Was geschah im März 1922

  • < 1921
  • 3.1922
  • 1923 >

Wetterstationen März 1922

Dem deutschen Reichstag wird ein Bericht vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass die im Versailler Vertrag festgelegte Vernichtung von Kriegsmaterial im Deutschen Reich bis auf Ausnahmen vollzogen ist.

Infolge eines Dammbruchs an der Oder bei Breslau sind mehrere Orte in der Umgebung von der Außenwelt abgeschnitten. Der Damm konnte den Eismassen auf dem Fluss nicht standhalten.

In Süddeutschland beginnt ein ausgedehnter Metallarbeiterstreik, der erst am 27. Mai beendet wird. Die Arbeiter protestieren damit gegen die Verschlechterung der Arbeitslage, steigende Lebenshaltungskosten und zu lange Arbeitszeiten.

Aus Dresden wird bekannt, dass sich das frühere sächsische Königshaus in das Vereinsregister des Amtsgerichts Dresden als Verein eingetragen hat.

2.3.1922, Donnerstag

In Budapest veröffentlicht die ungarische Regierung die Wahlbedingungen für die bevorstehenden Wahlen zur Nationalversammlung. Danach sind z. B. Männer über 24 Jahren wahlberechtigt, die seit zehn Jahren ungarische Staatsbürger und seit zwei Jahren in einer Gemeinde ansässig sind sowie vier Klassen der Elementarschule besucht haben.

Auf der Linie zwischen New York und Hamburg können auf deutschen Schiffen Passagiere erstmals wieder Einzelkabinen belegen.

Die Vertreter aller politischen Parteien im Saarland protestieren gegen die Einführung des fakultativen Französischunterrichts in saarländischen Schulen.

3.3.1922, Freitag

Der deutsche Reichstag in Berlin verabschiedet in dritter Lesung die Vorlage zum Reichsmietengesetz. Mit Hilfe des Gesetzes soll Mietwucher ausgeschlossen werden.

Ein französisches Kriegsgericht verurteilt in Düsseldorf 19 junge Männer zu mehrjährigen Haftstrafen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur rechtsextremen Organisation Consul.

Vor dem Nationalrat in Wien legt der österreichische Bundeskanzler Johannes Schober den Plan für die Verwendung der vom Ausland zur Verfügung gestellten Kredite vor.

Der polnische Ministerpräsident Anton Ponikowski bittet bei Staatspräsident Josef Pilsudski um die Zustimmung zur Demission des Kabinetts. Auslöser der Regierungskrise sind die Verhandlungen mit Wilna. Am 11. März wird Ponikowski wiederum mit der Regierungsbildung betraut.

Bei den Landtagswahlen im dänischen Apenrade (Åbenrå) verlieren die Dänen ihre absolute Mehrheit gegenüber den Deutschen. Die Sozialdemokraten beider Länder hatten gemeinsame Kandidaten aufgestellt. Apenrade in Nordschleswig gehört seit 1920 aufgrund der damaligen Volksabstimmung zu Dänemark.

Die Firmenleitung von Opel in Rüsselsheim erklärt, dass sich die 4000 streikenden Metallarbeiter der Werke als entlassen betrachten können.

4.3.1922, Samstag

Auf einer Kundgebung von bildenden Künstlern und Schriftstellern im ehemaligen Herrenhaus in Berlin fordern die Teilnehmer die Abschaffung der Luxussteuer für Kunstwerke, da “die Kunst im weitesten Sinne des Wortes dem Volke gehört”.

Aus einer Vorlage des preußischen Landwirtschaftsministeriums für den Landtag geht hervor, dass der Umfang wirtschaftlicher Nutzung in preußischen Waldgebieten den ungefähren Stand von 1903 erreicht hat.

In der chinesischen Provinz Hünan kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Truppen Sun Yat-sens und denen des Generals Wu P’ei-fu.

