Was geschah im März 1951

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1.3.1951, Donnerstag

Jacobo Arbenz Guzmán wird der Nachfolger von Juan José Arvalo als Präsident Guatemalas. Arbenz Guzmán ist Vertreter einer linksorientierten Politik und enteignet beträchtliche Ländereien der US-amerikanischen United Fruit Company in Guatemala.

Nach Verhandlungen mit den Alliierten erkennt die Bundesregierung deutsche Vorkriegsschulden an. Dies ist eine der Voraussetzungen für die Revision des Besatzungsstatuts.

Die letzte der sieben während des Krieges zerstörten Mainbrücken in Frankfurt ist wieder begehbar. Sie wird als “Friedensbrücke” von Oberbürgermeister Walter Kolb eingeweiht.

In Uruguay wird mit der Präsidentschaft von Andrés Martínez Trueba das Kollegialsystem als Verfassungsgrundlage eingeführt. Der Präsident übergibt seine Vollmachten einem Staatsrat aus neun Personen, die jährlich wechselnd den Vorsitzenden stellen.

2.3.1951, Freitag

Per Gesetz übernimmt der Bund das Vermögen der ehemaligen Reichsautobahnen und Reichsstraßen sowie die Straßenbaulasten. Die seit 1945 in den drei Westzonen getrennten Teilbereiche des staatlichen Eisenbahnwesens werden zusammengeführt.

Der Finne Tauno Luiro stellt mit 139 m auf der Sprungschanze in Oberstdorf einen herausragenden Weltrekord im Skifliegen auf.

Als erstes live übertragenes Fernsehspiel sendet der NWDR das “Vorspiel auf dem Theater” aus Goethes “Faust”.

3.3.1951, Samstag

Die größte Partei Österreichs, die Österreichische Volkspartei (ÖVP), eröffnet ihren dritten Bundesparteitag in Salzburg. Zahlreiche Delegationen von Schwesterparteien, u.a. der CDU/CSU, hören ein Plädoyer des Bundeskanzlers Leopold Figl für den Abschluss eines Staatsvertrages mit den Alliierten.

Das Schwurgericht in Frankfurt am Main verurteilt den ehemaligen SS-Unterscharführer Josef Hirtreiter zu lebenslänglichem Zuchthaus. Er wurde überführt, im Vernichtungslager Treblinka mehrere Menschen eigenhändig umgebracht zu haben.

4.3.1951, Sonntag

Westdeutsche Funktionäre der Kommunistischen Partei halten in Weimar einen geheimen Parteitag ab. Berichte sprechen von einer einstimmigen Wahl Max Reimanns zum Vorsitzenden und von einem allgemeinen Generationswechsel zugunsten der jungen, stalinistisch geschulten Kommunisten.

In Leipzig beginnt die bis zum 11. März dauernde Frühjahrsmesse. Die Zahl der Aussteller aus dem Bundesgebiet und West-Berlin ist von 752 im Frühjahr 1950 auf nun 401 Aussteller zurückgegangen.

Im überfüllten Krefelder Eisstadion sichert sich Preußen Krefeld vor 8500 Zuschauern mit einem 3:2-Erfolg über den EV Füssen seine erste deutsche Meisterschaft.

5.3.1951, Montag

In Paris beginnt eine Vorkonferenz unter Teilnahme der Stellvertretenden Außenminister der Alliierten. Ihr Ziel ist die Vorbereitung einer Gipfelkonferenz der Siegermächte über die Deutschlandfrage.

In Buenos Aires verbessert Gewichtheber John Davis aus den USA, der Weltmeister in der Superschwergewichtsklasse, seinen eigenen Rekord im olympischen Dreikampf um 4 kg auf 482,5 kg.

6.3.1951, Dienstag

Die Oberkommission der Alliierten gibt die “kleine Revision” des Besatzungsstatuts bekannt. Danach erhält die Bundesrepublik begrenzte Souveränität in außenpolitischen und wirtschaftlichen Bereichen.

Verschärfte Kontrollen an den West-Berliner Schleusen Spandau, Charlottenburg und Plötzensee durch die britische Besatzung zur Unterbindung des illegalen Warenverkehrs führen zu einer Konfrontation zwischen Sowjets und Briten.

