Was geschah im März 1977

  • < 1976
  • 3.1977
  • 1978 >

1.3.1977, Dienstag

In Belgrad ratifiziert das jugoslawische Bundesparlament das Triest-Abkommen mit Italien, das nunmehr in Kraft treten kann. Damit ist ein seit 1945 dauernder Streit zwischen Italien und Jugoslawien über die Adria-Stadt endgültig beigelegt. Jugoslawien erkennt mit dem Abkommen die 1954 getroffene Regelung an, welche die Stadt Triest und den Hafen Italien, ein kleineres Gebiet südlich der Stadt Jugoslawien zuspricht.

Bei Gelegenheit eines offiziellen Besuchs in der CSSR trifft sich der niederländische Außenminister Max van der Stoel in Prag auch mit dem Bürgerrechtler Jan Patocka, einem Sprecher der “Charta 77”. Die Regierung der CSSR protestiert gegen das Treffen, das eine “Einmischung in die inneren Angelegenheiten der CSSR” darstelle.

Die DDR kassiert von Reisenden aus dem westlichen Ausland erstmals Straßenbenutzungsgebühren.

Die Regierung der UdSSR vereinbart in Moskau mit Ägypten die Lieferung von 50 Kampfflugzeugen vom Typ Mig-21. Die sowjetische Zusage kommt überraschend, da das nordafrikanische Land im Vorjahr nach rund 25 Jahren die engen Beziehungen zur Sowjetunion abgebrochen hatte.

2.3.1977, Mittwoch

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt den Wahlkampf der beiden Regierungsparteien SPD und FDP für die Bundestagswahl im Oktober 1976 teilweise für verfassungswidrig, da sie z.T. Eigenwerbung auf Staatskosten betrieben hätten.

In Madrid treffen sich die Vorsitzenden der kommunistischen Parteien Spaniens, Italiens und Frankreichs, Santiago Carillo, Enrico Berlinguer und Georges Marchais, um einen Programmentwurf des “Euro-Kommunismus” auszuarbeiten.

Der marokkanische König Hassan II. beruft vier führende Oppositionspolitiker des Landes als Minister ohne Geschäftsbereich in die Regierung. Mit dieser Entscheidung will König Hassan II. seinen Willen zu demokratischen Reformen beweisen.

Der libysche Volkskongress proklamiert in Tripolis die “Sozialistische Libysch-Arabische Volksrepublik”.

3.3.1977, Donnerstag

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia endet eine zweitägige Konferenz der kommunistischen Parteien des Ostblocks und Kubas, auf der u.a. die Menschenrechtsbewegung in mehreren Ostblock-Staaten als “von imperialistischen Kreisen gesteuerte Kampagne” bezeichnet wird.

Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Tokio erringen im Paarlaufen Irina Rodnina und Alexander Saizew (UdSSR) den WM-Titel.

4.3.1977, Freitag

In Bonn wird ein Mitarbeiter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unter dem Verdacht der jahrelangen Spionage für die DDR festgenommen.

Ein schweres Erdbeben fordert in Rumänien über 1500 Todesopfer.

5.3.1977, Samstag

Rund 6000 Menschen demonstrieren in Straßburg gegen die Inbetriebnahme des französischen Kernkraftwerks Fessenheim.

Mehrere Entwicklungsländer, die einen Großteil ihrer Einnahmen durch den Verkauf von Bananen erzielen, gründen in Panama-Stadt eine gemeinsame Gesellschaft für die Vermarktung der Frucht, um größeren Einfluss auf die Preisgestaltung zu erhalten. Es ist die erste multinationale Verkaufsgesellschaft für einen Rohstoff der “Dritten Welt”.

6.3.1977, Sonntag

Im Süden der Philippinen liefern sich moslemische Rebellen und Truppen des Diktators Ferdinando E. Marcos heftige Kämpfe.

Auf einer Auktion in London erzielt ein vom früheren britischen Premierminister Winston S. Churchill gemaltes Bild den Rekordpreis von 81 600 US-Dollar (rund 189 000 DM).

