Was geschah im März 1905

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Wetterstationen März 1905

1.3.1905, Mittwoch

Der britische Flottenetat 1905/06 veranschlagt Kosten von 33,389 Mio. Pfund (rund 628 Mio. Mark) gegenüber 36,889 Mio. Pfund (753 Mio. Mark) im Vorjahreszeitraum. Die Verringerung um mehr als 9% wird u.a. damit begründet, dass die Forderungen für neue Projekte und Reparaturen geringer würden. Der Hauptgrund ist jedoch der Bau der Dreadnought-Kampfschiffe, der kleinere Kampfschiffe überflüssig macht.

2.3.1905, Donnerstag

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner, der Staatssekretär des Reichsamts des Innern, kündigt vor dem Reichstag in Berlin eine Reform und Erweiterung der Sozialversicherung an. Als frühestmöglichen Termin nennt er 1910.

3.3.1905, Freitag

Der russische Zar Nikolaus II. stellt in einem Erlass an das Innenministerium Reformen unter Mitarbeit nichtadliger Kreise in Aussicht.

Der russische Botschafter in London Aleksandr K. Graf Benkendorff, überreicht dem britischen Außenminister Henry Charles Keith Petty-Fitzmaurice Marquess of Lansdowne die Entschädigungssumme von 65 000 britischen Pfund (rund 1,3 Mio. Mark) für die Huller Fischer, die 1904 vom russischen Zweiten Ostasiatischen Geschwader in der Nordsee versehentlich beschossen worden waren.

Der britische Staatssekretär für Irland, George Wyndham (konservativ), tritt nach Protesten seiner Partei zurück. Er plante, Irland größere Selbständigkeit in Verwaltungsfragen zu gewähren. Nachfolger wird Walter Long. Die Iren verlangen von der Regierung das sog. Homerule (Selbstregierung) im Rahmen des britischen Empire.

Der deutsche Zoologe Fritz Schaudinn entdeckt am Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin den Erreger der Syphilis.

4.3.1905, Samstag

In Washington wird Theodore Roosevelt als US-Präsident in seine zweite Amtsperiode eingeführt. Der Republikaner Roosevelt hatte das Amt 1901 übernommen.

Der Hottentotten-Führer Hendrik Witbooi überfällt während des Hottentottenkriegs in Deutsch-Südwestafrika zwischen Zwartfontein und Witkranz einen deutschen Wagentransport. Bei den Kämpfen kommen auf deutscher Seite elf Mann ums Leben.

Der italienische Ministerpräsident Giovanni Giolitti reicht “wegen andauernder Kränklichkeit” seinen Rücktritt ein. Daraufhin brechen die Eisenbahner ihren Streik, den sie wegen Giolittis neuen Eisenbahngesetzes begonnen hatten, ab.

Das naturalistische Drama “Elga” von Gerhart Hauptmann wird mit Irene Triesch in der Titelrolle am Lessing-Theater in Berlin uraufgeführt.

Auf Anordnung des österreichischen Justizministeriums werden die deutschen Übersetzungen von Werken der französischen Schriftsteller Guy de Maupassant, Alfred de Musset und Octave Mirabeau, die im “Wiener Verlag” erschienen sind, beschlagnahmt. Nach Ansicht des Justizministeriums handelt es sich bei den genannten Autoren um “höchst anstößige, unzüchtige und pornographische” Schriftsteller, deren Werke in einem katholischen Land nicht weiterverbreitet werden sollten.

5.3.1905, Sonntag

In den russischen Gouvernements Saratow, Orel und Kursk brechen Bauernrevolten aus, die rasch um sich greifen. Im Frühjahr erfassen die Unruhen bereits 20%, im Herbst über 37% aller Landkreise des europäischen Teils von Russland.

In Berlin findet ein Fußballspiel der Stadtauswahlen von Berlin und Wien statt.

