Was geschah im Mai 1901

  • < 1900
  • 5.1901
  • 1902 >

Wetterstationen Mai 1901

1.5.1901, Mittwoch

Der 1. Mai wird von der internationalen Arbeiterbewegung als “Weltfeiertag des Proletariats” begangen.

Aus dem russischen Tiflis werden Protestkundgebungen gemeldet, zu denen sich Studenten und Arbeiter zusammengefunden haben. Die Regierung setzt Militär gegen die Demonstranten ein.

Der Stuttgarter Josef Ziegelmaier wird in Rotterdam Europameister im Gewichtheben. Im beidarmigen Drücken bringt er 28mal eine 70-kg-Last zur Hochstrecke.

Die Krankenkassen in Berlin fordern von den Apothekern einen sog. Rezepturrabatt. Da die Apotheker dies strikt ablehnen, übertragen die Krankenkassen den Verkauf von Drogen und Heilmitteln, die frei verkäuflich sind, den Drogisten.

In den Niederlanden wird ein Plan zur Eindeichung und teilweisen Trockenlegung der Zuidersee (heute Ijsselmeer) vorgelegt.

Eine Universitäts-Augenklinik nimmt in Würzburg ihre Arbeit auf. Sie zählt zu den größten Kliniken im Deutschen Reich.

Die zweite deutsche Handelshochschule öffnet in der Rheinmetropole Köln ihre Tore. Es ist die erste kommunale Einrichtung dieser Art im Deutschen Reich.

2.5.1901, Donnerstag

Der deutsche Reichstag in Berlin lehnt eine Verlängerung der Schutzfrist für Bühnenwerke und musikalische Kompositionen von 30 auf 50 Jahre ab.

In Glasgow wird die Internationale Ausstellung eröffnet. Sie umfasst Objekte der Elektrizitätsindustrie. Gleichzeitig findet eine Kunstausstellung u.a. mit Werken Henry van de Veldes statt.

3.5.1901, Freitag

Überraschend beendet der preußische Landtag die diesjährigen Sitzungen. In einer von Ministerpräsident Bernhard von Bülow verlesenen königlichen Botschaft heißt es, nach Ansicht der Staatsregierung bestehe keine Aussicht auf Verständigung in der Kanalvorlage. Zugleich kommt es zu einer einschneidenden Kabinettsumbildung.

4.5.1901, Samstag

In dritter Lesung nimmt der deutsche Reichstag in Berlin das Reichsinvalidengesetz an. Es sichert die Versorgung von Kriegsinvaliden und – hinterbliebenen. Zugleich billigen die Abgeordneten ein Unfallfürsorgegesetz für Beamte und Soldaten.

Die von der örtlichen Kunstgenossenschaft veranstaltete Große Berliner Kunstausstellung wird eröffnet. Neben der Berliner sind auch die Münchener Düsseldorfer und Karlsruher Kunstgenossenschaften vertreten. Die insgesamt über 2500 Exponate umfassende Ausstellung wird auch von internationalen Künstlern beschickt und beinhaltet Sonderausstellungen z. B. von Franz von Lenbach.

5.5.1901, Sonntag

Meldungen aus Peking zufolge haben sich die Großmächte darauf geeinigt, von China eine Kriegsentschädigung in Höhe von insgesamt 1,3 Mrd. Mark zu fordern. Nach Annahme dieser Forderung wollen sie mit dem systematischen Rückzug ihrer Truppen beginnen.

In Berlin wird die Kunstausstellung der Sezession eröffnet. Zu den Mitgliedern der Ausstellungsjury zählt auch der deutsche Maler Max Liebermann. Im Mittelpunkt der Schau, die mit ihren rund 350 Exponaten einen Überblick über die gegenwärtigen Stilrichtungen vermitteln will, stehen Werke von Arnold Böcklin sowie französischer Impressionisten.

6.5.1901, Montag

Im Rahmen einer einschneidenden Kabinettsumbildung in Preußen scheidet auch Finanzminister Johannes von Miquel – stärkster Gegenspieler von Ministerpräsident Bernhard von Bülow – aus dem Kabinett aus. Anlass ist seine Haltung in der Kanalfrage.

