Was geschah im Juni 1977

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1.6.1977, Mittwoch

In der Bundesrepublik Deutschland tritt ein generelles Verbot des hochgiftigen Pflanzenschutzmittels DDT in Kraft. Das Pestizid durfte seit einiger Zeit nur noch in der Forstwirtschaft verwendet werden.

Die zuständigen Minister aus 27 Industriestaaten und Entwicklungsländern erklären zum Abschluss der Nord-Süd-Konferenz in Paris die Bemühungen um die Schaffung eines internationalen Fonds zur Stabilisierung der Preise bestimmter Rohstoffe für gescheitert.

In Großbritannien tritt ein Gesetz in Kraft, das es britischen Frauen erstmals ermöglicht, gewalttätige Ehemänner bzw. Partner per Gerichtsbeschluss durch die Polizei aus der gemeinsamen Wohnung weisen zu lassen.

Bundestagspräsident Karl Carstens (CDU) erteilt in einem persönlichen Gespräch in Bonn dem bulgarisch-amerikanischen “Verpackungskünstler” Christo eine Absage für dessen Pläne das unmittelbar an der Berliner Mauer gelegene Reichstagsgebäude zu verpacken.

Als Nachfolger von Prinz Bernhard der Niederlande, des Ehemanns von Königin Juliana der Niederlande, wird in Amsterdam der Niederländer John Loudon zum Vorsitzenden des World Wildlife Fund (WWF) gewählt. Prinz Bernhard hatte den Vorsitz der Tierschutzorganisation wie alle seine öffentlichen Ämter im Herbst 1976 niedergelegt, nachdem seine Verstrickung in die Lockheed-Bestechungsaffäre bekannt geworden war.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA teilt in Houston (US-Bundesstaat Texas) mit, dass nach achtmonatiger Arbeit die Suche nach Leben auf dem Mars eingestellt wird. Seit der Landung der Raumsonden Viking 1 und 2 im Herbst 1976 hätten sich keinerlei Anzeichen für Formen des Lebens auf dem Nachbarplaneten ergeben.

2.6.1977, Donnerstag

In den Ländern der Bundesrepublik Deutschland wird die Pflicht zur Pocken-Schutzimpfung aufgehoben. Die Pflichtimpfung war im Deutschen Reich 1874 eingeführt worden.

Die 51-Jährige Schauspielerin Hildegard Knef heiratet in Berlin (West) den 15 Jahre jüngeren Paul Rudolf Freiherr von Schell zu Barschlott. Für den deutschen Film- und Bühnenstar ist es die dritte Ehe.

Das Landgericht Kaiserslautern verurteilt im sog. kleinen Baader-Meinhof-Prozess zwei Hauptangeklagte zu lebenslanger Haft. Einer der Angeklagten wird des Mordes an einem Polizisten, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt für schuldig befunden. Das Urteil gegen den anderen Angeklagten ergeht wegen gemeinschaftlichen Mordes. Dieser war nach Überzeugung des Gerichts im Dezember 1972 an einem Bankraub beteiligt bei dem ein Polizist erschossen wurde. Eine direkte Tatbeteiligung konnte dem Verurteilten jedoch nicht nachgewiesen werden.

3.6.1977, Freitag

Der frühere US-Außenminister Henry A. Kissinger erhält von der renommierten Georgetown University in Washington einen einjährigen Lehrauftrag über internationale Beziehungen.

Auf der Pariser Luftfahrtschau werden zahlreiche neuentwickelte Flugzeuge vorgestellt.

Der Hamburger SV nimmt den 26-Jährigen britischen Fußball-Profi Kevin Keegan, der bislang beim FC Liverpool spielte, unter Vertrag.

4.6.1977, Samstag

In sämtlichen Zeitungen der Sowjetunion wird der Entwurf für eine neue Verfassung veröffentlicht, welche die unter Josef W. Stalin 1936 erlassene Verfassung ersetzen soll.

Im Rahmen einer Südamerikareise gewinnt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Buenos Aires gegen Argentinien 3:1.