7.3.1951, Mittwoch

Der iranische Premierminister General Ali Razmara fällt beim Verlassen der kaiserlichen Moschee in Teheran einem Attentat zum Opfer.

Der ehemalige Fallschirmjägergeneral Bernhard Hermann Ramcke, der sich einem Kriegsverbrecherprozess in Frankreich zunächst durch Flucht entzogen hatte, stellt sich der französischen Militärjustiz.

Die niedersächsische Polizei leitet in ihren eigenen Reihen Verhaftungen ein, nachdem bekanntgeworden ist, dass dort kommunistische Agenten ein Spionagenetz aufgebaut haben.

Der US-Amerikaner Ezzard Charles bleibt Schwergewichtsweltmeister bei den Profiboxern. Er besiegt in Detroit (USA) seinen Landsmann “Jersey” Joe Walcott vor 14 000 Zuschauern nach Punkten.

8.3.1951, Donnerstag

Auf der Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees in Wien wird das Nationale Olympische Komitee (NOK) der UdSSR anerkannt. Das NOK der DDR erhält die Auflage, für die Olympischen Spiele 1952 in Helsinki und Oslo einer gesamtdeutschen Mannschaft beizutreten.

In Wiesbaden entsteht das Bundeskriminalamt (BKA). Es dient der zentralen Sammlung von polizeilichen Nachrichten und Unterlagen, der Verbrechensforschung sowie der Verfolgung und Verbrechensbekämpfung in nationalem und internationalem Rahmen.

Im Bundestag wird das Gesetz zur Umsiedlung von Heimatvertriebenen aus den Ländern Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in die übrigen Länder des Bundesgebiets einstimmig verabschiedet.

9.3.1951, Freitag

In einer Regierungserklärung vor dem Bundestag und einer Note an die Westmächte lehnt Bundeskanzler Konrad Adenauer die sog. Grotewohl-Vorschläge zur Wiedervereinigung Deutschlands ab. Er fordert stattdessen die Westmächte auf, die Voraussetzungen für freie Wahlen in ganz Deutschland zu schaffen.

Der ehemalige deutsche Militärbefehlshaber von Belgien und Nordfrankreich, General Alexander von Falkenhausen, wird in Brüssel zu zwölf Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Der britische Außenminister Ernest Bevin tritt aus Krankheitsgründen zurück. Sein Nachfolger wird der bisherige stellvertretende Ministerpräsident Herbert Morrison.

10.3.1951, Samstag

Der neue französische Ministerpräsident Henri Queuille stellt sein neues Kabinett Staatspräsident Vincent Auriol vor. Queuille, der bereits in 26 Regierungen Minister war, gehört der radikalsozialistischen Partei an.

Ein Opfer der Kirchenverfolgung in der Tschechoslowakei wird der Prager Erzbischof Josef Beran: Weil er sich gegen die staatlichen Kirchengesetze ausspricht, wird er aus seiner Erzdiözese verbannt.

Gegen den heftigen Widerstand der Vertreter Dänemarks und Belgiens wird die Bundesrepublik wieder in den Internationalen Eishockeyverband aufgenommen. Für die Zulassung plädieren vor allem die Niederlande, Großbritannien und Frankreich.

11.3.1951, Sonntag

In Rom kommt es zu Demonstrationen für die Rückgabe Triests an Italien. Seit der Besetzung der Stadt durch Tito-Partisanen sind die Besitzverhältnisse ein ständiger Streitfall zwischen Italien und Jugoslawien.

Mit einem Festakt in der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität wird die Internationale Frankfurter Frühjahrsmesse 1951 eröffnet. Der Schirmherr und hessische Ministerpräsident Georg August Zinn betont, dass der Frankfurter Messe der Vorrang vor allen anderen westdeutschen Messen gebühre.

12.3.1951, Montag

Das Gesetz über das Bundesverfassungsgericht regelt Zusammensetzung, Zuständigkeiten und Prozessordnung dieses obersten Gerichtes.

Aus Protest gegen die steigenden Lebenshaltungskosten kommt es in Barcelona und anderen Städten Kataloniens zu einem Generalstreik unter Beteiligung von bis zu 300 000 Arbeitern. Die spanische Regierung setzt Polizeiverstärkungen in Marsch und schickt Kriegsschiffe in die nordostspanische Hafenstadt.

