Was geschah im März 1915

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Wetterstationen März 1915

1.3.1915, Montag

Die Flotten der Alliierten haben einer Aufstellung der “Times” zufolge seit Kriegsbeginn bislang 35 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 158 000 t verloren.

Die belgischen Briefträger nehmen ihren Dienst wieder auf, den sie seit der Besetzung Belgiens durch deutsche Truppen verweigert hatten.

Die portugiesische Militärregierung verschiebt die für den 7. März geplanten Parlamentswahlen auf Juni.

Zum neuen Präsidenten Uruguays wird der bisherige Innenminister Feliciano Viera gewählt. Er wird Nachfolger von José Battle y Ordónez, dessen Amtsperiode abgelaufen ist.

Carlos Meléndez wird als Nachfolger von Alfonso Quinones Molina neuer Präsident in El Salvador.

Die internationalen Frachtpreise und Versicherungsprämien, besonders für Schiffsfrachten in das Kriegsgebiet rund um Großbritannien, sind nach Beginn des deutschen U-Boot-Krieges deutlich angestiegen.

An den Skiwettkämpfen bei den Holmenkollen-Spielen in Christiania (heute Oslo) nehmen wegen des Krieges nur Sportler aus Schweden und Norwegen teil.

Die britische und die französische Regierung verkünden in einer an die neutralen Staaten gerichteten Erklärung eine Verschärfung der gegen die Mittelmächte verhängten Blockade. Der gesamte Handel der Kriegsgegner soll nach Möglichkeit unterbunden werden.

2.3.1915, Dienstag

Zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich beginnt der erste Austausch schwerverwundeter Kriegsgefangener. 1800 französische und 800 deutsche Schwerverwundete werden über die Schweiz in ihr Heimatland gebracht.

Der russische Ministerrat beschließt eine Verlängerung des Ausnahmezustands bis zum September.

3.3.1915, Mittwoch

In New York hat der Monumentalfilm “Birth of a Nation” von David Wark Griffith Premiere.

Das National Advisory Committee for Aeronautics (NACA), die Vorgängerorganisation der US-Weltraumbehörde NASA, wird gegründet.

Auf Anordnung des Kaisers soll auf allen verfügbaren Flächen in den kaiserlichen Hofgärten Österreich-Ungarns Gemüse angebaut werden.

Die Reichsverteilungsstelle für Getreide im Deutschen Reich ordnet eine Ende März wirksam werdende Herabsetzung der täglichen Mehlration von 225 g auf 200 g an.

4.3.1915, Donnerstag

Das deutsche Unterseeboot “U 8” wird bei Dover von einem britischen Torpedoboot versenkt.

Das russische Außenministerium fordert in einem Memorandum an die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs als Ergebnis des Krieges u.a. die Annexion Konstantinopels (heute Istanbul), des Bosporus und der Dardanellen.

General Jean Velbrun-Guillaume übernimmt die Präsidentschaft in Haiti nachdem seine Anhänger den bisherigen Präsidenten Joseph Davilmare Théodore gestürzt haben.

Kartoffelvorräte über 50 kg müssen auf Anordnung des deutschen Bundesrates den zuständigen Behörden angezeigt werden.

Max Reinhardt, der Direktor des Deutschen Theaters in Berlin, nimmt das Angebot an, ab September zusätzlich die Leitung der Berliner Volksbühne zu übernehmen.

5.3.1915, Freitag

Der Verkauf von Weizen- und Roggenmehl wird in Berlin am Freitag, Samstag und Sonntag jeder Woche untersagt. Dadurch soll das Horten von Mehl erschwert werden.

6.3.1915, Samstag

Der ententefreundliche griechische Ministerpräsident Eleftherios Weniselos tritt wegen außenpolitischer Differenzen mit König Konstantin I. zurück.

Ein zwischen den USA und Frankreich im September 1914 geschlossener Vertrag über die Regelung von Streitigkeiten tritt in Kraft. Alle Differenzen zwischen beiden Ländern sollen einer ständigen internationalen Kommission zur Prüfung vorgelegt werden.

