Was geschah im März 1955

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1.3.1955, Dienstag

In einer Rede vor dem Unterhaus in London wendet sich der britische Premierminister Winston Churchill gegen die Forderung der oppositionellen Labour Party nach einem Abbau der britischen Atomstreitmacht. Die Politik der Abschreckung gegenüber der Sowjetunion müsse beibehalten werden, um die Kriegsgefahr gering zu halten.

In der Bundesrepublik Deutschland tritt eine neue Paßverordnung in Kraft. Ausländer aus 55 Staaten erhalten bei ihrer Einreise keinen Sichtvermerk (Visum) mehr, sondern einen Stempel in ihren Reisepaß.

Der hessische Rundfunk sendet in einer Uraufführung das Hörspiel “Zum Tee bei Dr. Borsing” von Heinrich Böll.

Die Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan gastieren auf ihrer US- Tournee in der New Yorker Carnegie Hall. Wahrend des Konzertes kommt es zu antideutschen Demonstrationen.

Ein zwischen den Regierungen Frankreichs und der DDR geschlossenes Handelsabkommen tritt in Kraft. Die auf ein Jahr befristete Vereinbarung hat ein Volumen von rund 120 Mio. DM.

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März wird in Berlin (Ost) eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto “Woche der deutschen Frauen gegen den Faschismus” eröffnet. Nach offiziellen Angaben nehmen rund 800 000 Frauen an den mehr als 1500 Veranstaltungen teil.

Die bulgarische Regierung erklärt in Sofia den Kriegszustand mit Deutschland offiziell für beendet.

2.3.1955, Mittwoch

In Berlin (Ost) erlässt die Volkskammer der DDR eine “Proklamation an das deutsche Volk”, in der eine Volksbefragung über die Annahme der Pariser Verträge gefordert wird.

Norodom Sihanouk, König von Kambodscha, gibt in Phnom Penh seine Abdankung zugunsten seines Vaters Norodom Suramarit bekannt. Sihanouk will in die Politik des Landes, das eine konstitutionelle Monarchie ist, künftig direkt eingreifen.

Auf Weisung des Vatikans zieht sich der Erzbischof von Sevilla, Kardinal Segura, in ein Kloster bei Burgos zurück. Segura hatte in den letzten Wochen mehrfach die spanische Regierung unter Generalissimus Francisco Franco Bahamonde kritisiert.

3.3.1955, Donnerstag

Die Alliierte Hohe Kommission erteilt der Deutschen Lufthansa ihre Zustimmung zur Aufnahme ihres Flugdienstes am 1. April.

Die Mitglieder des Berliner Philharmonischen Orchesters wählen während ihrer USA-Tournee in Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) den 47-Jährigen Herbert von Karajan zu ihrem neuen ständigen Dirigenten.

Die Hansestadt Lübeck verleiht Thomas Mann die Ehrenbürgerschaft. Damit ist das seit dem Erscheinen der “Buddenbrooks” gespannte Verhältnis des Schriftstellers zu seiner Heimatstadt beendet.

4.3.1955, Freitag

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Ungarns erklärt in Budapest, die von Ministerpräsident Imre Nagy vertretene Wirtschaftspolitik sei in weiten Teilen “antimarxistisch”. Nagy unterstütze “rechte Abweichungen” und mache “billige demagogische Versprechungen”.

Die Europäische Fußball-Union wählt in Wien den DFB-Vorsitzenden Peco Bauwens in das Exekutivkomitee des Verbandes. Auf der Tagung sprechen sich die Delegierten gegen Fernsehübertragungen von Fußballspielen aus.

In Moskau ernennt der sowjetische Ministerrat Arkadi A. Sobolew zum ständigen Vertreter der UdSSR im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Sobolew tritt damit die Nachfolge des verstorbenen Andrei J. Wyschinski an.

Die Kultusminister der Länder kündigen auf einer Sitzung in Berlin (West) an, den kulturellen Austausch zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zu vertiefen.

Die US-amerikanische Regierung erklärt in Washington ihre Bereitschaft, während des Zweiten Weltkrieges in den USA beschlagnahmte deutsche Vermögenswerte bis zu einer Höhe von 10 000 US-Dollar (43 000 DM) freizugeben.

