Was geschah im März 1934

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Wetterstationen März 1934

1.3.1934, Donnerstag

Im Saargebiet wird die Deutsche Front als “deutsche Einheitspartei” all derer gegründet, die den Anschluss an das Dritte Reich wünschen.

Der spanische Ministerpräsident Alejandro Lerroux y García tritt zurück nach der Demission zweier dem linken Kabinettflügel angehöriger Minister. Die Radikale Partei des Ministerpräsidenten hatte eine Zusammenarbeit mit den Rechten beschlossen. Am 3. März bildet Lerroux y García eine neue Koalitionsregierung.

In Miami in den USA schlägt Boxschwergewichtsweltmeister Primo Carnera (Italien) seinen Herausforderer Tommy Loughran in 15 Runden nach Punkten.

Beim Verlag Mittler & Sohn in Berlin erscheint das Buch “Aufbau einer Nation” des preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring (NSDAP). “Kämpferisch fortreißend und bezwingend” stellt Göring den “nationalen Umschwung” dar, heißt es in der Presseankündigung.

Pu Yi, der letzte Kaiser von China, wird zum Kaiser von Mandschukuo gekrönt.

Das geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche beschließt das Gesetz, wonach die Deutsche Evangelische Kirche unter der Führung von Reichsbischof Ludwig Müller als Landesbischof die Leitung der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union übernimmt.

In Düsseldorf beschlagnahmt die Kriminalpolizei von Mitgliedern der katholischen Jugend verteilte Flugblätter, auf denen, so die Behörden, “Propaganda für die katholischen Jugendverbände” gemacht wurde. Am selben Tag verfügt die Polizei ein “Betätigungsverbot” für die konfessionellen Jugendverbände.

Der wegen Mordes zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilte US-Bürger Harley Edwards unternimmt vor der Hinrichtung in Michigan einen Selbstmordversuch. Als er sterbend mit aufgeschnittenen Pulsadern gefunden wird, erhält er mehrere Bluttransfusionen, damit das Urteil korrekt vollstreckt werden kann.

3.3.1934, Samstag

Die Stadt Berlin übernimmt die Ehrenpatenschaft von dritten und vierten Kindern aus “erbgesunden Familien”.

Der US-amerikanische Bankräuber John Dillinger bricht aus dem Crownpoint-Gefängnis im US-Bundesstaat Indiana aus.

Staatsrat Willi Börger (NSDAP) veröffentlicht in Berlin einen “Aufruf an die schaffende Bevölkerung Deutschlands”, in dem er zu mehr Weingenuss auffordert. Marxistische Gleichmacherei habe das Weintrinken als “kapitalistische Genusssucht” verpönt.

4.3.1934, Sonntag

Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), eröffnet die Leipziger Frühjahrsmesse.

5.3.1934, Montag

In Indien wütet die Pest. Nach offiziellen Angaben sind in der vorletzten Woche 918 und in der letzten Woche 1210 Menschen gestorben.

6.3.1934, Dienstag

Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) legt den Grundstein zum Richard-Wagner-Nationaldenkmal in Leipzig.

In Wien findet eine Versammlung der österreichischen und ungarischen Legitimisten statt. Sie fordern die Rückkehr der Habsburger auf den österreichischen Thron mit Otto, dem ältesten Sohn des verstorbenen letzten Kaisers Karl I.

Der österreichische Unterrichtsminister Kurt Schuschnigg (CP) betont in einer Rede vor den Ostmärkischen Sturmscharen in Graz, dass die sog. Habsburger Gesetze Unrecht seien. Die Habsburger treffe keinerlei Schuld am Ersten Weltkrieg, deshalb entbehre auch die Entrechtung und Enteignung der Dynastie jeder rechtlichen Grundlage.

Der deutsche Automobilrennfahrer Hans Stuck stellt auf der Avus in Berlin drei Rekorde auf.

Auf deutschen Antrag hin wird die französische Ausgabe des Buches “Mein Kampf” von Adolf Hitler (NSDAP) beschlagnahmt. Sie war ohne Genehmigung des Verfassers erschienen. Hitler hatte mehrmals erklärt, er wolle keine französische Übersetzung seines Buches.

7.3.1934, Mittwoch

Deutsche und polnische Regierungsvertreter unterzeichnen in Warschau ein Zollfriedensprotokoll, das den deutsch-polnischen Zollkrieg endgültig beendet.

