Was geschah im Mai 1902

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Wetterstationen Mai 1902

1.5.1902, Donnerstag

Entgegen der allgemeinen Erwartung verlaufen die von den Sozialisten organisierten Maifeiern in Belgien ruhig, da viele Veranstaltungen außerhalb der Arbeitszeit stattfinden.

Das preußische Abgeordnetenhaus berät über eine Gesetzgebung zur Bekämpfung des Alkoholismus. Darin soll u.a. den Schankwirten verboten werden, Branntwein zu verkaufen, der gesundheitsschädliche Stoffe wie Fuselöle enthält, Alkohol in den frühen Morgenstunden oder an Trunksüchtige, Angetrunkene sowie Personen unter 16 Jahren auszuschenken.

Das in Nordamerika entstandene Push-Ball-Spiel wird in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die deutsche Schifffahrtsgesellschaft Hapag verlegt Abfahrt und Ankunft im Schnelldampferverkehr von Hamburg nach Cuxhaven.

Kronprinz Wilhelm von Preußen eröffnet in Düsseldorf die bis Oktober dauernde Industrie- und Gewerbeausstellung.

In Paris zeigt der französische Filmemacher Georges Méliès erstmals seinen phantastischen Film “Die Reise zum Mond”.

2.5.1902, Freitag

Im zum Osmanischen Reich gehörenden Tripolis landen zusätzliche 2000 türkische Soldaten. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die Gerüchte, Italien wolle sich Tripolis einverleiben.

In Berlin stirbt Prinz Georg von Preußen (eigtl. Friedrich Wilhelm Georg Ernst), ein Großneffe des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., im Alter von 76 Jahren.

In verschiedenen deutschen Unternehmen kommt es zu Aussperrungen von gewerkschaftlich und sozialdemokratisch organisierten Arbeitern, da sie am Vortag, dem Internationalen Kampftag der Arbeiter, an Demonstrationen teilgenommen hatten und nicht zur Schicht erschienen waren.

3.5.1902, Samstag

Die Mehrheit des Deutschen Reichstages genehmigt eine Vorlage über die Ausübung der Wehrpflicht in den afrikanischen Schutzgebieten.

Nach einer im britischen Unterhaus in London vorgelegten Rechnung belaufen sich die Kosten für den Burenkrieg seit Beginn der Kämpfe im Oktober 1899 bis zum 31. März 1902 auf etwa 230 Mio. Pfund (4,6 Mrd. Mark).

Das Königreich Sachsen-Coburg und Gotha feiert das 50-Jährige Bestehen der Verfassung.

In der Reichshauptstadt wird die Große Berliner Kunstausstellung eröffnet, auf der vorrangig Werke konservativer Maler zu sehen sind. Über die nur in einem Saal ausgestellten Werke einstiger Sympathisanten der Secession äußert sich Kaiser Wilhelm II. bei seinem Besuch äußerst befremdlich. Er verdeutlicht noch einmal seine Ansicht, dass Künstler, die sich seiner Aufträge erfreuen, sich von dieser Vereinigung fernhalten sollten.

Am Burgplatz der Stadt Duisburg wird mit einer zwei Tage dauernden Feier, zu der auch Mitglieder der preußischen Ministerien erschienen sind, das neue Rathaus der Stadt eingeweiht. Die Kosten für das Gebäude im Stil der deutschen Frührenaissance betrugen insgesamt 2,6 Mio. Mark.

4.5.1902, Sonntag

Die “Neue Gemeinschaft” veranstaltet anlässlich ihres Umzuges in ein Haus am Schlachtensee bei Berlin eine literarisch-kulturelle Veranstaltung in ihrem neuen Domizil.

Der Engländer Tom Linton fährt hinter dem Schrittmacher Marius Thé, der erstmals eine einsitzige Maschine mit luftgekühltem 14-PS-Motor benutzt, mit 68,410 km/h Stunden-Weltrekord.

Mit der Aufführung der Oper “Ein Maskenball” von Giuseppe Verdi beginnen im Berliner Krollschen Saal die Verdifestspiele. An zehn Abenden hintereinander werden hier die bekanntesten Verdi-Opern gezeigt, für die berühmte internationale Solisten verpflichtet worden sind.

