Was geschah im März 1976

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1.3.1976, Montag

In der Sowjetunion werden ausländischen Journalisten Arbeitserleichterungen gewährt. Ab sofort dürfen Journalisten sich ohne offizielle Genehmigung auch weiter als 40 km aus Moskau entfernen. Allerdings müssen sie weiterhin die zuständigen Behörden vor Reiseantritt über Fahrroute und Arbeitspläne unterrichten.

Auf Anordnung von US-Präsident Gerald R. Ford werden die Geheimdienste der Vereinigten Staaten umorganisiert. So sollen die Kontrollbefugnisse des Nationalen Sicherheitsrates, dem u.a. der Präsident und der Außenminister angehören, erweitert werden. Anlass für die Umstrukturierung gaben Berichte über von der Verfassung der USA nicht gedeckte Aktivitäten der Central Intelligence Agency (CIA), wie Mordpläne gegen den kubanischen Staatschef Fidel Castro Ruz oder wie im Fall Chile 1973 die Verwicklung in Umsturzpläne rechter Militärs.

Am Rande des Kölner Rosenmontagszugs kommt es zu Protesten gegen zwei “Motivwagen”.

2.3.1976, Dienstag

Rumänien und Griechenland vereinbaren die Lieferung von 2000 Militär-Jeeps aus rumänischer Produktion an die griechischen Streitkräfte. Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied des Warschauer Pakts militärische Ausrüstungsgegenstände an ein NATO-Land liefert.

In Graz kommt der österreichische Außenminister Erich Bielka-Karltreu mit seinem ungarischen Amtskollegen Frigyies Puja zu Gesprächen über die Beziehungen zwischen beiden Ländern zusammen. Im Rahmen des Treffens wird Einigung über den Abschluss eines Kulturabkommens erzielt. Ungarn sichert u.a. die Lockerung der Grenzformalitäten für Österreicher zu.

Der ehemalige Außenminister Großbritanniens, Lord George Brown, erklärt seinen Austritt aus der Labour Party.

3.3.1976, Mittwoch

Die Regierung von Moçambique verfügt in Maputo die Schließung der Grenzen zum südlichen Nachbarstaat Rhodesien. Zur Begründung erklärt sie, das weiße Regime Rhodesiens plane einen Angriff auf Moçambique.

Die Landwirtschaftsminister der Europäischen Gemeinschaft (EG) verständigen sich in der belgischen Hauptstadt Brüssel auf die Erhöhung der Agrarpreise für den Zeitraum 1976/77. So werden die Richtpreise für Roggen um 8,5%, für Schweinefleisch um 8% und für Wein um 6,5% erhöht.

4.3.1976, Donnerstag

Rund 1000 französische Weinbauern überfallen in der Nähe von Narbonne einen Güterzug.

Der Präsident des Landgerichts Verden an der Aller setzt den Prozess gegen einen des Mordes angeklagten Mann aus. Nach Ansicht des Richters ist die vom Strafgesetzbuch für diese Tat vorgeschriebene lebenslange Freiheitsstrafe verfassungswidrig. Mit der Verfahrensaussetzung will der Richter eine Wiederaufnahme des Falles beim Bundesverfassungsgericht erzwingen. Ein Argument des Juristen lautet, dass bereits eine Haftzeit von 15 oder 20 Jahren den Täter psychisch vernichte, was eine Verletzung der im Grundgesetz für unantastbar erklärten Menschenwürde bedeute.

5.3.1976, Freitag

In Moskau endet der XXV. Parteitag der KPdSU. Im Rahmen des zehntägigen Parteitags hatten vor allem Vertreter westeuropäischer kommunistischer Parteien Kritik am Dogma der “Diktatur des Proletariats” sowie am Führungsanspruch der KPdSU gegenüber sämtlichen kommunistischen Parteien geübt.

6.3.1976, Samstag

Bei den Vorstandswahlen der Münchener SPD unterliegt Oberbürgermeister Georg Kronawitter gegen Max von Heckel, der dem linken Flügel der Partei angehört.

