Was geschah im März 1908

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Wetterstationen März 1908

1.3.1908, Sonntag

Beim Autorennen New York- Paris trifft der erste Wagen, der Protos des deutschen Oberleutnants Hans Koeppen, in Chicago ein.

In Paris findet eine Protestversammlung der Sozialisten gegen das französische Engagement in Marokko und gegen die Ausweisung russischer Sozialisten aus Frankreich statt. Der Sozialistenführer Jean Jaurès erklärt, dass die Marokko-Expedition nur zugunsten der Kapitalisten unternommen worden sei.

2.3.1908, Montag

Der Polizeichef von Chicago, George Shippy, wird bei einem anarchistischen Attentat leicht verletzt.

Im britischen Unterhaus in London fordert James Ramsey MacDonald von der Labour Party Einschränkungen in den Ausgaben für die Bewaffnung. Der konservative Abgeordnete Arthur James Balfour erklärt dazu, eine Verminderung der Militärausgaben vertrage sich nicht mit der nationalen Sicherheit. MacDonalds Resolutionsentwurf wird schließlich mit 320 gegen 73 Stimmen abgelehnt.

In Wien wird die Broschüre “Katholische Weltanschauung und freie Wissenschaft” des Innsbrucker Kirchenrechtslehrers Ludwig Wahrmund konfisziert. Er greift darin das Modernismus-Programm von Papst Pius X. massiv an. Am 14. März erklärt der österreichische Ministerpräsident Max Wladimir Freiherr von Beck, dass durch die Aussagen Wahrmunds eine Beleidigung einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft erfolgt sei.

Der französische Physiker Gabriel Lippmann stellt in der Academie des sciences in Paris die “dreidimensionale” Farbfotografie vor. Für seine Forschungen auf diesem Gebiet erhält er den diesjährigen Nobelpreis für Physik.

3.3.1908, Dienstag

Das preußische Abgeordnetenhaus in Berlin nimmt die sog. Enteignungsvorlage endgültig an.

Frankreich entsendet Truppenverstärkungen nach Marokko. Von Tunis und Algerien sollen dazu 4000 Mann abkommandiert werden.

Die Einwanderungsbehörden in den USA werden angewiesen, das Land von ausländischen Anarchisten zu befreien, die aufgrund des Einwanderungsgesetzes deportiert werden können.

Der Heilige Synod in Petersburg (1924- 1991 Leningrad) beschließt die Exkommunikation Leo N. Tolstois aufzuheben, wenn sich dieser von seinen Lehren lossagt. Tolstoi war 1901 aus der russisch-orthodoxen Kirche, die seine Schriften als Irrlehren bekämpft, ausgeschlossen worden.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren kommt die Zahl der Auswanderungen aus New York jener der Einwanderungen gleich. Der Grund dafür ist die anhaltende Wirtschaftskrise.

4.3.1908, Mittwoch

In Jena unternehmen religiöse Fanatiker einen Attentatsversuch auf den Zoologen und Philosophen Ernst Haeckel, der jedoch misslingt. Haeckel hat 1906 die Freidenkervereinigung “Monistenbund” gegründet.

Bei einer Brandkatastrophe in einer Schule in Cleveland, US-Bundesstaat Ohio, kommen 180 Kinder und zwei Lehrerinnen ums Leben. Das Schulgebäude war mit keinerlei Brandschutzvorrichtungen ausgestattet.

5.3.1908, Donnerstag

Nach langwierigen Verhandlungen zwischen König Leopold II. und der belgischen Regierung unter Ministerpräsident Frans Schollaert wird ein Abkommen über den Kongostaat geschlossen.

Das traditionsreiche Hoftheater in Meiningen fällt einem Brand zum Opfer. Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen, unter dessen Leitung die “Meininger” zu einem Begriff für realistische Theateraufführungen geworden waren, verspricht den Wiederaufbau des Theaters.

6.3.1908, Freitag

Auf der Durchreise zum Seebad Biarritz trifft der britische König Eduard VII. in Paris mit dem französischen Staatspräsidenten Armand Fallières, Ministerpräsident Georges Clemenceau und Außenminister Stéphan Pichon zusammen.