Nach Schätzungen aus Hongkong sind in den vergangenen zwei Monaten bei Massenexekutionen in der Volksrepublik China etwa 20 000 Menschen erschossen worden. Die “Säuberungswelle” richtet sich vornehmlich gegen vermeintliche Agenten Nationalchinas und der Vereinigten Staaten.

13.3.1951, Dienstag

Israel beziffert in einer Note an die Siegermächte seine Reparationsforderung an Deutschland: Als Ersatz für die Beschlagnahmung jüdischen Besitzes und zur Versorgung der Hinterbliebenen fordert Israel insgesamt 1,5 Mrd. Dollar (7,8 Mrd. DM).

14.3.1951, Mittwoch

Bei der zweiten Beratung des Haushaltsplans gibt Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard die Grundzüge seiner künftigen Wirtschaftspolitik bekannt. Als Antwort auf die Zahlungsbilanzkrise der Bundesrepublik fordert Erhard eine partielle Rücknahme der freien Marktwirtschaft.

Die Bundesrepublik wird in die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) aufgenommen.

15.3.1951, Donnerstag

In Berlin endet zum 34. Mal das Publikumsspektakel “Sechstagerennen”. Es siegen die Altstars Gustav Kilian/Heinz Vopel.

Die Papierknappheit zwingt Teile der Markenartikelindustrie zu ungewöhnlichen Aktionen: So liegt z. B. “Sunlicht-Seife” unverpackt in den Regalen.

Nach einem einstimmigen Beschluss des Bundestages werden die Sätze der Arbeitslosenunterstützung und der Arbeitslosenfürsorge um 10% erhöht.

Bundespräsident Theodor Heuss ernennt Bundeskanzler Konrad Adenauer zum Außenminister.

Die “Majlis”, das iranische Parlament, votiert für eine Verstaatlichung der in den Händen der Anglo-Iranian Oil Company befindlichen persischen Ölindustrie. Die Aktienmehrheit der Ölgesellschaft hält die britische Regierung.

16.3.1951, Freitag

Die Alliierte Oberkommission beziffert die Höhe der durch die Bundesrepublik aufzuwendenden Besatzungskosten auf 6,6 Mrd. DM. Die Summe hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mrd. DM erhöht und belastet den Bundeshaushalt erheblich.

In Düsseldorf wird eine “Deutsche Frauenpartei” gegründet. Ihr Ziel ist es, die Frau in der Politik mehr zur Geltung zu bringen.

17.3.1951, Samstag

Nach Informationen der englischen Nachrichtenagentur Reuters ist Großbritannien entschlossen, eine eigene Atombombe zu bauen. Die Entwicklung der Bombe soll ohne die Hilfe der Vereinigten Staaten erfolgen und innerhalb kurzer Zeit abgeschlossen sein.

Das Zentralkomitee der SED erlässt Kulturrichtlinien für die DDR, deren erstes prominentes Opfer Bertolt Brechts Oper “Das Verhör des Lukullus” ist. Nach der Uraufführung muss das Werk wegen des Vorwurfs des “Formalismus” umgeschrieben werden.

18.3.1951, Sonntag

In Frankfurt am Main findet ein westdeutscher Anti-Kriegs-Kongress “für aktive Neutralität” statt. 200 Delegierte treten für die Neutralisierung und gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands ein.

Die französische Regierung übermittelt der amerikanischen und der britischen Regierung Protestnoten, da sie zu Marinebesprechungen über die Verteidigung des östlichen Mittelmeers nicht hinzugezogen worden ist. Die Franzosen verweisen auf die prinzipielle Gleichberechtigung Frankreichs in der Verteidigungsorganisation für den Nahen Osten.

19.3.1951, Montag

In New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) schwimmt die 4×100-m-Staffel der USA mit 3:47,9 min Weltrekord.

In Frankfurt am Main wird die Bundesstelle für den Warenverkehr der gewerblichen Wirtschaft errichtet. Ihr obliegt die Ausführung von Rechtsvorschriften des inner- und außerdeutschen Wirtschaftsverkehrs.