Auf der Galopprennbahn Berlin-Hoppegarten findet mit dem Henckel-Rennen die erste klassische Dreijährigenprüfung statt. Das mit 10 000 Mark dotierte Rennen wird von der Hamburger Stute Regenwolke gewonnen.

Bei Dresden wird eine Bergschwebebahn eröffnet. Sie verbindet den Villenort Loschwitz mit dem Hochplateau von Rochwitz. Die 250 m lange Bahn überwindet eine Steigung von 80 Metern.

In Christiania (heute Oslo) findet eine internationale Konferenz der Meeresforschung statt. Von deutscher Seite nimmt u.a. der Kieler Ozeanograph Otto Krümmel teil.

Ein Bergarbeiterstreik in der französischen Bergbaustadt Montceau-les-Mines (am Nordostrand des Zentralmassivs; Département Saône-et-Loire) endet nach drei Monaten ergebnislos. Die Streikenden forderten Arbeitszeitverkürzungen bzw. Lohnerhöhungen.

In verschiedenen deutschen Städten protestieren Arbeiter gegen Lohnabzüge. Als Begründung für die Abzüge werden von den Unternehmen die Teilnahme an den 1.-Mai-Feiern sowie an Streikaktionen der Arbeiterbewegung angeführt.

7.5.1901, Dienstag

In Den Haag billigt die zweite Kammer des niederländischen Parlaments das Militärgesetz. Danach werden künftig 17 000 Rekruten jährlich zum Dienst verpflichtet (bisher 11 000).

Das britische Unterhaus in London genehmigt einen Kohlenausfuhrzoll mit 333 gegen 227 Stimmen der Abgeordneten.

8.5.1901, Mittwoch

Der deutsche Reichstag in Berlin stimmt mit großer Mehrheit der Einführung von Diätenzahlungen für Abgeordnete zu.

In der Berliner Philharmonie findet erstmals im Deutschen Reich eine Aufführung japanischer Geisha-Tänzerinnen statt.

9.5.1901, Donnerstag

Das britische Unterhaus in London billigt die Erhöhung der sog. Zivilliste von 476 000 Pfund (9,7 Mio. Mark) auf 543 000 Pfund (11,1 Mio. Mark). Bei der Zivilliste (Krondotation) handelt es sich um das Jahreseinkommen des Monarchen, das er aus Staatseinkünften erhält.

In Melbourne wird das australische Bundesparlament eröffnet. An den Feierlichkeiten zur Eröffnung nehmen mehrere tausend Menschen teil. Der Bundesstaat Australien wurde am 1. Januar gebildet.

An der New Yorker Börse kommt es zu einem Kurssturz.

Ein spektakuläres Zugunglück ereignet sich im Bahnhof von Ludwigshafen.

10.5.1901, Freitag

In Dublin wird die irische Zeitschrift “The Irish People” von britischen Behörden beschlagnahmt. Der britische Premierminister Robert Cecil Marquess of Salisbury wendet sich in diesem Zusammenhang erneut gegen jede Unabhängigkeit für Irland.

11.5.1901, Samstag

Die württembergische Abgeordnetenkammer spricht sich mit 51 gegen 26 Stimmen gegen den Anschluss des Landes an die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft aus. Außerdem nehmen die Abgeordneten einen Antrag an, der sich für eine Verbilligung der Bahnfahrkarten insbesondere im Nahverkehr einsetzt.

12.5.1901, Sonntag

Prinz Ludwig von Bayern – der spätere König Ludwig III. – setzt sich im Verein zur Hebung der Kanal- und Flusschifffahrt in Bayern in besonderem Mas für einen Grosschifffahrtsweg in seinem Land ein.

Der dänische Radrennstar Thorvald Ellegaard besiegt in Paris im Sprint den Vorjahresweltmeister Edmond Jacquelin (Frankreich).

13.5.1901, Montag

In Abbazia (Opatija; heute zu Jugoslawien) führen König Karl I. von Rumänien und der griechische König Georg I. Gespräche über die politische Situation im südosteuropäischen Raum.

