Was geschah im März 1985

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1.3.1985, Freitag

General Hussain Muhammed Ershad, der Staatschef von Bangladesch, verschärft das seit 1982 geltende Kriegsrecht und verbietet bis auf weiteres jede politische Betätigung. Die für den 6. April geplanten Wahlen werden abgesagt. Ein landesweites Referendum, das von der Opposition boykottiert wird, bestätigt mit offiziell 94% Ja-Stimmen Ershad im Amt als Staatsoberhaupt.

Der im November 1984 gewählte uruguayische Staatspräsident Julio Maria Sanguinetti wird in sein Amt eingeführt. Damit kehrt Uruguay nach fast zwölf Jahren Militärherrschaft zur Zivilregierung zurück.

2.3.1985, Samstag

In Montevideo treffen US-Außenminister George Shultz und der nicaraguanische Staatspräsident Daniel Ortega Saavedra zusammen. Shultz fordert u.a. den Verzicht auf einen Ausbau der Streitkräfte, eine Lösung der Bindungen zu den sozialistischen Staaten und Fortschritte in der Demokratie. Eine Einigung wird von beiden nicht erzielt.

3.3.1985, Sonntag

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher besucht Moskau, reist am 4. März nach Helsinki, am 6. März nach Warschau und hält sich anschließend bis zum 8. März in Sofia auf. Thema seiner Gespräche ist vor allem die Weltraumrüstung.

In Zentral-Chile ereignet sich ein schweres Erdbeben. In den Städten Valparaiso sowie Santiago de Chile und Umgegend sterben 151 Menschen, weitere 2000 werden verletzt. Etwa 50 000 Personen werden obdachlos.

4.3.1985, Montag

Zu einer Auseinandersetzung führt die Veröffentlichung eines Ende Januar abgeschickten Briefes der beiden Grünen-Bundestagsabgeordneten Christa Nickels und Antje Vollmer an fünf hungerstreikende RAF-Häftlinge. Sie hatten ihnen darin eine politische Diskussion angeboten.

US-Vizepräsident George Bush kommt zu einem dreitägigen Besuch in den Sudan. Er informiert sich dort über die Lage der äthiopischen Flüchtlinge und sichert die Lieferung von 151 000 t Nahrungsmitteln zu.

5.3.1985, Dienstag

Der Streik der britischen Bergarbeiter wird nach fast einjähriger Dauer abgebrochen.

Der Iran beginnt mit der Bombardierung irakischer Städte und leitet damit in dem seit 1980 andauernden Golfkrieg eine neue Stufe der Eskalation ein.

Aufgrund der Klage einer Druckerei in Speyer gegen eine Arbeitsniederlegung der IG Druck und Papier im Jahr 1981 verneint das Bundesarbeitsgericht in Kassel die Zulässigkeit sog. Sympathiestreiks.

6.3.1985, Mittwoch

Die Presse der DDR berichtet in großer Aufmachung, dass angeblich rd. 20 000 DDR-Bürger, die in die Bundesrepublik übergesiedelt sind, ihre Rückkehr in die DDR anstreben. Diese Angaben stoßen beim Ministerium für innerdeutsche Beziehungen in Bonn auf große Skepsis.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak trifft in Hurgada am Roten Meer mit dem jordanischen König Husain II. zusammen. Mubarak unterstützt die Bildung einer gemeinsamen jordanisch-palästinensischen Delegation bei möglichen Friedensgesprächen mit Israel, was von der israelischen Regierung jedoch abgelehnt wird.

7.3.1985, Donnerstag

Bei einem Bombenanschlag auf ein Kaufhaus in Dortmund werden zwei Menschen schwer und zwei weitere leicht verletzt. Als Tatverdächtiger wird ein 20-Jähriger Auszubildender festgenommen, der erklärt, er habe aus Spaß am Knall die Bomben gelegt.

Das Arbeitsgericht Hamburg billigt der Kauffrau Dorit Harz eine Entschädigung von 15 000 DM zu. Sie war bei der Bewerbung um einen Managerposten ihres Geschlechts wegen diskriminiert worden.

8.3.1985, Freitag

Das Zweite Deutsche Fernsehen in Mainz gibt bekannt, es werde ab dem 1. April allabendlich zum Sendeschluss die Nationalhymne ausstrahlen. Die ARD zieht ab 23. Mai nach.