5.5.1902, Montag

In einer Debatte über die Rolle der Frau im öffentlichen Leben spricht die preußische Regierung den Frauen das Recht ab, politisch tätig zu sein.

In fünf Kreisen des Gouvernements Poltawa in Südrussland proklamieren die Behörden infolge der Bauernunruhen das Standrecht.

Bei der Station Zschortau in der Nähe von Leipzig entgleist der Schnellzug München- Berlin. Zwei Personen werden getötet und fünf schwer verletzt.

6.5.1902, Dienstag

Zu einem mehrtägigen Besuch der Reichslande Elsass-Lothringen trifft Kaiser Wilhelm II. in Straßburg ein.

Vor dem Budgetausschuss der österreichisch-ungarischen Monarchie in Budapest erklärt Außenminister Agenor Graf Goluchowski, dass ein Fortbestand des Dreibunds zwischen dem Deutschen Reich,Österreich-Ungarn und Italien gesichert sei.

7.5.1902, Mittwoch

In der Hofburg in Wien empfängt Kaiser Franz Joseph I. die Vertreter der österreichisch-ungarischen Delegationen (gemeinsames Parlament der beiden k. u. k. Monarchien).

Bei Moyenville in Frankreich (zwischen Amiens und Compiègne) verunglückt infolge eines Dammrutsches ein Zug nach Lourdes. Neun Passagiere – Pilger aus Belgien – verunglücken tödlich.

8.5.1902, Donnerstag

Durch einen Ausbruch des Vulkans Mont Pelé wird die Stadt St. Pierre auf der französischen Antillen-Insel Martinique fast völlig zerstört. Infolge weiterer Ausbrüche in den nächsten Wochen kommen etwa 30 000 Menschen ums Leben.

9.5.1902, Freitag

In weiten Teilen Portugals kommt es zu Unruhen antiklerikalen Charakters. In Coimbra gelingt es den Aufständischen, Polizei und Gendarmerie in die Flucht zu schlagen, da die Truppen sich weigern, von ihren Waffen Gebrauch zu machen.

10.5.1902, Samstag

Zum Abschluss seines Besuchs in Elsass-Lothringen verkündet Kaiser Wilhelm II. einen Erlaß, worin er die Aufhebung des sog. Diktaturparagraphen für Elsass-Lothringen (Paragraph 10 des Gesetzes vom 30. 12. 1871) anordnet.

In Port au Prince, der Hauptstadt von Haiti, erklärt Präsident Tirésias Simon Sam infolge eines Putschversuchs seinen Rücktritt. Seine Demission ist die Reaktion auf einen erneut ausbrechenden Bürgerkrieg in Haiti.

Das auf der Werft der Hamburger Reederei “Laeisz” in Geestemünde gebaute Segelschiff “Preußen” läuft vom Stapel. Der Fünfmast-Segler “Preußen” ist eines der größten Segelschiffe aller Zeiten. Es ist 5081 Bruttoregistertonnen groß, 133,5 m lang, 16,4 m breit und hat einen Tiefgang von 10,25 m.

Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder Wilhelms II., nimmt während seines Besuchs in Dublin an einer Polopartie im Phönix-Park teil. Prinz Heinrich spielt auf Seiten der Meer- und Flottenpartei gegen die Bürgermannschaft. Letztere gewinnt von sieben Spielen fünf.

11.5.1902, Sonntag

Bei Carugano (Venezuela) erleiden die Regierungstruppen gegen aufständische Einheiten eine empfindliche Niederlage.

12.5.1902, Montag

Der gebürtige Schweizer Frank Erne verliert durch K. o. in der ersten Runde seinen Titel als Box-Weltmeister im Leichtgewicht an Joe Gans (USA).

Bei der Explosion seines Lenkballons “Pax” in der Nähe von Paris kommt der Brasilianer Augusto Severo ums Leben.

Ein Finanzskandal erschüttert die Geschäftswelt von Paris. In Hinblick auf eine vorgetäuschte zu erwartende Erbschaft von mehreren Mio. Francs hatte sich die Familie Humbert enorme Geldsummen geliehen und war geflohen, als der Schwindel zu platzen drohte.

