Was geschah im Juni 1968

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1.6.1968, Samstag

Vor 80 000 Zuschauern gewinnt in Hannover die bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft ein Länderspiel gegen Weltmeister England 1:0.

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Hans Jürgen Wischnewski, übernimmt den neugeschaffenen Posten eines Bundesgeschäftsführers der SPD. Er soll die Parteiarbeit straffen und außerdem die Wahlkampfführung der SPD verbessern.

2.6.1968, Sonntag

Auf dem Pfingstkongress des Verbandes Deutscher Studentenschaften (VDS) in Frankfurt am Main kritisiert der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas die Politik des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS).

Demonstranten erinnern in Berlin (West), Frankfurt am Main und München an den Studenten Benno Ohnesorg, der vor genau einem Jahr bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien, Mohammed Resa Pahlawi, von einem Polizisten erschossen wurde.

Auf dem Olympia-Gelände in Berlin (West) findet mit 70 000 Teilnehmern aus allen Teilen der Bundesrepublik das Deutsche Turnfest statt.

Ein US-amerikanischer Düsenbomber vom Typ “Phantom F 4” stürzt wenige Meter neben dem Institut für Nuklearphysik der Universität Kyushu in Japan ab. Bei Zerstörung des Institutes wäre soviel Radioaktivität freigeworden wie beim Abwurf einer kleinen Atombombe.

In Quito (Ecuador) wird José Maria Velazco Ibarra zum fünften Mal zum Präsidenten gewählt. Er regiert – wie schon viermal zuvor – ohne festes Programm. Dreimal wurde er durch Revolutionen und Staatsstreiche gestürzt.

Die römische Polizei räumt die Universität der italienischen Hauptstadt, in der sich seit dem 31. Mai linksgerichtete Studenten verbarrikadiert hatten.

3.6.1968, Montag

Die griechische Regierung in Athen verbietet Miniröcke und Beatles-Frisuren an den Schulen, weil sie unanständig seien. Langmähnigen Schülern soll zur Strafe der Kopf kahlgeschoren werden.

Der US-amerikanische Pop-art-Künstler Andy Warhol wird bei einem Mordanschlag in New York durch die Schauspielerin Valerie Solanas lebensgefährlich verletzt.

Der elf Jahre alte niederländische Sänger Heintje wird mit seiner ersten Langspielplatte die Nummer eins der “Spiegel”-Bestsellerliste für Langspielplatten im Bereich Unterhaltungsmusik.

4.6.1968, Dienstag

Französische Soldaten besetzen die Sendeanlagen der staatlichen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft ORTF, nachdem die Techniker die Arbeit niedergelegt haben.

Nach Angaben des Oberkommandos der US-Streitkräfte in Vietnam sind von Februar bis April 1968 im Monat durchschnittlich 9000 südvietnamesische Soldaten zu den Vietcong übergelaufen.

5.6.1968, Mittwoch

In Los Angeles wird US-Senator Robert F. Kennedy durch Revolverschüsse schwer verletzt. Der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur stirbt am 6. Juni.

Gegen die Unterdrückung freier Gewerkschaften in Griechenland richtet sich ein eintägiger Boykott von Hafenarbeitern in aller Welt, die griechische Schiffe weder beladen noch ihre Ladung löschen.

6.6.1968, Donnerstag

Zum ersten Mal seit Wochen verkehren in Frankreich wieder Eisenbahnzüge, Autobusse und U-Bahnen.

Ein Berliner Gericht verurteilt Peter Brandt, den Sohn des Bundesaußenministers Willy Brandt (SPD), zu zwei Wochen Dauerarrest wegen Teilnahme an einer nichtgenehmigten Demonstration.

Die deutsche Bundespost gibt Sonderbriefmarken heraus, deren Zuschläge zur Finanzierung der Olympischen Spiele 1972 in München dienen sollen.

7.6.1968, Freitag

Nach der Ermordung von Senator Robert F. Kennedy beschließt der US-amerikanische Kongress in Washington Einschränkungen des Schusswaffenverkaufs.

