Was geschah im März 1980

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1.3.1980, Samstag

Der UN-Sicherheitsrat verurteilt einstimmig Israels Siedlungspolitik in den besetzten arabischen Gebieten. Die Zustimmung der USA zu der entsprechenden Resolution bezeichnet Präsident Jimmy Carter später als Missverständnis.

2.3.1980, Sonntag

Die Schweizer sprechen sich in einer Volksabstimmung mehrheitlich gegen einen Gesetzentwurf zur vollständigen Trennung von Kirche und Staat aus. Entscheidend zu der Ablehnung beigetragen hat vermutlich die Tatsache, dass es sich bei dem Entwurf um ein zentralistisches Modell handelte, das in die föderative Struktur der Schweiz eingegriffen hätte.

Bei den Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten in Sindelfingen stellt die Bundesrepublik Deutschland fünf Titelträger.

In Mainz werden Vicco von Bülow (Loriot), Wolf Biermann und Siegfried Zimmerschied mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet.

Der 22-Jährige österreichische Skisportler Walter Meyer gewinnt als erster Mitteleuropäer den Wasa-Lauf.

3.3.1980, Montag

In Amsterdam beseitigt die Polizei Straßenbarrikaden, die eine Räumung von besetzten Häusern verhindern sollten.

4.3.1980, Dienstag

Bundeskanzler Helmut Schmidt trifft zu einem viertägigen Besuch in den USA ein. Hauptgesprächsthemen bei seinem Zusammentreffen mit US-Präsident Jimmy Carter sind der sowjetische Einmarsch in Afghanistan, die Stärkung des westlichen Militärbündnisses NATO und die internationale Wirtschaftslage. Beide Seiten betonen, dass ihre Ansichten insbesondere in der Afghanistan-Frage sehr nahe beieinander lägen.

Der italienische Handelsmarineminister Franco Evangelisti tritt zurück, nachdem er zugegeben hat, jahrelang von der Wirtschaft “Unterstützungsgelder” für eigene und Parteizwecke angenommen zu haben.

Günter Wallraff und Klaus Staeck stellen in Bonn ihre gegen die “Bild-Zeitung” gerichtete Aktion vor.

5.3.1980, Mittwoch

Die pakistanische Regierung lehnt die von den USA angebotene Militärhilfe in Höhe von 400 Mio. US-Dollar (rund 780 Mio. DM) als zu geringfügig ab.

Der SPD-Politiker Wilhelm Hoegner, 1945/46 sowie 1954 bis 1957 bayerischer Ministerpräsident, stirbt 92jährig in München.

In Überlingen stirbt Winifred Wagner, die Leiterin der Bayreuther Festspiele von 1930 bis 1944, im Alter von 82 Jahren. Die Schwiegertochter Richard Wagners wurde nach dem Krieg wegen ihrer positiven Haltung zum Nationalsozialismus heftig angegriffen.

6.3.1980, Donnerstag

Erstmals in ihrer 300-Jährigen Geschichte nimmt die Académie française eine Frau, die 76 Jahre alte Schriftstellerin Marguerite Yourcenar, auf.

7.3.1980, Freitag

Eine afghanische Widerstandsorganisation verübt einen Sprengstoffanschlag auf das sowjetische Generalkonsulat in Berlin (West). Es entsteht erheblicher Sachschaden.

Der Öltanker “Tanio” bricht bei schwerer See im Ärmelkanal auseinander. Ein Teil des auslaufenden Öls wird an der Küste der Bretagne angeschwemmt.

Die Außenminister der Europäischen Gemeinschaft und der Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) schließen in Kuala Lumpur ein Rahmenabkommen über handelspolitische, wirtschaftliche und entwicklungspolitische Zusammenarbeit.

Die aus Zivilisten und Militärs bestehende Regierungsjunta von El Salvador verhängt über das ganze Land den Ausnahmezustand. Sie bezeichnet einen solchen Schritt als notwendig, um die geplante Agrarreform auch gegen den Widerstand der Rechten durchsetzen zu können.