In Spanien wird der verschärfte Alarmzustand verhängt, nachdem es zu mehreren Streiks gekommen ist.

8.3.1934, Donnerstag

Bei den Wahlen zum London County Council erringt die Labour Party erstmals die Mehrheit.

Die Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung in Berlin wird eröffnet.

9.3.1934, Freitag

Im Alter von 78 Jahren stirbt in Grünberg der Seifensiedermeister Richard Kalide, der letzte schlesische Seifensieder, der die Seifensiederei handwerksmäßig betrieb.

Aus den badischen Konzentrationslagern Kislau und Anckerbuck werden 40 Häftlinge entlassen, darunter ehemalige “Marxisten”. Nach Pressemitteilungen gaben die Entlassenen “freiwillige Loyalitätserklärungen” ab, aus denen hervorgeht, “dass sie ihre Meinung über den Nationalsozialismus gründlich gewandelt haben und heute erkennen, dass er allein das deutsche Volk retten kann”.

Im Berliner “Capitol am Zoo” findet die deutsche Erstaufführung des englischen Films “Katharina die Große” von Paul Czinner statt. Laut Presseberichten nimmt “das Publikum” gegen den Film des “jüdischen Regisseurs”, dessen “jüdische Frau” Elisabeth Bergner, in der Titelrolle zu sehen ist, “eine außerordentlich scharfe ablehnende Haltung ein und protestiert lebhaft gegen die Aufführung”. Der Film wird auf Anweisung der Berliner NS-Führung vom Spielplan abgesetzt.

Das Sondergericht für das Land Sachsen in Dresden verurteilt neun Angeklagte zu mehrjährigen Zuchthausstrafen wegen Fortführung der (verbotenen) SPD. Die Angeklagten hatten u.a. die in Prag herausgegebene SPD-Exilzeitung, den “Neuen Vorwärts”, ins Deutsche Reich eingeführt und vertrieben.

10.3.1934, Samstag

In einer Pressemitteilung tritt der preußische Ministerpräsident und Reichsminister ohne Geschäftsbereich Hermann Göring (NSDAP) Gerüchten entgegen, die Geheime Staatspolizei (Gestapo) bespitzele “alle Lebensvorgänge” und bediene sich unlauterer Methoden.

Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring (NSDAP) fordert eine Verschärfung der Maßnahmen gegen die Schwarzarbeit.

Reichsminister Rudolf Heß, Stellvertreter des Führers der NSDAP, gewinnt den Zugspitzflug 1934.

In Berlin wird der Reichsverein für Sippenforschung und Wappenkunde gegründet.

11.3.1934, Sonntag

Der Zentralverlag der NSDAP in München gibt bekannt, dass zu dem Zeitungsleserwettbewerb “Mit Hitler in die Macht” über 200 000 Einsendungen eingegangen seien. Mit “welch gefühlsmäßig richtiger Einstellung das deutsche zeitunglesende Publikum der dem Wettbewerb zugrundeliegenden Idee gefolgt ist, beweist nicht nur die außerordentlich starke Teilnahme der deutschen Öffentlichkeit an dem Preisausschreiben, sondern auch die über Erwarten große Zahl der richtigen Lösungen: Von den über 200 000 Einsendern haben 1069 das Richtige getroffen”, schreibt der Verlag.

Bei einem Ausscheidungsspiel für die Fußballweltmeisterschaft in Italien besiegt die deutsche Mannschaft Luxemburg 9:1.

Die rechtsradikale französische Frontkämpferorganisation Croix de feux (Feuerkreuz) unter dem ehemaligen Oberst François de La Rocque führt in Paris und Rouen einen Generalappell durch. Dem antiparlamentarischen, nationalistischen Wehrverband gehören rund 200 000 Mitglieder an, darunter zahlreiche Jugendliche und Frauen.

Der deutsche Reichskanzler und NSDAP-Führer, Adolf Hitler, sagt in München: “Die Hauptstadt der Kunst und unserer Bewegung ist München und wird München bleiben.”

Die Schweizer Bevölkerung verwirft in einer Volksabstimmung das Staatsschutzgesetz.

Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring (NSDAP) ändert die Schutzhaftbestimmungen.