Ein neues Kriegspatentgesetz in Russland hebt sämtliche Patentrechte von Angehörigen der mit Russland im Krieg befindlichen Staaten auf.

Der russische Staatsrat beschließt eine sog. Kriegskopfsteuer für die Dauer von drei Jahren, die von jedem vom Kriegsdienst Befreiten zu zahlen ist.

7.3.1915, Sonntag

Eine Konferenz der sozialistischen Parteien Bulgariens, Rumäniens und Serbiens wendet sich gegen die Beteiligung der Balkanstaaten am Krieg und fordert die Gründung einer föderativen Balkanrepublik.

Ein sog. Hydroautomobil wird in Wien vorgestellt. Das Fahrzeug, eine Kombination aus einem Auto und einem Boot, kann sowohl an Land als auch auf dem Wasser benutzt werden.

Der Parteiausschuss der SPD beschließt mit 35 gegen fünf Stimmen, im Reichstag für die Annahme des neuen Kriegskredits zu stimmen.

8.3.1915, Montag

Die österreichisch-ungarische Regierung erklärt sich dazu bereit, Italien die Abtretung des Trentino anzubieten, wenn Italien im Weltkrieg weiterhin neutral bleibe.

Die portugiesischen Demokraten rufen eine eigene Republik Nordportugal aus und proklamieren General Correra Barreto zum Präsidenten.

9.3.1915, Dienstag

Eine russische Offensive bei Grodno scheitert in zweitägigen Kämpfen im Augustower Wald.

Die britische Admiralität kündigt an, gefangene deutsche U-Boot-Besatzungen würden nicht auf eine Stufe mit normalen Kriegsgefangenen gestellt werden und erhielten nicht das Recht, ihrem Rang gemäß behandelt zu werden.

Der neuernannte griechische Ministerpräsident Demetrios Gunaris stellt sein Kabinett vor. Die neue Regierung rechtfertigt die Beibehaltung der Neutralität des Landes.

Angesichts anhaltender bürgerkriegsähnlicher Unruhen in Mexiko droht die US-amerikanische Regierung entgegen früheren Äußerungen mit einer erneuten Intervention.

10.3.1915, Mittwoch

Im Reichstag wird ein Gesetz über die Einführung eines Stickstoff-Handelsmonopols eingebracht, das die Rentabilität der industriellen synthetischen Stickstoffgewinnung gewährleisten soll. Der neuaufgebaute Industriezweig produziert Salpetersäure, die für die Sprengstoff-und Munitionsherstellung benötigt wird.

In Dänemark wird die Besteuerung von Kriegsgewinnen eingeführt.

Das deutsche Generalgouvernement im besetzten Belgien ordnet die Einführung der allgemeinen Schulpflicht an.

Die französische Winterschlacht-Offensive in der Champagne ist nach Angaben der deutschen Obersten Heeresleitung endgültig gescheitert. In der bis zum 14. März dauernden Schlacht bei Neuve Chapelle misslingt auch der Versuch britischer Truppen, die deutschen Stellungen zu durchbrechen und auf Lille vorzurücken.

In einer gemeinsamen Eingabe an den Reichstag verlangen sechs deutsche Wirtschaftsverbände die Freigabe der Diskussion über Kriegsziele und Friedensbedingungen.

In der ersten Reichstagssitzung des Jahres stellt der Leiter des Reichsschatzamtes, Karl Helfferich, den Etatentwurf für 1915 vor.

11.3.1915, Donnerstag

Der von deutschen Truppen besetzten französischen Stadt Lille wird von der deutschen Verwaltung eine Geldbuße von 500 000 Francs (400 000 Mark) auferlegt, weil es beim Durchmarsch französischer und indischer Gefangener zu Sympathiekundgebungen der Bevölkerung gekommen ist. Außerdem wird eine Ausgangssperre von 17 Uhr abends bis 7 Uhr morgens verhängt.

