Was geschah im März 1969

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1.3.1969, Samstag

Der bundesdeutsche Sportfunktionär Willy Daume zieht sich aus der Führung des Deutschen Sportbundes zurück, um sich ganz der Vorbereitung der Olympischen Spiele 1972 in München zu widmen.

In Syrien sorgt ein Machtkampf zwischen rivalisierenden Flügeln der regierenden Baath-Partei für innenpolitische Unruhe.

Sieger beim Großen Preis von Südafrika auf dem Rennkurs von Kyalami wird der Brite Jackie Stewart auf Matra. Der Formel-I-Rennfahrer erzielt dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 178,020 km/h. Stewart wird später Weltmeister.

2.3.1969, Sonntag

Zwischen China und der Sowjetunion ereignet sich am Grenzfluss Ussuri ein schwerer blutiger Zwischenfall. Bei einem Gefecht an der umstrittenen Grenzlinie gibt es auf beiden Seiten Tote und Verletzte.

Bei den chilenischen Parlamentswahlen sowie Teilwahlen zum Senat verzeichnen die regierenden Christdemokraten unter Präsident Eduardo Frei schwere Verluste (55 Parlamentsmandate; -23). Diese kommen vor allem der Nationalpartei zugute, bei der es sich um einen Zusammenschluss der Vereinigten Konservativen Partei des früheren Präsidenten Jorge Alessandri mit der Liberalen Partei handelt (34 Mandate; +26).

Bei einem sog. Dragster-Rennen in Yellow Springs (US-Bundesstaat Atlanta) rast eines der Rennautos in die Zuschauermenge. Dabei werden elf Menschen getötet und über 50 verletzt. Das Unglück ereignet sich bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h. Bei den immer beliebter werdenden US-amerikanischen Dragsters handelt es sich um Wagen mit überdimensionalen Hinterreifen, die über einen starken, auf ein Rahmengestell montierten Motor angetrieben werden.

3.3.1969, Montag

Auf der 21. ordentlichen Mitgliederversammlung in Köln beschließen die Delegierten des Verbandes Deutscher Studentenschaften (VDS) die Einführung rätedemokratischer Strukturen im VDS.

In Kap Kennedy (US-Bundesstaat Florida) startet das US-Raumschiff “Apollo 9”. Auf seinem Flug soll die Funktionstüchtigkeit der Mondlandefähre erprobt werden.

4.3.1969, Dienstag

Nach monatelangem Tauziehen einigt sich der Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft auf seiner zweitägigen Tagung in Brüssel über den Forschungs- und Investitionshaushalt für die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom). Dadurch ist die Weiterbeschäftigung der 386 Euratom-Beamten und -Angestellten, die durch starke Einschränkungen im Forschungsprogramm gefährdet war, bis Juli 1969 gesichert.

5.3.1969, Mittwoch

Bundesjustizminister Gustav Heinemann (SPD) wird in Berlin (West) zum neuen Bundespräsidenten und Nachfolger von Heinrich Lübke (CDU) gewählt. Er erhält im dritten Wahlgang 512, sein Gegenkandidat, Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU), 506 Stimmen.

In Berlin (West) wird das Wohngebäude der sog. Kommune I polizeilich durchsucht.

6.3.1969, Donnerstag

Unter Vorsitz von Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) einigen sich die Vertreter der Altgesellschaften des Ruhrkohlenbergbaus, die Vorstände der Ruhrkohle AG sowie der IG Bergbau und Energie in zweitägigen Verhandlungen (bis 7.3.) über das Vertragswerk für die im Aufbau befindliche Ruhrkohle AG.

Die VW-Tochtergesellschaft Auto-Union und die NSU-Werke schließen sich zur Audi NSU Auto Union AG zusammen.

Nach Empfehlung einer Sachverständigenkommission unter Vorsitz von Hans Leussink entschließt sich die niedersächsische Landesregierung zum Bau einer neuen Hochschule im Nordwesten des Landes. Als Standort wird später Oldenburg festgelegt.