7.3.1977, Montag

Die Delegierten des CDU-Parteitags in Düsseldorf bestätigen den Parteivorsitzenden Helmut Kohl in seinem Amt und wählen Heiner Geißler als Nachfolger von Kurt H. Biedenkopf zum neuen Generalsekretär.

Bei den Parlamentswahlen in Pakistan erzielt die Pakistan People’s Party des amtierenden Ministerpräsidenten Zulfikar Ali-Khan Bhutto eine Zweidrittelmehrheit. Die Opposition wirft der Regierungspartei Wahlbetrug vor. In den folgenden Tagen kommt es zu schweren Unruhen.

In Genf (Schweiz) beginnt eine Konferenz von Vertretern aus Entwicklungsländern und westlichen Industriestaaten über die Einrichtung eines “integrierten Rohstoff-Fonds”. Mit diesem im Juli 1977 von der UNCTAD IV in Nairobi (Kenia) grundsätzlich beschlossenen Fonds sollen starke Preisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt, die für die “Dritte Welt” nachteilig sind, ausgeglichen werden.

In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington endet eine siebentägige Konferenz über den Schutz der Ozon-Schicht, an der Delegationen aus 31 Ländern teilgenommen haben. Die Delegierten verabschieden ein Aktionsprogramm, das u.a. umfassende Untersuchungen über die Ursachen für die seit Jahren beobachtete Abnahme der Ozon-Schicht vorsieht.

8.3.1977, Dienstag

Papst Paul VI. beruft den schwarzen US-Amerikaner Joseph Lawson Howze zum Bischof der Diözese Biloxi (US-Bundesstaat Mississippi). Bischof Howze ist seit 1875 erst der zweite Schwarze, der in den USA eine römisch-katholische Diözese leitet.

9.3.1977, Mittwoch

Nach zweitägiger Dauer endet in der ägyptischen Hauptstadt Kairo die erste arabisch-afrikanische Gipfelkonferenz. Zum Abschluss der Tagung werden Richtlinien für eine engere Zusammenarbeit zwischen den arabischen und afrikanischen Staaten unterzeichnet. Die arabischen Ölproduzenten gewähren u.a. eine Kreditbürgschaft über rund 1,5 Mrd. US-Dollar (rund 3,48 Mrd. DM).

Angehörige einer radikalen Organisation schwarzer Moslems besetzen in Washington drei Gebäude und nehmen 135 Geiseln. Sie fordern die Auslieferung eines wegen siebenfachen Mordes Verurteilten sowie das Verbot eines Spielfilms über das Leben des Propheten Mohammed. Nach zweitägigen Verhandlungen mit den Botschaftern Ägyptens, des Irans und Pakistans lassen sie ihre Geiseln frei und ergeben sich der Polizei, ohne dass ihre Forderungen erfüllt worden sind.

In Washington gibt der US-amerikanische Präsident Jimmy Carter bekannt, dass seine Regierung mit Wirkung vom 18. März 1977 sämtliche Reisebeschränkungen gegenüber den kommunistisch regierten Staaten Kuba, Vietnam, Kambodscha und Nordkorea aufheben wird.

Die 1971 in Marokko erlassene Pressezensur wird auf Anordnung von König Hassan II. aufgehoben. Der marokkanische König hatte bereits im Februar 1977 durch die Aufnahme von mehreren Oppositionspolitikern ins Kabinett seinen Willen zu politischen Liberalisierungen demonstriert.

10.3.1977, Donnerstag

In Warschau finden erstmals seit Ende der 60er Jahre Kundgebungen gegen “revanchistische Tendenzen” in der Bundesrepublik Deutschland statt. Angehörige der polnischen Opposition erklären allerdings, dass die von der KP organisierten Veranstaltungen in erster Linie von innenpolitischen Problemen ablenken sollen.

11.3.1977, Freitag

Die spanische Regierung beschließt in Madrid eine Teilamnestie für politische Häftlinge.

12.3.1977, Samstag

An einer friedlichen Protestdemonstration in Gorleben gegen eine dort geplante Deponie für radioaktive Abfälle nehmen rund 15 000 Menschen teil.

Die seit dem Putsch vom September 1973 in Chile regierende rechtsgerichtete Militärjunta unter General Augusto Pinochet verbietet alle bisher noch legalen politischen Parteien.

