Was geschah im März 1982

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1.3.1982, Montag

Die niederländische Königin Beatrix und ihr Mann, Prinz Claus, kommen zu einem dreitägigen Staatsbesuch in die Bundesrepublik Deutschland.

Zu seinem ersten Besuch in der Sowjetunion seit der Verhängung des Kriegsrechts in Polen im Dezember 1981 trifft der polnische Partei- und Regierungschef Wojciech Jaruzelski in Moskau ein. In Gesprächen mit der dortigen Führung geht es vor allem um die wirtschaftliche Krise in Polen.

Die Hertie AG, der mit 55 000 Beschäftigten und rund 6 Mrd. DM Jahresumsatz drittgrößte Warenhauskonzerns der Bundesrepublik, wird 100 Jahre alt.

2.3.1982, Dienstag

Bundesverkehrsminister Volker Hauff (SPD) teilt in Bonn mit, dass bis 1990 neue Fahrradwege mit einer Gesamtlänge von 3000 km gebaut werden sollen. Dafür werden 700 Mio. DM zur Verfügung gestellt.

Das Bundesarbeitsgericht in Kassel entscheidet, dass Lehrer in der Schule keine Plaketten mit Meinungsäußerungen – in diesem Fall “Atomkraft? Nein danke” – tragen dürfen.

3.3.1982, Mittwoch

Als erstes französisches Staatsoberhaupt besucht François Mitterrand Israel. Die zweitägige Visite verläuft in herzlicher Atmosphäre, wenngleich beide Seiten aus ihren gegensätzlichen Vorstellungen zur Lösung der Palästinenserfrage kein Hehl machen.

Die regierende südafrikanische Nationalpartei schließt 16 rechtsgerichtete Mitglieder aus, weil sie die Rassenpolitik von Premierminister Pieter Willem Botha ablehnen. Botha hat signalisiert, dass er gewillt sei, Farbige an der Macht teilhaben zu lassen.

Die jordanische Führung gibt bekannt, dass sie ein erstes Kontingent von Freiwilligen entsandt hat, um den Irak im Krieg gegen den Iran zu unterstützen.

Die US-Regierung droht damit, sie werde ihre Truppen aus Westeuropa abziehen, falls die Europäer am Erdgas-Röhren-Geschäft mit der Sowjetunion festhalten.

4.3.1982, Donnerstag

In Bonn konstituiert sich eine vom Bundespräsidenten berufene fünfköpfige Expertenkommission zur Neuregelung der Parteienfinanzierung. Die Einsetzung steht im Zusammenhang mit der Parteispendenaffäre.

Nach wochenlangen Ermittlungen klärt die Polizei die als “Fall Chopper” bekannt gewordenen Spukerscheinungen in einer Zahnarztpraxis im bayerischen Neutraubling auf.

5.3.1982, Freitag

Regierung und Opposition einigen sich im Bonner Bundestag auf eine gemeinsame Entschließung zur Entwicklungspolitik. Länder, die sich um den Aufbau demokratischer Strukturen und die Achtung der Menschenrechte bemühen, sollen danach bevorzugt Unterstützung erhalten.

Der Vorsitzende des sowjetischen Gewerkschaftsbundes, Alexei I. Schubaiew, wird abgesetzt. Er galt lange Zeit als Vertrauter von Parteichef Leonid I. Breschnew. Sein Sturz wird nun als Zeichen für einen Machtverfall Breschnews gewertet.

6.3.1982, Samstag

Im Verfahren um die Ermordung des ägyptischen Staatspräsidenten Muhammad Anwar As Sadat werden in Kairo fünf der Angeklagten zum Tode und 17 weitere zu Zuchthausstrafen zwischen fünf Jahren und lebenslänglich verurteilt. Zwei der Beschuldigten werden freigesprochen. Der Mord an Sadat am 6. Oktober 1981 geht auf das Konto einer radikalmoslemischen Gruppe.

In Bad Honnef gründen konservative Umweltschützer um den ehemaligen CDU-Abgeordneten Herbert Gruhl die Ökologisch-Demokratische Partei.