7.3.1969, Freitag

Die sowjetischen und DDR-Streitkräfte beenden ihre am 1. März begonnenen Manöver im zentralen und westlichen Teil der DDR. Im Zusammenhang mit den Militärübungen wurden auch die Zufahrtswege nach Berlin (West) mehrere Male für einige Stunden unterbrochen. Am 11. März protestieren die Botschafter der drei alliierten Westmächte in der Bundesrepublik gegen die Behinderungen, die sich nach verbreiteter Einschätzung gegen die Abhaltung der Bundesversammlung in Berlin (West) richten.

8.3.1969, Samstag

Die französische Radikalsozialistische Partei spricht sich auf ihrem Kongress in Lyon (bis 9.3.) mit überwältigender Mehrheit gegen die Durchführung der von der Regierung angekündigten Volksabstimmung in der vorgesehenen Form aus. Nach Ansicht der Delegierten widerspricht die Verknüpfung von zwei völlig unterschiedlichen Problemen der Verfassung. Des Weiteren lehnt die von René Billières geführte Partei zwar eine Fusion mit den Sozialisten ab, spricht sich aber für eine “Assoziation konföderalen Typs” aus.

Der bundesdeutsche Atomfrachter “Otto Hahn” läuft zu seiner ersten Atlantikfahrt aus.

9.3.1969, Sonntag

Bei schweren Artilleriegefechten zwischen israelischen und ägyptischen Truppen am Suez-Kanal wird der Generalstabschef der ägyptischen Armee, Abdel Moneim Riad, tödlich verwundet. Riad wird in einem vorgeschobenen Beobachtungsposten von einer israelischen Artilleriegranate getroffen. Die Beerdigung Riads am 10. März in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wird zu einer massiven anti-israelischen Demonstration.

Zu den herausragenden Leistungen bei den vierten Halleneuropameisterschaften der Leichtathleten in Belgrad (seit 8.3.) zählen die Hallenweltrekorde der französischen 400-m-Läuferin Colette Besson in 54,0 sec und des DDR-Mittelstreckenläufers Dieter Fromm über 800 m in 1:46,6 min.

10.3.1969, Montag

In Memphis (US-Bundesstaat Tennessee) wird James Earl Ray, der Mörder des farbigen US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King, zu 99 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Vorfeld des Urteilsspruches kam es zu dubiosen Absprachen zwischen Anklage und Verteidigung.

11.3.1969, Dienstag

Der sowjetische Botschafter in Bonn, Semjon K. Tsarapkin, wird auf eigenen Wunsch von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) zu einer Unterredung empfangen. Dabei stellt er den sowjetischen Standpunkt im Ussuri-Konflikt mit China dar. Das Vorgehen wird in der Presse als ungewöhnlich bezeichnet, u.a. da erstmals westliche Regierungen über die sowjetische Haltung im Konflikt mit dem kommunistischen China unterrichtet werden.

In Frankreich findet ein Generalstreik statt, zu dem die drei großen Gewerkschaftsverbände CGT, FO und CFDT aufgerufen haben.

Der neunte Parteikongress des jugoslawischen Bundes der Kommunisten in Belgrad wird von fast allen kommunistischen Parteien des Ostblocks boykottiert.

Frankreich und Iran unterzeichnen in Teheran zwischen dem 4. und 11. März Abkommen über die Erkundung iranischer Erdöl- bzw. Uranvorkommen durch französische Gesellschaften. Das Uranabkommen sieht eine exklusive Erkundung iranischer Uranvorkommen durch Frankreich sowie eine gemeinsame Ausbeutung der Bodenschätze vor.

12.3.1969, Mittwoch

In Venezuela tritt der neue Präsident Rafael Caldera als Nachfolger von Raúl Leoni sein Amt an. Damit ist Venezuela nach Chile das zweite lateinamerikanische Land, das von einem Christdemokraten regiert wird. Caldera hatte die Präsidentschaftswahlen vom 1. Dezember 1968 knapp vor dem Kandidaten der bisher regierenden Demokratischen Aktion, Gonzalo Barrios, gewonnen. Bei den parallel abgehaltenen Parlamentswahlen hatte die Demokratische Aktion ihre Stellung als stärkste Fraktion trotz leichter Verluste allerdings behaupten können.