5.3.1955, Samstag

Das DDR-Kultusministerium übermittelt der Ständigen Konferenz der Kultusminister in Berlin (West) ein Schreiben mit Vorschlägen zur “Erhaltung der Einheit unserer deutschen Kultur”. Vorgeschlagen werden u.a. die gegenseitige Anerkennung von Zeugnissen sowie ein Informationsaustausch der Kultusministerien.

In Kopenhagen enden nach sechstägiger Dauer deutsch-dänische Verhandlungen über die nationalen Minderheiten in Schleswig-Holstein. Die Delegationen erarbeiteten eine Reihe von Vorschlägen, die den Regierungen der beiden Staaten empfohlen werden und die kulturelle Identität der Minderheiten gewährleisten sollen.

Auf Hawaii bricht der Vulkan Kilauea aus. Damit die Lavamassen nicht in bewohnte Ortschaften fließen, legt die US-Luftwaffe einen Bombenteppich und sprengt eine Rinne.

In Moskau unterzeichnen Regierungsvertreter der Sowjetunion und Polens ein Handelsabkommen; u.a. wird die UdSSR in den kommenden zwölf Monaten landwirtschaftliche Maschinen liefern und dafür im Austausch Kohle erhalten.

6.3.1955, Sonntag

Bei Oslo (Norwegen) gewinnt der finnische Skilangläufer Aarne Hiiva das traditionelle Holmenkollen-Rennen. Er bewältigt die 15 km lange Strecke in einer Zeit von 1:00:39. Den Spezialsprunglauf gewinnt am folgenden Tag sein Landsmann Aulis Kallaporti.

Die kanadische Eishockeynationalmannschaft erringt durch einen 5:0-Sieg über die UdSSR in der Krefelder Rheinlandhalle den Weltmeistertitel.

Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier eröffnet in München die von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit veranstaltete “Woche der Brüderlichkeit”.

In fünf Republiken der Sowjetunion (Kasachstan, Aserbaidschan, Kirgisistan, Armenien und in der Karelofinnischen Republik) finden Wahlen zum Obersten Sowjet, dem Parlament der UdSSR, statt. Die Kandidaten der KPdSU erreichen über 99% der Stimmen.

In der sowjetischen Zeitung “Prawda” erscheint ein Aufruf des britischen Atomphysikers Bruno Pontecorvo. Er fordert die Wissenschaftler in den westlichen Ländern auf, nur noch an der zivilen Nutzung der Atomenergie zu arbeiten. Der Aufruf ist die Bestätigung von Gerüchten, dass sich der 1950 in Finnland unter mysteriösen Umständen verschwundene britische Forscher in der Sowjetunion aufhält.

7.3.1955, Montag

In einem Hirtenbrief, der in allen katholischen Kirchen der DDR verlesen wird, wendet sich der Berliner Bischof Weskamm gegen die von der SED betriebene “Jugendweihe” und bezeichnet sie als Verleugnung des Glaubens. Eltern, die ihre Kinder der Jugendweihe zuführen, begingen eine schwere Sünde und dürften künftig nicht mehr zu den Sakramenten zugelassen werden.

Die US-amerikanischen Bankhäuser “National Bank of New York” und “First National Bank of the City New York” schließen sich zur “The First National City Bank of New York” zusammen. Die neue Bank, die über Einlagen in Höhe von 7 Mrd. US-Dollar (30,1 Mrd. DM) verfügt, ist damit das drittgrößte Geldinstitut der Welt.

8.3.1955, Dienstag

In Berlin (West) wählt die Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission Theodor Stelzer zum Präsidenten.

Der US-amerikanische Verteidigungsminister Charles E. Wilson ermächtigt in Washington das Pentagon, Rüstungsaufträge auch an ausländische Firmen zu vergeben. Voraussetzung ist jedoch, dass die Preise ausländischer Unternehmen um mindestens 6% unter denen von US-Firmen liegen.

9.3.1955, Mittwoch

Der Hauptausschuss der FDP beschließt in Bonn, trotz der Meinungsverschiedenheiten über das Saarabkommen die Regierungskoalition fortzusetzen.

10.3.1955, Donnerstag

Die Regierungen Ägyptens, Syriens und Saudi-Arabiens wenden sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen den am 24. Februar geschlossenen irakisch-türkischen Beistandspakt und kündigen an, unter der Beteiligung des Jemen, Libanons und Jordaniens ein eigenes arabisches Verteidigungsbündnis abzuschließen.