Im US-Bundesstaat Pennsylvania treten etwa 200 000 Arbeiter der Anthrazit-Kohlebergwerke in den Streik. Der Ausstand für höhere Löhne dauert bis 21. Oktober, muss dann aber ohne den erwünschten Erfolg beendet werden.

Die Delegierten des Städtetages in Berlin verabschieden eine Resolution gegen jede Erhöhung von Zöllen auf unentbehrliche Lebensmittel.

13.5.1902, Dienstag

Im südrussischen Poltawa werden zwei Studenten gehenkt. Ihnen wirft man vor, zu den Anstiftern der Bauernunruhen in Südrussland zu gehören.

Steher-Weltmeister Thaddäus Robl holt sich den Stunden-Weltrekord von Tom Linton zurück. Auf der Buffalo-Bahn in Paris fährt der Münchener 72,560 km/h.

14.5.1902, Mittwoch

Frankreichs Staatspräsident Emile Loubet beginnt an Bord des Schiffes “Montcalm” in Brest seine Reise nach Petersburg (heute: Leningrad) zum russischen Zaren.

In einem offiziellen Aufruf an das spanische Volk fordert Don Carlos (Karl Maria de los Dolores de Borbón y Austria-Este), der im französischen Exil lebende Gegenkönig Karl VII. von Spanien, zu Protesten gegen die Krönung von Alfons XIII. auf.

15.5.1902, Donnerstag

Im Rahmen der Industrieausstellung von Düsseldorf treffen dort die Bürgermeister aller größeren deutschen Städte zu einem Erfahrungsaustausch zusammen.

In dem Ort Vereeniging im südafrikanischen Transvaal beginnen die Vertreter der Buren Vorbereitungsgespräche für den Friedensvertrag.

In Schweden beginnt ein bis 17. Mai befristeter Generalstreik. Etwa 120 000 Arbeiter beteiligen sich an der von der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei organisierten Kampagne für das allgemeine Wahlrecht.

Aus Petersburg (heute: Leningrad) wird bekannt, dass der neue Innenminister Wjatscheslaw Plewe eine Anordnung erlassen hat, wonach in allen russischen Postbüros die aus dem Ausland kommenden Briefe künftig von Zensurbeamten gelesen werden sollen.

16.5.1902, Freitag

Die Leipziger Stadtverordneten bewilligen 17 Mio. Mark für den Bau eines Leipziger Zentralbahnhofs. Weitere Kostenträger für das Projekt sind die Länder Preußen und Sachsen. Für den Gesamtbau sind 106 Mio. Mark angesetzt. Der erste Abschnitt wird 1912 fertiggestellt sein.

Die beiden Kammern des schwedischen Parlaments fordern von der Regierung die Ausarbeitung eines Gesetzes für die Einführung des allgemeinen Wahlrechts bis zum Jahr 1904.

17.5.1902, Samstag

Am Tag seines 16. Geburtstags finden in Madrid die Feierlichkeiten zur Thronbesteigung Alfons’ XIII., des Königs von Spanien, statt.

König Oskar II. von Schweden und Norwegen, trifft in Ems zu einem mehrwöchigen Kuraufenthalt ein.

18.5.1902, Sonntag

Aufgrund der ablehnenden Haltung des Parlaments gegenüber einem Anleiheprojekt der Regierung tritt das serbische Kabinett unter Michael Vujic zurück. Nach längeren Verhandlungen beauftragt König Alexander von Serbien Vujic wiederum mit der Regierungsbildung.

Die Familie des deutschen Kaisers verbringt das diesjährige Pfingstfest nicht gemeinsam; Kaiserin Auguste Viktoria bleibt mit ihren jüngsten Kindern in der Sommerfrische, und Wilhelm II. hält sich über die Feiertage in Potsdam und Berlin auf.

19.5.1902, Montag

Der russische Gouverneur von Wilna, Generalleutnant von Wahl, wird schwer verletzt, als ein Attentäter auf ihn mehrere Revolverschüsse abgibt. Wie die Zeitungen berichten, hatte ihn ein illegales revolutionäres Komitee zum Tode verurteilt. Wahl ist berüchtigt wegen seines grausamen Verhaltens gegenüber Gefangenen.