8.3.1980, Samstag

Nur wenige Tage nach Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) besucht auch der Kanzlerkandidat der Opposition, der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß, die USA. Er trifft mit denselben Politikern zusammen wie der Kanzler und erklärt anschließend, er hege “keinen Zweifel, dass die Amerikaner mit der Klarheit und mit der Deutlichkeit meiner Lagebeurteilung und der Entschlossenheit, daraus Konsequenzen zu ziehen, viel mehr einverstanden sind als mit dem Schleiertanz, den Helmut Schmidt aufgeführt hat”.

Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS meldet, dass sich die UdSSR nicht an das zweite Abkommen über die Begrenzung der strategischen Rüstung (SALT II) halten werde, solange Washington es nicht ratifiziert habe.

Vor der japanischen Insel Iki schlachten Fischer innerhalb einer Woche 1500 Delphine ab, weil diese angeblich die Fischgründe leerfressen.

In der brasilianischen Ortschaft Casimiro de Abreu finden sich 50 000 Schaulustige ein, um der angekündigten angeblichen Landung eines Raumschiffes vom Jupiter beizuwohnen.

9.3.1980, Sonntag

Bei den Wahlen zum Parlament des Baskenlandes erhält die Baskische Nationale Partei 25 der 60 Sitze; ihre radikale Gegenspielerin, die Herri Batasuna, erreicht elf Mandate, erklärt jedoch, dass ihre Abgeordneten dem Parlament fernbleiben würden. Die Demokratische Zentrumsunion, die in Madrid die Regierung stellt, kommt lediglich auf sechs Sitze.

Die maoistische Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) beschließt ihre Auflösung.

Der israelische Parlamentspräsident Yitzhak Schamir wird Nachfolger des im Oktober 1979 zurückgetretenen Außenministers Moshe Dayan. Der 65-Jährige ist für sein Misstrauen gegenüber der israelisch-ägyptischen Friedenspolitik bekannt.

10.3.1980, Montag

Das deutsche Rettungsschiff “Cap Anamur” nimmt im Chinesischen Meer 214 Vietnamflüchtlinge aus einem sinkenden Boot auf.

Die Schauspielerin Olga Tschechowa stirbt kurz vor Vollendung ihres 83. Lebensjahres in München. Die aus Armenien stammende Tschechowa kam 1921 nach Deutschland und wurde hier für den Film entdeckt. Sie spielte u.a. in “Liebelei” (1926), “Bel ami” (1939) und “Andreas Schlüter” (1942).

11.3.1980, Dienstag

Zwei Wochen nach seinem Wahlsieg stellt Robert Mugabe, der Führer der Nationalen Union (ZANU) in Simbabwe-Rhodesien, in Salisbury sein Kabinett vor. Ihm gehören auch Vertreter der Afrikanischen Volksunion (ZAPU) – deren Führer Joshua Nkomo wird Innenminister – und der Rhodesischen Front, der Vertretung der weißen Minderheit, an.

Ein Gericht im US-Bundesstaat Indiana spricht den Automobilkonzern Ford von der Anklage der fahrlässigen Tötung dreier junger Frauen frei. Die Frauen starben in einem Ford-Modell, das bei einem Unfall mit einem LKW Benzin verlor und ausbrannte. Das Gericht kommt zu der Ansicht, dass das Unfallgeschehen nicht auf einen Konstruktionsfehler des Autotyps zurückzuführen sei.

12.3.1980, Mittwoch

Die Sowjetunion und Afghanistan unterzeichnen ein Abkommen, das die Anwesenheit sowjetischer Truppen in dem Nachbarland formell rechtfertigt.

Der seit der Unabhängigkeit von Papua-Neuguinea 1975 amtierende Regierungschef Michael Somare wird durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Nachfolger wird Sir Julius Chan, der Führer der Progressiven Volkspartei.

13.3.1980, Donnerstag

Als erstes westliches Land erkennt Österreich die Palästinensische Befreiungsorganisation offiziell an.

In München wird die Staatsgalerie moderner Kunst mit aus dem 20. Jahrhundert stammenden Gemälden, Skulpturen und Objekten vom bayerischen Kultusminister Hans Maier feierlich eröffnet.

Die französische Autorenvereinigung verleiht dem 1979 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilten tschechischen Bürgerrechtler und Dramatiker Václav Havel ihren Ehrenpreis.

