Was geschah im März 1984

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1.3.1984, Donnerstag

Die beiden Journalisten Benno Härlin (26) und Thomas Klöckner (28) von der Zeitschrift “Radikal” werden vom Berliner Kammergericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie werden für den Inhalt von zwei in ihrer Zeitschrift veröffentlichten “Bekennerbriefen” der Revolutionären Zellen verantwortlich gemacht und deshalb wegen Werbung für eine kriminelle Vereinigung für schuldig befunden.

In Anwesenheit von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) wird in Berlin-Spandau von der Bayerischen Motorenwerke AG, München (BMW), das modernste Motorradwerk Europas eingeweiht.

Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU) setzt die neuen Richtlinien für die Filmförderung in Kraft. Um den Entwurf hatte es in den letzten Wochen erbitterte Auseinandersetzungen gegeben.

Mit einer Anzeigenwerbung in allen Tageszeitungen der Mainmetropole beginnt die Stadtverwaltung von Frankfurt eine Kampagne zur “Säuberung des Bahnhofsviertels”.

2.3.1984, Freitag

Das US-amerikanische State Department (Außenministerium) verweigert dem Attaché der sowjetischen Olympiamannschaft für Los Angeles, Oleg Jermischkin, wegen Verdachts auf geheimdienstliche Tätigkeit die Einreise in die USA. Die USA erwarten die Ernennung eines neuen Attachés vom Nationalen Olympischen Komitee der UdSSR.

3.3.1984, Samstag

Mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) protestiert die Beate Uhse Aktiengesellschaft gegen ein im neuen Jugendschutzgesetz enthaltenes Verbot für den Verleih pornographischer Schriften.

4.3.1984, Sonntag

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) trifft zu einem dreitägigen Besuch in den USA ein. In einer zweieinhalbstündigen Unterredung mit US- Präsident Ronald Reagan erläutert er den Stand der atlantischen Partnerschaft und die deutsch-amerikanischen Beziehungen.

In Karlsruhe geht der am Vortag begonnene Parteitag der Grünen zu Ende. Die Mehrheit entscheidet sich für die Beibehaltung des Rotationsprinzips.

Etwa 800 000 Menschen nehmen an einer Protestkundgebung in Versailles teil. Sie wenden sich gegen die Pläne der französischen Regierung, die Rechte der Privatschulen zu beschneiden und ein einheitliches staatliches Schulsystem zu schaffen.

Bei den Wahlen zum Obersten Sowjet erhalten die 750 Kandidaten für das Parlament der UdSSR 99,94% der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 99,99%. Wie die Wahlkommission in ihrem Abschlussbericht feststellt, sei dies ein erneuter überzeugender Beweis für die unverbrüchliche Einheit von Partei und Volk.

Bei den Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften in der schwedischen Stadt Göteborg erringen die Sportler aus der Bundesrepublik vier Titel: Ulrike Meyfarth (1,95 m) und Dietmar Mögenburg (2,33 m) im Hochsprung sowie Christian Haas über 60 m und Brigitte Kraus über 3000 m.

In dem französischen Wintersportort Chamonix gehen die ersten Biathlon-Weltmeisterschaften der Damen zu Ende. Bei den am 1. März begonnenen Wettkämpfen ist Verena Tschernikowa aus der Sowjetunion mit drei errungenen Goldmedaillen erfolgreichste Teilnehmerin.

5.3.1984, Montag

Unter dem Druck Syriens und der Moslems im eigenen Land kündigt der christliche libanesische Staatspräsident Amin Gemayel das mit Israel vereinbarte Truppenrückzugsabkommen. Die am 17. Mai 1963 getroffene Absprache wurde bisher allerdings nicht ratifiziert.

Bei Unruhen im Nordosten Nigerias, die Ende Februar von moslemischen Fanatikern in der Provinzhauptstadt Yola ausgelöst wurden, kommen über 500 Menschen ums Leben.

