Was geschah im März 1986

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1.3.1986, Samstag

Aus Anlass des 100. Geburtstages des österreichischen Malers, Graphikers und Dichters Oskar Kokoschka wird vor der Hochschule für angewandte Kunst in Wien ein Denkmal enthüllt. Die Plastik stammt von dem Bildhauer Alfred Hrdlicka.

Der Telefonselbstwahlverkehr zwischen dem Bundesgebiet und der DDR wird auf insgesamt 1106 von 1500 Ortsnetzen erweitert.

2.3.1986, Sonntag

Unbekannte Täter, vermutlich palästinensische Extremisten, ermorden den Bürgermeister von Nablus im Westjordanland, Safer al-Masri. Er war erst im Dezember 1985 – als einziger palästinensischer Stadtchef in den von Israel besetzten Gebieten – mit Billigung von PLO-Chef Jasir Arafat in sein Amt eingeführt worden.

Bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein erleiden CDU und FDP Verluste, SPD und Grüne erzielen Gewinne. Trotz eines Verlustes von 5,9% der Stimmen im Landesdurchschnitt bleibt die CDU mit 44,2% stärkste Partei vor der SPD (40,3%, plus 5,7%).

3.3.1986, Montag

In Düsseldorf wird bekanntgegeben, dass das Bundesland Nordrhein-Westfalen von der gewerkschaftseigenen Wohnungsbaugesellschaft “Neue Heimat” 2385 Wohnungen für insgesamt 142,5 Mio. DM gekauft hat.

Ein Großbrand in einem Bürohaus in Caracas (Venezuela) fordert 15 Tote. Darunter sind zehn Angehörige der chilenischen Botschaft.

4.3.1986, Dienstag

Der hessische Umweltminister Joschka Fischer (Grüne) setzt verschärfte Abwasserauflagen für Fabriken des Frankfurter Hoechst-Konzerns in Kraft, nach denen der Schadstoffgehalt künftig direkt bei der Produktionsanlage gemessen werden soll.

Rebellen der prowestlichen angolanischen Organisation UNITA bringen bei einem Überfall auf die Minenstadt Andrada im Nordosten von Angola über 150 Ausländer in ihre Gewalt. Sie werden dem Roten Kreuz übergeben.

5.3.1986, Mittwoch

Der Geheimdienstausschuss und ein Unterausschuss des Repräsentantenhauses für auswärtige Angelegenheiten lehnen die von US-Präsident Ronald Reagan beantragte Militärhilfe für die antisandinistischen Contras in Nicaragua ab.

16 norwegische Soldaten kommen während eines NATO-Manövers bei einem Lawinenunglück ums Leben.

Der Mitte Februar nach Kreta eingereiste indische Sektenführer Shree Rajnesh wird von den griechischen Behörden ausgewiesen. Am 18. März erhält Rajnesh ein Touristenvisum für Uruguay. Der als Bhagwan bekannte Sektenführer hatte im Oktober 1985 die USA verlassen müssen.

6.3.1986, Donnerstag

Hunderttausende von Arbeitnehmern legen die Arbeit nieder, um gegen die geplante Änderung von Arbeitsförderungsgesetz zu protestieren. Allein in Dortmund folgen rd. 60 000 Arbeitnehmer dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Teilnahme an der Protestkundgebung.

Bis zum 14. März passieren fünf Raumflugkörper, die sowjetischen “Wega-1” und “Wega-2”, die japanischen “Sakigake” und “Suisei” sowie die europäische Raumsonde “Giotto” den Kometen Halley und sammeln Daten.

Das Bundeskartellamt in Berlin (West) erkennt die Zusammenfassung von Wettbewerbsregeln an, die 24 Brauer in und um Köln unterzeichnet haben: Durch diese sog. Kölsch-Konvention verpflichten sich die beteiligten Brauereien zur Herstellung des als “Kölsch” bekannten obergärigen Vollbiers gemäß Reinheitsgebot und stellen zugleich fest, dass nur sie berechtigt sind “Kölsch” zu brauen.