US-Präsident Richard M. Nixon ernennt General Andrew Goodpaster, bisher stellvertretender Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Vietnam, zum neuen NATO-Oberkommandierenden in Europa. Goodpaster wird damit Nachfolger von General Lyman Lewis Lemnitzer, der sich auf eigenen Wunsch ins Privatleben zurückzieht.

Im Hamburger Thalia-Theater findet die deutsche Erstaufführung des Stücks “Königreich auf Erden” (“The Seven Descents of Myrtle”) des US-amerikanischen Dramatikers Tennessee Williams statt.

13.3.1969, Donnerstag

Der US-amerikanische Senat ratifiziert mit 83 gegen 15 Stimmen den Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (sog. Atomwaffensperrvertrag). Damit wird die erforderliche Zweidrittelmehrheit klar übertroffen. Bisher haben 87 Staaten den Vertrag unterzeichnet und zehn ratifiziert. Nicht unterzeichnet wurde er bisher u.a. von der Bundesrepublik, Japan, Israel und Indien.

14.3.1969, Freitag

Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) beendet einen zweitägigen Arbeitsbesuch in Paris. Er wird u.a. begleitet von Außenminister Willy Brandt (SPD) und Wirtschaftsminister Karl Schiller (SPD). Dabei versucht die deutsche Delegation ergebnislos, Frankreich zu einem Einlenken im Streit um die Westeuropäische Union (WEU) zu bewegen. Beide Seiten beschließen die Realisierung verschiedener Projekte, u.a. des Airbus’.

Der Dutschke-Attentäter Josef Bachmann wird in Berlin (West) zu einer siebenjährigen Zuchthausstrafe verurteilt.

In Schleswig-Holstein werden nach Schneestürmen über hundert Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten sowie Straßen vorübergehend unpassierbar. Bereits im Februar kam es in Norddeutschland zu einer Schneekatastrophe.

15.3.1969, Samstag

Das Stück des französischen Dramatikers Jean Anouilh “Der Bäcker, die Bäckerin und der Bäckerjunge” (“Le Boulanger, la boulangère et le petit mitron”) hat im Schlossparktheater Berlin seine deutsche Premiere.

In Dijon (Frankreich) endet ein dreitägiger Parteikongress der 1960 gegründeten Parti Socialiste Unifié (PSU). Mit 436 gegen 382 Stimmen beschließen die Delegierten, für eine Ablehnung der von Staatspräsident Charles de Gaulle zur Volksabstimmung vorgeschlagenen und mit der Vertrauensfrage verknüpften Reformen einzutreten. Führende Vertreter der Partei, u.a. Michel Rocard, haben für einen Boykott der Volksabstimmung durch Stimmenthaltung plädiert.

16.3.1969, Sonntag

In Stuttgart wird das Ballett “Der Widerspenstigen Zähmung” von John Cranko (nach William Shakespeare) uraufgeführt. Getanzt wird es vom Ballett des Württembergischen Staatstheaters. Die Musik komponierte Karl-Heinz Stolze nach Sonaten von Domenico Scarlatti.

Rainer Werner Fassbinders Stück “Preparadise sorry now” wird im antiteater München uraufgeführt. Es thematisiert faschistoides Verhalten, der Titel bezieht sich auf das Projekt “Paradise now” des avantgardistischen New Yorker Theaterkollektivs “Living Theatre”.

17.3.1969, Montag

Die Knesseth (israelisches Parlament) wählt in Jerusalem die frühere Außenministerin Golda Meir (Arbeiterpartei) zur Ministerpräsidentin. Sie wird damit Nachfolgerin ihres am 26. Februar verstorbenen Parteifreunds Levi Eschkol.

Auf einem Gipfeltreffen der Warschauer-Pakt-Staaten wird ein Aufruf zur friedlichen Zusammenarbeit aller Staaten in Europa und zur Einberufung einer gesamteuropäischen Konferenz zur Erörterung von Fragen der europäischen Sicherheit und Zusammenarbeit verabschiedet. Zu Meinungsverschiedenheiten unter den Delegationen – vor allem zwischen Rumänien und der UdSSR – kommt es bei dem Thema sowjetisch-chinesischer Grenzkonflikt.

