Was geschah im März 1959

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1.3.1959, Sonntag

Der designierte Staatspräsident Uruguays, Martín R. Echegoyen stellt ein neues Kabinett vor. Aus den Wahlen am 30. November 1958 war die konservative Partei der Blancos, die Partei des Präsidenten, als Sieger hervorgegangen.

Nach dreijähriger Verbannung kehrt der Führer der nach Unabhängigkeit strebenden Zyperngriechen, Erzbischof Makarios III., nach Zypern zurück.

Auf dem 6. Westdeutschen Sportpressefest in Dortmund läuft der US-Amerikaner Herbert Carper einen Hallenweltrekord über 60 Yards (54,86 m) in 6,0 sec (bisheriger Rekord: 6,1 sec).

Rolf Liebermanns “Capriccio”, ein Auftragswerk für Singstimme, Violine und Orchester, wird unter der Leitung von Igor Markewitsch in Paris uraufgeführt. Solisten sind Irmgard Seefried und Wolfgang Schneiderhan.

In Frankfurt am Main wird die Internationale Frühjahrsmesse eröffnet. Insgesamt ist ein deutlicher Trend zu höherwertigen Konsumgütern zu verzeichnen.

In der DDR wird belletristische Literatur aus Deutschland, die vor 1945 erschienen und seitdem nicht in der DDR nachgedruckt worden ist, von der Ausleihe in Bibliotheken ausgeschlossen.

2.3.1959, Montag

Die gewerkschaftseigene Baugesellschaft “Neue Heimat” erwirkt beim Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”. Die “Neue Heimat” beanstandet einen Artikel, der die Kreditwürdigkeit des Baukonzerns in Frage gestellt habe.

Die sowjetische Regierung bekräftigt in einer Note an die drei Westmächte sowie die Bundesrepublik und die DDR ihre Forderung nach einer Gipfelkonferenz über Deutschland und wiederholt die in den Noten vom 27. November 1958 und 10. Januar 1959 geäußerten Vorschläge zur Berlin-Frage.

Die vom Norddeutschen Rundfunk ausgestrahlte Nachrichtensendung “Tagesschau” erhält ein neues Konzept und wird erstmals von Karl-Heinz Köpcke gesprochen.

3.3.1959, Dienstag

Bei einem Besuch der Leipziger Messe erklärt der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow seine Bereitschaft, das Berlin-Ultimatum über den 27. Mai hinaus zu verlängern und die Kontrolle über den alliierten Berlin-Verkehr bis zum Abschluss eines Friedensvertrages nicht an die Behörden der DDR zu übergeben.

Eine “Warnung vor dem Missbrauch der Konfirmation durch übermäßigen Alkoholgenuss und Aufwand” richtet in Kiel der evangelische Bischof für Schleswig-Holstein, Wilhelm Halfmann, an die Eltern der Konfirmanden.

Zwei Briten und ein Indonesier sprengen die Bank des Spielkasinos “Palais de la Méditerranée” im französischen Mittelmeer-Badeort Nizza. Innerhalb weniger Stunden gewinnen sie 80 Millionen Francs (680 000 DM). Das Kasino muss vorläufig schließen, weil die Barmittel erschöpft sind.

4.3.1959, Mittwoch

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle beschließen im Landhaus de Gaulles in Marly-Le-Roi, die deutsch-französische Zusammenarbeit weiter zu festigen. Die Sicherung des Friedens werde am besten durch die Einigkeit aller Westmächte gewährleistet.

5.3.1959, Donnerstag

Die österreichische Regierungskoalition von Volkspartei und Sozialisten zerbricht wegen Streitigkeiten in Fragen des Wohnungsbaus, der Umsatzsteuer und der Preispolitik.

Auf Anordnung von Papst Johannes XXIII. beginnen Handwerker in Rom damit, die hüllenlosen Skulpturen im Petersdom mit Lendentüchern aus Gips zu verkleiden.

In Hollywood wird “Das Mädchen Rosemarie” von der Filmkritik als “einer der besten ausländischen Filme” ausgezeichnet. Der Regisseur Rolf Thiele hat in diesem Film die Geschichte der Frankfurter “Lebedame” Rosemarie Nitribitt verarbeitet, die 1957 ermordet wurde.

