Was geschah im Juni 1980

  • < 1979
  • 6.1980
  • 1981 >

1.6.1980, Sonntag

Zum ersten Mal in der 60-Jährigen Geschichte des Deutschen Spring-Derbys gibt es einen Hamburger Heimsieg: Peter Luther gewinnt auf dem Wallach Livius.

US-Präsident Jimmy Carter erklärt in einem Fernsehinterview, dass die USA eine Initiative der Europäischen Gemeinschaft zur Wiederbelebung der ins Stocken geratenen israelisch-ägyptischen Verhandlungen über eine Palästinenserautonomie im UN-Sicherheitsrat mit einem Veto zu Fall bringen würden.

2.6.1980, Montag

Drei wichtige Energieversorgungsanlagen in Südafrika werden durch Guerilla-Anschläge teilweise zerstört.

Die arabischen Bürgermeister von Nablus und Ramallah im von Israel besetzten West-Jordanien werden durch Anschläge schwer verletzt. Die Attentäter werden in jüdischen Extremistenkreisen vermutet.

In Düsseldorf und Berlin (West) beginnt ein Feldversuch mit Bildschirmtext.

3.6.1980, Dienstag

In Fort Chaffee/US-Bundesstaat Arkansas kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen einwanderungswilligen Kubanern und der Polizei. Die Kubaflüchtlinge protestieren gegen die ihrer Ansicht nach schleppende Behandlung ihrer Anträge durch die US-Behörden.

Bundes-Torwart” Sepp Maier, seit elf Monaten nach einem Autounfall nicht mehr aktiv, lädt in München zu seinem Abschiedsspiel ein.

4.6.1980, Mittwoch

Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) macht Vorschläge zur Asylantenfrage. Kernpunkt ist eine Verkürzung der Bearbeitungszeit für Asylanträge, die bisher teilweise fünf Jahre beträgt.

Polizei und Bundesgrenzschutz räumen die “Republik Freies Wendland” ein Hüttendorf, das Atomkraftgegner auf dem Gelände der geplanten Atommülldeponie bei Gorleben errichtet haben.

Auf dem Kölner Neumarkt beginnt der von Bernhard Paul übernommene “Circus Roncalli” seine Deutschland-Tournee.

Im Endspiel um den DFB-Pokal siegt die Fußballmannschaft von Fortuna Düsseldorf in Gelsenkirchen 2:1 über die Elf des 1. FC Köln.

5.6.1980, Donnerstag

Als letzter der neun EG-Staaten stimmt die Bundesrepublik Deutschland dem Kompromiss zur finanziellen Entlastung Großbritanniens zu. Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Hans Matthöfer müssen nun in der Bundesrepublik Verbrauchssteuern erhöht werden, um die Mehrkosten für den EG-Haushalt aufzufangen.

Nach Rumänien, Ungarn und Polen erlaubt nun auch Bulgarien die Gründung von gemischten Unternehmen mit westlichen Firmen, sog. Joint-ventures, auf seinem Staatsgebiet.

Israelische Militäreinheiten greifen die Stadt Sidon im Südlibanon an; wie es heißt, dient die Maßnahme dazu, künftigen Guerilla-Angriffen vorzubeugen.

6.6.1980, Freitag

US-Präsident Jimmy Carter erleidet mit seiner Energiepolitik im Kongress eine Niederlage. Sein Vorschlag zur Einführung einer Importabgabe auf Erdöl, durch die der Benzinverbrauch gesenkt werden sollte, scheitert im US-Parlament.

Durch einen technischen Defekt wird in den USA Atomalarm ausgelöst. Der Fehler wird allerdings innerhalb von drei Minuten entdeckt, so dass militärische Gegenreaktionen auf den vermeintlichen Angriff unterbleiben.

In Bonn präsentiert der Kanzlerkandidat der Unionsparteien, der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß, seine 21köpfige Wahlkampfmannschaft. Im Falle eines Wahlsieges am 5. Oktober will Strauß Gerhard Stoltenberg zum Vizekanzler machen.