Im Mittelpunkt des Kongresses für gewerblichen Rechtsschutz in Köln stehen Fragen des Patent- und Warenzeichenrechtes.

63 Abgeordnete bringen im württembergischen Landtag in Stuttgart einen Antrag auf Diätenzahlung für Reichstagsmitglieder ein.

Vom ungarischen Abgeordnetenhaus in Budapest wird das sog. Inkompatibilitäts-Prinzip einstimmig gebilligt. Danach darf kein Abgeordneter ein Amt bekleiden, das von der Designierung oder Ernennung durch die Krone bzw. der Regierungsorgane abhängt und mit Bezahlung verbunden ist.

Die erste schwedische Kammer nimmt in Stockholm mit 97 gegen 41 Stimmen einen Regierungsantrag auf Einführung der allgemeinen Wehrpflicht an.

Als Nachfolger von Hans Freiherr von Hammerstein-Loxten, der am 6. Mai neuer preußischer Innenminister wurde, wird Graf Friedrich von Zeppelin-Aschhausen zum Bezirkspräsidenten von Metz ernannt.

14.5.1901, Dienstag

Der russische Schriftsteller Maxim Gorki wird in Petersburg (heute Leningrad) verhaftet. Der 33-Jährige Gorki, der vor allem seit seinen 1898 veröffentlichten Skizzen und Erzählungen bekannt wurde, steht den oppositionellen Sozialisten nahe.

15.5.1901, Mittwoch

Eine Ausstellung moderner portugiesischer Kunst beginnt in Lissabon. Im Gebäude der Akademie werden Gemälde, Aquarelle, Grafiken und Zeichnungen, aber auch architektonische Entwürfe und kunstgewerbliche Arbeiten vorgestellt.

Auf der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt wird eine epochale Jugendstil-Ausstellung eröffnet.

Der deutsche Reichstag in Berlin beendet seine Sitzungsperiode und vertagt sich bis zum 26. November. Auf der letzten Sitzung kommt es anlässlich der eingebrachten Branntweinsteuervorlage zu heftigen Debatten über die Geschäftsordnung. Der Gesetzentwurf kann wegen Beschlussunfähigkeit des Parlaments nicht mehr verabschiedet werden.

16.5.1901, Donnerstag

Die Spinnereiarbeiter in der russischen Hauptstadt Petersburg (heute Leningrad) treten in einen Streik. Im Hintergrund steht ein Konflikt über Lohnfragen. Im Rahmen des Ausstands kommt es zu Auseinandersetzungen mit dem von der Regierung eingesetzten Militär.

Der Franzose Edmond Jacquelin, Radsprint-Weltmeister von 1900, besiegt in Paris seinen WM-Vorgänger Major Taylor (USA).

17.5.1901, Freitag

Der bayerische Kultusminister Robert von Landmann lehnt den Wunsch der katholischen Kirchenführung ab, zwei Lehrer von ihrem Dienst an katholischen Volksschulen zu suspendieren. In beiden Fallen leben die Pädagogen in gemischter Ehe und lassen ihre Kinder protestantisch erziehen. Landmann verweist gegenüber dem Episkopat auf die interkonfessionellen Bestimmungen der bayerischen Verfassung. In der katholischen Presse wird die Stellungnahme des Kultusministers scharf angegriffen.

Die dreijährige Stute Emilia aus dem Gestüt Mariahall gewinnt in Berlin-Westend das Deutsche Traber-Derby.

18.5.1901, Samstag

Zwei Direktoren der Pommerschen Hypotheken-Aktienbank werden verhaftet. Im Laufe des Jahres nimmt die Polizei auch führende Mitarbeiter anderer Unternehmen fest, die u.a. aufgrund unseriöser Geschäfte eine spektakuläre Konkurswelle auslösen.

In Berlin konstituiert sich ein Zentralkomitee für das ärztliche Fortbildungswesen in Preußen. Es hat die Aufgabe, durch kostenlose Vorträge und Kurse zur Weiterbildung von Medizinern beizutragen.

