwoch

In Nordrhein-Westfalen beginnt gegen den passiven Widerstand von Werksangehörigen und Teilen der Arbeitskolonnen die Demontage von elf Werken der Steinkohleveredelung und Kautschuksynthese.

In Köln wird das 100-Jährige Bestehen des Kolpingwerks gefeiert.

9.6.1949, Donnerstag

Die Aufbauminister der Länder in den Westzonen beschließen ein Sofortprogramm, in dessen Rahmen 150 000 Wohnungen im Vereinigten Wirtschaftsgebiet gebaut werden sollen. Um die erforderlichen 1,5 Milliarden DM aufzubringen, wird u.a. die Erhebung einer Wohnungsbauabgabe beschlossen.

In Dortmund, Essen und anderen Städten des Ruhrgebiets kommt es nach heftigen Regenfällen zu Überschwemmungen. Das Telefonnetz wird gestört, der Fernverkehr bricht teilweise zusammen.

Vielfach fällt allein an diesem Tag die durchschnittliche Niederschlagsmenge für den gesamten Monat Juni.

10.6.1949, Freitag

Der Oberste Gerichtshof in Tirana verurteilt den ehemaligen stellvertretenden Generalsekretär der Kommunistischen Partei Albaniens Xoxe Kotschi, wegen angeblicher Kollaboration mit dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Josip Broz Tito zum Tode.

In Lillehammer bei Oslo stirbt die norwegische Dichterin und Literaturnobelpreisträgerin von 1928, Sigrid Undset, im Alter von 67 Jahren.

In Prag wird auf Initiative von Transportminister Alois Petr die Katholische Aktion gegründet. Sie erkennt den Papst als Oberhaupt der Kirche und Autorität in Fragen der Religion und der Moral an, lehnt aber die Einmischung der katholischen Kirche in innerstaatliche Angelegenheiten ab.

11.6.1949, Samstag

Die tschechische Regierung bricht die Handelsbeziehungen zu Jugoslawien ab.

Durch offiziellen Beschluss werden im Libanon die Syrische Nationalpartei aufgelöst und 300 führende Mitglieder verhaftet. Der Partei wird die Vorbereitung eines Staatsstreiches vorgeworfen.

12.6.1949, Sonntag

In Bremen endet nach drei Tagen der erste ordentliche Parteitag der FDP.

In der britischen Afrika-Kolonie Goldküste (Ghana) gründet der schwarze Politiker Kwame Nkrumah die Convention People’s Party.

Bei den Stadtratswahlen im Freistaat Triest erhalten die Christlichen Demokraten 39,1%, die Kommunisten 21,1% der Stimmen. Fast 40% entfallen auf zehn kleinere Parteien, von denen neun auch im Stadtrat vertreten sein werden.

13.6.1949, Montag

Belgische Truppen besetzen ein zur Demontage anstehendes Werk in Bergkamen, nachdem Betriebsangehörige und Teile der Bevölkerung den Demontagetrupp am Betreten des Werksgeländes gehindert haben.

Die Niederlande stellen die Lieferung von Gemüse nach Deutschland ein, da das Kontingent des bestehenden Handelsvertrags um ein Drittel überschritten ist. 600 000 kg holländisches Gemüse werden nun täglich zu Düngemittel verarbeitet.

George Orwells Roman “1984” wird in den Vereinigten Staaten zum Buch des Jahres gewählt.

Der Italiener Fausto Coppi gewinnt vor seinen Landsleuten Gino Bartali und Adolfo Leoni die Radrundfahrt Giro d’Italia, die am 21. Mai gestartet wurde. Coppi hat sich erst durch den Sieg auf der letzten Etappe an die Spitze gesetzt.

14.6.1949, Dienstag

Die elf westdeutschen Ministerpräsidenten verkünden in Bad Schlangenbad das Wahlgesetz für den Deutschen Bundestag und setzen als Wahltermin den 14. August fest.

Im Rahmen des Aldeburgh-Festivals wird das Bühnenwerk “Wir machen eine Oper” von Benjamin Britten uraufgeführt. Mit dem Stück soll der Aufbau der Musikgattung Oper erläutert werden.