Auf ihrem Programmparteitag in Freiburg sprechen sich die Freien Demokraten mit überwältigender Mehrheit für eine Fortsetzung der sozialliberalen Koalition in Bonn aus.

7.6.1980, Samstag

Im kalifornischen Pacific Palisades stirbt der US-amerikanische Schriftsteller und Maler Henry Miller im Alter von 88 Jahren. Bekannt wurde er u.a. durch die Romane “Wendekreis des Krebses” (1934) und “Stille Tage in Clichy” (1966).

Unter großer Anteilnahme der Medien-Öffentlichkeit heiraten “Gold-Rosi” Mittermaier und ihr Ski-Kamerad Christian Neureuther.

Der französische Radprofi Bernard Hinault sichert sich in Mailand zum ersten Mal den Sieg in der Italien-Rundfahrt.

8.6.1980, Sonntag

In Berlin geht der Deutsche Katholikentag nach vier Tagen zu Ende. Er stand unter dem Motto “Christi Liebe ist stärker”.

Mit fünf Titeln wird Klaus Steinbach (Saarbrücken) erfolgreichster Teilnehmer der deutschen Schwimm-Meisterschaften in München. Er erklärt danach seinen Rücktritt.

Der Deutsche Fußball-Bund beschließt, die beiden zweiten Ligen (Nord und Süd) von der Saison 1980/81 an zu einer Spielklasse zusammenzufassen.

Der autofreie Sonntag, zu dem Umweltorganisationen aufgerufen haben, findet in der Bundesrepublik kaum Resonanz.

Aus mehreren Städten Afghanistans werden schwere Kämpfe zwischen den sowjetischen Besatzungstruppen und moslemischen Widerstandsgruppen gemeldet. In Kabul kommt es außerdem zu regierungsfeindlichen Studentendemonstationen, bei deren Niederschlagung mindestens 100 Menschen getötet werden.

Im Alter von 80 Jahren stirbt in Berlin (Ost) der Schauspieler und Sänger Ernst Busch, der als Interpret politischer und agitierender Songs (vor allem von Bertolt Brecht) das “proletarische Lied” verkörperte.

9.6.1980, Montag

In Teheran werden 16 Menschen hingerichtet, die angeblich am Drogenhandel beteiligt waren.

In einer zweistündigen Grundsatzrede auf dem Wahlparteitag der SPD in Essen wirft Bundeskanzler Helmut Schmidt den Unionsparteien vor, sie verfolgten ein reines Anti-SPD-Programm ohne eigenständige Alternativen.

Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt es in Freiburg wegen der Räumung einiger zum Abriß vorgesehener Häuser. Die Bewohner, vor allem Studenten, denen nur ein vorübergehendes Wohnrecht eingeräumt worden war, wehren sich gegen die Zerstörung von preiswertem Wohnraum in der Innenstadt.

Nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten werden der Spiegelsaal und das Prunkschlafzimmer im Schloss von Versailles durch den französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing feierlich wiedereröffnet.

10.6.1980, Dienstag

Das Bundesarbeitsgericht erklärt Aussperrungen als Mittel der Tarifauseinandersetzung unter bestimmten Voraussetzungen für rechtmäßig.

11.6.1980, Mittwoch

Die Teilnehmer einer in Algier tagenden Konferenz der Erdöl exportierenden Staaten (OPEC) einigen sich auf neue Richtpreise für Erdöl. Ab 1. Juli soll ein Barrel (159 l) 32 US-Dollar (rund 62 DM) kosten, wobei dieser Preis je nach Qualität des Öls um 5 Dollar unter- bzw. überschritten werden kann Bisher lag der Ölpreis zwischen 22 und 30 US-Dollar je Barrel.

Der japanische Regierungschef Masajoschi Ohira, der sein Amt 1978 übernommen hatte, stirbt 70jährig in Tokio an akutem Herzversagen. Bis zu den vorgezogenen Neuwahlen am 22. Juni übernimmt Kabinettssprecher Masajoschi Ito das Amt des Ministerpräsidenten.

