Was geschah im März 1961

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1.3.1961, Mittwoch

Frankreich ist bereit, mit dem Führer der algerischen Aufständischen, Ferhat Abbas, ohne jede Bedingung über die politische Zukunft Algeriens zu verhandeln. Die bisherige Bedingung des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, dass solche Gespräche erst nach einem Waffenstillstand geführt werden könnten, wird fallengelassen.

US-Präsident John F. Kennedy gibt die Errichtung eines Friedenskorps bekannt. Es soll Entwicklungsländer beim wirtschaftlichen Aufbau unterstützen.

2.3.1961, Donnerstag

Der 79-Jährige Maler Pablo Picasso heiratet seine Lebensgefährtin Jacqueline Roque.

Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) hält US-amerikanische Überlegungen, das Hauptgewicht der in Europa stationierten Truppen des Nordatlantischen Verteidigungspakts (NATO) von den Atomwaffen auf die konventionelle Bewaffnung zu verlegen, für gefährlich.

3.3.1961, Freitag

Die Bevölkerung in der Schweiz lehnt in einer Volksabstimmung die Erhöhung des Benzinpreises um sieben Rappen (rund 8 Pfennig) zur Finanzierung von Straßenbauprojekten ab.

522 Spielfilme wurden 1960 im Bundesgebiet und Berlin (West) ur- und erstaufgeführt. Davon waren 98 deutsche Filme, einschließlich zwölf deutsch-ausländischer Koproduktionen, 16 Filme kamen aus Österreich. Mit 175 Filmen stellten die USA den größten Teil der in der Bundesrepublik gezeigten Produktionen. Die Zahl der uraufgeführten deutschen Titel ging im Vergleich zum Vorjahr um neun Titel zurück.

4.3.1961, Samstag

In den wachsenden Flüchtlingszahlen sieht der Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen, Ernst Lemmer (CDU), eine Ausblutung der DDR, die immer erschreckendere Formen annehme.

17% aller Einwohner der Bundesrepublik schlafen im Durchschnitt jede Nacht weniger als sechs Stunden. 25% gaben bei einer Umfrage an, dass sie sich keine ausreichende Nachtruhe gönnen könnten. Das bedeutet nach Meinung der Kirchenzeitung für das Kölner Erzbistum, dass jeder vierte Bundesbürger zu den “gereizten und schlechtgelaunten Zeitgenossen” gehört.

5.3.1961, Sonntag

Boxweltmeister im Mittelgewicht, Gene Fullmer, verteidigt seinen Titel in Las Vegas/USA erfolgreich gegen Sugar Ray Robinson. Fullmer siegt in einem Kampf über 15 Runden nach Punkten.

Mit einem scharfen Protest wenden sich die im Bundesjugendring zusammengeschlossenen 14 großen bundesdeutschen Jugendverbände gegen die am 22. Februar bekanntgewordene Absicht des Bundesinnenministers Gerhard Schröder, künftig auch die Mensur schlagenden Korporationen aus Geldern des Bundesjugendplans zu fördern.

Der DDR-Minister für Außenhandel und innerdeutschen Handel, Heinrich Rau, eröffnet die Leipziger Frühjahrsmesse, die am 14. März endet.

In Frankfurt am Main wird die Frühjahrsmesse eröffnet. Sie dauert bis zum 9. März.

6.3.1961, Montag

Die DM wird um 4,75% aufgewertet, um die Konjunktur in der Bundesrepublik zu dämpfen und die internationale Zahlungsbilanz auszugleichen. Die Parität zum US-Dollar beträgt nun 4:1 statt 4,20:1.

Flugreisen mit der Lufthansa ins Ausland werden billiger. Im Zuge der DM-Aufwertung sinken die Preise für Flugscheine, die mit DM bezahlt werden, um rund 5%. Die skandinavische Fluggesellschaft SAS schließt sich dieser Maßnahme an.

7.3.1961, Dienstag

Kritik an der Agrarpolitik der Bundesregierung üben der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Edmund Rehwinkel, und der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Freiherr Antonius von Oer, bei einer Kundgebung in der Dortmunder Westfalenhalle die von über 20 000 Landwirten besucht ist. Sie fordern statt der Subventionen Preiserhöhungen für die deutschen Agrarerzeugnisse.

