Was geschah im Juni 1979

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In einem Fußball-Länderspiel schlägt die DDR in Berlin (Ost) Rumänien 1:0.

Die linksextreme Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) ermordet vor seinem Haus im Gaza-Streifen den 72-Jährigen Scheich Hasham Hussendair, einen Befürworter der Aussöhnung zwischen Ägypten und Israel.

2.6.1979, Samstag

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem neuntägigen Besuch in Polen ein.

3.6.1979, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Italien bleiben die regierenden Christdemokraten stärkste Partei.

Nach vierwöchiger Dauer endet in Manila die fünfte UN-Konferenz für Welthandel und Entwicklung.

Die Bohrinsel Ixtoc I im Golf von Mexiko explodiert. Der dadurch verursachte Ölteppich dehnt sich in den folgenden Wochen bis an die Küste Mexikos aus.

Bei den Europameisterschaften der Dressurreiter in Århus (Dänemark) siegt zum siebtenmal in Folge eine Equipe aus der Bundesrepublik Deutschland. Zur erfolgreichen Mannschaft gehören Gabriela Grillo (Duisburg), Harry Boldt (Iserlohn) und Uwe Schulten-Baumer (Warendorf).

4.6.1979, Montag

Balthazar Johannes Vorster tritt als Präsident von Südafrika wegen der Aufdeckung von Pressemanipulationen zurück. Seine Nachfolge übernimmt am 19. Juni der Senatspräsident Marais Viljoen.

In Ghana putschen Offiziere gegen die Militärregierung des Staatschefs Frederick William Kwasi Akuffo, der am 26. Juni in Accra unter dem Vorwurf der Korruption hingerichtet wird. Eine Junta unter Führung des Luftwaffenleutnants Jerry Rawlings übernimmt die Macht in dem westafrikanischen Staat.

5.6.1979, Dienstag

Zum jährlichen “Tag der Umwelt” demonstrieren Radfahrer in vielen Städten des Bundesgebietes für autofreie Tage. In Bonn zeichnet Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) erstmals Spraydosen aus, die ein umweltfreundliches Treibgas enthalten. Der Verbraucher soll künftig umweltfreundliche Produkte an einem blau-weißen Umweltengel erkennen.

In Ismailia gibt der ägyptische Präsident Muhammad Anwar As Sadat ein Abkommen seines Landes mit der Volksrepublik China über die Lieferung von 50 Kampfflugzeugen bekannt. Es sind Weiterentwicklungen der sowjetischen MiG 19.

Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt trifft zu einem viertägigen Besuch der USA in Washington ein. Thema seiner Gespräche mit US-Präsident James E. “Jimmy” Carter sind die Rüstungskontrolle und die Sicherung der Energieversorgung.

6.6.1979, Mittwoch

Als Reaktion auf die im Mai erfolgte Ausweisung des ZDF-Korrespondenten Robert Stengl aus Moskau weist die Bundesregierung zwei in Bonn tätige sowjetische Journalisten aus. Diese Maßnahme wird offiziell mit Verkehrsdelikten begründet.

Sieger bei dem am 17. Mai gestarteten 62. Giro d,Italia über 19 Etappen und 3301 km wird der Italiener Giuseppe Saronni in 89:29:18 h vor seinem Landsmann Francesco Moser, der 2:09 min zurückliegt.

7.6.1979, Donnerstag

In Großbritannien, Dänemark, Irland und den Niederlanden finden die ersten Direktwahlen zum Europäischen Parlament statt.

Wegen angeblicher Verletzung der Statuten werden in Berlin (Ost) neun Autoren aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen.

8.6.1979, Freitag

US-Präsident James E. “Jimmy” Carter kündigt den Bau einer Interkontinentalrakete mit der Bezeichnung MX an. Sie soll Ende der 80er Jahre einsatzbereit sein. Gedacht ist an die Stationierung von 200 Geschossen mit je zehn einzeln steuerbaren Sprengköpfen.

Hersteller aus 28 Ländern beteiligen sich an der Internationalen Verkehrsausstellung (IVA) in Hamburg. Im Mittelpunkt des Publikumsinteresses auf der bis zum 1. Juli geöffneten Verkehrsschau steht die Magnetschwebebahn Transrapid.