Die Tarifpartner in der französischen Landwirtschaft vereinbaren eine Angleichung der Mindestlöhne für Landarbeiter an die für gewerbliche Arbeitnehmer. Dies bedeutet eine Erhöhung um 62%.

An der Universität Köln gibt es Bestrebungen, den Professor für Byzantinistik, Berthold Rubin, wegen seines skandalösen Auftretens zu einer Beurlaubung zu veranlassen.

8.6.1968, Samstag

Auf dem Londoner Flughafen Heathrow wird nach zweimonatiger Flucht der Mörder Martin Luther Kings, der US-Amerikaner James Earl Ray, von FBI und Scotland Yard verhaftet.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wird der ermordete US-Senator Robert F. Kennedy nach Washington überführt und auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.

9.6.1968, Sonntag

In einer Rundfunk- und Fernsehansprache verspricht der jugoslawische Staatspräsident Marschall Josip Broz Tito den Studenten, die seit dem 3. Juni die Universität Belgrad besetzt halten, die Erfüllung ihrer Forderungen.

Durch einen 4:1-Sieg über den Regionalligisten VfL Bochum gewinnt der 1. FC Köln im Ludwigshafener Südweststadion erstmals den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes.

10.6.1968, Montag

Trotz eines gegenteiligen Beschlusses der Landesdelegiertenkonferenz der SPD stimmt die SPD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg mit 32 gegen 4 Stimmen für die Fortsetzung der großen Koalition mit der CDU auf Landesebene.

Das Hamburger Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” veröffentlicht eine Studie über die politische Einstellung der Studenten in der Bundesrepublik.

Italien gewinnt in Rom durch einen 2:0-Sieg über Jugoslawien den Titel eines Fußball-Europameisters.

11.6.1968, Dienstag

Die Volkskammer in Berlin (Ost) beschließt eine Paß- und Visumpflicht für den Transitverkehr zwischen Berlin (West) und der Bundesrepublik.

Mehr als 60 000 Studenten der 132 staatlichen und privaten Ingenieurschulen in der Bundesrepublik treten in einen unbefristeten Vorlesungsstreik zur Durchsetzung von verbesserten Studien- und Prüfungsbedingungen.

12.6.1968, Mittwoch

Bei einem Titelkampf im Mittelgewicht gegen den Europameister der Berufsboxer, Carlos Duran, erleidet der bundesdeutsche Meister Joseph (Jupp) Elze in Dortmund lebensgefährliche Gehirnverletzungen. Er stirbt am 20. Juni.

Der Weltmeister der Profis im Straßenradrennen, der Belgier Eddy Merckx, beendet als Gesamtsieger den 51. Giro d’Italia.

Die französische Regierung beschließt für die Dauer des Wahlkampfes (10.6.- 30.6.) ein Demonstrationsverbot und verfügt die Auflösung mehrerer linksradikaler Gruppen, u.a. der “Bewegung des 22. März”, die von Daniel Cohn-Bendit gegründet wurde.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen stimmt mit 95 gegen 4 Stimmen für eine Resolution, die allen Staaten den Beitritt zum Kernwaffensperrvertrag empfiehlt.

13.6.1968, Donnerstag

Die USA schießen von Kap Kennedy aus gleichzeitig acht Fernmeldesatelliten in Erdumlaufbahnen. Sie sollen die Nachrichtenübermittlung zwischen den Vereinigten Staaten und den US-Truppen in Vietnam verbessern.

14.6.1968, Freitag

Die französische Regierung verweist 34 Ausländer wegen unerlaubter politischer Betätigung während der Maiunruhen des Landes.

Im Indischen Ozean, etwa 150 km nordöstlich der südafrikanischen Hafenstadt Durban, bricht der unter liberianischer Flagge fahrende Tanker “World Glory” (28 000 BRT) in zwei Teile auseinander. Ein großer Teil der Ölladung ergießt sich ins Meer. Nur 9 der 35 Besatzungsmitglieder können sich retten.

15.6.1968, Samstag

Auf ihrem Bundesjugendtag in Nürnberg fordern die Jungdemokraten – eine politische Jugendorganisation, die der FDP nahesteht – die “Anerkennung der DDR und die Aufnahme normaler Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten”.