13.6.1980, Freitag

Südafrikanische Truppen dringen bis zu 65 km tief nach Angola ein und greifen dort Lager der namibischen Befreiungsorganisation SWAPO an. Über 200 Guerilleros und 16 Südafrikaner werden getötet. Die SWAPO kämpft von Angola aus für die Unabhängigkeit Namibias (Südwestafrika), das von Südafrika als Mandatsgebiet beansprucht wird. Der UN-Sicherheitsrat verurteilt einstimmig die Aktion.

In Venedig endet nach zweitägiger Dauer das Gipfeltreffen der Regierungschefs aus den Staaten der Europäischen Gemeinschaft. Die Teilnehmer verabschieden u.a. eine Erklärung, in der die Beteiligung der Palästinenserorganisation PLO an Friedensgesprächen für den Nahen Osten und das Selbstbestimmungsrecht für die Palästinenser gefordert werden und die israelische Siedlungspolitik verurteilt wird.

Im Westberliner Zoo-Palast werden die Bundesfilmpreise übergeben. Das Filmband in Gold geht an “Die letzten Jahre der Kindheit” in der Regie von Norbert Kückelmann.

14.6.1980, Samstag

Die seit einem Jahr anhaltenden Aktionen gegen Übersiedler aus Bengalen im indischen Bundesstaat Assam erreichen ihren blutigen Höhepunkt. Die 350 aus West-Bengalen stammenden Einwohner eines Dorfes werden getötet, die Häuser zerstört.

Der Mainzer Guido Kratschmer verbessert in Bernhausen mit 8649 Punkten den erst vier Wochen alten Zehnkampf-Weltrekord des Briten Daley Thompson.

15.6.1980, Sonntag

Der spanische Außenminister Marcelino Oreja Aguirre erklärt in einem Zeitungsinterview, sein Land wolle sich nun konkret um die Aufnahme in das westliche Militärbündnis NATO bemühen, nachdem sich der innere Demokratisierungskurs Spaniens stabilisiert habe.

In der Ausstellung “Max Ernst in Köln. Die rheinische Kunstszene bis 1922” wird in Köln erstmals das Frühwerk des Malers Max Ernst (1891-1976) umfassend dargestellt.

16.6.1980, Montag

In Südafrika kommt es zu den schwersten Rassenunruhen seit vier Jahren.

Auf das “Pro-Familia”-Büro in Bremen werden zwei Bombenanschläge verübt.

Aus Protest gegen Gemüseimporte aus Spanien zerstören französische Bauern neun spanische Lastwagen.

17.6.1980, Dienstag

Mehr als 100 Beschäftigte des britischen Atomkraftwerks Windscale erkranken, weil verseuchtes Kühlwasser versehentlich als Trinkwasser benutzt wurde.

Leonardo da Vincis Wandgemälde “Abendmahl” in der Mailänder Kirche Santa Maria delle Grazie ist für das Publikum nicht länger zugänglich, nachdem ein 2 m langer, fast daumenbreiter Riß in dem Bild entdeckt wurde.

Australien hat seine Ausfuhr von Weizen in die Sowjetunion in den vergangenen neun Monaten mehr als verzehnfacht. Grund für den Anstieg sind die verringerten Weizenlieferungen der USA nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan.

18.6.1980, Mittwoch

Mehrere Staaten Amerikas werden von der schlimmsten Hitzewelle seit 40 Jahren heimgesucht, die vielerorts die Wasserversorgung gefährdet. In Mexiko sind bei Temperaturen bis zu 50 die Stauseen ausgetrocknet, im Südwesten der USA sind bereits 33 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben.

19.6.1980, Donnerstag

US-Präsident Jimmy Carter bricht zu einer Europareise auf, in deren Verlauf er bis zum 26. Juni Italien, Jugoslawien, Spanien und Portugal besuchen wird. Er nimmt außerdem am Weltwirtschaftsgipfel in Venedig teil.

