Was geschah im März 1952

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1.3.1952, Samstag

Die Insel Helgoland wird mit einer offiziellen Feier wieder der deutschen Verwaltung unterstellt.

Bei den Wahlen zum indischen Zentralparlament erhält die Kongresspartei des Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru 363 der insgesamt 496 Sitze.

Als deutsche Erstaufführung zeigt das Hessische Staatstheater in Wiesbaden die Oper “Billy Budd” von Benjamin Britten.

2.3.1952, Sonntag

Der US-amerikanische Gerichtshof (Supreme Court) legt in einem Urteil fest, dass Personen, die als subversiv einzustufen sind, nicht mehr an öffentlichen Schulen unterrichten dürfen.

3.3.1952, Montag

Eine drastische Preiserhöhung der Londoner Verkehrsbetriebe löst im morgendlichen Berufsverkehr ein Chaos aus. Entgegen der ursprünglichen Erhöhung von 30% muss der Fahrgast für die U-Bahn-Fahrkarte 66% mehr zahlen. Erregte Auseinandersetzungen zwischen Fahrgästen und dem U-Bahnpersonal erzeugen bis zu 500 m lange Warteschlangen.

Mit dem Ruf “Wir wollen keine Nazis in Australien!” empfangen israelische Demonstranten den deutschen Pianisten Walter Gieseking auf dem Flughafen Melbourne. Auf Einladung des australischen Rundfunks macht der Künstler eine Tournee durch den Kontinent.

4.3.1952, Dienstag

Die DDR sperrt sämtliche Stromlieferungen von Berlin (Ost) in den Westteil der Stadt. Damit ist das letzte Nebenabkommen zum Interzonenhandelsabkommen vom 21. September 1951 außer Kraft gesetzt.

Ein Erdbeben richtet auf den nordjapanischen Inseln Hokkaido und Honschu starke Verwüstungen an. Bei eisiger Kälte werden über 10 000 Menschen obdachlos, mindestens 300 Menschen kommen ums Leben. Selbst die seismographischen Institute in der Bundesrepublik Deutschland registrieren das Beben deutlich.

Der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman eröffnet den ersten schwimmenden Rundfunksender des Senders “Stimme Amerikas” mit einem Appell an die Völker der Sowjetunion und Chinas, ihre kommunistischen Machthaber zur Aufgabe ihrer sinnlosen Haß- und Terrorpolitik” zu bewegen.

5.3.1952, Mittwoch

Die belgische Regierung verbietet den Angehörigen Gefallener bis auf weiteres den Besuch sämtlicher deutscher Friedhöfe in ihrem Land, bis die Frage der Grabpflege mit der Bundesrepublik Deutschland geklärt ist.

6.3.1952, Donnerstag

Vier Techniker mit leitenden Positionen in der Industrie der Bundesrepublik Deutschland werden an ihren Arbeitsplätzen in Kettwig an der Ruhr verhaftet. Die Staatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt werfen ihnen vor, geheime Pläne über den Ausbau der bundesdeutschen Metallindustrie an die UdSSR verraten zu haben.

Die große Koalition aus SPD, CDU und FDP in Berlin (West) ist zerstritten. Der Regierende Bürgermeister Ernst Reuter (SPD) stellt die Vertrauensfrage, die mit knapper Mehrheit zu seinen Gunsten ausfällt. Die Regierungskrise wurde durch den Parteienstreit über die Gestaltung der Sozial- und Schulpolitik ausgelöst. Eine von den Sozialdemokraten getragene Bildungspolitik der Chancengleichheit in Form von Einheitsschulen wird von CDU und FDP abgelehnt.

7.3.1952, Freitag

Antoine Pinay wird mit 324 gegen 206 Stimmen zum französischen Ministerpräsidenten gewählt. Da 27 Abgeordnete der Gaullisten unerwartet für Pinay stimmten, fruchtete die Aktion der Sozialisten nicht, geschlossen gegen Pinay zu stimmen. Mit Pinay ist zum ersten Mal nach dem Krieg ein konservativer Unabhängiger im Amt des Regierungschefs.

Der sowjetische Finanzminister Arseni Swerew legt dem Obersten Sowjet den Haushaltsplan für 1952 vor. Dieser sieht umgerechnet 120 Mrd. DM, das sind 24% des Gesamthaushaltes, für die Verteidigung vor.