Erstmals beschießen nordvietnamesische Hubschrauberverbände Stellungen in Südvietnam. Die Raketenangriffe auf die südvietnamesische Hauptstadt Saigon, mit denen relativ kleine Vietcong-Verbände mindestens sechs US-amerikanische und südvietnamesische Divisionen binden, halten an.

16.6.1968, Sonntag

In Tokio und anderen japanischen Städten kommt es zu heftigen Demonstrationen gegen die US-amerikanische Vietnampolitik und die Rassendiskriminierung in den Vereinigten Staaten.

Während in Schleswig-Holstein und Hamburg hochsommerliches Wetter herrscht, kommt es in anderen Teilen der Bundesrepublik, besonders in Westfalen, zu schweren Unwettern mit Wolkenbrüchen und orkanartigen Böen. In der Ortschaft Ostönnen im Landkreis Soest ertrinken vier Menschen in einer Flutwelle.

In Stuttgart gewinnt die deutsche Fußballnationalmannschaft ein Länderspiel gegen Brasilien 2:1.

17.6.1968, Montag

Die ARD sendet den DEFA-Film “Irrlicht und Feuer” nach dem gleichnamigen Roman von Max von der Grün. Auch die ARD gibt damit, wie bereits das ZDF, den Boykott von DDR-Produktionen auf.

Nach einer Demonstration vor dem sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni in Berlin (West) hindern sowjetische Soldaten etwa 30 Demonstranten am Betreten des Sperrgebiets um das Mahnmal. Die sowjetischen Soldaten hatten dort Renovierungsarbeiten von Ostberliner Arbeitern beaufsichtigt.

Königin Elisabeth II. von Großbritannien schlägt ihren 19-Jährigen Sohn Charles zum Ritter des 1348 gestifteten Hosenbandordens.

18.6.1968, Dienstag

Die sowjetischen Behörden weisen drei junge Briten aus, die am 17. Juni bei der Verteilung von Flugblättern in der Moskauer Innenstadt verhaftet worden waren. Auf den russischsprachigen Flugblättern wurden die Freilassung sowjetischer Intellektueller und freie Religionsausübung in der Sowjetunion gefordert.

Ein Streik der US-amerikanischen Schauspielergewerkschaft legt die Theater am New Yorker Broadway und in anderen Großstädten der USA lahm. Die Schauspieler fordern eine Erhöhung der Mindestgagen von bisher umgerechnet 480 DM je Woche auf 800 DM und Einschränkungen bei Engagements ausländischer Schauspieler. Der Streik wird am 20. Juni mit einem Tarifvertrag beigelegt.

Etwa 1500 Hochschullehrer haben das sog. Marburger Manifest unterzeichnet, das sich gegen eine Mitbestimmung von Studenten in Hochschulgremien wendet.

19.6.1968, Mittwoch

Als Höhepunkt der “Kampagne der Armen” versammeln sich in Washington rund 50 000 meist farbige Demonstranten aus allen Teilen der USA. Der Protestmarsch zum “Tag der Solidarität” soll der Forderung nach Verabschiedung eines Bündels sozialer Hilfsmaßnahmen Nachdruck verleihen.

Die südvietnamesische Regierung ordnet die Generalmobilmachung an. Sie will ihre Truppenstärke um 280 000 Mann auf über eine Million Soldaten erhöhen.

In Moskau wird ein Verfahren vorgestellt, mit dem eine Fremdsprache angeblich in einer Woche erlernt werden kann. Die Lernenden werden völlig von der Außenwelt isoliert und hören kein Wort mehr in ihrer Muttersprache.

In Hamburg beginnen die Bauarbeiten für den zweiten Elbtunnel. Der geplante Tunnel soll mit 3,2 km die längste Unterwasserstraße Europas werden.

In München wird der erste künstliche Kletterfelsen der Welt offiziell “erstbestiegen”.

20.6.1968, Donnerstag

Stabsmanöver von vier dem Warschauer Pakt angehörenden Staaten beginnen in der Slowakei im Beisein des tschechoslowakischen Staatspräsidenten Ludvík Svoboda. Das Oberkommando hat der sowjetische Marschall Iwan Jakubowski. Rund um die Tschechoslowakei stehen Berichten zufolge weitere Truppen in Bereitschaft.