Nach Kämpfen zwischen nationalistischen italienischen Gruppen und der separatistischen Regierung in Fiume (Rijeka) übergibt die Regierung die Macht an nationalistische Legionäre. Diese beauftragen italienische Carabinieri mit der Aufrechterhaltung der Ordnung.

5.3.1922, Sonntag

Der von Friedrich Wilhelm Murnau gedrehte Film “Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens” wird in Berlin uraufgeführt.

In ihrer ersten Märznummer berichtet die “Berliner Illustrirte Zeitung” über Filmaufnahmen in der Luft.

Vor 30 000 Zuschauern gewinnen in Hamburg im Fußballspiel zwischen der norddeutschen und der süddeutschen Mannschaft die Aktiven aus dem Süden des Reiches 7:0.

6.3.1922, Montag

Wolfgang Kapp, Initiator des Kapp-Putsches vom März 1920, sendet einen Brief an die Oberreichsanwaltschaft, in dem er ankündigt, dass er sich freiwillig der Justiz stellen werde. Obwohl die Anwaltschaft auf von ihm gestellte Bedingungen nicht eingeht, kehrt Kapp ins Deutsche Reich zurück.

In Angora (Ankara) wählt die türkische Nationalversammlung Mustafa Kemal Pascha erneut zum Präsidenten des Landes.

In Frankfurt am Main eröffnet die israelitische Gemeinde ein Museum für jüdische Altertümer.

Anlässlich der am nächsten Tag beginnenden Leipziger Frühjahrsmesse wird der diesjährige Linienflugverkehr im Deutschen Reich wieder aufgenommen.

7.3.1922, Dienstag

Auf die Bitte der britischen Labour Party an den Schriftsteller George Bernard Shaw, sich als Kandidat für die sozialistische Partei in Edinburgh aufstellen zu lassen, antwortet Shaw in einem Brief negativ.

In Anwesenheit des Reichspräsidenten Friedrich Ebert (MSPD) wird in Leipzig die Frühjahrsmesse eröffnet.

Vor dem deutschen Reichstag gibt Außenminister Walther Rathenau (DDP) einen Überblick über das Reparationsproblem und über außen- sowie wirtschaftspolitische Themen.

8.3.1922, Mittwoch

In Madrid tritt die spanische Regierung zurück, nachdem zuvor die liberalen Minister ihre Ämter zur Verfügung gestellt hatten. José Sánchez Guerra bildet daraufhin ein neues Kabinett.

Anlässlich der Leipziger Frühjahrsmesse findet in der Messestadt die Verbandstagung der Waren- und Kaufhäuser statt, auf der sich die Teilnehmer gegen die geplante Steuergesetzgebung wenden.

Der brennende Acker”, ein Film von Friedrich Wilhelm Murnau, wird in Berlin uraufgeführt.

9.3.1922, Donnerstag

Ungarische Wirtschaftskreise äusern sich bestürzt über die vom Wiedergutmachungsausschuss geforderten Reparationsleistungen. Entschädigt werden müssen das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, Griechenland und Italien.

Im Playwrights Theater in New York wird das Schauspiel “Der haarige Affe” von Eugene O’Neill uraufgeführt.

10.3.1922, Freitag

Die Premiere der bisher bedeutendsten Aufführung des Dramas “Die Ratten” von Gerhart Hauptmann findet in der Volksbühne am Bülowplatz in Berlin statt. Regisseur der Inszenierung ist Jürgen Fehling.

Der indische Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand Gandhi (seit 1915 “Mahatma”, der Hochherzige) wird verhaftet und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Reichstag verabschiedet das Kapitalfluchtgesetz. Danach dürfen statt bisher 3000 Mark künftig 20 000 Mark von Reisenden ins Ausland mitgenommen werden.

Reichswehrminister Otto Geßler (DDP) geht in seiner Rede vor dem Reichstag auf den Vorwurf ein, dass bei der Reichswehr illegale Ausbildungen durchgeführt werden.

Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) ernennt den bisherigen Minister für Ernährung und Landwirtschaft, Andreas Hermes (Zentrum), zum neuen Minister für Finanzen.