7.3.1982, Sonntag

Bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein erzielen CDU und Grüne Gewinne, während die SPD schwere Verluste hinnehmen muss. In Kiel kann die rechtsextremistische “Liste für Ausländerbegrenzung” 3,8% der Stimmen für sich verbuchen.

In Stade protestieren Elbfischer mit einer Blockade des Anlegers für das Chemieunternehmen Dow Chemical gegen die Einleitung giftiger Abwässer in den Fluss.

Neuer Weltmeister im Hallenhandball wird in Dortmund die Mannschaft aus der UdSSR. Der Titelverteidiger, das bundesdeutsche Team um Trainer Vlado Stenzel, belegt lediglich Platz zehn.

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in der Halle, die in Mailand ausgetragen werden, erringt die bundesdeutsche Mannschaft fünf Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen.

8.3.1982, Montag

Im Martin-Gropius-Bau in Berlin (West) wird die Ausstellung “Die Pferde von San Marco” eröffnet, die die Darstellung des Pferdes in der Kunst zum Thema hat. Bedeutendstes Objekt ist das vermutlich 1700 Jahre alte Vierergespann aus dem Markusdom in Venedig, das ursprünglich aus Konstantinopel stammt.

In der Volksrepublik China beginnt die Auflösung der insgesamt 52 000 Volkskommunen, die von 1958 an eingerichtet worden waren. Die politischen und Verwaltungsaufgaben der landwirtschaftlichen Genossenschaften sollen gewählte Dorfregierungen übernehmen, die wirtschaftlichen Funktionen fallen an die Bauern.

Die USA beschuldigen die Sowjetunion, im besetzten Afghanistan chemische Waffen einzusetzen. In den letzten zwei Jahren seien dadurch mindestens 3000 Menschen ums Leben gekommen.

Die Wirtschafts- und Sozialkommission der UNO für Asien erklärt, dass neun asiatische Länder – Afghanistan, Bangladesch, Birma. Indien, Indonesien, der Iran, Nepal, Pakistan und die Philippinen – nicht genügend Nahrungsmittel produzieren und importieren, um den Kalorienbedarf ihrer Bevölkerung zu decken.

9.3.1982, Dienstag

In der Republik Irland wird der bisherige Oppositionsführer Charles Haughey zum neuen Premierminister gewählt. Die alte Regierungskoalition unter Garret Fitz Gerald hatte bei den vorgezogenen Neuwahlen am 18. Februar ihre Mehrheit verloren.

Der britische Schatzkanzler Sir Geoffrey Howe legt den Haushalt 1982/83 vor. Entsprechend dem wirtschaftlichen Hauptziel der konservativen Regierung, die Inflation zu bekämpfen, sollen die staatlichen Ausgaben begrenzt und die Neuverschuldung verringert werden. Ende 1982 erreicht die britische Inflationsrate mit 6,3% den niedrigsten Stand seit zehn Jahren; gleichzeitig sind etwa 3,1 Mio. Menschen (13,3% der Beschäftigten) arbeitslos.

Jasir Arafat, Führer der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, trifft zu einem dreitägigen Besuch in Berlin (Ost) ein. Im Verlauf der Gespräche mit Regierungsmitgliedern wird ihm u.a. zugesagt, dass die DDR der PLO-Vertretung den Rang einer Botschaft zuerkennen werde.

10.3.1982, Mittwoch

Der libysche Revolutionsführer Umar Muamar Al Kadhdhafi stattet auf Einladung von Bundeskanzler Bruno Kreisky Österreich einen offiziellen Besuch ab, den ersten in einem westlichen Land.

11.3.1982, Donnerstag

Die Magirus Deutz AG in Ulm kündigt die Stilllegung der Omnibusproduktion im Zweigwerk Mainz an. Davon sind 1600 Arbeitsplätze betroffen.

12.3.1982, Freitag

Die Deutsche Bundesbahn erhält ein neues Management, das durch verstärkt unternehmerisches Handeln der hochverschuldeten Staatsfirma aus der Dauerkrise helfen soll. Der neue Vorstand will nun das Leistungsangebot stärker der Nachfrage anpassen und Personal abbauen.

