Was geschah im Juni 1961

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1.6.1961, Donnerstag

Der Primas von Polen, Stefan Kardinal Wyszynski, greift in seiner Fronleichnamspredigt die kommunistische Regierung seines Landes an.

Der dominikanische Staatspräsident Joaquin Balaguer ernennt Rafael Leonidas Trujillo, den Sohn des am 30. Mai ermordeten Diktators Rafael Leonidas Trujillo y Molina, zum neuen Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

In Mailand übertrifft der italienische Speerwerfer Carlo Lievore mit 86,74 m den Weltrekord des US-Amerikaners Al Cantello aus dem Jahr 1959 um 70 cm.

2.6.1961, Freitag

Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz werden von schweren Unwettern heimgesucht. In Niedersachsen, insbesondere in den Kreisen Göttingen und Duderstadt, werden die schlimmsten Hochwasserkatastrophen seit 100 Jahren verzeichnet. Die Leine hat einen Wasserstand von 2,65 m (bei einem Normalstand von 1,10 m).

3.6.1961, Samstag

Bundespräsident Heinrich Lübke legt in Recklinghausen den Grundstein für das neue Haus der Ruhrfestspiele.

Der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy und der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita Chruschtschow treffen in Wien zu einem Meinungsaustausch über Abrüstungsfragen und das Berlin-Problem zusammen.

4.6.1961, Sonntag

Der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow überreicht US-Präsident John F. Kennedy ein Memorandum zur Deutschlandpolitik. In diesem Memorandum schlägt Chruschtschow die Umwandlung von Berlin (West) in eine entmilitarisierte und neutrale Stadt vor und fordert den Abschluss eines Friedensvertrages. Das Memorandum wird erst am 11. Juni veröffentlicht.

Ein Kriegsgericht in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul spricht die ersten Todesurteile nach der Machtübernahme des Militärs in Südkorea aus. In einer nur dreistündigen Verhandlung werden drei Männer zum Tode, ein vierter zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. 1385 Staatsbeamte und Offiziere werden wegen “ehrenrührigen Verhaltens” fristlos entlassen.

Mehr als zwei Millionen Campingreisende sind im vorigen Jahr nach einer Mitteilung des Deutschen Camping-Clubs auf 596 Zeltplätzen in der Bundesrepublik gezählt worden. Etwa 800 000 Besucher kamen aus dem Ausland.

Nach Abschluss der Fußballsaison 1960/61 wird Austria Wien mit sieben Punkten Vorsprung vor Vienna Wien Österreichischer Fußballmeister.

5.6.1961, Montag

Die dominikanische Polizei entdeckt den früheren General Juan Tomás Diaz, der für das Attentat auf Rafael Leonidas Trujillo verantwortlich gemacht wird, zusammen mit einem weiteren Verschwörer in Ciudad Trujillo (Santo Domingo) und erschießt ihn.

6.6.1961, Dienstag

Durch Staatsvertrag der Länder der Bundesrepublik Deutschland wird das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) als gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Mainz gegründet.

In der Bundesrepublik wird zum zweiten Mal eine Volkszählung durchgeführt.

7.6.1961, Mittwoch

Nach dem Abschluss der Wiener Konferenz zwischen US-Präsident John F. Kennedy und dem sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow (am 4. Juni) setzt sich SED-Sekretär Walter Ulbricht für ein Gespräch zwischen der Bundesrepublik und der DDR ein. Auf einem Parteiempfang in Berlin (Ost) betont Ulbricht, dass es für die Lösung der deutschen Frage nur den Weg der “militärischen Neutralisierung ganz Deutschlands” gebe.

Der Weinbauminister von Rheinland-Pfalz, Oskar Stübinger, schlägt vor, die Verpflegungsration der Bundeswehrsoldaten um 0,25 Liter Wein pro Tag zu bereichern. Der Vorschlag wird am 14. Juni von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß abgelehnt.

Vom 1. August 1961 bis zum 31. Januar 1962 brauchen in der Bundesrepublik keine Beiträge mehr zur Arbeitslosenversicherung gezahlt zu werden, beschließt das Kabinett in Bonn.