Die seit dem 21. Mai streikenden Westberliner Eisenbahner lehnen in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit einen Kompromissvorschlag des Magistrats von Berlin (West) und der ostdeutschen Eisenbahndirektion ab, wonach ihnen 75% ihres Lohns in Westgeld ausgezahlt werden sollen.

Bei einer Ansprache vor dem Internationalen Rotary Club erklärt der UNO-Generalsekretär, der Norweger Trygve Halvdan Lie, die Hauptursache der gegenwärtigen Schwierigkeiten sei der Interessenkonflikt zwischen Ost und West.

15.6.1949, Mittwoch

Kaiser Bao-Dai wird zum Staatsoberhaupt der Republik Vietnam proklamiert, die am Tag zuvor durch den Austausch der Ratifizierungsurkunden des Abkommens mit Frankreich in Saigon begründet worden ist.

Außenminister Moshe Sharett erklärt vor dem Parlament in Tel Aviv, Israel werde von seinem jetzigen Territorium keine Gebiete abtreten.

Der stellvertretende Vorsitzende der Westberliner Jugendorganisation “Die Falken” wird im Ostsektor Berlins zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er Anti-Wahl-Propaganda betrieben haben soll.

Im Rahmen eines Handelsvertrages der deutschen Westzonen mit Kolumbien kommt erstmals seit zehn Jahren wieder eine größere Lieferung Bananen nach Deutschland.

In der sowjetischen Zone Deutschlands wird die Bewirtschaftung für Tabakwaren aufgehoben.

Mit der Festspielinszenierung, einer Aufführung von Johann Wolfgang von Goethes “Faust”, werden in Recklinghausen die Ruhrfestspiele eröffnet. Sie dauern bis zum 10. Juli.

16.6.1949, Donnerstag

Rumänien kündigt das Abkommen über den freien Grenzverkehr mit Jugoslawien aus dem Jahr 1924.

Durch einen Sieg über den Franzosen Marcel Cerdan wird in Detroit Jake LaMotta (USA) Mittelgewichtsweltmeister der Berufsboxer.

17.6.1949, Freitag

Der siamesische Ministerpräsident Luang Pibul Songgram tritt zurück, wird aber am 25. Juni erneut mit der Regierungsbildung beauftragt.

Nach einem Zwölf-Runden-Kampf gegen Hans Schmitz – er endet unentschieden – erklärt der seit dem 8. August 1930 amtierende Deutsche Weltergewichtsmeister der Berufsboxer Gustav Eder, in München seinen Rücktritt.

18.6.1949, Samstag

Der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher verlangt vor Delegierten der westfälischen SPD die Sozialisierung der Schwerindustrie im Ruhrgebiet, eine deutsche Verwaltung in der Internationalen Ruhrbehörde sowie eine internationale Kontrolle der Ruhrproduktion, die über den deutschen Bedarf hinausgeht.

In Ungarn werden sieben Zionistenführer zu Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und drei Jahren verurteilt, weil sie Juden bei der Flucht ins Ausland geholfen haben.

Die Nationalgalerie auf der Museumsinsel im Ostsektor Berlins wird wiedereröffnet.

19.6.1949, Sonntag

In Frankfurt am Main wird die Großloge deutscher Freimaurer neugegründet, die 1933 von den Nationalsozialisten verboten worden war.

Mit einem Motorradrennen auf dem Kieler Hafenkurs wird die Kieler Woche eröffnet, in deren Rahmen bis zum 27. Juni Segelveranstaltungen stattfinden.

Die Bevölkerung der in der Nähe Kalkuttas gelegenen französischen Besitzung Chandernagore spricht sich in einer Volksabstimmung für den Anschluss an die Indische Union aus.

Der Erzbischof von Prag, Josef Beran, erklärt in einem Hirtenbrief, der Streit zwischen Kirche und Staat sei nicht durch das Verschulden der Kirche entstanden. Die tschechische Regierung ordnet am 25. Juni an alle Hirtenbriefe und Tagungen müssten ab sofort von der Regierung genehmigt werden.

Ein seit dem 17. Mai andauernder Streik der italienischen Landarbeiter wird beendet, nachdem die Regierung zugesichert hat, noch in der laufenden Sitzungsperiode des Parlaments ein Gesetz einzubringen, wonach die Arbeitsverträge der Landarbeiter um ein Jahr verlängert werden und alle künftigen Arbeitsverträge zwei Jahre gültig sein sollen.