In Paris kommt es zur Paraphierung, d. h. zur vorläufigen, völkerrechtlich noch nicht verbindlichen Festlegung des Vertrages über die europäische Montanunion. Damit ist die endgültige Unterzeichnung des Schumanplans in Sichtweite.

20.3.1951, Dienstag

Eine Welle sozialer Unruhe lässt die Streikbewegung in Frankreich immer mehr anwachsen. Nach den Bediensteten der Pariser Untergrundbahn und den Eisenbahnern streiken nun auch Berg- und Metallarbeiter, Angestellte der Elektrizitätswerke sowie der Müllabfuhr für höhere Löhne.

Die nordostbrasilianischen Provinzen Ceara und Parahyba werden von einer verheerenden Dürre heimgesucht. Hunger und Durst fordern täglich etwa 20 Menschenleben, dazu kommen Fälle von Pesterkrankungen.

21.3.1951, Mittwoch

Der US-amerikanische Verteidigungsminister George Marshall teilt mit, dass die Streitkräfte des Landes mit 2,9 Mio. Mann nunmehr doppelt so stark sind wie zu Beginn des Koreakriegs vor neun Monaten.

In Pakistan kann die Regierung Liaquat Ali Khan eine Verschwörung vereiteln, die auf die Errichtung einer kommunistischen Militärdiktatur zielte. Als Urheber wird der Generalstabschef General Akbar Khan festgenommen, mit dem eine Reihe hoher Offiziere im Bunde war.

22.3.1951, Donnerstag

SPD-Chef Kurt Schumacher kritisiert die Bonner Regierung auf einer Kundgebung in Hamburg in bisher nicht gekannter Schärfe: “Man hat gepumpt und das Gepumpte verschleudert.” Alle außenpolitischen Erfolge seien Ergebnisse der Zeit und nicht der deutschen Politik.

In Paris wird der ehemalige Fallschirmjägergeneral Bernhard Hermann Ramcke wegen Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ramcke war während des Kriegs Oberbefehlshaber der von den Deutschen besetzten Hafenstadt Brest.

23.3.1951, Freitag

Tausende US-amerikanischer Fallschirmjäger springen in Westkorea hinter den kommunistischen Linien ab und bringen die Zufahrtsstraßen nördlich des von Koreanern und Chinesen besetzten Seoul unter ihre Kontrolle.

Bundesverkehrsminister Hans Christoph Seebohm beruft mit Werner Kreipe einen Träger des NSDAP-Blutordens in die Luftfahrtabteilung des Bundesverkehrsministeriums.

Zum ersten Mal seit 1926 bleibt am Karfreitag “Das Wunder von Konnersreuth” aus. Tausende von Gläubigen warten in der Oberpfälzer Ortschaft vergeblich auf das Erscheinen von Stigmawunden am Körper von Therese Neumann.

24.3.1951, Samstag

Der Oberbefehlshaber der Truppen der Vereinten Nationen, General Douglas MacArthur, richtet ein Waffenstillstandsangebot an die Kommunisten, in dem er deren Befehlshaber zu Verhandlungen über eine Waffenruhe einlädt.

In New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) schwimmt der Australier John Marshall über 400 m Freistil mit 4:26,9 min Weltrekord.

Der argentinische Präsident Juan Perón gibt bekannt, dass sein Land mit Hilfe eines neuen Verfahrens Kernenergie gewinnen will.

In Worms wird die Unabhängige Arbeiterpartei (UAP) gegründet. Sie steuert einen kommunistischen, aber antistalinistischen Kurs und wird deshalb auch als “Titoistenpartei” bezeichnet.

25.3.1951, Sonntag

US-amerikanische und spanische Regierungsverteter sondieren in Madrid Möglichkeiten eines Militärbündnisses der beiden Länder auf der Grundlage des NATO-Paktes. Die mögliche Beteiligung des diktatorisch regierten Landes an der Verteidigung Europas stößt auf Vorbehalte vor allem Großbritanniens und Frankreichs.

Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) lehnt eine Verlegung des “Tages der Arbeit” vom ersten auf den zweiten Mai aus Traditionsgründen ab. Der entsprechende Vorschlag des Deutschen Industrie- und Handelstages, der die Verlegung des Maifeiertages auf den Tag vor Himmelfahrt bedeutet hätte, sollte in den Betrieben Brennstoff sparen und zwei zusammenhängende Feiertage bringen.