Durch ein Grubenunglück in Coal Creek (US-Bundesstaat Tennessee) werden 150 Bergarbeiter getötet.

In Turin wird die Ausstellung für moderne dekorative Kunst eröffnet.

Ein Wirbelsturm über Golia (US-Bundesstaat Texas) richtet verheerende Verwüstungen an; 90 Menschen werden getötet.

20.5.1902, Dienstag

Tomás Estrada Palma übernimmt die erste Präsidentschaft der freien Republik Kuba. Am gleichen Tag werden offiziell die US-amerikanischen Flaggen durch kubanische ersetzt.

Die Delegierten der deutschen Lehrerversammlung in Chemnitz fassen einen Beschluss über gewerbliche Kinderarbeit. Sie fordern das Verbot jeder Erwerbstätigkeit schulpflichtiger Kinder vor dem zwölften Lebensjahr.

Der fünfte Delegiertentag des Verbandes der katholischen Arbeitervereine von Nord- und Ostdeutschland in Berlin beschließt die fakultative Einführung von beruflichen Fachabteilungen für die Weiterbildung ihrer Mitglieder.

In Kronstadt empfängt Zar Nikolaus II. von Russland den französischen Staatspräsidenten Emile Loubet zu einem dreitägigen Staatsbesuch.

21.5.1902, Mittwoch

Das preußische Abgeordnetenhaus behandelt einen Gesetzentwurf über Maßnahmen zur Stärkung des Deutschtums in den Provinzen Posen und Westpreußen. u.a. werden darin 250 Mio. Mark für Ansiedlungszwecke und den Ankauf von Domänen für Deutsche gefordert.

Auf dem zweitägigen evangelisch-sozialen Kongress in Dortmund wird Adolf Harnack zum Vorsitzenden gewählt.

In Weimar beginnt die bis 23. Mai dauernde Jahrestagung des Allgemeinen Deutschen Vereins für Schulgesundheitspflege. Der erste Vortrag ist dem Thema “Schulhygiene und Schwindsuchtbekämpfung” gewidmet.

Auf seiner Europareise trifft der Schah von Persien, Muzaffer Ad Din, zu einem Besuch in Rom ein.

Zwischen Bonn und Beuel wird der elektrische Straßenbahnbetrieb aufgenommen.

In seiner Rede zur außenpolitischen Lage vor dem italienischen Parlament betont Außenminister Giulio Prinetti das prinzipielle Einverständnis der Regierung zur Erneuerung des Dreibundes.

Die Delegierten der evangelischen Arbeitervereine des Deutschen Reiches fordern auf ihrem Kongress in Düsseldorf die Ausdehnung der Gewerbeinspektion auf die Hausindustrie sowie die Einrichtung einer Arbeitslosenversicherung.

Die Teilnehmer des internationalen Bergarbeiterkongresses in Düsseldorf (seit 20. 5.) fordern die Verstaatlichung aller Bergwerke, ein von den Franzosen und Belgiern vorgeschlagener internationaler Generalstreik für die Durchsetzung des Achtstundentages erhält allerdings nicht die Zustimmung der Mehrheit der Delegierten.

Die rumänische Nation feiert das 25. Jubiläum der Unabhängkeit ihres Landes.

23.5.1902, Freitag

Der Berliner “Tag” berichtet von dem großen Interesse, das Kaiser Wilhelm II. an der baulichen Gestaltung der Berliner Vororte hat. Die Anlage neuer Straßen und Brücken in diesen Gebieten bedarf der Zustimmung des Monarchen, und mehrfach mussten Baupläne aufgrund der Kritik Seiner Majestät geändert werden. Wilhelm II. nahm in diesen Fällen oft Anstoß an der Größe geplanter Straßen und Plätze – meist waren sie dem Monarchen in der Ausdehnung zu klein.

Die Verwaltung der preußischen Staatsbahnen teilt mit, dass ab dem 1. Juni “Wander-Rückfahrkarten” ausgegeben werden. Sie berechtigen nicht nur zur Rückfahrt vom Zielpunkt der Hinfahrt aus, sondern auch von einem nach der Wanderung erreichten zweiten Ort.