Der bundesdeutsche Kunstturner Jürgen Bischof bleibt nach einer Operation mehr als zwei Monate bewusstlos und wird invalid.

18.3.1969, Dienstag

Die CDU/SPD-Bundesregierung beschließt in Bonn konjunkturdämpfende Maßnahmen.

In Genf tritt die Konferenz des sog. 18-Mächte-Abrüstungsausschusses zusammen (bis 23.5.). Dabei unterbreitet die Sowjetunion einen Vorschlag über ein Verbot zur Militarisierung des Meeresbodens und -untergrunds.

Zwischen der US-amerikanischen Hauptstadt Washington und der sowjetischen Hauptstadt Moskau wird eine Fernschreibleitung in Betrieb genommen. Sie verbindet die Außenministerien beider Staaten mit ihren jeweiligen Botschaften ununterbrochen und direkt.

Das Präsidium der SPD beschließt, dem Sozialdemokratischen Hochschulbund (SHB) ab sofort die Zuschüsse zu sperren. Dieser 1960 gegründete, mitgliederstärkste Hochschulverband in der Bundesrepublik hatte sich in den letzten Jahren von dem gemäßigten Kurs der SPD immer stärker distanziert und sich politisch dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) genähert.

19.3.1969, Mittwoch

Anlässlich der zweiten Beratung des Haushaltsgesetzes 1969 kommt es im Bundestag in Bonn zu einer außenpolitischen Debatte. Dabei spricht sich Außenminister Willy Brandt (SPD) für eine Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags noch vor dem Sommer aus. Nach Auffassung des Koalitionspartners CDU/CSU hingegen müssten zuvor noch offene Fragen geklärt werden.

20.3.1969, Donnerstag

Gemäß einer am 23. Oktober 1968 abgeschlossenen Vereinbarung wird im Reiseverkehr zwischen der Bundesrepublik und Jugoslawien der Visumzwang aufgehoben. Die Regelung gilt für Personen, deren Aufenthaltsdauer im jeweils anderen Staat drei Monate nicht überschreitet und die dort nicht erwerbstätig werden wollen.

Durch ihre sog. Ständige Konferenz vereinbaren die Kultusminister der Bundesländer die grundsätzliche gegenseitige Anerkennung des in den einzelnen Ländern erworbenen Abiturs. Zugleich werden entsprechende Rahmenbedingungen festgelegt.

21.3.1969, Freitag

Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Knud Knudsen (CDU) tritt zurück. Ihm wird vorgeworfen, seinen Einfluss als Minister zur Erlangung geschäftlicher Vorteile als Gesellschafter bei einer Kieler Reederei genutzt zu haben. Nach Artikel 29 der Landesverfassung ist es Regierungsmitgliedern untersagt, einer anderen Erwerbstätigkeit ohne Zustimmung des Landtags nachzugehen. Neuer Wirtschaftsminister wird der bisherige Justizminister Gerhard Gaul (CDU), dessen Ressort von seinem Parteifreund Claus-Joachim von Heyderbeck übernommen wird.

Unter Vorsitz von Diktator Francisco Franco Bahamonde beschließt das spanische Kabinett in Madrid die vorzeitige Aufhebung des am 24. Januar über das Land verhängten Ausnahmezustands für den 24. März.

22.3.1969, Samstag

In Berlin (West) stirbt im Alter von 78 Jahren der deutsche Schauspieler Ernst Deutsch.

23.3.1969, Sonntag

Der 20-Jährige Manfred Wolf (DDR) stellt im jugoslawischen Planica mit 165 m einen neuen Skiflug-Weltrekord auf. Sein Erfolg ist Höhepunkt einer beispiellosen Rekordserie auf der neuerbauten Schanze von Planica. Bereits am Vortag waren der Norweger Björn Wirkola und der Tscheche Jiri Raska mit 160 m bzw. 164 m Bestmarken gesprungen.

24.3.1969, Montag

Die jordanische Regierung unter Ministerpräsident Bahhat Talhouni tritt zurück. Der Regierungschef hatte bereits vor einiger Zeit aus Gesundheitsgründen seinen Rücktrittswunsch geäußert. Noch am gleichen Tag bildet der bisherige Außenminister Abdel Moneim al-Rifai eine neue Regierung.