Fünf Vertreter der niederländischen Friedensbewegung werden von den tschechoslowakischen Behörden abgeschoben. Sie waren nach Prag gereist, um dort Gespräche mit Vertretern der Bürgerrechtsgruppe “Charta 77” zu führen.

6.3.1984, Dienstag

Der österreichische Bundespräsident Rudolf Kirchschläger beendet seinen am 26. Februar begonnenen Besuch in den USA. US-Präsident Ronald Reagan, mit dem er am 28. Februar zusammentraf, würdigte in dem Gespräch mit Kirchschläger die Rolle des neutralen Österreich als stabilsierender Faktor in Mitteleuropa.

In Wiesbaden stirbt der evangelische Theologe und Gegner des nationalsozialistischen Regimes Martin Niemöller im Alter von 92 Jahren.

Theaterregisseur Peter Stein gibt bekannt, dass er die künstlerische Leitung der Berliner Schaubühne zum Ende der Spielzeit 1984/85 aufgeben möchte. Er beabsichtige, künftig nur noch seine eigenen Produktionen zu betreuen.

7.3.1984, Mittwoch

Der im Ausland weilende Direktor des Moskauer Avantgarde-Theaters an der Tganka, Juri Ljubimow, wird entlassen. Der 65-Jährige war aufgrund von Auseinandersetzungen mit der Zensur sowie Aufführungsverboten ins Ausland gereist und hatte seine Rückkehr von entsprechenden Änderungen abhängig gemacht. Offizieller Entlassungsgrund ist die lange Abwesenheit vom Arbeitsplatz “ohne respektable Entschuldigung”.

Die französische Marine entert zwei spanische Fischerboote im Golf von Biscaya; dabei machen die Franzosen von der Schusswaffe Gebrauch und verletzen zwei Fischer schwer. Hintergrund des Vorfalls ist der Streit um Fangquoten.

Mit 500 Neuankömmlingen im Aufnahmelager in Gießen erreicht die Ausreisewelle aus der DDR einen vorläufigen Höhepunkt. Seit Beginn der Ausreisewelle am 18. Februar kamen 3600 Menschen aus der DDR in die Bundesrepublik.

8.3.1984, Donnerstag

Zehn Monate nach seinem Amtsantritt legt der Journalist Peter Scholl-Latour die Chefredaktion der Illustrierten “stern” nieder, da er sich wieder verstärkt seiner publizistischen Arbeit widmen möchte. Er bleibt jedoch Mitherausgeber des Magazins.

Bei Bauarbeiten für ein Kraftwerk westlich der Stadt Janschi in der Provinz Honan entdeckt man Überreste der ältesten chinesischen Hauptstadt. Archäologen legen dort Tore, Mauern und Straßen der vor etwa 3700 Jahren gegründeten Stadt Xibo frei.

Seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur der SPD für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im folgenden Jahr verkündet der Politiker Harry Ristock. Als sein Nachfolger wird der frühere Bundesverteidigungs- und Finanzminister Hans Apel nominiert.

9.3.1984, Freitag

Nach viereinhalbjähriger Bauzeit wird die Neue Staatsgalerie in Stuttgart eröffnet. Die architektonische Gestaltung des Bauwerks übernahm der Schotte James Stirling.

Im Kampf um die Leichtgewichts-Europameisterschaft im Profiboxen besiegt der Deutsche René Weller in Frankfurt am Main den Titelverteidiger Lucio Cusma aus Italien.

10.3.1984, Samstag

In München beginnt die 36. Internationale Handwerksmesse, auf der 2465 Firmen aus 44 Ländern ihre Erzeugnisse präsentieren.

Zehntausende französischer Motorradfahrer demonstrieren mit Massen-Fahrten durch Frankreichs Innenstädte gegen die geplante Erhöhung der Versicherungsprämien.

11.3.1984, Sonntag

Bei den Kommunal- und Regionalwahlen in Kolumbien erhalten die Kandidaten der Liberalen Partei etwa 56% der abgegebenen Stimmen, die Konservativen etwa 40%. Die linksgerichteten Parteien bleiben unter zwei Prozent. Die Führung der Regierung behält der Konservative Belisario Betancur Cuartas, der das Amt seit 1982 innehat.