Die dritte Deutsche Spielwarenmesse in Nürnberg geht zu Ende. Die Veranstalter zählten 6500 Einkäufer, darunter 1800 aus dem Ausland.

Der Deutsche Bühnenverein gibt bekannt, dass “Der Gesang im Feuerofen” von Carl Zuckmayer mit 415 Aufführungen auf 31 Bühnen das erfolgreichste Stück der Theatersaison 50/51 war.

Frankreichs Botschafter Andre François-Poncet gründet das Französische Institut in Bonn, das aus dem “Club Frankreich-Deutschland” hervorgegangen ist. Das neue Institut soll der Verbreitung der französischen Sprache und Kultur sowie der Förderung der deutsch-französischen Verständigung dienen.

Nach Berichten der “Süddeutschen Zeitung” beginnt Frankreich, aus den Befestigungsanlagen des Westwalls Schrott auszubauen und zu exportieren. Das 400 km lange Befestigungssystem mit 15 000 Bunkeranlagen und Panzersperren wurde von den Nationalsozialisten 1938/39 erbaut. Die sog. Siegfriedlinie zieht sich von Aachen bis Basel und sollte die Westgrenze des Deutschen Reichs sichern.

8.3.1952, Samstag

Der am 7. März gewählte französische Ministerpräsident Antoine Pinay stellt in Paris das neue Regierungskabinett vor. Anstelle von 26 Ministern, die sein Vorgänger Edgar Faure hatte, tritt Pinay mit nur 17 Ministern und fünf, bei Faure waren es 14, Staatssekretären die Regierung an.

9.3.1952, Sonntag

Die Wahlen im neugegründeten Bundesland Baden-Württemberg bringen der bislang führenden CDU deutliche Verluste, ohne allerdings ihre Position als stärkste Partei gefährden zu können. Die CDU erhält 36%, die SPD 28% und die FDP 18% der Wählerstimmen.

Heinz Neuhaus gewinnt in der Dortmunder Westfalenhalle gegen Karel Sys den Europameistertitel im Schwergewichtsboxen.

Die Uraufführung des von Carl Zuckmayer vollendeten Gerhart-Hauptmann-Dramas “Herbert Engelmann” findet im Wiener Burgtheater statt.

10.3.1952, Montag

Die UdSSR schlägt den Westmächten USA, Großbritannien und Frankreich Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit (Gesamt-) Deutschland vor. Bundeskanzler Konrad Adenauer und die Westmächte reagieren ablehnend, denn eine Forderung der sog. Kremlnote ist der Abzug aller Besatzungstruppen und völlige Bündnisfreiheit Deutschlands.

In Kuba übernimmt General Fulgencio Batista y Zaldívar nach einem Staatsstreich der Armee die Macht auf der Karibikinsel. Der General regierte bereits von 1933 bis 1944 das Land als Diktator.

Die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mit ihrem Sitz in Nürnberg nimmt die Arbeit auf.

11.3.1952, Dienstag

Der britische Schatzkanzler Richard Austen Butler gibt in London eine Kürzung der Importe um jährlich 100 Mio. Pfund (1,202 Mrd. DM) bekannt. Dadurch soll ein weiteres Absinken der britischen Goldreserven verhindert und die andauernde britische Wirtschaftskrise aufgefangen werden.

Der italienische General Maurizio Lazzaro di Castiglioni tritt von seinem Posten als Oberbefehlshaber der NATO-Landstreitkräfte in Südeuropa zurück. Ausschlaggebend für den überraschenden Rücktritt des Generals ist die Weigerung der neuen NATO-Mitglieder Türkei und Griechenland, ihre Landstreitkräfte einem italienischen Oberbefehlshaber zu unterstellen.

12.3.1952, Mittwoch

Der Bonner Ministerialdirektor Karl-Heinz Lüders stellt den von ihm verfassten Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums über das Pressewesen der Öffentlichkeit zur Diskussion vor. Das Gesetz sieht vor, dass der Innenminister des Bundes oder die Innenminister der Länder eine Zeitung verbieten können, wenn sie diese für verfassungsfeindlich erachten. Der Deutsche Journalistenverband kritisiert den Entwurf als “Dokument eines gefährlichen Ordnungsfanatismus”, das polizeistaatlichen Charakter habe.