Der deutsche Hilfskreuzer “Prinz Eitel-Friedrich” läuft in den US-amerikanischen Hafen von Newport-News ein und wird dort interniert.

Die britische Regierung erlässt Bestimmungen über die Ausführung der am 1. März verkündeten verschärften Blockade des Deutschen Reiches.

12.3.1915, Freitag

Die “Norddeutsche Allgemeine Zeitung” lehnt in einem Artikel die Freigabe der Diskussion über die deutschen Kriegsziele ab, da dies die Einigkeit aller politischen Kräfte schwächen würde. Die Zeitung gilt als halbamtliches Organ der Reichsregierung.

Großbritannien erkennt die russischen Forderungen nach Gebietserweiterungen am Bosporus, an den Dardanellen und in Kleinasien an.

Die französische Kammer verabschiedet ein Gesetz, das jeglichen Handel mit dem Deutschen Reich und Österreich Ungarn untersagt.

13.3.1915, Samstag

Einer offiziellen britischen Statistik zufolge sind seit Kriegsbeginn 88 britische Handelsschiffe von deutschen Kreuzern und U-Booten versenkt oder durch Minen vernichtet worden.

Im Alter von 65 Jahren stirbt in Petrograd (heute: Leningrad) der frühere russische Ministerpräsident und Finanzminister Sergei Juljewitsch Graf Witte.

14.3.1915, Sonntag

Vor der chilenischen Küste wird der von einem britischen Geschwader angegriffene Kreuzer “Dresden” auf Anordnung des Kommandanten gesprengt. Die “Dresden” war das letzte noch verbliebene Schiff des sog. Kreuzergeschwaders der deutschen Marine.

15.3.1915, Montag

Die Ausgabe von Brotkarten wird für das gesamte Deutsche Reich verbindlich vorgeschrieben.

In Wien hat der Film “Der Traum eines österreichischen Reservisten” von Louise Kolm und Jakob Fleck Premiere.

Auf Anordnung des Bundesrates findet im Deutschen Reich eine Zählung des Schweinebestandes statt.

Im Deutschen Reich tritt eine Verordnung über eine Beschränkung des privaten Autoverkehrs in Kraft. Eine Fahrerlaubnis wird nur noch bei einem öffentlichen Interesse erteilt.

16.3.1915, Dienstag

Anlässlich der Etatberatungen bekräftigt die dänische Regierung die Neutralität des Landes und betont die Notwendigkeit, die militärischen Mittel bereitzuhalten, um diese Neutralität ggf. verteidigen zu können.

Die bisher geltende Befreiung der Studenten vom Kriegsdienst in Russland wird aufgehoben. Alle Studenten müssen einen achtmonatigen Offizierskursus absolvieren.

Der Verkauf von Schnaps, der aus Spiritus hergestellt wurde, kann in Russland ab jetzt mit Zwangsarbeit und der Verbannung nach Sibirien bestraft werden.

Das deutsche Außenministerium bittet die US-amerikanische Regierung, bei der britischen Regierung Auskunft darüber zu verlangen, ob gefangengenommene deutsche U-Boot-Besatzungen schlechter behandelt werden als andere Kriegsgefangene. Die Reichsregierung kündigt für diesen Fall Vergeltungsmaßnahmen gegen britische Gefangene im Deutschen Reich an.

17.3.1915, Mittwoch

Der britische Kriegsminister Lord Horatio Herbert Kitchener teilt mit, dass die Munitionsproduktion in Großbritannien seit Kriegsbeginn um 300% gesteigert werden konnte.

Weil sie unter der großen Kälte an der Westfront litten, befinden sich 200 000 auf Seiten der Alliierten kämpfende Senegalesen, Australier und Inder an der französischen Mittelmeerküste, wo sie auf wärmeres Wetter warten.

18.3.1915, Donnerstag

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschließt, dass die Fraktion bei den Budgetberatungen geschlossen abzustimmen habe.