In London beginnt eine zehntägige Konferenz der Regierungschefs der Commonwealth-Staaten. Hauptpunkt der Besprechungen, die am 17. März enden, ist die Apartheidpolitik in Südafrika.

Ein 24-Jähriger früherer Fallschirmjäger und ein 38 Jahre alter Berufsverbrecher gestehen vor der französischen Polizei, am 12. April 1960 den Peugeot-Enkel Eric entführt zu haben. Der Junge war gegen ein Lösegeld von 500 000 neuen Francs (rund 425 000 DM) freigelassen worden.

Königin Elisabeth II. von Großbritannien und ihr Mann Prinz Philipp beenden ihren Staatsbesuch in Indien.

8.3.1961, Mittwoch

Die Schaumweinindustrie im Bundesgebiet hat 1960 einen neuen Rekordumsatz erzielt. Bei einer Steigerung von etwa 20% gegenüber dem Vorjahr wurden insgesamt 70,8 Millionen Flaschen verkauft, davon 68,8 Millionen im Inland. Die Einnahmen aus der Sektsteuer beliefen sich auf 68,5 Millionen DM.

Ein Treffer in der 32. Minute durch den deutschen Linksaußen Gerd (“Charly”) Dörfel entscheidet das Fußball-Länderspiel Bundesrepublik Deutschland gegen Belgien in Frankfurt am Main. Vor 65 000 Zuschauern gewinnt die deutsche Mannschaft 1:0.

9.3.1961, Donnerstag

Die Frankfurter Frühjahrsmesse geht zu Ende. Vor allem das Inlandsgeschäft war lebhaft, die Abschlüsse lagen vielfach über denen des Vorjahres. Die ausländischen Einkäufer waren allerdings nicht ohne weiteres bereit, die durch die Aufwertung der DM für sie eingetretenen Preiserhöhungen hinzunehmen.

Die Sowjetunion startet innerhalb von 14 Tagen zwei Raumschiffe mit Tieren und bekräftigt damit ihren Vorsprung in der Weltraumfahrt vor den US-Amerikanern.

10.3.1961, Freitag

Die US-amerikanische Zeitung “Washington Post” kauft für (umgerechnet) 32 Millionen DM das Nachrichtenmagazin “Newsweek”. Die Zeitung erwirbt 59% der Anteile von der Astor-Stiftung. Außerdem bietet die “Washington Post” an, die übrigen Aktien zu gleichen Bedingungen zu kaufen. “Newsweek” hat eine Auflage von 1,46 Millionen. Die Leitung der Zeitschrift soll der Präsident der “Washington Post”, Philip Graham, übernehmen.

11.3.1961, Samstag

Jeder zweite Bundesbürger lebt nach seiner Auffassung heute besser als vor dem Zweiten Weltkrieg. Bei einer Umfrage des EMNID-Instituts äußern nur 15% der Befragten, sie stünden heute schlechter da als vor dem Krieg. 27% sehen keinen Unterschied in ihrer Lebenshaltung gegenüber der Vorkriegszeit.

12.3.1961, Sonntag

In Tananarivo (Madagaskar) geht die seit dem 8. März dauernde Konferenz der führenden Politiker des Kongo (Zaire) zu Ende. Auf der Konferenz wird die Umwandlung des kongolesischen Einheitsstaates in einen Staatenbund beschlossen.

Im österreichischen Bundesland Steiermark finden Landtagswahlen statt. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) erhält 24 Mandate, die Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) 20 Mandate, die Freisinnige Partei Österreichs (FPÖ) erreicht drei Mandate und die Kommunisten und Linkssozialisten (KLS) gewinnen ein Mandat.

Erstmals wird die Eiger-Nordwand im Winter bestiegen: Einer deutschösterreichischen Seilschaft unter der Führung von Toni Hiebeler gelingt dieses Projekt.

Bei den Eishockey-Weltmeisterschaften in der Schweiz gewinnt im Gesamtergebnis die kanadische Mannschaft mit 5:1 Punkten gegen die Sowjetunion, die dritte wird. Die Mannschaft der CSSR erreicht den zweiten Platz.Die bundesdeutsche National-Mannschaft trat zu ihrem letzten Spiel gegen die DDR-Mannschaft nicht mehr an, da keine Einigung darüber erzielt werden konnte, welche Flagge und welche Nationalhymne bei der Siegerehrung gezeigt bzw. gespielt werden sollten.