12.3.1934, Montag

Juden werden aus der deutschen Wehrmacht ausgeschlossen. Reichswehrminister Werner von Blomberg (parteilos) verfügt die Anwendung des Gesetzes über das Beamtentum vom 7. April 1933, das von Beamten einen Nachweis ihrer arischen Abstammung verlangt, auf die Reichwehr. Jüdische Soldaten aller Dienstgrade müssen ihren Dienst sofort quittieren.

Im Vorfeld der Präsidentenwahlen in Estland wird nach blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern der Regierung Konstantin Päts und der Organisation der Frontkämpfer der Ausnahmezustand verhängt.

Der Leiter des schweizerischen Justiz- und Polizeidepartements, Bundesrat Heinrich Häberlin (freisinnig), tritt zurück, nachdem das von der Regierung beschlossene Gesetz zum Schutze der öffentlichen Ordnung durch die Volksabstimmung am 11. März abgelehnt worden ist. Zum Nachfolger Häberlins wird am 23. März Johannes Baumann (freisinnig) gewählt.

Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), weist darauf hin, dass öffentlich auftretende Künstler Mitglieder der Reichskulturkammer sein müssen, die wiederum ihm untersteht.

Unter der Leitung des Dirigenten Wilhelm Furtwängler wird in Berlin die Sinfonie “Mathis der Maler” von Paul Hindemith uraufgeführt.

13.3.1934, Dienstag

Die Zusammenfassung der gewerblichen Wirtschaft im Deutschen Reich in sog. Fachgruppen wird in Berlin bekanntgegeben.

In Berlin-Plötzensee wird der 23 Jahre alte Kommunist Richard Bahr vom Magdeburger Scharfrichter hingerichtet. Er hat – laut Urteilsverkündung – gestanden, planmäßig kommunistische Terrorakte verübt zu haben, z. B. Scheunen und Kuhställe in Brand gesteckt zu haben.

14.3.1934, Mittwoch

Nach Meldung der “Reichspost” sind in Österreich rund 100 Lehrer und Schuldirektoren entlassen worden, weil sie der nach den Februarunruhen verbotenen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei angehört hatten.

15.3.1934, Donnerstag

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und der Rat der Volkskommissare erlassen in Moskau das Dekret über den Umbau der Sowjetbehörden und Wirtschaftsorgane. Ziel dieser Maßnahme ist die Verkleinerung des bürokratischen Apparats, die Stärkung der “einheitlichen Befehlsgewalt” und der persönlichen Verantwortung der leitenden Persönlichkeiten.

Die Eröffnungssitzung der Danziger Gesellschaft zum Studium Polens findet in Anwesenheit von Danzigs Senatspräsident Hermann Rauschning (NSDAP) statt.

Die im Deutschen Reich und Polen bestehenden gegenseitigen Zeitungsverbote werden aufgehoben.

16.3.1934, Freitag

Der deutsche Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht betont in einer Grundsatzrede, dass die deutschen Schulden politische Schulden seien.

Der Führer des lettischen Bauernbunds, Karlis Ulmanis, übernimmt zum fünften Mal das Amt des Ministerpräsidenten in Lettland. Er löst die Übergangsregierung Adolf Blodneek ab.

17.3.1934, Samstag

Die Römischen Protokolle werden von den Regierungschefs Italiens, Österreichs und Ungarns unterzeichnet.

Die Deutsche Kinderschar wird aufgelöst. Kinder unter zehn Jahren sollen nicht mehr in einer Organisation zusammengeschlossen werden. Ab dem zehnten Lebensjahr können Kinder dem Deutschen Jungvolk in der Hitler-Jugend beitreten.

18.3.1934, Sonntag

Der italienische Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini bezeichnet auf der alle fünf Jahre stattfindenden Gesamttagung des Partito Nazionale Fascista (PNF) in Rom Demokratie, Sozialismus, Liberalismus und Freimaurertum als überholte Erscheinungsformen des 19. Jahrhunderts.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt (Demokrat) schlägt in einer Botschaft an den Kongress die Gründung von zwölf Kreditbanken zur Unterstützung der Privatwirtschaft vor. Das Gründungskapital soll dem Gewinn entnommen werden, der dem Schatzamt aus der Entwertung des Dollars entstanden ist.