6.3.1905, Montag

Papst Pius X. fordert in einem Brief an den österreichischen Episkopat zu “begeistertem” Kampf gegen die Los-von-Rom-Bewegung auf. Diese Bewegung, deren prominentester Verfechter der Deutschnationale Georg Ritter von Schönerer ist, agitiert für den Massenaustritt deutschsprachiger Österreicher aus der katholischen Kirche, um damit gegen die angeblich deutschfeindliche und slawenfreundliche Haltung vieler katholischer Priester zu protestieren.

7.3.1905, Dienstag

In Addis Abeba wird zwischen dem Kaiserreich Abessinien und dem Deutschen Reich der “Freundschafts- und Handelsvertrag” unterzeichnet.

Nationalistische bulgarische Extremisten unternehmen mehrere bewaffnete Einfälle in das zum Osmanischen Reich gehörende Makedonien.

8.3.1905, Mittwoch

Aus der britischen Flotte werden 155 Schiffe als unbrauchbar ausgemustert; darunter befinden sich vier Schlachtschiffe aus den 80er Jahren und vier große Kreuzer aus dem Jahr 1889.

Der badische Justizminister Alexander Freiherr von Dusch wird neuer Ministerpräsident als Nachfolger des aus Gesundheitsgründen zurückgetretenen Arthur von Brauer.

Ein Kriegsgericht der 1. Gardedivision in Berlin verurteilt einen Sergeanten zu eineinhalb Jahren Gefängnis, Degradierung und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Er hatte monatelang 44 Untergebene homosexuell missbraucht.

Französische Zeitungen melden einen angeblichen Brand des Louvre in Paris. Grund der Meldung ist eine Fotomontage.

9.3.1905, Donnerstag

Im Küstengebiet von Deutsch-Südwestafrika kommt es zu schweren Gefechten zwischen aufständischen Hottentotten und Soldaten der Kolonialmacht. Beide Seiten beklagen hohe Verluste.

In Breslau sterben erneut zwei Personen an Genickstarre (übertragbare Hirnhautentzündung). Diese epidemische Krankheit, die seit Ende November in Oberschlesien auftritt, hat bereits mehr als 300 Menschenleben gefordert. Allein in Königshütte (Chorzów) sterben in der dritten Märzwoche 18 Kinder daran.

Nach dem Besuch einer Untersuchungskommission in der Kolonie Belgisch-Kongo begeht der Vizegouverneur, der belgische General Paul Costermans, Selbstmord. Grund sind die von der Kommission festgestellten Grausamkeiten an den Ureinwohnern, die während Costermans Tätigkeit begangen wurden.

In der Nacht auf Freitag brennen 20 Zimmer und Nebenräume des Hospizes auf dem Gotthardpassvöllig aus, weil die Holzverkleidung eines Kamins durch Überhitzung eines Ofens Feuer gefangen hatte.

10.3.1905, Freitag

Die seit dem 19. Februar andauernde Schlacht bei Mukden endet mit einem Sieg der Japaner.

König Karl von Rumänien betont bei der Eröffnung des Parlaments in Bukarest Sympathie für die im Osmanischen Reich lebenden Makedo-Rumänen. Wie Griechenland und Bulgarien erhebt auch Rumänien Ansprüche auf Makedonien, das zum Osmanischen Reich gehört und von Unruhen, die von Nationalisten hervorgerufen wurden, erschüttert wird.

In Monte Carlo endet das internationale Tennisturnier.

11.3.1905, Samstag

Christian Michelsen wird norwegischer Staatsminister. Sein Vorgänger Francis Hagerup, der sich in den Unionsverhandlungen mit Schweden verhandlungswillig gezeigt hatte, war auf Druck der Öffentlichkeit zurückgetreten.

Zar Nikolaus II. löst eine im Februar gebildete Kommission, welche die Ursachen der Arbeiterunruhen untersuchen sollte, wieder auf. Die Arbeiter hatten sich geweigert, Vertreter in diese Kommission zu entsenden.

ln Eisenach wird der sog. Erste Deutsche Studententag eröffnet.

Anlässlich des 84. Geburtstags des bayerischen Prinzregenten Luitpold eröffnet sein Sohn, Prinz Ludwig, in München das am Hofgarten gelegene Armeemuseum.

