Was geschah im Juni 1950

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1.6.1950, Donnerstag

Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU) gibt bekannt, dass im Kabinett eine Einigung über die Grundlagen des Lastenausgleichs für Flüchtlinge und Personen, die im Krieg materielle Schäden erlitten haben, erzielt worden sei. Unklar ist bislang u.a. noch, wie die entstandenen Schäden nachgewiesen werden müssen.

2.6.1950, Freitag

Das Bundesinnenministerium dementiert Meldungen, nach denen die Bundesregierung einen eigenen Rundfunksender einrichten will.

Der Frankfurter Rhein-Main-Flughafen wird von den US-amerikanischen Besatzungsbehörden offiziell in deutsche Hände übergeben.

3.6.1950, Samstag

Die britische Regierung gibt bekannt, dass sie nicht an der geplanten Konferenz über die Bildung einer europäischen Montanunion teilnehmen will, sondern lediglich einen Beobachter entsendet. Die Benelux-Länder, Italien, Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland haben ihre Teilnahme an den Beratungen über eine Verwirklichung des Schumanplans bereits zugesagt.

In Stuttgart wird die erste Gartenschau nach Kriegsende eröffnet.

Einem französischen Expeditionsteam gelingt die Erstbesteigung des über 8000 m hohen Annapurna in Nepal.

4.6.1950, Sonntag

Bei Parlamentswahlen in Belgien werden die Christdemokraten mit 46,7% der abgegebenen Stimmen und 108 der 212 Abgeordnetensitze stärkste politische Kraft vor den Sozialisten mit 35,8% (77 Sitze). Am 8. Juni bildet Jean Duvieusart eine christdemokratische Regierung. Damit ist die seit dem 18. März andauernde, durch die ungeklärte Königsfrage ausgelöste Regierungskrise beendet.

Auf dem in Bremen zu Ende gehenden zweitägigen Parteitag der Deutschen Partei fordert der DP-Vorsitzende und Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates und der Länder, Heinrich Hellwege, u.a. die Beendigung der Entnazifizierung und ein Ende der Diffamierung des deutschen Soldatenstandes.

In Stuttgart wird die Internationale Union von Bürgermeistern zur deutsch-französischen Verständigung gegründet, die auf kommunaler Ebene Aussöhnung und Zusammenarbeit der Nachbarländer fördern will.

Die gesamte erste Mannschaft des DDR-Fußballclubs Dresden-Friedrichstadt und ihr Vorsitzender Kurt Schulz fliehen nach Berlin (West).

5.6.1950, Montag

US-Präsident Harry S. Truman unterzeichnet ein Gesetz über die Gewährung von Auslandshilfe. Von den rund 3,1 Mrd. US-Dollar (13 Mrd. DM) sind 2,85 Mrd. (12 Mrd. DM) im Rahmen der Marshallplanhilfe zur Unterstützung Westeuropas gedacht.

Das Oberste Bundesgericht der USA erklärt die Rassentrennung in Speisewagen der Eisenbahn für ungesetzlich.

Die Volksrepublik China und Nordvietnam schließen einen militärischen Beistandspakt.

In einem Bericht über die Finanzlage des Bundes und der Länder nennt Finanzminister Fritz Schäffer die hohen Soziallasten und die Unterhaltskosten für die Besatzungsmächte als entscheidende Faktoren für die Entstehung des Haushaltsdefizits.

6.6.1950, Dienstag

Der Landtag in Düsseldorf nimmt mit den Stimmen von CDU und Zentrum die Verfassung für Nordrhein-Westfalen an. Das Gesetzeswerk muss nun noch in einer Volksabstimmung gebilligt werden.

Die DDR erkennt die Oder-Neiße-Linie als deutsche Ostgrenze an. Ein entsprechendes Abkommen mit Polen soll bald unterzeichnet werden.

Die japanische Regierung untersagt den Mitgliedern des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei jegliche politische Arbeit. Die Maßnahme bedeutet ein faktisches Verbot der KP.