Der Deutsche Fußball-Bund entzieht dem Zweitligisten FC St. Pauli in zweiter und letzter Instanz die Lizenz. Ein Gnadengesuch bleibt erfolglos. Der 1978 aus der ersten Bundesliga abgestiegene Verein hat 4 Mio. DM Schulden.

9.6.1979, Samstag

Der türkische Außenminister Gunduz Ökcun trifft zu einem dreitägigen Besuch des Iran in Theran ein. Der Schiitische Religionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini versichert seinem türkischen Gast, die schiitischen Moslems im Iran würden eine Verständigung mit der sunnitischen Minderheit anstreben.

Die Fußball-Nationalelf der Schweiz gewinnt in Reykjavik gegen Island 1:2.

Mit sieben Punkten Vorsprung auf Dynamo Dresden wird der Berliner FC Dynamo erstmals DDR-Fußballmeister.

Mit einem Punkt Vorsprung vor dem VfB Stuttgart holt der HSV mit 49:19 Punkten erstmals nach 19 Jahren wieder die Deutsche Fußball-Meisterschaft. Nach dem letzten Spiel im Volksparkstadion gegen den FC Bayern München (1:2) stürmen Hunderte von Besuchern den Platz und verhindern die Übergabe der Meisterschale.

Beim Betreten einer konspirativen Wohnung in Frankfurt am Main wird der als Terrorist gesuchte Rolf Heisler von der Polizei gestellt und durch einen Kopfschuss verletzt.

10.6.1979, Sonntag

Bei den ersten Direktwahlen zum Europäischen Parlament erzielt in der Bundesrepublik die CDU/CSU 49,2% der Stimmen.

Bei den Wahlen im Großherzogtum Luxemburg verbessert die Christlichsoziale Volkspartei die Zahl ihrer Sitze im 59köpfigen Parlament von 18 auf 24. Am 16. Juli wird der christlichsoziale Parteiführer Pierre Werner als Regierungschef vereidigt. Er führt ein Koalitionskabinett aus Christlich Sozialen und Liberalen.

Bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz und im Saarland bleibt die CDU trotz Verlusten stärkste politische Kraft.

Der indische Ministerpräsident Morarji Ranchhodji Desai besucht für vier Tage die UdSSR. Bei seinem Besuch kommt es u.a. zur Unterzeichnung eines Abkommens über den Bau eines neuen Stahlwerks in Indien.

Mit einem auf sechs Monate befristeten Touristenvisum reist Schah Mohammed Resa Pahlawi in Mexiko ein.

Durch einen Viersatz-Sieg in Paris (6:3 6:1, 6:7, 6:4) über Victor Pecci (Paraguay) gewinnt der Schwede Björn Borg in Paris zum viertenmal die Internationalen Tennismeisterschaften von Frankreich. Den Damentitel gewann am Tag zuvor zum drittenmal die US-Amerikanerin Chris Evert-Lloyd durch einen 6:2- und 6:0-Erfolg über die Australierin Wendy Turnbull.

Am Steuer eines Porsche 935 Turbo gewinnt der Automobilrennfahrer Klaus Ludwig (Roisdorf) gemeinsam mit den US-Amerikanern Bill und Don Whitington das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Zweiter wird sein Markenkollege Rolf Stommelen (Köln) mit den US-Amerikanern Paul Newman und Dick Barbour.

Als erste Frau der Welt bleibt die Rostocker Sprinterin Marita Koch in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) in 21,71 sec unter der 22-Sekunden-Marke über die 200-m-Strecke.

11.6.1979, Montag

Regierungssoldaten von Nicaragua verüben in Managua einen Brandanschlag auf das Haus der bürgerlichen Oppositionszeitung “La Prensa”.

12.6.1979, Dienstag

Der kanadische Regierungschef Joseph Clark revidiert nach Protesten der arabischen Staaten und Konsultationen mit der israelischen Regierung den am 5. Juni veröffentlichen Beschluss, die Botschaft seines Landes in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

Der US-amerikanische Radsportler Bryan Allen überfliegt mit dem Tretkurbelflugzeug “Albatros” den Ärmelkanal und gewinnt den für diese Leistung von einem britischen Industriellen ausgesetzten Preis von umgerechnet 400 000 DM.