Vertreter der deutschen und der griechischen Arbeitsverwaltung kommen in Nürnberg überein, dass mehr griechische Arbeitskräfte in die Bundesrepublik vermittelt und hier besser betreut werden sollen. In Frankfurt am Main, München, Stuttgart und Köln sollen Auskunftsbüros für die 40 000 griechischen Arbeitnehmer eingerichtet werden.

8.6.1961, Donnerstag

Angesichts des neuerlichen Bruchs der Waffenruhe durch die Pathet-Lao in Laos und des sowjetischen Zögerns, sich an Friedensregelungen zu beteiligen, erklären die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich, dass sie vorerst nicht mehr an der Genfer Laos-Konferenz teilnehmen werden.

In Anwesenheit der britischen Königsfamilie heiratet Prinz Edward George, Herzog von Kent, Catherine Worsley in der mittelalterlichen Kathedrale von York.

9.6.1961, Freitag

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York fordert Portugal mit neun gegen null Stimmen bei zwei Enthaltungen auf, die Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Bevölkerung der portugiesischen Kolonie Angola in Westafrika so schnell wie möglich einzustellen. Frankreich und Großbritannien enthalten sich der Stimme.

10.6.1961, Samstag

Das Fußball-Länderspiel Ungarn gegen Österreich endet in Budapest 1:2.

Dem sowjetischen Geiger David Oistrach wird von der Zürcher Fremdenpolizei die Erlaubnis zum Auftreten in der Zürcher Tonhalle verweigert.

Die südafrikanische Regierung legt dem Parlament einen Gesetzentwurf vor, der die Abschaffung der Prohibition für die 12,7 Millionen umfassende farbige Bevölkerung zum Ziel hat. Danach wird es voraussichtlich ab Juli neben Mischlingen und Indern auch allen über 18 Jahre alten Bantus in Südafrika gestattet sein, alkoholische Getränke aller Art zu kaufen.

Rund 2300 Briten werden aus Anlass der offiziellen Feier des Geburtstages der britischen Königin Elisabeth II. mit Orden und Titeln ausgezeichnet. Außerdem wird Prinz Philipp, Herzog von Edinburgh, an diesem Tag 40 Jahre alt.

11.6.1961, Sonntag

In Mailand finden Geheimverhandlungen zwischen Vertretern der kongolesischen Provinz Katanga und der Zentralregierung statt. Es wird eine Einigung über die Freilassung des Präsidenten von Katanga, Moise Tschombé erzielt, der wegen des Todes von Patrice Lumumba, des Ex-Ministerpräsidenten inhaftiert worden war.

Das Deutschland-Memorandum des sowjetischen Regierungschefs Nikita Chruschtschow vom 4. Juni wird veröffentlicht. Bundeskanzler Konrad Adenauer lehnt eine Entmilitarisierung Berlins, wie sie Chruschtschow vorschlägt, ab. Auch die drei Westmächte zeigen eine ablehnende Haltung.

In der Nacht kommt es zu einer Serie von Sabotageakten in Südtirol. 19 Telefon- und Hochspannungsmasten werden gesprengt.

Nach anhaltenden Regenfällen wird in der DDR für die Kreise Gotha, Sondershausen und Weimar in Thüringen sowie die Bezirke Karl-Marx-Stadt und Zwickau in Sachsen Hochwasseralarm gegeben. Das kürzlich in Betrieb genommene Rückstaubecken bei Straußfurt, das bis zu 20 Millionen m Wasser stauen kann, ist bis zum Rand gefüllt.

In Mailand geht nach drei Wochen der Giro d’Italia mit einem Sieg des Italieners Armaldo Pambianco zu Ende. Hans Junkermann (Köln) belegt den sechsten Platz. Das Radrennen hatte am 20. Mai begonnen.

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnt das Team Olivier Gendebien (Belgien) und Phil Hill (USA) auf Ferrari. Sie erreichten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 186,5 km/h.