Eiskunstlauf-Europameister Norbert Schramm (Oberstdorf) wird bei den Weltmeisterschaften in Kopenhagen überraschend Zweiter hinter Titelverteidiger Scott Hamilton (USA). Bei den Damen siegt die US-Amerikanerin Elaine Zayek. im Paarlauf liegen Sabme Baess/Tassilo Thierbach aus der DDR vorn. Eistanz-Weltmeister werden die Briten Jayne Torvill/Christopher Dean.

Der Intendant der Hamburgischen Staatsoper, Christoph von Dohnányi, wird als Nachfolger von Lorin Maazel zum Chefdirigenten des renommierten Cleveland Orchestra berufen. Er übernimmt das Amt 1984.

In Madrid wird das Folgetreffen der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) auf den 9. November vertagt, weil angesichts der verschärften Ost-West-Spannungen eine längere Denkpause angebracht erscheint.

13.3.1982, Samstag

Zum fünften Mal innerhalb von fünf Monaten gewinnt der italienische Ministerpräsident Giovanni Spadolini eine Vertrauensabstimmung im Parlament. Beobachter vermuten, dass der Regierungschef Gesetzesvorhaben mit der Vertrauensfrage verknüpft, weil dabei nicht in geheimer Wahl abgestimmt wird. Spadolini kann damit sicherstellen, dass es in seiner Fünf-Parteien-Koalition keine versteckten Abweichler gibt.

14.3.1982, Sonntag

Bei den ersten Departementswahlen in Frankreich seit dem Sieg der Sozialisten bei den Abstimmungen über den Staatspräsidenten im Mai und das Nationalparlament im Juni 1981 verzeichnen die bürgerlichen Oppositionsparteien deutliche Stimmengewinne.

Die Wirtschafts- und Finanzminister der EG-Staaten einigen sich auf Importbeschränkungen für Güter aus der Sowjetunion. die als Sanktion wegen der Entwicklung in Polen verhängt werden sollen. Danach wird die Einfuhr von 58 Warensorten. überwiegend Luxusgüter, um die Hälfte bis ein Viertel reduziert. Das Handelsembargo tritt am 16. März in Kraft, erstreckt sich aber nicht auf bereits bestehende Verträge.

Dieter Stolte, bisher Programmdirektor beim Zweiten Deutschen Fernsehen, wird als Nachfolger von Karl-Günther von Hase ZDF-Intendant.

16.3.1982, Dienstag

Der sowjetische Partei- und Staatschef Leonid I. Breschnew kündigt an, die UdSSR wolle einseitig ihren Bestand an Mittelstreckenraketen im europäischen Teil des Landes einfrieren und den Austausch alter Raketen durch neue stoppen. Das westliche Militärbündnis NATO lehnt es ab, im Gegenzug auf die atomare Nachrüstung in Westeuropa zu verzichten.

Ein Sprecher der türkischen Regierung räumt ein, dass seit der Machtübernahme des Militärs 1980 15 Häftlinge an den Folgen von Folter gestorben sind. Weitere mögliche Fälle würden noch untersucht.

17.3.1982, Mittwoch

Ein Jahr nach den schweren Unruhen, die zur Verhängung des Ausnahmezustands führten, kommt es in der jugoslawischen autonomen Provinz Kosovo erneut zu Protestaktionen und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die mehrheitlich albanische Bevölkerung des Kosovo verlangt, dass ihr Landesteil aus der formalen Zugehörigkeit zu Serbien gelöst und zu einer eigenständigen Republik gemacht wird.

18.3.1982, Donnerstag

Erstmals gibt es in Berlin (Ost) offizielle Kontakte zwischen Abgeordneten des Bundestages und der Volkskammer.

Im Alter von 82 Jahren stirbt in Moskau der sowjetische Marschall Wassili I. Tschuikow. Er war von 1949 bis 1953 Oberbefehlshaber der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

19.3.1982, Freitag

Die US-Regierung teilt mit. dass sie die Zahl der amerikanischen Militärberater in Honduras seit Jahresbeginn auf 100 erhöht habe. Damit ist in dem zentralamerikanischen Land mehr US-Militärpersonal stationiert als in irgendeinem anderen Staat der Region.

20.3.1982, Samstag

Auf einer Sonderkonferenz in Wien beschließen die Ölminister der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) die Drosselung der Ölförderung, um den Preisverfall zu stoppen.