Die Deutsche Bundesbank ermäßigt den Diskontsatz von 4 auf 3,5%. Leitzins-Senkungen gibt es auch in den Niederlanden, Japan und den USA.

Das Landgericht Hamburg verhängt am Ende des sog. Reemtsma-Parteispendenprozesses Geldstrafen von 189 000 bzw. 108 000 DM gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden und den Personalvorstand des Unternehmens.

In Moskau endet der XXVII. Parteitag der KPdSU. Mit Alexandra Birjukowa gelangte erstmals nach 25 Jahren wieder eine Frau in die sowjetische Führungsspitze.

7.3.1986, Freitag

In Südafrika wird der im Juli 1985 verhängte Ausnahmezustand aufgehoben Etwa 300 Inhaftierte werden freigelassen.

Mit den Stimmen der sozialistischer Regierungspartei PASOK und gegen den Widerstand der Opposition beschließt das griechische Parlament eine Verfassungsreform. Sie schränkt die Kompetenzen des Staatsoberhaupts zugunsten von Parlament und Regierungschef erheblich ein.

Als neuer Jugendsender des Rundfunks der DDR wird das “Jugendradio DT 64” eröffnet.

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird einem Patienten im Westend-Krankenhaus in Berlin (West) ein Kunstherz eingepflanzt. Der 39-Jährige stirbt am 13. März.

8.3.1986, Samstag

Die islamische Untergrundorganisation Islamischer Heiliger Krieg entführt in Beirut vier Angehörige eines Kamerateams des französischen Fernsehsenders Antenne 2. Vier Tage später werden Fotos von der Leiche des im Mai 1985 gekidnappten französischen Wissenschaftlers Michel Seurat veröffentlicht. Die Entführer fordern die Freilassung zweier Schiiten, die Frankreich an den Irak ausgeliefert hat. Sie werden am 13. März begnadigt.

Die CDU-Landesverbände Rheinland und Westfalen-Lippe schließen sich in Düsseldorf zum Landesverband Nordrhein-Westfalen zusammen. Erster Landesvorsitzender wird Kurt Biedenkopf.

9.3.1986, Sonntag

Der Sozialist Mario Soares wird als erster ziviler Staatspräsident von Portugal seit 1926 vereidigt.

Bei den Parlamentswahlen in Kolumbien erringt die Liberale Partei einen eindeutigen Sieg über die Konservativen von Präsident Belisario Betancur.

Gewinner der Skiflug-Weltmeisterschaften in Bad Mitterndorf (Österreich) ist der Österreicher Andreas Felder. Er stellt mit 191 m den Weitenweltrekord des finnischen Skispringers Matti Nykänen vom 15. März 1985 ein.

10.3.1986, Montag

In Heidelberg beginnt ein zweitägiger Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften. Etwa 900 Wissenschaftler diskutieren über das Thema “Allgemeinbildung” und stellen fest, dass trotz der Spezialisierung der Berufe und der Zersplitterung der Wissenschaften eine gemeinsame Grundbasis an Wissen nötig sei.

Das bundesdeutsche Tennisteam scheitert in der ersten Runde um den Davispokal 1986 in Mexiko-Stadt an der mexikanischen Mannschaft 2:3.

11.3.1986, Dienstag

In einem Brief an den sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow lehnt die britische Premierministerin Margaret Thatcher die von Gorbatschow angeregte Reduzierung der britischen Mittelstreckenwaffen als Gegenleistung für den Rückzug sowjetischer Nuklearwaffen aus Mitteleuropa ab.

Zum vierten Mal nach 1977, 1979 und 1984 erringt der Kölner EC die Deutsche Eishockeymeisterschaft.

Durch eine 1:4-Niederlage gegen Ungarn muss die deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft erstmals seit 1977 aus der Europaliga absteigen.

12.3.1986, Mittwoch

In Hannover eröffnet Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann die CeBIT-Messe für Büro-, Informations- und Kommunikationstechnik. Erstmals findet diese Messe getrennt von der Industriemesse statt (bis 19. März).

In Leipzig unterliegt die Fußballauswahl der DDR durch ein Tor von Marco van Basten den Niederlanden 0:1.