In einer Rede anlässlich seines 75. Geburtstages spricht sich der Schriftsteller Thomas Mann in Zürich für einen “humanistischen Kommunismus” aus. Er erklärt, dass “jeder vernünftige Mensch gemäßigter Sozialist” sein solle. Mann fordert außerdem die USA dazu auf, die Initiative zu einer “universellen Friedenskonferenz” zu ergreifen, deren Aufgabe es sein müsse, durch weitreichende Hilfe die Not von Millionen unschuldiger Menschen zu lindern.

7.6.1950, Mittwoch

Die alliierten Hochkommissare erteilen den Regierungen des Bundes und der Länder das Recht, internationale Verhandlungen zu führen und Verträge abzuschließen.

In Berlin (West) endet die Automobilausstellung am Funkturm (seit 27.5.), die wegen des großen Publikumsandrangs um drei Tage verlängert worden ist.

Die Bauernverbände der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs vereinbaren eine engere Zusammenarbeit.

In der DDR müssen alle Mitglieder und Kandidaten der SED vom 1. November an einen neunmonatigen Abendkurs absolvieren, in dem sie im Marxismus-Leninismus geschult werden sollen, um – wie es heißt – gegen ideologische Angriffe der anglo-US-amerikanischen Kriegshetzer gewappnet zu sein.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Trygve Lie, veröffentlicht ein Zehn-Punkte-Programm, das zur Reaktivierung der UNO beitragen soll.

Der US-amerikanische Senat bewilligt 10 000 US-Dollar (42 000 DM) für eine Untersuchung über Homosexuelle in Regierungsdiensten. Anlass für die Nachforschungen ist die Behauptung von Senator Joseph McCarthy, einzelne Angestellte des Außenministeriums seien Kommunisten und “sexuell pervers”.

8.6.1950, Donnerstag

Der Vertreter der sowjetischen Kontrollkommission in Berlin, Generalmajor Alexander G. Kotikow, wird von seinem Amt abberufen und durch einen zivilen Kommissar, Sergei A. Dengin ersetzt. Auch in Brandenburg, Sachsen und Thüringen werden Zivilisten in die Kontrollkommissionen berufen. Die Sowjetunion kündigt zugleich an, sie werde ihr ziviles Kontrollpersonal in der DDR um 20% bis 25% verringern.

In einer Denkschrift fordern Wissenschaftler des Frankfurter Instituts für Sexualforschung eine Revision des Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches, der homosexuelle Handlungen unter Männern mit Strafen bedroht, weil er in zwei Punkten gegen das Grundgesetz verstoße.

9.6.1950, Freitag

Zur Anerkennung der Oder-Neiße-Linie durch die DDR erklärt die Bundesregierung alle Verträge über eine endgültige Grenzziehung zwischen Deutschland und Polen vor der Regelung durch einen Friedensvertrag für null und nichtig. Die Bonner Regierung als Sprecherin des gesamten deutschen Volkes werde die Abtrennung der ehemaligen deutschen Ostgebiete niemals anerkennen.

10.6.1950, Samstag

In einer außenpolitischen Rede beschuldigt US-Präsident Harry S. Truman die Sowjetunion des Imperialismus.

Herbert Blankenhorn wird zum Leiter der Dienststelle für auswärtige Angelegenheiten im Bundeskanzleramt ernannt.

In der Berliner Waldbühne wird das mit 22 000 Plätzen weltweit größte Freilichtkino eröffnet.

11.6.1950, Sonntag

Die Verwaltung des US-amerikanischen Wiederaufbauprogramms für Europa (Marshallplan) stellt in einem Bericht fest, dass die Industrieproduktion in Westeuropa im ersten Vierteljahr 1950 um 24% über dem Vorkriegsstand gelegen habe. In der Bundesrepublik Deutschland wurde die industrielle Produktion von 1949 um 17% überschritten.

Der Nordwestdeutsche Rundfunk beginnt in Hamburg mit Probesendungen für ein Fernsehprogramm.

Vor 300 000 Zuschauern beim Eifelrennen auf dem Nürburgring siegt der Münchner Georg Meier in der Klasse der Motorräder bis 500 ccm. Bei den Rennwagen der Formel II liegt Kurt Rieß am Ende vor dem hohen Favoriten Toni Ulmen.