19.5.1901, Sonntag

Ein Fußballspiel zwischen Preußen Berlin und dem Deutschen Fußballclub Prag endet auf dem Athletik-Sportplatz in Berlin 2:2.

20.5.1901, Montag

Zur Lösung des Problems wird eine reichseinheitliche Regelung des Tarifwesens und die Schaffung eines sog. Reichseisenbahnrates gefordert.

Die sog. Panamerikanische Ausstellung wird in der US-amerikanischen Stadt Buffalo eingeweiht. Im Mittelpunkt stehen Exponate der Elektrizitätsindustrie.

Im deutschen Bundesstaat Sachsen werden Informationen über die schlechte finanzielle Lage der Staatsbahnen bekannt. Die sächsische Regierung muss den Bahnbetrieb subventionieren.

Rund 50 000 Maschinenarbeiter in den USA und Kanada treten in den Ausstand. Sie fordern einen Neunstunden-Arbeitstag bei vollem Lohnausgleich.

In Petersburg (heute Leningrad) feiert der russische Reichsrat das Jubiläum seines 100-Jährigen Bestehens. Aus diesem Anlass wird der russische Thronfolger Michail Alexandrowitsch zum Reichsratsmitglied ernannt.

21.5.1901, Dienstag

Auf einer Konzertreise in Europa feiert das von Arthur Nikisch dirigierte Berliner Philharmonische Orchester Triumphe.

22.5.1901, Mittwoch

Eine Gesandtenkonferenz der Interventionsmächte in China lehnt die US-amerikanische Forderung nach Verminderung der Entschädigungsansprüche an China ab.

Bei einer Reichstagsnachwahl in Greifswald-Grimmen wird der deutsche Politiker Georg Gothein (Freisinnige Vereinigung) erstmals in den Reichstag gewählt. Mit 9666 Stimmen schlägt Georg Gothein in der Stichwahl seinen konservativen Gegenkandidaten mit einem Vorsprung von 2209 Stimmen.

Die bayerische Staatsregierung unter Ministerpräsident Krafft Freiherr von Crailsheim spricht sich gegen die Einführung einheitlicher deutscher Briefmarken aus. Der württembergische Ministerpräsident Wilhelm August von Breitling äußerte am 19. Mai dagegen keine “prinzipiellen Bedenken” mehr gegen einheitliche Briefmarken.

Das württembergische Parlament in Stuttgart lehnt einen sozialdemokratischen Antrag auf Abschaffung der württembergischen Gesandtschaften in Berlin und München mehrheitlich ab.

Ein gesundheitsförderndes “Sonnenbad” wird am Berliner Kurfürstendamm eingeweiht.

Beim Olympischen Kongress in Paris beruft IOC-Präsident Pierre Baron de Coubertin den Schweizer Baron Godefroy de Blonay zum ersten General Sekretär des Internationalen Olympischen Komitees.

23.5.1901, Donnerstag

In einer in Bielefeld gehaltenen Rede spricht sich der neue preußische Handelsminister Theodor Möller für eine maßvolle Schutzzollpolitik aus. Er betont aber, dass der deutsche Export nicht beeinträchtigt werden dürfe.

In Stockholm wird die schwedische Militärvorlage von den Reichstagsabgeordneten angenommen. Sie beinhaltet die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht. In Belgien steht ebenfalls eine Wehrreform zur Diskussion.

24.5.1901, Freitag

In einem Rundschreiben fordert der preußische Innenminister Hans Freiherr von Hammerstein-Loxten die zuständigen Regierungsorgane auf, verstärkt auf eine Förderung der freiwilligen Arbeitslosenfürsorge hinzuwirken. Im Hintergrund der Aktion stehen steigende Arbeitslosenzahlen.

Bei der großen traditionsreichen Pariser Tageszeitung “Le Figaro” kommt es zu einem spektakulären Machtkampf.

25.5.1901, Samstag

In Berlin wird die Internationale Ausstellung für Feuerschutz- und Feuerrettungswesen feierlich eröffnet. Anlass ist das 50-Jährige Bestehen der Berliner Feuerwehr.