Die “Times” bezeichnet einen Brief Kaiser Wilhelms II. an den Ersten Lord der britischen Admiralität, Edward Tweedmouth, als Versuch, “den für unser Marinebudget verantwortlichen Minister im Interesse Deutschlands zu beeinflussen”.

7.3.1908, Samstag

Japan stellt China wegen der Beschlagnahmung des Dampfers “Tatsu Maru” am 6. Februar vor Macau ein Ultimatum, weil sich der Vizekönig von Kwangtung geweigert hat, die Angelegenheit “in freundschaftlicher Weise” zu regeln.

Die halbamtliche vatikanische Tageszeitung “Osservatore Romano” veröffentlicht ein Dekret, womit über den französischen Theologen Alfred Loisy der feierliche Bann verhängt wird. Dieser beharre nicht nur auf seinen früheren modernistischen Irrtümern, sondern habe sich auch gegen das Motuproprio lamentabile, d. h. gegen eine persönliche Bitte des Papstes, aufgelehnt.

Im Deutschen Reich tritt eine Gesetzesänderung über das Telegrafenwesen in Kraft. Danach wird die Funktechnik zum Hoheitsrecht des Staates erklärt.

8.3.1908, Sonntag

Eine deutsche Patrouille wird bei Kubub, am Westrand der Kalahariwüste in Deutsch-Südwestafrika (Namibia) von Hottentotten angegriffen und erschossen.

9.3.1908, Montag

In beiden Häusern des britischen Parlaments in London wird der Briefwechsel zwischen Kaiser Wilhelm II. und Lord Edward Tweedmouth lebhaft diskutiert.

10.3.1908, Dienstag

In dem portugiesischen Ort Salsa kommt es während eines Karnevalsumzugs zu einer tragischen “Wiederholung” des Lissabonner Königsmords. Dabei erschießt ein junger Mann irrtümlich seinen Vater.

Ein 30-Jähriger Schwede feuert auf das norwegische Königsschloss in Kristiania mehrere Schüsse ab. Nach seiner Verhaftung erklärt der Attentäter, er habe Haakon VII. töten wollen, da Norwegen keinen König brauche. Dieser befand sich zum Zeitpunkt des Anschlags nicht im Schloss.

11.3.1908, Mittwoch

Die Abgeordnetenkammer in Rom debattiert über die italienische Balkanpolitik.

Während seines Aufenthalts in Barcelona besucht der spanische König Alfons XIII. ein im Hafen ankerndes Schiff der österreichisch-ungarischen Flotte.

Der französische Senat in Paris genehmigt ein Ehescheidungsgesetz, demzufolge eine dreijährige Trennung von Tisch und Bett genügt, um auf Antrag eines Partners gesetzlich geschieden zu werden.

Der Direktor der Berliner Nationalgalerie, Hugo von Tschudi, kündigt seinen Rücktritt an. Die Gründe dafür liegen in Differenzen mit Kaiser Wilhelm II., dem Tschudis Ankaufspolitik nicht behagt. Nach einem längeren Urlaub kehrt Tschudi nicht mehr an seinen Posten zurück.

12.3.1908, Donnerstag

Serbien ersucht das Osmanische Reich um die Erlaubnis, von dem serbischen Ort Midare durch türkisches Gebiet bis zu dem Ort San Giovanni di Medina an der Adria eine Bahn zu bauen, die rein wirtschaftlichen Zwecken dienen soll. Das Ansuchen ist eine Reaktion auf den von Österreich-Ungarn angekündigten Bau einer Bahnlinie durch den Sandschak Novi Pazar.

13.3.1908, Freitag

Der Deutsche Reichstag in Berlin genehmigt rund 150 Mio. Mark für den Eisenbahnbau in den deutschen Kolonien. Damit sollen insgesamt 1450 neue Eisenbahnkilometer gebaut werden.

Vor dem “Hôtel des Postes” in Paris wird der erste Briefmarken- und Postkarten-Automat der Welt installiert.