7.3.1976, Sonntag

Der US-amerikanische Finanzminister William Simon beendet einen dreitägigen Besuch in Ägypten. Während seines Aufenthalts sicherte er dem in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckenden Land einen US-Kredit in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar (2,35 Mrd. DM) zu.

Marokko bricht die diplomatischen Beziehungen zu Algerien ab, nachdem der Nachbarstaat die von der Befreiungsorganisation Polisario ausgerufene Republik Westsahara anerkannt hat. Marokko erhebt auf den Norden der Westsahara eigene Besitzansprüche.

Der Österreicher Anton Innauer stellt in Oberstdorf einen Skiflug-Weltrekord auf. Er verbessert die alte Bestmarke von 169 m um 7 m.

8.3.1976, Montag

Im spanischen Baskenland legt ein Generalstreik, zu dem Kommunisten und Sozialisten aus Protest gegen das brutale Eingreifen der Polizei bei einem Streik vier Tage zuvor aufgerufen haben, das gesamte öffentliche Leben lahm.

Erstmals seit 1948 passiert ein unter liberianischer Flagge fahrender Tanker mit einer für Israel bestimmten Ladung von 20 000 t Erdöl aus dem Iran den Suezkanal. Der 1948 gegründete Staat Israel war von seinen arabischen Nachbarn von der Benutzung des Suezkanals ausgeschlossen worden.

In den USA wird eine unabhängige Studie über Militärausgaben veröffentlicht. Danach wurden 1975 weltweit rund 300 Mrd. US-Dollar (705 Mrd. DM) für Rüstungsgüter ausgegeben. Im Durchschnitt wendete jede Regierung für einen Soldaten 1975 12 330 US-Dollar (29 000 DM), für die Ausbildung eines Schulkindes 129 US-Dollar (303 DM) auf.

Nahe der nordchinesischen Stadt Kivan geht ein Meteoritenschauer nieder. Der größte Meteorit wiegt rund 3900 Pfund. Es ist der stärkste bislang beobachtete Meteoritenniederschlag.

9.3.1976, Dienstag

Zum Abschluss einer zweitägigen Konferenz des “Südsee-Forums” verabschieden Vertreter der neun Mitgliedsstaaten, Australien, Neuseeland, die Fidschi-Inseln, Tonga, Westsamoa, Nauru, Cook-Inseln, Papua-Neuguinea und Niue in Rotora (Neuseeland) eine Erklärung, in der sie sich für die Einrichtung einer atomwaffenfreien Zone im Südpazifik aussprechen.

Bei einem Seilbahnunglück im italienischen Wintersportort Cavalese kommen 42 Menschen ums Leben.

10.3.1976, Mittwoch

In der neuseeländischen Hauptstadt Wellington treffen einander die Ministerpräsidenten von Neuseeland und Australien, Robert David Muldoon und Malcom Fraser, zu Gesprächen über militärische Zusammenarbeit. Sie bringen ihre Besorgnis über zunehmende Aktivitäten der UdSSR im Indischen Ozean zum Ausdruck und fordern von den USA verstärkte Militärpräsenz in dieser Region.

Ein Sprecher des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO) teilt in Brüssel mit, dass die NATO innerhalb der nächsten Wochen ein neues Kommunikationsnetz aus drei Satelliten und 16 unterirdischen Sende- und Empfangsstationen installieren wird. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass auch bei einem Uberraschungsangriff aus dem Osten die Verständigung zwischen den Befehlsstellen der NATO aufrechterhalten bleibt.

11.3.1976, Donnerstag

In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington werden die Untersuchungen über die angebliche Zahlung von Bestechungsgeldern des US-Luftfahrtkonzerns Lockheed u.a. an Prinz Bernhard der Niederlande und japanische Politiker ohne konkrete Ergebnisse eingestellt.

Bewaffnete Täter erbeuten bei einem Überfall auf dem Londoner Flughafen Heathrow Bargeld, Goldbarren und Edelsteine im Wert von umgerechnet rund 2,5 Mio. DM.

An der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin (West) findet die posthume Uraufführung von Bertolt Brechts Dramenfragment “Der Untergang des Egoisten Fatzer” statt.