21.3.1982, Sonntag

Der pakistanische Präsident Ziaul Haq weist Gerüchte, dass es in diesem Jahr Wahlen geben könnte, zurück und erklärt, dass eine zu frühe Rückkehr zur Demokratie das Land in eine schlimmere Krise stürzen würde als diejenige. die ihn 1977 zum Militärputsch veranlasst habe.

Bei den Landtagswahlen in Niedersachsen erreicht die seit 1976 regierende CDU die absolute Mehrheit. Die Grünen ziehen erstmals, die FDP nach vierjähriger Pause wieder in den Landtag ein.

In Regensburg halten 18 Verbände, die sich zu einer “Bundesweiten Aktionsgemeinschaft gegen den Rhein-Main-Donau-Kanal” zusammengeschlossen haben, ihre erste Kundgebung ab. Sie sind der Ansicht, dass der Kanal nicht wiedergutzumachende ökologische Schäden anrichten und sich überdies nicht rentieren werde. Von der 99 km langen Kanalstrecke sind bislang 37 km fertiggestellt und 7 km im Bau.

22.3.1982, Montag

Das griechische Parlament verabschiedet ein Gesetz, durch das die standesamtliche der kirchlichen Trauung rechtlich gleichgestellt wird. Bislang konnten Ehen nur mit kirchlichem Segen geschlossen werden; nun haben Brautpaare die Wahl zwischen Priester und Standesbeamten.

Bund und Länder einigen sich auf ein Sonderprogramm zur Förderung von etwa 44 000 Ersatzarbeitsplätzen für Stahlarbeiter. Die Maßnahmen kommen vor allem Nordrhein-Westfalen und dem Saarland zugute.

Das Bundesfamilienministerium legt in Bonn eine Studie über Gewalt in der Ehe vor.

In Frankfurt am Main wird in einem Festakt an den 150. Todestag des Dichters Johann Wolfgang von Goethe erinnert.

23.3.1982, Dienstag

Das Autonome Jugendzentrum in Zürich wird in einer Blitzaktion abgerissen.

Das Bundesverwaltungsgericht erklärt verlängerte Ladenschlusszeiten, wie sie seit 1976 für die Stuttgarter Klett-Passage gelten, für rechtswidrig. Eine geschäftliche Benachteiligung, wie sie von zwei Einzelhändlern geltend gemacht wurde, verneint das Gericht allerdings.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung lehnt es ab, ein Volksbegehren über die Frage einzuleiten, ob ausländische und deutsche Kinder in getrennten Klassen unterrichtet werden sollten.

In Bangladesch wird die Regierung durch einen Militärputsch gestürzt. Generalleutnant Hussein Muhammad Ershad verhängt das Kriegsrecht, erklärt aber, er strebe eine Rückkehr zur Demokratie an. Am 26. März wird der ehemalige Richter Muhammad Ahsanuddin Chowdhury als neuer Staatspräsident vereidigt.

Der guatemaltekische Staatspräsident General Fernando Romeo Lucas Garcia wird durch einen unblutigen Militärputsch abgesetzt. Die Macht übernimmt eine Offiziersjunta unter General Efrain Rios Montt. Er erklärt die umstrittene Präsidentenwahl vom 7. März für ungültig. Der Sieg von General Anibal Guevara Arce soll durch Wahlfälschungen der Regierung zustande gekommen sein.

In Paris fordern Zehntausende Bauern auf einer Protestkundgebung, die Europäische Gemeinschaft müsse die Agrarpreise um 16,3% erhöhen.

24.3.1982, Mittwoch

Das Bundeskabinett bewilligt die Aufstockung der Bürgschaften für das Airbus-Programm von bisher 2,85 Mrd. DM auf 4,1 Mrd. DM sowie weitere Zuschüsse zu Entwicklungskosten. Die europäische Airbus-Industrie ist trotz ihrer Erfolge beim Verkauf von Großraumflugzeugen auf staatliche Finanzhilfen angewiesen.