Der seit 22. Februar dauernde Münchener Droschkenstreik endet zugunsten der Arbeitgeber. Die Chauffeure und Kutscher nehmen die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder auf.

In den nordchilenischen Salpeterwerken streiken die Arbeiter für höhere Löhne. In Iquique, dem Hauptort der Salpetergewinnung, geht das Militär gegen die Streikenden vor, 2500 Arbeiter werden erschossen.

Das britische Unterhaus in London lehnt einen Antrag der Labour Party auf Anerkennung des Rechts auf Arbeit mit einer Mehrheit von 149 Stimmen ab.

In Konstantinopel (Istanbul) erscheint ein Erlass des Sultans Abd Al Hamid II., durch den die internationale Verwaltung Makedoniens für weitere sieben Jahre genehmigt wird. Seit 1903 versuchen die europäischen Großmächte vergeblich, die unruhige, durch ständige Bandenkriege erschütterte türkische Balkanprovinz zu befrieden.

Die konservative norwegische Regierung unter Ministerpräsident Jørgen Løvland reicht infolge eines Misstrauensvotums der Opposition, die im Parlament die Mehrheit besitzt, die Demission ein. König Haakon VII. betraut den bisherigen Präsidenten des Stortings, des norwegischen Parlaments, Gunnar Knudsen, der auch der Führer der vereinigten linken Parteien ist, mit der Bildung einer neuen Regierung.

In Budapest finden Arbeiterdemonstrationen gegen die geplante Einführung des Pluralitätswahlrechts und für das allgemeine Wahlrecht statt. Bei Zusammenstößen mit der Polizei werden mehrere Demonstranten verletzt.

14.3.1908, Samstag

In Wien wird ein Handelsvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Serbien unterzeichnet. Damit endet ein jahrelanger Zollkrieg zwischen den beiden Staaten.

Wegen Tumultszenen im kroatischen Landtag in Agram wird dieser ohne Konstituierung und ohne Wahl der Delegierten für den ungarischen Reichstag vertagt. Vor dem Landtagsgebäude finden Demonstrationen gegen den Banus Paul Freiherr Rauch von Nyék und die ungarische Regierung statt.

15.3.1908, Sonntag

In Port-au-Prince auf Haiti bricht eine Revolution gegen den Diktator Alexis Nord aus. Zwölf Verschwörer werden von Regierungstruppen festgenommen und erschossen. Viele Gegner der Regierung flüchten in europäische Gesandtschaften.

16.3.1908, Montag

Ein Trupp Hottentotten unter der Führung Simon Coppers wird in der Kalahariwüste von deutschen Soldaten angegriffen. Bei den Kämpfen fallen 58 Eingeborene, zwölf Soldaten und zwei Offiziere.

China gibt den japanischen Dampfer “Tatsu Maru” frei und erfüllt alle ultimativen Forderungen Japans.

17.3.1908, Dienstag

Die britische Zeitung “Daily Mirror” veröffentlicht das durch Arthur Korns Bildfunkverfahren von Paris nach London übermittelte Foto eines Diebes. Ein Londoner Wirt erkennt darin einen soeben abgestiegenen Gast und verständigt die Polizei, die den Dieb verhaftet.

Den schnellsten K. o. in der bisherigen Geschichte der Schwergewichts-Box-Weltmeisterschaften erreicht Tommy Burns in Dublin gegen Jem Roche. Der Kampf dauert nur 1:21 min.

18.3.1908, Mittwoch

In Berlin finden zweitägige Straßendemonstrationen für die preußische Wahlrechtsreform statt. Die von den Sozialdemokraten organisierten Kundgebungen führen zu Zusammenstößen mit der Polizei und zahlreichen Verhaftungen.

Die russische Landesverteidigungskommission in Petersburg (1924- 1991 Leningrad) lehnt den Bau neuer Linienschiffe im Jahr 1908 mit 19 gegen 14 Stimmen ab. Die russische Staatskasse leidet noch immer unter dem 1905 gegen Japan verlorenen Krieg.