12.3.1976, Freitag

Der Bundesrat, die Vertretung der Länder, billigt in Bonn einstimmig die vertraglichen Vereinbarungen mit Polen.

Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ), Bruno Kreisky, wird auf einem Parteitag in Wien nahezu einstimmig als Parteivorsitzender wiedergewählt.

Die Regierung von Saudi-Arabien vergibt an den US-amerikanischen Flugzeughersteller Northrop den Auftrag zur Modernisierung der saudi-arabischen Luftwaffe. Der Auftrag mit einem Volumen von rund 1,5 Mrd. US-Dollar (3,5 Mrd. DM) umfasst u.a. den Ausbau von Luftwaffenstützpunkten, die Einrichtung von Radaranlagen und die Lieferung mehrerer Kampfflugzeuge vom Typ F-5.

Ein Sprecher des schwedischen Königshauses gibt in Stockholm die Verlobung von König Karl XVI. Gustav mit der Deutschen Silvia Sommerlath bekannt.

13.3.1976, Samstag

In Inzell verbessert der Niederländer Piet Kleine den Eisschnelllauf-Weltrekord über 10 000 m auf 14:43,92 min. Die alte Bestmarke von 14:50,31 min hielt der norwegische Läufer Sten Stensen.

14.3.1976, Sonntag

Bei den in zwei Wahlgängen abgehaltenen Kantonalwahlen in Frankreich erzielen die Sozialisten im Vergleich zu den vorausgegangenen Wahlen starke Stimmengewinne. Auch die Kommunisten können zusätzliche Abgeordnete in die Generalräte entsenden. Die Gaullisten müssen – wie die Unabhängigen Republikaner des Ministerpräsidenten Valéry Giscard d’Estaing Stimmeneinbußen hinnehmen.

15.3.1976, Montag

Die britische Tageszeitung “The Times” veröffentlicht Auszüge aus einer geheimen NATO-Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Streitkräfte des Warschauer Paktes in der Lage seien, innerhalb von 48 Stunden den Rhein zu überschreiten.

Aus Protest gegen die Weigerung der DDR, drei bundesdeutsche Journalisten zur Berichterstattung von der Leipziger Messe zu akkreditieren, bricht der Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs seinen Besuch in Leipzig ab.

Die Regierung Ägyptens kündigt den seit dem Jahr 1971 bestehenden beiderseitigen Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion.

16.3.1976, Dienstag

In London erklärt der britische Premierminister Harold Wilson (Labour Party) seinen Rücktritt. Als Grund gibt er an, dass er nach 31 Arbeitsjahren als Politiker und achtjähriger Regierungsarbeit amtsmüde sei.

Der sowjetische Landwirtschaftsminister Dimitri S. Poljanski wird seines Postens enthoben. Seinen Sitz im Politbüro, dem Machtzentrum der UdSSR hat er bereits auf dem 25. Parteitag der KPdSU verloren. Zu seinem Nachfolger wird Valentin K. Mesjats ernannt.

17.3.1976, Mittwoch

In Neu-Delhi bestätigt ein Sprecher des indischen Außenministeriums Berichte, wonach Indien dem ägyptischen Staat die Lieferung von Ersatzteilen für seine Düsenjäger aus sowjetischer Produktion (MiG-21) verweigert. Er begründet diese Weigerung mit “vertraglichen Verpflichtungen Indiens gegenüber der UdSSR”. Ägypten kündigte vor wenigen Tagen den 1971 geschlossenen Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion.

18.3.1976, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag stimmt in Bonn mit 391 gegen 22 Stimmen für das neue Mitbestimmungsgesetz. Das Gesetz sichert Arbeitnehmern mehr Mitspracherecht in den Unternehmen zu.

19.3.1976, Freitag

In London teilt ein Sprecher des britischen Königshauses mit, dass sich Prinzessin Margaret, die Schwester von Königin Elisabeth II., und Lord A. Snowdon trennen, sich jedoch nicht scheiden lassen wollen.

Gespräche zwischen dem Ministerpräsident von Rhodesien, Ian Smith, und dem Schwarzenführer Joshua Nkomo über die Machtbeteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit werden ergebnislos abgebrochen.