Zum Abschlus seiner fünftägigen Konferenz in Peking wählt der Vorbereitungsausschuss der politischen Konsultativkonferenz (eine Art Vorparlament) einen aus 21 Mitgliedern bestehenden ständigen Ausschuss mit Mao Zedong als Vorsitzendem.

Der Wahlkampf um den ersten Deutschen Bundestag wird mit einer Reihe von Kundgebungen eröffnet.

20.6.1949, Montag

In Paris unterzeichnen die Außenminister der drei westlichen Besatzungsmächte Deutschlands das Statut der Hohen Kommission; diese Institution soll die künftige westdeutsche Regierung überwachen.

Zum Abschluss ihrer seit dem 23. Mai andauernden Konferenz in Paris geben die Außenminister der USA, der UdSSR, Großbritanniens und Frankreichs bekannt, dass sie sich auf weitere Einzelheiten eines Staatsvertrags für Österreich geeinigt haben.

Die US-amerikanische Anklagevertretung in den Prozessen gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg stellt ihre Arbeit nach vierjähriger Tätigkeit ein.

Papst Pius XII. erklärt in einem Dekret die mit Regierungsunterstützung in der Tschechoslowakei gegründete Katholische Aktion für schismatisch und exkommuniziert ihre Mitglieder.

Die Kommission für Menschenrechte der Vereinten Nationen übersendet den Mitgliedsstaaten den Entwurf eines internationalen Vertrags über die Einhaltung der Menschenrechte.

In Österreich wird die Lebensmittelrationierung auf Mehl, Brot, Fleisch, Fett und Milch beschränkt.

21.6.1949, Dienstag

Die Westberliner Stadtverordnetenversammlung verabschiedet eine Resolution, in der sie den völligen Einschluss Berlins als zwölftes Bundesland in die westdeutsche Bundesrepublik fordert.

Für den Reiseverkehr in die drei deutschen Westzonen treten neue Bestimmungen in Kraft. Touristen dürfen künftig 30 Tage, Geschäftsreisende 60 Tage in Westdeutschland bleiben. Die ausländischen Besucher müssen sich jedoch weiterhin bei den zuständigen Behörden jede Woche eine Lebensmittelkarte abholen.

In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri werden bei einer Schlägerei zwischen schwarzen und weißen Einwohnern 13 Personen verletzt. Ursache der Unruhen ist ein Erlass der Stadtverwaltung, wonach Schwarze Zutritt zu einem bislang ausschließlich Weißen vorbehaltenen Schwimmbad erhalten. Nach dem Krawall wird die Anordnung wieder aufgehoben.

Die chinesische Nationalregierung blockiert den Seeweg zu allen von den Kommunisten kontrollierten Häfen auf dem chinesischen Festland.

Zu den Beschlüssen der Pariser Außenministerkonferenz der vier Mächte über einen Staatsvertrag für Österreich erklärt die jugoslawische Regierung, sie werde ihre territorialen Ansprüche gegenüber Österreich und ihre Reparationsforderungen niemals aufgeben. Österreichs Bundeskanzler Leopold Figl nennt die Übereinkunft in Paris eine Freudenbotschaft für Österreich.

Fünf Mitglieder der südkoreanischen Nationalversammlung in Seoul werden verhaftet, weil sie angeblich in Verbindung mit nordkoreanischen Kommunisten einen Regierungssturz geplant haben.

22.6.1949, Mittwoch

Der britische Verteidigungsminister, Sir Albert Victor Alexander, gibt bekannt, dass angesichts der ungewissen Lage in China die britische Garnison in Hongkong verstärkt werde. – Am selben Tag wird das britische Frachtschiff “Anchises” vor der Küste Chinas von nationalchinesischen Flugzeugen bombardiert.

Durch einen Punktsieg nach 15 Runden über seinen Landsmann Jersey Joe Walcott wird der US-Amerikaner Ezzard Charles in Chicago Weltmeister der Profiboxer im Schwergewicht.

23.6.1949, Donnerstag

Der Frankfurter Wirtschaftsrat spricht sich gegen die neuen Demontagen im Ruhrgebiet aus und fordert die Westmächte auf, im Interesse des europäischen Wiederaufbaus auf die Demontage zu verzichten.