In den Münchener Kammerspielen hat die Inszenierung des Schauspiels “Yerma” von García Lorca durch Peter Zadek Premiere. Die Hauptrolle spielt Jutta Hoffmann.

Die Akademie der Künste in Berlin (West) eröffnet eine bis 29. April dauernde Ausstellung mit Werken des aus den Niederlanden stammenden, US-amerikanischen Künstlers Willem de Kooning.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Hans-Jochen Vogel, reist nach Moskau und trifft dort mit dem neuen Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Konstantin U. Tschernenko, zu Abrüstungsgesprächen zusammen.

Mit dem traditionellen Rundgang der Mitglieder des SED-Politbüros wird in Leipzig die Frühjahrsmesse eröffnet. DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker begrüßt prominente Gäste aus der Bundesrepublik, u.a. den bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU), den Oberbürgermeister von Saarbrücken, Oskar Lafontaine (SPD), und Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff (FDP).

12.3.1984, Montag

Karl Heinz Rummenigge vom FC Bayern München gibt bekannt, dass er zum Ende der Saison 1983/84 zu Inter Mailand wechseln werde.

13.3.1984, Dienstag

Nach einer Einigung über die Fangquoten für die internationale Fischerei in den Gewässern um Grönland erklären sich die Vertreter der zehn Staaten der Europäischen Gemeinschaft (EG) in Brüssel mit dem Austritt Grönlands aus der EG zum 1. Januar 1985 bereit.

14.3.1984, Mittwoch

Grenztruppen der DDR setzen zwischen dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz durch Errichtung einer parallel zur innerstädtischen Mauer verlaufenden zweiten Befestigung die Modernisierung der Grenzanlagen fort.

Das Bundeskabinett in Bonn verabschiedet einen Gesetzentwurf, wonach Bußgelder künftig nicht mehr steuerlich absetzbar sind.

Durch einen Großbrand wird die deutsche Zentrale des schwedischen Möbelhauses IKEA in Wallau bei Frankfurt am Main zerstört.

15.3.1984, Donnerstag

Die Kaffeefirma Tchibo kehrt zum Verkauf ihrer gewohnten 500-g-Packungen zurück, nachdem sich die Einführung neuer 400- bzw. 600-g-Packungen am Jahresbeginn als Flop erwiesen hat.

In seinem Bericht zur Lage der Nation vor dem Deutschen Bundestag in Bonn weist Kanzler Helmut Kohl (CDU) auf die guten Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR hin.

Bei seiner Vernehmung vor dem Parteispenden-Untersuchungsausschuss des Bundestages bestreitet der Industrielle Friedrich Karl Flick, Einfluss auf Regierungsentscheidungen genommen zu haben.

16.3.1984, Freitag

Nach dreimonatiger Unterbrechung werden die Verhandlungen über einen Truppenabbau in Europa zwischen den Vereinigten Staaten und der UdSSR wieder aufgenommen.

Am Ufer des Grenzflusses Nkomati zwischen Moçambique und der Republik Südafrika unterzeichnen der südafrikanische Ministerpräsident Pieter Willem Botha und der moçambiquanische Präsident Samora Moises Machel einen Vertrag über gute Nachbarschaft. Darin verpflichten sich beide Seiten zum Verzicht auf gegeneinander gerichtete subversive Aktionen und kriegerische Handlungen.

In Stockholm endet die erste Verhandlungsrunde der am 17. Januar begonnenen Konferenz der 35 Signatarstaaten der KSZE-Schlussakte über vertrauensbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa (KVAE).

17.3.1984, Samstag

In Paris heiratet die griechische Großreederin Christina Onassis den Franzosen Thierry Roussel.