Aus Anlass des 13. Jahrestags des Friedensvertrags von Riga (1921), in dem die polnische Ostgrenze beträchtlich vorgeschoben wurde, findet in Warschau ein “Huldigungsumzug” für Marschall Jósef Klemens Pilsudski statt. Dabei kommt es zu antitschechischen Ausschreitungen. 130 Demonstranten bewerfen das Gesandtschaftsgebäude der Tschechoslowakei mit Steinen.

19.3.1934, Montag

Das US-Repräsententenhaus in Washington genehmigt die Vorlage über die Unabhängigkeit der Philippinen.

In München findet in Anwesenheit von SA-Stabschef Ernst Röhm der feierliche Revolutionsappell der alten Kämpfer statt. Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) bezeichnet die Vorgänge des November 1918 als Regierungswechsel, die Machtübernahme des Jahres 1933 als Revolution: “Der Sieg einer Partei ist ein Regierungswechsel, der Sieg einer Weltanschauung ist eine Revolution, und zwar eine Revolution, die den Zustand eines Volkes tiefinnerlich und wesenhaft umgestaltet.”

20.3.1934, Dienstag

Der preußische Ministerpräsident und deutsche Reichsminister der Luftfahrt, Hermann Göring (NSDAP), bezeichnet in einem Interview mit der Pariser Zeitung “Le Jour” die Regelung der deutsch-französischen Beziehungen als Grundlage für einen dauerhaften Frieden in Europa und schlägt ein Treffen der führenden Staatsmänner beider Länder vor.

Emma, Königin der Niederlande stirbt im Alter von 75 Jahren in Den Haag.

In der UdSSR wird durch eine Verordnung die Einkommensmindestgrenze für Kolchosen-Bauern aufgehoben und eine leistungsorientierte Entlohnung eingeführt.

Der sudetendeutsche Politiker Konrad Henlein gründet in der Tschechoslowakei die Sudetendeutsche Partei (SdP)

21.3.1934, Mittwoch

Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) eröffnet die zweite Arbeitsschlacht im Deutschen Reich.

Das Schiffshebewerk Niederfinow wird feierlich eingeweiht. Es ersetzt die Schleusenanlage zwischen dem Hohenzollernkanal und der Alten Oder.

Ein Großfeuer zerstört die japanische Hafenstadt Hakodate.

22.3.1934, Donnerstag

Auf einer Konferenz der Reichsstatthalter in Berlin spricht Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) über die Aufgaben der Reichsstatthalter als Träger des Willens der obersten Führung des Reichs, nicht als Sachwalter der einzelnen Länder.

Das deutsche Reichskabinett in Berlin verabschiedet den Reichshaushalt 1934, der mit 6,458 Milliarden in Einnahmen und Ausgaben um 500 Millionen Reichsmark höher abschließt als der Etat von 1933.

Das deutsche Reichskabinett in Berlin beschließt das Gesetz zur Hebung der nationalen Kaufkraft. Es sieht u.a. eine Ermäßigung der Arbeitslosenabgabe vor.

Der Chef des eidgenössischen Finanz- und Zolldepartements, Bundesrat Jean-Marie Musy (katholisch-konservativ), reicht seine Demission ein, nachdem seine Forderung nach einem berufsständisch aufgebauten Staat auch in der eigenen Partei heftig kritisiert wird. Zum Nachfolger wird am 23. April Albert Meyer (freisinnig) gewählt.

Der US-Kongress und US-Präsident Franklin D. Roosevelt genehmigen ein Gesetz, nach dem die in US-amerikanischem Besitz befindlichen Philippinen durch einen Konvent eine Verfassung ausarbeiten lassen sollen. Wenn diese der US-Gesetzgebung entspricht, wird sie der US-Präsident bestätigen.

23.3.1934, Freitag

Der bulgarische Ministerpräsident Nikolaus Muschánow erklärt in Bukarest, er denke nicht daran, diplomatische Beziehungen zwischen seinem Land und der Sowjetunion aufzunehmen.

Das Deutsche Reichskabinett in Berlin beschließt ein Gesetz zur Änderung der Kraftfahrzeugsteuer, wonach Steuerermäßigungen bzw. -befreiungen für ausländische Kraftfahrzeuge festgesetzt werden, um den Fremdenverkehr zu fördern.