20.3.1976, Samstag

In San Francisco (US-Bundesstaat Kalifornien) spricht ein Geschworenengericht die wegen Bankraubs angeklagte Verlegerstochter Patricia Hearst schuldig.

Peter Hacks Ein-Personen-Stück “Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe” kommt im Staatstheater von Dresden zur Uraufführung.

21.3.1976, Sonntag

In der Schweiz wird die konstituierende Versammlung für den neuzubildenden Kanton Jura gewählt.

In Polen finden Wahlen zum Parlament, dem Sejm, statt. Nach offiziellen Angaben entfallen auf die von der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei angeführte Liste der nationalen Einheitsfront insgesamt 99,46% der abgegebenen Stimmen.

22.3.1976, Montag

Eine Delegation der Sozialistischen Internationale unter der Leitung des österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky beendet eine sechstägige Reise durch sechs arabische Staaten. In Gesprächen mit Regierungsvertretern Kuwaits, Jordaniens, des Irak, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate erörterte sie Möglichkeiten zur Beilegung des Nahost-Konflikts.

23.3.1976, Dienstag

Rhodesiens Ministerpräsident Ian Smith lehnt in Salisbury Vorschläge der britischen Regierung zur Lösung des Rhodesien-Problems ab. London hatte angeboten, nach der Machtbeteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit die Souveränität Rhodesiens, das sich 1965 einseitig für unabhängig von der Kolonialmacht Großbritannien erklärt hatte, offiziell anzuerkennen.

Tunesien beruft seinen Botschafter aus der libyschen Hauptstadt Tripolis ab, nachdem in den vergangenen Wochen über 1000 tunesische Arbeiter aus Libyen ausgewiesen wurden. Hintergrund ist eine drastische Verschlechterung der Beziehungen zwischen beiden Staaten.

Die von der UN-Vollversammlung in New York im Herbst 1975 verabschiedete “Internationale Konvention über bürgerliche und politische Rechte” tritt in Kraft. Alle Unterzeichnerstaaten verpflichten sich u.a., ihren Bürgern die Freiheit des Gewissens, der Religion und der Meinungsäußerung sowie das Recht auf freie Ausreise aus jedem Land uneingeschränkt zu garantieren.

Die amtliche sowjetische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht in Moskau eine Statistik, nach der im Jahr 1975 die Staaten des “Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe” (RGW) an 64 Länder der Dritten Welt Entwicklungshilfe in einer Gesamthöhe von rund 12 Mrd. Rubel (36 Mrd. DM) geleistet haben.

24.3.1976, Mittwoch

Die argentinische Staatspräsidentin Isabel Perón wird durch einen Militärputsch entmachtet.

Das Parlament der italienischen Provinz Latium wählt in Rom den kommunistischen Abgeordneten Maurizio Ferrara zum neuen Präsidenten der Regionalregierung. Damit werden in Italien nunmehr sechs Regionalregierungen von Kommunisten geführt, darunter in der Toskana, in Umbrien und Piemont.

25.3.1976, Donnerstag

Der sowjetische Außenminister Andrei A. Gromyko beendet einen dreitägigen offiziellen Besuch in Großbritannien. In einem gemeinsamen Kommuniqué unterstreichen beide Seiten u.a. die Notwendigkeit von Abrüstungsschritten in Europa. Darüber hinaus äußern sie ihre Zufriedenheit über die im Gefolge der KSZE-Vereinbarungen von 1975 erreichten Fortschritte in den Ost-West-Beziehungen.

26.3.1976, Freitag

Ein Schwurgericht in Assen (Niederlande) verurteilt sieben Ambonesen, die im Dezember 1975 einen Zug in ihre Gewalt gebracht und 62 Geiseln genommen hatten, zu je 14 Jahren Gefängnis.

Beide Häuser des Parlaments von Trinidad/Tobago verabschieden eine neue Verfassung. In der Konstitution wird die bisherige konstitutionelle Monarchie unter der britischen Krone für abgeschafft und der in der Karibik gelegene Staat zur Republik erklärt. Trinidad und Tobago verbleiben jedoch im britischen Commonwealth of Nations.