Als sozialpolitisches Hauptziel der Regierung bezeichnet Bundesarbeitsminister Theodor Blank (CDU) in Köln die Steigerung der Einkommen, nicht deren Umverteilung.

6.3.1959, Freitag

Der jugoslawische Staatschef Marschall Josip Broz Tito beschuldigt in Skopje (Jugoslawien) die Regierungen Albaniens und Bulgariens, Eroberungsabsichten gegenüber jugoslawischen Grenzgebieten zu verfolgen und damit nach Befehlen der Sowjetunion zu handeln.

7.3.1959, Samstag

Knapp acht Monate nach dem Sturz der Monarchie im Irak kommt es im Norden des Landes zu einer Militärrevolte gegen das Regime von General Abd Al Karim Kasim. Der Aufstand kann am 10. März niedergeschlagen werden.

Im Rahmen einer Diskussion mit dem Motor-Presse-Club in Bonn äußert sich Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (Deutsche Partei) ablehnend gegenüber einer Geschwindigkeitsbegrenzung für Kraftfahrzeuge außerhalb geschlossener Ortschaften.

8.3.1959, Sonntag

Bei den französischen Kommunalwahlen verbuchen die Kommunisten Stimmengewinne von durchschnittlich 8%. Gaullisten und Sozialisten müssen Verluste hinnehmen.

Beim 11. “Wettbewerb für Sport im Film” (1.-8.3.) in Cortina d’Ampezzo (Italien) werden die bundesdeutschen Filme “Menschen, Meter und Sekunden” sowie “Zwischen gestern und morgen” mit Goldmedaillen ausgezeichnet.

Die UdSSR feiert den “Tag der Frau”, eine Art Muttertag, an dem die Frauen von ihren Familien mit kleinen Aufmerksamkeiten bedacht werden.

9.3.1959, Montag

In der Botschaft der UdSSR in Berlin (Ost) trifft der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer mit dem sowjetischen Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow zusammen. Übereinstimmung besteht in dem Bestreben, alle deutschlandpolitischen Probleme auf dem Verhandlungsweg zu lösen.

Das österreichische Bundeskabinett in Wien empfiehlt Künstlern und Wissenschaftlern des Landes, zur Vermeidung weiterer Zwischenfälle auf die Teilnahme an Veranstaltungen in Italien zu verzichten. Den Hintergrund bildet der Streit beider Staaten um Südtirol.

Der Führer der zypriotischen Untergrundbewegung, General Jeorjios Griwas, fordert nach dem Zypern-Abkommen vom 19. Februar die Bevölkerung der Insel über Flugblätter zu einer Waffenniederlegung auf.

10.3.1959, Dienstag

In Tibet kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen chinesischen Besatzungstruppen und tibetischen Unabhängigkeitskämpfern.

Auf dem Parteikongress der Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei in Warschau fordert Parteichef Wladyslaw Gomulka von der Bundesregierung die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens.

Großbritannien und die USA erklären sich auf der Genfer Konferenz über die Nichtfortsetzung der Kernwaffenversuche mit der unbefristeten Einstellung aller Atom- und Wasserstoffbombenversuche einverstanden.

Der österreichische Ministerrat billigt in Wien ein “Antikorruptionsgesetz”, wonach die Entgegennahme eines Geschenkes im Werte von 150 Schilling (25 DM) für eine Amtshandlung bereits den Tatbestand der Korruption erfüllen kann.

11.3.1959, Mittwoch

Die SPD-Abgeordneten Carlo Schmid und Fritz Erler treffen zu politischen Gesprächen in Moskau ein.

Die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) gibt auf einer Tagung in Hamburg bekannt, dass in der Bundesrepublik 6000 bis 10 000 Lehrer fehlen.

Dem 37 Jahre alten Alfred Donati gelingt die Flucht aus dem Pariser Gefängnis Fresnes mit dem Auto des Gefängnisdirektors.

Richard von Frankenberg, Paul Ernst Strähle und Herbert Linge stellen mit einem Porsche Spyder RS auf der Steilwandpiste im Autodrom von Monza sechs neue internationale Rekorde für Sportwagen bis 2000 ccm auf. So fahren sie über eine Stunde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 225,3 km/h (bisher 216,6 km/h).