14.3.1980, Freitag

US-Präsident Jimmy Carter gibt in Washington ein umfangreiches Programm zur Inflationsbekämpfung bekannt. Vorgesehen sind Kürzung der Staatsausgaben, Kreditrestriktionen und Energiesparmaßnahmen.

Beim ersten Wahlgang zum iranischen Parlament werden nur 70 der 270 Abgeordneten gewählt alle anderen erhalten in ihrem Wahlkreis nicht die erforderliche absolute Mehrheit. Ein Termin für den zweiten Wahlgang steht noch nicht fest.

In einem seit 1973 andauernden Rechtsstreit entscheidet das Oberverwaltungsgericht Münster in letzter Instanz, dass ein Funktionär der DKP nicht Richter werden dürfe. Das Gericht ist der Ansicht, dass Zweifel an der Verfassungstreue des Bewerbers begründet seien, weil die DKP auf eine dem Grundgesetz widersprechende kommunistische Gesellschaftsformation hinarbeite.

Das schwedische Parlament verabschiedet eine Gesetzesreform, durch die nach der Geburt eines Kindes ein Erziehungsurlaub von zwölf Monaten Dauer eingeführt wird. Die Eltern erhalten in dieser Zeit einen finanziellen Zuschuss.

Beim Absturz einer aus Kanada kommenden Verkehrsmaschine der polnischen Fluggesellschaft LOT werden alle 87 Insassen getötet. Das Flugzeug wurde beim Landeanflug auf Warschau von einer Explosion erschüttert und stürzte ab.

15.3.1980, Samstag

Die Kommunistische Partei Chinas veröffentlicht neue Richtlinien “für das innerparteiliche politische Leben”. Den Funktionären wird dadurch u.a. verboten, ihre Machtstellung auszunutzen, um sich und ihrer Familie Vorteile zu verschaffen.

Etwa 200 mit Eisenstangen und Hämmern bewaffnete Jugendliche verwüsten die Londoner U-Bahn-Station Neasden. Der Verkehr muss für eine Stunde unterbrochen werden.

16.3.1980, Sonntag

Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg kann die regierende CDU mit 53,4% der Stimmen ihre absolute Mehrheit behaupten. Den Grünen gelingt mit 5,3% erstmals der Einzug in das Parlament eines Flächenstaates.

Die schwedische Friedensforscherin Alva Myrdal wird in New York mit dem erstmals vergebenen Albert-Einstein-Friedenspreis ausgezeichnet.

Eine Verletzung hindert Paarlauf-Olympiasiegerin Irina Rodnina bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Dortmund, ihren Rücktritt mit einem Titel zu krönen. Mit Platz zwei hinter Anett Pötzsch (DDR) verabschiedet sich Dagmar Lurz (Dortmund) vom aktiven Sport.

17.3.1980, Montag

US-Präsident Jimmy Carter unterzeichnet ein Asylgesetz, das die Zahl der Flüchtlingsimmigranten von jährlich 290 000 auf 320 000 erhöht und den Flüchtlingsbegriff erweitert.

18.3.1980, Dienstag

Die französische Action directe verübt einen Anschlag auf das Ministerium für wirtschaftliche Kooperation in Paris. Die linksextremistische Gruppierung will damit gegen französische Militärinterventionen in Afrika protestieren.

In Salerno überfallen zwei maskierte Männer auf offener Straße einen Staatsanwalt und erschießen ihn. Am Tag zuvor ist bereits in Rom ein Richter ermordet worden. Beide Anschläge gehen vermutlich auf das Konto der terroristischen Roten Brigaden.

Der Vatikan veröffentlicht ein Rundschreiben von Papst Johannes Paul II “Über das Geheimnis und die Verehrung der heiligsten Eucharistie”, in dem das Oberhaupt der katholischen Kirche Respekt für diejenigen Gläubigen fordert, die das Fehlen des Latein im Gottesdienst bedauern.

Wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag stirbt in Muralto (Schweiz) der Psychoanalytiker Erich Fromm. Er entwickelte die These von der Prägung der Persönlichkeit durch soziale und kulturelle Faktoren.