In der Schweiz wird der 25. Genfer Automobilsalon eröffnet. Auf der bis zum 13. dauernden Ausstellung sind 642 Firmen aus 14 Nationen vertreten.

11.3.1955, Freitag

Die sowjetische Regierung gibt in Moskau ihre Bereitschaft zu einem Truppenabzug aus Österreich bekannt. Voraussetzung sei die Garantie der österreichischen Regierung, sich keinem Militärblock anzuschließen.

In Berlin (West) endet nach dreijähriger Dauer der Prozess gegen den 34-Jährigen Dietrich Dietz mit der Verurteilung zu lebenslanger Haft. Dietz hatte seinen Vater und dessen Geliebte vergiftet.

In Espelkamp/Westfalen endet nach fünftägiger Dauer die gesamtdeutsche Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland mit der Wahl von Constantin von Dietze zum Präses. Bischof Otto Dibelius, Präsident des Rates der EKD, der sich für das Recht auf Wehrdienstverweigerung in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR einsetzt, wird in seinem Amt bestätigt.

Gegen die Stimmen der Kommunisten und Linkssozialisten ratifiziert der italienische Senat in Rom die Pariser Verträge.

12.3.1955, Samstag

Nach den Parlamentswahlen in Malta, bei denen die Labour Party die Mehrzahl der Stimmen erringen kann, tritt Ministerpräsident Borg Olivier (Nationalistische Partei) zurück. Amtsnachfolger ist der Vorsitzende der Labour Party, Dominic Mintoff.

Bei Paris stellen die Motorradrennfahrer Wilhelm Noll, Friedrich Hillebrand und Walter Schneider auf BMW insgesamt 57 Weltrekorde auf.

13.3.1955, Sonntag

In Köln schließt nach zweiwöchiger Dauer die Deutsche Hausrats- und Eisenwarenmesse ihre Pforten. Zu den meistbeachteten Ausstellungsstücken zählt eine Geschirrspülmaschine zum Preis von 1390 DM.

In Hamburg gewinnt Willi Hoepner durch technischen K. o. über den amtierenden Boxeuropameister Gerhard Hecht den Titel im Halbschwergewicht.

Das britische Unterhaus in London lehnt mit den Stimmen der konservativen Regierungspartei den Antrag der oppositionellen Labour Party ab, noch vor Ratifizierung der Pariser Verträge in Gespräche mit der sowjetischen Regierung über Fragen der internationalen Beziehungen einzutreten.

14.3.1955, Montag

Nach Angaben von Radio Peking ist der geistliche und weltliche Führer des Tibet, der Dalai Lama, nach sechsmonatigem Aufenthalt in der VR China in sein Heimatland zurückgekehrt. Der Dalai Lama wird ein Komitee leiten, das die regionale Autonomie Tibets innerhalb der chinesischen Volksrepublik gewährleisten soll.

Nach dem Tod von König Tribhuvan Bir Bikram Schah von Nepal besteigt sein Sohn Mahendra Bir Bikram Schah den Thron des asiatischen Königreiches.

15.3.1955, Dienstag

In Bonn wird Karl Mocker zum Fraktionsvorsitzenden des Gesamtdeutschen Blocks/Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE) gewählt. Mocker tritt die Amtsnachfolge von Horst Haasler an.

Bei den Panamerikanischen Spielen in Mexiko-City stellt der Brasilianer Adhemar Ferreira da Silva einen Weltrekord im Dreisprung auf. Er verbessert die bisherige Bestmarke um 23 cm auf 16,56 m.

In Denver wendet sich der Verband US-amerikanischer Wissenschaftler gegen die Weiterführung der oberirdischen Atombombenversuche in Nevada. Der vom Wind bis nach Colorado getriebene radioaktive Staub gefährde zunehmend die Bevölkerung.

Das Bochumer Schauspielhaus veranstaltet eine “Woche amerikanischer Dramatik”. Bis zum 21. März sind zahlreiche zeitgenössische US-Stücke in deutscher Erstaufführung zu sehen.

16.3.1955, Mittwoch

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Einwohner der Bundesrepublik Deutschland in den letzten fünf Jahren stark angestiegen. Durch die hohe Zahl von Flüchtlingen hat sich die Bevölkerung auf 50,32 Mio. Menschen (1950: 47,85 Mio.) erhöht.