In einer Rede vor tschechoslowakischen Arbeitern in Prag teilt der ungarische stellvertretende Ministerpräsident Matyás Rákosi mit, 200 000 Mitglieder (18%) seien während einer Säuberungsaktion aus der Kommunistischen Partei seines Landes ausgeschlossen worden.

24.6.1949, Freitag

Der Wirtschaftsrat für die Bizone beschließt die vollständige wirtschaftliche Einbeziehung Berlins in das Vereinigte Wirtschaftsgebiet. Er verabschiedet außerdem ein Gesetz, nach dem heimatvertriebene Landwirte auf nicht bewirtschafteten Höfen oder Höfen ohne Erben unter Zubilligung wesentlicher Erleichterungen angesiedelt werden sollen.

Der griechische Ministerpräsident Themistokles Sofulis erliegt im Alter von 90 Jahren einem Herzschlag. Sein Amt übernimmt am 30. Juni der bisherige stellvertretende Ministerpräsident Alexander Diomedes.

25.6.1949, Samstag

Die drei westlichen Militärkommandanten in Berlin geben Anweisung, den seit dem 20. Mai andauernden Streik der Westberliner Eisenbahner zu beenden. Daraufhin beschließen die Gewerkschaften, die Arbeit am 28. Juni wieder aufzunehmen.

26.6.1949, Sonntag

Die beiden letzten Bischöfe der römisch-katholischen Kirche in Rumänien werden verhaftet.

In Frankfurt am Main endet die Internationale Woche für Neue Musik, in deren Rahmen u.a. Klavierkonzerte von Paul Hindemith und Ernst Krenek uraufgeführt wurden.

Husni Az Zaim, der am 30. März durch einen Militärputsch an die Macht gekommen ist, wird zum Staatspräsidenten von Syrien ernannt, nachdem er bei einer Volksabstimmung am Vortag als einziger Kandidat über 99% der abgegebenen Stimmen erhalten hat.

Bei den Parlamentswahlen in Belgien erhält die Christlich-Soziale Partei 105 der 212 Sitze. Die Sozialisten bekommen 66, die Liberalen 29 und die Kommunisten zwölf Mandate.

27.6.1949, Montag

Bei den Parlamentswahlen in Kanada können die regierenden Liberalen ihre Mehrheit weiter ausbauen. Sie haben künftig 193 der 262 Mandate inne. Stärkste Oppositionspartei sind die Konservativen mit 42 Sitzen; außerdem sind vier weitere Parteien im neuen Parlament in Ottawa vertreten.

28.6.1949, Dienstag

Die chinesische Nationalregierung beschuldigt die Vereinigten Staaten und Großbritannien, für die gegenwärtige Krisensituation im Fernen Osten verantwortlich zu sein.

Nach der Wahlniederlage vom 26. Juni tritt der seit 1947 amtierende belgische Ministerpräsident und Außenminister, der Sozialist Paul Henri Spaak, von seinem Amt zurück.

29.6.1949, Mittwoch

Der am 24. Juni begonnene Abzug der niederländischen Truppen aus der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist abgeschlossen.

Die letzten US-Besatzungstruppen verlassen Süd-Korea.

30.6.1949, Donnerstag

Das Staatsoberhaupt des neuen, von Frankreich protegierten Staates Vietnam, Bao-Dai, gibt die Zusammensetzung seiner Regierung bekannt, in der er selbst als Staatspräsident und Ministerpräsident fungiert.

Als Nachfolger von Sir Francis Douglas wird Gerald Creasy Gouverneur der britischen Kronkolonie Malta.

Der Fürstenstaat Travanhore wird Indien angegliedert.

Rund 385 600 von den Deutschen während des Zweiten Weltkriegs verschleppte Menschen (Displaced Persons) leben noch in Lagern in Deutschland, Österreich und Italien.

Nach einer Umfrage des EMNID-Instituts haben 32,2% aller Westdeutschen kein eigenes Bett.

Auf der Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation ILO wird eine Konvention gebilligt die Arbeitern das Recht gibt, sich gewerkschaftlich zu organisieren und kollektiv zu verhandeln.