Regierungsvertreter des Deutschen Reiches und Finnlands unterzeichnen in Berlin einen neuen Handelsvertrag.

25.3.1934, Sonntag

Bei den Wahlen zur italienischen Abgeordnetenkammer in Rom stimmen über zehn Millionen Wähler für die faschistische Einheitsliste; nur rund 25% der italienischen Bevölkerung sind wahlberechtigt.

Der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (CP) erklärt auf einer “vaterländischen Kundgebung” in Klosterneuburg bei Wien, er liebe es nicht, wenn man sich im Ausland mit dem “Problem Österreich” beschäftige. Österreich sei kein Problem und kein Objekt, sondern ein Subjekt der Politik.

Der französische Kriegsminister Marschall Philippe Pétain fordert in einer Rede vor dem Gesamtverband der Reserveoffiziere in Paris die Wehrerziehung der Jugend.

26.3.1934, Montag

In der Schweiz wird die Beschimpfung ausländischer Staatsmänner verboten.

In Paris werden Waffenrazzien durchgeführt. Das Waffenverbot wird auf Gummiknüppel und Dolche ausgedehnt.

27.3.1934, Dienstag

Das Großlogengebäude der Freimaurer in Cannes ist Ziel eines Bombenanschlags, den die Polizei mit der Stavisky-Affäre in Verbindung bringt.

Der deutsche Reichsarbeitsminister Franz Seldte (NSDAP) führt in einer Rede vor Vertretern der Auslandspresse in Berlin die wirtschaftlichen Erfolge der Regierung auf das wiedererstandene Vertrauen des deutschen Volkes in die NS-Führung zurück.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt erleidet erstmals eine Niederlage im Kongress. Trotz seines Vetos nehmen das Repräsentantenhaus und einen Tag später der Senat die Vorlage über eine Erhöhung der Entschädigungszahlungen an Teilnehmer am Ersten Weltkrieg und Kriegsveteranen an.

28.3.1934, Mittwoch

Die sowjetische Führung schlägt der deutschen Regierung vor, durch ein gemeinsames Protokoll die Unabhängigkeit Finnlands und der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen zu garantieren. In ihrer Antwort begrüßt die deutsche Regierung den Wunsch der UdSSR, die Beziehungen zum Deutschen Reich “vertrauensvoller zu gestalten”, bezeichnet jedoch den sowjetischen Vorschlag als ungeeignet.

Der 1918 vom jetzigen deutschen Reichsarbeitsminister Franz Seldte (NSDAP) gegründete Frontsoldatenbund Stahlhelm wird als Nationalsozialistischer Deutscher Frontkämpferbund (NSDFB) neugegründet. 1933 wurden Stahlhelmmitglieder unter 35 Jahren der SA eingegliedert.

Das preußische Staatsministerium erlässt das Gesetz über das Landjahr. Jugendliche aus der Stadt sind danach verpflichtet, nach dem Verlassen der Schule ein Jahr unter Betreuung in Heimen auf dem Land zu verbringen. Das Landjahr 1934 beginnt an Ostern. Rund 25 000 Jugendliche sind von dem neuen Gesetz betroffen.

Die deutschen Rundfunkgesellschaften werden in die Reichsrundfunkgesellschaft integriert.

29.3.1934, Donnerstag

Albert Einstein und Oskar Maria Graf werden aus dem Deutschen Reich ausgebürgert.

Hans Albers spielt die vielbeachtete Hauptrolle in Karl Hartls Ufa-Film “Gold”, der in Berlin uraufgeführt wird.

30.3.1934, Freitag

Der italienische Duce und Ministerpräsident, Benito Mussolini, erklärt in einem Interview mit der französischen Zeitung “Paris-Soir”, dass sich das Verhältnis zwischen Italien und Frankreich in letzter Zeit gebessert habe. An den Ausbruch eines Kriegs in Europa glaube er nicht.

31.3.1934, Samstag

Die Sperre für Neugründungen von Zeitungen und Zeitschriften im Deutschen Reich, die bis zum 31. März 1934 vorgesehen war, wird um ein Jahr verlängert.

Die letzte Nummer der 1617 gegründeten “Vossische Zeitung” erscheint.

Vom 1. April 1933 bis zum 31. März 1934 ist die Zahl der Übernachtungen von Ausländern im Deutschen Reich stark zurückgegangen.