25.3.1982, Donnerstag

Die DDR-Volkskammer verabschiedet ein Wehrdienstgesetz, das die vormilitärische Ausbildung von Jugendlichen und für den Verteidigungsfall die Einbeziehung von Frauen in die allgemeine Wehrpflicht festschreibt. Ein weiteres Gesetz regelt u.a. den Schusswaffengebrauch an der Grenze.

Im Straßburger Europaparlament feiert die Europäische Gemeinschaft ihr 25-Jähriges Bestehen.

26.3.1982, Freitag

Bei einem Besuch in Japan drängt US-Verteidigungsminister Caspar Weinberger seine Gastgeber, ihre Militärkapazitäten innerhalb von zehn Jahren soweit aufzustocken, dass das Land sich selbst verteidigen könne. Die Japaner lehnen das Ansinnen jedoch mit der Begründung ab, dass es dafür in der Öffentlichkeit keine Unterstützung gebe und dass der rasche Ausbau des Militärs auch wirtschaftlich nicht zu vertreten sei.

Das polnische Parlament sichert durch ein Gesetz das Recht der Bauern auf Privatbesitz an ihrem Grund und Boden.

Wegen akuter Devisenprobleme verhängt Nigeria einen totalen Importstopp.

Der Weltpokal der alpinen Skiläufer für die Saison 1981/82 geht an den US-Amerikaner Phil Mahre sowie an die Schweizerin Erika Hess, die sich schon bei den alpinen Skiweltmeisterschaften als überragende Läuferin erwiesen hat.

27.3.1982, Samstag

Der Lufthansa Airport-Express zwischen Düsseldorf und Frankfurt am Main nimmt seinen Betrieb auf. Der luxuriöse Zug bietet eine Alternative zu den besonders umweltfeindlichen Kurzstreckenflügen.

28.3.1982, Sonntag

Bei den Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung in El Salvador, die von den linken Parteien boykottiert wird, setzten sich rechtsgerichtete Gruppierungen durch.

Durch den Ausbruch des Vulkans Chinchonal in Mexiko kommen über 200 Menschen ums Leben. Im Umkreis von 150 km wird die Ernte vernichtet; außerdem müssen 100 000 Rinder in der bedeutenden Viehzuchtregion notgeschlachtet werden.

29.3.1982, Montag

Walter Hallstein, früherer Staatssekretär im Auswärtigen Amt und von 1958 bis 1967 erster Präsident der EG-Kommission, stirbt 80jährig in Stuttgart. Die nach ihm benannte “Hallstein-Doktrin” legte fest, dass die Bundesrepublik keine diplomatischen Beziehungen zu Ländern aufnehmen bzw. unterhalten dürfe, die die DDR anerkannten.

In Los Angeles-Hollywood werden die diesjährigen Oscars verliehen. Vier Preise gehen an den britischen Film “Die Stunde des Siegers”.

Im Alter von 86 Jahren stirbt in München der Komponist Carl Orff, der besonders durch zwölf Opern (u.a. “Carmina Burana”) und sein musikalisches Schulwerk bekannt wurde.

Die Münchnerin Sylvia Hanika schlägt im Finale des Damen-Masters-Turniers in New York Martina Navratilova (USA) in drei Sätzen.

30.3.1982, Dienstag

Mehrere tausend Argentinier demonstrieren in Buenos Aires und anderen Städten des Landes gegen die Militärjunta. Die Polizei geht mit Tränengas, Wasserwerfern, Gummigeschossen und schließlich auch mit scharfer Munition gegen die größte Protestkundgebung seit der Machtübernahme der Militärs 1976 vor.

Zum Abschluss ihres zweitägigen Gipfeltreffens in Brüssel erklären die Vertreter der Europäischen Gemeinschaft u.a., sie wollten die Hilfe für die zentralamerikanischen Staaten verstärken. Die dort herrschende politische Gewalt sei auf schwere wirtschaftliche Probleme und soziale Ungerechtigkeiten zurückführen, die es zu beseitigen gelte.

In dem in Bonn vorgelegten Bildungsbericht 1982 wird die Ausbildungsplatzsituation in der Bundesrepublik als außerordentlich schlecht bezeichnet. Es muss damit gerechnet werden, dass in diesem Jahr für 660 000 ausbildungswillige Jugendliche nur rund 600 000 Lehrstellen zur Verfügung stehen.