Gespräche zwischen der deutschen Regierung und den Metallarbeitergewerkschaften über einen Kompromiss in der Lohnfrage müssen ergebnislos abgebrochen werden.

11.3.1922, Samstag

Die Finanzminister der alliierten Länder Belgien, Großbritannien und Frankreich einigen sich in Paris über die Höhe der Kosten, die das Deutsche Reich für die Besatzungstruppen im Rheinland zu leisten hat.

Der österreichische Bundeskanzler Johannes Schober bereist das Burgenland und wendet sich dabei entschieden gegen eine mögliche Abtretung von dortigen Gebieten an Ungarn.

Die Zeitschrift “Confectionär” meldet, dass das New Yorker Reisebüro Cook and Son bereits 300 000 Buchungen von US-Amerikanern für eine Sommerreise ins Deutsche Reich verzeichnet.

12.3.1922, Sonntag

Die österreichische Großdeutsche Partei fordert den Rücktritt des österreichischen Bundeskanzlers Johannes Schober, da sie den Einfluss von ausländischen Finanzbevollmächtigten im Land missbilligt. Unter Berücksichtigung der schlechten finanziellen Lage zieht die Partei diese Forderung am 16. März zurück.

13.3.1922, Montag

Der in Weimar tagende Verein deutscher Zeitungsverleger protestiert gegen die Verteuerung des Papiers, insbesondere gegen die Preisdiktatur der Syndikate.

Wilhelm Furtwängler übernimmt als Nachfolger des verstorbenen Arthur Nikisch die Leitung des Leipziger Gewandhausorchesters und der Berliner Philharmoniker.

14.3.1922, Dienstag

Auf einer Konferenz der baltischen Staaten (Polen, Lettland, Estland und Finnland) beschließen die Vertreter der Länder gegenseitige Unterstützung in der auswärtigen Politik. Litauen nahm während der Konflikte um die Stadt Wilna (Vilnius) nicht an der bis 17. März dauernden Konferenz teil.

In Madrid findet der erste Parteitag der neugegründeten Kommunistischen Partei Spaniens statt.

Das französische Parlament schließt sich dem Vorschlag der Regierung an, künftig die Sommerzeit abzuschaffen. Mit Rücksicht auf Großbritannien und Belgien wolle man sie allerdings in diesem Jahr noch einmal einführen.

15.3.1922, Mittwoch

Bei einem Großbrand in Chicago wird ein ganzes Häuserviertel zerstört. Die Höhe des entstandenen Sachschadens beträgt etwa 50 Mio. US-Dollar (rund 11,4 Mrd. Mark).

Luigi Facta, der das Amt des italienischen Ministerpräsidenten am 25. Februar übernommen hat, hält vor dem Parlament in Rom seine programmatische Antrittsrede.

In Prag werden die Ratifikationsurkunden zum von der Tschechoslowakei und Österreich 1921 geschlossenen Vertrag von Lana ausgetauscht.

In Kairo trifft die ägyptische Unabhängigkeitsproklamation ein. Daraufhin erklärt Sultan Ahmad Fuad, dass er von nun an den Königstitel tragen wird. Der 15. März wird zum Gedenken an die Aufhebung des britischen Protektorats zum Nationalfeiertag in Ägypten erklärt.

16.3.1922, Donnerstag

Vor dem französischen Parlament bezeichnet Kriegsminister André Maginot die Tatsache, dass Deutschland seine politische Einheit bewahrt habe, als Grund für die französische Rüstung.

In Berlin unterzeichnen Vertreter des französischen Roten Kreuzes und der Sowjetregierung einen Vertrag über Maßnahmen gegen die katastrophale Hungersnot in Russland. Es ist der erste Vertrag überhaupt, der zwischen Frankreich und Sowjetrussland geschlossen wird.

Der österreichische Nationalrat genehmigt einen Gesetzentwurf über die Verpfändung von Kunstwerken zum Zweck der Rückzahlung von ausländischen Krediten.