13.3.1905, Montag

Bei den Kommunalratswahlen in allen 49 spanischen Provinzen erhalten die Konservativen 206 Mandate, die Liberalen 101 und die Demokraten 99. Weit abgeschlagen rangieren die Republikaner mit 39 Mandaten. Die Regierung Raimundo Fernández Villaverde bezeichnet dieses Ergebnis als vollen Erfolg ihrer Politik.

US-Präsident Theodore Roosevelt hält auf dem Nationalkongress der Mütter in New York eine Rede über Rassenselbstmord und Mutterpflichten.

14.3.1905, Dienstag

Der britische Premierminister Arthur James Balfour (konservativ) bezeichnet es im Unterhaus in London als “Unmöglichkeit”, dass eine ausländische Macht in Großbritannien einfallen könne mit dem Ziel, das Land zu erobern. Parteifreunde hatten vor der Stärke der deutschen Flotte gewarnt.

15.3.1905, Mittwoch

Der neue norwegische Staatsminister Christian Michelsen gibt seine Regierungserklärung ab. Darin betont er, die Regierung werde gegenüber Schweden das verfassungsmäßige Recht Norwegens auf ein eigenes Konsulatswesen durchsetzen.

Die SPD fordert im Reichstag in Berlin die Regierung auf, die Auslieferungsverträge Bayerns und Preußens mit Russland aufzuheben. Das Russische Reich habe keine regelmäßige, einem Kulturstaat angemessene Rechtspflege, daher sei eine Auslieferung an Russland “Barbarei”. Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow lehnt diese Kritik der russischen Zustände ab, da sie nicht auf Sachkenntnis beruhe.

Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow spricht sich im Reichstag in Berlin gegen eine Zentrums-Resolution aus, wonach dem Reichsland Elsass-Lothringen eine verfassungsmäßige Regierung sowie eine selbständige Vertretung im Bundesrat gewährt werden soll.

16.3.1905, Donnerstag

Zeitungen in Frankreich melden, dass deutsche Unternehmen zwischen Addis Abeba, der Residenzstadt von Abessinien (Äthiopien) und Dschibuti (Djibouti), dem Verwaltungssitz der französischen Kolonie Somaliküste, eine Eisenbahn bauen werden. Die deutsch-französische Konkurrenz, die in Marokko offen zutage tritt, kommt damit auch in Abessinien zum Tragen.

In der Kirche Saint George in London heiraten der italienische Physiker Guglielmo Marconi, der Erfinder der drahtlosen Telegraphie, und die Irin Beatrice O’Brien.

In Berlin protestieren mehr als 2500 Büroangestellte von Anwaltskanzleien gegen ihre “demütigende” Bezahlung. Nach der amtlichen Statistik der Krankenkassen verdienen 20% der Angestellten weniger als 35 Mark im Monat, 19% zwischen 35 und 70 Mark, 15% zwischen 70 und 100 und weitere 19% zwischen 100 und 166 Mark. Von den restlichen 27% kämen die meisten auf ein Monatsgehalt von unter 200, wenige auf 200 bis 300 Mark, nur drei Bürovorsteher bezögen 500 Mark.

Pietro Mascagnis Musikdrama “Amica” wird im Théâtre du Casino in Monte Carlo mit Geraldine Farrar in der Titelrolle uraufgeführt.

17.3.1905, Freitag

Die französische Abgeordnetenkammer in Paris verabschiedet das umstrittene Wehrgesetz. Dadurch wird die zweijährige statt der bisher üblichen dreijährigen Dienstzeit eingeführt. Der Ausfall des dritten Jahres bedeutet eine Verringerung der Truppenstärke um 110 000 Mann. Kritiker sehen in dem Gesetz eine “dramatische Gefährdung der französischen Sicherheit”.

Das britische Unterhaus in London genehmigt das Gesetz über die Einführung des Acht-Stunden-Tags für im Kohlenbergbau beschäftigte Arbeiter unter 18 Jahren.