Sésé Séku (Joseph) Mobutu, Staatspräsident der Demokratischen Republik Kongo (später Zaire), beendet einen offiziellen Besuch in der Bundesrepublik (seit 17.3.). Am 18. März hatten Vertreter beider Staaten ein Rahmenabkommen über technisch-wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie ein Kapitalhilfeabkommen über 14 Millionen DM unterzeichnet. Ferner ist geplant, Flugverbindungen zwischen beiden Ländern einzurichten.

25.3.1969, Dienstag

Nach schweren innenpolitischen Auseinandersetzungen tritt der pakistanische Staatspräsident Mohammed Ayub Khan zurück.

Ein Mailänder Schwurgericht fällt relativ milde Urteile gegen mehrere Südtiroler und Österreicher, die wegen Sprengstoffanschlägen, Bildung bewaffneter Banden und “Anschlags auf die Einheit des Staatsgebietes” angeklagt waren. Der Prozess erhielt seine Brisanz im Zusammenhang mit den Autonomiebestrebungen im italienischen Südtirol.

26.3.1969, Mittwoch

Horst Ehmke (SPD), bisher Staatssekretär im Bundesjustizministerium, wird Nachfolger von Gustav Heinemann (SPD) als Justizminister. Heinemann wurde am 5. März zum Bundespräsidenten gewählt.

Die Bundesregierung stellt die Förderung des Verbandes Deutscher Studentenschaften (VDS) durch Bundeszuschüsse ein. Nach Ansicht der Regierung hat sich der VDS auf seiner Mitgliederversammlung zu einem “revolutionären Kampfverband” entwickelt.

In Bonn billigt der Bundestag einstimmig die Einfuhr von Zeitungen und Zeitschriften aus der DDR für weitere zwei Jahre bis zum 31. März 1971. Am 1. August 1968 war erstmals ein Gesetz in Kraft getreten, das die Einfuhr von Presseerzeugnissen probeweise für ein halbes Jahr ermöglichte. Die DDR hat den Bezug von bundesdeutschen Presseerzeugnissen bisher nicht erlaubt.

28.3.1969, Freitag

Nach einem Sieg der tschechoslowakischen Eishockey-Nationalmannschaft über die Sowjetunion im Rahmen des Weltmeisterschaftsturniers in Schweden kommt es zu antisowjetischen Kundgebungen in Prag.

Der frühere US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower stirbt in Washington.

Ein Wiener Schöffengericht verurteilt den österreichischen Politiker Franz Olah wegen Betrugs zu einer einjährigen Haftstrafe.

In Oberhausen beginnen die XV. Kurzfilmtage. Das renommierte Filmfestival, auf dem 152 Filme aus 30 Ländern zu sehen sind, wird von Hilmar Hoffmann geleitet.

29.3.1969, Samstag

Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) beendet einen dreitägigen offiziellen Besuch in Wien. Es handelt sich um den ersten Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in Österreich seit 1957. Zu den Themen seiner Gespräche mit dem österreichischen Bundeskanzler Josef Klaus zählen die von den Ostblockstaaten am 17. März vorgeschlagene europäische Sicherheitskonferenz, das Verhältnis Österreichs zur EWG und das österreichische Außenhandelsdefizit gegenüber der Bundesrepublik.

30.3.1969, Sonntag

Der deutsche Regisseur Peter Stein inszeniert in Bremen Goethes Schauspiel “Torquato Tasso”. Die Aufführung zählt zu den wichtigsten Theaterereignissen des Jahres. Während konservative Kritiker Stein eine manierierte Spielweise und Verhöhnung der Klassiker vorwerfen, meinen andere, Stein habe mit seiner Inszenierung ein Abbild der Situation des Theaters im Kapitalismus geschaffen.

31.3.1969, Montag

Gerhard Stoltenberg (CDU), Bundesminister für wissenschaftliche Forschung, unterzeichnet in Buenos Aires ein argentinisch-deutsches Abkommen über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit. u.a. ist auch der Bau eines Atomkraftwerks in Atucha vorgesehen.