17.3.1922, Freitag

In Berlin entdeckt die Polizei eine von Kommunisten installierte Funkanlage. Mit ihr agitierten Kommunisten seit einiger Zeit Angestellte in den Staatsbetrieben von Post und Polizei.

In einem Schreiben unterbreitet die sowjetrussische Regierung der finnischen Regierung einen Kompromissvorschlag in der Karelien-Frage. Sie erhofft sich dadurch Einflussnahme auf einen finnisch-polnischen Vertrag, der auf der gegenwärtig in Warschau stattfindenden Konferenz erörtert wird. Moskau wendet sich gegen ein Bündnis beider Nachbarländer, da damit deren militärische Stärkung an der sowjetischen Grenze verbunden wäre.

Der Münchener Generalmusikdirektor Bruno Walter hat bei seinem bayerischen Arbeitgeber sein Entlassungsgesuch eingereicht.

18.3.1922, Samstag

Eine Massenkundgebung gegen die immer schlechter werdenden Lebensbedingungen veranstalten in Berlin der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund und der Allgemeine Freie Angestelltenbund (Afa).

Auf einer Versammlung in Saarbrücken fordern die saarländischen Parteien von den französischen Besatzern eine deutsche Volksvertretung nach dem deutschen Reichswahlrecht.

In London kommen die britischen Kommunisten zu ihrem zwei Tage dauernden vierten Parteitag zusammen.

Der Abgeordnete Boisneuf aus Guadeloupe legt dem französischen Parlament in Paris Beweise über die schlechte Behandlung der Einheimischen im afrikanischen Land Togo vor.

Im Frankfurter Neuen Theater wird das Schauspiel “Bocksgesang” von Franz Werfel uraufgeführt.

19.3.1922, Sonntag

Aus Konstantinopel (Istanbul) trifft der weißgardistische General Pjotr N. Baron von Wrangel in Belgrad ein, um sich vorläufig niederzulassen. Man vermutet, dass er hier Vorbereitungen für eine weitere bewaffnete Intervention in Sowjetrussland treffen will.

Erstmals findet in Schweden der Wasa-Lauf, eine Massenveranstaltung für Skilangläufer, statt.

In Wien wird die diesjährige Frühjahrsmesse eröffnet. Sie dauert bis zum 25. März. Gleichzeitig beginnt auch die Breslauer Frühjahrsmesse (bis 23.3.)

Der Bezirksparteitag der Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD) in Braunschweig bestätigt den Ausschluss Sepp Oerters. Der frühere Ministerpräsident Braunschweigs wollte einen Zusammenschluss mit der KPD erzwingen.

20.3.1922, Montag

Die Regierung in Berlin gibt offiziell bekannt, dass einige bisher deutsche Dörfer am rechten Weichselufer an Polen abzutreten sind.

In Moskau beginnt ein Prozess gegen die Parteiführung der sozialrevolutionären Partei.

Über den deutschen Rundfunk wird erstmals ein Kursbericht übertragen.

Zum ersten Mal landet auf der Zugspitze ein deutsches Flugzeug.

In Rom beginnt der zweite Parteitag der Kommunisten Italiens (bis 24.3.)

21.3.1922, Dienstag

Die Botschafterkonferenz teilt in einer Note der deutschen Regierung mit, dass sie nicht bereit ist, für Schäden in Oberschlesien aufzukommen. Sie entstanden im dortigen Abstimmungsgebiet, als es während der alliierten Besatzung zu polnischen Aufständen kam.

Die Stadt Essen erwirbt das sich bisher im Privatbesitz befindende Folkwang-Museum in Hagen.

22.3.1922, Mittwoch

In Paris beginnt die bis zum 26. März dauernde Konferenz über die Orientfrage. An ihr nehmen die Vertreter Großbritanniens, Frankreichs und Italiens teil.

Geheimrat Otto Wiedfeldt, Direktor der Krupp-Werke, wird neuer Botschafter des Deutschen Reiches in den USA.