Durch ihren Botschafter in der Tschechoslowakei lässt die US-amerikanische Regierung der Regierung Nordvietnams ihr Interesse an der Aufnahme von bilateralen Verhandlungen übermitteln. Ziel solle die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die allmähliche Normalisierung des Verhältnisses der beiden ehemaligen Kriegsgegner sein. Nach dem Sieg der nordvietnamesischen Truppen verließen im Sommer 1975 die letzten US-Amerikaner das Land.

27.3.1976, Samstag

Konservative Sozialdemokraten gründen in Wennigsen bei Hannover die “Fritz-Erler-Gesellschaft”. Als ihre wichtigste politische Aufgabe bezeichnen die Mitglieder das Bemühen, “linksextreme und neomarxistische Tendenzen” innerhalb der SPD zu bekämpfen.

In Stuttgart konstituiert sich die “Föderation Liberaler Parteien der EG-Länder”, in der die liberalen Parteien der neun Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft zusammengeschlossen sind. Zum Vorsitzenden der Vereinigung wählen die Delegierten den Außenminister Luxemburgs, Gaston Thorn.

Die südafrikanische Regierung in Pretoria ordnet den Rückzug der letzten südafrikanischen Truppenverbände aus Angola an.

Bei Teilwahlen zum indischen Oberhaus gewinnt die regierende Kongress-Partei der Ministerpräsidentin Indira Gandhi 18 Mandate hinzu. Sie verfügt in diesem Gremium mit 164 von 244 Sitzen nun über eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

28.3.1976, Sonntag

In Washington teilt das Population Reference Bureau mit, dass nach seinen Berechnungen vor wenigen Tagen die Weltbevölkerung die 4-Milliarden-Grenze überschritten hat.

29.3.1976, Montag

Eine Gruppe von CDU/CSU-Abgeordneten reißen in den Ausstellungsräumen der Parlamentarischen Gesellschaft in Bonn mehrere Arbeiten des Grafikers Klaus Staeck von den Wänden.

Der Oberste Gerichtshof der USA stellt in einem Urteil fest, dass die von zwei Gerichten in den US-Bundesstaaten Virginia und North Carolina ausgesprochenen Strafen wegen homosexueller Handlungen zwischen Erwachsenen nicht verfassungswidrig sind.

30.3.1976, Dienstag

Vertreter der Postministerien der Bundesrepublik Deutschland und der DDR unterzeichnen in Bonn ein Abkommen über die Verbesserung der Post- und Fernmeldeverbindungen zwischen den beiden deutschen Staaten.

Im Norden Israels kommt es zu den bislang schwersten Zusammenstößen zwischen der arabischen Minderheit und Sicherheitskräften, bei denen sechs Araber getötet werden.

In Tripolis unterzeichnen der libysche Staatspräsident Muammar al Gaddafi und der Ministerpräsident von Angola, Lopo do Nascimento, ein Abkommen über wirtschaftlich-technische und kulturelle Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten.

In Hollywood werden die “Oscars” verliehen.

31.3.1976, Mittwoch

Die letzten britischen Soldaten verlassen die seit 1962 unabhängige, ehemalige britische Kolonie Singapur. Nunmehr stehen britische Truppenverbände in Fernost nur noch in Brunei und in Hongkong.

Das australische Verteidigungsministerium teilt in Canberra mit, dass in der neuerrichteten Marinebasis Cockburn Sound auch US-amerikanische U-Boote mit Atomantrieb anlegen dürfen. Die konservative australische Regierung rückt damit von einem Beschluss der bis 1975 regierenden Labor Party ab, nur konventionell getriebenen Schiffen Hafenrechte einzuräumen.

Regierungsvertreter der UdSSR, der Vereinigten Staaten und Japans unterzeichnen ein Abkommen, das die Bereitstellung von 25 Mio. US-Dollar (49 Mio. DM) durch die Bank of Amerika zur Erschließung sibirischer Erdgasvorkommen vorsieht.

Die Städtischen Bühnen Wuppertal bringen die Uraufführung von Alfred Bergmanns Theaterstück “Nina und Georg” heraus.