Durch die kurzfristige Aufnahme von Krediten und zusätzliche staatliche Zuschüsse kann die Stadtverwaltung von New York den Bankrott abwenden.

13.3.1977, Sonntag

3000-m-Läufer Karl Fleschen (Leverkusen) und Weitspringer Hans Baumgartner (Darmstadt) holen bei den Europäischen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in San Sebastian Goldmedaillen.

In Leipzig wird die Internationale Frühjahrsmesse eröffnet, auf der aus der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) über 750 Firmen vertreten sind. Während der einwöchigen Messe verwehrt die DDR rund 400 Personen die Einreise in die DDR.

14.3.1977, Montag

Der Oberste Sowjet, das Parlament der UdSSR, ratifiziert in Moskau einen Vertrag über Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem kommunistisch regierten Angola. Der Vertrag sieht u.a. umfassende wirtschaftliche und technische Hilfe für Angola vor.

Auf Antrag mehrerer Privatpersonen und Gemeinden hebt das Verwaltungsgericht Freiburg im Breisgau die von der baden-württembergischen Landesregierung erteilte Teilerrichtungsgenehmigung für das Kernkraftwerk Wyhl auf. Das Gericht begründet seine Entscheidung u.a. mit dem Fehlen eines Berstschutzes.

15.3.1977, Dienstag

Die Direktion des staatlichen Betriebes British Leyland stellen zusammen mit der Gewerkschaft der Automobil-Arbeiter rund 3000 illegal Streikenden ein Ultimatum zur Beendigung ihres Ausstandes. Sollten sie innerhalb von sechs Tagen ihre Aktion, mit der sie seit rund vier Wochen die Fabriken mit rund 46 000 Beschäftigten lahmlegen, nicht abbrechen, würden sie entlassen; die Gewerkschaften würden ihnen jeglichen Schutz entziehen. Nach diesen Drohungen nehmen die Streikenden die Arbeit wieder auf.

Die britische Regierung erlässt in London eine Verordnung, dass Zigaretten Packungen künftig die Aufschrift “ernsthaft gesundheitsschädigend” tragen müssen.

In Berlin (West) verteidigt Box-Weltmeister Eckhard Dagge seinen Titel in Superweltergewicht gegen seinen Herausforderer Maurice Hope.

16.3.1977, Mittwoch

Eine von US-Präsident Jimmy Carter beauftragte Delegation trifft in Vietnam ein, um mit Regierungsvertretern Gespräche zur Aufklärung des Schicksals von rund 2500 vermissten US-amerikanischen Soldaten zu führen. Vietnam erklärt sich zur Unterstützung dieser Bemühungen bereit. Am 20. März 1977 reist die Delegation nach Laos, um auch dort das Schicksal vermisster Soldaten zu untersuchen. Kambodscha, das ebenfalls in den 1975 beendeten Vietnam-Krieg involviert war lehnt einen Kontakt mit den Abgesandten des US-Präsidenten ab.

Im Libanon wird der linksgerichtete Drusenführer Kamal Dschumblat von Angehörigen der Christen-Milizen erschossen.

17.3.1977, Donnerstag

Der baden-württembergische Innenminister Karl Schieß bestätigt in Stuttgart, dass in den Jahren 1975 und 1976 in der Haftanstalt Stuttgart-Stammheim Gespräche zwischen angeklagten Mitgliedern der Baader-Meinhof-Gruppe und ihren Anwälten von den Behörden abgehört wurden.

In einer Rede in Washington bezeichnet US-Präsident Jimmy Carter die “Schaffung einer Heimstätte für die Palästinenser” als Voraussetzung für eine dauerhafte Friedensregelung im Nahen Osten. Die israelische Regierung äußert in scharfer Form ihr Missfallen über diese Äußerung.

18.3.1977, Freitag

Mexiko beendet als letzter Staat die offiziellen diplomatischen Beziehungen zur spanischen Exilregierung. Nach dem Sieg der Faschisten unter General Francisco Franco Bahamonde im Jahre 1939 waren mehrere Mitglieder der republikanischen Regierung ins Exil gegangen. Mexiko hatte das Franco-Regime nicht anerkannt. Nach Einleitung der Demokratisierung in Spanien entfalle, so die mexikanische Regierung, der Grund zur Unterstützung der Exil-Regierung.