Im Bundestag kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen um die geplante Türkeihilfe. Dem linken Flügel der SPD zugerechnete Abgeordnete lehnen die Unterstützung wegen der innenpolitischen Lage in der Türkei ab, die CDU/CSU-Opposition fürchtet eine weitere Verschuldung des Bundes. Schließlich bewilligt das Parlament jedoch 1,6 Mio. DM als Finanz- und Militärhilfe, wobei die türkische Regierung u.a. dazu aufgefordert wird die Menschenrechte zu beachten.

20.6.1980, Freitag

Bei den ersten freien Wahlen im Irak seit 22 Jahren gewinnt die regierende Baath-Partei von Staatspräsident Saddam Hussein 175 der 250 Sitze im Parlament.

In der griechischen Stadt Olympia wird die olympische Flamme entzündet. In einer einmonatigen Reise über 4600 km wird sie von 2000 Trägern zu Fuß, per Fahrrad und zu Pferd nach Moskau gebracht.

In Montreal verliert der 24-Jährige Box-Weltmeister Sugar Ray Leonhard (USA) in seinem 28. Profikampf den Titel im Weltergewicht an Roberto Duran (Panama).

21.6.1980, Samstag

Die sowjetischen Medien melden den Abzug eines Teils der in Afghanistan stationierten Truppen, allerdings ohne genauere Angaben. Die Nachricht zielt vermutlich auf den Weltwirtschaftsgipfel in Venedig, der am nächsten Tag beginnt.

Die Grünen beschließen auf ihrer Bundesversammlung in Dortmund, sich an der Bundestagswahl zu beteiligen.

22.6.1980, Sonntag

Aus den vorgezogenen Neuwahlen in Japan gehen die seit Mitte der 50er Jahre regierenden Liberaldemokraten (LDP) als klarer Sieger hervor. Zum neuen Ministerpräsidenten wird am 17. Juli der 69-Jährige LDP-Vorsitzende Senko Susuki gewählt.

Mit einem 2:1 über Belgien in Rom wird die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum zweiten Mal Europameister.

Der in Hamburg geborene Komponist, Arrangeur und Orchesterchef Bert Kaempfert erliegt in seinem Haus auf Mallorca 56jährig einem Gehirnschlag. Aus seiner Feder stammen Welthits wie “Strangers in the Night” und “Spanish Eyes”.

Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg erzielt die SPD leichte Gewinne. Die CDU bleibt jedoch stärkste Partei.

23.6.1980, Montag

In Venedig geht das zweitägige Gipfel treffen der sieben führenden Industriestaaten zu Ende.

Vietnamesische Truppen dringen von Kambodscha aus auf thailändisches Gebiet vor und kämpfen dort gemeinsam mit Pol-Pot-Anhängern gegen thailändische Truppen. Sie greifen außerdem Flüchtlingslager im Grenzgebiet an und töten Tausende von Kambodschanern, die dort Schutz gesucht haben.

Sanjay Gandhi, der jüngste Sohn der indischen Regierungschefin Indira Gandhi und deren prospektiver Nachfolger, kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Der 33-Jährige war erst am 13. Juni zum Sekretär der Kongresspartei gewählt worden.

In Rom wird ein Staatsanwalt auf offener Straße erschossen. Die Täter entkommen unerkannt auf einem Motorrad. Es wird vermutet, dass die Tat von Rechtsextremisten begangen wurde, mit deren Verbrechen sich der Jurist vor allem befasste.

24.6.1980, Dienstag

Die polnische Regierung ordnet einschneidende Maßnahmen zur Sanierung der Wirtschaft an. Die Importe sollen um 700 Mio. US-Dollar (13,7 Mrd. DM) gekürzt, die Exporte um 300 Mio. US-Dollar (5,9 Mrd. DM) gesteigert werden.

25.6.1980, Mittwoch

Baskische Separatisten beginnen eine Terrorwelle, die vor allem zur Abschreckung von Touristen an der spanischen Costa Blanca dienen soll. In Alicante explodieren Sprengsätze in einem Hotel und in einem Ferienhaus; drei Menschen werden getötet.