Die bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft gewinnt in Frankfurt am Main ein Länderspiel gegen den dreifachen Weltmeister Brasilien mit 2:0.

Der Aufsichtsrat der Frankfurter Messegesellschaft stimmt dem Bau eines über 200 m hohen Hochhauses, des höchsten Hochhauses in der Bundesrepublik, zu.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe veröffentlicht einen Beschluss vom Dezember 1985, wonach Vermieter die Miete um höchstens 30% erhöhen können, auch wenn die Vergleichsmiete höher ist.

Bei einer Volksabstimmung in Spanien votieren 52,5% für den Verbleib des Landes in der NATO. 40% stimmen dagegen, 7,5% geben leere oder ungültige Stimmzettel ab.

13.3.1986, Donnerstag

Die Bonner Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen Bundeskanzler Helmut Kohl wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage ein.

Der Bundestag in Bonn debattiert über den Abschlusbericht des 1983 eingesetzten Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Parteispendenaffäre. In einer Stellungnahme stellt der Grünen-Abgeordnete Otto Schily fest, der “fehlende Bruch in der Kontinuität” sei angesichts der “düsteren und kriminellen Vergangenheit” des Flick-Konzerns der “schlimmste” feststellbare Tatbestand gewesen.

Der französische Staatspräsident François Mitterrand eröffnet in Paris das für umgerechnet rd. 1,5 Mrd. DM erbaute Museum für Wissenschaft und Industrie.

Die Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz in Berlin (West) geben bekannt, dass das Gemälde “Der Mann mit dem Goldhelm” nicht von dem niederländischen Maler Rembrandt gemalt wurde. Dies ist das Ergebnis mehrjähriger Forschungen unter Beteiligung von namhaften Experten.

14.3.1986, Freitag

In Ecuador wird eine Militärrebellion niedergeschlagen. Der am 7. März abgesetzte Luftwaffenchef Frank Vargas hatte sich mit rd. 400 Anhängern in einem Militärstützpunkt verschanzt. Von dort aus forderte er den Rücktritt von Staatspräsident León Febres Cordero, nachdem er zuvor bereits dem Verteidigungsminister und dem Heereschef Korruption vorgeworfen hatte.

15.3.1986, Samstag

Am Rande der Trauerfeiern für den ermordeten schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme treffen in Stockholm Bundeskanzler Helmut Kohl und DDR-Parteichef Erich Honecker zu einem kurzen Gespräch zusammen.

Hermann Weinbuch (Berchtesgaden) belegt bei den Holmenkollen-Spielen in Oslo den zweiten Platz und wird damit Gewinner des Weltcups in der nordischen Kombination.

In Düsseldorf wird das neue Gebäude für die von Werner Schmalenbach, dem Leiter der Staatsgalerie, aufgebaute Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eröffnet.

16.3.1986, Sonntag

Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann besucht die Frühjahrsmesse in Leipzig (bis 22. März). Er führt Gespräche u.a. mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker.

Aus den Parlamentswahlen in Frankreich geht die bürgerlich-liberale Opposition als Sieger hervor. Mit 40,86% der Stimmen erreichen die Bürgerlichen die absolute Mehrheit der Mandate.

Bei einer Volksabstimmung in der Schweiz wird der UNO-Beitritt des Landes mit 75,5% Nein- gegen 24,5% Ja-Stimmen abgelehnt.

17.3.1986, Montag

Die Westberliner Innenbehörde gibt bekannt, dass in zwei Telefonzellen der Stadt an innerstädtischen Grenzübergängen nach Ostberlin Abhörgeräte entdeckt worden sind.

18.3.1986, Dienstag

Bundespräsident Richard von Weizsäcker reist zu einem viertägigen Staatsbesuch nach Österreich.

Im Wiederholungsprozess gegen zwei Berliner Frauenärzte, die 1984 wegen Vergewaltigung einer ehemaligen Kollegin zu Haftstrafen verurteilt worden waren, erkennt das Berliner Landgericht auf Freispruch.