Wegen des Aufmalens von “anti-sowjetischen Parolen” auf Mauern und Häuserwänden werden in Moskau zwei Dissidenten zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt.

19.3.1977, Samstag

Bei einer Protestdemonstration gegen den Bau eines Kernkraftwerks in Grohnde (Niedersachsen) kommt es zu schweren Zusammenstößen zwischen gewalttätigen Demonstranten und der Polizei.

Auf ihrer Bundesversammlung in Hamburg wählen die Jungsozialisten den Berliner Juristen Klaus-Uwe Benneter, einen Vertreter des radikal-linken Stamokap-Flügels, zu ihrem Vorsitzenden. Benneter wird am 2. Juni 1977 wegen “parteischädigenden Verhaltens” aus der SPD ausgeschlossen.

Schah Mohammed Resa Pahlawi des Iran erlässt eine Amnestie für insgesamt 653 Gefangene, darunter 91 Personen, die wegen politischer Aktivitäten inhaftiert worden waren.

Ein türkisches Verkehrsflugzeug mit 180 Personen an Bord wird von zwei jungen Türken in die libanesische Hauptstadt Beirut entführt. Dort kann sie die Polizei nach mehrstündigen Verhandlungen zur Aufgabe bewegen.

20.3.1977, Sonntag

Die SPD erleidet bei den Kommunalwahlen in Hessen eine schwere Niederlage. Gegenüber den Wahlen von 1972 verliert sie 4,9% der Stimmen und kommt nur noch auf einen Stimmenanteil von 42,3%. Die CDU kann ihren Anteil um 5,5% auf 47,9% erhöhen.

Bei den Parlamentswahlen in Indien verliert die seit 1952 regierende Kongresspartei der amtierenden Ministerpräsidentin Indira Gandhi ihre Mehrheit. Sie erhält weniger als ein Drittel der Parlamentssitze. Wahlsiegerin ist die Janatapartei, die von Morarji Ranchhodji Desai geleitet wird.

In Frankreich erzielen bei landesweiten Kommunalwahlen die Linksparteien kräftige Stimmengewinne. Sozialisten, Kommunisten und linke Splittergruppen erhalten insgesamt rund 44% der Stimmen gegenüber rund 36% bei den Wahlen im Jahr 1971.

Nach Angaben der chinesischen Regierung in Peking werden Nord- und Zentralchina von der schlimmsten Dürre seit 1949 heimgesucht. Die Armee hat damit begonnen, zahlreiche Notbewässerungsanlagen zur Rettung eines möglichst großen Teils der Ernte zu installieren.

21.3.1977, Montag

Die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi tritt nach der schweren Wahl-Niederlage ihrer Kongresspartei von ihrem Amt zurück.

In Frankreich gelingt der Spionageabwehr die Festnahme von fünf Personen, die nach Angaben der Sicherheitsbehörden seit über zehn Jahren Geheimdokumente der NATO und der französischen Streitkräfte an den sowjetischen Geheimdienst KGB weitergegeben haben sollen.

Der sowjetische Schriftsteller Wladimir Kornilow wird aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen, weil er ohne Erlaubnis der Behörden Bücher im Westen veröffentlicht hat. Der Ausschluss hat zur Folge, dass Kornilow zahlreiche Vergünstigungen verliert und in der UdSSR nur noch schwer publizieren kann.

22.3.1977, Dienstag

Aufgrund einer anhaltenden Dürre erlässt die Regierung des US-Bundesstaats Kalifornien ein Verbot, Autos zu waschen und Swimming-Pools zu füllen.

23.3.1977, Mittwoch

Am Schauspielhaus Bochum wird Karl Otto Mühls Theaterstück “Wanderlust” uraufgeführt.

In Berlin (West) erscheint die erste Ausgabe der Stadtillustrierten “zitty”.

24.3.1977, Donnerstag

Der Vorsitzende der bei den indischen Parlamentswahlen siegreichen Janata Partei, der 81-Jährige Morarji Ranchhodji Desai, wird in Neu-Delhi zum neuen Premierminister des Landes gewählt.