Die sog. Selbstmörderbrücke in München wird abgerissen. Seit der Erbauung 1857 haben sich von hier etwa 250 Menschen in den Tod gestürzt.

19.3.1980, Mittwoch

Italiens Ministerpräsident Francesco Cossiga tritt zurück weil seine Regierung die Mehrheit im Parlament verloren hat. Am 4. April wird Cossiga erneut als Premierminister vereidigt. Sein neues Kabinett bleibt in den Schlüsselpositionen unverändert.

Die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien schließen ein Wahlkampfabkommen.

20.3.1980, Donnerstag

In einer Regierungserklärung zur Lage der Nation zieht Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) eine überwiegend positive Bilanz der Deutschlandpolitik in den vergangenen zehn Jahren. Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß hält dagegen, dass sich die Lage der Menschen in der DDR nicht grundlegend verbessert habe und dass am Friedenswillen der DDR-Führung weiterhin begründete Zweifel bestünden.

Die kambodschanische Regierung führt wieder eine Währung ein, um die wirtschaftliche Entwicklung anzuregen. Das Pol-Pot-Regime (1976-1979) hatte das Geld abgeschafft und eine reine Tauschwirtschaft eingeführt.

21.3.1980, Freitag

Der britische Gouverneur Lord Christopher Soames setzt das vor 16 Monaten verhängte Kriegsrecht in Simbabwe-Rhodesien außer Kraft. Gleichzeitig wird eine Amnestie für alle unter dem Kriegsrecht verurteilten Personen wirksam.

Die regierende sandinistische Volksbefreiungsfront teilt mit, dass es in Nicaragua vorerst keine Wahlen geben werde, weil das Volk bereits “mit seinem Blut” abgestimmt habe.

Hessens Umweltminister Willi Görlach tritt zurück, nachdem bekannt geworden ist, dass Mitarbeiter seines Ministeriums das Chemieunternehmen Höchst mit regierungsinternen Informationen versorgt und im Gegenzug persönliche Vorteile erhalten haben.

22.3.1980, Samstag

Der chilenische Präsident, General Augusto Pinochet Ugarte, bricht seine Südostasien-Reise vorzeitig ab, nachdem der philippinische Präsident Ferdinando Marcos sich entgegen vorherigen Vereinbarungen geweigert hat, ihn zu empfangen. Die Absage an den chilenischen Diktator kam auf Druck von Gewerkschaften, kirchlichen Gruppen und Bürgerrechtsorganisationen zustande.

23.3.1980, Sonntag

Eine Gruppe, die sich “Revolutionäre Zellen in der IG Metall” nennt, verübt einen Sprengstoffanschlag auf das Bundesarbeitsgericht in Kassel. Dort wird über die Rechtmäßigkeit von Aussperrungen als Antwort der Arbeitgeber auf Streiks verhandelt.

Der ehemalige Schah des Iran, Mohammed Resa Pahlawi, reist mit seiner Familie nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Panama nach Ägypten ein, wo ihm endgültig Asyl gewährt werden soll.

Auf ihrem Parteitag in Saarbrücken verabschieden die Grünen ihr Parteiprogramm. Zu gleichberechtigten Parteivorsitzenden werden Petra Kelly, Norbert Mann und August Haußleitner gewählt.

Im Tschad brechen erneut Kämpfe zwischen Anhängern von Staatspräsident Goukouni Oueddei und Verteidigungsminister Hissene Habré aus, die bis Ende März über 1000 Todesopfer fordern. In der ehemaligen französischen Kolonie Tschad, einem der ärmsten Länder der Welt, gibt es starke Konflikte zwischen den verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen.

In einer Volksabstimmung sprechen sich die schwedischen Bürger mit knapper Mehrheit für den Ausbau der Atomenergie aus. Die Entscheidung bedeutet eine schwere Niederlage für die regierende Zentrumspartei, die den Ausstieg aus der Kernenergie und den Abbau der bestehenden Reaktoren innerhalb von zehn Jahren befürwortet.

24.3.1980, Montag

Der Erzbischof von San Salvador, Oscar Arnulfo Romero, wird während einer Messe erschossen.