Russische Truppen besetzen die ostpreußische Stadt Memel, die sie jedoch bereits am 21. März wieder räumen müssen. Deutsche Kriegsberichterstatter berichten von Verwüstungen, Plünderungen und Gewalttaten an den Einwohnern.

Die Oberste Heeresleitung kündigt an, als Vergeltung für jedes von russischen Truppen geplünderte oder niedergebrannte Dorf in Ostpreußen drei Dörfer in den besetzten russischen Gebieten niederzubrennen.

Starke britische und französische Flottenverbände greifen die Dardanellenbefestigungen an; der Versuch, die Sperrung der Meerenge zu durchbrechen, scheitert.

In Großbritannien werden Frauen, die bereit sind, Arbeiten von zum Kriegsdienst eingezogenen Männern zu übernehmen, aufgefordert, sich in entsprechende Listen einzuschreiben.

19.3.1915, Freitag

Die niederländische Regierung protestiert bei Großbritannien und Frankreich gegen die Behinderung des Handels neutraler Staaten durch die gegen das Deutsche Reich verhängte Blockade.

20.3.1915, Samstag

Der Reichstag genehmigt den Etat und einen neuen Kriegskredit; gegen die Vorlage stimmen nur die beiden sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Liebknecht und Otto Rühle. 30 SPD-Abgeordnete beteiligen sich nicht an der Abstimmung.

In den Karpaten beginnt eine russische Offensive gegen die österreichisch-ungarischen Verbände.

Die deutschen Schutztruppen in Deutsch-Südwestafrika ziehen sich nach ihrer Niederlage in den Kämpfen bei Riet und Jakalswater zurück. Die 60 000 Mann starken südafrikanischen Truppen unter General Louis Botha beginnen mit verstärkten Angriffen.

In den Münchener Kammerspielen wird das Schauspiel “Die Flucht aus Amerika” von Paul Lewin erstmals im Deutschen Reich aufgeführt.

21.3.1915, Sonntag

Das Ergebnis der zweiten Kriegsanleihe im Deutschen Reich wird bekanntgegeben; die Anleihe erbrachte 9,06 Mrd. Mark bei insges. 2,69 Mio. Zeichnungen.

Ein deutsches Luftschiff überfliegt in der Nacht zum Sonntag Paris und wirft mehrere Bomben über der Stadt ab, die u.a. eine Eisenbahnlinie beschädigen.

In der Schweiz wird bekanntgegeben, dass die Zahl der Einbürgerungsanträge aufgrund des Krieges stark zugenommen habe.

Ein neues Gesetz räumt dem Generalgouverneur in Indien erweiterte Befugnisse bei der Unterdrückung Aufständischer in der britischen Kolonie ein.

Mit einer Ausstellung über “Schule und Krieg” wird in Berlin unter dem Namen Zentral-Institut für Erziehung und Unterricht ein Reichs-Schulmuseum eröffnet.

22.3.1915, Montag

Nach viereinhalbmonatiger Belagerung wird die Festung Przemeysl von den österreichisch-ungarischen Truppen an die Russen übergeben.

23.3.1915, Dienstag

Die Getreide- und Mehlbestände in Österreich-Ungarn reichen bis zur Einbringung der nächsten Ernte aus. Dies ist das in Wien bekanntgegebene Ergebnis einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Vorräte.

Ein seit zwei Tagen andauernder Sturm an der südspanischen Küste bei Algeciras fordert etwa 300 Todesopfer.

Bei einem Zeppelinangriff auf Paris werden 15 Menschen getötet.

24.3.1915, Mittwoch

Das britische Außenministerium veröffentlicht eine Erklärung, wonach die deutschen U-Boote den Schiffsverkehr bislang nicht wesentlich beeinträchtigt haben. Die Zahl der wöchentlich in britischen Häfen ankommenden Schiffe sei nach Beginn des U-Boot-Krieges von durchschnittlich 723 auf 789 gestiegen.