12.6.1950, Montag

Papst Pius XII. empfängt den im Exil lebenden belgischen König Leopold III., dessen mögliche Rückkehr in seine Heimat zu starken innenpolitischen Spannungen geführt hat, zu einer Privataudienz im Vatikan.

In Rastatt werden der ehemalige Kommandant und der Arbeitseinsatzleiter des Konzentrationslagers Ravensbrück hingerichtet.

Das Exekutivkomitee der britischen Labour Partei veröffentlicht einen Gegenentwurf zum Schumanplan. Die Regierungspartei befürwortet einen Zusammenschluss der europäischen Montanindustrien nur dann, wenn diese verstaatlicht und wenn die Gewerkschaften gleichberechtigt an allen Entscheidungen beteiligt werden.

13.6.1950, Dienstag

Sir Harold A. Caccia wird zum britischen Hochkommissar in Österreich ernannt.

Das Parlament der Südafrikanischen Union stimmt einem Gesetz zur Errichtung getrennter Siedlungsgebiete für die verschiedenen ethnischen Gruppen des Landes zu.

Als erster Ausländer gewinnt der Schweizer Radrennfahrer Hugo Koblet den 33. Giro d’Italia.

14.6.1950, Mittwoch

Der niederländische Außenminister Dirk U. Stikker veröffentlicht Ergänzungsvorschläge zum Schumanplan über die Schaffung einer westeuropäischen Montanunion. Sie sehen Maßnahmen zum Abbau von Handelshindernissen sowie Schritte zur Reorganisation der gesamten Industrie vor.

15.6.1950, Donnerstag

Der Bundestag in Bonn stimmt dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zum Europarat zu.

Der finnische Ministerpräsident Urho Kekkonen beendet einen einwöchigen Besuch in der Sowjetunion, in dessen Verlauf u.a. zwei Handelsverträge abgeschlossen wurden.

Die alliierte Hochkommission zieht ihren Einspruch gegen die Neuordnung der Treibstoffpreise in der Bundesrepublik Deutschland zurück. Das Gesetz legt Höchstpreise von 0,55 DM je l Benzin, 0,35 DM je l Petroleum und 0,38 DM je l Diesel fest.

16.6.1950, Freitag

Hans Schlange-Schöningen übernimmt die Leitung des westdeutschen Generalkonsulats in London, der ersten Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland.

Die DDR beschuldigt die US-amerikanischen Besatzungsbehörden in der Bundesrepublik Deutschland, über ihrem Gebiet aus Flugzeugen Kartoffelkäfer abgeworfen zu haben, um die Landwirtschaft zu schädigen.

Die Vereinigten Staaten wollen noch einmal 210 000 Displaced Persons, während des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen und ihren Verbündeten verschleppte Menschen, aufnehmen, von denen viele jetzt noch in Lagern in verschiedenen europäischen Ländern leben. Das sind doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Dies bestimmt ein Gesetz, das US-Präsident Harry S. Truman in Washington unterzeichnet.

Auf einer Tagung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas gibt der Ministerpräsident der Volksrepublik China, Mao Zedong, das Regierungsprogramm für die kommenden Jahre bekannt. Geplant sind u.a. eine umfassende Bodenreform und weitere Verstaatlichungen von Wirtschaftsbetrieben. Mao kündigt außerdem eine Demobilisierung der Armee an, diese müsse jedoch stark genug bleiben, “um die Befreiung Taiwans und Tibets” zu gewährleisten.

17.6.1950, Samstag

Die Rationierung und Preiskontrolle für Brot wird in Spanien aufgehoben. Sie galt seit Beginn des Bürgerkriegs 1936.

In der Bundesrepublik Deutschland kommen die ersten Taschenbücher, herausgegeben vom Hamburger Rowohlt-Verlag, auf den Markt.

18.6.1950, Sonntag

Bei Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen wird die CDU mit 36,9% der abgegebenen Stimmen erneut stärkste Partei.

Der 1869 erbaute Turm von Berlins höchster Kirche, der evangelischen St.-Georgen-Kirche am Alexanderplatz wird gesprengt. Die Ostberliner Behörden begründen die Maßnahme mit drohender Einsturzgefahr; andere Sachverständige sind dagegen der Ansicht, dass der Turm die nächsten 500 Jahre überdauert hätte.