Der ehemalige Mitgesellschafter der SMH-Bank, Hans Lampert, wird wegen schweren Betrugs im Zusammenhang mit dem Beinahe-Zusammenbruch der Bank zu drei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt.

Der Bundestagsabgeordnete Gert Bastian, der 1984 die Fraktion der Grünen verlassen hatte, wird auf eigenen Wunsch wieder als Fraktionsmitglied aufgenommen.

Die Hertie-Gruppe teilt mit, dass weitere acht Warenhausfilialen geschlossen werden sollen. Im Rahmen des Sanierungskonzeptes will der nach Karstadt und Kaufhof drittgrößte deutsche Warenhauskonzern 15 Filialen schließen. Die Belegschaft reduziert sich dadurch von 42 000 auf 38 000.

Das Landgericht Düsseldorf untersagt dem Sänger Norbert Hähnel, der gemeinsam mit der Düsseldorfer Gruppe “Die toten Hosen” auftritt, sich als “wahrer Heino” zu bezeichnen. Die Parodie auf den “echten” Heino Kramm ist jedoch zulässig.

19.3.1986, Mittwoch

Nach der 3:7-Niederlage seines Vereins Dynamo Dresden im Europapokal bei Bayer Uerdingen (Hinspiel 2:0 für Dresden) setzt sich Dynamo-Stürmer Frank Lippmann in den Westen ab.

Das britische Königshaus gibt die Verlobung von Prinz Andrew mit Sarah Ferguson bekannt.

20.3.1986, Donnerstag

Der Bundestag beschließt gegen die Stimmen von SPD und Grünen die seit Monaten umstrittene Änderung des “Streikparagraphen” 116 Arbeitsförderungsgesetz.

Bundesregierung und die saarländische Landesregierung einigen sich auf ein Konzept für die in finanzielle Schwierigkeiten geratene Arbed-Saarstahl GmbH.

Die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Berlin (West) unterzeichnen im sog. Umlaufverfahren einen Medienstaatsvertrag zur Nutzung eines Fernsehkanals auf dem direktstrahlenden Rundfunksatelliten TV-Sat. Als erstes SPD-regiertes Bundesland tritt zwei Monate später Hamburg dem Abkommen bei.

Nach dem Wahlsieg der Bürgerlichen in Frankreich wird als Nachfolger des Sozialisten Laurent Fabius der Neo-Gaullist Jacques Chirac neuer Premierminister.

21.3.1986, Freitag

Bei der NATO-Tagung der Nuklearen Planungsgruppe in Würzburg erklärt der US-amerikanische Verteidigungsminister Caspar Weinberger, dass die USA nicht für die Beendigung von Atomwaffentests eintreten werden.

Der Deutsche Bundestag billigt mit den Stimmen aller Fraktionen eine effektive Erhöhung der Sozial- und Unfallrenten mit Wirkung vom 1. Juli 1986 um 2,15% und korrigiert Härtefälle bei der Anerkennung von Erziehungszeiten in dem seit Jahresbeginn geltenden neuen Rentengesetz.

22.3.1986, Samstag

Die Gesamtwertung um den alpinen Ski-Weltpokal gewinnen Maria Walliser (Schweiz) und Marc Girardelli (Luxemburg).

Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Genf gehen zwei Titel in die USA und zwei in die Sowjetunion.

Vier Tage nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft in Mailand wird der italienische Mafia-Bankier Michele Sindona vergiftet in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Sindona war für schuldig befunden worden, Auftraggeber des Mordes an dem Mailänder Treuhänder Giorgio Ambrosoli gewesen zu sein, der mit der Aufklärung von Sindonas Betrügereien beauftragt war. Sindona hatte nach dem Urteil angedeutet, er werde über seine Mafia-Kontakte “auspacken”.

23.3.1986, Sonntag

Die OPEC-Ölminister einigen sich angesichts des dramatischen Preisverfalls für Rohöl zwar auf eine neue Gesamtförderquote von 14 Mio. Barrel täglich, nicht jedoch auf eine verbindliche Verteilung der Menge auf die Mitglieder.