Der österreichische Ministerpräsident Paul Freiherr Gautsch von Frankenthurn erklärt im Abgeordnetenhaus in Wien während einer Debatte über die Beziehungen zwischen Österreich und Ungarn, er werde gegenüber den nationalistischen Bestrebungen Ungarns eindeutig die Interessen Österreichs vertreten.

Der spanische Sänger und Gesangspädagoge Manuel García feiert in London seinen 100. Geburtstag.

General Nikolai P. Linewitsch löst Aleksei N. Kuropatkin als Oberbefehlshaber der russischen Truppen im Fernen Osten ab.

18.3.1905, Samstag

57 Jahre nach der Märzrevolution von 1848 werden im ganzen Deutschen Reich Gedenkfeiern veranstaltet. Die bedeutendste findet auf dem Friedhof der Märzgefallenen in Berlin statt. Von der Polizei verboten wurde eine Anarchistenversammlung unter dem Motto “Die geschichtliche Bedeutung der Märzkämpfe” im Böhmischen Brauhaus in Berlin.

Das russische Konsulat in der Berliner Hedemannstraße erhält eine Sonderbewachung durch preußische Schutzleute. Ihre Aufgabe ist es, Attentate aus dem Zarenreich geflohener Exilrussen zu verhindern.

19.3.1905, Sonntag

Die italienische Nachrichtenagentur Agenzia Stefani meldet den Abschluss eines Schutzvertrags zwischen der italienischen Regierung und dem “tollen” Mullah von Somaliland. Danach unterstellt sich der Mohammedanerführer, der den Briten 1902/03 mehrere Niederlagen beigebracht hat, der italienischen Schutzherrschaft.

Am Muckenkogel bei Lilienfeld führt Matthias Zdarsky den ersten Torlaufwettbewerb im Skifahren durch. Auf einer Strecke von 489 m Höhenunterschied sind 85 Tore ausgesteckt.

In Santiago de Chile stürzt das Teatro Lirico ein. Zahlreiche Menschen werden dabei getötet.

Hermann Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, der Statthalter des Reichslandes Elsass-Lothringen, eröffnet im alten Schloss in Straßburg die “Wanderausstellung deutscher Künstler am Rhein”. Zum ersten Mal, so Hohenlohe-Langenburg, sei es mit dieser Ausstellung in “Jungdeutschland” gelungen, zwischen deutscher und französischer Kunst eine Brücke zu schlagen.

Bei einer Volksabstimmung in der Schweiz wird der Erfindungsschutz (Patentrecht) von künstlerischen auf chemische und gewerblich verwendbare Erfindungen ausgedehnt.

Der marokkanische Sultan Abd Al Asis ernennt den Rebellenführer Mulai Ahmed Ibn Muhammed Raisuli zum Gouverneur der Atlas-Stämme, die bisher dem Aufständischen Bu Hamara gefolgt sind.

20.3.1905, Montag

Kaiser Wilhelm II. ernennt Theobald von Bethmann Hollweg als Nachfolger des verstorbenen Hans Freiherr von Hammerstein-Loxten zum preußischen Innenminister.

Bei der Beratung der Friedenspräsenzstärke im Reichstag in Berlin spricht sich August Bebel (SPD) gegen eine Verstärkung der Armee aus, da diese in der momentanen politischen Lage keinerlei Rechtfertigung finde. Vor allem die Vermehrung der Kavallerie sei unnötig, wie der Russisch-Japanische Krieg beweise.

Die Vereinigung der Handelskammern des niederrheinisch-westfälischen Industriegebiets spricht sich gegen die preußische Bergnovelle aus. Sie würde die Kohlenpreise erhöhen und die Partei der Sozialdemokraten stärken.

21.3.1905, Dienstag

Bei der Beratung des Militäretats im Reichstag in Berlin kritisieren Sprecher mehrerer Parteien Misshandlungen von Untergebenen durch Offiziere sowie die Militärrechtsprechung.

Das umgebaute Königliche Schauspielhaus in Berlin wird in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. mit einer Aufführung von Heinrich von Kleists Schauspiel “Prinz Friedrich von Homburg” feierlich eröffnet.