Mehr als 80 Menschen kommen ums Leben, als in einem vorwiegend von Schiiten bewohnten Vorort von Beirut eine Autobombe explodiert.

Die schwedische Regierung verhängt mit Wirkung vom 13. März auf unbestimmte Zeit einen Preisstopp, um auf diese Weise die Inflationsrate auf ein Niveau von 3% zu drücken. 1984 betrug die Preissteigerungsrate 8,2%. Der Preisstopp erweist sich jedoch als untauglich und wird Mitte Juni größtenteils wieder aufgehoben.

9.3.1985, Samstag

In Brüssel wird der sog. Dooge-Bericht vorgelegt, der eine Regierungskonferenz über die Chancen einer politischen Europäischen Union empfiehlt. Unter den Ländern der EG ist eine weitergehende politische Zusammenarbeit noch umstritten.

10.3.1985, Sonntag

Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Tokio gewinnt die UdSSR drei der vier Titel. Bei den Damen siegt Katarina Witt aus der DDR.

In Athen tritt der griechische Präsident Konstandinos Karamanlis zurück, nachdem die regierende PASOK-Partei des Ministerpräsidenten Andreas Papandreu einen eigenen Kandidaten für die am 17. und 23. März stattfindende Wahl des Staatsoberhauptes nominiert hat.

Bei den Landtagswahlen im Saarland erringt die oppositionelle SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine die absolute Mehrheit. In Berlin (West) verteidigt die bisherige CDU/FDP-Landesregierung ihre Mehrheit.

11.3.1985, Montag

Einen Tag nach dem Tod des sowjetischen Staats- und Parteichefs Konstantin U. Tschernenko wird Michail S. Gorbatschow in Moskau zum neuen Generalsekretär der KPdSU gewählt.

Vietnamesische Truppen erobern Tatum, den letzten größeren Stützpunkt der kambodschanischen Opposition an der Grenze zu Thailand.

Die indische Regierung ordnet die Freilassung von acht führenden Sikhs an, die nach dem Sturm auf den Goldenen Tempel in Amritsar im Juni 1984 und der Ermordung der Ministerpräsidentin Indira Gandhi durch zwei Sikh-Leibwächter im Oktober 1984 verhaftet worden waren. Dies gilt als Geste des guten Willens gegenüber den Sikhs.

12.3.1985, Dienstag

In Genf eröffnen die USA und die UdSSR ihre Gespräche über eine Begrenzung der atomaren Waffen auf der Erde und im Weltraum.

Anlässlich der Trauerfeierlichkeit für Konstantin U. Tschernenko in Moskau kommen Bundeskanzler Helmut Kohl und der DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker zu einem Meinungsaustausch zusammen. Sie bekunden ihren Willen, auf der Basis des 1972 geschlossenen Grundlagenvertrages “gutnachbarliche Beziehungen” zu pflegen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedet einstimmig eine Resolution zu Südafrika und protestiert darin gegen die Umsiedlungspolitik der südafrikanischen Behörden, welche die farbige Bevölkerung in den sog. Homelands zusammenfassen will.

13.3.1985, Mittwoch

Der Aufsichtsrat des Automobilherstellers Daimler-Benz stimmt der Übernahme der restlichen 50% an dem Unternehmen Motoren- und Turbinenunion zu.

In Düsseldorf werden Adelheid Schulz und Rolf-Clemens Wagner wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie werden für schuldig befunden, als Mitglieder der sog. Rote-Armee-Fraktion an der Tötung des Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer im Herbst 1977 beteiligt gewesen zu sein.

14.3.1985, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag in Bonn wählt den CDU-Politiker Willi Weiskirch als Nachfolger von Karl-Wilhelm Berkhan (SPD) zum Wehrbeauftragten des Parlaments.

Der Fußball-Bundesligaklub Eintracht Braunschweig scheitert im Berufungsverfahren mit der Absicht, den Verein nach dem Markennamen des Hauptsponsors in “Sportverein Jägermeister Braunschweig” umzubenennen. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main bestätigt ein Urteil der unteren Instanz, wonach der DFB solche Namensänderungen verbieten darf.