Das “Masters”-Tennisturnier der Damen gewinnt in New York Martina Navratilova (USA) durch ein 6:2, 6:0, 3:6, 6:1 über die Tschechoslowakin Hana Mandlikova.

24.3.1986, Montag

Bei US-Manövern vor der libyschen Küste kommt es zu Kampfhandlungen zwischen den USA und Libyen im Golf Große Syrte.

Der Film “Jenseits von Afrika” von Sydney Pollack nach dem autobiographischen Werk der dänischen Autorin Tania Blixen ist mit sieben Oscars der Sieger der diesjährigen Preisverleihung der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences in Hollywood.

Kurz nach der Geburt von Sechslingen stirbt eine 25-Jährige Frau in der Universitätsklinik München an einer Lungenembolie. Die Neugeborenen – drei Jungen und drei Mädchen – werden in der Intensivstation betreut. Einige Tage später stirbt auch eines der Kinder.

25.3.1986, Dienstag

Der Jüdische Weltkongress bezichtigt den österreichischen Präsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim, Nationalsozialist gewesen zu sein und von Kriegsverbrechen auf dem Balkan im Zweiten Weltkrieg gewusst zu haben. Waldheim weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Die neue philippinische Präsidentin Corazon Aquino löst das Parlament auf und verkündet eine vorläufige Verfassung, die ihr für sechs Monate Notstandsvollmachten gibt.

US-Präsident Ronald Reagan sagt Honduras 20 Mio. US-Dollar (46,9 Mio. DM) Militärhilfe zu, um den Truppen des Landes in den Auseinandersetzungen mit dem Nachbarstaat Nicaragua zu helfen.

26.3.1986, Mittwoch

Der italienische Weinskandal, der bereits mehrere Menschenleben in Italien gefordert hat, greift auch auf die Bundesrepublik Deutschland über. Erstmals wird auch hier mit Methylalkohol vergifteter Wein sichergestellt.

Die griechische Fußball-Nationalelf schlägt die Auswahlmannschaft der DDR in Athen 2:0 (0:0).

27.3.1986, Donnerstag

Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann und US-Verteidigungsminister Caspar Weinberger unterzeichnen in Washington zwei Abkommen über die deutsche Beteiligung am US-Forschungsprogramm eines weltraumgestützten Raketenabwehrsystems SDI.

28.3.1986, Freitag

Rd. 360 000 Menschen nehmen an den Ostermärschen für Frieden und Abrüstung in Ost und West teil (bis 31. März).

Die Regierung Mexikos kündigt die Privatisierung bzw. Liquidierung von 59 staatlichen Unternehmen an, um dadurch die Staatsausgaben zu senken. 1985 hatte Mexiko bereits seine Mehrheitsbeteiligung an den Niederlassungen von Renault und der American Motors Company in Mexiko verkauft.

In Prag endet der am 24. März eröffnete XVII. Parteitag der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Alle bisherigen Politbüromitglieder und Sekretäre des Zentralkomitees werden bestätigt, darunter auch der bisherige Staats- und Parteichef Gustav Husák.

29.3.1986, Samstag

Die ARD beginnt in fünf Bundesländern mit der Ausstrahlung des Satellitenfernsehprogramms “Eins Plus”. Die CDU-regierten Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie das CSU-geführte Bayern verweigern die Einspeisung in die Kabelnetze, im Saarland und Berlin (West) ist sie zunächst technisch noch nicht möglich.

In dem nach neunmonatiger Dauer beendeten Prozess um das Papstattentat von 1981 werden drei Bulgaren und zwei Türken freigesprochen. Eine Verschwörung des bulgarischen Geheimdienstes und der rechtsextremistischen türkischen Grauen Wölfe konnte nicht nachgewiesen werden. Zwei Türken werden wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Haftstrafe verurteilt.

30.3.1986, Sonntag

50 Menschen kommen beim Absturz einer portugiesischen Militärmaschine in Moçambique ums Leben.

31.3.1986, Montag

Bei einer Demonstration gegen die geplante atomare Wiederaufbereitungsanlage im oberpfälzischen Wackersdorf setzt die Polizei gegen die Demonstranten das Reizgas CS ein.

Chroniknet