22.3.1905, Mittwoch

Eine Ausweitung der revolutionären Unruhen im Russischen Reich wird von der Petersburger Telegraphenagentur aus Kaukasien und Transkaukasien gemeldet. Über das Gouvernement Kutais wird der Belagerungszustand verhängt.

Die Düsseldorfer Strafkammer spricht den Hauptlehrer Gustav Brockers vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung frei. Brockers hatte einen Schüler der einen Satz nicht lesen konnte, gewürgt und mit dem Kopf gegen die Tafel gestoßen. In der Beweisaufnahme war festgestellt worden, dass Brockers auch andere Schüler an Kehle und Hinterkopf festzuhalten und heftig zu schütteln pflege, weil das “die Denkfähigkeit anrege”. Das Gericht ist jedoch der Überzeugung, dass “eine subjektive Überschreitung des Züchtigungsrechtes nicht vorliegt”.

23.3.1905, Donnerstag

Bei der Enthüllung des Kaiser-Friedrich-Denkmals in Bremen hält Kaiser Wilhelm Il. eine Rede über die deutsche Weltpolitik. Dabei fällt der Satz: “Wir sind das Salz der Erde.”

24.3.1905, Freitag

Der chilenische Präsident Cipriano Castro lehnt den Vorschlag der USA ab, die Lösung von Streitigkeiten zwischen Chile und den Vereinigten Staaten einem internationalen Schiedsgericht zu übertragen.

Auf der Krim brechen revolutionäre Unruhen aus. In Jalta wird das kaiserliche Schloss geplündert. Militär und Kriegsschiffe stellen die Ruhe wieder her.

25.3.1905, Samstag

Die deutsche Kaiserin Auguste Viktoria trifft in Civitavecchia mit dem italienischen Königspaar, Viktor Emanuel III. und Helene, zusammen.

26.3.1905, Sonntag

Bei Saloniki, das zum Osmanischen Reich gehört, liefern sich griechische und bulgarische Extremisten blutige Kämpfe.

27.3.1905, Montag

Nach einer Übergangsregierung unter Außenminister Tommaso Tittoni bildet Alessandro Fortis als italienischer Ministerpräsident eine neue Regierung.

Kaiser Wilhelm II. wird zu Beginn seiner Mittelmeerreise in Lissabon von König Carlos I. von Portugal empfangen. Beim Galadiner bringen die Monarchen Toaste auf die guten Beziehungen ihrer Länder aus.

ln einem geheimen Konsistorium beklagt Papst Pius X. die geplante Trennung von Staat und Kirche in Frankreich.

28.3.1905, Dienstag

In Berlin tritt der erste preußische Bergarbeitertag zusammen. Auf ihm treffen sich Vertreter der christlichen und der sozialdemokratischen sowie der Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften.

29.3.1905, Mittwoch

Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow betont im Reichstag in Berlin anlässlich der Mittelmeerreise von Kaiser Wilhelm II., das Deutsche Reich erstrebe in Marokko keine territorialen Vorteile.

Zar Nikolaus II. beauftragt den Generalgouverneur von Russisch-Polen, die revolutionären Unruhen “gesetzmäßig” und “fest” zu unterdrücken und gleichzeitig Reformen auszuarbeiten.

30.3.1905, Donnerstag

Auf der Nationalversammlung der Kreter in Chania proklamieren die Vertreter der nationalistischen panhellenischen Volksgruppen die Vereinigung der Insel mit Griechenland. Kreta gehört zum Osmanischen Reich.

31.3.1905, Freitag

Kaiser Wilhelm II. landet in Tanger, um gegen das Vordringen Frankreichs in Marokko zu protestieren.

Der Deutsche Reichstag in Berlin nimmt die Gesetze über die Friedenspräsenzstärke des Heeres und die Änderung der Wehrpflicht an.

Nach Behördenangaben aus Britisch-Indien sind in Indien in diesem Monat 150 000 Menschen an der Pest gestorben. lm Januar waren es 126 526, im Februar 125 041.