18.3.1984, Sonntag

Bei den Kommunalwahlen in München verliert die CSU ihre 1978 errungene absolute Mehrheit. Nur 44,3% der Wähler votieren für Oberbürgermeister Erich Kiesl (CSU), während Georg Kronawitter von der SPD 48,5% der abgegebenen Stimmen erhält.

Einige Teile des schon 1884 stillgelegten Hamburger Bahnhofes in Berlin (West) werden als Bau- und Verkehrsmuseum wiedereröffnet. Das seit 1945 geschlossene und von der DDR-Reichsbahn verwaltete Gebäude wurde am 1. Februar an Berlin (West) übergeben. Die dort aufgestellten Exponate sind damit erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Zum neunten Mal hintereinander gewinnt der Ruderachter aus Oxford den traditionellen britischen Ruderwettkampf auf der Themse zwischen den Booten der Universitäten Oxford und Cambridge.

19.3.1984, Montag

Ihre in der vorausgegangenen Woche begonnenen Warnstreiks zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche führen die Druckergewerkschaften in der Bundesrepublik fort.

20.3.1984, Dienstag

Die zweitägigen Verhandlungen der Regierungschefs und Außenminister der zehn Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel scheitern, da es zu keiner Einigung mit Großbritannien über die Beitragsfrage kommt.

21.3.1984, Mittwoch

Der französische Staatspräsident François Mitterrand beginnt einen einwöchigen Besuch in den USA, wo er vor dem Weißen Haus in Washington von US-Präsident Ronald Reagan begrüßt wird.

Zum Abschluss seines zweitägigen Besuches in China unterzeichnet der US-amerikanische Finanzminister Donald T. Regan in Peking ein Abkommen, das den Wirtschafts- und Handelsaustausch zwischen der Volksrepublik und den USA erleichtert.

22.3.1984, Donnerstag

Die US-amerikanische Regierung erlässt neue Richtlinien für den Export von Produkten der Spitzentechnologie und von Gütern mit strategischem Wert. Die Neuregelung ersetzt z.T. das am 14. Oktober 1983 abgelaufene US-Ausfuhrkontrollgesetz.

23.3.1984, Freitag

Mehr als 15 000 Landwirte aus der gesamten Bundesrepublik demonstrieren auf einer Kundgebung in der Dortmunder Westfalenhalle gegen die Brüsseler Beschlüsse zur Begrenzung der Milchproduktion.

Die türkischen Behörden weisen sieben Mitglieder der bundesdeutschen Grünen aus. Sie hatten in der Hauptstadt Ankara an einer Demonstration für die Beendigung der Folter und für eine Generalamnestie in der Türkei teilgenommen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über Umzugspläne des Parlaments in Bonn von seinem jetzigen Tagungssort in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule in ein noch umzubauendes stillgelegtes Wasserwerk.

Wie die Geschäftsführung der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt mitteilt, gelang den Physikern in Darmstadt nach der aufsehenerregenden Entdeckung der bislang schwersten Elemente 107 und 109 nun auch die Auffindung des fehlenden Elements 108.

24.3.1984, Samstag

Bei dem am Vortag begonnenen Eisschnelllauf-Länderkampf zwischen der UdSSR und der DDR auf der Hochgebirgsbahn Medeo bei Alma Ata (Kasachische SSR) erreichen Andrea Schöne aus der DDR mit 171,669 Punkten im Großen Vierkampf und Wiktor Schascherin aus der UdSSR mit 160,887 Punkten neue Weltrekorde.

Etwa 700 000 Teilnehmer einer Demonstration in Rom protestieren gegen die Maßnahmen der italienischen Regierung zur Bekämpfung der Inflation.

25.3.1984, Sonntag

Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg kann die CDU ihre absolute Mehrheit behaupten. Ministerpräsident des südwestdeutschen Bundeslandes bleibt Bernhard Vogel.

Die Präsidentenwahlen in El Salvador enden ergebnislos, da kein Kandidat die absolute Mehrheit erhält. Die Stichwahlen sollen am 6. Mai stattfinden. José Napoleón Duarte, der dabei die Mehrheit erringt, wird dann Alvaro Magana ablösen.