23.3.1922, Donnerstag

Über das von Belgien besetzte rheinische Gebiet wird der verschärfte Belagerungszustand verhängt, da ein belgischer Oberleutnant ermordet wurde.

In Südafrika endet ein seit mehreren Wochen andauernder Bergarbeiterstreik, bei dem es zu massiven gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den zumeist weißen Arbeitern und der Armee gekommen war.

24.3.1922, Freitag

Im deutschen Reichstag endet die am 20. März begonnene zweite Lesung der Steuervorlage mit der Verabschiedung mehrerer neuer Steuergesetze.

Das preußische Kultusministerium legt die Höhe des zu zahlenden Schulgeldes für das kommende Schuljahr fest. An den staatlichen höheren Lehranstalten beträgt der Satz wie bisher jährlich 500 Mark pro Schüler. Für die städtischen Einrichtungen müssen teilweise bis zu 1000 Mark bezahlt werden.

25.3.1922, Samstag

In Rio de Janeiro wird die Kommunistische Partei Brasiliens gegründet.

In einem Brief an das preußische Kultusministerium erläutert der Maler Hans Thoma, dass seine auf einer Ausstellung in Berlin gezeigten Bilder keine politische Kunst seien.

26.3.1922, Sonntag

In Frankfurt am Main findet die Uraufführung der Oper “Sancta Susanna” von Paul Hindemith statt.

Am Berliner Neuen Volkstheater wird das Schauspiel “Persephone” von Paul Gurk uraufgeführt.

Das 37. Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft endet im Eintracht-Stadion von Frankfurt am Main 2:2 gegen die Schweiz.

27.3.1922, Montag

In der badischen Regierung kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen über die offizielle Entfernung von schwarzweißroten Kranzschleifen am Denkmal von Kaiser Wilhelm I.

28.3.1922, Dienstag

Das Wiener Parlament verabschiedet ein Landesgesetz, mit dem das Amt eines Stadtschulrates geschaffen wird.

Das bisher größte Schiff einer deutschen Reederei, die 1913 gebaute “Bismarck”, geht in britischen Besitz über.

29.3.1922, Mittwoch

In Litauen wird eine Bodenreform durchgeführt, die vor allem polnische Großgrundbesitzer betrifft.

30.3.1922, Donnerstag

Nach einer zweitägigen Debatte billigt das deutsche Kabinett die Note der Reparationskommission, worin Bedingungen für den Aufschub der Zahlungen genannt sind.

Auf Veranlassung Winston Churchills treffen in London Regierungsvertreter des irischen Freistaates und Ulsters zu Gesprächen zusammen, um über Maßnahmen gegen den irischen Bürgerkrieg zu beraten.

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus verlängert die Laufzeit der Kredite in Höhe von insgesamt 24 Mio. US-Dollar (rund 5,5 Mrd. Mark) zur Unterstützung Österreichs um 25 Jahre.

31.3.1922, Freitag

In der “Frankfurter Zeitung” werden starke Vorwürfe gegen den Industriellen Hugo Stinnes erhoben, der Ende des Vorjahres mit Frankreich einen Vertrag über direkte Kohlelieferung abgeschlossen hat.

Anton Fehr vom bayerischen Bauernbund wird von Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) zum neuen Minister für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Reichs ernannt.

In Spanien stellt König Alfons XIII. die konstitutionellen Garantien wieder her, woraufhin zwei Minister aus Protest zurücktreten.

In Paris im Collège de France beginnt eine wissenschaftliche Kontroverse um die Relativitätstheorie, an der auch Albert Einstein teilnimmt.

Die Kurzschriftschulen Gabelsberger und Stolze-Schrey einigen sich auf eine einheitliche Kurzschrift.

In der Schweiz tritt das Bundesgesetz über die Beschäftigung von Jugendlichen und weiblichen Personen in den Gewerben in Kraft, mit dem eine Grundlage für den Arbeitsschutz gelegt wird.