Was geschah im Juni 1994

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1.6.1994, Mittwoch

Die baskische Untergrundorganisation ETA erschießt den Brigadegeneral Juan José Hernandez Rovira vor dessen Privathaus.

2.6.1994, Donnerstag

Bei einem israelischen Angriff auf einen Stützpunkt der proiranischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon sterben 45 Menschen.

3.6.1994, Freitag

Die USA beginnen mit dem 1977 vereinbarten Abzug ihrer Truppen aus Panama, das bis Ende 1999 von den US-Streitkräften geräumt sein soll.

4.6.1994, Samstag

Im Land Brandenburg wird eine rechtsextremistische “Wehrsportgruppe Dragon” von der Polizei zerschlagen. Als mutmaßlicher Anführer wird ein 33 Jahre alter Unteroffizier der Bundeswehr festgenommen.

Der Äthiopier Haile Gebreselasie läuft mit 12:56,96 Min. Weltrekord über 5000 m und bricht den Rekord des Marokkaners Said Aouita (12:58,39 Min.).

5.6.1994, Sonntag

Sieger der French Open in Paris werden Arantxa Sanchez Vicario und Sergi Bruguera (beide Spanien).

6.6.1994, Montag

Mit Gedenkfeiern in Frankreich und Großbritannien wird an die Invasion der Alliierten in der Normandie vor 50 Jahren erinnert. 13 Staats- und Regierungschefs sowie Zehntausende Veteranen nehmen daran teil.

Bei einem Erdbeben, dessen Ausläufer noch in den USA zu spüren sind, sterben in Kolumbien 628 Menschen. Das Beben erreicht die Stufe 6,4 auf der Richter-Skala.

7.6.1994, Dienstag

Nach Dänemark und Norwegen erkennt auch Schweden homosexuelle Partnerschaften gesetzlich an und stellt sie herkömmlichen Ehen gleich.

8.6.1994, Mittwoch

Die bosnischen Kriegsparteien verpflichten sich, einen Monat lang keine offensiven militärischen Aktionen zu unternehmen. Der Versuch, Serben, Muslime und Kroaten auf einen Waffenstillstand zu verpflichten, scheitert hingegen.

9.6.1994, Donnerstag

Das US-Repräsentantenhaus stimmt entgegen dem Votum von Präsident Bill Clinton für die Aufhebung des UN-Waffenembargos gegen Bosnien.

10.6.1994, Freitag

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) beschließt in der nordbrasilianischen Stadt Belem do Para eine Verschärfung der Sanktionen gegen Haiti, um die Wiedereinsetzung von Präsident Jean Bertrand Aristide zu erzwingen.

11.6.1994, Samstag

Der des Strafgesetzbuches tritt außer Kraft. Er stellte homosexuelle Handlungen erwachsener Männer an männlichen Jugendlichen unter 18 Jahren unter Strafe.

12.6.1994, Sonntag

Bei den Wahlen zum Parlament der Europäischen Union legen in Deutschland CDU und CSU zu, die SPD verliert Stimmen.

Die österreichischen Wähler entscheiden sich mit 66,4% für den Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union.

In der Schweiz sprechen sich die Bürger mit 57,2% gegen die Aufstellung einer 600 Mann starken Truppe für Friedenseinsätze der Vereinten Nationen aus.

13.6.1994, Montag

Nordkorea erklärt seinen sofortigen Austritt aus der Internationalen Atomenergie-Kommission (IEAO). Die IEAO hatte am 10. Juni Sanktionen gegen das Land beschlossen.

14.6.1994, Dienstag

Der IG-Metall-Funktionär Dieter Schulte wird auf dem 15. Ordentlichen DGB-Bundeskongress zum Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes gewählt.

16.6.1994, Donnerstag

Mit der Aufhebung von Vorschriften des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb können Verbraucher jetzt um Preisnachlässe feilschen.

17.6.1994, Freitag

Der Bundestag billigt eine Entschließung zum Abschlussbericht der Enquetekommission zur Aufarbeitung der SED-Herrschaft.

Im Eröffnungsspiel der 15. Fußball-WM schlägt Deutschland Bolivien 1:0.

18.6.1994, Samstag

Zu ihrer letzten gemeinsamen Parade auf der Straße des 17. Juni marschieren vor rd. 75 000 Zuschauern in Berlin Truppen der drei Westalliierten auf.

19.6.1994, Sonntag

In der Stichwahl wird Ernesto Semper Pizano, der Kandidat der Liberalen Partei, mit 50,3% der Stimmen zum neuen Präsidenten von Kolumbien gewählt.

20.6.1994, Montag

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki räumt gegenüber dem “Spiegel” ein, dass er Ende der 40er Jahre Mitarbeiter des polnischen Geheimdienstes war.

21.6.1994, Dienstag

Der sog. Schalck-Untersuchungsausschuss des Bundestages legt nach drei Jahren Ermittlungsarbeit seinen Abschlussbericht vor.

22.6.1994, Mittwoch

Der UNO-Sicherheitsrat stimmt der Entsendung einer internationalen Eingreiftruppe unter französischer Führung nach Ruanda zu. Am folgenden Tag läuft die sog. Operation Türkis an.

Als 21. Land unterzeichnet Russland die NATO-Initiative Partnerschaft für den Frieden.

23.6.1994, Donnerstag

Als Ergebnis einer privat gehaltenen Reise des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter lässt das kommunistische Nordkorea wieder eine ungehinderte Kontrolle seiner Atomanlagen zu.

24.6.1994, Freitag

Der russische Präsident Boris Jelzin sowie die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) unterzeichnen auf der griechischen Insel Korfu ein Kooperations- und Partnerschaftsabkommen.

25.6.1994, Samstag

Rd. 50 000 Kurden aus dem In- und Ausland demonstrieren in Frankfurt am Main gegen deutsche Waffenlieferungen in die Türkei und für eine friedliche Lösung des Kurdenproblems.

26.6.1994, Sonntag

Das konservativ-liberale Regierungsbündnis in Sachsen-Anhalt verliert bei der Landtagswahl seine Mehrheit. Die SPD bildet eine rot-grüne Minderheitsregierung.

In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt der Stadt Hoyerswerda wird mit Horst-Dieter Brähmig erstmals ein Kandidat der PDS zum Bürgermeister einer größeren deutschen Stadt gewählt.

27.6.1994, Montag

Eine Giftgaswolke tötet in der japanischen Stadt Matsumoto sieben Menschen und verletzt 58 weitere. Ein Mann hatte in seinem Garten chemische Experimente durchgeführt.

28.6.1994, Dienstag

Drei Männer bringen in Südrussland einen Bus mit 41 Passagieren in ihre Gewalt und erpressen umgerechnet 4,8 Mio. DM.

29.6.1994, Mittwoch

Der Deutsche Bundestag billigt mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit die bis zuletzt umstrittene Postreform II.

Tomiichi Murayama, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei wird als Nachfolger des am 25. Juni nach nur 59-tägiger Amtszeit zurückgetretenen Tsutomu Hata zum Premier Japans gewählt.

Nach der Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes erhängt sich der als Knast-Poet bekannte Österreicher Jack Unterweger in seiner Zelle.

30.6.1994, Donnerstag

In der Nähe der südfranzösischen Stadt Toulouse stürzt ein Airbus A 330 bei einem Testflug ab, bei dem neue Triebwerke erprobt werden sollten. Die siebenköpfige Besatzung kommt dabei ums Leben.