Nach Angaben des US-Handelsministeriums lieferten die USA den Armeen der Alliierten in den ersten sieben Kriegsmonaten Kriegsmaterial und Proviant im Wert von 297 Mio. Dollar (1426 Mio. Mark).

25.3.1915, Donnerstag

Friedrich von Schwerin, Regierungspräsident von Frankfurt an der Oder, tritt in einem für den Reichskanzler erstellten Gutachten für eine Gebietserweiterung des Deutschen Reiches im Osten ein. In Polen und im Baltikum müsse neuer Raum für deutsche Siedlungen gewonnen werden.

Das von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen besetzte russische Gebiet umfasst derzeit eine Fläche von 53 010 km² mit 5,49 Millionen Einwohnern.

26.3.1915, Freitag

Eine internationale sozialistische Frauenkonferenz tagt bis zum 28. März in Bern. Ein Manifest ruft die Arbeiterfrauen in allen kriegführenden Staaten zum Massenprotest gegen den Krieg auf.

Bei den Parlamentswahlen in Japan erringen die Regierungsparteien einen deutlichen Erfolg.

In den privaten Haushalten in Berlin ist das Kuchenbacken bis zum 12. April verboten. Anlass für diese Bestimmung ist die Befürchtung, dass für die Osterkuchen zuviel Mehl verbraucht werden könnte. Das Backen von Kuchen mit Hefe oder Backpulver ist über den 12. April hinaus untersagt.

27.3.1915, Samstag

Eine französische Zeitschrift setzt eine Belohnung von 25 000 Francs (20 000 Mark) für den ersten Flieger aus, der ein deutsches Luftschiff über Paris vernichtet.

Auf einer Modenschau im preußischen Abgeordnetenhaus werden die neuen Schöpfungen der deutschen Mode-Industrie präsentiert. Die Veranstaltung soll die Unabhängigkeit der deutschen Mode von ausländischen Einflüssen demonstrieren.

Der österreichisch-ungarische Außenminister Stephan Freiherr Burían von Rajecz bietet der italienischen Regierung die Abtretung Südtirols einschließlich der Stadt Trient an, wenn Italien sich zu wohlwollender Neutralität bis zum Kriegsende verpflichtet.

28.3.1915, Sonntag

Der britische Passagierdampfer “Falaba” wird auf der Höhe von Milford von einem deutschen U-Boot versenkt. Dabei kommen 123 Personen ums Leben.

Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Philipp Scheidemann spricht sich in einer Rede in Nürnberg gegen eine öffentliche Diskussion der Kriegsziele und Friedensbedingungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus.

In Wien wird die Einführung von Brotkarten zum 11. April beschlossen.

Die Berliner Stadtauswahl siegt in Berlin im 23. Fußball-Städtekampf gegen die Mannschaft Wiens 4:3.

29.3.1915, Montag

Das deutsche Generalgouvernement im besetzten Belgien verhängt gegen die Stadt Brügge eine Strafe von 500 000 Francs (400 000 Mark), weil Kinder dort eine deutsche Flagge beschmutzt hatten.

Auf einer Konferenz in Chantilly beschließen das britische und französische Oberkommando neue Großoffensiven.

Der bulgarische Ministerpräsident Wasil Radoslawow betont vor dem Parlament (Sobranje), Bulgarien werde solange neutral bleiben, bis die Interessen des Landes verletzt würden. Einen sozialistischen Vorschlag für einen föderativen Balkanstaat lehnt Radoslawow ab.

30.3.1915, Dienstag

Der Bundesrat in der Schweiz lehnt die Einberufung einer Friedenskonferenz der neutralen Staaten ab. Der schweizerische Friedensverein hatte eine solche Konferenz gefordert, die versuchen solle, zwischen den kriegführenden Staaten zu vermitteln; der Bundesrat gibt dem keine Erfolgsaussichten.

31.3.1915, Mittwoch

Die Heeresleitungen an der Ostfront geben bekannt, dass im März 40 000 russische Soldaten in österreichisch-ungarische und 56 000 in deutsche Gefangenschaft geraten sind.

Chroniknet