15.3.1985, Freitag

Vertreter der Postministerien beider deutscher Staaten unterzeichnen in Bonn eine Vereinbarung über die Errichtung einer Glasfaserstrecke und einer digitalen Richtfunkverbindung zwischen der Bundesrepublik und Berlin (West).

Die belgische Regierung beschließt in Brüssel, gemäß dem sog. NATO-Doppelbeschluss von 1979 mit der Aufstellung von US-Marschflugkörpern zu beginnen. Bereits am nächsten Tag treffen 16 der insgesamt 48 Cruise-Missiles in Belgien ein.

In Brasilien wird José de Ribamar Sarney als Vizepräsident vereidigt. Er übernimmt zugleich die Amtsgeschäfte des Staatsoberhauptes, da der gewählte Staatschef Tancredo de Almeida Neves im Krankenhaus liegt. Neves stirbt am 21. April.

In Planica (Jugoslawien) springt der Finne Matti Nykänen einen Skiflug-Weltrekord mit einer Weite von 191 m.

In Las Vegas verteidigt Larry Holmes (USA) durch technischen K. o. in der zehnten Runde über Herausforderer David Bey (USA) seinen Weltmeistertitel.

16.3.1985, Samstag

In Bonn lässt der Gründer der Partei “Die Republikaner”, der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Franz Handlos, seinen Vorstandskollegen Franz Schönhuber wegen rechtsextremer Tendenzen ausschließen. Auch der zum Schönhuber-Flügel zählende Generalsekretär Eckehard Voigt verliert seine Ämter. Handlos kann sich nicht durchsetzen und verlässt am 30. März – ebenso wie später Voigt – die Partei, deren Führung Schönhuber übernimmt.

In ihrem Abendprogramm strahlt die ARD live aus Berlin (West) die Sendung “Bach nach acht” zum Gedenken an den 300. Geburtstag des Komponisten Johann Sebastian Bach (am 21. 3.) aus.

17.3.1985, Sonntag

Die Regierung von Ecuador in Quito ruft für die Galápagos-Inseln, wo seit drei Wochen ein Feuer wütet, den Notstand aus.

Hermann Weinbuch (Berchtesgaden) gewinnt nach der Weltmeisterschaft die nordische Kombination bei den Skispielen in Holmenkollen bei Oslo und erhält den “Königspokal”.

Beim zweiten Wahlgang der Kantonalwahlen in Frankreich können die konservativen und liberalen Parteien Erfolge zu Lasten der Sozialisten und Kommunisten verzeichnen. Sie verfügen nun in 69 (statt 59) der insgesamt 96 französischen Departements über die Mehrheit.

18.3.1985, Montag

Anlässlich des 40. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai veröffentlichen der Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands und der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR ein gemeinsames “Wort zum Frieden”.

In Langa, einem von Farbigen bewohnten Vorort der südafrikanischen Stadt Uitenhage, enden zweitägige Unruhen zwischen schwarzen Bürgerrechtlern und der Polizei, bei denen sechs Schwarze getötet werden. Die südafrikanische Regierung verbietet deren Begräbnis am 21. März, woraufhin es an diesem Tag zu neuen Unruhen kommt. Dabei werden elf Menschen von der Polizei getötet.

Bei einem Besuch von US-Präsident Ronald Reagan in Kanada wird ein Abkommen über die Modernisierung des 1957 gegründeten Nordamerikanischen Luft- und Weltraumverteidigungssystems NORAD unterzeichnet. Mit einem Kostenaufwand von rd. 1,5 Mrd. US-Dollar (etwa 4,5 Mrd. DM) soll eine neue Radarkette von Nordalaska bis zur Küste von Labrador aufgebaut werden.

19.3.1985, Dienstag

Mit 55 gegen 45 Stimmen billigt der US-Senat in Washington die Freigabe von 1,5 Mrd. US-Dollar (rd. 4,5 Mrd. DM) für den Bau weiterer 21 atomarer MX-Langstreckenraketen. Am 28. März stimmt auch das Repräsentantenhaus mit 217 gegen 210 Stimmen zu.

Mit drei Siegen im Play-Off-Finale gegen den Mannheimer ERC wird der SB Rosenheim zum zweiten Mal nach 1982 Deutscher Eishockeymeister.