12.6.1961, Montag

Wegen des Mangels an Ausbildungsmöglichkeiten für Medizinstudenten empfiehlt der Wissenschaftsrat die Gründung von sieben neuen medizinischen Akademien in der Bundesrepublik. Die bestehenden medizinischen Fakultäten sollen ausgebaut werden.

Zum ersten Mal steigt die Zahl der Studenten an der Freien Universität Berlin im Sommersemester 1961 auf über 13 000. Die Technische Universität weist für das Sommersemester 1961 rund 8500 Studenten aus. Zusammen mit den Studierenden der Hochschule für Bildende Kunst, der Pädagogischen und der Kirchlichen Hochschule gibt es in Berlin (West) insgesamt rund 25 000 Studenten.

Die internationale Laos-Konferenz in Genf wird wieder einberufen. Auch die Führer der drei streitenden laotischen Parteien wollen am 18. Juni in Zürich zusammenkommen.

13.6.1961, Dienstag

70 Experten für Guerilla- und Dschungelkrieg aus den Vereinigten Staaten treffen in der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon ein. Sie sollen die Streitkräfte des Präsidenten Ngô Dinh Diêm im Kampf gegen die oppositionellen Vietcong-Verbände unterstützen.

Der chinesische Ministerpräsident Chou En-Lai richtet auf seinem Empfang zu Ehren einer nordvietnamesischen Regierungsdelegation heftige Angriffe gegen den “amerikanischen Imperialismus in Südostasien”.

Der österreichische Ministerrat lehnt die am 31. Mai von Otto Habsburg-Lothringen, dem Sohn des letzten österreichischen Kaisers, geleistete Loyalitätserklärung ab.

Wegen der Terroranschläge in Algerien werden die Verhandlungen in Evian über die Zukunft Algeriens auf unbestimmte Zeit unterbrochen.

Ein Zusammenstoß zweier Vorortzüge bei Esslingen-Mettingen nahe Stuttgart fordert 35 Tote und 36 Schwerverletzte.

In Anwesenheit der britischen Königin Elisabeth II. und ihrer Schwester, Prinzessin Margaret, wird die Rennsaison in Ascot eröffnet.

14.6.1961, Mittwoch

Der britische Verteidigungsminister Harold Watkinson lässt die Vorräte der britischen Truppen in Berlin für den Fall überprüfen, dass es zu einer Krise kommen sollte. Watkinson versichert außerdem erneut, dass die Truppen in Berlin bleiben, solange ihre Anwesenheit nötig sei.

Vor der Strafkammer des Münchner Landgerichts beginnt der Prozess gegen den Arzt Josef Issels, den Leiter der Ringberg-Klinik in Rottach-Egern. Josef Issels wird die fahrlässige Tötung von vier an Krebs erkrankten Patienten vorgeworfen.

15.6.1961, Donnerstag

Auf einer internationalen Pressekonferenz in Berlin (Ost) verlangt der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht die Neutralisierung von Berlin (West). Die Frage, ob der Bau einer Mauer in Berlin geplant sei, verneint er.

Eine ungewöhnlich hohe Dividende von 50% werden die Ford-Werke AG in Köln in diesem Jahr ausschütten. Der Betrag erklärt sich aus der Tatsache, dass der Ford-Konzern steuerliche Vorteile so weit wie möglich ausgenutzt hat. Nur 1% des Aktienkapitals der deutschen Ford-Werke ist im Besitz freier Aktionäre.

16.6.1961, Freitag

Das Steueränderungsgesetz zur Entlastung der Steuerzahler wird nach Anrufung des Vermittlungsausschusses durch den Bundesrat in Bonn endgültig verabschiedet.

Der sowjetische Ballettänzer Rudolf Nurejew, der in Paris gastiert, bittet auf dem Flughafen Le Bourget um politisches Asyl.

In München wird im Deutschen Theater das Musical “West Side Story” des US-amerikanischen Komponisten Leonard Bernstein in der Bundesrepublik Deutschland erstaufgeführt.