13.6.1979, Mittwoch

Der Bundesausschuss des Deutschen Gewerkschaftsbundes beschließt ein Aktionsprogramm, dessen wichtigste Punkte die Forderung nach der Anerkennung des Rechts auf Arbeit, die Einführung der 35-Stunden-Woche und ein begrenztes Ja zur Kernenergie sind.

In Nürnberg beginnt der viertägige 18. Deutsche Evangelische Kirchentag unter dem Motto “Zur Hoffnung berufen”.

Die Sioux-Indianer erhalten als Entschädigung für das 1877 durch die US-Regierung beschlagnahmte Land umgerechnet rund 181 Mio. DM.

Bei den Wiener Festwochen dirigiert der US-Rockmusiker Frank Zappa in der Stadthalle die Wiener Symphoniker. Es werden vier Zappa-Kompositionen für klassisches Orchester und Rock-Ensemble uraufgeführt.

14.6.1979, Donnerstag

Der Bundesligaprofispieler Erich Beer wechselt von Hertha BSC Berlin zu dem von Dettmar Cramer trainierten Club Ittehad Sporting Club Jeddah (Saudi-Arabien), wo mit dem Ex-Duisburger Theo Bücker schon ein Deutscher unter Vertrag steht.

Unter dem Vorsitz des österreichischen Finanzministers Hannes Androsch endet in Paris eine zweitägige Konferenz des Rates der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD). Die anwesenden Staaten fordern die Industriestaaten zu energischen Maßnahmen gegen die Energiekrise auf, die ernste Schäden für die Weltwirtschaft zur Folge haben könnte.

Zur Verbesserung der zwischenstaatlichen Beziehungen trifft Spaniens König Juan Carlos I. zu einem Staatsbesuch in Marokko ein. König Hasan II. sichert eine Tolerierung des spanischen Fischfangs in den marokkanischen Küstengewässern zu.

15.6.1979, Freitag

In Bremen beginnt der bis zum 17. Juni dauernde 30. Bundesparteitag der FDP. Nach kontroversen Debatten spricht sich die Partei mehrheitlich für ein begrenztes Ja zur Kernenergie und für ein integriertes Entsorgungskonzept für abgebrannte Brennelemente aus.

Die Regierung von Malaysia kündigt an, dass die etwa 76 000 im Lande lebenden Flüchtlinge aus Vietnam abgeschoben würden. Künftig sollen Flüchtlinge daran gehindert werden, den Boden Malaysias zu betreten.

16.6.1979, Samstag

Als eine seiner letzten offiziellen Amtshandlungen stattet Bundespräsident Walter Scheel als erstes deutsches Staatsoberhaupt der deutschen Minderheit im dänischen Nordschleswig einen Besuch ab.

In Aleppo (Syrien) ermorden Angehörige der radikalen Moslem-Brüderschaft 63 Kadetten der dortigen Artillerieschule. Die Schuldigen an dem Massaker werden in mehreren Prozessen zum Tode verurteilt und hingerichtet.

30 000 Jugendliche versammeln sich auf dem Rebstock-Gelände in Frankfurt am Main, um im Rahmen des zweitägigen Festivals “Rock gegen Rechts” gegen ein am selben Ort geplantes “Deutschlandtreffen” der rechtsradikalen NPD zu demonstrieren.

17.6.1979, Sonntag

Der Parteivorstand der konservativen Österreichischen Volkspartei wählt in Wien Alois Mock zum Bundesparteiobmann für den am 13. Juni aufgrund des schlechten Abschneidens seiner Partei bei den letzten Nationalratswahlen zurückgetretenen Josef Taus. Mocks Wahl wird am 7. Juli auf einem außerordentlichen Bundesparteitag bestätigt.

18.6.1979, Montag

Zum Abschluss ihres am 15. Juni begonnenen Gipfeltreffens in Wien unterzeichnen US-Präsident James E. “Jimmy” Carter und der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnew den zweiten Vertrag über die Begrenzung der Strategischen Waffen (SALT II).