20.3.1985, Mittwoch

In Essen beginnt der 33. Bundesparteitag der CDU unter dem Motto “Die neue Partnerschaft – Frauen in Beruf, Familie, Politik” (bis 22. 3.). Es werden Leitsätze gebilligt, in denen u.a. die Sicherstellung des Angebots von Kinderhorten für Alleinerziehende verlangt wird. – Helmut Kohl wird für weitere zwei Jahre als Bundesvorsitzender der Partei bestätigt.

21.3.1985, Donnerstag

Nach einer Bauzeit von insgesamt über 15 Jahren wird das Großklinikum Aachen vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau seiner Bestimmung übergeben. Es war wegen seiner Dimensionen und der von 571 Mio. auf 2,7 Mrd. DM hinaufgeschnellten Baukosten in die Kritik geraten.

Der Hessische Staatsgerichtshof verneint in einem Urteil den Anspruch von Schülern, sich vom Sexualkunde-Unterricht befreien zu lassen.

In beiden deutschen Staaten werden zum 300. Geburtstag des Komponisten Johann Sebastian Bach Gedenkfeiern und Konzerte veranstaltet. Im Rahmen des 5. Internationalen Bach-Festes der DDR (19.-27. 3.) finden 66 Konzerte von Solisten und Ensembles aus 14 Ländern statt.

22.3.1985, Freitag

Nach viertägiger Dauer endet in Wien eine von den Vereinten Nationen unterstützte Diplomatenkonferenz über den Schutz der Ozonschicht. 20 Staaten und die EG unterzeichnen die sog. Wiener Konvention, in der eine gemeinsame Forschung und gegenseitige Information vereinbart werden.

23.3.1985, Samstag

Die südkoreanische Marine bringt ein chinesisches Torpedoboot auf, das nach einer Meuterei an Bord in die südkoreanischen Hoheitsgewässer eingedrungen war. Nach fünf Tagen wird das Boot mit 13 Besatzungsmitgliedern und den Leichen der sechs erschossenen Offiziere an die Volksrepublik China zurückgegeben.

Bei einem Fährunglück im Süden von Bangladesch sterben rd. 200 Menschen. Etwa dieselbe Zahl an Opfern fordert ein ähnliches Unglück am 24. März.

In Bolivien endet ein am 8. März ausgerufener Generalstreik, nachdem die Regierung eine Erhöhung der Mindestlöhne um 300% angeboten hat. Die Streikenden hatten verlangt, die Löhne an die Inflation – etwa 3400% im Jahr – anzupassen.

In Heavenly Valley (USA) endet der alpine Ski-Weltcup 1984/85. In der Gesamtwertung gewinnen der für Luxemburg startende Österreicher Marc Girardelli und die Schweizerin Michaela Figini. Den Riesenslalom-Weltcup gewinnt Marina Kiehl (München).

24.3.1985, Sonntag

In der Nähe von Ludwigslust (DDR-Bezirk Schwerin) wird Major Arthur D. Nicholson, ein Angehöriger der US-Militärmission Potsdam, von einem sowjetischen Soldaten erschossen. Die USA protestieren gegen den Vorfall, geben jedoch zu, dass Nicholson durch das Fenster eines sowjetischen Militärgebäudes hindurch Fotos gemacht hat. Er soll sich nicht in einem militärischen Sperrgebiet befunden haben.

Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen wird für rd. 300 000 Arbeitnehmer in Dänemark der Arbeitskampf ausgerufen. Etwa 200 000 Staatsbedienstete schließen sich an. Die Gewerkschaften fordern eine 10%ige Lohnerhöhung und die Einführung der 35-Stunden-Woche. Am 1. April billigt das Parlament ein von der konservativen Regierung eingebrachtes lohnpolitisches Paket, wonach die Löhne um 2% angehoben und die Wochenarbeitszeit Anfang 1986 um eine Stunde verkürzt werden soll. Der Arbeitskampf eNdet erst Mitte April.

25.3.1985, Montag

In einem Gutachten für die SPD-Landesverbände in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie für die SPD-Bundestagsfraktion erklärt der Westberliner Politologe Dieter Schröder, die 93,7 km lange Elbgrenze zwischen Schnackenburg und Lauenburg verlaufe in der Strommitte und nicht, wie von der Bundesregierung festgestellt, am nordöstlichen Ufer des Flusses. Die Bundesregierung wirft der SPD vor, damit die Rechtsposition der DDR zu unterstützen.