17.6.1961, Samstag

In Kahl am Main nimmt der erste Leistungskernreaktor der Bundesrepublik den Betrieb auf.

Bei der Entgleisung des Schnellzugs von Paris nach Straßburg kommen bei Ventry-le-François 24 Menschen ums Leben, 109 werden verletzt.

18.6.1961, Sonntag

Mit einem Vorsprung von zehn Punkten wird Servette Genf vor Young Boys Bern Schweizer Fußballmeister 1961.

19.6.1961, Montag

Kuwait wird ein von Großbritannien unabhängiges Emirat. Staatsoberhaupt wird Abdallah As Salim As Sabah.

Die Lage im italienischen Südtirol hat sich weiter zugespitzt. In mehreren Orten kommt es zu Schießereien italienischer Wachtposten. Zwei junge Südtiroler werden dabei getötet.

20.6.1961, Dienstag

Bundespräsident Heinrich Lübke hält sich bis zum 23. Juni in Frankreich zu einem Staatsbesuch auf. Es ist der erste Staatsbesuch Lübkes im Ausland und zugleich der erste Besuch eines Staatsoberhaupts der Bundesrepublik in Frankreich.

Vier Millionen DM Sachschaden verursacht ein Großbrand, der eine Schuhfabrik in Sudheim bei Northeim fast völlig zerstört. Die Hauptproduktionsstätten und das Lager der Firma brennen aus. Lediglich die in einem eigenen Gebäude untergebrachte Stepperei bleibt erhalten.

21.6.1961, Mittwoch

Der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow kündigt für Ende 1961 den Abschluss eines Separatfriedens mit der DDR an.

Die Südtiroler Volkspartei distanziert sich von den Terroranschlägen in Italien.

22.6.1961, Donnerstag

Der Ministerpräsident der kongolesischen Provinz Katanga, Moise Tschombé, wird von der Zentralregierung des Kongo (Zaire) nach zweimonatiger Haft freigelassen.

Die drei Führer der laotischen Parteien einigen sich auf ihrer Gipfelkonferenz in Zürich über die Bildung einer “Regierung der nationalen Einheit” in Laos.

23.6.1961, Freitag

Die Nationalversammlung der Vereinigten Arabischen Republik (VAR) billigt die Umwandlung der Al-Azhar-Moschee in Kairo in eine moderne Universität.

In der Berliner Kongresshalle eröffnet der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt die XI. Internationalen Berliner Filmfestspiele. An den Festspielen, die bis zum 4. Juli dauern, beteiligen sich 47 Länder.

24.6.1961, Samstag

Der 1. FC Nürnberg wird mit einem 3:0-Sieg gegen Borussia Dortmund Deutscher Fußballmeister.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst teilt mit, dass im Ausland das Interesse an der deutschen Sprache wächst. Das Goethe-Institut, das sich der Pflege der deutschen Sprache und Kultur im Ausland widmet, bietet zur Zeit mehr als 35 000 eingeschriebenen Hörern in der ganzen Welt die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu lernen.

Die Bundesregierung stellt für die nächsten fünf Jahre rund 225 Millionen DM für einen großzügigen Ausbau der Untergrundbahn in Berlin (West) bereit. Dadurch kann das schon geplante fünfte U-Bahn-Projekt der Nachkriegszeit – eine Verbindungslinie zwischen dem Bezirk Tempelhof und dem neuen großen Verwaltungszentrum am Fehrbelliner Platz – in Angriff genommen werden.

25.6.1961, Sonntag

In Zürich scheitern die am Vortag begonnenen Verhandlungen zwischen dem österreichischen Außenminister Bruno Kreisky und seinem italienischen Amtskollegen Antonio Segni über die Südtirol-Frage.

Die Bauernunruhen in der Bretagne und Nordfrankreich greifen in größerem Umfang auch auf Südfrankreich über. Die Bewegung bedroht durch Ausmaß und Heftigkeit die Autorität des französischen Staates.