In Peking tagt bis zum 1. Juli der Nationale Volkskongress. Parteichef Hua Guofeng kündigt für die nächsten Jahre ein Programm der “sozialistischen Modernisierung” an, um die Volkswirtschaft zu stärken; auf dieser Basis soll die bestehende Staats- und Rechtsordnung und damit auch die politische Hegemonie der Kommunistischen Partei gesichert werden.

19.6.1979, Dienstag

Zur Finanzierung der ungarischen Exportwirtschaft gewährt ein US-Bankenkonsortium der Volksrepublik Ungarn einen Kredit in Höhe von 400 Mio. US-Dollar (688 Mio. DM) mit siebeneinhalbjähriger Laufzeit.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) verlangt zur Durchsetzung eines sog. ökologischen Gesamtkonzeptes und einer ökologisch orientierten Marktwirtschaft u.a. einen Verzicht auf die Kernenergie, den Vorrang für die heimische Kohle und ein verschärftes Gesetz für Umweltchemikalien.

Libyen erklärt sich nach Verhandlungen mit Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) bereit, in Zukunft mehr Erdöl an die Bundesrepublik zu liefern.

20.6.1979, Mittwoch

Das britische Unterhaus verwirft die seinerzeit von der Labour-Regierung eingebrachten Vorlagen für eine Regionalautonomie von Schottland und Wales. Der Plan hatte die Regierung von James Callaghan mit zu Fall gebracht.

Das Kreisgericht Fürstenwalde verurteilt den DDR-Regimekritiker Robert Havemann wegen Devisenvergehens zu 10 000 Mark Geldstrafe. Anlass für die Verurteilung ist – ähnlich wie zuvor bereits beim Autor Stefan Heym – die ohne Erlaubnis der DDR-Behörden erfolgte Publikation von Büchern in der Bundesrepublik Deutschland und die Nichtanmeldung der dafür gezahlten Honorare.

Nach den beiden Direkt-Aufsteigern Bayer Leverkusen und TSV 1860 München sichert sich der Nord-Zweite Bayer Uerdingen durch einen 2:1-Sieg (Hinspiel 1:1) gegen die SpVgg. Bayreuth den Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga.

21.6.1979, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag wählt den CDU-Politiker Richard von Weizsäcker mit 272 gegen 177 Stimmen bei 37 Enthaltungen und drei ungültigen Stimmen zum Nachfolger von Richard Stücklen als Vizepräsident des Parlaments.

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens verweigert die Auslieferung des 1978 in Sao Paulo gefassten früheren stellvertretenden KZ-Kommandanten von Sobibor und Treblinka, Gustav Franz Wagner, an die Bundesrepublik. Die Taten des früheren SS-Hauptscharführers, dem eine Beteiligung am Tod von mindestens 120 000 Menschen vorgeworfen wird, sind gemäß brasilianischem Recht verjährt. Am 3. Oktober 1980 begeht Wagner Selbstmord.

In Berlin (West) beginnt unter dem Titel “1. Festival der Weltkulturen: Horizonte ’79” eine bis zum 15. Juli dauernde Veranstaltungsreihe, zu der rund 800 Künstler aus Afrika, Lateinamerika und Asien anreisen.

22.6.1979, Freitag

Schwergewichtsboxer Larry Holmes, Weltmeister nach der Version des Boxverbandes WBC, verteidigt seinen Titel durch K. o. in der 11. Runde gegen Mike Weaver in Las Vegas.

Sieger der am 12. Juni gestarteten 43. Tour de Suisse wird nach 1582 km und elf Etappen der belgische Radprofi Wilfried Wesemael in 42:56:59 h vor seinem belgischen Landsmann Rudi Pevenage (4:43 min zurück).

In London wird der frühere liberale Spitzenpolitiker Jeremy Thorpe vom Vorwurf des Mordkomplotts gegen einen angeblich homosexuellen Liebhaber freigesprochen.

23.6.1979, Samstag

Die 1974 in Großbritannien untergetauchte und 1978 in London verhaftete Astrid Proll, die als Mitbegründerin der sog. Baader-Meinhof-Gruppe gilt, wird an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert. Sie wird am 22. Februar 1980 in Frankfurt zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt, anschließend jedoch auf freien Fuß gesetzt, weil zwei Drittel der Strafe durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten.