12.3.1959, Donnerstag

Der britische Premierminister Harold Macmillan trifft zu einem zweitägigen Besuch in Bonn ein. Er berichtet Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) über seine Moskaureise im Februar und erzielt mit der Bundesregierung Einverständnis über die Ablehnung eines neutralisierten und entmilitarisierten Raumes in Europa.

Die Tarifpartner des Baugewerbes vereinbaren in Frankfurt am Main eine 4%ige Lohnerhöhung sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 45 auf 44 Stunden.

Der US-Kongress in Washington stimmt der Aufnahme der Inselgruppe Hawaii als 50. Staat der USA zu.

13.3.1959, Freitag

Das Bundesverteidigungsministerium unterzeichnet in Bonn die Verträge zum Ankauf von 50 Jagdbombern des Typs Fiat G-91 und erhält die Lizenz zum Nachbau solcher Flugzeuge in der Bundesrepublik.

Ein Sprecher der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis) teilt in Paris mit, dass die französische Mittelmeerflotte im Falle eines Krieges nicht unter NATO-Kommando, sondern unter französischem Oberbefehl operieren soll.

14.3.1959, Samstag

Die SPD schließt drei Mitglieder wegen Zugehörigkeit zur rechtsorientierten Organisation “Rettet die Freiheit” aus. Einem weiteren Mitglied wird die Parteizugehörigkeit entzogen wegen Teilnahme an der Gesamtdeutschen Arbeiterkonferenz in Leipzig.

15.3.1959, Sonntag

Der italienische Springreiter Piero d’ Inzeo gewinnt den Großen Preis der Bundesrepublik Deutschland in der Dortmunder Westfalenhalle.

Titelverteidiger Kanada wird wieder Eishockey-Weltmeister. Im letzten Spiel der Titelkämpfe in Prag muss das kanadische Team jedoch eine sensationelle 3:5-Niederlage gegen die Mannschaft der Tschechoslowakei hinnehmen.

Die Bambi-Filmpreise erhalten in der Karlsruher Schwarzwaldhalle Gina Lollobrigida (Italien) und Tony Curtis (USA) als beliebteste ausländische Stars. Ruth Leuwerik und O. W. Fischer werden als populärste bundesdeutsche Schauspieler geehrt, Sabine Sinjen und Hansjörg Felmy als beliebteste Nachwuchskünstler.

Die Aktienkurse an der New Yorker Wertpapierbörse erreichen Rekordhöhen. Die Umsätze seit Jahresbeginn kommen nahe an die des entsprechenden Zeitraums von 1929 heran, dem lebhaftesten Jahr der New Yorker Börse.

Der Bundesminister für Atomenergie und Wasserwirtschaft, Siegfried Balke(CSU) weiht in Berlin-Wannsee das Institut für Kernforschung ein.

16.3.1959, Montag

In einer scharfen Protestnote beschuldigt die iranische Regierung in Teheran die Sowjetunion, den Luftraum des Iran in den letzten drei Monaten 81mal verletzt zu haben. Die sowjetisch-iranischen Beziehungen haben aufgrund einer stärkeren Anlehnung Teherans an die USA einen Tiefstand erreicht.

17.3.1959, Dienstag

In Bonn tauschen Bundesaußenminister Heinrich von Brentano (CDU) und der britische Botschafter Sir Christopher Steel die Urkunden über ein deutsch-britisches Kulturabkommen aus.

In Tibet, das seit 1950 von Truppen der Volksrepublik China kontrolliert wird, halten die am 10. März ausgebrochenen blutigen Unruhen an. Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt Tibets, flieht nach Indien.

Sowjetischen Wissenschaftlern unter Leitung von Georgi N. Fljorow ist es bereits 1958 gelungen, die Existenz eines chemischen Elementes mit der Ordnungszahl 102 (Nobelium) nachzuweisen. Dies wird auf dem Achten Chemischen Kongress der Sowjetunion in Moskau bekanntgegeben. Ein US-Forscherteam unter Albert Ghiorso nimmt dagegen für sich die Entdeckung in Anspruch.