Der Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin (Ost), Erich Kleiber, tritt von seinem Amt zurück. Als Grund führt er zunehmende Eingriffe von Politik und Propaganda in das kulturelle Leben der DDR an.

17.3.1955, Donnerstag

In der US-Öffentlichkeit wird der Inhalt streng geheimer Aufzeichnungen der Konferenz von Jalta bekannt. Die Protokolle der Konferenz, auf der im Februar 1945 die “Großen Drei” (US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premier Winston S. Churchill und der sowjetische Staats- und Parteichef Josef W. Stalin) die Gestaltung der Nachkriegswelt festgelegt hatten, lösen bei vielen Menschen Befremden aus.

US-Präsident Dwight D. Eisenhower erklärt in Washington, taktische Atomwaffen der USA würden im Kriegsfall nur gegen militärische Ziele eingesetzt.

In München wird das Schauspiel “Die Eröffnung des indischen Zeitalters” von Peter Hacks uraufgeführt.

18.3.1955, Freitag

Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS meldet die Aufnahme von Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und den kommunistisch geführten Staaten Osteuropas über einen Verteidigungspakt und die Bildung eines gemeinsamen militärischen Oberkommandos.

Der US-Leichtathlet Louis Jones stellt mit 45,4 sec in Mexiko City einen Weltrekord über die 400-m-Strecke auf.

In dem australischen Bundesland Neusüdwales fordert nach sintflutartigen Regenfällen eine Flutkatastrophe mehr als 200 Todesopfer. Rund 40 000 Menschen werden obdachlos.

Paul Scholz, Stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates der DDR, wird auf eigenen Wunsch von seinem Amt des Land- und Forstwirtschaftsministers entbunden. Zu seinem Nachfolger wird Hans Reichelt ernannt.

Mitglieder der SPD, der KPD, der Gewerkschaften und Angehörige der Kirchen gründen in Bochum das “Kuratorium Einiges Deutschland”. Das Ziel dieser Organisation ist die Durchführung einer Volksbefragung über die Annahme der Pariser Verträge.

In Bonn nimmt der Deutsche Bundestag das Personalvertretungsgesetz in dritter Lesung an. Das Gesetz regelt die Mitbestimmung der im öffentlichen Dienst Beschäftigten.

Der Bundesrat in Bonn billigt die am 27. Februar vom Bundestag angenommenen Pariser Verträge.

19.3.1955, Samstag

Nach Angaben der polnischen Regierung hat die Einwohnerzahl Warschaus die Millionen-Grenze überschritten. Warschau, das vor dem Krieg rund 1,3 Mio. Einwohner hatte, gilt als die im Zweiten Weltkrieg am schwersten zerstörte Stadt. 1945 lebten nur noch 150 000 Einwohner in der polnischen Hauptstadt.

In Washington stellt der US-amerikanische Konzern Bell Telephone Laboratories den ersten mit Transistoren ausgerüsteten Computer der Welt vor.

20.3.1955, Sonntag

Die Bundesrepublik Deutschland tritt dem Weltpostverein bei. Die in Bern (Schweiz) ansässige Unterorganisation der Vereinten Nationen hat die Aufgabe, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Postwesens zu fördern.

21.3.1955, Montag

In Paris unterzeichnen der französische Außenminister Antoine Pinay und der saarländische Ministerpräsident Johannes Hoffmann ein Abkommen über die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und dem Saarland.

Die Regierungen der Volksrepublik Ungarn und der Volksrepublik Albanien geben in getrennten Erklärungen bekannt, dass sie den Kriegszustand mit Deutschland für beendet ansehen.

22.3.1955, Dienstag

Nach Angaben von Radio Moskau ist der sowjetische Kulturminister Georgi F. Alexandrow wegen “Unfähigkeit” seines Postens enthoben worden. Zu seinem Nachfolger wird Nikolai A. Michailow ernannt.

In Canberra verfügt die australische Regierung drastische Einfuhrbeschränkungen. Durch diese Maßnahme soll das hohe Außenhandelsdefizit abgebaut werden.

23.3.1955, Mittwoch

Im belgischen Wetteren gewinnt Radweltmeister Louison Bobet (Frankreich) in 7:27:00 h die über 263 km führende Flandern-Rundfahrt.