13.3.1952, Donnerstag

Der britische General Lord Hastings Lionel Ismay wird zum ersten NATO-Generalsekretär seit Gründung des atlantischen Verteidigungsbündnisses 1949 gewählt. Die Einrichtung dieser Stelle wurde bereits im Februar bei der Sitzung des ständigen NATO-Rats einstimmig beschlossen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erklärt sich bereit, Beschuldigungen der kommunistischen Regierung Nordkoreas zu untersuchen, denen zufolge die US-amerikanischen Streitkräfte im seit 1950 dauernden Koreakrieg bakteriologische Waffen eingesetzt haben sollen.

Zu zehn Jahren Haft verurteilt das Gericht in Como eine junge italienische Gräfin, weil sie 1948 ihren Geliebten aus Eifersucht erschossen hat. Der von der Öffentlichkeit vielbeachtete Prozess gibt Einblick in das “süße Leben” der italienischen High Society.

Das Amt für gegenseitige Sicherheit (Mutual Security Agency, MSA) in Bonn teilt mit, dass die Bundesrepublik in dem am 20. Juni 1952 endenden Finanzjahr umgerechnet 445 Mio. DM US-amerikanische Hilfe zum Aufbau der Wirtschaft erhalten hat.

Bei den Daimler-Benz-Werken in Stuttgart-Untertürkheim wird der neue Mercedes-Sportwagen 300 SL (super-leicht) fertiggestellt.

14.3.1952, Freitag

Die drei Westmächte schlagen der UdSSR den Entwurf eines Räumungsprotokolls für Österreich vor, um den bereits seit 1946 für das Land geltenden Besatzungsstatus aufzuheben.

Bei der Testamentseröffnung des am 3. März verstorbenen US-amerikanischen Verlegers Sherman Bowles erben die 500 Angestellten des Unternehmens das Vermögen von 70 Mio. Dollar (336,7 Mio. DM).

15.3.1952, Samstag

Das Landgericht Braunschweig verurteilt den Vorsitzenden der rechtsradikalen “Sozialistischen Reichspartei” zu drei Monaten Haft, weil er die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 beleidigt hat.

16.3.1952, Sonntag

In der französischen Botschaft in Bad Godesberg präsentiert der Modeschöpfer Christian Dior seine neue Kollektion. Der letzte Schrei sind Kostüme in “Wellenlinie”, Kleider mit Blumenapplikationen und bunte Kopftücher sowie Strohhüte.

17.3.1952, Montag

Eine Sendung des Bayerischen Rundfunks über die Personalpolitik des im Aufbau begriffenen Auswärtigen Amts in Bonn erregt das Interesse der Öffentlichkeit. Dem Beitrag zufolge sind 95% der leitenden Beamten des Außenministeriums ehemalige Nationalsozialisten, so auch der derzeitige Personalchef Herbert Dittmann.

Das Bundesernährungsministerium hebt das Ausmahlungsverbot des hellen und feinen Weizenmehltyps W 550 auf. Bislang durfte in der Bundesrepublik Deutschland nur der dunklere und qualitativ minderwertigere Weizenmehltyp 630 gehandelt werden, um im Ausland nicht den Eindruck zu erwecken, die Deutschen könnten sich als Kriegsverursacher und -verlierer ein Luxusleben leisten. Aufgrund der starken Konkurrenz auf dem Mehlmarkt wird die Beschränkung jedoch aufgehoben.

Das Wohnungsbau-Prämiengesetz tritt in Kraft. Es fördert in erster Linie das Bausparen durch einige Zusatzleistungen, die Bund und Länder gewähren.

18.3.1952, Dienstag

Der Senator des US-amerikanischen Staates Connecticut, William Benton, greift den Vorsitzenden des Kongressausschusses zur Untersuchung “unamerikanischer Umtriebe”, Joseph Raymond McCarthy, öffentlich wegen dessen Untersuchungsmethoden an. Der demokratische Politiker Benton spricht von einem “hitlerartigen” Auftreten McCarthys.