5.6.1977, Sonntag

Aus den Parlamentswahlen in der Türkei geht die oppositionelle Republikanische Volkspartei mit ihrem Spitzenkandidaten Bülent Ecevit als Siegerin hervor, verfehlt aber knapp die absolute Mehrheit.

Der Argentinier Guillermo Vilas gewinnt durch einen Dreisatz-Finalsieg über Brian Gottfried (USA) in Paris die offenen Tennismeisterschaften von Frankreich.

Bei den Box-Europameisterschaften der Amateure in Halle (DDR) erringt der 21-Jährige Markus Intlekofer aus Hannover die Silbermedaille im Halbmittelgewicht. Im Finalkampf unterliegt Intlekofer Viktor Sawtschenko aus der UdSSR durch K. o. in der ersten Runde.

In Zürich findet die Uraufführung der Oper “Ein Engel kommt nach Babylon” von Rudolf Kelterborn nach Friedrich Dürrenmatts gleichnamigem Theaterstück statt.

Das Theaterstück “Goncourt oder Die Abschaffung des Todes” von Tankred Dorst und Horst Laube wird in Frankfurt am Main uraufgeführt.

Durch einen Staatsstreich übernimmt auf den Seychellen der linksorientierte Politiker France Albert René die Macht und lässt sich zum neuen Staatschef wählen.

6.6.1977, Montag

In London beginnen die Feierlichkeiten zum 25-Jährigen Thronjubiläum von Königin Elisabeth II.

Auf dem Flughafen von Kuwait-Stadt überwältigen Sicherheitskräfte einen 23-Jährigen Libanesen, der, mit einer Pistole und Handgranaten bewaffnet, eine Boeing 707 mit 105 Passagieren entführt hatte. Der auf einen Rollstuhl angewiesene Entführer hatte 1,5 Mio. Dinar (rund 12 Mio. DM) Lösegeld und ärztliche Behandlung in Kuwait gefordert.

Der Rundfunkrat des Senders Freies Berlin (SFB) wählt Wolfgang Haus als Nachfolger von Franz Barsig zum neuen Intendanten. Der bisherige Leiter des Berliner Instituts für Urbanistik wurde von der in Berlin regierenden sozialliberalen Koalition bei seiner Kandidatur unterstützt.

Der im November 1976 aus der DDR ausgebürgerte Dichter und Sänger Wolf Biermann wird im Rahmen eines Spanienbesuchs von der Kommunistischen Partei des Landes als Mitglied aufgenommen. Biermann will seinen Beitritt zur spanischen KP als Ausdruck seiner Sympathien für die “Euro-Kommunisten” verstanden wissen.

Das US-Verteidigungsministerium gibt den Beschluss zur Entwicklung der sog. Neutronenbombe bekannt.

7.6.1977, Dienstag

Zur Stabilisierung des Schillings beschließt die österreichische Nationalbank in Wien die Erhöhung des Diskontsatzes von 4,0 auf 5,5%. Durch diese Maßnahme werden Kredite verteuert.

8.6.1977, Mittwoch

Die Staats- und Regierungschefs der Commonwealth-Staaten treffen in London zu einer mehrtägigen Konferenz zusammen. Die wichtigsten Themen sind der Rassenkonflikt im südlichen Afrika, das Entwicklungsgefälle zwischen Nord und Süd sowie das Zypern-Problem.

In Berlin (West) beginnt der 17. Evangelische Kirchentag, der unter dem Motto steht “Einer trage des anderen Last”.

Nach Mitteilung der in Frankfurt am Main ansässigen Gesellschaft für Menschenrechte sind vor kurzem vier junge DDR-Bürger von einem Gericht in Gera wegen “staatsfeindlicher Hetze” zu Gefängnisstrafen zwischen vier und fünfeinviertel Jahren verurteilt worden. Sie waren verhaftet worden, nachdem sie im thüringischen Rudolstadt schriftlich eine Demonstration beantragt hatten, mit der sie auf Menschenrechtsverletzungen in der DDR aufmerksam machen wollten.