In Alversdorf bei Helmstedt unterbietet Herbert Klein über 400 m Brustschwimmen den alten Weltrekord mit 5:30,2 min um genau 10 sec.

26.3.1951, Montag

Zum ersten Mal nach Kriegsende besucht eine schleswig-holsteinische Regierungsdelegation die durch britische Bombenabwürfe zerstörte Insel Helgoland, um die Möglichkeiten des Wiederaufbaus zu prüfen. Mit einer Wiederbesiedelung, so wird erklärt, könne erst in etwa zehn Jahren gerechnet werden.

Die Universität Cambridge gewinnt den klassischen Ruderwettkampf gegen Oxford vor 200 000 Zuschauern überlegen mit zwölf Längen Vorsprung. Für den Cambridge-Achter ist dies in dem jährlich ausgetragenen Rennen bereits der fünfte Sieg in Folge.

In Kopenhagen beginnen US-amerikanisch-dänische Gespräche über die Einbeziehung Grönlands in das atlantische Verteidigungssystem.

Die Spannungen zwischen dem französischen Generalresidenten General Alphonse Juin und dem marokkanischen Sultan Sidi Muhammad V. Ibn Jusuf weiten sich zur Kraftprobe aus. Der Sultan erklärt öffentlich, in innenpolitischen Fragen von Frankreich unter Druck gesetzt worden zu sein.

28.3.1951, Mittwoch

Der französische Staatspräsident Vincent Auriol unternimmt einen umjubelten Staatsbesuch in die Vereinigten Staaten und nach Kanada.

Die Bundesregierung in Bonn veröffentlicht einen Beschluss, nach dem Wirtschaftsunternehmen, die verfassungsfeindliche Organisationen unterstützen, alle Aufträge der öffentlichen Hand entzogen werden. Als in Frage kommende Organisationen werden z. B. die KPD, die Freie Deutsche Jugend, aber auch nationalsozialistische Nachfolgeorganisationen genannt.

Auf dem Potsdamer Platz beschießen Volkspolizisten vier Busse mit US-amerikanischen Touristen. Das Präsidium der Volkspolizei begründet den glimpflich ausgehenden Vorfall später damit, dass Insassen des Busses Jugendliche fotografiert hätten, die Hetzparolen gegen die DDR verteilt haben.

29.3.1951, Donnerstag

Das “Allgemeine Eisenbahngesetz” schafft die gesetzliche Grundlage für alle Eisenbahnen des öffentlichen Verkehrs. Es gewährleistet die technische Einheitlichkeit des gesamten Eisenbahnnetzes in der Bundesrepublik.

Im Pantages-Theater in Hollywood findet die Verleihung des begehrtesten Filmpreises der Welt statt. Als bester Film des Jahres 1950 erhält “All about Eve” allein sechs “Oscars”.

30.3.1951, Freitag

Auf den iranischen Ölfeldern befinden sich 12 000 Arbeiter im Streik. Sie fordern die sofortige Übernahme des gesamten Transportwesens, das bisher der Anglo-Iranian Oil Company untersteht.

Der Deutsche Beamtenbund fordert eine generelle Erhöhung der Gehälter um ein Drittel und droht bei Nichterfüllung mit einem Streik seiner Mitglieder. Als Begründung wird angeführt, dass die immer weiter fortschreitende Radikalisierung der Beamten sonst nicht mehr aufzuhalten sei.

Der Bundestagsabgeordnete Heinz Renner (KPD) erklärt im Ältestenrat, dass Schlägereien nicht mehr auszuschließen wären, wenn man Abgeordnete seiner Fraktion weiterhin mit Zwischenrufen beleidigt.

31.3.1951, Samstag

Der republikanische Sonderberater im US-amerikanischen Außenministerium, John Foster Dulles, gibt Einzelheiten des Entwurfs eines Friedensvertrags mit Japan bekannt. Danach soll das Staatsgebiet Japans im Wesentlichen auf die vier Hauptinseln und die kleineren dazugehörigen Inseln beschränkt bleiben.

Chroniknet