12 000 Zuschauer erleben in der Dortmunder Westfalenhalle das Endspiel der Hallenhandball-Weltmeisterschaften. Rumänien siegt mit 9:8 (7:7, 7:7, 4:4) über die tschechoslowakische Mannschaft. Den dritten Platz erreicht Schweden, das 1954 und 1958 Weltmeister war.

13.3.1961, Montag

Der Boxer Floyd Patterson verteidigt seinen Weltmeistertitel im Schwergewicht durch K. o. in der sechsten Runde gegen den Schweden Ingemar Johansson in Miami Beach/ USA.

US-Präsident John F. Kennedy garantiert dem Berliner Regierenden Bürgermeister Willy Brandt (SPD) in einer dreiviertelstündigen Unterredung in Washington die Entschlossenheit der USA, die Freiheit Berlins zu erhalten, zu der sich die USA durch Vertrag und Überzeugung verpflichtet fühlen.

14.3.1961, Dienstag

In Leipzig geht die Frühjahrsmesse zu Ende, die am 5. März eröffnet worden ist.

Der Wunsch nach einem Eigenheim ist bei den Arbeitnehmern in der Bundesrepublik besonders stark ausgeprägt, wie der Gemeinschaftsdienst der deutschen Sparkassen in Bonn bekanntgibt. 1960 entfielen fast zwei Drittel der neu abgeschlossenen Bausparverträge auf Arbeitnehmer. Die Arbeiter bilden mit 28% den größten Anteil, die Angestellten folgen mit 24% und die Beamten mit 11%.

Die Hamburger Hauptkirche St. Michaelis (“Michel”) wird 300 Jahre alt. Ein feierlicher Gedenkgottesdienst erinnert an die Gründung der Kirche am 14. März 1661.

15.3.1961, Mittwoch

Südafrika tritt aus dem Commonwealth aus. Nach dreitägigen Debatten über die Rassenfrage wird die Entscheidung in einer Verlautbarung der zwölf Regierungschefs des Commonwealth bekanntgegeben. Die Mitgliedschaft Südafrikas endet am 31. Mai 1961.

In Moskau beginnt der Titelkampf zwischen Schachweltmeister Michail Tal und seinem Vorgänger Michail Botwinnik.

16.3.1961, Donnerstag

In Genf wird der 31. Autosalon eröffnet. Die Veranstaltung, bei der die neuesten Automodelle vorgestellt werden, dauert bis zum 26. März.

17.3.1961, Freitag

In London geht die Konferenz der zwölf Regierungschefs der Commonwealth-Staaten zu Ende.

Eine Konferenz der Ministerpräsidenten der Bundesländer beschließt die Gründung einer zweiten Fernsehanstalt.

Die algerische Exilregierung in Tunis stimmt dem französischen Vorschlag zur Aufnahme offizieller Verhandlungen über die Zukunft Algeriens zu.

Der Bundestag verabschiedet den Bundeshaushalt 1961. Die Ausgaben in diesem Haushaltsjahr betragen 52,26 Milliarden DM.

Die israelische Regierung beschließt die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen im August. Der zurückgetretene Ministerpräsident David Ben Gurion übernimmt am 19. März die Leitung der bis zu den Neuwahlen geschäftsführenden Regierung in Jerusalem.

18.3.1961, Samstag

Franz Josef Strauß wird von einem außerordentlichen CSU-Parteitag mit 547 von 576 abgegebenen Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Strauß löst Hanns Seidel ab.

19.3.1961, Sonntag

Die Kommunalwahlen in Nordrhein Westfalen und Niedersachsen enden mit Erfolgen der Christlichen Demokraten. Die Deutsche Partei in Niedersachsen hat erheblich an Stimmen verloren. In Nordrhein-Westfalen erreicht die CDU 45,0%, die SPD 40,7% und die FDP 10,2%. In Niedersachsen gewinnen die Parteien folgende Stimmenanteile: SPD 38,8%, CDU 28,2%, DP 9,4%, BHE 8,4% und FDP 6,9%.