9.6.1977, Donnerstag

Der ägyptische Außenminister Ismail Fahmi trifft in Moskau zu einem mehrtägigen Besuch ein. Die Reise dient vor allem dem Zweck, die seit rund einem Jahr gespannten Beziehungen zwischen Ägypten und der UdSSR zu verbessern. Im März 1976 hatte Muhammad Anwar As Sadat die über 20 Jahre lang überaus engen Beziehungen zur Sowjetunion gelockert und sich stärker den USA zugewandt.

Der Verleger Axel C. Springer erhält in Berlin (West) aus der Hand des Regierenden Bürgermeisters Dietrich Stobbe das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Die Auszeichnung wurde Springer von Bundespräsident Walter Scheel u.a. wegen seiner Verdienste um die Aussöhnung mit dem jüdischen Volk und seiner Arbeit zur Überwindung der deutschen Teilung verliehen.

10.6.1977, Freitag

Nach rund dreijährigen Beratungen endet in Genf (Schweiz) eine Konferenz über eine Erneuerung des Kriegsrechts. In den Schlussdokumenten wird u.a. der Schutz von Kriegsopfern erweitert.

Im Zuge des allmählichen Abbaus der Rassentrennung werden in Rhodesien die ersten schwarzen Soldaten zu Offizieren ernannt. Bisher konnten Schwarze in der rhodesischen Armee nur bis zum Rang eines Unteroffiziers aufsteigen.

11.6.1977, Samstag

Spezialeinheiten der niederländischen Armee befreien gewaltsam die von südmolukkischen Terroristen in einem Zug und einer Schule gefangengehaltenen Geiseln. Bei der Befreiungsaktion werden sechs Terroristen und zwei Geiseln getötet.

Rosalynn Carter, die Frau des US-Präsidenten, beendet in der venezolanischen Hauptstadt Caracas eine Reise durch sieben lateinamerikanische Staaten. Bei ihren Besuchen hatte sie sich vor allem über die Menschenrechtssituation in den einzelnen Ländern informiert.

Bei der Verleihung des Petrarca-Preises an den deutschen Schriftsteller und Filmemacher Herbert Achternbusch kommt es in Tusculum in der Nähe von Rom zu einem Eklat.

In Westwood (USA) stellt Edwin Moses bei den US-Leichtathletikmeisterschaften mit 47,45 sec einen Weltrekord über 400 m Hürden auf.

12.6.1977, Sonntag

Der belgische Radprofi Michel Pollentier gewinnt den 60. Giro d’Italia vor dem Italiener Francesco Moser.

Der Belgier Jacky Ickx gewinnt mit seinen Team-Kameraden Edgar Barth und Peter Haywood auf einem Porsche 936 Turbo das 24-Stunden-Rennen von Le Mans (Frankreich).

13.6.1977, Montag

Ein führendes Mitglied der tschechoslowakischen Bürgerrechtsbewegung “Charta 77”, der Historiker Zdenek Mlynar, geht nach Österreich ins Exil. In den vergangenen Wochen und Monaten war Mlynar starken Repressionen durch die Polizei der CSSR ausgesetzt.

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) trifft zu einem dreitägigen Besuch in der UdSSR ein.

Auf einer Pressekonferenz in Washington bezeichnet der US-amerikanische Präsident Jimmy Carter das weltweite Eintreten für die Menschenrechte als seine wichtigste außenpolitische Aufgabe.

14.6.1977, Dienstag

In dem norditalienischen Ort Nova Milanese werden drei Schulen geschlossen, nachdem auf ihrem Gelände Spuren des hochgiftigen Dioxin gefunden worden sind. Das Gift stammt höchstwahrscheinlich aus der Giftwolke, die bei der Chemiekatastrophe im benachbarten Seveso im Juli 1976 freigesetzt worden war.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beendet in Mexiko-Stadt eine zehntägige Südamerika-Tournee.

Das Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlicht in Stockholm das Jahrbuch 1976. Nach Erkenntnissen von Sipri wurden 1976 weltweit für Rüstung rund 334 Mrd. US-Dollar (rund 775 Mrd. DM) ausgegeben.

15.6.1977, Mittwoch

Als Nachfolger des Sozialdemokraten Rudi Arndt wird Walter Wallmann (CDU) zum Oberbürgermeister von Frankfurt am Main gewählt.