25.3.1977, Freitag

Milde Urteile in einem Vergewaltigungsprozess in Rom führen zu Protesten in Italien.

Papst Paul VI. ernennt den Theologie Professor Joseph Ratzinger als Nachfolger des im Juli 1976 verstorbenen Julius Kardinal Döpfner zum Erzbischof von München und Freising.

Der frühere Ministerpräsident von Frankreich, Jacques Chirac, wird zum Bürgermeister von Paris gewählt.

In Stuttgart wird die Ausstellung “Die Zeit der Staufer” eröffnet.

26.3.1977, Samstag

US-Außenminister Cyrus Vance trifft in Moskau ein, um vor allem Gespräche über die Begrenzung der strategischen Rüstung zu führen. Nach viertägigen Unterredungen erklärt Vance die Verhandlungen über ein neues Abrüstungsabkommen (SALT II) für gescheitert.

Das Parteiorgan der polnischen Kommunisten, “Trybuna Ludu”, veröffentlicht scharfe Angriffe gegen 18 namentlich genannte polnische Intellektuelle wegen ihres Eintretens für Bürger- und Menschenrechte.

27.3.1977, Sonntag

Beim Zusammenstoß zweier Jumbo-Jets auf dem Flughafen von Teneriffa sterben 575 Menschen.

Christa Zechmeister (Berchtesgaden) erreicht in Sierra Nevada im Slalom zum Abschluss der alpinen Weltcup-Saison den einzigen bundesdeutschen Sieg.

28.3.1977, Montag

Der portugiesische Ministerpräsident Mario Soares überreicht in Brüssel dem amtierenden Präsidenten des EG-Rates, dem britischen Außenminister David Owen, den Antrag Portugals auf Beitritt in die Europäische Gemeinschaft. Nach langwierigen Verhandlungen wird Portugal 1986 in die EG aufgenommen.

In Los Angeles werden die “Oscars” verliehen. Als bester Film wird der Streifen “Rocky” mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle ausgezeichnet. Der Film “Network” erhält vier “Oscars”.

Alt-Fußballbundestrainer Sepp Herberger feiert in großem Rahmen in Mannheim seinen 80. Geburtstag.

29.3.1977, Dienstag

Die in Stuttgart-Stammheim einsitzenden Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe treten in einen Hungerstreik, um gegen ihre “Isolationshaft” zu protestieren.

Die UdSSR unternimmt auf dem Test-Gelände von Semipalatinsk in Kasachstan einen unterirdischen Atombomben-Versuch, der nach Messungen des Seismologischen Instituts in Uppsala (Schweden) ein Beben von der Stärke 5,9 auf der Richter-Skala auslöst.

Die japanische Regierung beschließt in Tokio die Erweiterung der Hoheitsgewässer von drei auf zwölf Seemeilen. Zugleich wird die Fischereischutzzone auf 200 Seemeilen ausgedehnt.

Nach einem gescheiterten Putschversuch lässt die thailändische Regierung über 100 Offiziere und Zivilisten verhaften.

30.3.1977, Mittwoch

Der konservative Premierminister Frankreichs, Raymond Barre, stellt in Paris sein neues Kabinett vor, dem mehrere parteilose Fachleute angehören. Die vorherige, ebenfalls von Barre geführte Regierung war zwei Tage zuvor u.a. wegen Streitigkeiten der beteiligten Parteien über die Wirtschafts- und Sozialpolitik zurückgetreten.

In Madrid billigt das spanische Ständeparlament einen Gesetzentwurf über die Zulassung von unabhängigen Gewerkschaften.

Bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften in Birmingham erreicht das bundesdeutsche Herren-Team den fünften Platz.

31.3.1977, Donnerstag

Der ägyptische Staatspräsident Muhammad Anwar As Sadat trifft zu einem zweitägigen Besuch in der Bundesrepublik Deutschland ein.

In Mailand vereinbaren Vertreter der italienischen Regierung und der Gewerkschaften die Aussetzung der bisher gültigen automatischen Angleichung der Löhne an die Inflation nach der sog. Scala mobile.