400 junge Menschen in der Bundesrepublik sind bisher dem Ruf der Evangelischen Landeskirchen zu einem einjährigen freiwilligen Dienst an hilfsbedürftigen Menschen und zur Entlastung des überforderten, hauptberuflichen Pflegepersonals gefolgt. Mit 604 Anmeldungen zum Diakonischen Jahr steht Württemberg an erster Stelle. Es folgen das Rheinland (572) und Bayern (520).

20.3.1961, Montag

Drei Monate nach seiner Scheidung von der Schauspielerin Vivien Leigh heiratet der britische Schauspieler Laurence Olivier in der Nähe von New York seine Kollegin Joan Plowright.

Der Frühling beginnt mit heftigen Stürmen und Schneefällen. Die Temperaturen sinken auf wenige Grade über dem Gefrierpunkt.

21.3.1961, Dienstag

Eine Reorganisation der Staatsführung und eine Kabinettsumbildung beschließt das Parlament in Bukarest. Höchstes Staatsorgan in Rumänien wird künftig ein aus 17 Mitgliedern bestehender Staatsrat unter dem Vorsitz des Parteivorsitzenden Georghe Georghiu-Dej.

Abwechselnd mit der Gruppe Bluegenes (später Swinging Blue Jeans) treten die Beatles erstmals im Liverpooler Cavern Club auf.

Das schweizerische Parlament verabschiedet das Gesetz gegen den “Ausverkauf des Heimatbodens”.

Unter der Leitung von José Miró Cardona bildet sich in New York ein Revolutionärer Rat von Exilkubanern, die sich gegen die Regierung Fidel Castros wenden.

Die Genfer Konferenz über die Nichtfortsetzung von Kernwaffenversuchen, die im Dezember 1960 vertagt worden war, wird wieder eröffnet.

Der Run auf die Aktien der zur AG umgewandelten Volkswagen GmbH ist so groß, dass bei Zeichnungsschluss eine Überzeichnung von 85,4% registriert wird.

22.3.1961, Mittwoch

US-Präsident John F. Kennedy legt dem US-amerikanischen Kongress in Washington ein Acht-Punkte-Programm zur Reform der Auslandshilfe vor und fordert für das am 1. Juli beginnende neue Haushaltsjahr vier Milliarden US-Dollar (16 Milliarden DM) für diese Zwecke. Kennedy erklärt ferner, dass er von den anderen Industrieländern eine stärkere Beteiligung an der Entwicklungshilfe erwarte.

23.3.1961, Donnerstag

Die britische Regierung übermittelt der Sowjetunion ein Memorandum zur Beendigung des Bürgerkriegs in Laos.

Die Konferenz der Intendanten der Landesrundfunkanstalten beschließt die Einführung eines zweiten Fernsehprogramms in der Bundesrepublik.

In Moskau werden die Zensurmaßnahmen für ausländische Korrespondenten aufgehoben.

Der deutsche Chemiker Hermann Staudinger, der als “Vater der Kunststoffe” gilt, wird 80 Jahre alt.

24.3.1961, Freitag

In der Dortmunder Westfalenhalle gewinnt Hermann Schridde auf “Flagrant” den “Großen Preis der Bundesrepublik”.

Der Film “Rom – Offene Stadt” von Regisseur Roberto Rossellini erlebt 16 Jahre nach seinem Entstehen die deutsche Erstaufführung.

25.3.1961, Samstag

In Frankfurt am Main geht der XII. Ordentliche Bundesparteitag der FDP zu Ende, der am 23. März begonnen hatte. Die FDP stellt ihr Programm für die Bundestagswahlen am 17. September vor.

Den Sturz des Kabinetts Hinrich Wilhelm Kopf (SPD) als Voraussetzung für eine Fusion mit dem Gesamtdeutschen Block/BHE verlangt die Deutsche Partei in Niedersachsen. Die Regierung Kopf, der außer den Sozialdemokraten auch die Freien Demokraten angehören, ist auf die Unterstützung des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) angewiesen.