18.3.1959, Mittwoch

Als “höchstes Staatsgeheimnis” behandelt die US-Regierung einen Vorschlag an Moskau in der Deutschlandfrage. Dennoch sickert durch, dass die Vereinigten Staaten eine Konföderation der Bundesrepublik und der DDR für möglich halten.

Das Bundeskabinett beschließt eine Änderung der Arbeitszeit für Bundesbeamte. Diese brauchen nur noch an jedem zweiten Sonnabend zu arbeiten. Zum Ausgleich wird die tägliche Arbeitszeit der meisten Beamten um eine Dreiviertelstunde auf 17.30 Uhr verlängert.

Bundespostminister Richard Stücklen (CSU) gibt in einer Fragestunde des Bundestages bekannt, dass bis 1960 sämtliche Telefon-Handvermittlungen in der Bundesrepublik beseitigt und durch automatische Einrichtungen ersetzt werden.

19.3.1959, Donnerstag

Die SPD legt in Bonn einen Deutschlandplan vor, der eine Wiedervereinigung Deutschlands in drei Phasen vorsieht. Ausgangspunkt ist eine weitgehend entmilitarisierte Zone in Mitteleuropa.

Der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow nimmt vor der Presse in Moskau das Berlin-Ultimatum vom 27. November 1958 zurück und erkennt das Recht der Westmächte an, Truppen in Berlin (West) zu stationieren.

20.3.1959, Freitag

Die erste Streikwelle seit dem Amtsantritt von Staatspräsident Charles de Gaulle am 8. Januar lähmt das Pariser Leben in weiten Teilen. Gefordert wird eine Rücknahme sozialpolitischer Maßnahmen, die im Sparprogramm der neuen Regierung enthalten sind.

Für etwa 500 Forschungsaufgaben auf fast allen Wissenschaftsgebieten stellt die gemeinnützige Deutsche Forschungsgemeinschaft einen einmaligen Betrag von 8 Millionen DM zur Verfügung.

21.3.1959, Samstag

Eine Bedrohung der Demokratie in zahlreichen Ländern der Welt durch “Feinde von rechts” und nicht nur durch den Kommunismus stellt ein Kongress der Widerstandskämpfer-Union für ein Vereinigtes Europa in München fest.

Das britische Gesundheitsministerium in London gibt bekannt, dass die Grippewelle im Vereinigten Königreich bisher 5782 Todesopfer gefordert hat.

22.3.1959, Sonntag

Der französische Ministerpräsident Michel Debré besucht die französischen Truppen in Algerien und wendet sich an die algerische Unabhängigkeitsbewegung mit den Worten: “Frankreich ist in Algerien und bleibt auch dort”.

In Hamburg geht eine sechswöchige Ausstellung mit Werken von Marc Chagall zu Ende. 100 000 Besucher sahen 300 Objekte aus allen Schaffensperioden des russischen Malers und Grafikers.

Der bereits 1948 entstandene italienische Spielfilm “Die Erde bebt” von Luchino Visconti erlebt im Fernsehen seine deutsche Erstaufführung. Der Film gilt als ein Hauptwerk des Neorealismus, einer Richtung des italienischen Films, in der es vor allem um die möglichst realistische Darstellung sozialer Probleme geht.

In Lugano wird die Verlobung der österreichisch-deutschen Schauspielerin Romy Schneider mit ihrem französischen Kollegen Alain Delon bekanntgegeben.

Der 21-Jährige Springreiter Hermann Schridde gewinnt den “Großen Preis von Frankfurt” vor Fritz Thiedemann und Alfons Lütke-Westhues.

23.3.1959, Montag

Zur zehnten Wiederkehr des 12. Mai 1949, an dem die sowjetische Blockade von Berlin (West) zu Ende ging, ruft der Regierende Bürgermeister der Stadt, Willy Brandt (SPD), die Bevölkerung zu einer Sammlung “Luftbrückendank” auf.

Bei den Automobilfabriken van Doorne in Eindhoven läuft der erste niederländische Kleinwagen ein “DAF Variomatic” vom Band.

24.3.1959, Dienstag

Der ehemalige Justiz- und Unterrichtsminister Aldo Moro wird in Rom zum Generalsekretär der Christlichen Demokraten Italiens gewählt.