In Petersburg (1924- 1991 Leningrad) findet ein Duell zwischen den ehemaligen Verteidigern von Port Arthur (Lüna), den Generälen Fock und Smirnow statt, bei dem Smirnow schwer verwundet wird. Er hatte Fock während des Port-Arthur-Prozesses beleidigt, woraufhin ihn dieser zum Duell gefordert hatte. Fock und Smirnow waren wie Stössel, wegen der Übergabe Port Arthurs an die Japaner vor das Kriegsgericht gestellt, aber freigesprochen worden.

19.3.1908, Donnerstag

Die Verifikationsversammlung der italienischen Abgeordnetenkammer in Rom beantragt, dem ehemaligen Unterrichts- und Kultusminister Nunzio Nasi das Deputiertenmandat zu entziehen.

Die Bank von England in London setzt zum fünften Mal in diesem Jahr den Zinsfuß herab. Der neue Stand von 3% ist der niedrigste seit 1905.

Der französische Ministerrat in Paris beschäftigt sich mit der Weigerung des Direktors der Comédie-Française, Jules Claretie, das bereits angenommene und geprobte Stück “Le Foyer” von Octave Mirbeau aufzuführen. Claretie begründet seine ablehnende Haltung damit, dass in dem Drama ein Senator der auch ein Akademiker ist, eine schändliche Rolle spiele.

In Berlin löst der Zentrumsabgeordnete Adolf Gröber einen Konflikt zwischen dem Deutschen Reichstag und den Parlamentsberichterstattern aus. Nach einem Zwischenruf von der Journalistentribüne bezeichnet Gröber die Journalisten als “Saubengels”. Daraufhin stellen diese ihre Arbeit für einige Tage ein und nehmen sie erst am 24. März nach einer Entschuldigung Gröbers wieder auf.

20.3.1908, Freitag

Die isländischen Mitglieder der in Kopenhagen tagenden “Isländischen Kommission” beantragen eine Volksabstimmung in Island, die über eine Trennung der Insel von Dänemark entscheiden soll.

Die US-amerikanische Regierung nimmt die Einladung Japans an die amerikanische Flotte an, einen japanischen Hafen zu besuchen. Die Flotte läuft am 19. Oktober in Jokohama ein.

21.3.1908, Samstag

Mitglieder der Koalitionspartei des kroatischen Landtags richten in Agram einen Aufruf an die Nation, in dem sie das gegenwärtige Regime als verfassungswidrig bezeichnen und für die Einigkeit zwischen Kroaten und Serben eintreten.

In Paris wird ein Aufruf der nationalistischen “Ligue de la patrie française” angeschlagen, in dem gegen die vom Parlament beschlossene Überführung der Leiche des 1902 verstorbenen Schriftstellers Emile Zola ins Pantheon heftig Einspruch erhoben wird.

Auf dem Flugfeld von Issy bei Paris erfolgt der erste Flug mit einem Passagier. Der französische Pilot Henri Farman nimmt seinen Kollegen Léon Delagrange in seinem Doppeldecker “Voisin” mit.

22.3.1908, Sonntag

In Kanton (China) protestieren mehr als 50 000 Menschen auf einer öffentlichen Versammlung gegen die Nachgiebigkeit der chinesischen Regierung gegenüber Japan bezüglich des Dampfers “Tatsu Maru”.

In Berlin wird ein deutsch-französisches Annäherungskomitee gebildet, das eine nähere Beziehung zwischen den beiden Staaten auf kulturellem Gebiet fördern soll.

23.3.1908, Montag

Nach einer Kollision mit einem anderen Schiff sinkt bei Hakodate der japanische Küstendampfer “Mutsu Maru”. Dabei kommen über 250 Menschen ums Leben.

24.3.1908, Dienstag

Im Deutschen Reichstag in Berlin geht Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow in einer Rede über die auswärtige Politik auch auf den Brief Kaiser Wilhelms II. an Lord Edward Tweedmouth ein und betont den defensiven Charakter des deutschen Flottenbauprogramms.

Der autobegeisterte Prinz Heinrich von Preußen bekommt ein Patent auf die von ihm erfundenen ersten handbetriebenen Scheibenwischer.