Bei den US-amerikanischen Leichtathletikmeisterschaften in Sacramento (Kalifornien) laufen mit 9,9 sec gleich drei US-Sprinter Weltrekord über 100 m.

21.6.1968, Freitag

Das neue Stadion für die Olympischen Spiele von 1972 in München erhält ein punktgestütztes Zeltdach. Für diese architektonisch neuartige Lösung entscheidet sich in München der Aufsichtsrat der Olympia-Baugesellschaft.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Heinz Kühn (SPD) legt den Grundstein für die Universität in Bielefeld, die als Reformhochschule konzipiert ist.

22.6.1968, Samstag

Die Bilanz der mehrtägigen Studentenunruhen in Rio de Janeiro (Brasilien) sind vier Tote, fast 100 Verletzte und 1000 Verhaftete. Die Militärpolizei hatte 5000 Mann im Einsatz.

In Venedig wird die 34. Kunst-Biennale eröffnet. Bis September zeigt die Ausstellung internationale zeitgenössische Kunst.

Die Kieler Woche 1968 wird durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, eröffnet.

23.6.1968, Sonntag

Die Ingenieurstudenten des gesamten Bundesgebietes beschließen in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit einen unbefristeten Vorlesungsstreik. Sie wollen damit eine Neuordnung der Ingenieursausbildung erreichen.

Das Verlagshaus Axel Springer verkauft seine Publikumszeitschriften “Das Neue Blatt”, “Bravo”, “Eltern”, “Jasmin” und “Twen”.

Bei den Parlamentswahlen in Frankreich ist der Wahlsieg für die Gaullisten schon nach dem ersten Wahlgang sichtbar. Ein knappes Drittel der 487 Sitze in der französischen Nationalversammlung ist ihnen bereits sicher.

Den Bundesfilmpreis 1968, das Filmband in Gold, erhält der 35-Jährige Regisseur Johannes Schaaf für seinen Film “Tätowierung”. Außerdem erhält der Film den Preis für die beste Produktion und den besten Hauptdarsteller (Alexander May).

Bei einer Panik nach einem Fußballspiel in Buenos Aires (Argentinien) kommen 73 Menschen ums Leben und über 100 werden verletzt.

24.6.1968, Montag

Der farbige US-Profiboxer Joe Frazier verteidigt in New York den Weltmeistertitel nach Version des World Boxing Council gegen Manuel Ramos (MEX) durch einen K. o.-Sieg in der zweiten Runde erfolgreich.

Mehr als eine halbe Million Flüchtlinge in Biafra sind vom Hungertod bedroht, teilt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf mit.

In Washington wird die “Stadt der Auferstehung”, eine von vorwiegend farbigen Demonstranten errichtete Zeltstadt vor dem Kapitol, mit der auf die materiellen und sozialen Probleme der Schwarzen in den USA aufmerksam gemacht werden soll, von der Polizei geräumt und zerstört.

25.6.1968, Dienstag

Der Ministerrat des Nordatlantikpaktes (NATO) erklärt sich auf seiner Tagung (24.- 25.6.) in Reykjavik (Island) zu Verhandlungen mit allen interessierten Staaten über beiderseitige und ausgewogene Truppenverminderungen in Mitteleuropa bereit. Das sog. Signal von Reykjavik richtet sich in erster Linie an den Warschauer Pakt.

Die Nationalversammlung der CSSR verabschiedet in Prag ein Gesetz zur Rehabilitierung der Opfer politischer Prozesse seit 1948 und hebt die Pressezensur völlig auf.

Die 82. All-England-Tennismeisterschaften von Wimbledon beginnen. Die Spiele, an denen zum ersten Mal auch Profis teilnehmen, werden durch starke Regenfälle behindert. Sie dauern bis 7. Juli.

26.6.1968, Mittwoch

Bei seinem Besuch in Bonn versichert der US-amerikanische Außenminister Dean Rusk gegenüber Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU), dass die Vereinigten Staaten und der Nordatlantikpakt (NATO) für die Freiheit Berlins und den freien Zugang nach Berlin einstehen würden.

Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD einigen sich in Bonn auf ein Verkehrsprogramm, das den sog. Leber-Plan leicht modifiziert. Es sieht Beförderungssteuern für Lkw vor, um damit den Gütertransport der Deutschen Bundesbahn attraktiver zu machen.

Nachfolger des 77-Jährigen Earl Warren als Vorsitzender des Obersten Gerichtshofes der USA wird Abe Fortas. Der für seine liberale Rechtsprechung bekannte bisherige oberste Richter tritt aus Altersgründen zurück.

Die USA geben die seit 1945 besetzten Ogasawara-Inseln an Japan zurück.

Papst Paul VI. teilt in Rom mit, dass die Knochenreste, die im Petrusgrab unter dem Petersdom gefunden wurden, als Überreste des heiligen Petrus identifiziert worden seien.

Als offizieller bundesdeutscher Beitrag zu den XVIII. Internationalen Filmfestspielen (21.6.- 2.7.) in Berlin (West) wird der Film “Lebenszeichen”, das erste Werk des Regisseurs Werner Herzog, uraufgeführt.

27.6.1968, Donnerstag

In der CSSR wird das “Manifest der 2000 Worte” veröffentlicht, in dem eine Fortsetzung des Demokratisierungsprozesses in der Tschechoslowakei gefordert wird.

Die 55. Tour de France (27.6.- 21.7.) wird in Vittel südöstlich von Nancy gestartet. 110 Radrennfahrer aus neun Ländern nehmen teil. Sie müssen in 22 Etappen eine Strecke von 4640 km bewältigen.

In Kassel wird die documenta IV (27.6.- 6.10.) eröffnet, die bedeutendste Ausstellung internationaler bildender Kunst in der Bundesrepublik.

Die US-amerikanischen Truppen räumen ihren Stützpunkt Khe Sanh im Norden Südvietnams, um den es zu Beginn des Jahres wochenlange schwere Kämpfe gegeben hatte.

In Bonn verweigern 48 Abgeordnete des Deutschen Bundestages die Annahme des Verdienstordens der Bundesrepublik, der an insgesamt 107 Abgeordnete aller drei Bundestagsfraktionen verliehen werden sollte.

28.6.1968, Freitag

Die deutsche Bundespost muss jährlich etwa zwei Millionen DM für Reparaturen an mutwillig zerstörten Telefonzellen ausgeben. Bundespostminister Werner Dollinger (CSU) teilt in Bonn außerdem mit, dass derzeit immer noch etwa eine Viertelmillion Kunden auf einen Fernsprechanschluss warten müssten.

29.6.1968, Samstag

Ein Vietcong-Kommando zerstört ein Dorf in Südvietnam, das mit US-amerikanischer Unterstützung für Flüchtlinge aufgebaut worden war. Bei dem Überfall kommen 90 Menschen ums Leben.

In Großbritannien legt ein Streik fast den gesamten Verkehr lahm. Omnibusse fahren nur unregelmäßig; der Eisenbahn- und U-Bahnverkehr kommt vollständig zum Erliegen.

30.6.1968, Sonntag

Seit 1961 hat die Bundeswehr 84 “Starfighter” verloren. Dabei kamen 43 Piloten ums Leben. Der Schaden beläuft sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf 504 Millionen DM.

Nach dem zweiten Wahlgang zur französischen Nationalversammlung verfügt die gaullistische Union zur Verteidigung der Republik über 351 der insgesamt 487 Sitze. Gegenüber der letzten Wahl gewinnt sie 109 Mandate hinzu.

An den Küsten von Hongkong und Macau sind in den letzten Tagen 61 Leichen in Rotgardistenuniform angeschwemmt worden. In Hongkong wird vermutet, dass sie Opfer politischer Unruhen in der chinesischen Provinz Kwangtung sind.

Das 99. Deutsche Galopp-Derby in Hamburg bringt einen überraschenden Sieg für den dreijährigen Hengst Elviro unter Jockey Peter Alafi.