Die Bundesregierung billigt die Ernennung von Kurt Rebmann zum Nachfolger des am 7. April ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback.

In Spanien finden erstmals seit 41 Jahren wieder freie Parlamentswahlen statt.

16.6.1977, Donnerstag

Der deutsch-amerikanische Raketenpionier Wernher Freiherr von Braun stirbt in Alexandria bei Washington im Alter von 65 Jahren.

Der Deutsche Bundestag verabschiedet in Bonn ein umfassendes Steueränderungsgesetz. Es sieht u.a. die Erhöhung der Mehrwertsteuer und Verbesserungen beim Kindergeld vor.

Der Diktator von Uganda, Idi Amin Dada, verfügt die Ausweisung der letzten beiden britischen Diplomaten. Damit vollzieht er den völligen Bruch mit Großbritannien, der Führungsmacht des Commonwealth of Nations, dem auch die einstige britische Kolonie Uganda formal noch angehört.

Die oppositionelle Fianna Fail erringt bei den Parlamentswahlen in der Republik Irland die absolute Mehrheit.

Als Nachfolger des zurückgetretenen Nikolai W. Podgorny übernimmt der Generalsekretär der KPdSU, Leonid I. Breschnew, auch das Amt des Staatspräsidenten.

17.6.1977, Freitag

Ein Militärgericht in Lausanne (Schweiz) verurteilt den ehemaligen Brigadier der schweizerischen Armee Jean-Louis Jeanmaire wegen Spionage für die Sowjetunion zu 18 Jahren Gefängnis.

18.6.1977, Samstag

Am Grenzübergang Herleshausen wird auf Vermittlung der Bundesregierung der seit 1973 in seiner Heimat inhaftierte chilenische Kommunist Jorge Montes gegen elf politische Häftlinge aus der DDR ausgetauscht.

Die US-Raumfähre “Enterprise” absolviert, auf einer Boeing 747 verankert, einen ersten Probeflug mit Besatzung erfolgreich.

Die Damen-Tennismannschaft der USA gewinnt in Eastbourne (Großbritannien) durch einen 2:1-Sieg über die australische Auswahl den Tennis-Federation-Cup.

19.6.1977, Sonntag

Der Wiener Polizei gelingt es in ihrem größten Einsatz nach dem Zweiten Weltkrieg, einen brennend durch Wien rasenden Tankwagen zu löschen.

Die Leichtathletin Eva Wilms aus Fürth stellt in Bernhausen mit 4823 Punkten einen Weltrekord im Fünfkampf auf.

Der französische Formel-I-Fahrer Jacques Lafitte gewinnt auf Ligier-Matra in Anderstorp den Großen Preis von Schweden vor dem Kölner Jochen Maas auf McLaren und Carlos Reutemann (Argentinien) auf Ferrari.

20.6.1977, Montag

Nach dreijähriger Bauzeit wird in Alaska eine 1280 km lange Ölpipeline in Betrieb genommen. Die Pipeline verbindet ein Ölfördergebiet im Norden mit dem eisfreien Hafen Valdez im Süden von Alaska.

Manfred Krug, einer der beliebtesten Schauspieler und Sänger der DDR, siedelt mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland über. Krug hatte scharf gegen die Ausbürgerung des regimekritischen Dichters und Sängers Wolf Biermann im November 1976 protestiert und war seither zunehmenden Schikanen und Repressalien durch Polizei und Staatssicherheitsdienst der DDR ausgesetzt.

In Tel Aviv stellt der neugewählte israelische Ministerpräsident Menachem Begin seine Regierung vor. Dem Kabinett gehört auch der frühere Verteidigungsminister Moshe Dayan als Außenminister an. Dayan ist vor seiner Ernennung aus der Arbeiter-Partei ausgetreten.

21.6.1977, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt die lebenslange Freiheitsstrafe bei Mord für verfassungskonform.

In Ankara wird die neue türkische Regierung vereidigt. Es handelt sich um ein sozialdemokratisches Minderheitskabinett.