Der Hungerkünstler Willy Schmitz beendet eine 53-tägige Fastenzeit, in der er nur von Mineralwasser und Zigaretten gelebt hat. Nach seinen Angaben ist dies ein Weltrekord im Hungern.

19.6.1950, Montag

Der Gründer und Vorsitzende der rechtsextremen Vaterländischen Union, Karl Feitenhansl, wird verhaftet, weil er sich trotz eines von der Hauptspruchkammer München verhängten Verbots politisch betätigt hat. Er wird vier Tage später wieder entlassen, muss allerdings verschiedene Auflagen erfüllen.

20.6.1950, Dienstag

In Paris beginnt die erste Konferenz über die Verwirklichung einer europäischen Montanunion. An den Beratungen nehmen Frankreich, Italien, Luxemburg, Belgien, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland teil.

Das Parlament der Südafrikanischen Union beschließt das Verbot der Kommunistischen Partei.

In Frankreich werden zwei hohe Generäle in den Ruhestand versetzt, durch deren Verschulden ein wichtiger Geheimbericht über die Lage in der ehemaligen französischen Kolonie Indochina in die Hände der Unabhängigkeitsbewegung Vietminh gekommen sein soll. Damit endet eine innenpolitische Affäre, die das Land seit Jahresbeginn beschäftigt hat.

21.6.1950, Mittwoch

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Günther Gereke (CDU) tritt zurück, nachdem ihm Partei und Fraktion das Vertrauen entzogen haben. Gereke hat mit dem stellvertretenden DDR-Ministerpräsidenten Walter Ulbricht Gespräche über einen innerdeutschen Warenaustausch geführt und damit gegen die offizielle Bonner Regierungslinie verstoßen.

Die alliierte Hochkommission erlässt Richtlinien für die Polizeiausbildung und die Verwendung der Polizei in den Bundesländern. Gleichzeitig erhalten die Länder die Genehmigung, zentrale Polizeischulen zu errichten.

22.6.1950, Donnerstag

Bundesbauminister Eberhard Wildermuth (FDP) gibt vor dem Bundestag bekannt, dass die Regierung die für den Wohnungsbau vorgesehenen 2,7 Mrd. DM in diesem Jahr auf 3 Mrd. DM aufstocken will. Dadurch sollen über die geplanten 250 000 Wohnungen hinaus weitere 50 000 entstehen.

Volkspolizisten erschießen an der deutsch-deutschen Grenze bei Wiedigshof einen DDR-Bürger, der versucht hat, illegal die Grenze zu überschreiten.

Der Bremer Autobauer Borgward bringt den Kleinwagen Lloyd 300, den “Leukoplastbomber”, auf den Markt.

23.6.1950, Freitag

Das Schweizer Parlament in Bern lehnt mit großer Mehrheit den Antrag eines konservativen Abgeordneten ab, Frauen das Wahlrecht zuzugestehen.

Bundespräsident Theodor Heuss stiftet eine Auszeichnung in Form eines silbernen Lorbeerblattes, die künftig als Ehrung für Sieger in Wettkämpfen auf sportlichem und kulturellem Gebiet verliehen wird. Erster Preisträger soll der Deutsche Fußballmeister 1950 werden.

24.6.1950, Samstag

Der neue britische Hochkommissar in Deutschland, Sir Ivone Kirkpatrick, trifft auf dem Flughafen Köln-Wahn ein. Sein Vorgänger Sir Brian Robertson ist zuvor mit militärischen Ehren verabschiedet worden.

Die französische Regierung unter Ministerpräsident Georges Bidault tritt zurück, nachdem ihr das Parlament wegen Unstimmigkeiten in der Frage der Beamtenbesoldung das Vertrauen entzogen hat. Bidault amtierte seit dem 28. Oktober 1949 und kann auf die längste Regierungszeit eines französischen Ministerpräsidenten seit 1945 zurückblicken. Am 30. Juni ernennt Staatspräsident Vincent Auriol den Radikalsozialisten Henri Queille zum Regierungschef.

25.6.1950, Sonntag

Mit dem Überfall nordkoreanischer Truppen auf den Südteil des Landes beginnt der Koreakrieg.