Die Spruchkammer beim Westberliner Senat teilt vier der sieben Spandauer Kriegsverbrecher mit, dass ein Entnazifizierungs-Sühneverfahren gegen sie eröffnet worden ist. Es handelt sich um den ehemaligen Reichswirtschaftsminister Walter Funk, den früheren Reichsaußenminister Konstantin von Neurath, den einstigen Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, und den ehemaligen Reichsjugendführer Baldur von Schirach.

Der S. Fischer-Verlag in Frankfurt am Main bringt eine neue Taschenbuchreihe mit Bänden von Thornton Wilder und Thomas Mann zum Preis von 1,90 DM auf den Markt. Die Neuerscheinung ist jedoch überschattet von einem Plagiatsvorwurf des US-amerikanischen Verlegers Curt Enoch.

19.3.1952, Mittwoch

Die Literatin Anna Seghers erhält in Moskau den Internationalen Friedenspreis der UdSSR.

Auf der ersten Sitzung des Verwaltungsrates der Deutschen Bundesbahn in Bonn legt der neugewählte Vorsitzende Hans Wellhausen einen Bestandsbericht vor. Das Streckennetz umfasst 30 500 km, auf dem 9000 betriebsfähige Lokomotiven, 26 0000 Güterwagen und 23 000 Reisezugwagen laufen. Im letzten Geschäftsjahr wurden 1,2 Mrd. Menschen mit der Bahn befördert.

20.3.1952, Donnerstag

Das südafrikanische Appellationsgericht hebt eines der wichtigsten Rassengesetze des amtierenden Regierungspräsidenten Daniel François Malan, die Beschränkung des Wahlrechts für Schwarze, mit der Begründung auf, es sei verfassungswidrig.

Mit 66 zu zehn Stimmen wird der Friedensvertrag mit Japan vom US-amerikanischen Senat in Washington gebilligt.

Der Vorsitzende der britischen Autoindustrie, Sir William Rootes, bilanziert bei der Eröffnung des Genfer Automobilsalons, dass die britische und deutsche Autoindustrie auf dem Weltmarkt den alten Konkurrenzkampf austragen. Dies sei ein Zeichen gesunder wirtschaftlicher Entwicklung. Die Ausstellung von 50 Firmen aus Europa und den USA präsentiert 74 neue Autotypen.

Die US-amerikanische Akademie für Filmkunst und -wissenschaft verleiht in Los Angeles 29 “Oscars” (Academy Award). Für die beste schauspielerische Leistung werden Humphrey Bogart und Vivien Leigh ausgezeichnet.

21.3.1952, Freitag

Die Wiedergutmachungsverhandlungen zwischen der Bundesrepublik und Israel beginnen in der niederländischen Stadt Den Haag.

In Triest kommt es anlässlich des vierten Jahrestages der Zusage der Westmächte, die von Jugoslawien, Großbritannien und den USA verwaltete Stadt in Italiens Hoheitsgebiet wieder einzugliedern, zu Zusammenstößen zwischen italienischen Nationalisten und britischer Polizei.

Großbritannien besteuert lange Unterhosen. Herrenunterwäsche, die weniger als umgerechnet 8,40 DM kostet, ist steuerfrei. Lange wollene Unterhosen sind jedoch nicht unter 23 DM zu bekommen.

22.3.1952, Samstag

Eine Verkehrsmaschine der Königlich-Niederländischen Luftverkehrsgesellschaft KLM stürzt in einen Wald bei Neu-Isenburg ab. Die bisher größte Flugzeugkatastrophe über dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland fordert 45 Tote.

23.3.1952, Sonntag

Die Verordnung über ausländische Arbeitnehmer vom 23. Januar 1933, die wenige Wochen vor der “Machtübernahme” der Nationalsozialisten vom Ministerium für Arbeit erlassen wurde, tritt wieder in Kraft. Nach dieser Verordnung benötigen deutsche Arbeitgeber eine Beschäftigungsgenehmigung für ausländische Arbeitnehmer. Ausländer benötigen ihrerseits eine Arbeitserlaubnis vom Landesarbeitsamt.

24.3.1952, Montag

Die Situation der Nachkriegsjugend ist das Thema einer Arbeitstagung zum Jugendschutz, die in Düsseldorf beginnt.