24.5.1902, Samstag

Bei einer Schlagwetterexplosion in einem Bergwerk in Britisch-Kolumbien (Kanada) werden 170 Grubenarbeiter getötet.

25.5.1902, Sonntag

Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Belgien können die klerikalen Regierungsparteien leichte Gewinne für sich verbuchen. Der neue Senat setzt sich aus 64 Klerikalen (Katholiken), 41 Liberalen und sechs Sozialisten, die Kammer aus 96 Klerikalen, 34 Liberalen, 34 Sozialisten und zwei christlichen Demokraten zusammen.

In Petersburg (heute: Leningrad) und Moskau wird eine Anordnung der Zarenregierung bekanntgegeben, die eine Veröffentlichung sowie den Vertrieb von Werken des Schriftstellers Lew N. Tolstoi verbietet.

Dem Deutschen Reichstag wird eine Gesetzesvorlage zum Schutz nützlicher Vögel vorgelegt. Grundlage des Entwurfs ist ein in Paris am 19. März geschlossenes internationales Abkommen über den Schutz der für die Landwirtschaft nützlichen Vögel.

26.5.1902, Montag

Großbritanniens Botschafter in den USA, Julian Pauncefote, stirbt im Alter von 74 Jahren in Washington. Der Diplomat unterzeichnete im November 1901 das sog. Hay-Pauncefote-Abkommen, durch den britische Panamakanalrechte auf die USA übergingen.

In Anwesenheit des Großherzogs von Baden, Friedrich I., wird der Rheinhafen in Karlsruhe dem Verkehr übergeben.

27.5.1902, Dienstag

Der Wiener Bischof Johann Baptist Schneider weiht in Simering das neuerbaute Städtische Elektrizitätswerk der österreichischen Hauptstadt ein.

28.5.1902, Mittwoch

In Heidelberg stirbt der deutsche Arzt Adolf Kußmaul im Alter von 80 Jahren. Kußmaul gilt als der erfolgreichste Internist des 19. Jahrhunderts.

Der US-amerikanische Erfinder Thomas A. Edison berichtet von der Entdeckung einer starken Batterie für ein neues elektrisches Automobil, das damit auch weite Strecken bewältigen kann.

Die Generalversammlung der Hapag genehmigt den Kartellvertrag mit der amerikanisch-britischen Dampfschifffahrtsgesellschaft.

Frankreichs Ministerpräsident Pierre Waldeck-Rousseau kündigt in Paris seinen Rücktritt und den des Kabinetts an.

Vor dem britischen Unterhaus gibt ein Vertreter der Admiralität einen Überblick über den Ausbau der Kriegsmarine. Daraus geht hervor, dass seit April 1901 allein für den Neubau von Schiffen 9 Mio. Pfund (180 Mio. Mark) aufgewendet worden sind. Dagegen beträgt der Gesamtetat der Marine des Deutschen Reiches (einschl. Neubauten) 10 Mio. Pfund (200 Mio. Mark).

Vertreter der argentinischen und chilenischen Regierung unterzeichnen in Buenos Aires einen Abrüstungs- und Freundschaftsvertrag.

29.5.1902, Donnerstag

Auf dem Bahnhof von Potsdam empfängt Kaiser Wilhelm II. den Schah von Persien, Muzaffer Ad Din.

In Petersburg (heute: Leningrad) beginnt die 7. internationale Konferenz des Roten Kreuzes.

30.5.1902, Freitag

In einem Hirtenbrief verurteilen die bayerischen Bischöfe in scharfer Form den Reformkatholizismus.

Der Franzose Edouard Wattelier gewinnt das Radrennen Bordeaux- Paris (575 km) nach fast 23 Stunden.

31.5.1902, Samstag

In Pretoria unterzeichnen Vertreter der Burenarmee und des britischen Militärs den Friedensvertrag zwischen den südafrikanischen Burenstaaten Südafrikanische Republik (Transvaal) und Oranjefreistaat sowie dem britischen Empire.

Die Abgeordnetenkammer des Landes Württemberg genehmigt mit groser Mehrheit einen Antrag auf Gewährung eines staatlichen Kredits für baugenossenschaftliche Unternehmungen der Beamten bei Eisenbahn und Dampfschifffahrt.