Die Kieler Woche wird beendet. Seit dem 18. Juni haben in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt zahlreiche Segelwettbewerbe, aber auch viele politische und kulturelle Veranstaltungen stattgefunden.

Der Springreiter Fritz Thiedemann auf Loretto gewinnt in Hamburg das Deutsche Springderby.

Mit einem Festakt im Gürzenich beginnt die 1900-Jahr-Feier der Stadt Köln. In einer Festansprache hebt Bundespräsident Theodor Heuss besonders die europäische Bedeutung der Domstadt am Rhein hervor.

In Neuwied schließen sich sechs rechtsgerichtete Parteien zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen.

Durch ein 2:1 über Kickers Offenbach wird der VfB Stuttgart im Berliner Olympiastadion Deutscher Fußballmeister 1950.

26.6.1950, Montag

Eine Delegation der DDR-Regierung unter Leitung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Walter Ulbricht beendet eine mehrwöchige Reise durch die Ostblockstaaten. In ihrem Verlauf wurden mehrere Abkommen über Grenzfragen sowie die Behandlung von deutschen Minderheiten geschlossen.

27.6.1950, Dienstag

Der UN-Sicherheitsrat empfiehlt den Mitgliedern der Vereinten Nationen, Südkorea gegen den Angriff nordkoreanischer Truppen in jeder denkbaren Weise zu unterstützen.

US-Präsident Harry S. Truman gibt der in Südostasien stationierten 7. US-Flotte den Befehl, jeden Angriff auf Taiwan abzuwehren.

Bei der Explosion eines Treibstofflagers in der westsyrischen Stadt Homs kommen 60 Menschen ums Leben, weitere 300 werden verletzt. Das Unglück ereignet sich, als die Feuerwehr einen Brand in dem Lager zu löschen versucht.

28.6.1950, Mittwoch

Makarios II., Führer der griechisch-orthodoxen Kirche auf Zypern, stirbt im Alter von 81 Jahren. Sein Nachfolger ist der Bischof von Kition, Makarios III.

Heinz Krekeler tritt sein Amt als Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in New York an.

Die britische Regierung beschließt, die in japanischen Gewässern stationierten Flotteneinheiten zur Unterstützung Südkoreas abzustellen.

29.6.1950, Donnerstag

Der Franzose Jean Payard wird zum Hochkommissar seines Landes in Österreich ernannt.

Das Budget von Berlin (West) für 1950 sieht Ausgaben in Höhe von fast 1,6 Mrd. DM vor, von denen 655 Mio. DM nicht gedeckt sind. Dieses Defizit soll voraussichtlich mit Bundeshilfe ausgeglichen werden.

In Berlin (West) endet ein viertägiger Internationaler Kongress für kulturelle Freiheit mit einer Reihe prominenter Teilnehmer.

30.6.1950, Freitag

Der Bundesrat billigt einstimmig die Neufassung des Gesetzes über die Aufnahme von Flüchtlingen aus der DDR, nachdem er gegen die erste, vom Bundestag verabschiedete Fassung sein Veto eingelegt hatte.

Papst Pius XII. erlässt Interpretationsregeln zu seinem Exkommunizierungsdekret für Kommunisten von 1949. Es sollen nun auch alle diejenigen Personen exkommuniziert werden, welche die Autorität der römisch-katholischen Kirche untergraben oder hohe kirchliche Stellungen ohne Zustimmung des Vatikan annehmen.

In der Volksrepublik China tritt ein Bodenreformgesetz in Kraft, durch das alle Großgrundbesitzer enteignet und der Boden teils an landlose Bauern verteilt, teils Genossenschaften übertragen werden.

Der US-Senat bewilligt wie zuvor das Repräsentantenhaus das Rüstungshilfsprogramm für 1950/51 in Höhe von 1,2 Mrd. US-Dollar (rund 5 Mrd. DM). Davon erhalten die Mitglieder des Nordatlantikpakts 1 Mrd. Dollar, der Rest geht an asiatische Staaten.

In einem Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika wird die wirtschaftliche Lage auf dem Kontinent als schlecht beurteilt.