Das norwegische Parlament billigt die Einführung des kommunalen Wahlrechts für Frauen. Die Verwirklichung des Frauenwahlrechts zählt zu den wichtigsten Forderungen der internationalen Frauenbewegung.

26.5.1901, Sonntag

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. ordnet an, Vorbereitungen für die Auflösung des deutschen Armeeoberkommandos in Ostasien zu treffen. Zugleich soll das ostasiatische Expeditionskorps reduziert werden.

Die siebte Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnen-Vereins (ADLV) wird in Bonn eröffnet (bis 28. 5.). Die Anwesenden kritisieren die Mängel bei der Lehrerinnen-Ausbildung. Der 1890 in Friedrichsroda gegründete Verband, der rund 16 000 Mitglieder zählt, vertritt Lehrerinnen aller Fachgebiete im privaten und öffentlichen Dienst. Er setzt sich für eine größere Beteiligung von Frauen an der Volksbildung ein und kämpft für eine Reform der höheren Mädchenschule.

In Eisenach halten die deutschen Burschenschaften (“Eisenacher D. C.”) ihren traditionellen Delegiertentag ab. Eine Woche später trifft sich in Gotha der Verband der Turnerschaften an deutschen Hochschulen (Dachorganisation studentischer Verbindungen). In den Burschenschaften und anderen studentischen Verbindungen herrscht konservativ-nationalistisches Gedankengut vor.

27.5.1901, Montag

Die ungarischen Sozialdemokraten beenden in Budapest einen zweitägigen Kongress. Sie beschließen trotz ungleichen Wahlrechts eine Beteiligung an den nächsten Parlamentswahlen.

In Breslau (heute Wroclaw) beginnt der 13. Deutsche Geographentag mit seinen Sitzungen (bis 1. 6.). Im Mittelpunkt der Beratungen steht die geplante deutsche Südpol-Expedition und das Thema “Geographie im Unterricht”. Zu den Referenten zählen der österreichische Geograph Alexander Supan und der deutsche Hydrograph Georg von Neumayer.

Die französischen Sozialisten spalten sich auf ihrem Kongress in Lyon. Anlass ist der sog. Fall Millerand.

28.5.1901, Dienstag

Vertreter der Buren wenden sich an den Internationalen Schiedshof in Den Haag. Sie wollen mit diesem Schritt einen neutralen Schiedsspruch zur Beendigung des Burenkriegs erreichen.

Auf dem dritten Kongress der christlichen deutschen Gewerkschaften in Krefeld werden die Statuten des neuen Dachverbandes GCG beschlossen (Gesamtverband der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands; seit 1. 1. 1901). Der weitaus größte Teil der deutschen Arbeiter gehört allerdings den sog. Freien Gewerkschaften an.

29.5.1901, Mittwoch

In Köln treffen sich die Delegierten der 17 liberal orientierten Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine zu ihrem 14. ordentlichen Verbandstag. Die Delegierten nehmen eine Resolution an, wonach Sozialdemokraten von der Mitgliedschaft ausgeschlossen bleiben.

Der zwölfte Evangelisch-soziale Kongress (ESK) ruft in Braunschweig seine Anhänger zur Bekämpfung sozialer Missstände auf.

30.5.1901, Donnerstag

Bei Zusammenstößen zwischen Militär und Streikenden im spanischen La Coruña werden mehrere Personen getötet.

31.5.1901, Freitag

In London endet eine internationale Bergarbeiterkonferenz. Die Delegierten nehmen eine Resolution zur Einführung des Achtstunden-Arbeitstages an und fordern einen weltweiten offiziellen Arbeiterfeiertag.

Die russische Regierung untersagt die Besprechung von Büchern des Schriftstellers Leo N. Tolstoi in Zeitungen und Büchern.

In Gotha endet der Zweite Deutsche Bibliothekartag der Wissenschaftlichen Bibliothekare. Die Delegierten einigen sich u.a. auf die Herausgabe eines Jahrbuchs.

Chroniknet