Das Bohrloch Ixtoc 1 im Golf von Mexiko, aus dem seit fast zehn Monaten große Mengen Rohöl ins Meer geströmt sind, kann geschlossen werden.

25.3.1980, Dienstag

Die kubanische Regierung kündigt die erste Anhebung der Löhne und Gehälter seit über 15 Jahren an. Zum 1. Juli sollen die Bezüge um bis zu 30% steigen. Ziel der Maßnahme ist eine Erhöhung der Produktivität.

In der Kathedrale von Canterbury wird der neue Primas der Kirche von England, Erzbischof Robert Runcie, feierlich inthronisiert. Er ist der erste anglikanische Erzbischof, der allein von der Kirche und nicht vom Staat berufen wurde.

26.3.1980, Mittwoch

Der britische Schatzkanzler Sir Geoffrey Howe legt dem Unterhaus einen Haushaltsentwurf vor, der einschneidende Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung vorsieht. Im ersten Regierungsjahr der konservativen Premierministerin Margaret Thatcher ist die Inflationsrate von 11,4% auf 19,1% angestiegen; das Zinsniveau liegt mit 17% um 5% über dem Vorjahresstand.

In Rom einigen sich die Firma Givaudan, eine Tochter des Schweizer Chemie-Konzerns Hoffmann-La Roche, und der italienische Staat auf Schadenersatzzahlungen in Höhe von rund 100 Mio. DM für die ökologischen Folgen der Giftgaskatastrophe von Seveso. Etwa 50 Mio. DM hat das Unternehmen bereits an die Opfer und für die Aufräumungsarbeiten gezahlt. Am 10. Juli 1976 trat aus einer Chemiefabrik im nahe Mailand gelegenen Seveso das extrem giftige Dioxin aus und verseuchte ein Gebiet von etwa 115 ha.

27.3.1980, Donnerstag

Bei schwerem Sturm kentert in der Nordsee die “Alexander Kielland”, eine Wohnplattform für Arbeiter an den Ölbohrstellen. 123 Menschen kommen bei dem Unglück ums Leben.

Der Österreicher Armin Kogler stellt bei der Skiflugwoche in Harrachow (CSSR) mit einem 176-m-Sprung den 1976 von seinem Landsmann Toni Innauer aufgestellten Weltrekord im Skifliegen ein.

28.3.1980, Freitag

Am Ende eines zweitägigen Besuchs von Bundeskanzler Helmut Schmidt in London gibt es Anzeichen für eine Änderung der britischen Haltung in der Frage des EG-Beitrags. Premierministerin Margaret Thatcher ist nun offenbar bereit, das Problem im Zusammenhang mit anderen Fragen zu verhandeln, was sie bisher strikt abgelehnt hatte.

29.3.1980, Samstag

Die Türkei schließt mit den USA ein neues Verteidigungsabkommen, das es den Vereinigten Staaten erlaubt, weitere fünf Jahre lang zwölf türkische Militärbasen zu benutzen.

Der TV Großwallstadt verteidigt gegen den isländischen Titelträger Valur Reykjavík den Handball-Europapokal der Landesmeister.

30.3.1980, Sonntag

Der seit 1969 amtierende Staatspräsident Vietnams, Ton Duc Thang, stirbt 91jährig in Hanoi. Sein Nachfolger wird am 1. April Nguyen Huu Tho.

31.3.1980, Montag

Ein 24stündiger Generalstreik lähmt das öffentliche Leben in den syrischen Städten Aleppo und Hama. Die Streikenden verlangen demokratische Freiheiten, die Entlassung von politischen Gefangenen sowie freie Wahlen. Die Regierung, die seit 1971 von Staatspräsident Hafis Asad geführt wird, versichert daraufhin, dass “etwas getan” werde.

Im Alter von 66 Jahren stirbt der legendäre US-amerikanische Leichtathlet Jesse Owens in Tucson (Arizona). Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin gewann er vier Goldmedaillen – über 100 m, 200 m, im Weitsprung und mit der 4 x 100-m-Staffel.

Schwergewichts-Boxweltmeister der WBA wird in Knoxville Mike Weaver durch einen K.-o.-Sieg in der 15. Runde gegen Titelverteidiger John Tate.