Fortuna Düsseldorf gewinnt das Finale um den Deutschen Fußball-Vereinspokal. In Hannover besiegen die Rheinländer Hertha BSC Berlin 1:0.

Der Beirat des Deutschen Fußball-Bundes beschließt in Hannover eine Aufwertung der gelben Verwarnungskarten. Künftig werden Spieler nach vier bzw. sieben gelben Karten automatisch für das nachfolgende Spiel gesperrt.

24.6.1979, Sonntag

Als Vergeltung für einen Bombenanschlag palästinensischer Freischärler in Tel Aviv bombardiert die israelische Luftwaffe acht Dörfer im Libanon.

25.6.1979, Montag

Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt trifft zu einer Kurzvisite in Moskau ein. Er ist auf dem Weg zum Weltwirtschaftsgipfel in Tokio.

Der Bremer Bausenator Hans Stefan Seifriz (SPD) tritt nach der auszugsweisen Veröffentlichung von antisemitischen Zeitungsartikeln, die er 1944 als 17-Jähriger veröffentlichte, zurück.

Vier Tage vor seiner Ablösung als NATO-Oberbefehlshaber wird auf den US-amerikanischen General Alexander M. Haig in Casteau in Belgien ein Sprengstoffanschlag verübt. Der General bleibt unverletzt.

26.6.1979, Dienstag

In Newark verkündet Muhammad Ali, Box-Schwergewichts-Weltmeister in der Wertung des Weltboxverbandes WBA, seinen Rücktritt vom Sport. Ali hatte am 15. September 1978 durch einen Sieg über Leon Spinks zum drittenmal in seiner Karriere den Weltmeistertitel errungen.

In Genf beginnen die Beratungen der OPEC-Staaten über den künftigen Rohölpreis. Am 28. Juni wird eine Preisanhebung um rund 24% mit Wirkung vom 1. Juli vereinbart.

27.6.1979, Mittwoch

In Brüssel einigen sich die Europäische Gemeinschaft und 57 der mit ihnen verbundenen afrikanischen, karibischen und pazifischen Länder auf ein neues sog. Lome-Abkommen.

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erklärt mit fünf gegen zwei Stimmen eine Bevorzugung farbiger Arbeitnehmer bei betriebsinternen Förderungsprogrammen für zulässig, soweit damit rassische Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden.

28.6.1979, Donnerstag

Die DDR-Volkskammer beschließt eine Verschärfung des politischen Strafrechts (Staatsschutzdelikte sowie Zoll- und Devisenvergehen) und eine Änderung des Wahlgesetzes: Künftig werden auch die 66 Ostberliner Abgeordneten in der Volkskammer gewählt und nicht mehr von der Stadtverordnetenversammlung delegiert. Die DDR reagiert damit auf die Entsendung Westberliner Abgeordneter in das Europaparlament.

Das polnische Parlament billigt die Einführung eines zweijährigen Ersatzdienstes für Wehrpflichtige anstelle des gleich langen Militärdienstes.

29.6.1979, Freitag

In Tokio endet der zweitägige fünfte Weltwirtschaftsgipfel der sieben wichtigsten westlichen Industriestaaten. Wichtigstes Ergebnis ist die geplante Begrenzung der Rohölimporte.

Die letzte Ausbaustufe des Cabora-Bassa-Staudamms in der Volksrepublik Moçambique wird fertiggestellt. 15 Firmen aus vier europäischen Ländern und Südafrika hatten 1966 mit dem Staudammbau begonnen.

In der Regie von Claus Peymann wird im Württembergischen Staatstheater in Stuttgart das Stück des österreichischen Bühnendichters Thomas Bernhard “Vor dem Ruhestand” über das Altersleben eines früheren NS-Juristen gespielt. Damit verabschiedet sich Peymann zugleich aus Stuttgart und wechselt nach Bochum.

30.6.1979, Samstag

US-Präsident James E. “Jimmy” Carter inspiziert die Einheiten der US-Armee an der entmilitarisierten Zone zu Nordkorea am 49. Breitengrad. Während seines zweitägigen Aufenthalts in Südkorea trifft er auch mit dem südkoreanischen Oppositionspolitiker Kim Young Sam zusammen.