25.3.1908, Mittwoch

Auf der Reise zum kaiserlichen Lustschloss Achilleion auf der griechischen Insel Korfu kommt Kaiser Wilhelm II. nach Venedig, wo er mit König Viktor Emanuel III. von Italien zusammentrifft.

In Leipzig werden 23 Tarifverträge für die Holzindustrie abgeschlossen, denen zufolge ab 1909 die Arbeitszeit schrittweise von 59 auf 55 Stunden wöchentlich herabgesetzt werden soll.

26.3.1908, Donnerstag

In Berlin findet eine Sitzung von Unternehmern und den Zentralverbänden im Baugewerbe statt, auf der Muster für Tarifverträge vereinbart werden. Dadurch wird ein großer Streik mit Aussperrungen vermieden.

27.3.1908, Freitag

Der Deutsche Reichstag in Berlin stimmt in dritter Lesung einer weiteren Änderung des Flottengesetzes zu, wonach bis 1911 noch vier “Dreadnought”-Großkampfschiffe gebaut werden sollen.

Die französische Abgeordnetenkammer in Paris bewilligt einen außerordentlichen Kredit für militärische Operationen in Marokko. Während der Debatte bestreiten Regierungsvertreter vehement die Vorwürfe des sozialistischen Abgeordneten Jean Jaurés, dass es bei der militärischen Aktion am 15. März zu Grausamkeiten der französischen Soldaten gegenüber marokkanischen Frauen und Kindern gekommen sei.

28.3.1908, Samstag

In New York kommt es zu schweren Kämpfen zwischen Tausenden Arbeitslosen und der Polizei. Mehrere Menschen werden getötet.

Anlässlich eines Konflikts zwischen einem jüdischen und einem polnischen Studenten erklärt der Berliner Universitätsrichter Paul Daude, dass es keine Beleidigung sei, einem Juden keine Satisfaktion zu geben.

29.3.1908, Sonntag

Der deutsche Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow kommt zu zweitägigen politischen Gesprächen nach Wien.

30.3.1908, Montag

Eine Affäre um die Besetzung des US-amerikanischen Botschafterpostens in Berlin wird durch eine Unterredung des deutschen Botschafters in Washington mit Präsident Theodore Roosevelt bereinigt. Kaiser Wilhelm II. hatte Bedenken gegen den bereits anerkannten Botschafter David Jayne Hill geäußert, ob dieser für das Amt auch reich genug sei.

Die russische Geheimpolizei deckt ein sorgfältig geplantes Komplott der Schwarzmeerflotte in Sewastopol auf. Zahlreiche Personen werden verhaftet. 1905 war es zu einer großen Meuterei auf dem Panzerkreuzer “Potjomkin”” der Schwarzmeerflotte gekommen.

Ein französischer Artist des Zirkus Busch namens Gadbin stirbt nach einem missglückten Sprung von einem 32 m hohen Gerüst an inneren Verletzungen.

Durch eine Explosion in einer Kohlengrube im US-Bundesstaat Wyoming werden 70 Bergleute getötet.

31.3.1908, Dienstag

In einer Sitzung des preußischen Herrenhauses in Berlin bringt der Bürgermeister von Hildesheim, Gustav Struckmann, die Anfeindungen gegen Juden im Seebad Borkum zur Sprache.

Im britischen Unterhaus in London wird eine Resolution des Führers der Irischen Nationalpartei, John Edward Redmond, angenommen, die eine beschränkte Selbstregierung (“Homerule”) für Irland in Aussicht stellt. Die Irische Nationalpartei strebt die Selbständigkeit Irlands im Rahmen des Britischen Reichs an. Die Insel wurde 1801 Großbritannien angegliedert und wird von London aus regiert.

Eine Schildwache im Lissabonner Königsschloss wird als Mitglied der anarchistischen Vereinigung “Schwarzes Kreuz”” entlarvt, der auch die Mörder König Karls I. angehörten. Die Wache war durch ihr “unsoldatisches Verhalten” aufgefallen.

In Indianapolis beginnt ein Streik von 250 000 Arbeitern der Kohlenbergwerke, durch den Lohnerhöhungen erzwungen werden sollen.