22.6.1977, Mittwoch

In einem aufsehenerregenden Fernsehinterview mit der US-amerikanischen Star-Journalistin Barbara Walters gibt Kubas Staatspräsident Fidel Castro erstmals zu, dass es auf Kuba politische Gefangene gibt. Nach Angaben von Castro sitzen derzeit wegen “konterrevolutionärer Umtriebe” 3000 bis 4000 Personen in kubanischen Gefängnissen.

23.6.1977, Donnerstag

In der “Prawda”, dem Parteiorgan der KPdSU, erscheint ein Artikel, in dem Kritik an dem “eurokommunistischen” Konzept geübt wird.

Ein römisches Gericht verurteilt den Anführer der Terrorgruppe “Rote Brigaden”, Renato Curcio, wegen mehrerer Terroranschläge zu sieben Jahren Haft. Der Prozess war begleitet von massiven Drohungen der “Roten Brigaden” gegen Richter und Anwälte.

Sieger der Tour de Suisse wird der belgische Radprofi Michel Pollentier.

25.6.1977, Samstag

Mit einer feierlichen Grundsteinlegung beginnt in Dresden der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörten weltberühmten Semper-Oper.

26.6.1977, Sonntag

Die 95. Kieler Woche geht zu Ende. Bei der sechstägigen Veranstaltung errangen deutsche Segler insgesamt acht Medaillen und waren damit das erfolgreichste Team.

Auf dem Landesparteitag der nordrhein-westfälischen SPD in Duisburg wird Wissenschaftsminister Johannes Rau zum neuen Vorsitzenden des mit rund 300 000 Mitgliedern größten Landesverbandes der SPD gewählt.

27.6.1977, Montag

Nach 115-Jähriger französischer Kolonialherrschaft wird der afrikanische Staat Dschibuti unabhängig.

Papst Paul VI. ernennt im Vatikan drei neue Kardinäle, darunter den Erzbischof von München und Freising, Joseph Ratzinger.

Die im Fürstentum Liechtenstein ansässigen Banken verpflichten sich, den Zahlungsverkehr künftig stärker zu kontrollieren, um illegale Finanztransaktionen wie etwa “Geldwäsche” zu verhindern.

Ein schweres Eisenbahnunglück bei Frankfurt an der Oder (DDR) fordert 29 Todesopfer. Zahlreiche Personen erleiden Verletzungen.

28.6.1977, Dienstag

Bei einem Treffen von Vertretern der OPEC (Organisation Erdölexportierender Länder) in Wien wird keine Einigung über die Preisgestaltung erzielt. Der Irak und Libyen schließen sich einem Verzicht auf Preiserhöhungen nicht an und verlangen für Rohöl rund 5% höhere Preise.

29.6.1977, Mittwoch

In einer Nahosterklärung erkennen die Regierungschefs der neun EG-Staaten das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat an. Zwei Tage zuvor hat die US-Regierung die Forderung der Palästinenser, in einem eigenen Staatsverband zu leben grundsätzlich akzeptiert.

Nachdem die bundesdeutschen Arbeitgeber Verfassungsbeschwerde gegen das neue Mitbestimmungsgesetz eingelegt haben, kündigen die Gewerkschaften ihre Mitarbeit in der “Konzertierten Aktion” auf.

Trotz einer eindringlichen Warnung durch Papst Paul VI. weiht der traditionalistische Erzbischof Marcel Lefebvre in Econe im schweizerischen Kanton Wallis 14 Priester nach altem Ritus. Durch diese Handlung hat nach Einschätzung einflussreicher katholischer Theologen der erzkonservative Lefebvre den Bruch mit dem Vatikan vollzogen.

Bei einem Leichtathletik-Wettbewerb in der finnischen Hauptstadt Helsinki stellt Samson Kimobwa aus Kenia mit 27:30,47 min einen Weltrekord über 10 000 m auf.

30.6.1977, Donnerstag

US-Präsident Jimmy Carter erlässt eine Anweisung, den Bau des strategischen Bombers B-1 zu stoppen. Die eingesparten Gelder sollen u.a. für die Entwicklung von Fernlenk-Waffen (“Cruise Missiles”) verwendet werden.