25.3.1952, Dienstag

In der Antwort auf die Kreml-Note vom 10. März lehnen es die Westmächte mit Zustimmung von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) ab, die Frage eines Friedensvertrages mit Deutschland vor der Abhaltung freier Wahlen im ganzen Land zu behandeln.

In Basel wird Rolf Liebermanns “Opera semisera” (halbernste Oper) mit dem Titel “Leonore 40/45” uraufgeführt.

Das Nationale Olympische Komitee für Deutschland gibt seinen Olympia-Etat für die Spiele 1952 bekannt.

26.3.1952, Mittwoch

Die französischen Behörden in Tunis verhaften Ministerpräsident Mohammed Chenik sowie drei weitere Kabinettsmitglieder. Über das Protektorat ist der Ausnahmezustand verhängt. Hintergrund der von Frankreich eingeleiteten Maßnahmen sind die Autonomiebestrebungen der Regierung Mohammed Cheniks, die sich von der französischen Kolonialmacht lösen will.

Die Ehe des Herrn Mississippi”, eine Komödie von Friedrich Dürrenmatt, wird in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt.

27.3.1952, Donnerstag

Beim Öffnen eines für Bundeskanzler Konrad Adenauer bestimmten Sprengstoffpaketes kommt der Sprengmeister Karl Reichert in München ums Leben. Für den Anschlag erklärt sich eine jüdische Organisation verantwortlich, die gegen die deutsch-israelischen Wiedergutmachungsverhandlungen in Den Haag protestiert.

Der Bundestag in Bonn billigt gegen die Stimmen der Opposition die Verordnung über einen Mietzuschlag von 10% ab 1. April für Altbauwohnungen. Damit soll den Hausbesitzern Unterstützung bei der Instandsetzung älterer Häuser ermöglicht werden.

28.3.1952, Freitag

Das britische Unterhaus genehmigt mit 304 gegen 279 Stimmen eine Vorlage der Regierung Winston Churchill über die Einführung von Gebühren im nationalen Gesundheitsdienst. Bisher war die Gesundheitsversorgung kostenlos.

Der Preis für ein Paar Perlonstrümpfe liegt mit 5,90 DM bis 12,90 DM zwar zum Teil erheblich unter dem Vorjahresniveau, die “Perlons” bleiben aber für Frauen in der Bundesrepublik Deutschland angesichts eines durchschnittlichen Stundenlohnes von 1,50 DM Luxus.

29.3.1952, Samstag

Der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman gibt bekannt, dass er bei den Präsidentschaftswahlen im November dieses Jahres nicht für die Demokratische Partei kandidieren wird. Nach achtjähriger Amtszeit soll ein jüngerer Politiker der Demokraten für die diesjährige Wahl zum Präsidentschaftsamt antreten.

Der dreitägige Ministerausschuss des Europäischen Wirtschaftsrates (OEEC) in Paris geht zu Ende. Das Gremium beschliest, einen Ausschuss zu bilden, der dafür sorgen soll, Einfuhrquoten für den Warenverkehr zwischen den europäischen Staaten zu erweitern.

Der britische Außenminister Anthony Eden eröffnet im Berliner Tiergarten feierlich den englischen Garten. Die Anlage wurde in erster Linie durch Geld- und Pflanzenspenden aus Großbritannien ermöglicht. In Berlin wird die Anlage scherzhaft der “Garten Eden” genannt.

30.3.1952, Sonntag

In den frühen Morgenstunden werden auf dem griechischen Militärschießplatz Gudi die Todesurteile gegen die vier Kommunisten Nicholas Beloyannis, Nicholas Caloumenos, Demetrios Batzis und Elias Arghyriades vollstreckt.

Bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Gründung des Protektorats Französisch-Marokko kommt es zu frankreichfeindlichen Demonstrationen mit blutigen Auseinandersetzungen in der Stadt Tanger.

31.3.1952, Montag

Der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito nimmt in einer Regierungserklärung zur Absicht der Westalliierten Stellung, Triest in italienisches Hoheitsgebiet wieder einzugliedern. Tito unterstreicht die jugoslawischen Gebietsansprüche auf Triest und äußert die Sorge, dass die drei Westmächte diese zugunsten Italiens übergehen wollten.

Die erste Squash-Weltmeisterschaft findet in London statt.