Im Libanon wird der britische Journalist Alex Collett gekidnappt. Er wird angeblich im April 1986 von seinen Entführern, der sog. Abu-Nidal-Gruppe ermordet. Seine Leiche wird nicht gefunden.

In Los Angeles wird der Streifen “Amadeus” des tschechoslowakisch-US-amerikanischen Regisseurs Milos Forman mit insgesamt acht “Oscars” ausgezeichnet.

26.3.1985, Dienstag

Die Bundesregierung beschließt einen Gesetzentwurf über Unternehmens-Beteiligungsgesellschaften, um nichtbörsennotierten mittelständischen Unternehmen indirekt den Zugang zum organisierten Kapitalmarkt zu eröffnen, und einen Gesetzentwurf zur Neuregelung der steuerlichen Förderung selbstgenutzten Wohnungseigentuns (u.a. Abschaffung der steuerlichen Privilegien für selbstgenutzte Wohnungen in Zwei- und Mehrfamilienhäusern ab 1987).

US-Verteidigungsminister Caspar Weinberger fordert auf einer Tagung der Nuklearen Planungsgruppe der NATO in Luxemburg die Verbündeten auf, innerhalb von 60 Tagen über ihre Mitwirkung an der Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) der USA zu entscheiden.

27.3.1985, Mittwoch

In dem Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 1986 schlägt die Bundesrepublik in Saarbrücken Malta mit 6:0. In Sion gewinnt am selben Tag die Schweiz gegen die CSSR mit 2:0.

In New York wird Bernhard Goetz wegen vierfachen Mordversuchs unter Anklage gestellt. Er hatte am 22. Dezember 1984 vier Farbige niedergeschossen, von denen er sich in der U-Bahn bedroht gefühlt hatte.

In Rom fällt der Wirtschaftswissenschaftler Ezio Tarantelli, Berater der christdemokratischen Gewerkschaften, einem Anschlag der linksextremen Roten Brigaden zum Opfer.

28.3.1985, Donnerstag

Im Alter von 97 Jahren stirbt in Saint Paul-de-Vence bei Nizza der russisch-jüdische Maler und Graphiker Marc Chagall.

Im Wiener Künstlerhaus wird die Ausstellung “Traum und Wirklichkeit. Wien zwischen 1870 und 1930” eröffnet. Bis zum 6. Oktober wird dort ein Überblick über die Welt des Jugendstils gegeben.

29.3.1985, Freitag

Die Bundestagsfraktion der Grünen wählt in Roisdorf bei Bonn einen neuen Vorstand. Hannegret Hönes, Sabine Bard und Christian Schmidt werden für die Dauer eines Jahres zu Sprechern gewählt.

Der von der regierenden PASOK-Partei nominierte Christos Sartzetakis wird im dritten Wahlgang vom Parlament zum neuen Staatspräsidenten Griechenlands gewählt.

Der Europäische Rat einigt sich in Brüssel auf die sog. Integrierten Mittelmeerprogramme, womit dem Beitritt der iberischen Länder Spanien und Portugal nichts mehr im Wege steht.

30.3.1985, Samstag

Mit Zurückhaltung nehmen Publikum und Kritik bei den Salzburger Osterfestspielen die Aufführung von Georges Bizets “Carmen” in der Inszenierung von Herbert von Karajan auf, der auch die musikalische Leitung innehat.

31.3.1985, Sonntag

Aus den Parlamentswahlen in El Salvador gehen die regierenden Christdemokraten als Sieger hervor. Damit bleibt Staatspräsident José Napoleon Duarte im Amt. Die Linksopposition hatte die Wahl boykottiert. Am 23. März war der Gründer der rechtsextremen paramilitärischen Organisation ORDEN, General José Alberto Medrano, vermutlich von der Untergrundorganisation FMLN ermordet worden.

In der Bundesrepublik Deutschland beginnt wie in den meisten anderen europäischen Staaten wieder die Sommerzeit. Sie dauert bis zum 29. September.

Chroniknet