Der irakische Ministerpräsident Abd Al Karim Kasim gibt in Bagdad den Austritt seines Landes aus dem Bagdad-Pakt bekannt. Laut Kasim verfolgt der Irak eine Politik der Neutralität und der Nichtbeteiligung an Verträgen oder Militärbündnissen.

In der Bundesrepublik werden die ersten Volksaktien (Preussag-Aktien) ausgegeben. Damit beginnt die Privatisierung industriellen Bundesvermögens.

Sehr gut sichtbar ist in der Nacht zum 24. März die einzige partielle Mondfinsternis dieses Jahres.

25.3.1959, Mittwoch

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle spricht sich in Paris gegen die Preisgabe Berlins, aber für die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze aus.

Politische Führer der Republiken Senegal, Soudan (Mali), Niger, Obervolta (Burkina Faso) und Dahomey (Benin) gründen in Dakar (Senegal) die Afrikanische Föderalistische Partei. Angestrebt wird eine größere Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten innerhalb der Französischen Gemeinschaft.

Den Berliner Kunstpreis für Literatur (Theodor-Fontane-Preis) erhält der Roman-Autor und Essayist Gregor von Rezzori; mit dem Preis für darstellende Kunst wird die Schauspielerin Elsa Wagner ausgezeichnet.

26.3.1959, Donnerstag

Ein “Kongress Schwarzer Schriftsteller und Künstler” findet bis zum 1. April in Rom statt. Die rund 200 Teilnehmer aus 33 Ländern Afrikas und Amerikas fordern die vollständige Entkolonisation ihrer Kontinente.

Die Forschungsabteilung im US-Außenministerium in Washington teilt mit, dass die Atomversuche 1958 über dem Südatlantik eine über 160 km starke Schicht tödlicher Radioaktivität in etwa 6000 km Höhe verursacht haben.

Die Westmächte und die Bundesrepublik schlagen in Noten an die UdSSR die Einberufung einer Deutschland-Konferenz der Außenminister für den 11. Mai in Genf vor.

27.3.1959, Freitag

Anhänger der “Kampagne für nukleare Abrüstung” beginnen in Aldermaston (Großbritannien) einen viertägigen Protestmarsch nach London. In Aldermaston werden die britischen Kernwaffen entwickelt.

In den bundesdeutschen Kinos läuft der sowjetische Spielfilm “Der stille Don” an, dessen Drehbuch nach dem Roman von Michail A. Scholochow entstanden ist.

28.3.1959, Samstag

Auf Anordnung des Ministerpräsidenten der Volksrepublik China, Zhou Enlai, übernimmt in Tibet der Pantschen Lama die Regierungsgewalt. Neben dem Dalai Lama ist er der ranghöchste Herrscher des Priesterstaates.

103 der 120 Schachtanlagen im Ruhrbergbau setzen Feierschichten für 279 800 Bergleute an. Der Lohnausfall beträgt 5,9 Millionen DM, der Förderausfall 398 000 Tonnen.

29.3.1959, Sonntag

Vor Kulturfunktionären in Berlin (Ost) wendet sich Otto Grotewohl Ministerpräsident der DDR gegen angebliche Versuche der Kirche, eine “fortschrittliche Entwicklung der Jugend” zu verhindern.

Papst Johannes XXIII. ermahnt während des Pontifikalamts im Petersdom die Politiker, im Interesse des Weltfriedens ihre Zwietracht aufzugeben.

30.3.1959, Montag

Der ehemalige stellvertretende Oberbefehlshaber der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis), Bernard Law Montgomery, plädiert in der Londoner “Sunday Times” für einen Abzug aller ausländischen Truppen aus Deutschland und für eine Sicherung der NATO-Front durch die Bundesrepublik.

31.3.1959, Dienstag

Vor “Aufweicherscheinungen” gegenüber dem Kommunismus, wie sie sich in letzter Zeit in verstärktem Maße bei den Sozialdemokraten gezeigt hätten, warnt Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) auf einer Wahlkundgebung seiner Partei in Uelzen.

Am letzten Tag des Haushaltsjahres 1958/59 weist die Bundeskasse im Gegensatz zu früheren Jahren keinen nennenswerten Überschuss aus. Dies ist auf die außerordentliche Steigerung der Verteidigungsausgaben während dieser Haushaltsperiode zurückzuführen.