25.3.1955, Freitag

Der Generalgouverneur von Pakistan, Ghulam Mohammed, verfügt die Vereinigung der Provinzen von Westpakistan. Der Name von Ostbengalen wird in Ostpakistan geändert. Um Unruhen nationaler Minderheiten zu verhindern, verhängt der Generalgouverneur den Ausnahmezustand über Pakistan.

Der italienische Tenor Beniamino Gigli gibt im Rahmen seiner Abschiedstournee ein Gastspiel in Hamburg.

26.3.1955, Samstag

Auf dem 6. ordentlichen Parteitag der FDP in Oldenburg wird der Parteivorsitzende Thomas Dehler in seinem Amt bestätigt. In einer Rede an die Delegierten übt Dehler nach seiner Wahl heftige Kritik an der Regierungspolitik. Zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden wird Friedrich Middelhauve wiedergewählt.

Die französische Nationalversammlung billigt die Pariser Verträge, in denen u.a. die deutsche Wiederbewaffnung und der deutsche Beitritt zur NATO vereinbart wurden.

In Stuttgart wird das Theaterstück “Thymian und Drachentöter” des Schriftstellers Richard Hey uraufgeführt.

27.3.1955, Sonntag

Bei London endet die zum 101. Mal veranstaltete Ruderregatta zwischen den Universitäten Oxford und Cambridge mit einem Sieg der Mannschaft aus Cambridge.

Der irische Hengst “Quare Time” unter Peter Taff gewinnt bei Liverpool/Großbritannien den “Grand National”, das schwerste Pferderennen der Welt.

28.3.1955, Montag

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid veröffentlicht in Bonn das Ergebnis einer Umfrage unter Jugendlichen. Als von ihnen am meisten bewunderte Persönlichkeiten nennen die befragten 15-24-Jährigen Deutschen Friedrich den Großen, Otto von Bismarck und Adolf Hitler.

Vor 17 000 Zuschauern verteidigt Boxeuropameister Heinz Neuhaus seinen Titel in der Dortmunder Westfalenhalle durch einen Punktsieg über Herausforderer Hein ten Hoff.

In der Nähe der französischen Stadt Bordeaux erreicht eine Elektrolok der französischen Staatsbahn eine Spitzengeschwindigkeit von 331 km/h und fährt damit Weltrekord.

29.3.1955, Dienstag

Bundeskanzler Konrad Adenauer erklärt in Bonn, er erwarte angesichts der veränderten weltpolitischen Lage die Bereitschaft der sowjetischen Regierung, einer Wiedervereinigung Deutschlands zuzustimmen.

In New York verurteilt der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig Israel wegen eines am 28. Februar unternommen Luftangriffs auf den von Ägypten besetzten Gasastreifen. Durch den Angriff, der 46 Todesopfer forderte, sei das Waffenstillstandsabkommen verletzt worden.

30.3.1955, Mittwoch

Das Ministerium für Verkehr in der DDR verfügt mit Wirkung vom 1. April eine drastische Erhöhung der Straßenbenutzungsgebühren für Kraftfahrzeuge aus der Bundesrepublik und Berlin (West).

In Wien beschließt der österreichische Ministerrat, die sowjetische Einladung an Bundeskanzler Julius Raab zu Gesprächen über einen Staatsvertrag anzunehmen.

Vor dem britischen Unterhaus in London gibt Außenminister Anthony Eden den Beitritt Großbritanniens zum türkisch-irakischen Verteidigungspakt bekannt. Das Bündnis, das am 5. April in Kraft tritt, soll die Grundlage für ein allgemeines Verteidigungsabkommen im Mittleren Osten bilden.

In Stuttgart verliert die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen die italienische Auswahl mit 1:2.

31.3.1955, Donnerstag

Mit 226 gegen 186 Stimmen lehnt der Bundestag in Bonn einen Antrag der SPD ab, das Inkrafttreten des Saarstatuts so lange auszusetzen, bis in Verhandlungen mit der französischen Regierung sämtliche Unklarheiten des Vertrages ausgeräumt sind.

In Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) findet die diesjährige Oscar-Verleihung statt. Der US-Spielfilm “Die Faust im Nacken” wird als bester Film des Jahres 1954 ausgezeichnet.