Auf der Nordseeinsel Pellworm werden neun Windkraftanlagen in Betrieb genommen. Die Nutzungsmöglichkeiten dieser Alternativenergie sollen in einem zweijährigen Versuch getestet werden.

Im Iran werden alle Kinos geschlossen, bis neue Richtlinien für die Filmpolitik ausgearbeitet sind.

Sieger der Transatlantik-Regatta der Einhandsegler ist der 65-Jährige Philip Welt (USA). Mit dem 15 m langen Trimaran “Moxie” legt er die Strecke von Plymouth nach Newport/US-Bundesstaat Rhode Island in 18 Tagen zurück.

In El Salvador legt ein 48stündiger Generalstreik, zu dem oppositionelle Gruppen aufgerufen haben, das öffentliche Leben weitgehend lahm. In den folgenden Tagen kommt es erneut zu einer Eskalation der Gewalt zwischen Regimegegnern und dem Militär.

26.6.1980, Donnerstag

Auf einer Pressekonferenz in Paris gibt der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing bekannt, dass Frankreich eine Neutronenbombe entwickeln werde. Diese Waffe vernichtet durch radioaktive Strahlung Menschenleben in weitem Umkreis, Gebäude jedoch nur bis zu 200 m um die Explosionsstelle.

Der syrische Staatspräsident Hafis Asad entgeht leicht verletzt einem Mordanschlag. Urheber des Attentats ist vermutlich die radikale Moslembruderschaft.

Die vom Bundestag eingesetzte Enquetekommission “Zukünftige Kernenergie-Politik” empfiehlt in ihrem Abschlussbericht, eine Entscheidung über die weitere Nutzung der Atomkraft bis 1990 aufzuschieben.

Der Bundestag in Bonn verabschiedet eine Neuregelung des Betäubungsmittelgesetzes, durch die größere Rauschgiftdelikte künftig mit härteren Strafen bedroht werden.

27.6.1980, Freitag

Die bayerische Staatsregierung droht mit der Kündigung des ARD-Vertrags, weil die Fernsehberichterstattung einseitig sei.

Der Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung geht an die DDR-Schriftstellerin Christa Wolf.

Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini richtet scharfe Angriffe gegen Staatspräsident Abol Hassan Banisadr. Er wirft ihm Unfähigkeit und Tatenlosigkeit vor und fordert ihn auf, von seinem Amt zurückzutreten, wenn er dieses nicht ausüben könne.

28.6.1980, Samstag

In Ankara treffen die Außenminister Griechenlands und der Türkei zu einem Gespräch zusammen, um die schwierigen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verbessern. Einer der kritischen Punkte, die Hoheitsrechte über die Ägäis, kommt bei der Unterredung allerdings nicht zur Sprache.

Das Institut der deutschen Wirtschaft veröffentlicht in Bonn eine Studie über die Lohnkosten in verschiedenen Ländern. Am höchsten sind diese in Belgien, Schweden, den Niederlanden, der Bundesrepublik und der Schweiz.

29.6.1980, Sonntag

Die 50-Jährige Vigdís Finnbogadóttir Direktorin des Reykjavíker Stadttheaters, wird zur ersten Staatspräsidentin von Island gewählt.

Bei den Präsidentschaftswahlen in Bolivien erreicht keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit. Damit ist die geplante Machtübergabe von der Militärjunta an eine zivile Regierung gefährdet.

30.6.1980, Montag

Während einer Parlamentsdebatte erleidet der israelische Ministerpräsident Menachem Begin einen leichten Herzinfarkt, der ihn zu einer mehrwöchigen Arbeitspause zwingt.

Papst Johannes Paul II. bricht zu einer zwölftägigen Reise nach Brasilien auf. Es ist bereits die dritte Auslandsreise, die das Oberhaupt der katholischen Kirche 1980 unternimmt.

Der Oberste Gerichtshof der USA bestätigt ein Urteil, wonach die Regierung für beschlagnahmtes Indianerland Entschädigung zahlen muss.

Im ersten Halbjahr 1980 ist Japan größter Automobilhersteller der Welt geworden.