Gegen den Widerstand von Großbritannien und Jordanien beansprucht Irak die Eingliederung des Emirates Kuwait, das am 19. Juni seine Unabhängigkeit von Großbritannien erlangt hat.

Sechs Todesopfer hat in der Nacht zum Sonntag eine Schiffskollision auf dem Rhein bei Königswinter gefordert.

Die erste Hitzewelle in diesem Jahr löst am Wochenende eine Serie von Badeunfällen aus, bei denen insgesamt 30 Menschen ums Leben kommen. Allein in Bayern ertrinken sieben Personen beim Baden.

26.6.1961, Montag

In den meisten osteuropäischen Staaten herrscht Mangel an Lebensmitteln, vor allem an Fleisch. Versorgungsmängel gibt es vor allem in der DDR, in Polen, der Tschechoslowakei und Bulgarien.

Luftpost nach New York braucht bis zu ihrem Ziel nicht länger als Briefe innerhalb der Bundesrepublik. Sendungen, die bis 12.30 Uhr bei der Luftpostleitstelle des Flughafens Köln-Bonn eingeliefert werden, treffen noch am gleichen Nachmittag in New York ein und werden spätestens am nächsten Tag zugestellt. Diese Schnelligkeit wird allerdings durch die Zeitverschiebung zwischen den USA und der Bundesrepublik Deutschland begünstigt.

27.6.1961, Dienstag

Der Weltraum-Ausschuss des US-Senats in Washington billigt die von Präsident John F. Kennedy geforderte Summe von 1,7 Milliarden US-Dollar (über sieben Milliarden DM) für die amerikanische Weltraumforschung im nächsten Finanzjahr. Die Summe ist um 400 Millionen US-Dollar (1,6 Milliarden DM) höher als ein zuvor vom Repräsentantenhaus bewilligter Betrag.

Der Scheich von Kuwait, Abdallah As Salim As Sabah, verhängt über das Land den Ausnahmezustand und lässt die 6000 Mann starke Armee an der Grenze zum Irak Verteidigungsstellung beziehen. Falls Irak seine Annexionspolitik gegenüber Kuwait nicht aufgibt, ist Großbritannien zu einem militärischen Eingreifen entschlossen.

28.6.1961, Mittwoch

Gegen die Stimmen von SPD und FDP verabschiedet der Bundestag das Familienrechts-Änderungsgesetz mit dem die Scheidung erschwert wird.

Nach der Beratung im Vermittlungsausschuss verabschiedet der deutsche Bundestag einstimmig das Gesetz zur Verbesserung der wirtschaftlichen Sicherung der Arbeitnehmer im Krankheitsfall.

500 Millionen DM will die Bundesrepublik der Vereinigten Arabischen Republik für den Bau eines Staudammes am Euphrat zu günstigen Bedingungen zur Verfügung stellen.

Portugal stationiert 40 000 Mann seiner Streitkräfte in den Überseeprovinzen, davon den größten Teil in Angola.

Waldbrände im kanadischen Winnipeg vernichten über 25 000 Morgen Wald. Einheiten der kanadischen Armee unterstützen die Feuerwehr im Kampf gegen die Flammen.

29.6.1961, Donnerstag

Die Arbeitsämter in der Bundesrepublik werden künftig aus Steuergeldern monatlich 25 DM Kindergeld für jedes zweite Kind auszahlen, wenn das Jahreseinkommen der Eltern eine Summe von 7200 DM nicht übersteigt.

30.6.1961, Freitag

Eine Verordnung über die Sonntagsarbeit in der Eisen- und Stahlindustrie wird vom deutschen Bundesrat mit Mehrheit gebilligt.

Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier (CDU) gibt vor dem deutschen Bundestag eine Erklärung im Namen des ganzen Hauses über die Deutschland-Frage ab.

Die Wirtschaft der Bundesrepublik erzielte im ersten Halbjahr 1961 einen Ausfuhrüberschuss von 3,6 Milliarden DM, gegenüber 2,2 Milliarden DM im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Der Ausfuhrüberschuss stieg demnach trotz der Aufwertung der DM am 6. März.