26.3.1961, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Belgien bleibt die Christlichsoziale Partei trotz Verlusten weiterhin die stärkste Partei mit 41,6% der Stimmen (1958: 46,5%). Das zweitbeste Ergebnis erzielt die Sozialistische Partei mit 36,7% (1958: 36,8%). Die Liberale Partei steht mit 12,3% (1958: 12,1%) an dritter Stelle. Die neue belgische Regierung bildet sich erst am 25. April.

Vor 60 000 Zuschauern unterliegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Santiago de Chile 1:3 gegen Chile.

27.3.1961, Montag

Nach der Reisewelle und der Motorisierung ist jetzt das “Volkstelefon” im Kommen. Im letzten Jahr ist die Zahl der Fernsprechanträge in der Bundesrepublik in einem bislang noch nicht dagewesenen Maße in die Höhe geschnellt. Fast 150 000 Anschlussanträge liegen zur Zeit bei der Bundespost vor. Ende 1960 betrug die Gesamtzahl der Hauptanschlüsse in der Bundesrepublik 5,91 Millionen, zehn Jahre zuvor gab es nur 2,47 Millionen Hauptanschlüsse.

In Berlin findet eine Ausstellung zum 100-Jährigen Bestehen der Nationalgalerie statt.

28.3.1961, Dienstag

US-Präsident John F. Kennedy fordert im Kongress in Washington die Erhöhung des Verteidigungsetats um 900 Millionen US-Dollar (3,6 Milliarden DM) auf 43,8 Milliarden US-Dollar (175,2 Milliarden DM).

Etwa doppelt so viele Osterpäckchen wie in den vergangenen Jahren haben die Bürger der Bundesrepublik bisher in die DDR geschickt. Nach Mitteilung der Bundespost wurden bisher allein in Nordrhein-Westfalen von den zentralen Paketumschlagstellen 110 Güterwaggons mit 232 100 Paketen für die DDR abgefertigt.

Fast drei Millionen Kinder sehen sich in der Bundesrepublik täglich Fernsehsendungen an. Das sind nach Feststellungen des Allensbacher Instituts für Demoskopie 28% der Kinder zwischen zwei und 16 Jahren. Etwa jeder fünfte Fernsehzuschauer ist also ein Kind.

Der in Moskau tagende Politische Beratende Ausschuss des Warschauer Pakts fordert den “Abschluss eines Friedensvertrages mit beiden deutschen Staaten” und die Umwandlung von Berlin (West) in eine entmilitarisierte “Freie Stadt”.

Indiens Ministerpräsident Jawaharlal Nehru eröffnet in Rourkela ein mit deutscher und österreichischer Hilfe erbautes Stahlwerk.

29.3.1961, Mittwoch

In Bangkok geht die seit dem 27. März dauernde Konferenz des Ministerrats der Staaten des Südostasien-Pakts (SEATO) zu Ende, in deren Mittelpunkt die Laos-Krise stand.

Österreich und die USA unterzeichnen ein Abkommen, wonach Österreich das freie Verfügungsrecht über Mittel aus dem Marshallplan, dem US-amerikanischen Hilfsprogramm für Europa, erhält, in Höhe von über einer Milliarde DM.

30.3.1961, Donnerstag

In vielen Städten der Bundesrepublik Deutschland nehmen Atomwaffengegner an Ostermärschen gegen die Aufrüstung teil.

Die Sauerstoffwerk Westfalen AG, die in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ein eigenes Netz von etwa 300 Tankstellen besitzt, senkt mit Wirkung vom 1. April die Tankstellenpreise für Westfalen-Markenkraftstoffe um zwei Pfennig auf 58 Pfennig je Liter Normalbenzin und 65 Pfennig für Superbenzin.

31.3.1961, Freitag

Die für den 7. April in Evian in Frankreich geplanten französisch-algerischen Friedensverhandlungen werden nicht stattfinden. Die algerische Exilregierung lehnt die Verhandlungen ab, nachdem bekannt wird, dass die französische Regierung auch mit anderen algerischen Gruppen Gespräche führen will.

In Dortmund gründen zehn Schriftsteller sowie einige Literaturkritiker und Journalisten einen “Arbeitskreis für künstlerische Auseinandersetzung mit der industriellen Arbeitswelt”. Nach dem Gründungsjahr und dem Gründungsort nennt sich der Zusammenschluss auch “Dortmunder Gruppe 61”.