Der japanische Ministerpräsident Yasuhiro Nakasone, der sich zu einem dreitägigen Besuch in China aufhält, trifft in Peking mit dem Vorsitzenden der Zentralen Beraterkommission der Kommunistischen Partei Chinas, Deng Xiaoping, zusammen. Deng spricht sich dabei für mehr Investitionen Japans in China aus.

Bei den Eiskunstlaufweltmeisterschaften in Ottawa (Kanada) erhält das britische Paar Jayne Torvill/Christopher Dean im Eistanz 13mal die Note 6,0 und gewinnt damit zum vierten Mal den Titel. Weitere Sieger sind Katarina Witt aus der DDR im Damen-Einzel, Scott Hamilton aus den USA im Herren-Einzel und Barbara Underhill sowie Paul Martini im Paarlauf.

26.3.1984, Montag

Mit einem Großen Zapfenstreich für den rehabilitierten NATO-General Günter Kießling wird der Offizier in den Ruhestand entlassen. Die “Affäre Kießling” kommt damit zu ihrem Ende.

In einem von unabhängigen Experten erstellten Gutachten für den Weltsicherheitsrat wird der Einsatz von Giftgas im Grenzgebiet der sich im Krieg befindenden Staaten Iran und Irak bestätigt.

An den Folgen einer Herzoperation stirbt im US-Bundesstaat Cleveland der Präsident der afrikanischen Republik Guinea Ahmed Sékou Touré im Alter von 62 Jahren.

In Begleitung ihres Mannes, Prinz Philip, reist Elisabeth II., Königin von Großbritannien, nach Jordanien. Bei ihrem ersten Besuch in diesem Land wird die Monarchin vom jordanischen König Husain II. und seiner Frau Nour empfangen. In ihrer Rede anlässlich eines Staatsbanketts bekräftigt die Königin, für das palästinensische Volk müsse eine gerechte Lösung gefunden werden.

27.3.1984, Dienstag

Vier Demonstranten werden Opfer des Polizeiterrors am ersten Nationalen Protesttag 1984 in Chile.

28.3.1984, Mittwoch

Bei seinem zweitägigen Staatsbesuch in Lissabon spricht sich der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) für eine baldige Aufnahme Portugals in die Europäische Gemeinschaft aus.

In Geesthacht an der Elbe wird das Kernkraftwerk Krümmel fertiggestellt und an den Betreiber übergeben.

29.3.1984, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag in Bonn verabschiedet mit den Stimmen der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP ein bis 1988 befristetes Vorruhestandsgesetz, das den Arbeitnehmern ermöglicht, mit 58 Jahren aus dem Arbeitsleben auszuscheiden.

Ergebnislos enden die Tarifverhandlungen der Metallindustrie in Südwürttemberg/Hohenzollern und im Saarland. Damit scheitern alle bisherigen Gespräche mit den Arbeitgebern über die Einführung der 35-Stunden-Woche.

Nach Bekanntwerden eines umfangreichen Sanierungsprogramms für die staatliche französische Stahlindustrie, das u.a. Massenentlassungen vorsieht, kommt es im lothringischen Stahlrevier zu Protestaktionen.

30.3.1984, Freitag

Die irakische Armee beginnt mit der Bombardierung iranischer Schiffe im Persischen Golf. Damit sehen die westlichen Nationen auch ihre Erdöltransporte durch den iranisch-irakischen Krieg gefährdet.

Heinrich Franke, bisher Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, löst Josef Stingl als Präsident der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg ab.

31.3.1984, Samstag

Am zweiten und letzten Tag ihrer Sitzung in Brüssel einigen sich die EG-Landwirtschaftsminister über die Festsetzung der Agrarpreise, den Abbau der Währungsausgleichsbeträge sowie eine Neuregelung der gemeinsamen Agrarpolitik. Verabschiedet werden 63 Verordnungen, von denen 13 die Milcherzeugnisse und elf Getreide bzw. Reis betreffen.